Burnout im Psychologiestudium

Für mich beginnt nun also das letzte Semester des Studiums. Beziehungsweise: Es hat schon begonnen. Und eigentlich hat es letztes Semester schon begonnen, als ich angefangen habe ein Thema für meine Abschlussarbeit zu suchen und dann einen Erstgutachter zu suchen und zu finden um auch anständig betreut zu werden. Die Hypothesen und Fragestellungen mit ihm zusammen auszuknobeln und das Thema schonmal gut abzustecken, damit ich zum Wintersemester gut vorbereitet mit dem Exposé starten konnte.

Und da steck ich nun mitten drin. Eigentlich ist das Exposé nun schon seit letzter Woche fertig, ich warte nur noch auf ein finales GO! um eben jenes dann mit einem Haufen Unterlagen, Zettel und Verträgen beim Prüfungsamt einzureichen.

Und ich muss schon sagen: Ich hab mir da schon ein Megacooles Thema zusammen geklöppelt. Nachdem ich nämlich nach dem zweiten Semester selbst (wie die überwiegende Mehrheit des Studiengangs) völlig ausgebrannt und am Ende war kam mir die Idee durch einen Online-Artikel der mir Ende Februar in WhatsApp zugeschickt wurde. Anfang des Jahres wurde nämlich der Barmer Ärztereport veröffentlicht in dem alarmierende Zahlen zum Vorschein kamen: So nahmen die Anzahl der diagnostizierten depressiven Erkrankungen bei Studierenden mit steigendem Alter zu, während sie bei den Nichtstudierenden im Alter abnehmen. Irgendwas scheint da im Rahmen des Studiums ungünstig zu verlaufen. Und nach dem was ich erlebt hatte, kamen mir da schon so einige Ideen was da problematisch sein könnte. Für mich was das Schlimmste die Überfrachtung mit Inhalten, hohen Anforderungen und vor allem die vielen Prüfungsleistungen in einem sehr kurzen Zeitraum. Und hätte ich nicht an der MSH studiert, dann hätte ich fröhlich mal mindestens zwei Module aufgeschoben und einfach ein halbes Jahr länger studiert. But money matters.

Wenn also beklagt wird, dass das Studium mit der Bologna-Reform stark verschult wurde, dann steht die Medical School ganz sicher mit an der Spitze eben jener Verschulung. Für manche mag diese starke Vorstrukturierung von Vorteil sein, für viele führt der geringe Handlungs- und Gestaltungsspielraum jedoch ganz sicher zu Überforderung. Zumindest hab ich das so bei mir und auch in meinem Umfeld so erlebt.

Das ganze gilt es jetzt in wissenschaftliche Hypothesen umzuwandeln und auch wissenschaftlich zu untermauern. Ich will herausfinden was Risiko- und was Schutzfaktoren hinsichtlich einer Burnout-Entwicklung sein können und daraus auch ableiten wie der Hochschulbetrieb optimiert werden kann, sodass beide Seiten den größten Nutzen daraus ziehen können. Denn schließlich profitieren Hochschulen ebenso wie die Studierenden davon, wenn letztere das Studium in kürzestmöglicher Zeit aber bei maximaler Gesundheit abschließen können.

Mein Exposé ist also schon in der Pipeline und mittlerweile bin ich schon dabei meine Fragebögen in den Computer zu hacken. Ich freu mich!

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