Master of Burnout im Psychologiestudium.

Unknown

Um es kurz zu machen: Ich hab ihn in der Tasche. Den Master of Science. Ich darf mich nun so gut wie Psychologin nennen. Vermutlich erst nach der Zeugnisübergabe. Aber wer weiß das schon so genau. Nach 8,5 Jahren Studium hab ich es nun geschafft und freu mir ein Loch in den Bauch. Weg mit den fiesen Sätzen meiner damaligen Klassenlehrerin der letzten beiden Schuljahre, die meinte, ich sei falsch auf dem Gymnasium und des Abiturs nicht würdig.

Und weil ich mich so freue, gibt es nun einfach die Zusammenfassung bzw. das Abstract meiner Masterarbeit für euch alle. Ich selber mochte mein Thema super gerne und fand es wahnsinnig spannend umso schöner, wenn man seine Note mit einem Lob versehen kredenzt bekommt von jemandem der wirklich eher zurückhaltend mit solchen Dingen ist.


"Das Burnout-Syndrom mit Symptomen der emotionalen Erschöpfung, Zynismus und Ineffizienzerleben (Maslach, Jackson & Leiter, 1997) gilt als Risikofaktor für die Entwicklung somatischer und psychischer Erkrankungen (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde, 2012). Psychologiestudierende standen bislang selten im Forschungsmittelpunkt, obwohl Psychologen zu einer Berufsgruppe zählen in der das Burnout-Syndrom gehäuft auftritt (Schmidbauer, 1977). Zielsetzung dieser Masterarbeit ist es Risiko- und Schutzfaktoren bei der Entwicklung eines Burnout unter Psychologiestudierenden zu untersuchen. Die quantitativen Daten aus Online-Fragebögen von n = 110 Studierenden der Medical School Hamburg (MSH) und n = 65 Studierenden der FernUniversität in Hagen (FUH) wurden inferenzstatistisch ausgewertet. Im Vergleich zur FUH erlebten sich Studierende der MSH belasteter. Studienbezogene Anforderungen erwiesen sich für beide Gruppe als signifikante Risikofaktoren bei der Entwicklung eines Burnout. Soziale Unterstützung durch Lehrende zeigte sich für MSH-Studierende und die Selbstwirksamkeitserwartung für beide Gruppen als protektiver Faktor. Die Anforderung an die Psychologiestudierenden der Stichprobe sind hoch und könnten seitens der Hochschulen durch Eröffnung von Handlungsspielräumen, Bereitstellung sozialer Unterstützung durch Lehrende und Angeboten zur Stressbewältigung adressiert werden. Die Regressionsanalyse stößt bei dieser Fragestellung an ihre Grenzen, die Verwendung von Pfadanalysen wird empfohlen."

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It's okay not to be okay.

"I don't like mondays" singen die Boomtown Rats. Und schaut man sich die Social Media Kanäle zum Wochenbeginn an, scheint das für eine Menge Menschen zuzutreffen. Besonders alamierend sind Zahlen der Deutschen Bahn (2004) denen zufolge sich Suizide gerade zu Beginn der Woche und in den Monaten April bis September häufen. Und weil heute Montag ist, gibt es heute diesen kurzen Artikel.

Es ist völlig okay, wenn es dir gerade nicht gut geht. Solche Phasen kennen wir alle. Und du musst da wirklich nicht allein durch.

Die, die mich kennen es sowieso schon: Ich habe immer ein offenes Ohr und helfe auf Nachfrage wo ich kann. Und selbst die, die mich nicht kennen, können es beim Besuch meiner Homepage erahnen. Ich teile hier Inhalte, ohne etwas dafür zurück zu erwarten. Ich bekomme immer wieder Emails mit Fragen rund um das Studium und alle die mir schonmal eine Email geschrieben haben, wissen das sie eine Antwort bekommen (sollte ich mal eine Antwort vergessen haben, tut mir das natürlich leid).

Aber auch für alle die mich nicht so gut kennen oder für jene die mich kennen, aber es vielleicht vergessen haben: Meine Tür steht dir immer offen. Es ist mir egal, ob du was wichtiges besprechen willst, Kummer hast oder einfach ein bisschen gemeinsam auf Bäume starren willst. Vielleicht suchst du auch ein Ventil für deine Wut. Ich bin da und höre zu. Ich werde nicht über dich urteilen, mich über dich lustig machen oder deine Sorgen und Nöte weiter erzählen. Ich werde dich einfach da sein lassen.

