Sex and the City

Wir mussten in diesem Semester ein kleines Forschungsprojekt machen. Das sollte für ein Seminar so nebenher laufen. Eins kann ich vorweg verraten: Es hatte den Umfang einer besseren Bachelorarbeit und vielleicht auch so mancher Masterarbeit. Nur das wir nicht so viel Text schreiben mussten.

Wir sollten eine Forschungslücke finden (Anm. der frustrierten Studierenden: die in der anderen Kohorte mussten keine finden und konnten einfach *irgendwas* rumforschen), diese mit Literatur begründen und uns eine Fragestellung basteln. Darauf aufbauend eine Stichprobenplanung (also wieviele Probanden müssen meinen Fragebogen ausfüllen, damit ich einen signifikanten Effekt finden kann, sodenn es einen gibt?) und natürlich Zusammenstellung der Fragebögen und Auswertung mit der statistischen Methode unserer Wahl (oder auch Qual. So genau weiß man das jetzt auch nicht mehr).

SiSl

In diesem Prozess sollte die Fragestellung seitens der Dozentin umgeworfen werden, neue Konstrukte gefühlt wahllos dazu gepackt werden (am Ende haben wir zwei Konstrukte mit abgefragt, die sie haben wollte, die inhaltlich überhaupt keinen Sinn ergaben und auch in die Analyse keinen Eingang gefunden haben, weil … eh… sinnlos.) Nachdem wir dann dachten: Okay, jetzt nur noch die statistische Analyse, hatten wir wiedermal nicht mit der Professorin gerechnet die meinte die statistische Methode mehrfach ändern zu müssen, weil sich ja kein Effekt gefunden hat. Ich hab mal gehört, dass wissenschaftliches Vorgehen irgendwie anders ist. Das ging dann soweit, dass ich sie vor weiteren Kontakten gebrieft habe, dass ich eine weitere Umstellung der statistischen Methode psychisch nicht aushalten würde und leider sonst einen Stress bedingten Heulkrampf erleiden müsse.

Naja. Letzten Endes haben wir den Zusammenhang von sexueller Orientierung mit psychologischen Konstrukten wie Sensation Seeking, Sexual Sensation Seeking, Soziosexualität und Mating Strategies untersucht.

Genauer gesagt ob

  1. sich die Mittelwertsausprägungen in eben diesen Konstrukten zwischen den Geschlechtern und den sexuellen Orientierungen unterscheiden.
  2. und welcher der Prädiktoren Sensation Seeking, Sexual Sensation Seeking und Mating Strategies wohl am meisten Vorhersagewert an Soziosexualität hätte und ob sich dies in Abhängigkeit der sexuellen Orientierung wohl unterscheidet.

Zur ersten Frage lässt sich sagen, dass es Geschlechterunterschiede gibt, wobei die Männern in allen Ausprägungen die Nase vorn haben (was jetzt laut Forschungsliteratur auch nicht die Wahnsinnsneuigkeit ist). Jedoch gab es keine Unterschiede der sexuellen Orientierung, die wir vermutet haben. Laut den deskriptiven Ergebnissen waren zwar Unterschiede erkennbar im Konstrukt Soziosexualität (man vögelt gern rum) mit hohen Werten für Bisexuelle Frauen und niedrigen für Bisexuelle Männer, aber dieser Unterschied ist statistisch nicht signifikant geworden.

Zur zweiten Frage: Short Term Mating Orientation (man sucht jemanden für ein kurzzeitig angelegtes Intermezzo) war für alle drei sexuellen Orientierung der stärkste Prädiktor hinsichtlich Soziosexualität. Bei den Bisexuellen aber weitaus der Stärkste, bzw. in dieser Gruppe sogar der einzig Signifikante. Was das jetzt genau heißt, konnten wir aber leider auch nicht beantworten. Wir haben mal gemutmaßt, dass sich Soziosexualität bei Homosexuellen und Heterosexuellen womöglich durch andere Konstrukte als Short Term Mating besser erklären lässt (Leicht erkennbar, dass der Madame du SPSS das natürlich zu dünn war).

