2016

Um Whitehorse herum

gewissen Punkt in Vergessenheit. Viele Fotos sind es nicht mehr, da meine Kamera dann schlapp gemacht hat und erst nach dem Urlaub wieder repariert werden konnte.

Die ersten drei Fotos sind direkt in Whitehorse (Yukon, Kanada) entstanden.


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Die folgenden Fotos sind Produkte der Smartphone-Kamera. Die richtige Kamera hatte ja - wie gesagt - den Geist aufgegeben. Zu Beginn ein Foto aus dem Miles Canyon, der kurz hinter der Stadt liegt. Das zweite Foto vom Scott Lake, der in genau der anderen Richtung kurz hinter der Stadt liegt.


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Was man hier nicht sieht: Das wir für diesen Ausblick 10km bergauf laufen mussten und schon fünf Stunden harte Wanderung hinter uns hatten. Aber für den Ausblick hat es sich alle mal gelohnt. Mit dem Handy unmöglich einzufangen wie atemberaubend die Sicht dort oben war. Das zweite Bild entstand auf dem Weg nach oben.


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Faulheit ungleich Arbeitsverweigerung.

Nochmal zum Thema Faulheit.

Faulheit sollte übrigens nicht mit Arbeitsverweigerung verwechselt werden. Jeder hat diesen einen Arbeitskollegen, der den Drehstuhlpiloten mimt und versucht jegliche Arbeitsanstrengung zu vermeiden. Kollegen die sich von jeglicher Verantwortungsübernahme entledigen. Diesen Kollegen für den man die Arbeit mit erledigen muss, weil sonst andere - im Krankenhaus in der Regel die Patienten - darunter leiden müssen.

Aber diese Leute sind nicht faul im eigentlichen Sinne. Sie sind mehr wie Parasiten die ihre Nische gefunden haben in der sie überleben können, von der Arbeit der anderen profitieren und selbst nichts tun. Das ist aber nur möglich, weil das System in dem sie sich eingezeckt haben, sie mitträgt. Weil Kollegen die Arbeit eben doch immer wieder erledigen, weil andere sonst drunter leiden müssen. Personen die gar nichts dafür können und - im Falle des Krankenhauses - abhängig von dieser Leistung sind. Ein System in dem solche Leute immer mitgezogen werden, auch vom Chef. Das ist dann Arbeitsverweigerung. Nicht Faulheit. Hier ist nichts kreatives und kein verstecktes Potential zu finden. Hier geht es nicht darum den Aufwand durch möglichst effizientes Vorgehen zu minimieren. Hier geht es darum schlichtweg nichts zu tun. Keine Leistung zu erbringen, aber den Lohn dafür einzustreichen was andere für einen erledigen mussten.

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Ich bin faul.

Ich bin faul. Früher dachte ich, das sei etwas schlechtes. Etwas schlechtes wenn es hieß: "die ist nicht dumm, die hat nur keine Lust.". In der Regel habe ich eine Leistung nur erbracht wenn ich wollte. Nur meistens wollte ich nicht. Wusste nicht wofür. Mit dem Durchleben der Pubertät stellte sich immer intensiver die Frage nach dem Sinn und Zweck. Warum sollte ich mehr als nötig tun um durch die Schule hindurchzukommen? Klar. Ich hätte gern bessere Noten geschrieben, hätte mir lieber weniger häufig angehört, dass man sich sicher sei, dass ich mehr leisten könne. Mir konnte die Frage aber nie wirklich einer beantworten. Warum ich all die Sachen lernen sollte, die für mich so wenig interessant und so wenig nützlich für meine aktuelle Lebenssituation waren. Und vorausschauendes Denken ist ja nunmal eher nicht so die Stärke von pubertierenden Teenies.

Was ich mir mit dem heutigen Wissen selbst antworten würde? Das der Schulabschluss gemessen an den eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten möglichst hoch und möglichst gut sein sollte, wenn man es bei der Berufswahl einfacher haben möchte. Eine bessere Antwort fällt mir leider nicht ein. Und ich finde sie erschreckend unbefriedigend.

Nun könnte man meinen, dass jemand der neben einer 30-Stunden-Arbeitswoche noch ein Studium absolviert hat, weit entfernt von Faulheit ist. Aber um ehrlich zu sein: Gerade hier zahlt sich Faulheit aus, wenn man sich selbst vor einem Burnout schützen möchte. Denn genau dann ist ein funktionierendes effizientes Zeitmanagement der Schlüssel zum Erfolg. Im Mittelpunkt steht also die Frage: Wieviel muss ich von was machen, damit kein Bereich zu kurz kommt. Wieviel Arbeitszeit muss ich erbringen, damit ich mein Leben finanzieren kann? Wieviel Zeit fürs Studium muss ich aufwenden, dass ich einen guten Abschluss habe? Und welche Inhalte kann ich ohne großen Informationsverlust vernachlässigen? Wieviel Freizeit brauche ich?

Ich bin faul. Früher dachte ich, das sei etwas schlechtes. Heute weiß ich, dass Faulheit in einem engen Verhältnis zu Effizienz, Zeitmanagement und Kreativität steht. Denn nur wer faul ist legt Wert darauf die anfallende Arbeit in möglichst kurzer Zeit zu erledigen. Und zwar in einer Qualität in der man nicht ständig nacharbeiten muss. Lieber einmal richtig gearbeitet, als viele male halbherzig. Und nur wer Zeit hat zum Faulenzen kann kreativ sein. Wer arbeitet und unter immensem Druck steht, ist nicht kreativ. Aus Kreativität entstehen große Projekte in Kunst, Kultur und Wissenschaft. Namhafte Softwarefirmen haben das schon lange entdeckt. Nicht umsonst gibt es dort Lego in den Büros. Denn nur wer sich Zeit für eine Auszeit nimmt kann mit frischen Ideen zurückkommen. Ideen, die die Konkurrenz (vielleicht) noch nicht gehabt hat. Ohne solche Möglichkeiten in Industrie und Wirtschaft hätten wir jetzt keine Post-Its… Die Gesellschaft ist gewissermaßen abhängig von faulen Leuten die mit voller Energie und Herzblut Projekten nachgehen die ihnen beim Nickerchen unter einem Baum, einem Spaziergang oder auf dem Klo eingefallen sind.

Früher dachte ich, Faulheit sei etwas schlechtes. Heute weiß ich es besser. Heute weiß ich bei den Dingen die ich tue, aber auch wofür ich sie tue.

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10 Wochen Präsenz.

Ich habe versprochen nach zehn Wochen Präsenzstudium ein Resümee zu ziehen. Zu evaluieren gewissermaßen. Soviel vorweg: Es wird nun sicherlich kein Propaganda-alles-ist-super-Bericht folgen.

Vor zehn Wochen bin ich motiviert und euphorisch in den Master Rechtspsychologie gestartet. Ich wart voller Tatendrang und gespannt darauf wie es ist in Vorlesungen zu sitzen und seinen Dozenten sehen zu können und in den Vorlesungen Rückfragen stellen zu können. Ich war voll großer Erwartungen. Erwartungen dass mein Hirn angefüttert wird mit Informationen, Daten, Theorien und Inhalten. Freute mich darauf in die Grundlagen der Rechtspsychologischen Diagnostik, Psychopathologie einzusteigen und erste rudimentäre Kenntnisse zur Befund- und Gutachtenerstellung zu erhalten. Und ein ganz klein wenig freute ich mich sogar auf den Statistik-Kurs.

Der Statistik-Kurs "Testen und Entscheiden" entpuppte sich im Großen und Ganzen als Wiederholung der Inhalte aus dem Bachelor. Wer an der FernUni studiert hat wird hier inhaltlich kaum etwas neues erfahren, bekommt aber die Möglichkeit die Dinge zu wiederholen. Schön war die Möglichkeit den Umgang mit SPSS an den Hochschul-Laptops einzuüben. Aber ganz ehrlich: Weniger SPSS-Syntax-Eingabe und mehr Übungen zu den eigentlichen Inhalten. Mehr Übungen wie man SPSS-Ausgaben interpretiert, als die Übungen wie man einen Code von der Tafel in sein eigenes Gerät abhackt. Die Prüfung hatte dann erstaunlich wenig mit den Inhalten zu tun, weshalb ich mir gar nicht erst die Mühe gemacht habe, diese zu Wiederholen. Aber der Praxisbezug in der Prüfung hat mir gefallen. Es ging um ein methodenkritisches Fachgespräch über eine Studie die man sich selbst aussuchen durfte. Bei den nachfolgenden Fragen bezüglich der Vorlesungsinhalte war dann halt Improvisation gefragt und ein Vertrauen auf das was beim Zuhören so hängen geblieben ist.

Kommen wir zum zweiten Teil. Der rechtspsychologischen Diagnostik. Dem Herzstück auf das die spätere Arbeit aufbaut. Naja aufbauen sollte. Denn wenn ich darauf später aufbauen will, dann bricht der vertrocknete Sandkuchen leider sofort zusammen, sobald ein zweijähriger dagegen pustet. Wirklich was gelernt habe ich in Psychopathologie und könnte jetzt ein strukturiertes klinisches Interview mit einem Patienten oder Probanden durchführen. Zumindest solang er etwas geduldig mit mir ist. Ich weiß über Depressionen, Schizophrenien, Substanzgebrauchsstörungen und Persönlichkeitsstörungen nun mehr als vorher und somit ist das Ziel erreicht. Dieses Seminar ist nun wirklich hervorzuheben!

Und dann mache ich doch einfach mal in absteigender Reihenfolge weiter. Es gab noch zwei Tagesseminare. Das eine sollte eigentlich ein 2-Tages-Seminar werden, aber leider gab es seitens der Stundenplanung organisatorische Defizite. Also gab es hier nur einen Tag und am Ende des Tages sollten wir einen Test schreiben, für den eigentlich die Inhalte von beiden Tagen vorausgesetzt waren. Sagen wir einfach: Das Problem wurde zu allseitigen Zufriedenheit gelöst. Der Dozent des anderen Seminars war eine echte Erscheinung. Inhaltlich kam hier auch ordentlich was rüber, sodass ich nachmittags um 17 Uhr wirklich erschöpft das Gebäude verlassen habe. Auch hier wurde die Notengebung kreativ gelöst, da der Dozent leider zu kurzfristig erfahren hatte, dass er uns abprüfen sollte.

Interessant und durchaus unterhaltsam waren die Seminare die sich auf die Praxis der Gutachtentätigkeit bezogen und hier Grundlagen im Umgang mit Probanden und Zielsetzungen von Gutachten vermitteln sollte. Sagen wir mal so: Inhaltlich hätte man hier sehr viel mehr herausholen können. Auf der gleichen Stufe rangiert ein englischsprachiges Seminar in dem wir eigentlich die Anwendung zweier psychologischer Tests einüben sollten (zumindest ist davon auszugehen, wenn einem diesbezüglich Unterlagen im Vorfeld zuzuschicken sind). Es ging um Sexualstraftäter und Serienkiller aller Art. Einteilung der Pädophilien, was sind Paraphilien und welche Unterschiede in der Persönlichkeit gibt es zwischen den Gruppen von Sexualstraftätern. Auch hier gilt: Es war unterhaltsam und interessant, kognitiv aber eher wenig fordernd. Die Motivation seitens des Dozenten eine Prüfleistung abzunehmen hielt sich eher in Grenzen.

Bleibt zum Schluss noch eine Vorlesungsreihe übrig. Um was sollte es darin inhaltlich eigentlich gehen? So wirklich klar ist mir das immer noch nicht. Ich vermute seine Zielsetzung war es uns erste Schritte des Gutachtenprozesses und der Gutachtenerstellung nahe zu bringen. Leider versagte der Dozent schon bei der Unterscheidung von Gutachten und Befund. Eine Unterscheidung, die man als Gutachter - ziemlich sicher - treffen können sollte und auch in der Lage sein sollte diese dann so zu vermitteln, dass der Gegenüber sie versteht. In diesen Vorlesungen wurde ein großer Anteil meiner Lebenszeit verplempert mit viel zu langen Vorträgen über unerhebliches. Was sehr ärgerlich ist, zumal wir für unsere Zeit dort viel Geld bezahlen. Die Prüfleistung sollte zu Beginn des Semesters die Erstellung eines Befundes sein - so sagte er zumindest. Eine Woche vor der Prüfungswoche - sprich: vergangene Woche - stellte sich dann heraus, dass dem nicht so ist. Wir machten einmal eine Übung dazu. Anstatt uns jedoch den 24-seitigen Befund im Voraus zukommen zu lassen, so dass wir ihn zu Hause durchlesen können, wurde eine halbe Stunde für Erklärungen verplempert, dass wir diesen Text nun lesen sollen und weitere 1,5 zum lesen des Textes. Übrig blieben am Ende 45 Minuten um die Prüfungsfragen stichwortartig durchzusprechen und uns mitzuteilen dass wir als weitere Aufgabe in der eigentlichen Prüfleistung noch vier psychologischen Testungen auszuwerten hätten. Pro Test bedeutet dies 2-3h Zeit zum auswerten. Muss ich noch dazu sagen, dass wir in den vergangenen zehn Wochen nicht einen einzigen Test ausgewertet haben? Aber wir sollen im Rahmen dieser Prüfleistung auch eine Delikthypothese erstellen, deren Zusammensetzung und Bestandteile und Generierung uns weitgehend unbekannt ist. Als Sahnehäubchen für eine 1,x soll zum Schluss die Frage nach indizierten Interventionen stehen. Die könne aber nur wirklich beantwortet werden, wenn man bereits Erfahrungen hätte oder sich eingelesen hätte. Ihr könnt euch denken, dass wir auch hierzu keine Einheiten hatten. Um dieses Seminar kurz zusammenzufassen: What the fuck!?

