DBT nach Linehan.

Wer sich ein wenig für Psychologie+Psychiatrie interessiert wird sie vielleicht kennen. Die Dialektisch-Behaviorale Therapie nach Marsha Linehan. Eine Therapie entwickelt speziell für Menschen mit einer Borderline Persönlichkeitsstörung. Ich selbst bin eh fasziniert von psychischen Krankheiten und die Therapieansätze dazu. Ich habe also im vergangenen Monat (dank mangelnden Internetzugangs + Arbeitslosigkeit) genug Zeit dazu gehabt mir mal ein paar Dinge zu Gemüte zu führen. Unter anderem auch ein Buch zur DBT, welche auf einem sogenannten Fertigkeitstraining beruht. Ich möchte die Notizen die ich mir während des Lesen gemacht habe, niemandem vorenthalten. Also lest selbst: (das Ganze gibts auch nochmal als pdf unter "Misc")

DBT - Dialektisch Behaviorale Therapie
Stichworte

* kognitiv-behaviorale Therapie
* 1. Psychotherapie die Erfolge ausweisen konnte
dialektisch: 1. Wesen der Realitaet
2. Art des Dialoges + Beziehung i. d. Therapie
* Emotionsregulation als zentrales Problem der BPS
-> Folge von emotionaler Vulnerabilitaet + maladaptiver + inadaequater Strategien im Umgang mit Emotionen
* Emotionale Vulnerabilitaet:
1) hohe Empfindsamkeit ggueber emotionalen Stimuli
2) intensive Reaktion
3) langsame Rückkehr zu emotionalem Grundniveau

-> Faehigkeit: Steuerung von Emotionen
1) unangemessene Verhaltensweisen/Reaktionen hemmen
2) Erregung selbst verringern
3) Aufmerksamkeit waehrend intensiver Gefuehle fokussieren koennen
* parasuizidale Handlungen koennen schmerzhafte Gefuehle verringern, indem sie eine intensive Ablenkung von ihnen schafft
*Leere: Gefuehl von Betaeubung, das mit gehemmten Gefuehlen verbunden ist
*erfolgreiche Beziehungen erfordern die Faehigkeit Gefuehle auf angemessene Weise regulieren und emotional belastende Situation ertragen zu koennen

1.) Innere Achtsamkeit
* psychologische Varianten von Mediationsuebungen
* Was - Fertigkeiten:
1) Wahrnehmen: Ereignissen + Emotionen zuwenden, ohne zu versuchen ihnen auszuweichen, wenn sie schmerzhaft sind, oder sie festzuhalten, wenn sie angenehm sind
2) Beschreiben: Wie ist die Situation wirklich; Gedanken + Gefuehle nicht woertlich nehmen. D.h. nicht als Wiederspiegelung von tatsaechlichen Ereignissen zu verstehen
3) Teilnehmen: keine staendige Betrachtung der eigenen Person
-> ganz am Hier + Jetzt der Situation teilnehmen
-> Achtsamkeit ist Teilnehmen mit Aufmerksamkeit
*Wie - Fertigkeiten:
1) eine Situation beobachten; sich ggfalls einbringen; aber nicht bewerten
2) Konzentriert: Aufmerksamkeit + Bewusstheit auf die Aktivitaet des ggwaertigen Moments richten.
-> Aufmerksamkeit nicht zwischen verschiedenen Aktivitaeten aufteilen
3) Wirkungsvolles Handeln: nicht mit dem beschaeftigen was richtig oder falsch ist, sondern mit dem was i.d. Situation erforderlich ist