Um einen Effekt der sexuellen Orientierung hinsichtlich der Mittelwertsunterschiede (also für Frage 1) zu finden, war unsere Stichprobe deutlich zu klein. Wir hatten knapp 280 Probanden und hätten 850 gebraucht und einen kleinen Effekt wie unseren hier überhaupt zu finden. Vor allem hätten wir mal wesentlich mehr Männer gebraucht. Da gab es nämlich eindeutig zu wenig. Also wenig verwunderlich wenn ein kleiner Effekt dann gar nicht erst signifikant bzw. entdeckt werden kann.

Und was sagt uns das jetzt? Alles in allem haben wir jetzt keine signifikanten Einflüsse der sexuellen Orientierung auf die Ausprägung in den Konstrukten Sensation Seeking, Sexual Sensation Seeking, Soziosexualität und Mating Strategies gefunden.

Wer jetzt noch mehr dazu sehen will, dem sei unsere >>einigermaßen schicke PowerPoint<< empfohlen. Bei all dem Frust den wir damit hatten, so sind wir auch doch ein bisschen stolz drauf.


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Anpfiff für die Lernphase.

Das Semester neigt sich dem glorreichen Höhepunkt der mit vier Prüfungen ordentlich gefeiert wird. Letzte Woche fand die letzte regelhafte Veranstaltung in der Uni statt, aber auch die drei Wochen zuvor waren die Meisten nur noch sporadisch anwesend und rechneten akribisch aus wie oft sie noch zu welchem Seminar kommen müssen um die magischen 60% der Anwesenheit zu erreichen.

Normalerweise würde ich mich wohl kaum darüber freuen, dass mir im März nun all diese Prüfungen bevorstehen und ich eigentlich viel zu wenig Zeit habe mich darauf vorzubereiten. Aber dieses Semester war anders. In vielerlei Hinsicht.

Denn selten…. eigentlich noch nie… war ein Semester derart anstrengend für mich. Nicht einmal als ichmeiste 30h/Woche arbeiten zu müssen und zwei Module (sprich Vollzeitpensum) an der FernUni machen zu müssen. Aber das hab ich mir ja auch nur einmal angetan. Und wäre die finanzielle Investition in diese Ausbildung nicht derartig hoch, hätte ich entschieden ein Semester dran zu hängen und zwei Module aufzuschieben. Aber die Sache mit dem Geld tut weh. Und sie setzt einen unter Druck. Und dann leidet neben meinem seelischen Gleichgewicht leider auch die Qualität der Ausbildung.

Klar, sagen immer alle: sie lernen hier ja nicht für die Klausuren, sondern bilden die Basis für ihr späteres Berufsleben. Und ich würde ganz gerne in diesen Tenor einstimmen. Aber die Organisation der Module und Prüfungen macht es - zumindest mir - völlig unmöglich auch nur einen Krümel mehr zu tun als das was klausurrelevant ist. Schade für die eigentlich interessanten Inhalte.

Schon zu Beginn dieses Semesters war uns eigentlich allen klar, dass es ein hartes wird. An der Zahl sieben Prüfungsleistungen sollen erbracht werden. Drei davon habe ich jetzt schon mit mehr oder weniger glorreichen Ergebnissen hinter mir. Und bin jetzt eigentlich so weit, dass ich dringend Urlaub brauche.

Aber jetzt fängt die Lernerei eigentlich erst richtig an. Das ist eigentlich kein Grund zur Freude. Aber ein wenig erleichtert bin ich dann doch schon. Immerhin muss man nicht mehr dreimal die Woche in die Uni fahren und muss mehr oder weniger überflüssige (vom prüfungsrelevanten Standpunkt aus betrachtet) Veranstaltung absitzen um auf seine Anwesenheit zu kommen. Zeit in der man wunderbar die Wohnung putzen, zum Sport gehen oder einkaufen gehen könnte. Oder einfach schlafen.

