Bunte Städte im Mittelmeer.

Der stürmische Vormittag trieb uns erst auf die Glasinsel Murano und im Anschluss bei schönstem Sonnenschein auf die Insel der Spitzendeckchen - Burano. Schöne bunte Häuser die einem an grauen Novembertagen ein warmes Urlaubsgefühl vermitteln.

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Die Sache mit den Rosinen.

Man nehme eine Rosine zwischen Daumen und Zeigefinger und betrachte sie eingehend von allein Seiten. Man drehe sie zwischen den Fingern und spüre wie sich anfühlt. Man führe sie ans Ohr drehe sie zwischen den Fingern und höre was es da zu hören gibt. Dann rieche man ihr, befühle sie mit den Lippen. Man halte die Rosine zwischen den Lippen. Nehme sie in den Mund, beiße aber noch nicht drauf. Achte auf den Geschmack. Achte auf die Veränderung wenn man letzten Endes reinbeißt und sie langsam zerkaut. Bis man sie irgendwann runterschluckt. Und selbst dann kann man noch auf die kleinen Reste im Mund achten und ihr gewissermaßen nachspüren.

Und wofür ist das gut, ausser das man sich dabei erstmal ziemlich seltsam vorkommt? Diese Rosinenübung ist eine von unzähligen Übungen zur Achtsamkeit. Und Achtsamkeit ist gewissermaßen die Grundlage aller modernen Therapieverfahren und die Grundlage des inneren Gleichgewichtes und Stressresilienz. Und Achtsamkeit kommt in unserer westlichen Gesellschaft in der Regel viel zu kurz.

Wir haben diese Übung im Seminar an der Uni gemacht. Also saßen wir da alle mit unserer Rosine und folgten mehr oder weniger konzentriert den Anweisungen der Dozentin. Einigen fiel es sehr schwer sich zu konzentrieren oder die Übung ernst zu nehmen, anderen fiel es leichter sich darauf einzulassen. Ich selbst fand das auch eher befremdlich mich so eingehend mit einer einzelnen schrumpeligen Rosine zu beschäftigen, vor allem weil ich sonst eher das Essmodell Fressluke bin. Worum es aber im Kern geht ist dem Gedankenkarusell im Kopf zu entkommen. Sich für eine kurze Zeit ganz auf den Moment zu konzentrieren. Denn nur wer sich tatsächlich auf eine Sache fokussieren kann, kann produktiv an etwas arbeiten. Und wer es schafft seine Aufmerksamkeit auf den Moment zu bündeln, dem fällt es oft auch leichter zu entspannen.

Wir alle kennen doch dieses Gedankenkarussell im Kopf. Wir wollen eigentlich schlafen und uns gehen noch 1000 Sachen durch den Kopf. Wir wollen eigentlich zielorientiert an einer Sache arbeiten, aber haben im Kopf diverse Tabs offen und wir springen mental immer von von einem Tab zum nächsten. Wie soll man so anständig an einem Problem arbeiten, wenn man nebenher noch drei andere wälzt? Das wird nicht funktionieren.

Achtsamkeitsübungen können dabei helfen. Ob es jetzt gerade die Rosine sein muss sei mal dahin gestellt. Aber es gibt ja noch wirklich viele andere Möglichkeiten. Der Phantasie sind da kaum Grenzen gesetzt. Man kann sich zum Beispiel im Park auf eine Bank setzen, die Augen zu schließen und versuchen für fünf Minuten alles wahrzunehmen was man hören kann. Sind da spielende Kinder, unterhalten sich Senioren, joggt jemand vorbei, hört man die Straße? Dabei gibt es zwei Schwierigkeiten: Erst einmal sich nur auf die Aufgabe des Hörens zu konzentrieren und das andere auszublenden. Die Vorstellung, dass man nichts anderes wahrnimmt ist natürlich völlig unsinnig. Natürlich wird man auch mal den Wind im Gesicht spüren, oder es juckt irgendwo, oder wir bemerken andere Gedanken die mit der Aufgabe des Hörens nichts zu tun haben. Daher ist die zweite Schwierigkeit eine ganz essentielle: Nicht bewerten. Und natürlich ist auch die Vorstellung, dass wir nicht doch bewerten (die Verkehrsgeräusche sind zu laut. Der Wind ist zu kalt. Scheiße ich muss noch einkaufen!) völlig utopisch. Wir bewerten das was wir wahrnehmen, fühlen und denken eigentlich fast immer. Nicht bewerten ist also unmöglich. Es geht also darum die Bewertung wahrzunehmen und hinzunehmen. Die anderen Gedanken und Wahrnehmungen die man hat als eben solche wahrzunehmen und dann wieder ziehen zu lassen und sich wieder auf die eigentliche Aufgabe zu besinnen.

