BDP und BGH

Just stolperte ich über einen - für mich - recht interessanten Artikel, zumal ich gerade erst gestern mit Freunden zusammensaß und wir darüber sprachen, dass man sich mit einem Bachelor-Abschluss in Psychologie noch nicht Psychologe nennen dürfe. Ich habe mich in diesem Punkt wohl getäuscht.

Der BDP (Berufsverband deutscher Psychologen) beruft sich auf ein BGH-Urteil (Bundesgerichtshof), wenn sie sagen, dass man sich nur Psychologe nennen dürfe, wenn man ein Diplom im entsprechenden Studiengang habe. Die Aussage die der BDP damals in den 80er Jahren traf, wurde (notwendigerweise) im Zuge des Bachelor-Master-Desasters ausgeweitet. Man dürfe sich nun laut Meinung des BDP nur mit einem Diplom oder Master-Abschluss als vollwertigen Psychologen bezeichnen.

Absurd wenn man bedenkt, dass der Bachelor-Abschluss angeblich ein Berufsqualifizierender Abschluss sei.

Noch viel absurder und schon fast amüsant, wirkt das Statement des BDP, wenn man dann nun weiß, dass im BGH-Urteil überhaupt gar nicht spezifiziert wurde welchen Umfang das Psychologie-Studium haben müsse und welcher Abschluss am Ende stehen müsse. Dort ist lediglich die Rede von einem akademischen Studium.

Was das nun heißt? In einem knappen halben Jahr bin ich befugt dazu mich mit meinem Abschluss im B.Sc. Psychologie auch Psychologin zu nennen. Zumindest rechtlich gesehen. Sozial akzeptiert und gern gesehen ist das in der Scientific Community aber eher mal nicht so. Ich vermute mal dass mir das dann erstmal schwer egal sein wird.

Hier der Artikel: http://www.focus.de

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