Patientenverfügung.

Auf den ersten Blick mag es möglicherweise etwas befremdlich klingen, wenn sich unter 30-jährige mit Dingen wie Testament und Patientenverfügung auseinandersetzen. Ein paar Schritte weiter gedacht ist es gar nicht mehr so abwegig. Und in jüngster Vergangenheit bin ich an verschiedenen Ecken damit in Berührung gekommen. Und zwar nicht, weil ich soviel mit alten Menschen zu tun hätte. Ganz im Gegenteil. Wie dem auch sei.

Ich machte mir Gedanken darüber. Einen Organspendeausweis habe ich schon seit einer ganzen Weile. Den auszufüllen kostet nicht soviel Überwindung. Das wirkt nicht befremdlich auf andere. Das ist gewissermaßen Normalität, dass man sich über einen potentielle Organspende im Falle seines Ablebens Gedanken macht. Jeder weiß das Unfälle passieren und das es schnell vorbei gehen kann. Aber keiner mag wirklich länger darüber nachdenken. Weil es Angst macht. Das Lebensende macht Angst. Und es macht oft anderen Angst, wenn man sich selbst über sein Lebensende Gedanken macht. Dabei gehört es nunmal einfach dazu.

Also gut. Den Organspendeausweis habe ich nun schon eine Weile. Dachte auch immer mal drüber nach: Was will ich eigentlich für eine Behandlung wenn ich einen schweren Unfall haben sollte. Wenn man nicht weiß ob ich es überlebe, wenn man nicht weiß ob das Leben danach noch Lebensqualität hat? Hab den Gedanken dann aber immer wieder weg geschoben. Weil ich mir dafür Zeit nehmen wollte, darüber nachzudenken. Was ich will und was ich nicht will. Und habe mir die Zeit lange nicht genommen. Bis jetzt. Jetzt habe ich also mit Hilfe von Textbausteinen (--> hier verfügbar: Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz) eine Patientenverfügung zusammengebastelt. Ich bin damit noch nicht ganz fertig. Muss nochmal überlegen ob das alles so hinkommt. Ob ich klar ausgedrückt habe was ich will und was nicht. Ich werde mir das also in ein paar Tagen nochmal überdenken. Und weil ich nun gerade schon dabei war, fand ich es in dem Zuge dann auch nur konsequent mir über ein Testament Gedanken zu machen. Aber das mal nur so nebenbei erwähnt.

Worauf ich hinaus will: Der Tod gehört zum Leben dazu. Und jeder sollte sich Gedanken machen, wie viel lebenserhaltende Maßnahmen er oder sie im Zweifelsfall wünscht. Es wäre schade wenn man sich aus Angst vor dem Thema nicht damit auseinandersetzt und dann keiner weiß was man sich gewünscht hätte. Und anderen diese Entscheidungen überlassen werden. Anderen die in dem Moment vielleicht gar nicht in der Lage sind irgendwelche Dinge zu entscheiden, weil sie mit der Situation völlig überfordert sind.

blog comments powered by Disqus