Wenn du in Not bist, kannst du dich melden. Es ist nicht wichtig wie gut oder wenig gut wir uns kennen, ob wir gerade Streit haben oder uns lange nicht mehr gesehen haben. Wenn du jemanden zum reden, anlehnen oder einfach eine Tasse Tee brauchst: Meine Telefonnummer hat sich seit 15 Jahren nicht geändert.

Geteiltes Leid ist halbes Leid. Und vielleicht sieht das alles schon gar nicht mehr so düster aus, wenn du deinen Ärger oder Kummer nicht mehr nur mit dir allein herumschleppen musst. Vielleicht tut es dann immer noch weh. Aber du weißt dann vielleicht, dass du nicht mehr allein bist.


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Wir sind Teil des Problems oder: Kommunikation ist echt kompliziert.

Wir alle kennen solche Situationen: Wir sind sauer auf die Welt. Wir fühlen uns irgendwie verstoßen, unverstanden und ungerecht behandelt. Wir verstehen eigentlich auch gar nicht so genau, was da eigentlich gerade vor sich geht oder was da passiert ist. Wir wissen nur, dass alles gerade schief zu laufen scheint und sich die Menschen uns gegenüber seltsam verhalten und das macht uns wütend, denn irgendwie scheinen wir gar keinen Einfluss darauf zu haben.

Doch ist das wirklich so? Haben wir wirklich keinen Einfluss auf die Situation? Sind wir wirklich nur passive Wesen, die den Geschehnissen ausgeliefert sind? Oder haben wir vielleicht doch auch selbst einen Anteil an der Krise in der wir gerade stecken? Sicherlich wird es auch immer wieder Menschen geben, die sich einfach seltsam verhalten und wo wir selbst wirklich nicht viel dazu beigetragen haben, dass komische Situationen entstehen. In aller Regel sind wir letzten Endes aber als Menschen immer auch soziale Wesen und somit zumeist Teil des Geschehens.

Wir sind also Teil der Geschehnisse und somit auch mit-verantwortlich für unseren eigenen Ärger. In anderen Worten: Meist sind wird selbst Teil unseres Problems. Das ist erstmal gar nicht schlimm, sondern nur eine Feststellung. Ausgehend von dieser Feststellung ist es oft ein guter Anfang sich zunächst einmal auf sich selbst zurück zu ziehen. Nicht um der Mittelpunkt zu werden um den die Welt kreist und weiter in seinem Leid zu versinken und sich unverstanden zu fühlen. Sondern um ein Gefühl für sich selbst wiederzufinden oder zu entwickeln. Sich selbst kennenzulernen

Der Rückzug auf sich selbst dient auch dazu aufzuhören, um die anderen zu kreisen. Zu überlegen warum sich die anderen Personen so verhalten haben, warum die vielleicht so gemein zu einem waren und was die zugrunde liegenden Motive gewesen sein mögen. Denn das alles bringt uns nicht weiter. Das hält uns nur von uns selbst fern. Und die anderen können wir sowieso nicht ändern. Aber an uns selbst können wir arbeiten, wenn wir wollen.

Wir können also an unserem Rückzugsort überlegen, welchen Anteil man selbst zu den Geschehnissen beigetragen hat. Wir machen beim nachdenken vielleicht die Beobachtung, dass wir immer wieder in solche Konflikte kommen, in denen wir uns unverstanden fühlen. In denen wir das Gefühl haben, dass alles schief läuft und alles was wir anpacken im Chaos endet. Gerade das spricht dafür, dass es da Anteile in uns drin gibt, die uns immer wieder in solche Situationen manövrieren. Was genau das ist, kann total unterschiedlich sein. (An dieser Stelle möchte ich die Podcast-Folgen von Curse mit dem Titel "Selbstsabotage erkennen und umwandeln" (LINK) empfehlen. Da geht nicht direkt um Konflikte und den eigenen Anteil daran, sondern viel eher um die Arbeit mit sich selbst und wie man sich selbst von Zeit zu Zeit daran hindert glücklich und zufrieden zu werden, weil wir uns von inneren Glaubenssätzen irgendwie abhalten lassen. Aber das Thema ist glaube ich auch gar nicht so weit von diesem Thema hier entfernt).

