Social Reboot.

Manchmal frage ich mich ob es möglich ist soziale Beziehungen neu zu starten. Und unter welchen Bedingungen das möglich ist.

Wir alle haben sicherlich schon das ein oder andere Mal die Erfahrung gemacht, dass es zu einem Bruch mit jemandem kam, den man eigentlich sehr zu schätzen gewusst hatte und sehr mochte. Aber dann ist an irgendeinem Punkt irgendwas ganz schrecklich schief gelaufen. Und manchmal weiß man hinterher gar nicht so genau was genau da eigentlich passiert ist. Nur, dass es einen Streit gab und dann ist plötzlich alles kaputt.

Streit gehört zum eben dazu und wir müssen alle unseren Umgang damit finden, dass nicht jeder unserer Meinung ist und auch nicht jeder immer alles gut finden kann was wir so tun. Aber es ist auch vollkommen klar und logisch, dass man nicht alles gut heißen kann was der andere so tut. Das heißt aber nur, dass man für sich selbst einen Umgang mit den Aspekten finden muss die man am anderen nicht ganz so gut findet. Akzeptanz ist hier eines der großen magischen Worte. Die Akzeptanz für das Anderssein meines Gegenübers. Und das ist mitunter schon schwer genug. Aber ohne Akzeptanz kann keine tragfähige Freundschaft oder Beziehung entstehen.

Akzeptanz bedeutet dabei - wie gesagt nicht - alles toll zu finden was der andere Mensch macht. Man kann (und sollte) schon spiegeln was man am Verhalten des anderen vielleicht nicht so gut oder eher schwierig finden. Aber wir müssen für uns selbst entscheiden, ob dieser Mensch trotzdem unser Freund sein soll. Und wenn ja: Akzeptiert die Eigenarten. Ihr könnte nur euch selbst ändern, die Mühe und Energie jemand anderen ändern zu Wollen, die könnt ihr sinnvoller bei euch selbst einsetzen.

Aber bei aller Akzeptanz und Wohlwollen und Zuneigung kommt es eben manchmal eben zu einem Knick. Irgendwas ist passiert. Irgendwas was dir oder deinem Gegenüber sehr weh getan hat. Oder beiden. Und vielleicht weißt du gar nicht so genau was du gesagt oder getan hast, dass der andere Mensch (den du eigentlich sehr gerne magst) nun so anders zu dir ist. Oder andersherum: Dir wurde sehr weh getan und du fühlst dich sehr verletzt. Und nun bist du diejenige die sich komisch verhält. Zumindest in den Augen deines Konfliktpartners, denn für dich mag deine Reaktion durchaus absolut nachvollziehbar und total logisch sein. Dein Gegenüber weiß aber vielleicht gar nicht womit er dir so weh getan hat. Du willst einfach nur, dass es nicht mehr weh tut. Du willst nicht wieder verletzt werden und willst dich davor schützen. Das ist absolut verständlich!

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass ihr beide nicht so genau wisst, warum die Situation nun so verkorkst ist. Dass ihr beide gerne eine Zeitmaschine hättet um Dinge anders zu lösen. Um die gesprochenen Worte, die sich wie vergiftete Nadeln unter die Haut gebohrt haben, niemals zu auszusprechen. Um einen Zustand herzustellen in dem zwischen euch alles wieder gut ist.

Die Wahrscheinlichkeit ist aber auch hoch, dass du Angst hast, dass der Bruch für immer ist. Das es nie wieder gut werden kann zwischen euch. Vielleicht weil du glaubst, dass du etwas getan oder gesagt hast, was nie wieder gut zu machen ist. Oder aber weil du das Gefühl hast, dass das was dir angetan wurde nie wieder gut zu machen ist. Oder dass du Angst hast, dass genau das Gleiche wieder passiert. Und weißt du was: Das ist verständlich! Diese Angst hat jeder. Auch der Mensch von dem du vielleicht glaubst, dass er dich nun hasst.

Doch kann es gelingen soziale Beziehungen neu zu starten? Den alten Beef hinzunehmen und zu akzeptieren als etwas das passiert ist. Als unabänderliche Vergangenheit zu akzeptieren und dem was zwischen euch, zwischen uns, so super gut war eine neue Chance zu geben? Gibt es die Chance die alten Verletzungen ruhen zu lassen und sich nochmal neu kennenzulernen?

Wie kann so ein Neustart gelingen? Was habt ihr für Ideen? Ist es euch schonmal gelungen und wenn ja wie?

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