Das zweite Mastersemester an der MSH hat sehr an mir gezehrt. Und wenn ich mich an der Uni so umgesehen habe, dann auch an so manch anderem. Warum man im ersten Semester nur drei Prüfungen und das zweite dann zum Todessemester mit sieben Prüfungen macht entzieht sich meinem Verständnis. Und auch der Sinn einer Anwesenheitspflicht erschließt sich mir auch immer noch nicht. Denn wenn die Veranstaltung mich scheinbar gut auf eine Prüfung vorbereitet und mir Wissen vermittelt komme ich so und so. Und wenn sie mir keinen Mehrwert zu bringen scheint, schreib ich entweder eine Hausarbeit und der Rest ist mir in so einem Semester herzlich egal, oder die Veranstaltung ist einfach schlecht. Natürliche Selektion im Hochschulbetrieb.

Immerhin habe ich diverse Dinge über mich selbst gelernt. Zum Beispiel wo meine Grenze der Belastbarkeit liegt. Oder dass ich viel bessere Leistung bringen kann, wenn ich selbst entscheiden kann, wann ich mich mit welchen Inhalten auf welche Art beschäftige. Und dass ich in Forschungsmethoden zu viel Zeit und Energie reingesteckt habe.

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Es gibt kein MUSS im Leben.

Es gibt kein MUSS im Leben, das einzige was man MUSS ist sterben. So etwas oder so etwas ähnliches haben wir doch alle schonmal von irgendwem gehört, als wir sagten "Ich muss noch dies und jenes erledigen". Wie man darauf reagiert ist wohl unterschiedlich. Ich hab entweder etwas erwidert wie "jaja, aber ich will ja" oder ich war irgendwie eher etwas genervt über diesen wenig hilfreichen und stützenden Kommentar.

Aber stimmt das denn, das es kein Muss im Leben gibt. Das man die freie Wahl hat in dem was man tut und was man lässt? Oberflächlich betrachtet mag das stimmen. Oberflächlich betrachtet gibt es zwei Dinge auf der Welt die auf jedes atmende Tier auf dieser Welt zu trifft. Es wurde irgendwann geboren und es wird irgendwann sterben. Und nur der Mensch glaubt, dass die Zeit dazwischen von ihm selbst nach eigenen Wünschen und Vorstellungen gestaltet werden kann.

Denn sofern man in dieser Welt nicht sterben will muss man schon einige Dinge tun, abgesehen vom atmen, welches eine Entscheidung vom autonomen Nervensystem ist, aber wenn wir nicht gerade absichtlich die Luft anhalten keine autonome Entscheidung von uns selbst ist. Man muss essen und trinken und man muss sich regelmäßig mal bewegen wenn man sich keine Druckstellen liegen will.

Und was erfordert essen und trinken im Normalfall (also wenn ich nicht gerade höchst pflegebedürftig auf andere Menschen angewiesen bin)? Richtig. Irgendeine Form von Aktivität. Entweder muss ich mein Essen selbst jagen und sammeln und eine Wasserquelle mit Trinkwasser finden, oder ich geh in den Supermarkt meines Vertrauens und kauf es dort. Mit Geld. Und auch für das Geld muss ich wieder irgendwas tun. Das Essen muss meist noch irgendwie verarbeitet werden, z.T. gekocht. Dafür benötigt es eine Kochstelle. Und nachts brauche ich noch einen sicheren Schlafplatz. Sicherlich gibt es einige die versuchen von der Gesellschaft relativ autonom zu leben, aber die meisten Menschen aus meiner Umgebung bevorzugen dann doch Wohnung oder Häuser. Und auch die müssen bezahlt werden.

Irgendwo muss das Geld also herkommen. Den wenigsten unter uns wird so viel Erbschaft zugefallen sein oder haben einen Werbejingle geschrieben sodass sie das Problem gelöst haben. Also muss man arbeiten gehen wenn man Geld haben will. Natürlich kann man das auch lassen, aber das Geld das man vom Arbeitsamt bekommt ist jetzt auch nicht so reichlich und auch die wolle das man Bewerbungen schreibt und Kurse besucht, die sie einem anbieten.

Wenn ich mein Leben im Rahmen meiner Möglichkeiten nach meinen Wünschen und Vorstellungen gestalten will, dann gibt es da schon einiges an Muss. Ich muss regelmäßig einkaufen, meine Rechnungen bezahlen, arbeiten gehen und mein Studium zu Ende bringen.