Das Seminar "Wissenschaftliches Arbeiten" läuft ausser Konkurrenz. Es war ein nettes Angebot, von dem ich nur einige Sachen wahrgenommen habe, unter anderem die Erstellung eines Posters. Das war ganz spaßig.

Es ist schon sehr schade, dass einem viel Geld abverlangt wird, die Qualität der Lehre dann aber nicht über eine Unter-Mittelmaß Universität hinaus kommt. Da kann man noch soviel seinen Praxisbezug hervorheben. Um einen Master of Science zu vertreten, reicht es aber eben nicht aus einfach Statistik I und II im Curriculum aufgenommen zu haben. Da sollte auch in den anderen Seminaren mehr Wissenschaftsorientierung rüber kommen. Da können einem Definitionen und Bestimmungsstücke von wasauchimmer ja schon gern zum Hals raus hängen. Aber die gehören nunmal zu den Grundlagen. Und ich habe in den letzten Wochen keine einzige Definition zu (rechts-)psychologischer Diagnostik, Befund oder Gutachten gehört. Leider.

Wenn ich versuchen soll, dass in Schulnoten auszudrücken…:
- Testen und Entscheiden käme auf eine 2,5
- Psychopathologie: 1,5
- Die Tagesseminare zusammengefasst: 2,0
- Praxis des Gutachters: 3,0
- Sexualstraftäter: 3,0
- Grundzüge der Gutachtenerstellung: 5,0
- Gesamtorganisation: 3,0

Im Gesamten wird so eine 2,86 erreicht. Ich sach mal so: Für den Preis könnte es besser sein.

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Schablonen Safari

Fehlt wieder das Geld um eine Fotosafari zu buchen? Dann einfach mal ein paar Schablonen anfertigen, ausschneiden und die Safari kommt zu mir!

Affenkopf_Schablone

Elefantenkopf__Schablone

Löwenkopf_Schablone
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Dies ist ein Vollzeitkontaktstudium.

Vollzeitkontaktstudium und CORE-Prinzip sind die Unwörter des Jahres.

Und wenn ich mir dann noch öfter anhören muss, dass es eine Frage meiner Prioritätensetzung sei, und mich dann nun schonmal fragen müsse, ob mir das Studium und die Inhalte und der Kontakt mit irgendwelchen Hochkarätigen Personen wichtiger sei, oder meine Arbeit. Unter völliger Ignoranz der Tatsache, dass dieses Studium einen Arsch voll Kohle kostet jeden Monat. Ist ja schön wenn er die finanzielle Freiheit hat, sich derartige Prioritäten zu setzen. Wenn man die nicht hat, muss man halt schon schauen wo das Geld herkommt. In der Regel von einem Arbeitgeber. In der Regel möchte der Arbeitgeber dann auch, dass ich hin und wieder mal zur Arbeit erscheine, wenn er mich schon bezahlt. Und da mag der Arbeitgeber noch so flexibel sein, aber irgendwann wird auch er dir sagen, dass es ja schön sei, wenn man sich beruflich weiter entwickeln würde, dass man sich dann aber schon überlegen müsse ob man denn nun Geld verdienen wolle oder nicht. Soll heißen: Auch der fragt mich wieder nach meinen Prioritäten.

Und wisst ihr was: Ihr könnt mich alle mal. Meine Prioritäten liegen zu allererst mal darin genügend Geld mit einem Job zu verdienen der mir in ausreichendem Ausmaß Spaß macht. Meine Priorität ist, mit dem verdienten Geld meine Freizeit schön zu gestalten und viel von der Welt zu sehen. Also wäre es schön wenn alle mal wieder von ihrem hohen Ross herunter kämen, ihre eigene Profession weniger wichtig nähmen und sich eingestehen, dass ihre Motive zwar ehrenwert sein mögen, aber dass es eben ihre eigenen Motive sind und nicht notwendigerweise mit denen anderer Leute übereinstimmen. Und sie müssen das auch gar nicht. Was dem einen ein großes Lebensziel und Bedürfnis ist, muss nicht in gleichem Maße auch für mich gelten.

Genug Mimimi und Gemotze.

Die Marketingabteilung hat mich vor kurzem angefragt, ich möge doch auch positive Dinge über das Studium an der SRH schreiben. Well… Das werde ich sicherlich auch tun. Aber motzen ist schlicht und ergreifend etwas, was ich viel besser kann. Und ganz nebenbei halte ich das für den deutlich unterhaltsameren Part. Aber keine Sorge: Bald ist Weihnachten und dann gibts mit Erhalt der ersten Noten den Rückblick auf den ersten Block (nach dem CORE-Prinzip natürlich).

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Guten Tag, ich bin eine Manikerin.

Nachdem ich vor ein paar Wochen schon das Vergnügen hatte eine narzisstisch gestörte Person zu spielen und meiner Gegenübersitzerin - die mich in einer Übung zu Anamnesegesprächen explorieren sollte - für 20 Minuten das Leben schwer zu machen, durfte ich heute mal wieder eine Patientin spielen. Bei der Auswahl zwischen Depression, Anpassungsstörung und Manie fiel mir die Wahl dann doch sehr leicht. Ich mag Herausforderungen, somit wollte ich gerne eine Manikerin sein.

Ich legte also los. In bester Laune präsentierte ich Ideen, ließ die Diagnostikern nicht ausreden und ignorierte ihr Distanzbedürfnis indem ich an ihren Haaren und ihrem Schal herumfummelte. Freute mich darüber, was man als Maniker alles mögliche "darf", was man ansonsten niemals machen würde. Ich hatte den Kopf voll mit anderen Ideen. Nach 10 oder 15 Minuten kreativen Einfälleproduzierens und ständigem Gerede, war ich ziemlich erschöpft. Den Fragen die mir gestellt wurden konnte ich ohnehin kaum folgen, was mir gesagt wurde, kam nur schwer bei mir an. Aber dann konnte ich ihnen wirklich nicht mehr folgen. Mein Gehirn hatte sich in irgendeinen Sicherheitsmodus gerettet und lieber die herumgehenden Blätter durch das Fenster beobachtet. Sich auf die Fragen zu konzentrieren war dann wirklich kaum mehr möglich. Es war nicht nur für die arme Diagnostikern anstrengend, die versuchte ihren Fragebogen durchzubekommen, sondern auch für mich. Nach insgesamt 20 Minuten brauchte ich dringend ein Pause. Zum Glück waren wir dann auch fertig mit der Übung. In mir zurück bleibt aber ein Gefühl dafür, wie heftig es im Hirn eines Manikers abgehen muss, da in dessen Hirn non-stop mehrere Tage oder Wochen am Stück die Neuronen abfeuern was geht.

Die eigentliche Aufgabenstellung war im Übrigen die Ausführung des strukturierten klinischen Interviews nach DSM (kurz: SKID). Man darf sich das als Interviewfragebogen vorstellen, in dem nur diese Fragen an den Klient gestellt werden sollen. Keine Fragen darüber hinaus. Das macht die Sache einerseits recht starr, andererseits aber in gewisser Hinsicht Narrensicher.

Was ich dabei heute gelernt haben ist ein gewisse Ahnung von dem Gefühl einer Manie und dass ein strukturierter Fragebogen bei einem Menschen in einer akuten manischen Phase nicht unbedingt das richtige diagnostische Instrument ist.

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Rechtspsychologie - was mach ich da eigentlich?

Eiiiiigentlich würde ich wirklich liebend gerne erzählen wie das Masterstudium in Rechtspsychologie so läuft. Aber eigentlich studiere ich gefühlt gerade nur Statistik. Um mich herum schwirren Formeln, die ich im besten Falle nur zur Hälfte verstehe, Regressionsgeraden und Koeffizienten der Veränderungsmessung. Dazwischen noch ein bisschen alpha und beta, aber in jedem Falle ganz viel Effektstärke. Wenn ich schon nicht so viel von der Materie verstehe, so hab ich immerhin mitbekommen um welche Themen es geht. Man soll sich ja über die kleinen Dinge freuen. Ausserdem ist es an Weihnachten auch erstmal wieder vorbei mit der Statistik. Ein Ende ist also absehbar.

Und ansonsten? Gott sei dank werden wir nicht nur mit mathematischen Formeln beworfen, sondern bekommen auch erste Einblicke in die rechtspsychologische Praxis. Welche Aufgaben hat der psychologische Dienst in einer Strafanstalt, worauf muss der Sachverständige beim Erstellen eines Schuldfähigkeitsgutachten besonderes Augenmerk legen. Welche Art von Gutachten soll überhaupt gemacht werden? Schuldfähigkeit, Haftfähigkeit, Aussagefähigkeit oder doch Erziehungsfähigkeit? Und in welcher Reihenfolge geht man bei der Gutachtenerstellung überhaupt vor, was gehört dazu?

Ich bin mir sicher es folgen in den nächsten Wochen noch so einige fachspefizische Messinstrumente, die wir dann alle unterscheiden müssen. Und da kann man schonmal durcheinander kommen wenn man zwischen FPI, PFI oder NEO-FFI unterscheiden soll. Und was war eigentlich noch mal der Unterschied zwischen HCR-20, dem PCL-R und dem IRLV?

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Hegelclub.

Vor etwas über einem Jahr war ich bei milden Temperaturen abends mit zwei guten Freunden unterwegs. Einer kam gerade aus dem Urlaub und hatte verschiedene österreichische Biersorten im Gepäck, die wir testen wollten. Nach einem guten Abendessen streunten wir durch die Weststadt und ließen uns schließlich am Rande eine Basketballfeldes nieder. Schräg gegenüber saßen drei offenkundig recht alkoholisierte Herrschaften mit eher unklaren Wohnsitzverhältnissen.

Einer der drei schien in unsere Präsenz mehr hinein zu interpretieren als da war und so kam ein Anderer herüber, sprach uns nett an und erklärte uns dass sein Kumpel irgendwie nervös sei und wenn wir im versichern könnten dass wir nicht wegen ihm dort seien und nur unser Bier trinken wollten, dann könne er das seinem Kumpel sagen und alles wäre in Butter. So wackelte er also wieder zurück und die Situation schien zunächst geklärt. Später kamen sie dann irgendwann alle drei rüber und wir unterhielten uns. Es war bisweilen recht unterhaltsam und witzig. Am Ende blieb der Vermittler vom Anfang noch bei uns und die anderen zogen sich zurück.

Berufsbedingt sind für mich Menschen die eine etwas andere Realitätsauffassung haben als der Rest der sie umgibt nichts neues. Ich höre mir viel an und bleibe lange sitzen bevor ich für mich entscheide, dass eine Situation brenzlig wird und es nun doch besser wäre aufzustehen, weil es sich dann schlichtweg besser ausweichen lässt. Meine zwei Kumpels kommen aus einer gänzlich anderen Ecke. Einer studierter Informatiker der andere studierter Cross-Media-Designer. Kurz: Irgendwas mit Medien. Beide anständig gekleidet mit Mantel und Hut. Dem Erscheinungsbild unseres Gegenübers gewissermaßen diametral entgegen gesetzt.

Warum genau sich die Stimmung verändert hatte weiß ich nicht mehr so genau. Er war irgendwie recht angetan von mir und rückte mir immer wieder auf die Pelle, ließ sich aber immer gut eingrenzen. Solche Situationen sind mir nicht unbekannt und war für mich in dem Fall weniger bedrohlich als viel mehr nervig. Meine zwei Jungs wurden aber immer nervöser und wussten scheinbar nicht so gut mit der Situation umzugehen. Ich hoffte nur sie würden nicht aufstehen und sich vor dem Herrn aufbauen. Ich hatte wenig Lust, dass der Abend in Handgreiflichkeiten endete. Dazu kam es auch Gott sei Dank nicht. Der Herr schimpfte nur etwas herum. Er fühlte sich von den Jungs angegriffen und sagte diverse unverständliche Sachen, die für uns zum Großteil wenig Sinn ergaben. Besonders im Gedächtnis ist mir aber geblieben, dass er ihnen sagte, sie sollen doch zu ihrem Hegelclub gehen, wenn sie sich so überlegen fühlen würden. Im Gedächtnis ist mir das geblieben weil wir, nachdem der Herr und wir jeweils unserer Wege gingen, eine kurze Diskussion darüber hatten.

Die beiden hatten nämlich Häkelclub verstanden. Ich sah für diese Bezeichnung überhaupt keinen Zusammenhang und konnte mir auch nicht erklären was er damit gemeint haben solle. Sie wiesen meinen Einwand, dass er vermutlich Hegelclub meinte (da Hegel ein Philosoph sei und man die Beschäftigung mit Philosophen nun eher Akademikern zuschreibt, die sich nicht so sehr für die unteren Gesellschaftsschichten interessieren und Akademiker nun zum Großteil eher mit Verachtung auf Menschen wie ihn herab schauen) zurück mit der Begründung, dass ich ja wohl nicht im Ernst glauben würde, dass der Mann wisse wer Hegel sei. Ich ließ es erstmal dabei bewenden. Aber die Wahrheit ist, dass mich das bis heute beschäftigt. Und ich frage mich wirklich, was wir uns da eigentlich manchmal für Urteile über andere Menschen anmaßen, die wir überhaupt gar nicht kennen? Vielleicht hat der Mann eine gute Schulbildung gehabt und sogar irgendwann mal ein Studium angefangen? Warum er nun in diesem Zustand vor uns stand, und wie es dazu kam, das können wir ja überhaupt gar nicht beurteilen.