2.) Training der interpersonellen Wirksamkeit
* Veraenderungen, die man sich wuenscht, auch erreichen
1) Beziehungen pflegen, um sie im Gleichgewicht zu halten
2) Persoenliche Ziele + Anforderungen anderer in Gleichgewicht bringen
-> Prioritaeten setzen + Kompromisse aushandeln
-> STRUKTURIERUNG!!
3) Verhaeltnis von Wollen + Sollen ins Gleichgewicht bringen
* Wollen: Dinge, die ich tun will, weil sie Spass bringen
* Sollen: Dinge, die ich aus irgendwelchen Gruenden tuen muss
4) Selbstachtung + Kompetenz entwickeln + steigern
* Kompetenz: Erwerb durch Handlungen, durch welche ich mich
wirkungsvoll + erfolgreich fuehle
*Selbstachtung: Erwerbe ich, wenn ich fuer mich selbst einstehe, eigene Meinung + Ueberzeugung aeussere. Wenn ich tue was ich fuer richtig und gut halte
2 Arten zwischenmenschlicher Faehigkeiten:
1. Um etwas bitten, Forderungen stellen, Diskussionen anregen
2. Nein sagen, Druck stand halten, an einer Meinung/Ansicht festhalten
* Was habe ich dafuer zu tun?
A.) Orientierung auf das Ziel
* Faehigkeit fuer meine Rechte einzustehen, sodass ich auch
ernstgenommen werde
* F. andere so zu bitten, dass die der Bitte auch [gerne] nachkommen
* F. ungerechtfertigte/unerwuenschte Bitten + Forderungen zu
verweigern und daran festzuhalten
* F. interpersonelle Konflikte zu loesen
* erreichen, dass die eigene Meinung respektiert wird
B.) Orientierung auf die Beziehung
* F. sich so zu verhalten, dass Ggueber mir das geben moechte worum ich bitte, oder dass er Ablehnung positiv aufnimmt
* F. unmittelbare Ziel so zu vereinbaren, dass es fuer die Beziehung langfristig gut ist
C.) Orientierung auf die Selbstachtung
* Verhalten stimmt mit meinem moralischen Empfinden ueberein
* Verhalten gibt mir ein Gefuehl persoenlicher Kompetenz
Richtlinien :
A.) Zielorientierung - wichtige Fertigkeiten:
* beschreiben, ausdruecken, auf Wuenschen beharren, verstaerken, achtsam bleiben, Selbstsicherheit zeigen, verhandeln
B.) Beziehungsorientierung:
* freundlich sein, keine Angriffe * Drohungen, keine Werturteile, Interesse zeigen, anerkennen, Leichtigkeit
C.) Orientierung auf die Selbstachtung
* Fairness, keine Rechtfertigungen, eigene Werte, Aufrichtigkeit
+ Zielorientierung: das was ich moechte und das was andere moechten sollte im Gleichgewicht gehalten werden
+ Beziehungsorientierung: diese Fertigkeit verwenden, wenn sie wirklich notwendig sind; bei Seite legen wenn Haerte + Direktheit notwendig sind

3.) Training der Emotionsregulierung

1) Gefuehle identifizieren und erkennen
-> Beobachtung und Beschreibung:
* der ausloesenden Situation fuer das Gefuehl
* Interpretation der Situation
* phaenomenologisches Erleben + koerperliche Wahrnehmung
* Verhaltensweisen, die Gefuehl ausloesen
* Auswirkung des Gefuehls

2) Hindernisse fuer das Veraendenvon Gefuehlen identifizieren
-> Funktion von Gefuehlen:
* Beeinflussung + Kontrolle anderer
* Bestaetigung der eigenen Wahrnehmung + Interpretation von Ereignissen

3) Verwundbarkeit ggueber schmerzhaften Gefuehlen verringern
* ausgewogene Ernährung
* Schlafhygiene
* Bewegung (Kraft- +Ausdauertraining)
* keine Drogen
->Selbstdisziplin

4) Positive Ereignisse haeufiger werden lassen

5) Achtsamkeit fuer ggwaertige Gefuehle steigern
-> Gefuehle wahrnehmen, keine Beurteilung, keine Unterdrueckung

6) Techniken zur Stresstoleranz anwenden

7) ggwaertigen Gefuehlen entgegen handeln
* Konfrontation, in die Situation hinein gehen
* aktiv werden


4.) Stresstoleranz
A) Faehigkeit, Krisen auszuhalten
B) F., Leben anzunehmen, wie es gerade ist
* emotionales Leid laesst sich nur verringern, indem man es erlebt, ertraegt und annimmt

A)
1) Krisenueberlebensstrategien
a) Ablenkung
* aktiv werden
* andere unterstuetzen
* Situation mit denen anderer vergleichen
* Gefuehle durch weniger negatives ersetzen
* Gedanken an die Situation blockieren
* mit anderen Gedanken ablenken
* intensive Koerperempfindungen (Eis...)
b) sich beruhigen
c) Augenblick veraendern
* Veranderung der Selbsteinschaetzung (Ermutigung)
* Einschaetzung der Situation
* Entspannung, Beten
* Konzentration auf eine Sache
* Phantasie einsetzen
* Sinn + Bedeutung herausfinden
* Urlaub vom Erwachsensein
d) an Pro + Contra denken - Situation abwaegen
2) Atemuebungen
* tiefes Atmen
* Atem mit Fussschritten messen
* Atem zaehlen
* Atem folgen beim Musikhoeren
...
3) Uebungen zum leichten Lacheln
* leichtes Laecheln beim Erwachen am Morgen
* lL in freien Augenblicken
* lL bei Gereiztheit
* lL im Sitzen
* lL bei der Betrachtung des Menschen, den man am meisten hasst oder verachtet
B)
1) Radikales Annehmen
*verwandelt Leiden in Schmerzen
2) Entscheidung fuer einen neuen Weg
3) Innere Bereitschaft statt aeusserem Wollen
* innere Bereitschaft: annehmen, was ist; angemessen reagieren; tuen was moeglich + noetig ist
* aeusseres Wollen: Willen der Realitaet entgegen setzen; alles festhalten wollen, weigern notwendiges zu tun; Gegenteil des Handelns entsprechend dem Moeglichen
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