Inland Empire.

Es ward Samstagabend 21:30 als Sarah+Alex+MeineWenigkeit ins Kino gingen. In das kleine schnucklige Programmkino, die Gloriette in Heidelberg. klein und schnucklig weil ungefähr 70 Sitzplätze, wenn überhaupt. Wir haben die Karten gekauft. An der Kasse. Wo auch sonst?! Die Kassiererin war dann doch recht nett und schaute uns unsicher an: "Ihr wisst schon dass der Film drei Stunden geht!?". Die andern beiden wussten es. Ich nicht. Dann hätte ich mir diese abendliche Aktivität vermutlich noch einmal reichlich überlegt, nachdem ich die vorige Nacht 2h Schlaf abbekam und den Samstag mit *hartem* Parkourtraining zu brachte.
Viel interessanter sollte sich die Frage erweisen wie ich nach Hause kommen sollte, wenn der Film bis kurz vor eins läuft und meine letzte Bahn um kurz vor 12 fährt. Aber das nur nebensächlich. Ich bin jedenfalls stolz auf mich nur einmal kurz eingenickt zu sein. Aber mehr war nich drin, weil der Film ist so sehr verwirrend. Man passt die Ganze Zeit auf und ärgert sich dann doch wieder dass man nicht einmal den Funken eines Zusammenhangs erkennen kann. Er ist psychisch sehr aufwühlend, obwohl man nich so recht die Ahnung hat worum es geht. Aber genau das spannt einen nervlich ziemlich ein.
Ich behaupte ja, dass der Inhalt des Films ein Filmdreh selbst ist, dessen Szenen entweder so gezeigt werden wie sie abgedreht wurden, oder sie werden so gezeigt wie sie gerade aus dem Mixer kamen. Wobei es einen Erzählstrang gibt der mehr oder minder einen roten Faden zu erkennen gibt. Oder zumindest einen Faden der nur dann existiert wenn man gerade im Alkoholdelir liegt. zu bedenken sei noch, dass der Film im Film auch nicht wirklich eine sinnvolle Handlung entbehrt.
Eines lässt sich erkennen: Es gibt ein Haufen Anspielungen an vorangegangene Filme, die ich nicht kenne. Es kommen tanzende Prostituierte drin vor, die allesamt nen Dachschaden haben. Die Hauptdarstellerin befindet sich am Ende in einer Art sozial akzeptierter Schizophrenie und die Männer sind irgendwie alle Unsympathen die nicht wirklich wegkommen.

Das war Inland Empire von David Lynch. Drei Stunden purer Wahnsinn. Aber das Geld hat sich trotzdem gelohnt und Sarah sagt ich muss Mulholland Drive sehen. Denn Inland Empire sei die inoffizielle Fortsetzung. Aber sie sagt auch, dass der a) nicht ganz solange geht und b) hat der sowas wie ne angedeutete Handlung. Mal sehn was mich da erwartet.
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