Ein bisschen Angst ist auch dabei.

Morgen ist es soweit. Die erste Modulprüfung für das Psychologiestudium steht an. Ich glaube ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass ich in meinem Leben noch nicht soviel gelernt habe.
Mein Vater sagte mir letzt: "Auch in der Schule hast du nicht gelernt, das was du da gelernt hast, war doch eher ein Nebenprodukt".
Und recht hat er. Mittlerweile habe ich auch schon ein paar Prüfungen hinter mir. Einige Abitursklausuren, ein paar Prüfungen für die Pflegeausbildung. Aber nie habe ich soviel gelernt. Das mit der Lernbulimie hatte ich nicht so ganz verstanden, bisher. Bisher war ich davon ausgegangen, dass es auf Zusammenhänge ankommt. man lerne für das Leben und so. Aber damit hat heutige Schulbildung doch rein gar nichts mehr zu tun. Nicht nur die Schulbildung, auch jetzt im Studium kommt es weniger auf Zusammenhänge an. Es geht im Endeffekt nur darum möglichst viel Wissen abzuspeichern und dann auf Abruf loszuwerden. Wer Glück hat kann diese Wissensfragmente dann hinterher noch verbinden und weiß somit dann auch um die Zusammenhänge. Wer Pech hat kann das nicht, und weiß hinter wenig. Ausser vielleicht, dass er es einmal wusste. Frei Sokrates: Ich weiß dass ich nichts weiß.
Zu Schulzeiten, habe ich versucht zu verstehen, ohne dabei zu verstehen dass es bei der Ganzen Sache nur ums Lernen geht. Nicht ums verstehen. 
Immerhin: vor 7 oder 8 Wochen habe ich das dann auch verstanden. Und seitdem lerne ich. Seit zwei Wochen weiß ich was für ein Lerntyp ich bin. Und morgen ist die Prüfung. Wir werden sehen was dabei herauskommt. Ob mein Wissen für 60% korrekte Antworten ausreicht. In 6-8 Wochen weiß ich Bescheid. 

Aber zumindest habe ich etwas über mich selbst gelernt. Ist doch auch mal was. Da kann ich es dann auch verschmerzen, wenn ich im Sommer nochmal für die erste Modulprüfung ran muss. Vielleicht.

Ausserdem hat auch Charlotte Haunhorst die Lernbulimie in einem
offenen Brief an ihren einstigen Lehrer thematisiert. 

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