Deswegen muss ich jetzt auch wirklich los und mir statistische Auswertungen angucken. Sonst wird's schwierig mit den Leistungen in der Uni die ich für die Beendigung des Studiums erbringen muss.

Vielleicht ist es also weniger eine Frage von dem was ich initial muss, sondern vielmehr von dem was ich in meinem Leben will (und was ich dafür dann tun muss).

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Einzigartig gleich.

Jeder Mensch ist einzigartig. Und doch versuchen wir - gerade auch in der psychologischen Forschung - doch immer wieder, Gemeinsamkeiten zwischen den unterschiedlichsten Menschen und Gruppen zu finden um sie dann in einer gemeinsamen Schublade zu kategorisieren. Nichts anderes versuchen wir gerade mit unserem kleinen Forschungsprojekt in der Uni zu machen.

Unsere Grundidee war, dass Bisexuelle irgendwie anders ticken als andere Menschen. Die grobe Idee wurde dann leider soweit zerfasert, dass wir sie irgendwann nicht mehr wieder erkannt haben und gefühlt wahllos irgendwelche Konstrukte aneinandergereiht hat die aus dem Mund der Professorin sprudelten. Jetzt mit etwas Abstand zu diesem miserablen Arbeitssituation kann ich die Grundidee wieder sehen. Die Idee dass sie anders ticken. Und wir wollten uns ein Konstrukt (Sensation Seeking sollte es werden) herauspicken und untersuchen ob das vielleicht ein Merkmal sein kann, das bisexuelle von homo- und heterosexuellen unterscheidet. Nicht das ursächlich angenommen werden kann, dass irgendeine Variable dafür 'verantwortlich' ist, dass jemand schwul oder bisexuell ist. Wir sind auf der Suche nach Gemeinsamkeiten einer Gruppe und unterschieden zwischen Gruppen. Was macht eine Gruppe von Menschen einzigartig und welches einzigartige Merkmal macht Menschen zu Mitgliedern einer Gruppe? Oder sind das alles nur Vorurteile, die wir mal über Bord werfen sollten?

Und je mehr ich darüber nachdenke umso mehr frage ich mich ob es Einzigartigkeit überhaupt gibt, oder ob jeder Mensch nur zusammengesetzt ist aus einem Baukasten an Merkmalen. Aber selbst dann wäre er ja mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit doch sehr einzigartig wenn man die Fülle an Merkmalen bedenkt die man in unterschiedlichen Ausprägungen kombinieren kann. Und wie sagte schon Max Wertheimer: das ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.

Trotz des Glaubens des Forschers, des Menschen an die Einzigartigkeit einen Individuums ist doch gerade der Forscher daran interessiert gruppenbildende Merkmale herauszuarbeiten. Oder auch herauszufinden, dass zwischen Gruppen gar keine Unterschiede bestehen und wir alle eigentlich doch ziemlich normal sind.

Verrückte Welt.

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Oh! Eine Umfrage

Und weil wir hier alle so gerne Fragebögen ausfüllen (und eigentlich sowieso nur deshalb Psychologie studieren…), haben wir nun auf einen hochgeladen. Ja genau. Der Fragebogen ist das Ergebnis aus dem Forschungsmethodenmodul über das man hier kürzlich (also einen Beitrag weiter unten) hat lesen können.

Ein paar Frustrations- und Hysteriemomente war es dann aber endlich so weit. Und nun ist unsere Arbeit seit Donnerstagabend online und wir suchen natürlich noch massig Teilnehmer. Weil g*Power nämlich ausgerechnet hat, dass wir wenigstens mal so 200 Probanden mobilisieren müssten, um die gewünschte/ erhoffte Effektstärke zu erhalten.

Und so darf ich auf diesem Blog nun zum ersten Mal darum bitten einen Fragebogen für mich und meine Forscherpartnerin auszufüllen.

Es geht darum ob und wie Persönlichkeitseigenschaften wie Sensation Seeking, Soziosexualität und Strategien der Partnerwahl mit der sexuellen Orientierung zusammenhängen.

Eure Antworten sind natürlich absolut anonym und dienen nur wissenschaftlichen Zwecken.

Das Ausfüllen dauert ca. 15 Minuten und euch ist unsere ewige Dankbarkeit sicher.