Wenn du ein paar Aspekte herausgefunden hast, wie du dazu beigetragen haben könntest, dass die Situation sich genau dahin entwickelt hat wo du mit deinem Konflikt oder deiner Krise nun stehst, dann hast du einen wichtigen Punkt erreicht: Du hast verstanden, dass du nicht nur das passive Opfer in diesem Konflikt (oder auch anderen Konflikten) bist. Sondern, dass auch du in gewisserweise als Täter aufgetreten bist. Und auch das ist gar nicht schlimm. Das macht dich zu einem Menschen. Wir sind alle fühlende Wesen. Das bedeutet aber auch, dass wir nicht immer alles total super machen. Sondern, dass wir alle auch Fehler machen und anderen Menschen weh tun. Auch wenn das überhaupt nicht in unserer Absicht lag. Aber menschliche Kommunikation hat dann doch ziemlich viele Irrwege, auf denen man falsch abbiegen kann.

Wenn wir also sauer mit der Welt sind, ist es zunächst einmal absolut okay wütend zu sein. Man ist ja in einer Situation, wo man so nicht hinwollte und alles ist doof. Aber es ist auch sinnvoll sich bewusst zu machen, dass Menschen weder nur Opfer, noch nur Täter sind. Dass menschliche Kommunikation unglaublich viele Irrwege hat und es sinnvoll sein kann - trotz all des eigenen Ärgers - einen Schritt zurück zu machen und zu versuchen sich die Situation von ein paar anderen Seiten anzusehen. Wenn es dir gelingt, die generelle Problematik mit der Kommunikation im Hinterkopf zu behalten, dann wird es dir auch ziemlich sicher möglich sein, mehr Verständnis für die anderen Beteiligten deiner Konfliktsituation aufzubringen. Das soll nicht heißen, dass man alles okay finden und entschuldigen muss was passiert ist. Es soll viel mehr heißen im Hinterkopf zu behalten, dass alle Beteiligten sowohl Täter als auch Opfer sind. Alle sind quasi Teil des Problems.


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Bildquelle: https://www.schulz-von-thun.de/die-modelle/das-kommunikationsquadrat

Abstand und das Hinterfragen des eigenen Anteils löst dabei aber nicht unbedingt einen bestehenden Konflikt. Ich habe das auch erst kürzlich erst versucht. Habe mich bemüht meinen Anteil am Problem zu hinterfragen und zu reflektieren. Habe so einiges gefunden und es aufgeschrieben. Aber nur weil man selbst meint, etwas sortiert aufgeschrieben zu haben, sagt das ja (wie ich erfahren habe) wenig darüber aus, ob andere das so verstehen, wie man es sich selbst gedacht hat. Und da wären wir wieder bei Schulz von Thun und dem 4-Ohren-Modell. Der Sender codiert das eine und der Empfänger encodiert was anderes. Die größten Missverständnisse entstehen dabei, wenn Sender und Empfänger sich auf unterschiedlichen Inhaltsebenen befinden und vor allem auch dann, wenn der Empfänger sich zum Beispiel gefühlsmäßig in einer ganz anderen Situation befindet. Vielleicht findet sich sogar der Empfänger in einer Situation wieder, in der er sich unverstanden fühlt und das Gefühl wird dann noch verstärkt, obwohl es dem Sender eigentlich um was ganz anderes ging. Kommunikation kann manchmal echt kompliziert sein. Aber das sagte ich schon.

Aber auch wenn Abstand und Hinterfragen keinen Konflikt lösen können. So holt uns das Erkennen des eigenen Anteils doch aus unserer passiv erduldenden Opferrolle heraus. Wir sind dann in der Lage zu erkennen, dass wir sowohl Opfer als auch Täter und vielleicht auch irgendwas dazwischen zugleich gewesen sein können. Wir sind in der Lage zu erkennen, dass uns nicht nur Dinge widerfahren, sondern dass wir die Geschehnisse durch unseren Anteil auch mitgestaltet haben. Und das gibt uns ein ganzes Stück weit Selbstwirksamkeit - also den Glauben die Welt aktiv mitgehalten zu können - zurück. Wir werden wieder Handlungsfähig.

