Kunde des Ausdrucks

Mir ist ein Buch in die Hände gefallen, was mir vor ein paar Jahren einmal geschenkt worden ist: "illustrierte Geschichte der Psycholgie". Im Zuge meiner Blogverwicklung und dem Umstand des manchmal etwas eintönigen Wochenenddienstes, kam ich auf die Idee dieses Buch zu lesen und über Interessante Kapitel eine Art Zusammenfassung für das Blog zu schreiben.
Im ersten Teil geht es also um Ausdruckskunde.
Diese ist durch zwei Begriffe geprägt.
Die Physiognomik, will vom Ausdruck des Gesichtes und anderer Körperformen auf den Charakter schließen. Diese psychologisch-diagnostische Deutung ist im Grunde schon immer Teil der ärtzlichen und therapeutischen Arbeit, auch heute noch. Sie beruht aber zum größten Teil auf persönlicher Intuition und Lebenserfahrung. J.C. Lavater (1741-1801) machte die Physiognomie zwischen Aufklärung und Empfindsamkeit zu einem viel diskutierten Thema. Er erkannte, dass die Physiognomie als Wissenschaft durchgehen könnte, aber trotzdem vieles dem Gefühl überlassen werden müsse
Die Phrenologie versucht den Charakter und das Gemüt aus der Schädelform zu erkennen und wurde von F.J. Gall (1758-1828) begründet. Sie beruht auf der Theorie, dass psychische Funktionen in einzelnen Teilen des Großhirns lokalisiert werden kann und beim Wachstum den Schädel formt.
Aristoteles war einer der ersten, der im 4 Jhd. vor Chr. in seinem Werk "Physiognomika" methodisch-kritische Überlegungen äußert und empfiehlt von einzelnen äußeren Merkmalen auszugehen um sie dann einem Charakter zuzuordnen.
Im Mittelalter bemühte man sich um die Erweiterungen der gesetzmäßigen Beziehungen zwischen Körper und Geist druch mystische und astrologische Hypothesen.
Seit dem 18. Jh wuchs das Bedürfnis den Zusammenhang zwischen Körper und Seele durch nachprüfbare Erfahrungen zu begründen. So bezog sich J.J. Engel (1741-1802) in "Ideen zu einer Mimik" auf die Handlungen eines Schauspieler um darin Unterschiede zwischen Ausdruck und Darstellungen aufzuweisen.

Piderit (1826-1912) gründete seine Idee der Physiognomie auf die Gesichtsmuskeln, welche durch die mimischen Bewegungen und durch Wiederholungen zu psychiognomisch (deutbaren) Zügen werden. Ausserdem is er mir durch folgende Aussage gradde sehr sympathisch geworden:
"Durch die Brille populärer Vorurteile sahen die Künstler, was sie glaubten, und sie gaben und geben den Portraits berühmter Männer so gewiß die hohe gewölbte Stirn, wie man früher den Heiligen ihren Heiligenschein gab." so mal sehen was für'n Keks es als nächstes gibt :D
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