Es gibt kein MUSS im Leben.

Es gibt kein MUSS im Leben, das einzige was man MUSS ist sterben. So etwas oder so etwas ähnliches haben wir doch alle schonmal von irgendwem gehört, als wir sagten "Ich muss noch dies und jenes erledigen". Wie man darauf reagiert ist wohl unterschiedlich. Ich hab entweder etwas erwidert wie "jaja, aber ich will ja" oder ich war irgendwie eher etwas genervt über diesen wenig hilfreichen und stützenden Kommentar.

Aber stimmt das denn, das es kein Muss im Leben gibt. Das man die freie Wahl hat in dem was man tut und was man lässt? Oberflächlich betrachtet mag das stimmen. Oberflächlich betrachtet gibt es zwei Dinge auf der Welt die auf jedes atmende Tier auf dieser Welt zu trifft. Es wurde irgendwann geboren und es wird irgendwann sterben. Und nur der Mensch glaubt, dass die Zeit dazwischen von ihm selbst nach eigenen Wünschen und Vorstellungen gestaltet werden kann.

Denn sofern man in dieser Welt nicht sterben will muss man schon einige Dinge tun, abgesehen vom atmen, welches eine Entscheidung vom autonomen Nervensystem ist, aber wenn wir nicht gerade absichtlich die Luft anhalten keine autonome Entscheidung von uns selbst ist. Man muss essen und trinken und man muss sich regelmäßig mal bewegen wenn man sich keine Druckstellen liegen will.

Und was erfordert essen und trinken im Normalfall (also wenn ich nicht gerade höchst pflegebedürftig auf andere Menschen angewiesen bin)? Richtig. Irgendeine Form von Aktivität. Entweder muss ich mein Essen selbst jagen und sammeln und eine Wasserquelle mit Trinkwasser finden, oder ich geh in den Supermarkt meines Vertrauens und kauf es dort. Mit Geld. Und auch für das Geld muss ich wieder irgendwas tun. Das Essen muss meist noch irgendwie verarbeitet werden, z.T. gekocht. Dafür benötigt es eine Kochstelle. Und nachts brauche ich noch einen sicheren Schlafplatz. Sicherlich gibt es einige die versuchen von der Gesellschaft relativ autonom zu leben, aber die meisten Menschen aus meiner Umgebung bevorzugen dann doch Wohnung oder Häuser. Und auch die müssen bezahlt werden.

Irgendwo muss das Geld also herkommen. Den wenigsten unter uns wird so viel Erbschaft zugefallen sein oder haben einen Werbejingle geschrieben sodass sie das Problem gelöst haben. Also muss man arbeiten gehen wenn man Geld haben will. Natürlich kann man das auch lassen, aber das Geld das man vom Arbeitsamt bekommt ist jetzt auch nicht so reichlich und auch die wolle das man Bewerbungen schreibt und Kurse besucht, die sie einem anbieten.

Wenn ich mein Leben im Rahmen meiner Möglichkeiten nach meinen Wünschen und Vorstellungen gestalten will, dann gibt es da schon einiges an Muss. Ich muss regelmäßig einkaufen, meine Rechnungen bezahlen, arbeiten gehen und mein Studium zu Ende bringen.

Deswegen muss ich jetzt auch wirklich los und mir statistische Auswertungen angucken. Sonst wird's schwierig mit den Leistungen in der Uni die ich für die Beendigung des Studiums erbringen muss.

Vielleicht ist es also weniger eine Frage von dem was ich initial muss, sondern vielmehr von dem was ich in meinem Leben will (und was ich dafür dann tun muss).

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