Und wir wissen am Ende etwas mehr über uns und können es besser machen. In der Zukunft.

Link zum erwähnten Podcast: Selbstsabotage erkennen und umwandeln.

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Selbsterfahrung Part 4: Selbstwert und Abschied.

Selbstwert. Wie viel Wert messe ich mir selbst bei. Wodurch lässt sich mein Selbstwert mindern und was untermauert den Wert. Und: Ist der Selbstwert nicht eigentlich unantastbar und feststehend wie der Wert eines 50 € Scheines, der eben immer 50 € wert ist, egal ob ich auf ihm herumtrample oder im Dreck bade? Warum lassen wir überhaupt zu, dass externe Einflüsse den Wert den wir uns selbst geben mindern?

So viel vorweg: das letzte Selbsterfahrungswochenende war - für mich - deutlich besser und gewinnbringender als das vorige. Das mag zum einen an einer persönlichen Situation gelegen haben, die sich seitdem geändert hat und nun weniger belastend war. Zum anderen aber sicherlich auch, weil es nun um Themen ging, die für mich persönlich gerade sehr aktuell waren. Die Arbeit mit dem Selbstwert in die ich die vorigen Monate schon einige Zeit investiert hatte und die Arbeit mit dem Thema (Tod) Trauer und Abschied.

Während es am ersten Tag eher um positive Aspekte des Selbstwertes ging, in etwa mit welchen Säulen das eigene Selbstwertgefühl untermauert wird. In der angewandten Theorie wird das Selbstwertgefühl von acht Säulen getragen
1. Selbstvertrauen mit dem Vertrauen in eigene Fähigkeiten
2. Selbstakzeptanz mit den zentralen Themen sich selbst mit allen Stärken und Schwächen annehmen zu können und einer positiven Einstellung zu sich selbst (auch zum eigenen Körper)
3. Selbstbehauptung als Fähigkeit eigene Wünsche und Bedürfnisse aber auch Werte äußern und zielgerichtet verfolgen zu können
4. persönliche Integrität als Übereinstimmung von Verhalten und eigenen Wertvorstellungen
5. emotionale Kompetenz mit der Fähigkeit zur konstruktiven Emotionsregulation
6. soziale Kompetenz wird verkörpert durch das Erleben von Kontaktfähigkeit
7. soziale Zugehörigkeit zeichnet sich aus durch die Einbindung in positive soziale Beziehungen
8. Beziehungsgestaltung schlussendlich als achtsamer und verantwortungsvoller Umgang mit sich selbst und anderen Menschen.

In einer Übung hatten wir die Möglichkeit unsere persönlichen Säulen auszufüllen. Dabei können sich die Säulen durchaus in Dicke und Material unterscheiden. Einige sind poröser und weniger tragfähig, andere dafür aber äußerst stabil und tragen sehr viel zum individuellen Selbstwertgefühl bei. In der Reflektionsrunde war es spannend zu sehen, dass viele in ähnlichen Bereichen eher noch Optimierungsbedarf sahen, dass aber bei den allermeisten doch alle Säulen in unterschiedlicher Ausprägung vorhanden waren. In der Arbeit mit Patienten mag das dann aber wieder ganz anders aussehen.

In einer anderen Übung ging es nochmal fokussierter um die Wahrnehmung eigener Stärken und Schwächen in verschiedenen Bereichen. In der Gegenüberstellung wurde auch hier deutlich, dass sich jeder Mensch aus Stärken und Schwächen zusammensetzt. Es war schön sich die eigenen Stärken und Schwächen nochmals zu vergegenwärtigen.

