Bye Bye, FernUni

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Zum runden Abschluss meiner sechs Jahre an der FernUniversität in Hagen bin ich gestern zur Alumnifeier in Karlsruhe gegangen. Geehrt wurden die Absolventen der vergangenen vier Semester. An der FernUni finden die Vorlesungen bei sich zu Hause am Computer statt, die Studieninhalte muss man sich aus Studienbriefen und Pflichtliteratur selbst erarbeiten und die allermeisten Kommilitonen kennt man nur vom Profilbildchen aus dem Studierendenforum. Eine Hand voll lernt man wirklich physisch kennen, in Lerngruppen oder auf den Präsenzveranstaltungen. Um so schöner war für mich die Alumnifeier. Hier bekam die FernUni zum Abschluss nochmal ein Gesicht. Absolventen jeder Altersklassen aus allen vier Fakultäten, die Psychologen bildeten die größte Absolventengruppe. Insgesamt gab es ca. 80 Ehrungen.

Was ich von der FernUniversität - ausser dem Jahrbuch und dem Kuli - mitnehme? Die Gewissheit, dass ich viel Disziplin und Durchhaltevermögen aufbringen kann. Viele verschiedene Lerntechniken und effektives Zeitmanagement. Vor allem aber auch das Wissen darum wieviel ich mir selbst zumuten kann, welches Lernpensum realistisch ist und welche erstaunliche Menge an Lernstoff man auch neben dem Beruf bewältigen kann. Aber auch die Fähigkeit angesichts eines hohen Arbeitsaufkommens erstmal entspannt zu bleiben, weil ich gelernt habe, das Panik ohnehin keinen Sinn macht und man nur ans Ziel kommt, wenn man eine Sache nach der anderen angeht. Alles zu seiner Zeit.

Am Montag geht es für mich im Präsenzstudium weiter. An der SRH Hochschule in Heidelberg. Ich werde im Master of Science in Rechtspsychologie starten. Ich habe hier meinen Stundenplan bis Dezember erhalten und bin als Fernstudentin mit flexiblen Lernzeiten erstmal erschlagen davon wie voll gepackt dieser ist. Ob ich wirklich alle Veranstaltungen gewissenhaft besuchen werde wird sich noch herausstellen und liegt vor allem mal an der Qualität der Veranstaltungen. Denn durch die Fernuniversität habe ich hohe Ansprüche an Veranstaltungen zu denen ich Präsenz zeige. Wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden und ich zum Schluss komme, dass ich mir den Stoff in kürzerer Zeit intensiver (Stichwort: Effektivität!) selbst zu erarbeiten, dann werde ich auch genau das tun. Denn als Fernstudentin weiß man eines ganz genau: Man ist auf die Dozierenden nur bedingt angewiesen.

Warum ich nicht an der FernUniversität weiter studiere? Vor allem mal, weil der Schwerpunkt der im Masterstudiengang angeboten wird, nicht meinen Interessen entspricht. Aber auch, weil mich auch gerne noch "echtes" studentisches Leben mitnehmen möchte. Ich möchte wissen wie es sich anfühlt. Nach sechs Jahren Selbststudium ist mein Kontingent an Selbstmotivation etwas erschöpft und ich erhoffe mir vom Präsenzstudium, dass die Motivation durch physisch anwesende Professoren und vor allem Kommilitonen mich noch ein Stück weiterbringt. Wie ein Booster sozusagen.

Und die FernUni ist ja immer noch in Reichweite. Vielleicht kehr ich eines Tages nochmal zurück und mach noch einen weiteren Abschluss nebenher….

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