Master Desaster (2)

.247064_737756849679169_6935560039235177950_n

Während ich immer ungeduldiger auf die Note meiner Bachelorarbeit warte, bereite ich schonmal meine Bewerbung für einen Musterstudiengang vor. Ich bin da natürlich nun etwas wählerisch und möchte ganz unbedingt einen Master mit Schwerpunkt in klinischer Psychologie. Meine Durchschnittsnote ist objektiv gesehen eigentlich ziemlich gut, aus Sicht des NC…. Naja. Geht so. Ausreichend für die offiziellen NC. Ich befürchte aber, dass es bezüglich des 'realen' NC kritisch wird.


Jedenfalls. Ich beschäftige mich also mit den Voraussetzungen. Zunächst mit einer einfachen Frage: Welche Unis kommen auf Grund der Schwerpunkte in Frage? Man vertieft sich hinsichtlich Bewerbungsfristen, NC und ECTS Voraussetzungen. Und dann wühlt man sich durch gefühlt unzählige Prüfungsordnungen.

Und dann kommt man recht zügig an folgenden Punkt:

Liebe Unis, habt ihr eigentlich alle den Knall noch nicht gehört? Ich hoffe ihr fühlt euch alle ganz super dabei, Voraussetzungen zu schaffen, die ausschließlich von den eigenen Bachelorabsolventen zu erreichen sind, Verfahren zu entwickeln die sich bei der üppigen Anzahl an Universitäten scheinbar vollständig voneinander unterscheiden. Das fängt ja schon bei Formelkriterien an: Die einen wollen alles amtlich beglaubigt, die nächsten bitte nur eingescannte Online Formale und die dritten nehmen einfache Kopien. Weiter gehts mir Auswahltests, die mal verpflichtend und mal freiwillig sind. Hochkomplizierte Punktesysteme wo man in ziemlich undurchschaubarer Weise auf Grund seiner Bewerbungsunterlagen (wenn man es dann schafft die richtige Anzahl an Unterlagen an die richtige Uni zu schicken) irgendwie bewertet und eingestuft wird. Aber richtig abgefahren wird es - wie ich finde - bei den ECTS die zum Teil vorausgesetzt werden. Okay. Das man für einen Schwerpunkt in klinischer Psychologie Creditpoints in klinischer Psychologie nachweisen muss, kann ich jetzt unfair finden, aber es ist auch irgendwie noch nachvollziehbar. (Oder auch nicht, wenn man das aus der Perspektive einer Person betrachtet die seit 6 Jahren in der Psychiatrie arbeitet und damit sicherlich mehr Ahnung von klinischer Psychologie hat, als jeder Bachelorabsolvent… Aber gut.) Wirklich witzig wird es aber bei Statistik & Methodenlehre. Angefangen von 8 Punkten die man vorweisen können soll, lässt sich das beliebig steigern über 12, 15, 24 bis hin zu 40 Leistungspunkten. 40?! WTF?! Was macht ihr Freiburger mit euren armen Bachelorstudenten? Lernen die auch was anderes ausser Varianzanalysen & Testkonstruktion?

Ich seh mich in gar nicht allzuferner Zukunft eigentlich schon an einer dieser elitären Unis, die mir knapp 700€ im Monat abknöpfen. Meine Fresse.

Bildungssystem Deutschland: Fail.

blog comments powered by Disqus