Welcome to hell. G20 in Hamburg.

Das Gute an diesem G20-Gipfel in Hamburg? Ich sitze zu Hause und lerne für die anstehenden Klausuren. Und dann hören die positiven Aspekte auch schon wieder auf.

Ich hatte überlegt zu einer der Demos hinzugehen. Die Nachttanzdemo am Mittwochabend hatte ich nicht auf dem Schirm, sonst wäre das sicherlich eine Option gewesen. Letzten Endes habe ich mich dann gegen eine Teilnahme entschieden. Denn die Eskalation war so vorhersehbar wie das Amen in der Kirche. Alle Seiten rechneten mit einer Eskalation und sie kam. In der Psychologie nennen wir sowas dann auch self-fullfilling prophecies. Selbsterfüllende Prophezeiungen.

welcome-to-hell-demo-in-hamburg-eskaliert_201707062115_full(Foto: dpa)

Meines Erachtens hätte der Standort Hamburg für ein Gipfeltreffen der Großen und Mächtigen dieser Welt (oder jenen die sich dafür halten) nicht schlechter gewählt werden können. Und das gilt im Grunde für jede Metropole die man hätte auswählen können. So haben die Gipfel in der Vergangenheit oft auf irgendwelchen Bergen oder Inseln stattgefunden. An nicht ganz so leicht erreichbaren oder attraktiven Orten. Das nun also die Chance eine Protestes an einem gut erreichbaren Standort genutzt wird, hätte wohl offenkundiger nicht sein können. Das beinhaltet auch jene Krawallos des schwarzen Blockes. Auch bei denen hat sich Wut aufgestaut, die sich nun massiv entlädt. Das Motto des Demonstrationszuges wurde dementsprechend passend gewählt: "welcome to hell".

Die Polizei hat damit gerechnet. Angesichts der Wahl des eben genannten Mottos und der Ankündigung, dass es den größten Black Block der Geschichte geben würde. Sie haben angekündigt bei den kleinsten Schwierigkeiten dazwischen zu gehen. Und es kam genau so am Donnerstagabend. Nach wenigen Meter wird die Demo gestoppt. Die Polizei in Erwartungshaltung, dass der Schwarze Block randalieren würde und die Demonstranten in der Erwartung, dass die Polizei überreagieren würde. Ob nun Henne oder Ei zuerst da war, wer zuerst randaliert oder überreagiert hat ist für den Aussenstehenden kaum nachvollziehbar und vielleicht eher eine Entscheidung der Gesinnung denn der Tatsachen. Nachvollziehbar ist für mich in jedem Falle, warum die Polizei verhindern wollte, dass der Zug in die bewohnten Viertel vordringt. Und das dürfte spätestens Freitagmorgen auch jedem anderen klar geworden sein.

Sinnlose Zerstörung von Fremdeigentum. Da werden Autos von Privatpersonen angezündet, die mit all dem nichts zu tun haben. Dieser Schwarze Block ist für mich keine Protestbewegung, sondern angereist um mal richtig die Sau rauszulassen.

Man möchte den Reichen und Mächtigen gratulieren zu dieser Wahnsinnsentscheidung eine ganze Stadt lahm zu legen, die Kapazitäten von Feuerwehr, Polizei und Rettungskräften überzustrapazieren und soviel Geld für nur ein Abendessen von einem von euch auszugeben, von dem eine Kleinfamilie eine Woche lang gut essen könnte. Von den Kosten für die Sicherung eures Happenings und den verursachten Kosten für all das Personal und entstandenen Sachschäden und Personenschäden will ich gar nicht anfangen. Die Summe ist für mich ohnehin so groß, dass ich sie mir beim besten Willen nicht vorstellen kann. Das man da sauer wird sollte kein Wunder sein.

Klopft euch auf die Schulter liebe verantwortliche Politiker, ausbaden tut es das normale Volk und vor allem diejenigen die gerade an der Front kämpfen müssen und den ganzen Dreck und Chaos dieser Krawallos beseitigen müssen. Herzlichen Dank auch an den Black Block, das der ganze friedliche Protest an sich nicht ernstzunehmen ist - schon allein weil er untergeht. In diesem Sinne: Danke für nichts.

Ich hoffe ihr lernt wenigstens daraus nie wieder ein Gipfeltreffen in einer Großstadt abzuhalten. Ausser ihr wolltet das genau so. Dann gratuliere ich zur Wahl von Hamburg als Standort. Besser hättet ihr es nicht treffen können.

fucku(Foto: Rasande Tyskar)

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