Natürlich brauchen wir unser Schubladendenken, weil es uns das Leben einfacher macht. Aber ich finde wir sollten mit diesen Schubladen umsichtig umgehen. Bevor ich jemanden in eine Schublade stecke, kann ich mir auch wirklich mal die Mühe machen und überlegen, ob ihm diese Schublade auch wirklich gerecht wird, oder ob hinter einer ungepflegten alkoholisierten Fassade mehr steckt, als das was man auf den ersten Blick sieht. Nur weil ich nicht auf den ersten Blick sehe, dass ein Mensch eine gute Ausbildung, herbe Verluste, eine liebende Familie oder sonst irgendwelche beliebigen Erfahrungen im Leben gemacht hat, heißt es nicht, dass es nicht doch so war.

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Köln

Kurz nach Köln und wieder zurück. Zwischendrin bisschen bummeln und feiern und vor allem Taxi fahren. Es war nur eine Fahrt, doch sie war sehr prägend. Nie zuvor war eine Taxifahrt so lustig und lebensbedrohlich zu gleich.

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Universelle Werte

Bevor meine Mutter ihre gesammelten BrandEins Exemplare weg geschmissen hat, hat sie sie netterweise an mich weiter gereicht. Im Grunde ein Wirtschaftsmagazin, jedoch gefüllt mit allerlei interessanten und gut geschriebenen Artikel zur Gesellschaft, Menschen und natürlich Wirtschaft. Jedes Heft hat ein bestimmtes Thema an dem sich die Artikel orientieren. Das aktuelle dass ich gerade lese geht um Ziele. Große Wirtschaftsziele, kleine Wirtschaftsziele und ganz individuelle Ziele. Oder vielmehr die Art und Weise der Zielsetzung.

Ein Artikel hat mich aufmerksam gemacht auf den Sozialpsychologen Shalom Schwartz, der mir irgendwo im Studium auch schon mal begegnet war. Wirklich daran erinnern konnte ich mich jedoch nicht mehr. Er hat sich zusammen mit anderen Wissenschaftlern die Frage gestellt ob es universelle Werte gibt, die allen Menschen unabhängig vom kulturellen Hintergrund gemein sind. Daraus hat sich ein Wertemodell entwickelt. Schwartz und seine Kollegen fanden dann doch einige universelle Werte die sie unter 10 Werteten gruppierten:

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Was nun die Werte mit den eingangs genannten Zielen zu tun haben? Wer nicht weiß, was er im Leben will, der wird sich keine Ziele setzen können. Wer nicht weiß, was er im Leben will, der weiß auch nicht welchen Werten für ihn oder sie selbst wichtig sind. Der Impuls des Artikelschreibers aus dem Magazin ist, sich 5, 10 oder 15 Werte herauszupicken die für einen selbst wichtig sind. Denn erst wer seine Werte wüsste, der kann davon ausgehend auch Ziele für sich selbst entwickeln. Soweit würde ich dem Mann völlig zustimmen. Wer sich darüber bewusst ist, welchen Werten sie in ihrem Leben folgen will, kann nun Ziele bestimmen und einen Weg entwickeln wo die Reise hingehen soll. Ich persönlich halte 15 für zu beliebig und auch 10 noch für übertrieben. Ich halte es für sinnvoll sich - ganz im Sinne der Effizienz - auf wesentliche Dinge zu konzentrieren und nur 5 Werte auszuwählen, die für einen selbst im Leben wichtig sind. Mit diesem Beitrag möchte ich jeden Lesenden dazu ermuntern sich seine 5 wichtigsten Werte rauszupicken. Vielleicht macht es ja im ein oder anderen irgendwas.

Irgendwann hatte ich auch schonmal was zu den Big Five geschrieben (klick), da ging es auch darum die fünf wichtigen Dinge für sein eigenes Leben herauszufinden. Hier knüpfen die hier genannten Werte ganz gut an. Eine wichtige Implikation aus dem Buch, das ich damals gelesen hatte war jedoch auch, dass die Big Five - ebenso wie die Werte - keine festzementierte Wahrheit sind. Werte, Ziele, Big Five… all das unterliegt dem Wandel und die Prioritäten im Leben können sich durchaus ändern. Aber sie können eine Orientierung geben, wenn man eine braucht.

Hier: http://www.migration.uni-jena.de/project4/values/index.php?val=6 könnt ihr das Wertemodell noch einmal grafisch nachvollziehen.


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Hallo Leo Löwe II.


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Hallo Leo Löwe II ist ein Projekt für mich selbst gewesen. Wie gewohnt Acryl auf Leinwand. 80x60cm. Habe hier Neonfarben verwendet. Zum einen weil ich Neonfarben ganz furchtbar toll finde und zum anderen, weil die Farbnuancen sich je nach Lichtfarbe und -Einfall ändern. Ein wenig kann man es unten auch erkennen. Jetzt ziert es meine Wand.

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Bye Bye, FernUni

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Zum runden Abschluss meiner sechs Jahre an der FernUniversität in Hagen bin ich gestern zur Alumnifeier in Karlsruhe gegangen. Geehrt wurden die Absolventen der vergangenen vier Semester. An der FernUni finden die Vorlesungen bei sich zu Hause am Computer statt, die Studieninhalte muss man sich aus Studienbriefen und Pflichtliteratur selbst erarbeiten und die allermeisten Kommilitonen kennt man nur vom Profilbildchen aus dem Studierendenforum. Eine Hand voll lernt man wirklich physisch kennen, in Lerngruppen oder auf den Präsenzveranstaltungen. Um so schöner war für mich die Alumnifeier. Hier bekam die FernUni zum Abschluss nochmal ein Gesicht. Absolventen jeder Altersklassen aus allen vier Fakultäten, die Psychologen bildeten die größte Absolventengruppe. Insgesamt gab es ca. 80 Ehrungen.

Was ich von der FernUniversität - ausser dem Jahrbuch und dem Kuli - mitnehme? Die Gewissheit, dass ich viel Disziplin und Durchhaltevermögen aufbringen kann. Viele verschiedene Lerntechniken und effektives Zeitmanagement. Vor allem aber auch das Wissen darum wieviel ich mir selbst zumuten kann, welches Lernpensum realistisch ist und welche erstaunliche Menge an Lernstoff man auch neben dem Beruf bewältigen kann. Aber auch die Fähigkeit angesichts eines hohen Arbeitsaufkommens erstmal entspannt zu bleiben, weil ich gelernt habe, das Panik ohnehin keinen Sinn macht und man nur ans Ziel kommt, wenn man eine Sache nach der anderen angeht. Alles zu seiner Zeit.

Am Montag geht es für mich im Präsenzstudium weiter. An der SRH Hochschule in Heidelberg. Ich werde im Master of Science in Rechtspsychologie starten. Ich habe hier meinen Stundenplan bis Dezember erhalten und bin als Fernstudentin mit flexiblen Lernzeiten erstmal erschlagen davon wie voll gepackt dieser ist. Ob ich wirklich alle Veranstaltungen gewissenhaft besuchen werde wird sich noch herausstellen und liegt vor allem mal an der Qualität der Veranstaltungen. Denn durch die Fernuniversität habe ich hohe Ansprüche an Veranstaltungen zu denen ich Präsenz zeige. Wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden und ich zum Schluss komme, dass ich mir den Stoff in kürzerer Zeit intensiver (Stichwort: Effektivität!) selbst zu erarbeiten, dann werde ich auch genau das tun. Denn als Fernstudentin weiß man eines ganz genau: Man ist auf die Dozierenden nur bedingt angewiesen.

Warum ich nicht an der FernUniversität weiter studiere? Vor allem mal, weil der Schwerpunkt der im Masterstudiengang angeboten wird, nicht meinen Interessen entspricht. Aber auch, weil mich auch gerne noch "echtes" studentisches Leben mitnehmen möchte. Ich möchte wissen wie es sich anfühlt. Nach sechs Jahren Selbststudium ist mein Kontingent an Selbstmotivation etwas erschöpft und ich erhoffe mir vom Präsenzstudium, dass die Motivation durch physisch anwesende Professoren und vor allem Kommilitonen mich noch ein Stück weiterbringt. Wie ein Booster sozusagen.

Und die FernUni ist ja immer noch in Reichweite. Vielleicht kehr ich eines Tages nochmal zurück und mach noch einen weiteren Abschluss nebenher….

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Geduldig.

Menschen die mich kennen wissen, dass ich ein recht unruhiger Zeitgenosse sein kann, der seine Probleme mit dem still sitzen hat. Das trieb bisweilen auch mal meine Lehrerin in der Schule in den Wahnsinn, die mit den sich ständig in Bewegung befindlichen Füßen nicht umgehen konnte. Manchmal treibe ich mit meinem ewigen rumgenestel an irgendwas die umsitzenden Leute am Esstisch in den Wahnsinn, weil ich so gut wie immer irgendwas in den Fingern haben muss. Diejenigen die mich kennen wissen auch, dass Geduld nicht gerade meine Vorzeigetugend ist. Ich selbst hätte mich vor ein paar Jahren auch keinesfalls als diszipliniert beschrieben, aber mittlerweile muss ich doch zugeben, dass es zutrifft.

Ich habe auch heute eine Probleme mit dem Still sitzen. Aber immerhin hat mir das älter werden auch ein paar Erkenntnisse gebracht. Nämlich, dass besonders dann der Fall ist, wenn mich etwas langweilt. Ich habe fest gestellt dass ich durchaus eine ganze Weile konzentriert arbeiten kann, wenn ich das was ich tue machen will, und vor allem wenn es mich interessiert. Und natürlich wenn ich die Möglichkeit habe zwischendurch aufzustehen.

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Still sitzen erfordert Geduld. Geduld während man auf etwas hinarbeitet, damit am Ende ein fertiges Produkt entsteht. Geduld wird einfacher wenn man weiß wofür man geduldig sein soll. In der Schule war mir nie so richtig klar, für was ich mich gedulden sollte. Klar. Ich wollte irgendwie einen Schulabschluss machen, aber es hat mir niemand die Notwendigkeit von Mathe, Deutsch, Englisch und den restlichen Schulfächern für mein Leben und meine Zukunft so vermitteln können, dass ich einen Sinn für Geduld, Disziplin und Fleiß darin gesehen hätte.

Heute sitze ich sehr gerne still und arbeite konzentriert an etwas. Weil ich weiß wofür. Weil ich es mir selbst ausgesucht habe. Und dabei staune ich immer wieder über mich selbst. Obige Schablone ist so ein Staunprojekt. Ich habe hier eine große Leinwand liegen auf die der Löwe aufgetupft werden soll. Dafür brauche ich aber erstmal eine Schablone für einen Löwen. Also malte ich die Vorlage auf ein großes Blatt Papier und übertrug diese dann wiederum auf die Folie. Das war schon ziemlich kleinfieselig. Aber dann folgten fünf Zeitstunden in denen ich all diese kleinen Löwenkopfbestandteile präzise ausschneiden musste. Das bedeutete still sitzen und immer wieder kleine ruhige und kontrollierte Bewegungen ausführen. Wer das schonmal gemacht hat, weiß um diese ganz eigene Unruhe die sich in den Händen entwickelt, wenn man gezwungen ist immer nur kleine kontrollierte Bewegungen zu machen. Was ich damit sagen will: Ich bin stolz drauf, dass ich Geduld aufbringen kann und ich denke wir sollten uns alle immer wieder mit kleinen Aufgaben selbst herausfordern. Vor allem auf den Gebieten in denen wir so unsere Schwierigkeiten haben. Denn nur so können wir wachsen.

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SugarSugarHoney.

Einige erinnern sich womöglich: Anfang August wollte ich für wenigstens 4 Wochen zu großen Teilen auf Zucker verzichten. Nach anfänglichen Kopfschmerzen überwogen schnell die Vorteile: Besserer Schlaf, ausgeglichener, weniger Heißhunger, bessere Konzentration.

Aber wirklich konsequent durchgehalten hab ich die Sache nicht. Ein bis zweimal pro Woche habe ich "gesündigt". Es war Sommer und ich musste gezwungenermaßen Eis essen gehen, oder es gab mal wirklich leckeren Kuchen. Da kam ich nicht drumherum. Im Großen und Ganzen hab ich mich aber ganz gut im Zaum gehalten. Handgerechte Süßigkeiten wie Schokoriegel gabs gar nicht mehr (ausser hier und da ein Proteinriegel, der auch ganz gut gegen den Schokojieper geholfen hat).

Auch wenn ich nicht so konsequent mit mir selbst war, wie ich mir das zu Anfang gewünscht hatte: Ich bin zufrieden mit mir. Ich fühle mich wohler in meinem Körper und bin zum Schluss gekommen, dass ich gar nicht komplett auf die leckeren Zuckerprodukte verzichten möchte. Ich liebe Eis und guten Kuchen. Aber wenn ich das nicht jeden Tag, sondern nur ein oder zweimal die Woche esse, dann kommt mein Körper damit schon klar.

Ich würde jedoch lügen, wenn ich sagen würde, dass es einfach ist. Natürlich schreit mein Dopamin-Belohungssystem ganz laut, wenn da Schokolade, Kuchen und andere Leckereien vor mir stehen. Allerdings habe ich den zweifelhaften Vorteil der Erfahrung mehrerer Nikotinentzüge und weiß wie Craving funktioniert und sich anfühlt. Craving ist das bittere dringende Verlangen nach einem Suchtstoff den man unbedingt genau jetzt haben will. Den man braucht. Zumindest denkt man, dass man den Suchtstoff braucht um mit welchem Stress auch immer umgehen zu können. Man will sich belohnen für irgendwas. Wenn man jedoch weiß dass Craving in Wellen anflutet und auch wieder abebbt, wenn man nur lange genug aushält, dann lassen sich die zahlreichen Versuchungen besser aushalten. Und es ist definitiv von Vorteil, wenn man sich nicht im selben Raum wie die die Schokolade aufhält. Craving lässt sich aushalten, und wenn man es mal nicht aushält ist es auch nicht so schlimm.