Am zweiten Tag sind wir weiter in die Selbstwert-Thematik eingestiegen und haben unsere negativen Glaubenssätze herausgearbeitet. In der Kleingruppe war es dabei bisweilen immer wieder sehr erstaunlich durch welche negativen Glaubenssätze die anderen geplagt werden und auch die Reaktion der anderen auf die eigenen Glaubenssätze war oft von Erstaunen begleitet. Scheinbar sind andere Personen immer recht überrascht wenn sie damit konfrontiert werden was im Innern einer anderen Person teilweise so vor sich geht. In verschiedenen Übungen konnten wir Ansätze zum Umgang mit diesen negativen Glaubenssätzen ausprobieren. Mir persönlich hat es dabei besonders gut gefallen die Glaubenssätze durch den Raum hüpfend mit einer Schlagermelodie trällernd heraus zu singen. Die humoristische Defusionstechnik war - trotz des ernsten Themas - von viel Gelächter und guter Laune begleitet. In meinem Gefühl wurden die negativen Glaubenssätze ähnlich einem Irrwicht aus Harry Potter veralbert, sodass sie etwas von ihrem Schrecken und Einfluss verloren haben. Der langfristige Impact der Übung bleibt abzuwarten.

Im zweiten Themenblock ging es dann - passend zum Ende des Studiums - um Tod, Trauer und Abschied. Wie kann man damit umgehen, wenn jemand verstorben ist? Welche Möglichkeiten gibt es, wenn ein Zugehöriger eine schwere Krankheit hat, bei denen der Tod gewiss ist, oder zumindest eine im Raum stehende Wahrscheinlichkeit? Warum ist es überhaupt so wichtig, dass wir Abschied nehmen können und wie quälend kann es eigentlich sein, wenn man wichtige Dinge nie wieder klären und ansprechen kann, weil der Zugehörige einfach nicht mehr da ist?

Trauer und Abschied sind ja aber nicht nur Themen die den Tod begleiten, oder vom Tod begleitet werden, sondern sind im Grunde Themen des Alltags. Gefühlt ständig trennen sich im Umfeld Paare und plötzlich wird das Thema Trauer und Abschied hoch aktuell, obwohl niemand gestorben ist, selbst wenn ich sich bisweilen durchaus so anfühlen kann. Wie kann man Trauernde beim Abschied nehmen unterstützen? Wir haben zwar verschiedene Möglichkeiten und Ideen herausgearbeitet, aber am Ende des Tages ist das alles höchst individuell. Wichtig ist jedoch den Blick wieder nach vorn gerichtet zu bekommen. Mit dem Vergangenen abschließen zu können um neue Wege gehen zu können. Doch der Weg dahin ist langwierig und es sei wohl durchaus normal, dass dieser Prozess ein bis anderthalb Jahre dauert. Eine schlechte Nachricht für alle, die den Zustand schnell beendet haben wollen, aber eine gute für alle die an sich zweifeln, weil sie den Trauerprozess nach 6 Monaten noch nicht beendet haben. Besonders wichtig scheint - wie oben schon angesprochen - die Möglichkeit zu sein alles klären zu können. Wer sich mit einem Sterbenden gemeinsam auf den Tod hat vorbereiten können, dem wird es hinterher wahrscheinlich leichter fallen wieder neue Wege gehen zu können. Bei einer Trennung gibt es wohl eher selten die Möglichkeit das gemeinsam vorzubereiten. Hier wäre wohl eher der Umgang im Nachgang wichtig. Die Möglichkeit einräumen wichtige Fragen noch zu klären. Aber auch das geht nicht immer. Wo die Vor- und Nachbereitung nicht möglich ist, da hilft am Ende nur noch die radikale Akzeptanz. Aber das ist ja auch leichter gesagt, als getan.

Und weil wir nun am Ende des Studiums waren und Zeit hatten uns auf dieses Ende vorzubereiten haben wir uns zum Abschluss nochmal alle (also zumindest die, die noch anwesend waren) für einen Kaffee zusammengesetzt bevor wir auseinander gegangen sind. Rituale können also auch helfen beim Abschied nehmen.