Wer das mal ausprobiert wird feststellen, dass das wirklich gar nicht so einfach ist und Übung braucht. Und vielleicht wird man auch nichts mit der Übung anfangen können, wird sich nicht darauf einlassen können. Denn einen direkten Effekt werden nur die Wenigsten im Anschluss wahrnehmen. Für andere wird es sich wie Zeitverschwendung anfühlen. All die Achtsamkeitsübungen brauchen etwas Zeit und Übung. Ich bin aber überzeugt, dass jeder Einzelne von Achtsamkeit - oder Mindfulness - profitieren kann. Wenn er oder sie die richtigen Übungen für sich selbst gefunden hat. Denn nicht jeder kann was mit Rosinen anfangen und nicht jeder fühlt sich wohl dabei sich im Park auf eine Bank zu setzen. Die einen tun sich leichter mit Wahrnehmung von äußeren Reizen, andere können mehr damit anfangen ihrem Körper nachzuspüren. Wieder andere fokussieren sich lieber im Sport. Ein wichtiger Knackpunkt ist jedoch immer, dass man das was man tut möglichst bewusst tut. Die Tabs im Kopf zu schließen und versucht im Moment zu bleiben. Denn so kann man das Gedankenkarussell mal verlangsamen oder gar abstellen. Dann kann sich das Hirn erholen und entspannen. Wer also regelmäßig achtsam mit sich und seiner Umwelt umgeht, dessen Hirn wird entspannter und damit auch leistungsfähiger sein.

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Triest

Das Wetter war trist, also sind wir autowandern gefahren. Bis zur besten heissen Schokolade die ich in meinem Leben bisher gegessen habe. Auf nach Triest!

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Venedig

Kleine Impressionen aus einer kleinen historisch bedeutsamen Stadt in der wir mit 16€ pro Glas den wohl mit Abstand teuersten Eiskaffee getrunken haben. Hier begann mein Strandurlaub. Eigentlich begann er schon am Abend vorher, als ich in München mein Schlafabteil im Nachtzug bezogen hatte. Durch glückliche Umstände hatte ich das Abteil für mich allein und konnte die Abfahrt mit Sekt geniessen und bei der Ankunft über den Schienenweg über das Mittelmeer nach Venedig hinein staunen. Nach einem Tag in der autofreien Stadt war ich dann aber auch gesättigt von den Impressionen und den historischen Prachtbauten. Eine faszinierende Stadt mit schier unzähligen Brücken.

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Warum lieben wir eigentlich?

Bevor ich mich auf meine mündliche Prüfung in Tiefenpsychologische Intervention (also den krassen Shit mit Sigmund Freud, Melanie Klein, den Übergangsobjekten und ähnlichem) vorbereitet habe, war ich der Tiefenpsychologie und der Psychoanalyse gegenüber immer eher skeptisch eingestellt. Das hat sich jetzt ein bisschen geändert und ich denke, dass einige Konzepte gar nicht so verkehrt sind, wenn man sie erstmal in normale Sprache übersetzt hat (was die eigentlich Kunst an dem Ganzen ist).

Thematisch ging es in der Lernphase viel um das Unbewusste, die Entwicklungsphasen der Psyche und wie sich eigentlich die Theory of Mind entwickelt (also wie ich lerne die Perspektive anderer Menschen zu übernehmen und überhaupt zu erkennen, dass andere Menschen eventuell andere Gefühle haben). Was passiert wenn dem Säugling und Kleinkind die empfundenen Affekte nicht adäquat gespiegelt werden und es gar nicht lernt seine eigenen Affekte zu benennen. Und warum wir alle eigentlich Übergangsobjekte - also unsern Lieblingsteddy - in der Kindheit so dringend brauchten und warum es ein Drama war, wenn der Teddy nicht auffindbar war, oder irgendwo verloren gegangen ist.

Am Rande dieser prüfungsrelevanten Themen habe ich viele andere interessante Dinge gestreift die ich leider nicht vertiefen konnte, aber im Hinterkopf behalten wollte. Wie zum Beispiel die Frage warum wir jemanden lieben. Oder ob wir unseren gewählten Partner überhaupt lieben. Eine mögliche Idee kann doch auch sein, dass Tina ihren Heiko nur glaubt zu lieben, da dieser ihr durch seine Zuwendung und Bestätigung die Möglichkeit gibt sich selbst zu lieben. Demzufolge wäre Liebe etwas sehr egoistisches und man könnte nur schwerlich den romantischen Anteil daran finden, dass man jemand anderem seine Liebe schenken möchte. Zu behaupten, dass man also seinen Partner nicht wirklich liebt, sondern sich selbst durch den Partner schlichtweg nur mehr liebt halte ich für ein wenig gewagt und zu kurz gedacht.

Wovon ich jedoch überzeugt bin: Wer sich selbst nicht liebt, der ist nicht bereit jemand anderem wirklich Liebe zu geben. Denn er benötigt selbst viel zu viel. Wer nicht hat, der kann nicht geben. Insofern ist also schon was dran, dass Mathias seinen Andreas gewissermaßen braucht, da Andreas ihm Bewunderung, Zuwendung und Liebe für ihn als Person gibt. Mathias' Selbst wird durch Andreas bestätigt. Damit wird Mathias' Selbst stabiler und stärker. Und am Ende des Tages suchen wir alle unbewusst nach Bestätigung für unser Selbst und Dingen die unseren Selbstwert erhöhen. Durch die Liebe unseres Partners oder der Partnerin ist es uns also möglich uns selbst mehr zu lieben, uns mehr so zu akzeptieren wie wir sind.