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Nike Trinkflaschengurt

Nike Performance Lean Trinkflasche

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Heute mal ein Produktbericht. Je wärmer es wurde und je länger meine Distanzen wurden, wurde mir klar, dass ich Wasser auf meine Langstreckenläufe mit nehmen musste. Die Vorstellung mit einer Wasserflasche in der Hand zu joggen ist für mich persönlich absurd und nervig. Also wollte ich einen Gurt kaufen. Ich bestellte mir zwei verschiedene. Einen mit drei kleinen Fläschchen verteilt am Gurt und obigen mit nur einer Flasche.

Letztendliche Kaufentscheidung war zum einen der Preis, weil der Nike-Gurt gerade runtergesetzt war und die Optik, weil der mit mehreren Fläschchen einfach noch dämlicher aussah. Es sollte sich als Fehler herausstellen. Zu den positiven Sachen:

+ Mein Handy und Schlüssel passen in die kleine Tasche mit Reisverschluss
+ Die Flasche sitzt gut und sicher in ihrer Halterung.

Das wars dann schon.

Zu den negativen:

- Den Gurtumfang einzustellen ist etwas frickelig und für mich unkomfortabel, wobei man hier auch sagen kann: Ist es einmal eingestellt, dann gehts auch.
- Die erste - mir logisch erscheinende - Position der Flasche wählte ich auf dem Rücken. Das ist bequem, solang man sich nicht bewegt. Sobald man los joggt schlägt einem die Flasche immer schön rhythmisch ans Becken. Also die Flasche auf die Seite. Das geht einigermaßen, wobei sich die Flasche während des Laufens nach hinten arbeitet und ich sie immer wieder vorschieben muss.
- Der Gurt an sich ist einfach nur ein Gurt. Nicht gepolstert. Dementsprechend ist mein Rücken nun an den Stellen aufgeschürft, an denen das T-Shirt hochgerutscht ist. Absolutes No-Go.

Zum Laufen ist dieser Gurt nicht geeignet, wenn ich auf dem Fahrrad unterwegs bin und keinen Rucksack mitnehmen möchte, aber eine zweite Trinkflasche, dann funktioniert er sehr gut. Aber ob man dafür dann den (unreduzierten) Preis von 39,95€ bezahlen möchte ist eine andere Frage. Da kann man dann sicherlich getrost zu günstigeren Alternativen greifen

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Verlassen: Schlosshotel Waldlust

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Verzeihung bitte.

Immer wieder habe ich Leute aus dem professionellen psychologisch - psychiatrischen Sektor (aber auch aus dem Freundes- und Bekanntenkreis) den guten Rat sagen hören, dass sie lernen müssten einander zu vergeben und zu verzeihen. Dass man seinem Schulkamerad verzeihen solle, wenn dieser mal wieder das Pausenbrot geklaut hat, weil er vielleicht zu Hause nicht genug bekommt. Dass man seiner Kollegin verzeihen sollte, wenn man von ihr im Frust angefahren wurde, da es ihr vielleicht gerade nicht gut ging. Dass Kinder es ihren Eltern vergeben sollten, wenn sie misshandelt wurden, da diese ja auch nur versucht hätten ihr Bestes zu geben.

Nun arbeite ich schon einige Jahre in der Psychiatrie und habe Psychologie studiert. Ich kann von mir behaupten, dass ich in dieser Zeit so einige therapeutische Konzepte kennen gelernt habe. Aber das Konzept jemand anderem seine Fehltritte zu verzeihen leuchtet mir nicht ein. Wenn ein Kind seinen Eltern vergibt, dass es von eben jenen misshandelt wurde, legitimiert das Kind dann nicht das Verhalten der Eltern und invalidiert seine eigenen Gefühle und Bedürfnisse? Wenn ich einen Freund vor mir sitzen habe, der vom Expartner nicht gut behandelt wurde, der von diesem gekränkt und verletzt wurde… Wenn dieser Freund dem Ex die Verletzung und Kränkung verzeiht wird dann nicht ebenfalls das Verhalten des Akteurs legitimiert. Das Verhalten desjenigen, dass einer anderen Partei Leid verursacht hat? Wird dann nicht das eigene Verhalten (oder häufig auch die Unfähigkeit zum Verhalten… die erlebte Handlungsunfähigkeit) mit dem Verzeihen des Anderen illegitimiert und Unrechtens? Weil man sich ja doch gerne anders verhalten hätte? Wer kennt das nicht, dass er für in Vergangenheit liegende Erfahrungen viele verschiedene Szenarien zurecht legt, wie man sich hätte verhalten können und ärgert sich dann, dass man das nicht getan hat?.

Natürlich ist es keine Lösung den Rest des Lebens daran zu nagen, immer wieder darauf zurück geworfen zu werden und immer wieder den Schmerz zu aktualisieren, weil man nicht damit abschließen konnte. Und ich glaube tatsächlich auch das Verzeihung ein zentrales Thema an dieser Stelle ist. Aber nicht die Vergebung gegenüber dem "Täter", gegenüber demjenigen der uns verletzt hat, sondern gegenüber uns selbst. In dem wir uns selbst verzeihen, legitimieren wir unser eigenes Verhalten in der entsprechenden Situation. Wir sagen uns: Es war okay wie ich damals reagiert und mich verhalten habe. Ich hatte damals keine anderen Möglichkeiten. Es ist Vergangenheit. Und es ist okay.

Ich glaube, dass die Vergebung gegenüber uns selbst ein zentraler Punkt ist um Sachen aus der Vergangenheit ruhen zu lassen. Und das die Vergebung unseren eigenen Handelns dazu führt sich selbst Selbstwirksamkeit zurück zu geben (falls man sie verloren hatte). Sich selbst wieder als Handlungsfähig zu erleben.

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White Pass Express.

Der White Pass und der Chilkoot Pass sind zwei Berggipfel die sich direkt hinter Skagway, quasi aus dem Pazifik heraus, erhebt. Für die Goldsucher damals, waren diese beiden Pässe das letzte Große Hindernis in den Yukon und damit zu den reichhaltigen Goldvorkommen. Es gab Vorgaben dass ein Reisender ca 500kg Nahrungsmittel und 500kg sonstige Güter mit sich führen musste um in das Gebiet hinter der Berge eingelassen zu werden. Die Vorräte sollten für ein Jahr reichen. Die Goldsucher mussten also mehrmals den Berg hoch und runter klettern. Ein Weg für den man mit normalem Wandergepäck 3-5 Tage benötigt.

Ich habe den bequemeren Weg gewählt und setzte mich in den White Pass Express. Der Zug brachte mich in vier Stunden von der Küste über den White Pass mit einem Zwischenstopp in Bennett (am Lake Bennett bauten die Goldsucher damals ihre Flösse um auf dem Fluss Richtung Dawson City weiter zu reisen) schließlich nach Carcross. Carcross hieß irgendwann mal Caribou Crossing bis es irgendwer verkürzt hat. Hier gibt es auch einen meiner Lieblingsplätze, das Carcross Desert, von dem man einen wunderbaren Blick über Sand und See auf die Berge hat. Diesmal war ich nicht dort, weil es ziemlich verregnet war.

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In Bennett ist nicht mehr viel zu sehen von dem einstigen Trubel. Es gibt eine kleine Stelle zum Camping für die Wanderer, eine Kirche ist noch stehen geblieben und ein Haus in dem eine Familie der First Nations lebt. Ansonsten ist es hier ziemlich einsam, bis auf die eine Stunde am Tag in der der Zug dort die Touristen und Wanderer auskippt.

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Hier beginnt der Chilkoot Trail, er war aber wegen eines Bärenzwischenfalls auf der kanadischen Seite gesperrt.

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Ketchikan, Wrangell & Juneau

Was sich anhört wie Outdoorbekleidung sind kleine Ortschaften in Alaska entlang der Inside Passage, die nur per See- oder Luftweg erreichbar sind. Naja. In Alaska-Standard sind das eigentlich mittelgroße Städte. Während Wrangell nicht mal 3000 Einwohner zählt, schafft es Ketchikan schon auf etwas über 8000 inklusive 4 Cruiseship-Anlegestellen. Juneau dagegen hat schon über 30.000 Einwohner.

Ketchikan bietet für die überschaubare Anzahl an Bewohnern eine ausserordentliche Touristenorientierung. Es war der erste Stop nach zwei Nächten auf See. Demzufolge sind dort alle von Bord gegangen um sich etwas zu bewegen. Die eigentliche Attraktion war das ehemalige Rotlichtviertel unweit vom Hafen (wobei hier eigentlich alles unweit vom Hafen ist.)

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Wrangell erreichten wir später am gleichen Tag. Wir hatte dort nur eine halbe Stunde, die Bürgersteige waren schon hochgeklappt. Aber der Liquorstore hatte noch offen, so dass ich Bier kaufen konnte, die anderen ergatterten Eis und Pizza. Auf der Fähre gab man uns per Durchsage den eindrücklichen Rat nicht zu versuchen an den Strand zu gehen um dort Fotos zu machen, da man es nicht pünktlich zurück schaffen würde. Es gab dort irgendwelche Steine zu sehen die besonders drappiert waren. Nachdem unser Grüppchen zurück auf dem Boot war kam ein kleines Grüppchen von 5 Leuten ziemlich verschwitzt zurück aufs Deck. Sie waren dort an den Strand hin und wieder zurück gerannt und hatten es gerade so wieder zurück geschafft.

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Juneau: Um ehrlich zu sein, hab ich Juneau nicht gesehen. Die Anlegestelle der State Ferry liegt ausserhalb der Stadt und wir hatten nur zwei Stunden Zeit. Wir hatten andere Pläne. Wir suchten uns zu zehnt ein Taxi und liessen uns bis kurz vor den Nationalpark fahren, nach einem kurzen Fußweg erreichten wir unser Ziel. Ich sah meinen ersten Gletscher. Atemberaubend. Wir hatten eine Viertel Stunde Zeit dieses Wunder auf uns wirken zu lassen, dann stand unser bestelltes Taxi auch schon wieder bereit um uns zurück zu fahren. Wir waren mal wieder fast die letzten auf der Fähre.

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Inside Passage: Sonne, Wald & Wasser.

Immer noch im Pazifik irgendwo zwischen Washington, British Columbia und Alaska. Traumhafte schöne Sonnenuntergänge irgendwann zwischen 11 und 12. Den traumhaft schönen Sonnenaufgang gegen kurz nach drei habe ich zwar gesehen und bestaunt, aber zum fotografieren war ich dann doch einfach zu müde. Ausserdem war es viel zu kalt um aus dem Schlafsack zu krabbeln und unter dem Heizstrahler weg zu kriechen.

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Es war einfach atemberaubend. Vor allem die Passage die man auf dem letzten Foto sieht. Es ist die engste Passage der ganzen Tour und man sieht auch die Bojen um den Fahrweg zu markieren, als wäre es ein Fluss.
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Inside Passage: Von Bellingham nach Skagway zu Wasser.

Vorbei an Vancouver…

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…pendelnd zwischen British Columbia und Alaska….

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…durch atemberaubende Sonnenuntergänge…

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… ins eher raue und verregnete Skagway.

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Gib dem Affen kein Zucker.

Schon lange nichts mehr zum Thema 'Essen' & Ernährung gesagt. Schon seit geraumer Zeit stör ich mich selbst an meinem Zuckerkonsum. Aber einfach weniger Süßigkeiten, Schokolade und Puddingteilchen zu essen, das scheint mir nur schwer möglich zu sein. Esse ich eine Kleinigkeit, dann wird es schnell ein kleiner Haufen Allerlei. Ich schob die Gedanken also immer wieder weg mit der Einstellung: Ich schaff das ja eh nicht.

Ein paar Wochen vor meinem Urlaub postet jemand in Facebook, dass er als Koffein-Junkie nun auf eben jenes Koffein verzichten wolle und auch auf Zucker. Beides zur gleichen Zeit war dann wohl doch zu hart, aber den Koffein-Entzug zog er durch. Der Zucker-Entzug wurde verschoben. Das imponierte mir. Ich gehörte immer zu der Sorte Kaffeetrinker, die glaubten auf ihren Morgenkaffee angewiesen zu sein, und ohne 3-4 Kaffee einen Frühdienst gar nicht überleben zu können. Ich überlegte also, dass mein ausgedehnter Urlaub die perfekte Testlaufphase sei. Die ersten beiden Wochen hatte ich aber leider vergessen, dass ja auch schwarzer und grüner Tee Koffein enthält und hab darüber hinaus auch ab und zu mal vergessen, dass ich keinen Kaffee mehr trinken wollte und fand mich selbst mitten in Seattle mit einem Latte Machiatto in der Hand. Am Ende der Woche 2 korrigierte ich meinen Fehler und besorgte mir Früchtetee. Es folgten 5 Tage Kopfschmerzen und vermehrte Müdigkeit. Danach war der 'Entzug' überstanden. Das ist nun 6 oder schon 7 Wochen her. Ich brauche den Kaffee nicht mehr. Wenn ich Lust auf ein warmes leckeres Getränk hatte, dann machte ich mir eine Trinkschokolade.

Und da wären wir auch schon bei Topic Nummer zwei: Zucker. Ich bot jemandem auf der Arbeit Schokolade an, die herum lag und sie lehnte ab. Sie esse seit anderthalb Jahren keinen Zucker mehr. Und wenn man die ersten paar Tage überstanden hätte, sei das gar nicht mehr so schwer. Irgendwie imponierte mir das, und gab mir den Impuls mindestens die nächsten vier Wochen auf (raffinierten) Zucker zu verzichten. Also keine Trinkschokolade mehr, sondern noch mehr Früchte- und Kräutertee. Und wieder Kopfschmerzen.