Gesamtresümee:
Die Möglichkeit schon im Rahmen des Studiums ein Selbsterfahrungs-Seminar belegen zu können war für mich einer der wunderbarsten Aspekte des Studiums. Gerade wer in einem psychologischen Berufsfeld - oder eigentlich überhaupt mit Menschen - arbeiten will, kann von einem solchen Angebot profitieren. Für mich haben sich spannende Möglichkeiten ergeben mich selbst besser kennen zu lernen. Vieles wusste ich zwar schon, wurde mir aber im Rahmen des Seminars nochmals so richtig bewusst. Gerne hätte ich noch mehr solcher Wochenenden gehabt. Denn die Übung an sich selbst ist für mich mit die beste Vorbereitung um später mit Klienten achtsam umzugehen. Vor allem aber ist mir im Rahmen des Seminars sehr bewusst geworden, dass wirklich jeder irgendwelche Themen mit sich herumschleppt, was man von außen gar nicht erkennen kann. Die Selbsterfahrung ist somit auch ein guter Lehrer wenn es darum geht untereinander mehr Rücksicht und Milde walten zu lassen. Sehr schade fand ich, dass ich für den zweiten Teil eine tiefenpsychologisch orientierte Perspektive erwartet hatte, dies aber scheinbar nicht so mit unserer Dozentin kommuniziert wurde. Denn eben jene Perspektive hätte ich auch nochmal sehr spannend gefunden.

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Abendspaziergang durch die ersten Frühlingsgefühle

Gestern hatte ich das große Glück mit einer Kommilitonin - nach einem herausfordernden Tag im Selbsterfahrungsseminar - noch einen Spaziergang durch das abendliche Hamburg machen zu können. Man konnte bei milden Temperaturen schon ein wenig den Frühlings schmecken. Die Bilder geben hoffentlich wenigstens ansatzweise die tolle Stimmung wieder. Viel Spaß!

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Selbsterfahrung Part 3: Familie und Persönlichkeit

Vergangenes Wochenende stand wieder ganz im Zeichen der Selbsterfahrung. Diesmal sollen verschiedene Aspekte aus der tiefenpsychologischen Perspektive beleuchtet werden.

Für mich war das Wochenende vor allem aus privaten Gründen herausfordernd. Thematisch brachte das Wochenende nicht viel Neues und die Inhalte aus dem ersten verhaltenstherapeutisch orientiertem Seminar wiederholten sich zu großen Teilen.

So hatten wir doch auch im ersten Seminar eine Art Familienaufstellung gemacht. Diesmal mit dem Genogramm und der Lebenslinie jedoch zwei neue Möglichkeiten kennengelernt. Während das Genogramm mir persönlich zu oberflächlich und zu sehr an einem Stammbaum orientiert ist, der nicht-blutsverwandte wichtige Bezugspersonen außer Acht lässt fand ich besonders die Lebenslinie eine gute Möglichkeit um relativ zügig ein paar einschneidende negative sowie positive Ereignisse herauszufiltern.

In weiteren Übungen ging es um die eigene Persönlichkeitsentwicklung. Welche genetischen Bedingungen, sozialen und familiäre Umstände haben mich zu dem gemacht wer ich bin? Welche Grundüberzeugungen sind bei mir entstanden und wie würde ein kurzer Steckbrief mich möglichst prägnant beschreiben.

Der dritte Tag stand überwiegend im Zeichen der Emotionsregulation. Welche Emotionen und Gefühle habe ich in letzter Zeit in meinem beruflichen Leben und welche in meinem privaten Leben erfahren. Gab es da Unterschiede und überwogen in einem Bereich eher negative oder positive Gefühle?

Beide Übungen blieben mir persönlich zu sehr an der Oberfläche, was vielleicht auch daran lag, dass ich mich vor allem in den letzten paar Monaten selbst recht intensiv mit dem inneren Kind, Grundannahmen und Grundformen der Angst beschäftigt habe.

Viel Potential hatte eine kurze Einheit zu Umgang mit schwierigen Patienten. Warum lösen manche Patienten Unsicherheit, Hilflosigkeit oder Wut in mir aus und wie kann ich damit umgehen? Leider wurde dieses Thema nur kurz angeschnitten, bevor wir weiter in die Tiefe gehen konnten. Da hatte ich mir mehr erhofft.

Mal sehen was Termin 4 so bringt.

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Social Reboot.

Manchmal frage ich mich ob es möglich ist soziale Beziehungen neu zu starten. Und unter welchen Bedingungen das möglich ist.

