JetLag

Verstörendes Szenario: Man sitzt entspannt in seinem Sessel und guckt aus dem Fenster. Draussen ist die wunderschöne weite Landschaft des Yukon zu sehen. Es ist Abend und wegen der Mitternachtssonne schließen wir nach dem Abendessen die Rollos. Ich schlafe unruhig und entscheide mich irgendwann dann doch für einen Film. Vor dem Frühstück machen wir die Rollos wieder hoch. Das schönste Sonnenlicht blendet uns. Zu sehen sind aber trotzdem nur Wolken. Wenig später tauchen wir in die Wolken ein und plötzlich ist da gar nicht mehr das weitere dicht bewaldete Land Kanadas. Ich sehe Felder, Häuser, Schwimmbäder. Hochhäuser. Frankfurt. Parken ganz hinten am anderen Ende. Die Fahrt mit dem Bus über das Rollfeld dauert fast länger als das durchqueren von Whitehorse gedauert hätte. Whitehorse. Hauptstadt des Yukon.

Ich habe wenig geschlafen auf dem Rückflug. All die Menschen, die wahnsinnig vielen Blechkarossen auf der Autobahn, das Stop-and-Go durch Heidelbergs Stadtverkehr. Die hässlichen Reihenhäuser in Eppelheim. Die Rückkehr in meine Wohnung. Große Häuser und Wohnungen und doch so wenig Platz. Das wir hier nicht ersticken grenzt schon an ein Wunder. Mein dringend nötiger Nachtschlaf wurde unterbrochen von einem Hubschrauber, diversen Feuerwehrautos und schlussendlich von krakeelenden Vögeln die mir alle ganz aufgeregt mitteilen, dass die Sonne aufgeht. Alles noch ganz unwirklich.

Kanada. An dieses Land hab ich mein Herz verloren.

Ich geh mich mal sortieren und in den kommenden Wochen werden Fotosund Berichte folgen.


Condor

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