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Victoria - Vancouver Island.

Während es auf dem Festland regnete, habe ich die richtige Entscheidung getroffen und bin mit Bus und Fähre nach Vancouver Island rüber gefahren um in der Sonne durch Victoria zu schlendern, mir mittags um eins in einem Pub ein Bier zu genehmigen und dabei Fussball-EM zu gucken. Der Rest der Stadt war aber auch recht sehenswert.

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Walking Dead. Unverständnis.

Natürlich weiß ich nicht erst seit gestern, dass es eine Zombie-Serie namens Walking Dead gibt, auf die scheinbar ebenso viele Leute abfahren, wie auch Game of Thrones. Allerdings wollte ich die Serie bisher nie anfangen, weil Zombies nicht so mein Ding sind. Aber nun kam es soweit, dass ich nichts zu tun hatte und keine meiner Serien gerade noch eine Folge übrig hatte. Also dachte ich: Heym bei Amazon Prime sind die ersten 5 Staffeln inkludiert, probier ich es doch einfach mal. Freunde hatten mir gesagt, dass es zwar schon um Zombies gehe, aber das auch nicht soo sehr im Vordergrund stünde und so schlimm sei es nun auch nicht.

Nun. Diese Freunde haben gelogen. Es ist ganz klassischer Zombie-Krempel. Und ziemlich ekelhaft. Und viel ekliger und brutaler als Game of Thrones. (Mittlerweile sagte man mir, dass sie erste Staffel noch harmlos sei). Ich hatte wirklich nichts zu tun und hatte die Aufgabe wach zu bleiben, also schaute ich die komplette erste Staffel. Was die Gründe dafür waren, dass diese Serie überhaupt über die erste Staffel hinaus kam, sind mir völlig schleierhaft. Abgesehen vom Zombie-Thema, fand ich es einfach ziemlich schlecht gemacht. Leider nicht so schlecht, dass es schon wieder witzig und unterhaltsam war, sondern einfach nur schlecht. Klar sind Zombies nicht rational. Aber abgesehen davon fängt das ganze ja schon völlig unglaubwürdig an. Der Protagonist wacht aus dem Koma auf, alle sind tot, seine Blumen Verblüht. Er liegt da also schon ne ganze Weile. Und ist weder verhungert, noch verdurstet, noch vollgekackt oder gepinkelt oder hat Druckstellen, weil ich niemand gewendet hat. Auf den ersten Metern die er geht hängt der Verband in jeder Einstellung an einer anderen Stelle und ist mal dreckig und mal recht frisch. Das sind Fehler, die in einer guten Serie nicht passieren sollten. Und war das wirklich ihr ernst? Sie sitzen da alle ums Lagerfeuer rum und kein einziger hört wie sich eine Horde von 20 Zombies nähert?

Naja. Jetzt hab ich die erste Staffel gesehen und weiß, dass mir nichts entgeht. Allen anderen wünsch ich viel Spaß beim zu schauen wie sie sich in der Serie gegenseitig abschlachten. Mein Ding ist das nicht.

Über eine Episode von "The Girlfriend Experiment", indem zwei schwingungsunfähige und affektflache Jura-Studentinnen sich als Call-Girls anbieten bin ich jetzt bei "Mr. Robot" gelandet. Mr. Robot bewegt sich im Feld der Internetkriminalität, bei dem eine Gruppe von Hackern Großkonzerne angreift und das finanzielle System zum Einsturz bringen will. Der Protagonist scheint irgendwo zwischen Polytoxikomanie, Schizophrenie und Sozialer Phobie hin und her zu schlängern und kann nicht so viel mit zwischenmenschlichen Beziehungen anfangen. Letzteres ist sehr empfehlenswert.

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Vancouver: Suspension Bridge.

Eine etwas kostspielige Sehenswürdigkeit in Vancouver ist die Caipilano Suspension Bridge. Man kann zusammen mit vielen anderen Menschen diese wackelige Brücke in 70 Meter Höhe überqueren. Auf der anderen Seite findet man dann einen recht schön angelegten Baumwipfelweg. Der Höhenangst zum Trotz muss man mindestens noch ein weiteres Mal über die schaukelnde Brücke wackeln…. nämlich entweder um zum Ausgang zu finden oder noch über den Cliff-Walk zu laufen. Ein kurzes Stück weg, das im Bogen um einen Felsvorsprung herum führt. Unter einem: Nicht viel, bis irgendwann der Boden kommt. Ob es einem dann die 30-40$ wert sind, muss jeder für sich selbst entscheiden.


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Vancouver. Glanz und Gloria.

Und dann ging die Reise weiter ins verregnete Vancouver mit gut polierten Wolkenkratzern in denen sich die Welt spiegelte, wenn dann mal die Sonne schien.

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Stahl-Tier-Zoo. Oder einfach: Hafen.
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The Clouds looked no nearer than when i was lying on the street.
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Die Olympische Flamme.
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Strand… Palmen… Meer…. Hafen-Robben.
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Gum Wall.

Und nun: The most disgusting wall i have ever seen. The Gum Wall unterhalb des Public Market Square. Es war einiges los dort und als Steigerung des Ekelfaktors den die Wand für sich allein erreicht, gab es dort auch diverse Gestalten die sich vor der Wand haben ablichten lassen. Natürlich. Aber nicht einfach so. Sie zeigten drauf, klebten ihr Kaugummi dort mit hin (Klar, davon lebt dieses *Kunstwerk*, aber es gab auch die ganz Mutigen Verdorbenen, die sich mit herausgestreckter Zunge den Kaugummis näherten (bis sie es berührten, weil sie die Entfernung dann doch nicht so gut einschätzen konnten) um eine tolle Erinnerung an dieses Erlebnis mit nach Hause zu nehmen.

Alles in Allem sehr farbenfroh und faszinierend von was sich die Menschen so anziehen lassen, was sie unter normalen Umständen wirklich eklig finden.

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Seattle N° 3: Underground

Unterhalb des Pioneer Square, einem Viertel nahe des Wassers gibt es Gehwege unterhalb des Strassenniveaus? Weshalb wurde uns auf einer dieser Underground Tours erzählt. Jedenfalls hatte man die Wahnsinnsidee (damals als es noch kaum Wassertoiletten und sicherlich keine Bankautomaten gab) eine Einkaufsmeile unterhalb des Straßenniveaus zu erschaffen. Irgendwann wollte man das Viertel abreissen und neu bauen, bis irgendwer diese Räume und Gänge wiedergefunden hat. Und jetzt machen sie mit Hilfe der Touristen etwas Geld daraus und das Stadtviertel hat - Gott sei dank - überlebt. Es ist nämlich sicherlich eines der hübscheren in Seattle. Und für mich gab es zu meiner Freude mal wieder die Gelegenheit kaputte Sachen zu fotografieren.



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Seattle N° 2.

Auf meiner Karten-App sah der Weg gar nicht so weit aus. Nach 3h war ich dann aber anderer Meinung, aber dafür endlich am Ziel angekommen, der Strand hinter dem Discovery Park. Eine wirklich ansehnliche Wald- und Grünfläche mitten in Seattle.

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Vom Columbia Center auf die Stadt runter gucken ist erstens sehr viel günstiger und zweitens sehr viel höher und somit drittens sehr viel besser. Und auf die berühmte Space Needle runter gucken kann man von hier auch. Am Ende der Stadt der Grüne Zipfel, da wo die Häuser dann aufhören, da war oben genannter Discovery Park und auch der Strand mit dieser kleinen Kapelle.
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Und das hier ist ein ganz besonderes. Meine Kamera hat während dem Fotografieren ganz offenkundig einen Fehler gemacht und zwei Bilder übereinander gelegt. Ich bedanke mich dafür bei ihr, denn so ist dieses einmalige Bild entstanden vom Stadion auf dem Wasser.
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Auswahlgespräch Regensburg

Nun könnte man meinen, dass es was gutes sei zu einem Auswahlgespräch eingeladen zu werden. Wenn ich mich für einen real existierenden Job bewerbe dann ist das vermutlich so. Wenn ich mich für einen Studienplatz bewerbe der nur für 1/7 der Bewerber real existiert, dann liegen die Dinge etwas anders.

Was wir nun schon wissen: Jede Uni kocht ihr eigenes Süpplein und oft ist das gar nicht so einfach welche Zutaten nun in welche Suppe hineingehören. Regensburg hat sich da nun ein ausgeklügeltes System überlegt um nicht rein nach der Bachelor-Abschlussnote Rangplätze zu vergeben. Jeder bis zur Not 1,3 ist qualifiziert (wobei ich mich frage, was sie eigentlich machen wenn sich da 250 Leute mit genau diesem Notenspektrum bewerben…?!). Alle die danach kommen, bekommen Punkte vergeben: 1,4 bekommt 10 Punkt abgestuft bis zur 1,8 die noch ganze 2 Punkte erhält und erhält damit die Qualifikation an einem Auswahlgespräch teilzunehmen (alles was schlechter ist, hat keine Chance und). Es gibt also zusätzlich 5 Punkte für einen experimentellen Kurs und 5 Punkte für das Vorhandensein Biologischer Psychologie. Beides natürlich jeweils im Umfang der Module, welche die Uni Regensburg anbietet.

Das Auswahlgespräch selbst dauert 10 Minuten und rein formal durfte ich mir ein Thema aussuchen über das wir im Ausgangspunkt reden würden, aber im Endeffekt war es eine mündliche Prüfung zu den Methoden der quantitativen Forschung. Ich habe mein T-Shirt in diesen zehn Minuten durchgeschwitzt und war sehr traurig, dass ich keines zum Wechseln eingepackt hatte. Ich kam nicht auf die einfachsten Dinge. Im großen und ganzen wurden drei Bereiche abgefragt in denen man jeweils 10 Punkte erreichen kann. Man benötigt mindestens 20 für die nächste Runde. Für die Runde in der mir dann vermutlich wieder ein Rangplatz am hinteren Ende zugewiesen wird. Denn mit 1,8 gehöre ich fast schon zum Ausschuss. Aber das ist in dem Fall vielleicht auch gar nicht so schlimm, denn so schön ich die Stadt Regensburg finde, die Uni hat den Charme einer öffentlichen Toilette in einer sommerlichen Samstagnacht. (Naja. Vielleicht doch nicht ganz so schlimm. Aber irgendwo muss der Frustration Ausdruck verliehen werden)

Also nein. Im Zuge der Musterbewerbung ist ist mit diesen diffizilen Punktevergabesystemen gar nicht so geil zu einem Auswahlgespräch eingeladen zu werden. Aber immerhin bekommt man eine Chance. Zumindest wenn man nicht zum absoluten Ausschuss hinter 1,8 gehört. Perverse Bologna-Reform. PERVERS.

Randnotiz: Ja Ich bin für 10 Minuten Gespräch 300km hin und wieder 300 km an einem Tag zurückgefahren. Man gönnt sich ja sonst nix.

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Studierfähigkeitstest Landau

Es kommt langsam Bewegung in die Master-Bewerbungssache. Vergangenen Samstag war ich ich beim Studierfähigkeitstest an der Uni Landau. Ich könnte mich stundenlang und ausführlich über die Frechheit aufregen so einen Auswahltest "Studierfähigkeitstest" zu nennen. Da die meisten in der Regel ein Abitur…. eine sogenannte Hochschulreife abgelegt haben, bevor sie angefangen haben an einer Universität zu studieren. Und nach einem bestandenen Bachelorstudium dürfte die Studienfähigkeit ja nun vollends ausser Frage stehen.

Aber ja: Natürlich ist mir bewusst, worum es bei dieser Art Test eigentlich geht: Auslese. Je nach abschneiden in diesem Test bekommt man eine bestimmte Punktzahl und kann sich somit in Kombination mit seiner Abschlussnote auf den Rangplätzen an den Mitbewerbern vorbeiboxen. Einige Unis bieten einen freiwilligen Test an. Ich war bei keinem einzigen (Ich war im Zeitraum in dem diese Test statt finden schlichtweg auf einem anderen Kontinent). Die Teilnahme am Test in Landau ist (für Uniausländer) verpflichtend um in den Bewerberpot zu kommen. Also musste ich da wohl oder übel hin. Aber man geht dort mit den Bewerbern sehr fair um. Weil ich beim eigentlich Testdatum noch im Urlaub war durfte ich aus Kulanz beim Nachholtermin teilnehmen. Der Test an sich war auch absolut fair und gut zu bearbeiten. Aus 4 Themenbereichen (Kommunikations-, Pädagogische, Wirtschafts-, Klinische Psychologie) hatte man drei zu wählen und jeweils 12 Multiple Choice Fragen zu beantworten. Am Nachholtermin waren wir vielleicht 30 Leute, die Woche zuvor seien es gut 400 gewesen.

In vier Wochen werde ich mehr erfahren. Wäre ich nicht im Urlaub gewesen hätte ich mich sehr gut auf diesen Test vorbereiten können, da es diverse Literaturempfehlungen dafür gab. Da ich aber keine Zeit hatte… Ihr wisst schon.

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Seattle N°1

Seit einer Woche bin ich zurück und habe - dank Alltag und Musterbewerbungen - noch kaum Zeit gefunden mich mit den Fotos zu beschäftigen, obwohl ich das immer sehr gerne mache. In dieser Bearbeitungszeit tauche ich nochmals zurück in die Momente und kann nachspüren was ich dort alles erlebt habe. Wie ein kleiner Kurzurlaub nach dem Urlaub. Ich habe massig Fotos… von 900 im ersten Durchgang schonmal um die Hälfte reduziert, jetzt geht es darum zu entscheiden, welche ich bearbeiten und behalten will. Und dann welche ich hier hochladen will. Also fangen wir an mit den ersten Fotos.

