Universelle Werte

Bevor meine Mutter ihre gesammelten BrandEins Exemplare weg geschmissen hat, hat sie sie netterweise an mich weiter gereicht. Im Grunde ein Wirtschaftsmagazin, jedoch gefüllt mit allerlei interessanten und gut geschriebenen Artikel zur Gesellschaft, Menschen und natürlich Wirtschaft. Jedes Heft hat ein bestimmtes Thema an dem sich die Artikel orientieren. Das aktuelle dass ich gerade lese geht um Ziele. Große Wirtschaftsziele, kleine Wirtschaftsziele und ganz individuelle Ziele. Oder vielmehr die Art und Weise der Zielsetzung.

Ein Artikel hat mich aufmerksam gemacht auf den Sozialpsychologen Shalom Schwartz, der mir irgendwo im Studium auch schon mal begegnet war. Wirklich daran erinnern konnte ich mich jedoch nicht mehr. Er hat sich zusammen mit anderen Wissenschaftlern die Frage gestellt ob es universelle Werte gibt, die allen Menschen unabhängig vom kulturellen Hintergrund gemein sind. Daraus hat sich ein Wertemodell entwickelt. Schwartz und seine Kollegen fanden dann doch einige universelle Werte die sie unter 10 Werteten gruppierten:

werte

Was nun die Werte mit den eingangs genannten Zielen zu tun haben? Wer nicht weiß, was er im Leben will, der wird sich keine Ziele setzen können. Wer nicht weiß, was er im Leben will, der weiß auch nicht welchen Werten für ihn oder sie selbst wichtig sind. Der Impuls des Artikelschreibers aus dem Magazin ist, sich 5, 10 oder 15 Werte herauszupicken die für einen selbst wichtig sind. Denn erst wer seine Werte wüsste, der kann davon ausgehend auch Ziele für sich selbst entwickeln. Soweit würde ich dem Mann völlig zustimmen. Wer sich darüber bewusst ist, welchen Werten sie in ihrem Leben folgen will, kann nun Ziele bestimmen und einen Weg entwickeln wo die Reise hingehen soll. Ich persönlich halte 15 für zu beliebig und auch 10 noch für übertrieben. Ich halte es für sinnvoll sich - ganz im Sinne der Effizienz - auf wesentliche Dinge zu konzentrieren und nur 5 Werte auszuwählen, die für einen selbst im Leben wichtig sind. Mit diesem Beitrag möchte ich jeden Lesenden dazu ermuntern sich seine 5 wichtigsten Werte rauszupicken. Vielleicht macht es ja im ein oder anderen irgendwas.

Irgendwann hatte ich auch schonmal was zu den Big Five geschrieben (klick), da ging es auch darum die fünf wichtigen Dinge für sein eigenes Leben herauszufinden. Hier knüpfen die hier genannten Werte ganz gut an. Eine wichtige Implikation aus dem Buch, das ich damals gelesen hatte war jedoch auch, dass die Big Five - ebenso wie die Werte - keine festzementierte Wahrheit sind. Werte, Ziele, Big Five… all das unterliegt dem Wandel und die Prioritäten im Leben können sich durchaus ändern. Aber sie können eine Orientierung geben, wenn man eine braucht.

Hier: http://www.migration.uni-jena.de/project4/values/index.php?val=6 könnt ihr das Wertemodell noch einmal grafisch nachvollziehen.


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