Auf der anderen Seite gehe ich davon aus, dass wir uns unsere Partner nach gewissen Kriterien aussuchen. Dabei meine ich nicht unbedingt das Schema bezüglich irgendwelcher äußerlichen Merkmale. Sondern vielmehr ein Schema bezüglich unserer eigenen inneren Bedürfnisse. Wenn wir glauben einen Gegenüber gefunden zu haben, der irgendwelche Bedürfnisse in uns erfüllen kann, dann wollen wir diesen Menschen an unserer Seite. Und wenn wir dann noch das Gefühl haben, dass wir bewundert werden, das wir gemocht werden als die Person die wir sind, dann ist das der Nährboden für Liebe. Liebe die wir empfangen können und Liebe die wir geben können. Wenn wir bereit dafür sind…. also wenn wir selbst mit uns und der Person die wir sind klar kommen.

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Bahnbetriebswerk vor den Toren des Odenwaldes.

Um mal mit der Tür ins Haus zu fallen….

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Summerschool für die Klinische Psychologie

Mit der Umstellung von den Diplomstudiengängen auf das Bachelor-Master-System werden wir nicht nur unzählige Absolventen haben die nach dem Bachelor auf den Arbeitsmarkt schwemmen und nur ein Bruchteil wird den Weg über den Master gehen. Ausserdem wird das alles vergleichbarer und man hat mit dem Bachelor viel mehr Wahlmöglichkeiten bezüglich der möglichen Masterabschlüsse. Und weil das alles so supergeil ist musste ich an der Medical School für den Master ECTS in klinischer Psychologie nachholen, die ich an der FernUni im Bachelor nicht erreichen konnte, da sie nicht Teil des Curriculums waren.

Zu meinem Glück musste ich nicht alle 15 Punkte nachholen, sondern nur 10. Weil mir 5 Creditpoints von Kursen angerechnet wurden die ich an der vhb abgeschlossen habe. Welche Kurse mir da im einzelnen angerechnet wurden, das hat sich mir nie erschlossen. Fakt ist aber: der geringe Aufwand hat sich gelohnt.

An der MSH hatte ich nun zwei Möglichkeiten: 1) Die fehlenden Punkte während des Semesters zusätzlich zu den Mastermodulen erwerben. Durch Besuch der Vorlesung und Seminare und abschließender Prüfung. Oder aber Option 2) 4 Vollzeittage pro 5 ECTS in den Semesterferien mit abschliessender mündlicher Prüfung an Tag 5 die unbenotet bleibt und nur bestanden werden muss.

Anfang des Semester überschlug ich also den Zeitaufwand und nach einer Bedenkzeit von unter 5 Sekunden hab ich mich für die Summerschool entschieden. Damit würden zwar zehn Tage meiner wohlverdienten Semesterferien dahin schwinden, aber ich erhoffte mir insgesamt weniger Zeit an der Uni zu verbringen und zum zweiten viel viel viiiiiil weniger Zeit mit der Lernerei für eine benotete Klausur zu Hause verbringen, weil ja in der Summerschool gar keine Zeit zum zu Hause lernen mehr übrig sein würde.

Jetzt ist die Summerschool rum und ich hätte keine bessere Entscheidung treffen können. Jedes Modul wurde von einem Dozenten (maximal 2) gehalten. Die Gruppengröße war mit 8-13 Personen doch sehr klein und übersichtlich. Fast schon familiär. Es gab viele gute Diskussionen, viel Input und Denkanstöße. Es war glücklicherweise nicht ausschließlich das Nachholen von Themen die wir nach dem ersten Mastersemester schon alle kannten. Natürlich war es das zum Teil auch, aber es gab auch neuen Input und praxisnahe Fallarbeit.

Was ich eigentlich sagen will: Wer immer die Qual der Wahl hat, dem kann ich nur zur Summerschool raten und die verlorenen Tage der Semesterferien eben die verlorenen Tage sein lassen. Danach kommen noch 1,5 Monate freie Zeit…

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MSH KPP SS17.

Ich dachte man könnte mal ein bisschen Buchstabensalat in den Titel eines Eintrages einstreuen. Was das nun heißen soll? Medical School Hamburg. Masterstudiengang Klinische Psychologie und Psychotherapie. Gestartet im Sommersemester 2017. Also gewissermaßen meine Laufbahn.

Ich hab während des Semesters schon ein bisschen was zu meinen Eindrücken des Studiengangs und der Uni geschrieben. Im großen und Ganzen ist alles ziemlich super. Und dabei will ich es heute auch belassen.

Und weil das meine Art zu lernen ist habe ich natürlich wieder meine Zusammenfassungen geschrieben. Und weil die ja sonst eh nur auf meinem Rechner verschimmeln, weil ich die nach den Klausuren nur noch äußerst selten brauche, lad ich sie wieder hier hoch. So können sich jeder Neugierige ein Bild von den Inhalten des Studiums machen. Also erstmal natürlich nur vom ersten Semester.

Ahoi!

>>Hier gehts lang.<<

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