Juristisches Intermezzo beendet.

Ich hatte einen Ausflug in die Rechtswissenschaften. War fasziniert von der Denkweise die sich grundsätzlich von der psychologischen unterscheidet. Im realen Leben da draussen verhält es sich meist auch so, dass die Juristen sich über die verquere und völlig unverständliche Ausdrucksweise er Psychologen erheitern können, während die Psychologen eben jene unverständliche Ausdrucksweise den Juristen unterstellen. Die eine Gruppe hält die Andere für wesentlich verhaltensgestörter als den Rest der Bevölkerung. Man mag sich also ganz offenkundig.

Warum ich mir ausgerechnet Jura nach meinem Psycho-Bachelor ausgesucht habe? Intuition. Ich mag Gegensätze. Ich brauchte Abstand zur Psychologie. Ich weiß es nicht. Aber es war interessant. Und bleibt faszinierend. Wie die Rechtswissenschaftler verbissen alles haarklein auseinander nehmen. Analysieren. In die korrekte Reihenfolge bringen.

Eine Einsendeaufgabe hab ich bearbeitet und eingeschickt. Und erst danach das Propädeutikum bearbeitet. Umgekehrt wäre wesentlich sinnvoller gewesen. Ich hoffte daraufhin, dass meine Aufgabe irgendwo verloren gegangen sei. Hatte sie auch schon fast vergessen. Zu dem Zeitpunkt als die Bewertung in meinen Briefkasten landete, hatte ich die Entscheidung dass ich keine Prüfung in dem Fach ablegen würde, sondern die Kurse nur für mich persönlich aus Neugier durcharbeiten würde hatte ich in der Woche zuvor auf dem Rad irgendwo auf dem Weg vom Schwarzwald nach Stuttgart getroffen. Das ist nicht meine Welt. Nach 6 Jahren Tätigkeit in der Psychiatrie, wo ich täglich mehrere Augen zu drücke und wesentlich mehr als nur die berühmten Fünfe gerade sein lasse, da komm ich auf die Zerlegetechnik der Juristen nicht mehr klar. Und will es auch gar nicht. So verbissen möchte ich gar nicht werden. Und ausserdem möchte ich nach 5 Jahren Uni und Arbeit tatsächlich meine Freizeit mal ein paar Wochen genießen und nicht immer im Hinterkopf haben, dass ich noch was machen müsste um nicht abgehängt zu werden. Spannend finde ich die Arbeitsweise aber alle mal. Es war ein interessanter Ausflug. Ich habe einen kleinen Einblick gewonnen in ein mir bis dahin völlig unbekanntes und weitgehend unverständliches Gebiet. Geschadet hat es nicht. Ich bin nur traurig, dass ich die beiden Module nicht als Wahlpflichtmodul gewählt habe… damals bei M11. Hätte mir mehr Spaß gemacht als dieses unsägliche Modul der Bildungswissenschaften….

Wie meine Einsendeaufgabe ausgefallen ist? Erbärmliche 35%. "Verf. beherrscht den Gutachtenstil nicht." Korrekte Einschätzung.

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