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JetLag

Verstörendes Szenario: Man sitzt entspannt in seinem Sessel und guckt aus dem Fenster. Draussen ist die wunderschöne weite Landschaft des Yukon zu sehen. Es ist Abend und wegen der Mitternachtssonne schließen wir nach dem Abendessen die Rollos. Ich schlafe unruhig und entscheide mich irgendwann dann doch für einen Film. Vor dem Frühstück machen wir die Rollos wieder hoch. Das schönste Sonnenlicht blendet uns. Zu sehen sind aber trotzdem nur Wolken. Wenig später tauchen wir in die Wolken ein und plötzlich ist da gar nicht mehr das weitere dicht bewaldete Land Kanadas. Ich sehe Felder, Häuser, Schwimmbäder. Hochhäuser. Frankfurt. Parken ganz hinten am anderen Ende. Die Fahrt mit dem Bus über das Rollfeld dauert fast länger als das durchqueren von Whitehorse gedauert hätte. Whitehorse. Hauptstadt des Yukon.

Ich habe wenig geschlafen auf dem Rückflug. All die Menschen, die wahnsinnig vielen Blechkarossen auf der Autobahn, das Stop-and-Go durch Heidelbergs Stadtverkehr. Die hässlichen Reihenhäuser in Eppelheim. Die Rückkehr in meine Wohnung. Große Häuser und Wohnungen und doch so wenig Platz. Das wir hier nicht ersticken grenzt schon an ein Wunder. Mein dringend nötiger Nachtschlaf wurde unterbrochen von einem Hubschrauber, diversen Feuerwehrautos und schlussendlich von krakeelenden Vögeln die mir alle ganz aufgeregt mitteilen, dass die Sonne aufgeht. Alles noch ganz unwirklich.

Kanada. An dieses Land hab ich mein Herz verloren.

Ich geh mich mal sortieren und in den kommenden Wochen werden Fotosund Berichte folgen.


Condor

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Überflüssige Aufnahmeroutine in der Psychiatrie?

Es gibt da ja Ansätze die auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen. Ein Beispiel:

Neue Patienten auf einer psychiatrischen Station herumzuführen und alles zu zeigen dasitzt zeitaufwändig. Richtig. Im Hinblick auf das Zeigen der Räumlichkeiten ist das sicherlich nicht meine Lieblingstätigkeit. Weil es immer das gleiche ist und man sich den Mund fusselig redet. Abgesehen davon erzählen unterschiedliche Pflegekräfte unterschiedliche Dinge. Die Idee das per neuer Technologien im virtuellen Raum zu standardisieren klingt also plausibel und sinnvoll.

Bis man anfängt sein Hirn zu benutzen: Es geht ja nicht nur darum dass der Patient weiß wo die Waschmaschine steht und wo es was zu essen gibt. Es geht für mich als Pflegekraft ja auch in ganz beträchtlichem Ausmaß darum, den völlig unbekannten Mensch kennen zu lernen und ein wenig einschätzen zu können. Oft ist also diese unliebsame Tätigkeit so aufschlussreich wie das ärztliche Aufnahmegespräch.


Hier eine Studie zum Thema:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=A+virtual+psychiatric+ward+for+orientating+patients+admitted+for+the+first+time.

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Juristisches Intermezzo beendet.

Ich hatte einen Ausflug in die Rechtswissenschaften. War fasziniert von der Denkweise die sich grundsätzlich von der psychologischen unterscheidet. Im realen Leben da draussen verhält es sich meist auch so, dass die Juristen sich über die verquere und völlig unverständliche Ausdrucksweise er Psychologen erheitern können, während die Psychologen eben jene unverständliche Ausdrucksweise den Juristen unterstellen. Die eine Gruppe hält die Andere für wesentlich verhaltensgestörter als den Rest der Bevölkerung. Man mag sich also ganz offenkundig.

Warum ich mir ausgerechnet Jura nach meinem Psycho-Bachelor ausgesucht habe? Intuition. Ich mag Gegensätze. Ich brauchte Abstand zur Psychologie. Ich weiß es nicht. Aber es war interessant. Und bleibt faszinierend. Wie die Rechtswissenschaftler verbissen alles haarklein auseinander nehmen. Analysieren. In die korrekte Reihenfolge bringen.

Eine Einsendeaufgabe hab ich bearbeitet und eingeschickt. Und erst danach das Propädeutikum bearbeitet. Umgekehrt wäre wesentlich sinnvoller gewesen. Ich hoffte daraufhin, dass meine Aufgabe irgendwo verloren gegangen sei. Hatte sie auch schon fast vergessen. Zu dem Zeitpunkt als die Bewertung in meinen Briefkasten landete, hatte ich die Entscheidung dass ich keine Prüfung in dem Fach ablegen würde, sondern die Kurse nur für mich persönlich aus Neugier durcharbeiten würde hatte ich in der Woche zuvor auf dem Rad irgendwo auf dem Weg vom Schwarzwald nach Stuttgart getroffen. Das ist nicht meine Welt. Nach 6 Jahren Tätigkeit in der Psychiatrie, wo ich täglich mehrere Augen zu drücke und wesentlich mehr als nur die berühmten Fünfe gerade sein lasse, da komm ich auf die Zerlegetechnik der Juristen nicht mehr klar. Und will es auch gar nicht. So verbissen möchte ich gar nicht werden. Und ausserdem möchte ich nach 5 Jahren Uni und Arbeit tatsächlich meine Freizeit mal ein paar Wochen genießen und nicht immer im Hinterkopf haben, dass ich noch was machen müsste um nicht abgehängt zu werden. Spannend finde ich die Arbeitsweise aber alle mal. Es war ein interessanter Ausflug. Ich habe einen kleinen Einblick gewonnen in ein mir bis dahin völlig unbekanntes und weitgehend unverständliches Gebiet. Geschadet hat es nicht. Ich bin nur traurig, dass ich die beiden Module nicht als Wahlpflichtmodul gewählt habe… damals bei M11. Hätte mir mehr Spaß gemacht als dieses unsägliche Modul der Bildungswissenschaften….

Wie meine Einsendeaufgabe ausgefallen ist? Erbärmliche 35%. "Verf. beherrscht den Gutachtenstil nicht." Korrekte Einschätzung.

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Lieber Bolognese statt Bologna.

Gestern habe ich meine vorerst letzte Master-Bewerbung verschickt. In den Wochen zuvor bin ich zum Teil wahnsinnig geworden mit den Anforderungen die jede Uni sich da ganz individuell zurecht gelegt hat. Dabei sollte mit der Bologna-Reform und der Umstellung in Bachelor und Master (ehemals Diplom) alles viel einfacher werden. Die Mobilität erhöht, vielfältige Möglichkeiten der Berufstätigkeit sollten sich schon mit einem Bachelorabschluss bieten. Wer das wirklich geglaubt hat: Weit gefehlt. Wo sind nun all die Arbeitsplätze die man sich von die Bachelorabsolventen erhofft hat? Wer sich keinen selbst bäckt, der hat in aller Regel keinen. Und das was man den Bachelorabsolventen anbietet … Da bleibt ich ehrlich gesagt lieber noch eine Weil ein Pflegeberuf. Da bekomm ich ähnlich viel bezahlt, hab aber 'nur' eine dreijährige Ausbildung absitzen müssen und hab weniger Verantwortung.

Wer also den Bachelorabschluss nicht angestrebt hat um im ausgeübten Beruf eine Gehaltsklasse aufzusteigen, oder in eine selbstständige Tätigkeit zu investieren oder einfach Glück hat, dem bleibt nicht anderes übrig als einen Masterabschluss anzustreben. Das Problem an der Sache: Die Uni bilden mehr *kleine* Bachelorpsychologen aus, als sie Plätze für den *großen* Masterabschluss anbieten. Was dann folgt ist der Klassiker der Evolutionstheorie: Surival of the fittest. Gestenauslese. Im wahrsten Sinne des Wortes. Mit einem Bachelorabschluss schlechter als 2,0 wird die Luft schon arg dünn.

Als ob das aber noch nicht reichen würde, darf jede Uni ihre eigenen Vorgaben zur Zulassungsvoraussetzung, Eignungsprüfung und Auswahlverfahren setzen. Was man als frisch gebackener B.Sc. in Psychologie mit Masterambitionen also zunächst macht: Zulassungs- und Prüfungsordnungen jeder Uni lesen die für einen selbst in Frage kommen. Hat man dann genug Unis auf seiner Liste fängt man irgendwann an sich zu bewerben. Und wem es bis dato noch nicht klar war, dass jede Uni sein eigenes Auslese-Süpplein kocht, dem wird es spätestens nach 5 h bewusst, wenn man mit viel Fleiß und Glück gerade mal 4 Bewerbungen fertig bekommen hat. Weil jeder was anderes will. Weil die Bewerberportale zwischenzeitlich abstürzen. Weil man die Fragebögen der Bewerberportale nicht versteht. Weil man seine Krankenversicherungskarte suchen muss, weil irgendwelche Unis die Krankenversicherungsnummer wissen wollen (HÄÄ?!). Das ihr nicht wissen wolltet wie mein Haustier hieß, und warum ich überhaupt ohne ein solches aufgewachsen bin, ist bis jetzt wirklich alles.

Mit etwas Glück habe ich mir die Anmeldefristen der verbleibenden Unis auf meiner Liste korrekt rausgeschrieben. Ich werde also erstmal in Urlaub fahren und danach hat sich im besten Falle jede weitere Bewerbung erübrigt, weil ich vielleicht schon von irgendwo eine positive Rückmeldung habe. Und wenn nicht, bin ich danach zumindest erholt genug die verbleibenden 8 oder 9 Bewerbungen fertig zu machen.

Bis jetzt sind Bewerbungen raus für Heidelberg, Mannheim, Koblenz-Landau, Tübingen, Ulm, Jena, Leipzig, Magdeburg, Regensburg.

In diesem Sinne also wirklich sehr viel lieber Bolognese-Sauce anstatt Bologna-Saufhaufen.

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Dauerlauf. Eine Hassliebe

Während eine Kommilitonin von mir immer tolle Figuren durch den Park läuft, gleichen meine Streckenverläufe eher verschiedenen Kartonagen und Verpackungsmaterialien. Da erfreuen sich eher die Menschen mit einer Vorliebe für geometrische Formen dran, als ein kreativer Geist.

Als ich vor zweieinhalb Jahren mit dem Lauftraining anfing, fand ich das eigentlich nicht so toll. Es war langweilig und frustrierend. Nach 2km hätte ich mich röchelnd an den Wegesrand legen können. Nach erstaunlich kurzer Zeit wollte ich mehr. In meinem Umfeld sprachen gerade alle davon, dass sie bei einem Halbmarathon mitmachen wollten. Ich begann mein Training für die 10km. Aus dem Halbmarathon wurde nichts, weil dann irgendwie alle verletzt waren und keiner Zeit hatte. Die 10km packte ich dennoch. Oder besser gesagt: Die 10km packten mich.

Nachdem ich mir damals ein paar Runden dazu mogeln musste um überhaupt in die Notenskala beim unsäglichen Cooper-Test (12min möglichst weit laufen) zu kommen hätte ich nie von mir gedacht, dass ich mal Freude am Laufen finden könnte. Aber da ist sie nun: Die Hassliebe zum Dauerlauf. Hass weil es einfach ziemlich anstrengend ist und ich garantiert nicht sonderlich vorteilhaft aussehe wie ich da vor mich hin schwitze und schnaufe. Liebe, weil es ziemlich geil ist hinterher, wenn man sich angestrengt hat und sich seine Leistung nochmal vor Augen führt. Liebe, weil es währenddessen doch ziemlich geil ist. Weil es beinahe was meditatives hat wie ich da so durch die Felder renne. Ich hab hier alle Zeit der Welt. Naja zumindest solange wie der Lauf ist. Zeit in der ich nichts anderes tun und erledigen kann als zu laufen. Ich kann in Ruhe über allen möglichen Krempel nachdenken. Mein Hirn ein Stück weit von all den Gedanken befreien die sich dort während der körperlichen Untätigkeit stapeln. Was in der Zeit des Laufes passiert, das passiert. Ich werde es nicht ändern können, weil ich gar keine andere Möglichkeit habe, als es Geschehen zu lassen. Weil ich nur das eine tun kann in dem Moment: Laufen.

Und ich glaube das ist etwas was wir viel zu selten tun: Uns auf eine Sache konzentrieren und die Dinge einfach geschehen lassen.

Mein nächstes Ziel? Die 10km unter einer Stunde. Und dann nächstes Jahr doch mal einen Halbmarathon anvisieren.

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Gutachten. Gut achten!

Manche wollten gerne wissen wie es mit Jura so läuft. Wer die Entwicklungen mitbekommen hat, weiß dass ich mir nach dem Abschluss des Psychologie-Bachelors im Rahmen einer gewissen Euphorie zwei Modul in Bachelor für Rechtswissenschaften geordert habe. Mit der Überlegung: Es könnte ganz sinnvoll sein, wenn man im Ansatz versteht, worum es in Gesetzen geht, mit denen man mitunter konfrontiert wird. Aber auch im Hinblick auf meinen Psychologiemaster und meine Überlegung, dass vielleicht irgendwann mal der Zeitpunkt kommt, dass ich ein psychologisches Gutachten schreiben muss. Ganz sicher wird sich das psychologische Gutachten von einem juristischen Gutachten unterscheiden. Aber ich bin mir auch absolut sicher, dass keiner es besser versteht astreinere und sachlichere Gutachten zu schreiben als die Juristen. Und wer weiß?! Vielleicht biege ich doch noch in die Rechtspsychologie ab. Dann habe ich zumindest schon etwas Vorwissen auf das ich zurückgreifen kann.