Hier gehts lang:
https://ww2.unipark.de/uc/Sex_and_the_city/bdd2/

Und im Rahmen der Masterarbeit folgt dann die zweite Bitte zum ausfüllen von Fragebögen. Freut euch schonmal drauf!


Herzlichen Dank im Voraus!

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Forschungsmethoden oder warum mir dieses Semester die Nerven raubt.

"Ich hoffe in Ihnen den Funken der Leidenschaft für die Forschung wecken zu können!"



So oder so ähnlich stand die Dozentin Anfang des letzten Semesters vor uns. Und ich dachte schon fast, dass dieser Satz wahr werden könnte. Denn sie hat sehr sicher ziemlich was drauf und gab sich schwer viel Mühe dieses recht unbeliebte Fach rund um Regression, Varianz und Testkonstruktion verständlich zu machen. Es war recht schnell klar, dass wir hier einem hohen Anspruch und hohen Anforderungen gegenüberstanden. Nun im zweiten Semester wünsche ich mir das - wesentlich gemütlichere - erste Semester wieder zurück.

Neben den anderen sechs Prüfungsleistungen sollen wir in Forschungsmethoden eine kleine Studie durchführen. Eigentlich gar nicht so unattraktiv. Bis man anfängt nach einer Forschungsfrage zu suchen. Die dann abgelehnt wird, weil es nicht in ausreichendem Maße einer Forschungslücke entspricht. Man sucht weiter fleißig in dem Themengebiet, dass einem interessant erschien. Gräbt sich in die Literatur und überlegt was man sonst noch untersuchen könnte. Geht zum nächsten Seminartermin, wird abgelehnt, weil zu wenig Konstrukte. Gräbt sich weiter in die Literatur in Themengebiete die schon gar nicht mehr so gut dem eingangs gewählten entsprechen. Findet neue Forschungsfragen. Geht zum Seminar. Wird abgelehnt. Bekommt Vorschläge gewisse Konstrukte mit einzubauen, die so gar nicht zum Thema passen. Sucht weiter Literatur. Wird abgelehnt. Bevor man im Rahmen des Seminars dann aber einen völligen Nervenzusammenbruch erleidet, wird das Thema beim sechsten oder siebten Termin dann doch noch angenommen. Einige konstruieren immer noch ihre Forschungsfrage. Die ersten haben ihre Fragebögen schon online. Auch wir basteln nun endlich fleissig am Online-Fragebogen. Und haben endlich wieder Zeit. Ob wir zufrieden sind mit unserer Fragestellung spielt an diesem Punkt schon gar keine Rolle mehr. Wichtig ist nur noch, dass wir weiter kommen. Und endlich wieder Zeit haben. Sooooo viel Zeit. Zeit um endlich all die andern Inhalte aus den anderen Modulen aufzuarbeiten in denen man ja noch Prüfungen hat.


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Sicherlich ist es immer sehr schwer eine Forschungslücke zu finden…. aber ob man die im Rahmen eines Seminars finden muss in dem es vor allem darum geht einmal den Forschungsprozess zu durchlaufen (mit Formulierung einer Fragestellung, Auswahl der passenden Instrumente, Erhebung, Auswertung und Präsentation der Ergebnisse), das sei mal dahin gestellt. Vor allem wenn man sieht, dass die Nachbarkohorten mit anderen Dozenten wesentlich geringere Anforderungen haben und eben einfach nur irgendeine Fragestellung untersuchen sollen, ohne eine Forschungslücke gefunden zu haben. Das Leben ist ungerecht. Und wird es vermutlich immer auch bleiben. Also finden wir uns damit ab, weil wir es nicht ändern können und machen unser Projekt einfach weiter.

Aber dafür dürfen wir uns doch eigentlich glücklich schätzen, dass wir die Gelegenheit bekommen wirklich was zu lernen. Und eigentlich sollten uns die Nachbarkohorten ja schon fast Leid tun, dass die nicht so hohe Anforderungen haben. Und vielleicht würde ich mich auch glücklich schätzen mehr lernen zu können als die Anderen. Aber vielleicht studiere ich auch ganz eventuell einen Masterstudiengang der durch die Bolognareform damals zerhackstückt und verschult worden ist. In dem für die freie Entfaltung persönlicher Wissenschaftsinteressen keine Zeit mehr bleibt. Also zumindest nicht für die normal leistungsstarken Studierenden. Weil das ganze System so stark auf Leistung und Massenabfertigung ausgerichtet ist.

