2 Finger.



Kurz vor meinem ersten neunundzwanzigsten Geburtstag passt das eigentlich ganz gut. Nur gehöre ich zu denen mit Job. Gehöre zur joggenden Meute die versucht weniger ungesund zu essen (um mal doppelte Verneinungen zu benutzen, weil ich es einfach super finde).

Aber so siehts aus. Früher hing man so rum. War bei jenem Kumpel und dann auch bei dem anderen. War überall, aber besser mal nicht zu hause. Im Prinzip ließ sich jeden Abend irgendwas finden, was man hätte machen können. Und das obwohl zum Teil 20-30km zwischen uns lagen. Aber dann ist man halt mal in den öffentlichen Personennahverkehr gestiegen und 45minuten durch die Landschaft geeiert. Heute haben wir Autos. Alles was länger als eine halbe Stunde dauert um dort anzukommen bedeutet Aufwand. Aber dafür müsste erstmal jemand spontan Zeit haben. Alle haben einen Job. Ich auch. Schichtdienst. Herzlichen Glückwunsch. Wir arbeiten alle. Entweder klappen die Verabredungen ganz spontan innerhalb weniger Stunden, oder aber wir brauchen mindestens 2 Wochen Vorlauf um sagen zu können: Eh ja da hätte ich Zeit, zwischen meinem Job, dem Studium und meinem Sportprogramm. Aber dafür haben wir heute einen Job, bauen uns eine Zukunft auf die wir uns früher nicht erträumt haben, weil wir zwar über Pläne gesprochen haben, aber eigentlich nur von einem Moment zum nächsten gelebt haben.

Es ist also gar nicht so schlimm, dass keiner mehr Zeit hat. Das heißt, dass jeder irgendwie beschäftigt ist. Beschäftigt damit sein Leben zu verwirklichen. Und wenn man dann mal einen "Termin" gefunden hat, dann wird diese Zeit wirklich intensiv genutzt. Ich finds gut so. Aber bisschen weniger Arbeit würde auch tun. Echt jetzt.

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