Essen. Immer wieder Essen.

Mittlerweile hab ich mir schon einiges an Infos zu (angeblich) gesunder Ernährung zu Gemüte geführt. Ich habe diverse Bücher gelesen, in den unterschiedlichsten Blogs gestöbert, unzählige Artikel gelesen und einige Reportagen im Fernsehen gesehen. Letztere vor allem wegen ihres Unterhaltungswertes und weniger wegen ihres Informationsgehaltes. Der scheint nämlich im Medium Fernsehen erschreckend gering. Aber das ist jetzt vermutlich auch keine Neuigkeit.

Ich behaupte nicht, dass ich ein Ernährungsexperte sei. Aber ich glaube schon dass ich mir mittlerweile ein ganz gutes Bild gemacht habe und so ganz grundsätzlich weiß, was meinem Körper gut tut und was im Grunde nur Müll in einer hübschen Hülle ist.

Bei all den Infos die ich so gesammelt habe, ist eine davon herausragend. Denn sie betrifft ganz allein mich selbst: Ich wäre eine wirklich miserable Machtsüchtige. Ich würde noch nicht mal eine 'Diät' (nicht in der ursprünglichen Wortbedeutung, sondern in der heutzutage alltäglichen Bedeutung) durchhalten. Alles was nur annähernd mit restriktivem Essverhalten zu hat, ich kriegs nicht hin. Ich hab mal eine Weile versucht meine Kohlehydratzufuhr zur verringern. Auf Kartoffeln und Nudeln und Reis und Brot zu verzichten. Dabei gibt es diverse Barrieren: Ich steh unwahrscheinlich auf Nudeln und Kartoffeln. Am ehesten kann ich auf Brot verzichten. Aber es geht einfach schnell. Und komplett verzichten will ich auch nicht. Eigentlich will ich überhaupt gar nicht verzichten. Weil Schokolade und Gummitiere sind auch ziemlich Porno.

Das gute ist: Ich mag Gemüse. Ich mag Obst. Ich mag Eier. Ich mag Fleisch. Und Käse. Ich esse einfach gern. Das macht die ganze Ernährungsgeschichte wiederum eigentlich ziemlich einfach.

Zurück nochmal zu all den kleinen Informationsquellen die ich im Laufe der letzten Jahre konsultiert habe: Die meisten dieser Quellen konzentrieren sich auf einige wenige Aspekte. Die einen versprechen Gewichtsreduktion und Gesundheit durch den ausschließlichen Konsum diverser frisch gepresster Gemüsesäfte. Die nächsten versuchen sich an einer Paleo-Diät und konsumieren somit nur unverarbeitete frische Lebensmitteln (überwiegend, Gemüse, Beeren, Fleisch, Obst, kaum Getreide), wieder andere ernähren sich vegetarisch oder gar vegan und nochmal andere zählen lediglich Kalorien oder Fettaugen. Sie alle haben einen gemeinsamen Nenner: Man verbietet sich irgendwas. Und jede einzelne bietet ein plausibles Erklärungsmodell.

Am Ende weiß man nicht mehr was man glauben soll. Dabei ist es recht einfach: Man sollte lernen auf seinen Körper zu hören. Wie reagiert mein Körper wenn ich ihm Fleisch zuführe, wie reagiert er bei Brot, wie bei Milchprodukten... und so weiter. Menschen und deren Körper sind unterschiedlich. Was für mich funktioniert, funktioniert nicht zwingend auch für jemand anderen. Wer abnehmen will für den gilt ganz grundsätzlich: Kalorienzufuhr kleiner halten als Kalorieneinfuhr. Das kann man über Ernährung und/ oder durch vermehrte Bewegung erreichen. Das Fast-Food ungesund ist wissen wir alle mindestens so gut, wie Raucher wissen, dass rauchen gesundheitsschädigend ist. Wir wissen das Gemüse und Obst gesund ist. Wir wissen dass wir Eiweiß (in welcher Form auch immer) brauchen um Muskeln aufzubauen. Wir wissen auch, dass Kuchen "sinnloses" Essen ist. Hübsch verpackter und schmackhafter Müll. Aber dennoch Müll. Wobei: Auch Müll ist nützlich.... Denn immerhin schmeckt Kuchen ziemlich geil.

Wie also funktioniert 'richtige' Ernährung? Im Endeffekt muss es jeder für sich selbst rausfinden. Jeder muss selbst wissen, welche Ansprüche er an sein Essen stellt. Welche Ansprüche an den Körper und welche an die Geschmacksnerven. Für mich gilt: Alles ist erlaubt. Ich kann mir eh nichts verbieten. Ich steh auf Kuchen, ich esse unwahrscheinlich gern Obst, ich mag leckeres Gemüse. Ich will langfristig weder auf Nudeln, noch auf Kartoffeln verzichten und auf Fleisch schon dreimal nicht. Auf das richtige Maß kommt es an. Und Bewegung. Ohne Bewegung wäre ich sicherlich ein rollendes Fass.

Und für die Zukunft gilt: Ich werde weiterhin die diversen Medien als Informationsquelle nutzen. Nicht zuletzt wegen des unermesslichen Unterhaltungswertes, welchen so eine Doku - mit abspeckenden Menschen, in der Einöde unabhängig lebenden Waldkauzen und von Trinkwasser-Besessenen Gurus - hat.

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