Der Funken Leidenschaft für die Forschung…. wenn es ihn mal gegeben hat, der glimmt jetzt allenfalls noch vor sich hin. Schade eigentlich.

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Grüße aus Absurdistan

Ich bin mitten im zweiten Semester des Masterstudiums und in meiner Kohorte sowas wie stellvertretende Klassensprecherin. Damit bin ich Teil des StuRas und gehe mehrmals im Semester zu Sitzungen in denen unsere Mitstudenten der Kohortensprecherin und mir Wünsche, Vorschläge und Kritik mitteilen, die wir in diesen illustren Runden dann zur Sprache bringen. Die Medical School ist zum einen eine sehr junge Hochschule mit Abläufen und Strukturen die noch nicht allzu eingeschliffen und glatt gefahren sind und zum anderen eine sehr teure Hochschule. Letzteres bedeutet vor allem mal, dass die Interessen der Hochschule nicht nur die Wissensvermittlung- und Generierung ist sondern eben auch wirtschaftliche Interessen.

Da kann es schonmal vorkommen, dass als Kritik geäußert wird, dass die Kohorten zu groß sind und nicht genügend Platz in den Seminarräumen und Hörsäle ist. Und unter wirtschaftlichen Aspekten kann es da auch schonmal als Antwort von weit oben geben, dass man sich ja sehr bemühe, aber was man denn da machen solle. Dass man sich bemühe möglichst allen Bewerbern einen Studienplatz zu geben. Ob man diesen armen Bewerbern denn eine Absage geben solle oder Wartelisten führen solle. Und es sei ja nun mal kein Problem sich in die erste Reihe zu setzen. Da habe man halt keinen Tisch, aber das sei ja wohl kein Problem mal für anderthalb Stunden seine Unterlagen auf dem Schoß zu platzieren und der Vorlesung zu lauschen.

Schade ist an dieser Stelle das Vergessen darüber, dass die Studierenden dort viel Geld bezahlen für gute Lehre und gute Ausstattung. Und die allermeisten mir dort bekannten Menschen verstehen darunter tatsächlich auch einen Stuhl und einen Tisch. Weil es nämlich echt mühsam ist den Laptop auf dem Schoß zu jonglieren oder seinen Collegeblock so zu knicken, dass man darauf mitschreiben kann. Eventuell ist mein Anspruch ja übertrieben, aber ich bin mir fast sicher dass Kundenorientierung so nicht aussieht.

Weitere Absurditäten inkludierten die Auskunft, dass mehr (oder wie ich sagen würde: ausreichend viele) Steckdosen (zum Beispiel in Form von Leisten unter dem Tisch) in den Räumlichkeiten technisch nicht möglich sei. Wegen der Netzspannung. In einem gar nichtmal so alten Bürogebäude in der Hafencity. In einem Gebäude mit mehreren gut bestückten Computerarbeitsräumen….. die mit Steckdosenleisten unter den Tischen ausgestattet sind. Aber ich bin ja auch keine Technikerin und habe davon keine Ahnung. Deswegen studiere ich ja Psychologie. Und ausserdem könne ich mir beim Studierendenservice ja einen Laptop leihen. Und leider habe ich nicht gefragt ob der dann keinen Strom benötigen würde.

Aber sonst bin in Absurdistan übrigens sehr zufrieden. Bislang hatte ich auch immer einen Sitzplatz mit Tisch und meistens hat der Akku ausgereicht. Lucky me. :)

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Bunte Städte im Mittelmeer.

Der stürmische Vormittag trieb uns erst auf die Glasinsel Murano und im Anschluss bei schönstem Sonnenschein auf die Insel der Spitzendeckchen - Burano. Schöne bunte Häuser die einem an grauen Novembertagen ein warmes Urlaubsgefühl vermitteln.

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