Ganz-knapp-vor-dem-Super-Gau, oder doch nicht?

Angeregt  durch einen anderen Artikel kam ich ins nachdenken und stellte fest, dass es sich bei mir ähnlich verhält.
Ich gehe davon aus, dass nahezu alle gerade mitfühlen und mitfiebern zu den Vorkommnissen in Japan. Die Erbeben + Tsunami Opfer werden viele sein. Einige werden vermutlich gar nicht  mehr gefunden, weil sie aufs Meer hinausgezogen wurden. Das ist alles ganz schrecklich.
Ich gehe davon aus, das einige der Mitarbeiter des Fukushima-Kraftwerks erkranken werden, an Krebs oder was auch immer diese Strahlung mit dem Körper anstellen mag. Vielleicht gibt es insgesamt die nächsten Jahre eine höhere Krebsrate in Japan. Vielleicht aber auch nicht.

Wie gesagt: Das ist alles ganz furchtbar und schrecklich. Einige können es schon nicht mehr hören und nicht mehrr sehen, sind in gewisser Weise verstört durch die vielen Bilder und Beiträge. Andere behaupten, das radioaktive Problem sei Hausgemacht. "Wer baut denn schon ein AKW in einem Erdbebengebiet?". Ganz Japan ist ein Erdbebengebiet. Wo sollen sie es denn hinstellen? Ich bin mir sicher dass Japan der festen Überzeugung war, dass ihre AKW solch schlimmen Erdbeben standhalten.


Aber jetzt haben wir den Salat. Viel mehr: Japan hat den Salat. Für uns ist der drohende Atom-Gau  gesundheitlich eher wenig bedenklich (auch wenn sich einige Idioten hierzulande mit Geigerzähler und Jodtabletten eindecken).


Sascha Lobo schrieb in seinem Artikel, das eine Stimme in seinem Kopf sich den Atomgau herbeisehnt. Nach dem Motto: "Wann passiert es denn endlich". Auch ich habe mich bei ähnlichen Gedanken ertappt, obwohl ich mir auf jeden Fall den gegenteiligen Fall wünsche. Ich wünsche mir, dass sie diese Reaktoren irgendwie gekühlt werden können, dass nicht noch mehr Umwelt radioaktiv verseucht wird. Es wird jetzt schon genug sein. Genau weiß es keiner. Vielleicht wissen es die Obersten der Regierung wie schlimm es wirklich aussieht. Die Bevölkerung jedenfalls weiß es nicht. Und ich auch nicht. Vielleicht ist dass der Grund warum irgendein Teil in mir auf den GAU wartet. Das wäre die Gewissheit. Keine angsteinflößende Ungewissheit. Bis jetzt ist es eher die Angst vor dem Unbekannten. Eine vage, bitter schmeckende Vermutung. Nach einem GAU wäre die Zeit des Vermutens und Spekulierens vorbei. Dann muss man mit den üblen Tatsachen umgehen und arbeiten. Vielleicht liegt es an mir, dass ich ein Mensch bin, der lieber mit rationalen Tatsachen arbeiten möchte. Um dann sagen zu können: Ich schaffe, das. Es wird auch wieder besser. Vielleicht ist dieses Denken aber auch einfach menschlich. Ich weiß es nicht. Ich kann hier nur für mich sprechen. Und mehr will ich auch gar nicht.

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