Wir alle haben sicherlich schon das ein oder andere Mal die Erfahrung gemacht, dass es zu einem Bruch mit jemandem kam, den man eigentlich sehr zu schätzen gewusst hatte und sehr mochte. Aber dann ist an irgendeinem Punkt irgendwas ganz schrecklich schief gelaufen. Und manchmal weiß man hinterher gar nicht so genau was genau da eigentlich passiert ist. Nur, dass es einen Streit gab und dann ist plötzlich alles kaputt.

Streit gehört zum eben dazu und wir müssen alle unseren Umgang damit finden, dass nicht jeder unserer Meinung ist und auch nicht jeder immer alles gut finden kann was wir so tun. Aber es ist auch vollkommen klar und logisch, dass man nicht alles gut heißen kann was der andere so tut. Das heißt aber nur, dass man für sich selbst einen Umgang mit den Aspekten finden muss die man am anderen nicht ganz so gut findet. Akzeptanz ist hier eines der großen magischen Worte. Die Akzeptanz für das Anderssein meines Gegenübers. Und das ist mitunter schon schwer genug. Aber ohne Akzeptanz kann keine tragfähige Freundschaft oder Beziehung entstehen.

Akzeptanz bedeutet dabei - wie gesagt nicht - alles toll zu finden was der andere Mensch macht. Man kann (und sollte) schon spiegeln was man am Verhalten des anderen vielleicht nicht so gut oder eher schwierig finden. Aber wir müssen für uns selbst entscheiden, ob dieser Mensch trotzdem unser Freund sein soll. Und wenn ja: Akzeptiert die Eigenarten. Ihr könnte nur euch selbst ändern, die Mühe und Energie jemand anderen ändern zu Wollen, die könnt ihr sinnvoller bei euch selbst einsetzen.

Aber bei aller Akzeptanz und Wohlwollen und Zuneigung kommt es eben manchmal eben zu einem Knick. Irgendwas ist passiert. Irgendwas was dir oder deinem Gegenüber sehr weh getan hat. Oder beiden. Und vielleicht weißt du gar nicht so genau was du gesagt oder getan hast, dass der andere Mensch (den du eigentlich sehr gerne magst) nun so anders zu dir ist. Oder andersherum: Dir wurde sehr weh getan und du fühlst dich sehr verletzt. Und nun bist du diejenige die sich komisch verhält. Zumindest in den Augen deines Konfliktpartners, denn für dich mag deine Reaktion durchaus absolut nachvollziehbar und total logisch sein. Dein Gegenüber weiß aber vielleicht gar nicht womit er dir so weh getan hat. Du willst einfach nur, dass es nicht mehr weh tut. Du willst nicht wieder verletzt werden und willst dich davor schützen. Das ist absolut verständlich!

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass ihr beide nicht so genau wisst, warum die Situation nun so verkorkst ist. Dass ihr beide gerne eine Zeitmaschine hättet um Dinge anders zu lösen. Um die gesprochenen Worte, die sich wie vergiftete Nadeln unter die Haut gebohrt haben, niemals zu auszusprechen. Um einen Zustand herzustellen in dem zwischen euch alles wieder gut ist.

Die Wahrscheinlichkeit ist aber auch hoch, dass du Angst hast, dass der Bruch für immer ist. Das es nie wieder gut werden kann zwischen euch. Vielleicht weil du glaubst, dass du etwas getan oder gesagt hast, was nie wieder gut zu machen ist. Oder aber weil du das Gefühl hast, dass das was dir angetan wurde nie wieder gut zu machen ist. Oder dass du Angst hast, dass genau das Gleiche wieder passiert. Und weißt du was: Das ist verständlich! Diese Angst hat jeder. Auch der Mensch von dem du vielleicht glaubst, dass er dich nun hasst.

Doch kann es gelingen soziale Beziehungen neu zu starten? Den alten Beef hinzunehmen und zu akzeptieren als etwas das passiert ist. Als unabänderliche Vergangenheit zu akzeptieren und dem was zwischen euch, zwischen uns, so super gut war eine neue Chance zu geben? Gibt es die Chance die alten Verletzungen ruhen zu lassen und sich nochmal neu kennenzulernen?

Wie kann so ein Neustart gelingen? Was habt ihr für Ideen? Ist es euch schonmal gelungen und wenn ja wie?

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Der Vorsatz.