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Ich bestellte mir also noch die Billig-Ausgabe des BGB und dann saß ich hier mit meinen Studienbriefen. Und war ganz fasziniert wie andersartig der Schreibstil ist. Und überhaupt die Herangehensweise an einen Fall. Psychologie und Jura sind sich hier in ihrer Herangehens- und Ausdrucksweise gewissermaßen diametral entgegen gesetzt. Umso faszinierender für mich. Ich laß mich also so durch die Einführung ins BGB und dachte mir, dass ich jetzt auch mal eben so eine Einsendeaufgabe einschicken könnte und mich danach dem Propädeutikum widmen könnte. Rückblickend wäre es wohl umgekehrt wesentlich sinnvoller gewesen. Da das Propädeutikum die Einführung in die Gutachtentechnik und das Fach der Rechtswissenschaften überhaupt darstellt. Ich bin mir also ziemlich sicher, dass ich einen Haufen Müll abgegeben habe. Aber da ich bislang keine Rückmeldung bekam, gehe ich auch fast davon aus, dass diese Einsendearbeit irgendwo verschwunden ist.

Auch wie man beide Fächer lernt ist komplett unterschiedlich. In Psychologie musste ich wahnsinnig vieles auswendig lernen. Das Verständnis kam mit dem Faktenwissen. In Jura muss ich ziemlich wenig wissen. Ich muss mehr können. Das Wissen kommt mit dem Verständnis. Dem Verständnis der Gutachtenmethode. Dem Verständnis wie man ein Gutachten strukturiert. Und das allein ist schon gar nicht so einfach wie es sich zunächst mal anhört.

Juristen lieben Definitionen. Definitionen machen die Arbeit einfacher. Es muss immer ganz klar sein worum es geht. Und in aller Regel ist das zunächst einmal gar nicht so klar. Denn im Endeffekt gehen Juristen mit Konflikten um. Und Konflikte an sich sind schon nicht einfach. Wenn dann aber noch ein Jurist hinzugezogen werden muss, dann schon dreimal nicht. Also wird definiert und interpretiert und dargelegt. Aber immer in der korrekten Reihenfolge.

Wie es also läuft? Hervorragend! Ist wie Urlaub vom auswendig lernen, aber trotzdem bemüht man sein Hirn.

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Bachelorette mit Zeugnis und Jahrbuch und so.

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Nun ist es also hochoffiziell. Ich bekam mein Zeugnis, eine Urkunde, Diploma Supplement und noch ein paar Zettel. Und das Jahrbuch. Nun bin ich also eine Bachelorette. Und kann mich endlich mit einem Abschluss an den Unis für den Master bewerben. Was wesentlich mehr Zeit und Nerven in Anspruch nimmt, als ich mir ausgemalt hatte… Und so teile ich mir die Zeit ein zwischen Propädeutikum um die juristische Gutachtentechnik ansatzweise zu erlernen und Masterbewerbung. Jura ist eindeutig interessanter und weit weniger frustrierend. Auch wenn wir über deren Humor nochmal ein ernsthaftes Wörtchen reden müssen…. Und damit tauche ich wieder ab in meine Zettelwirtschaft der Bewerbungsunterlagen.

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Das Problem sind die Teilzeitkräfte.

Wenn ich mich mit pflegerischen Kollegen unterhalte geht es oft über privates, häufig auch über Abläufe in Krankenhäusern, die historisch anmutenden Machtkämpfe zwischen Pflege und Arzt, oder aber schlichtweg über die Personalpolitik.

In den allermeisten Fällen ist man sich einig: Auf den Stationen in Krankenhäusern (und dabei ist es völlig egal in welche Institution man schaut) sieht man pflegerische Unterbesetzung. Da ist eine Pflegekraft schnell mal für 8-10 pflegeaufwändige Patienten zuständig, im Nachtdienst sind es gerne mal 20. Oder noch mehr. Und von der Bezahlung für diesen Job will ich gar nicht mal anfangen. Für diejenigen die sich jetzt wenig unter dem Arbeitsaufwand vorstellen können: Stellt euch vor einem Säugling die Windeln zu wechseln und ihn zu füttern. Das entspricht etwa dem Zeitaufwand für die Pflege eines Patienten. Wenn keine aussergewöhnlichen pflegerischen Maßnahmen erforderlich sind. Oben drauf kommt noch die Dokumentation, die ca. ein Viertel der realen pflegerischen Aktivität entspricht. Nun stelle man sich also bitte vor, dass man 8-10 Säuglinge zu wickeln und zu füttern hat und im Nachhinein genauestens aufschreiben muss, was man getan und gefüttert hat und wie es dem Baby so geht. Schwierig das in 8 Arbeitsstunden unterzubringen? Richtig. Ist aber das Problem der jeweiligen Pflegekraft.

Manchmal hört man von seinen pflegerischen Kollegen aber durchaus andere Begründungen für den Pflegemangel auf Station: "Das liegt nämlich an den Teilzeitkräften. Die haben nämlich immer irgendwelche Klausuren* oder sonst irgendwelche Termine." Im Umkehrschluss bedeutet diese Annahme dann auch, dass es keine personellen Probleme gäbe, wenn alle Mitarbeiter Vollzeit arbeiten würden.

Was das heißen soll? Der Pflegenotstand kann durch die Teilzeitkräfte nicht dadurch gestopft werden, dass er eben mal am freien Tag einspringt, oder spontan die nächste Schicht wechselt.

Als Teilzeitkraft hört man auch öfter mal den verdeckten Vorwurf, dass man ja ruhig mal einspringen könnte, wenn man schon so viel frei hätte. Das man auch für weniger Arbeitszeit bezahlt wird, dass man möglicherweise ein Privatleben hat und nicht für die Arbeit lebt, dass man möglicherweise schlichtweg Gründe hat um weniger als 40h/Woche zu arbeiten, kommt diesen Leuten scheinbar nicht in den Sinn. Das man auch als 100%-Kraft dieses desolate System stützt, wenn man immer wieder sein eigenes Privatleben über den Haufen wirft, nur um den Kollegen bei Seite zu springen, wenn man wieder Not am Personal ist (was ungefähr an 2-3 Tagen pro Woche der Fall ist), kommt den Leuten auch nicht in den Sinn. Man ist davon überzeugt, dass die Teilzeitkräfte das Problem sind.

Manchmal bleibt mir auch nur ausdauerndes kräftiges Kopfschütteln als Handlungsalternative übrig.


*Anmerkung: Ich habe während meiner Teilzeittätigkeit ein Teilzeitstudium gemacht. Ich musste zweimal im Jahr zu Klausuren. Nur so von wegen "ständig irgendwelche Klausuren".




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Angststörungsgenerator

tigerturtle

Tiger & Turtle in der Nähe von Duisburg. Oder auch: begehbare Achterbahn.Mehr lesen...
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Bewerbung einer Pflegekraft.

Bewerbung für Job xy

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bewerbe mich für ihre ausgeschriebene Stelle und mein Profil ist wie maßgeschneidert für sie. Die Arbeit mit Menschen unterschiedlichster Herkunft bereitet mir ausserordentlich große Freude und bin emotional überdurchschnittlich belastbar. Ich höre mir all deren Geschichten an und stehe ihnen bei wenn sie in menschliche Abgründe blicken müssen und bin Begleiter im Schmerz. Ich bin äußerst flexibel, was ich regelmäßig im Schichtdienst unter Beweis stelle, wenn ich meine Spät- gegen eine Früh- oder einer Nachtschicht tauschen muss. Sehr oft schaffe ich es auch, durch mein koordinatives Geschick und mein ausserordentlich gutes Talent im jonglieren von Terminen auch am Folgetag für eine Schicht einzuspringen, obwohl ein frei geplant war und ich diverse Termine dort vereinbart hatte. Auch physisch bin ich auffallend belastbar, denn ich schaffe es beinahe mühelos zwischen einer Spät- und einer Frühschicht noch einen Bereitschaftsdienst einzulegen. Darüber hinaus bin ich auch überaus genügsam. Ich habe eine gute Ausbildung, ich weiß ganz genau was ich kann, aber ich prahle nicht damit. Ich habe kein Problem damit, mich unter Wert zu verkaufen und meine Arbeitskraft für mehr zur Verfügung zu stellen als mein Körper und Geist auf Dauer leisten kann.

Kurz gefasst: Ich bin ihr Mädchen für alles. Und zwar wirklich alles. Ob es um fachliche pflegerisch-medizinische Kompetenz geht, darum ihnen den Arsch zu retten oder einfach nur um Kaffee zu kochen: Ich kann es. Und ich bin dabei wirklich mehr als bezahlbar.

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Egozentrische Fischleins.



Da ist wohl was dran. Im Grunde sind wir alle ziemlich unbedeutend, wenn man sich das große Ganze betrachtet. Dennoch aber sind wir stets um die Befriedigung unserer eigenen Bedürfnisse bemüht. Was sollen wir auch sonst tun? Unser eigenes Leben und ein ganz kleiner Dunstkreis darum herum ist das Einzige was wir beeinflussen können. Das Handeln in diesem kleinen Dunstkreis gibt uns den Sinn für unsere Existenz. Würden wir uns in diesem kleinen Bereich nicht wichtig nehmen, dann bliebe nichts mehr übrig von uns. Wir sind bemüht unserer Existenz eine Bedeutung beizumessen und von anderen irgendwie wahrgenommen zu werden. Von manchen wollen wir geliebt und von anderen gelobt werden. Und von manchen Menschen will man in Ruhe gelassen werden. Aber auch dann haben wir das Bedürfnis vom Gegenüber in dieser Sache wahrgenommen zu werden und wollen ganz gerne dass sich die andere Person dran hält. Werden wir nicht geliebt, gelobt oder in Ruhe gelassen fühlen wir uns ziemlich schnell verletzt, gekränkt und klein. Das fühlt sich aber nicht gut an, und wir möchten das gerne vermeiden. Zumal sich so eine narzisstische Kränkung wirklich unangenehm anfühlen kann. Und wer will das schon?

Fakt ist: Wir haben alle unsere Bedürfnisse und wollen diese berücksichtigt sehen. Werden diese nicht berücksichtigt fühlt sich das kacke an. Die Reaktionen darauf sind so unterschiedlich wie das gesamte Farbspektrum. Je nach Beziehungsstatus mit dem jeweiligen gegenüber sind wir mehr oder weniger bereit unseren eigenen Narzissmus zurückzuschrauben und den des anderen zuzulassen. Im Besten Falle hält sich das die Waage, sodass ein ausgeglichenes Kräfteverhältnis entsteht.
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Masterliste: Kampfkeks-Ausgabe

masterliste

Eins vorweg: Wenn ihr wissen wollt, ob ihr mit eurem B. Sc. Abschluss eine Chance habt einen Masterplatz an einer bestimmten Uni zu erhaschen: Lest die Zulassungsordnung. Wenn es die nicht gibt, dann stehen die Zugangsvoraussetzungen in der Prüfungs- oder Studienordnung. In jedem Fall stehen die erforderlichen Kriterien in irgendeinem offiziellen Dokument der jeweiligen Uni unter irgendeinem Paragraphen. Ja das ist ziemlich umständlich und kostet viel Zeit. Und wenn ihr das mal für so 3-4 Unis gemacht habt, dann wisst ihr wie viel Arbeit in meiner folgenden Masterliste steckt.

Das zweite vorweg: Meine Liste ist absolut nicht vollständig und stellt eine kleine Auswahl der möglichen Masterstudiengänge in Psychologie dar. In meine Liste habe ich nur aufgenommen, was irgendwie annäherungsweise in Frage kommt. Die einzige Uni deren Bewerbungsfrist aktuell schon abgelaufen ist, ist die der Uni Heidelberg. Alle anderen Optionen stehen noch offen. Ob ich mich tatsächlich an allen Unis bewerbe: Ich weiß es noch nicht.

Das dritte vorweg: Einige Unis wollen eine bestimmte Anzahl ECTS in spezifischen Anwendungs- und/ oder Grundlagenfächern. Tut mir einen Gefallen und fragt nicht mich wie man die nachweist, sondern ruft an der richtigen Stelle in der Uni an. Soviel Informationskompetenz und Motivation, die richtige Ansprechperson zu finden erwarte ich von euch ;)

Und zu guter letzt: Bestandteil des Dokumentes sind auch Hinweise zu Möglichkeiten der Studienfinanzierung.

Hier bitte: Zwei verschiedene Optionen…

pdf: Download
google-docs: https://docs.google.com/spreadsheets/d/1AMOqb4cze7P51iqt5IldWL6otJB8ETPe15VrGiMNOEs/edit?usp=sharing

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Eine Woche Rechtswissenschaften

BGB_von_1896
Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ABGB_von_1896.jpg

In meiner Post-Bacheloretten-Euphorie hab ich mich kurzerhand in Rechtswissenschaften (Bachelor of Laws - Kurz: LL.B.) eingeschrieben und zwei Module bestellt. Warum? Vermutlich aus unstillbarem Wissensdurst, dem Wunsch in juristischen Fragen nicht völlig aufgeschmissen zu sein… zu anderen Teilen auch einfach um den Studentenstatus zu behalten und um nicht aus dem Lernen rauszukommen. Vielleicht hab ich auch einfach Angst nichts zu tun zu haben. Ob ich überhaupt Prüfungen schreibe, bleibt noch abzuwarten.

