Motivation, Volition was weiß ich schon?

Motivation, Volition, Intention, Appetenz und Bedürfnisse sind psychologische Konstrukte die - je nach dem wie schlau man im Gespräch wirken will - auch in der allgemeinen Bevölkerung gegenwärtig sind. In Selbstoptimierungsblogs, Lebensratgebern, Fitnessblogs und sonst welchen Beiträgen die sich mit Zielerreichung beschäftigen finden sich diese Konstrukte. Das psychologische Konstrukt ist jeweils das, was der Begriff versucht auszudrücken.

Manche Leute sind erstaunt wie ich meinen Job, das Studium, den Sport und mein Privatleben unter einen Hut bringe und dabei noch Zeit habe mich zu langweilen. So richtig genau kann ich das aus dem Stegreif selten beantworten. Ich mache das jetzt schon seit einigen Jahren und es funktioniert. In der Schulzeit war das allerdings nicht absehbar. Da war ich eher so ein Underachiever. Aus Desinteresse und Langeweile. Weil ich nicht wusste was ich mit Kurvendiskussion anfangen sollte. Weil ich andere (private) Dinge wichtiger fand. Weil mir niemand den Sinn und Zweck erklären konnte. Ich wusste nur, dass es sinnvoll ist sein Abitur zu machen, weil einem dann viele Möglichkeiten offen stehen. Auch in der Ausbildung habe ich noch bei weitem nicht das Engagement gezeigt, dass ich angefangen hatte an den Tag zu legen, sobald ich mit dem Fernstudium angefangen hatte. Und zu dem Zeitpunkt habe ich eben schon in meinem Ausbildungsberuf gearbeitet. Es hat sich so ergeben neben dem Job zu studieren. Es war bequem für mich. Ich war finanziell unabhängig und das Studium und das lernen war wie eine Art Hobby.

Grund dafür sind diverse Bedürfnisse (wie Selbstverwirklichung oder Wissbegierde) aus denen sich eine Motivation entwickelt. Die Motivation wirkt aktivierend im Hinblick auf eine Zielerreichung (Psychologin sein). Durch Intentionen richte ich mein Handeln auf dieses Ziel aus und die Polition unterstützt als Prozess der Willensbildung eben diese Zielerreichung. Zu wissen welches Ziel man erreichen will.

Also im Grunde ist es ganz einfach wie ich das mache: Ich habe verschiedene Ziele die mir nicht aufoktroyiert wurden, sondern die ich selbst - intrinsisch - aufgestellt habe. Die Motivation kommt von mir selbst und ich weiß wofür ich es tue. Es war meine Entscheidung. Es ist meine Entscheidung, dass ich bestimmte sportliche Ziele erreichen will. Also nehme ich mir die Zeit für den Sport. Es ist meine Entscheidung, dass ich Psychologin werden möchte. Also lerne ich. Es ist nicht ganz meine Entscheidung, dass ich für ein finanzielles Einkommen arbeiten muss, aber ich tue es, weil ich soweit wie möglich unabhängig sein möchte. Also arbeite ich gerade so viel wie ich mit den anderen Lebensbereichen vereinbaren kann.

Man sagt auch, dass dort wo ein Wille, auch ein Weg sei. Und dabei geht es nicht darum mit dem Kopf durch die Wand zu wollen und seinen Willen wie ein kleines trotziges Kind durchzusetzen. Dabei geht es darum, dass man sich im Leben Ziele setzt und diese auch erreichen kann wenn man den entsprechenden Einsatz dafür zeigt und bereit ist zu arbeiten. Natürlich funktioniert das nur bei realistischen und erreichbaren Zielen. Aber man darf sich schon auch selbst ein wenig fordern. Und dann sind wir am Ende doch wieder bei der Selbstoptimierung, bei der Idee eine bessere Version von sich selbst zu werden. Sich zu fragen: Was kann ich gut, was will ich besser können und wie kann ich das erreichen. Und warum überhaupt? Wenn dir für das warum keine gute Antwort einfällt, dann ist es vielleicht nicht das richtige Ziel.

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