Es war mal wieder Jahreswechsel. Und wie das zum Jahreswechsel so ist, beschleicht uns alle immer wieder das Gefühl, dass wir irgendetwas altes abschließen und ein neues Kapitel beginnen können. Das neue Kapitel wird dabei natürlich unglaublich super und groß. Und vor allem viel besser als das davor. Und damit das auch so wird, starten viele von uns mit guten Vorsätzen ins neue Jahr. Mehr Sport und mehr Gemüse essen. Weniger süß und weniger Alkohol. Und natürlich will man sich auch nicht mehr mit 'den falschen' Leuten einlassen und endlich zu sich selbst stehen. Oder zumindest so irgendwas in der Art.

Das Problem an der Sache: Was ich das ganze Jahr nicht mache, das werde ich auch im neuen Jahr nicht machen, nur weil halt grad mal Jahreswechsel war. Und so landen die Turnschuhe ganz schnell wieder im Schrank, die Schokolade kehrt wieder zurück in den Schrank und gegen den Chef der uns zu Überstunden treibt können wir uns auch nicht plötzlich besser wehren. Mist.

Doch woran liegt das? Am Vorsatz. Denn ein Vorsatz ist - wie das Wort schon sagt - der Satz der vor dem Eigentlichen kommt. Häufig sind sie in der Formulierung mit einem wollen verknüpft: "Ich will mehr Sport machen.", "Ich will abnehmen.", "Ich will mich gesünder ernähren.". Ja, schön und gut. Ich will auch 3000 Euro netto mit einer 20-Stunden-Woche verdienen. Wird aber aller Voraussicht nach in nächster Zukunft nicht passieren. Was ich damit sagen will: Wollen kann ich vieles. Ein Wollen ist auch gut und wichtig im Leben.

Zu wissen was man will, ist übrigens oft gar nicht so einfach und zumeist schon das erste große Problem. Und wer dann endlich so weit ist zu wissen was er will, hat noch lange nicht herausgefunden wie er oder sie das erreichen kann und möchte. Der Schritt vom Wollen zum Machen ist noch nicht gegangen. Um etwas zu Wollen, muss man auch erstmal wissen wohin man will. Welches Ziel man erreichen will. Und hier beginnt häufig das Problem mit den Vorsätzen: Man formuliert zwar ein Wollen, aber macht sich selbst nicht klar wo man hin will. Kein Ziel vor Augen zu haben an dem man den eigenen Fortschritt überprüfen kann, schränkt das Durchhaltevermögen ganz immens ein. Wenn ich nicht weiß wohin mich mein Weg führen soll, wie soll ich mich dann dazu motivieren ihn auch zu gehen?

Die bessere Alternative zu den guten Vorsätzen: Macht euch eine Vorstellung von eurem Ziel. Was wollt ihr dieses Jahr erreichen? Wie könnt ihr das erreichen? Was habt ihr dafür schon getan und wo müsst ihr euch noch entwickeln? Und dann einen Plan erstellen, wie es gelingen kann. Und woran könnt ihr erkennen, dass es gelingt?

Ich habe selbst keine Vorsätze für kommendes Jahr. Das letzte halbe Jahr 2018 war für mich streckenweise unglaublich anstrengend. Ich bin für jeden dankbar, der in dieser Zeit an meiner Seite für mich da war. Ich bin dankbar für die Möglichkeiten an denen ich erkennen konnte wer meine Freunde sind und wer nicht. Ich hatte Spaß dabei an meiner Masterarbeit zu schreiben und bin ein bisschen traurig darüber, dass ich aufgrund der Umstände nicht mein volles Potential dafür ausschöpfen konnte. Was ich für 2019 geplant habe beschränkt sich somit zunächst mal auf die elementaren und naheliegenden Dinge: Ich werde meine Masterarbeit im kommenden Monat fertig stellen und mich nebenbei um einen Job bewerben. Ich werde an ein paar persönlichen Baustellen arbeiten um unabhängiger zu werden und ich werde mich vom Fitnessstudio mehr aufs Bouldern verlagern. Und wenn ich das alles hinkriege, dann hab ich schon eine ganze Menge geschafft.

Ich wünsche euch ein erfolgreiches und erfüllendes 2019!



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Bildquelle: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-01/neujahr-silvester-feuerwerk-feier-fs

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