Schwierig sind Menschen immer dann, wenn sie meinen Bedürfnissen im Wege stehen.

So begann meine zweitägige Fortbildung letzte Woche. Titel der Fortbildung: Kompetenter Umgang mit schwierigen Zeitgenossen. 
Kompetent ist immer ein gutes Wort, wenn man will dass Leute zu einer Fortbildung kommen. Denn kompetent will ja jeder irgendwie sein.

Insgesamt ging es weniger um den Umgang mit schwierigen Zeitgenossen, sondern vielmehr darum, das jeder Mensch eine eigene Persönlichkeit ist und jeder irgendwo schwierig ist. Das ist eine Erkenntnis, die einem eigentlich sowieso schon unbewusst bewusst ist. Aber manchmal ist es gut, wenn einem das nochmal gesagt wird. In diesem Falle von jemandem der Geld dafür bekommt, und es ganz nebenbei wunderbar rübergebracht hat.


Der Inhalt war auf Grund des großen Andrangs etwas beschränkt und zwar auf die Vorstellung von 9 Persönlichkeitsstrukturen in welche jeder Mensch mehr oder minder eindeutig zuordenbar ist. Allerdings mit dem Hintergedanken, die Leute aus diesen Schubladen rauszuholen. Das ist nun einfach gesagt, schließlich steckt man sie im ersten Schritt ja erstmal in eine Schublade hinein um dann in einem zweiten Schritt festzustellen, dass sich dies als gar nicht so einfach erweist.
Einfach gesagt: Jeder hat eine bestimmte Persönlichkeitsstruktur, reagiert auf Grund dessen unterschiedlich auf wasauchimmer, hat aber trotzdem Anteile der anderen Persönlichkeitsstrukturen. Ergebnis des Ganzen: Jeder Mensch ist einzigartig.

Ich persönlich habe es laut Eneagramm in die Schublade des Optimisten geschafft um festzustellen, dass ich trotzdem noch skeptisch bin und gerne mal einfach nur beobachte. 


Ich finde diese ganze Eneagramm-Geschichte furchtbar interessant, aber leider ist im Internet wenig ausführliches zu finden und ich müsste dafür ein Buch kaufen. Ich hätte mir natürlich gleich das Buch des Dozenten kaufen können, mit dem wir auch während der zwei Tage arbeiten durften (und was ich nebenbei bemerkt ziemlich gut gemacht fand) aber da kam die unentschlossenheit des Optimisten zusammen mit der Sicht des Skeptikers: Vielleicht gibt es noch was besseres, vielleicht bekomme ich die ganzen Informationen auch kostenlos aus dem Internet. Aber leider ist dem nicht so, da offensichtlich die Enneagramm-Mafia einen Haufen Geld verdienen will. Und zwar meins. Aber vielleicht lässt sich da mit meinem Stationsleiter verhandeln, wenn ich ihm erkläre, dass diese Thema essentiell wichtig und interessant ist in der Psychiatriearbeit. Und das meine ich ernst (vielleicht nicht essentiell, aber immernoch interessant und wichtig).


Immerhin finden sich hier grundlegende Informationen dazu: 
http://www.eclecticenergies.com/deutsch/enneagramm/einfuehrung.php

Was man weiß wenn man das Enneagramm nun in und auswendig kennt? Es ermöglicht einem eine andere, verständnisvoller Sicht auf persönliche Eigenschaften und Reaktionen. Es ermöglicht einen anderen Zugang, sein eigenes Vorgehen eventuell zu ändern, vielleicht auch komplett gegen sein Verhaltensmuster zu arbeiten um mit dem Gegenüber weiterzukommen, weil es nun seinem Muster entspricht.

Nebenbei bemerkt sei, dass ich wohl weiß, dass es auch andere Persönlichkeitsmodelle gibt, mit denen das auch möglich ist, aber die waren nicht Inhalt der Fortbildung und demzufolge fehlt mir hier der direkte Zugang. So ist das.


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