Jedenfalls. Was kann ich nach einer Woche im Besitz des Moduls 55101-3 Bürgerliches Recht I so sagen? Juristen lieben Definitionen. Sie lieben sie, liebkosen sie und vergöttern sie. Die Art sich auszudrücken geschieht unter dem Deckmäntelchen der Informationsverdichtung, aber mal ehrlich: So manches kann man auch wesentlich simpler ausdrücken ohne der Informationsverstreuung anheim zu fallen. Juristen können alles definieren. Und sie tun es auch. Vermutlich nehmen sie ihre Definitionen abends ins Bett und neben dieser einen Liebe ist gar keine andere möglich. Die Liebe zum Definiendum und Definiens hat aber natürlich auch ihre schönen Seiten. Da alles definiert wird, was nicht zu schnell davon gelaufen ist, darf man sich auch über die Definition von groben Undank erfreuen.

Das spannende für mich: Ich habe meinen Abschluss gerade in einem Wissenschaftsgebiet gemacht, in dem man zwar stets bemüht ist einheitliche Definitionen für bestimmte Begrifflichkeiten, Umstände und Zustände zu finden, aber in der das Auffinden von Definitionen auf der anderen Seite oftmals gar nicht so einfach ist. Man frage sich wo hört Aggression auf und wo fängt Gewalt an? Was ist Liebe? Was ist überhaupt ein Gefühl? Und wo verdammt liegt eigentlich der Unterschied zu Emotionen?

Auf den ersten Blick scheinen sich in den Rechtswissenschaften solche Fragen nicht zu stellen. Man scheint davon auszugehen, dass man wirklich alles einwandfrei und allgemeinverständlich definieren kann, sodass jeder das Selbe unter einer Sache versteht.

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Neon-Tiger.

Acryl auf drei kleinen Leinwänden. jeweils 20x20cm. Habe hier mit Schablonen gearbeitet. (nicht das noch einer denkt ich könnte so gut Tiger malen…)

neontiger
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Der Tod exisitiert nicht.

Der geilste Tag ist ein wirklich sehenswerter Film mit dem netten Herrn Schweighöfer. Aber darum soll es hier nicht gehen. Von den Dialogen blieb mir vor allem einer im Gedächtnis. Als die beiden Jungs auf dem Kran sind und Benno sagt dass man sich vorstellen solle, dass es den Tod gar nicht gäbe. Sondern nur die Zeit davor. Und das würde zählen.

Wer alles Angst vorm Tod hat, möge sich jetzt bitte am linken Ohr kratzen. Jeder hat sich sicherlich schon mal Gedanken darüber gemacht was nach dem eigenen Ableben geschieht. Wer wird wie trauern, was passiert mit den Dingen die ich zuvor besaß, wie geht das Leben der Hinterbliebenen weiter? Wir haben Angst. Aber warum? Uns allen ist klar, dass der Tod zum Leben dazu gehört und wir wissen alle wie schmerzlich es ist jemanden zu verlieren. Aber ich glaube kaum, dass einer von uns Angst vor dem Tod hat, weil er Sorge hat was mit den Hinterbliebenen geschieht und wie es denen ergeht.

Ich glaube vielmehr wir haben Angst vor dem Tod, weil wir Angst haben zuvor nicht das Leben gelebt zu haben was wir uns gewünscht haben. Dafür müssten wir aber erstmal rausfinden was wir eigentlich wollen. Und je mehr wir danach suchen was wir wollen, desto mehr Zeit und Leben fliegt an uns vorbei ohne das wir es überhaupt bemerken. Es fällt uns schwer den Moment als solchen wahrzunehmen und zu akzeptieren, dass genau dieser Moment das Leben ist. Wir wollen immer mehr. Wollen ganz viele tolle Sachen erlebt und gesehen haben, sodass es uns schwer fällt in dem Moment zur Ruhe zu kommen in dem wir uns gerade befinden.

Und ich heb als erste meine Hand wenn es darum geht zu vereisen, zu lernen oder mich zu bewegen. Anstatt im Moment zu leben. Aber ich hab auch Angst vorm Tod. Dabei zählt eigentlich die Zeit davor. Und nicht der Tod. Ich werd mir ein Memo dafür schreiben.

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#twitter

Die Älteren erinnern sich: Ich hatte schonmal einen Twitteraccount.

Jetzt habe ich wieder einen. Er wird gespickt werden mit allerhand Non-Sense, Stuss aus dem Alltag und Links die ich für lesenswert halte. Wer das wirklich will kann mir hier folgen.

Wer noch mehr *Inhalte* von mir lieber vermeiden möchte…. Eh… was machst du dann hier?!

twitter
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New York. Skyline.

Progress eines Bildes. Acryl auf Leinwand 70x40cm. Irgendwas zwischen 20-25 Arbeit. Ich hatte den Aufwand dezent unterschätzt. Umso zufriedener bin ich mit dem Ergebnis. Wie gewohnt fand ich es zwischendurch ganz grauenhaft. Linien waren mit viel zu unsauber, die Farben haben mir nicht in den Kram gepasst und von den ganzen kleinen Fenstern will ich jetzt mal überhaupt gar nicht anfangen.. Bis ich dann irgendwann die Kurve gekriegt hab.

Die nächste Skyline gibts gegen Bezahlung. Falls da jemand ernsthaftes Interesse hegen sollte.

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Klinische Psychopharmakologie

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Hab da noch eine Zusammenfassung gefunden für Klinische Psychopharmakologie. Hatte ich jetzt im Wintersemester noch an der virtuellen Hochschule Bayern belegt gehabt. Quasi als Vorbereitung für die Masterbewerbung. Ob und wie einem das von den jeweiligen Unis angerechnet wird ist zum Einen höchst unterschiedlich und zum Anderen höchst fraglich. Wenn man die vorweisen kann ist es aber sicherlich nicht von Nachteil.

Zeitgleich zu diesem Kurs hatte ich auch 'Vom klinischen Syndrom zur adäquaten Therapie' belegt. Dazu gibts aber keine Zusammenfassung mehr. Man könnte sagen: Die Luft war raus.

Kurz zum Aufbau der beiden Kurse: Sie sind als e-learning Kurs angelegt, es gibt mehrere Einheiten, welche man in eigens gewählter Reihenfolge durcharbeiten kann. Innerhalb jeder Einheit muss man Multiple Choice Fragen beantworten. Hat man mindestens 50% korrekt beantwortet, hat man die Einheit bestanden. Andernfalls muss man sie wiederholen. Wer nett bei der Uni nachfragt, bekommt nach Abschluss der Kurse und Übersendung der Zertifikate auch die ECTS ausgewiesen.

Für die anderen beiden Kurse die ich an der vhb (Allgemeine Psychopathologie & Psychiatrie und Psychotherapie) gilt: Seit ich die beiden Kurse belegt habe, wurde da was umgestellt. Ob das die Inhalte betrifft weiß ich nicht. Jedoch werden keine Online-Prüfungen mehr angeboten. Ob man jedoch ohne Klausurteilnahme auch die ECTS bescheinigt bekommt weiß ich nicht. Das müsst ihr bei der Uni selbst erfragen.

Viel Spaß!.

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Moral & Urteil.

Wer sind wir eigentlich, dass wir uns ständig ein Urteil über andere Leute und deren Leben anmaßen? Im Grunde wissen wir in aller Regel nichts bis gar nichts über die andere Person. Mit etwas Glück haben wir ein halbwegs stabilen Überblick über unser eigenes Leben.

Jeder von uns hat so seine eigenen Moralvorstellungen und Maximen nach denen er versucht zu leben. Ob die ihm nun bewusst sind oder nicht, spielt weniger eine Rolle. Die Vorstellungen wie die Dinge beschaffen sein sollten, wie man sich selbst anderen gegenüber verhalten möchte und wie man möchte, dass andere sich einem selbst gegenüber Verhalten sind da. Und sie sind bei jedem anders. Und nicht selten hat die Vorstellung davon wie man behandelt werden möchte wenig Ähnlichkeit mit dem wie man andere behandelt. Aber darum gehts ja eigentlich grad gar nicht.


moral
Bild: https://flic.kr/p/3KBnLW

Permanent fällen wir Urteile über uns und unsere Umgebung. Die Urteile über uns mögen dabei in einigen Fällen noch zutreffen, in den allermeisten Fällen sind sie aber derart durch die momentane Stimmungslage beeinflusst, dass man besser beraten wäre nicht über sich selbst zu urteilen, sondern es anderen zu überlassen. Auf der anderen Seite urteilen wir jedoch ständig über andere Leute. Ob wir sie nun kennen oder nicht. Gegenüber Freunden sind wir da im allgemeinen noch wohlgesonnenen, bei der Familie kommt es drauf an wie nah einem die jeweiligen Mitglieder stehen und bei völlig unbekannten kommt uns eher mal in den Sinn, dass das gerade erlebte Verhalten vielleicht gar nicht seine zu Grunde liegende Persönlichkeit ist, sondern vielmehr situativ bedingt.

(an dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass ich keinerlei empirische Grundlagen für all das habe und nur meine Beobachtungen wiedergebe)

Wirklich interessante Beobachtungen kann man aber im Kollegen Bekanntenkreis anstellen. Das kann geradezu faszinierend sein, wer sich da welche Art von Urteil über eine andere Person erlaubt. Man wähnt sich hier in einem Umfeld, in dem man den gegenüber kennt. Man vergisst, dass man die andere Person eigentlich nur oberflächlich kennt. Man weiß nicht, wie das Leben ausserhalb des beiden bekannten Überschneidungsbereiches aussieht. Man vergisst, dass man nur einen winzig kleinen Ausschnitt aus dem Leben der anderen Person kennt. In diesem Bereich finden sich auch jene Art moralische Urteile wieder in denen man die Neu-Verpartnerung einer vor kurzem Verwitweten mehr oder minder offen missbilligt. Aber was um alles in der Welt maßen wir uns da an? Keiner ausser den Beteiligten kann abschätzen, ob die alte Partnerschaft nicht vielleicht schon längst vorbei war, ob die beiden vielleicht eine Art Abmachung hatten. Und selbst wenn nicht? Was gehts irgendwen an?

Warum meinen wir das unsere Moralvorstellungen die richtigen sind und sind nicht in der Lage andere Vorstellung zu akzeptieren und andere Leute einfach ihr Leben leben zu lassen? Und wie die sich nun anziehen, ob sie gerne während des spazieren gehens lesen, oder ob sie erstaunlich zügig einen neuen Partner finden. Was gehts irgendwen anderes an, solang bei anderer Mensch davon Schaden nimmt? Man kann ja für sich selbst entscheiden, dass man sich lieber anders verhalten möchte, aber anderen auch das Anderssein erlauben.

Ich bin für weniger Urteil und mehr Leben.

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Unverbindliche Empfehlung

Sportcut-Empfehlung für die Generation pseudo-Beziehungsunfähig:

Vielleicht solltet ihr euch vor Augen halten dass unsere Generation mittels der online Portale Unverbindlichkeit geradezu zelebriert und perfektioniert. Wenn eine/r heute sagt "ich hab Bock auf dich" heißt das noch lange nicht dass er/ sie morgen auch Bock auf dich hat.

Wir haben die Freiheit der Wahl. Und genau diese wird uns umgekehrt auch zum Verhängnis. Ist saudumm. Ist aber so. Aber wir machen ja auch alle fleißig mit am System über das wir uns immer nur dann beschweren wenn es für uns nicht so läuft wie wir das gerne hätten.

Und jetzt geh was Arbeiten oder putz deine Bude. Das ist wesentlich sinnvoller als sich in der Schmach zu suhlen, dass die/ der Andere einen nicht so unwiderstehlich findet wie es wünschenswert wäre.

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Ein Leben zu haben, für das es sich zu leben lohnt.

Via Facebook über diese kurze Reportage (25 Minuten) gestolpert. Im Grunde ist es Werbung für die Dialektisch behaviorale Therapie. Mehrere Personen mit Borderline-Störung erzählen von ihrem erleben und warum sie bestimmte Symptome der Störung entwickelt haben, die für aussenstehende oft nur schwer nachvollziehbar sind. Durch ihre Beschreibungen wird es für eben jene Aussenstehende vielleicht etwas nachvollziehbarer.

'Having a Life Worth Living' (englisch)



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Blog-Neuerung.

Nur kurz zur Info: Das Plugin mit dem ich bisher meine Beiträge verfasst und veröffentlich habe, war ein tolles Tool, hatte aber seit einiger Zeit ein paar Kinderkrankheiten. Und nun hat der Entwickler des Plugins gänzlich das Handtuch geworfen. Ein anderer hat das Projekt nun zwar übernommen, aber ich war in letzter Zeit unzufrieden damit.

Ich bin also zurück zum 'Standard'-Tool von Rapid-Weaver. Das hieß aber auch, die alten Beiträge händisch per Copy & Paste zu übertragen, da es den Entwicklern von RapidWeaver lediglich möglich war eine Export-Funktion zu konzipieren, nicht jedoch eine Import-Funktion.

Bei der Gelegenheit gingen einige Blog-Beiträge in den Ruhestand. Ich hoffe schwer es funktioniert alles so wie es soll. Die alten Kommentare sind auch alle weg und werden auch nicht übertragen werden, aber ich hab sie alle gelesen.
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Geht zur Wahl!

Am kommenden Sonntag sind Landtagswahlen in Baden-Württemberg. Ganz grundsätzlich ist es eine gute Idee, den wenigen politischen Einfluss zu nutzen den wir haben und sein Kreuzchen zu setzen. Der Zeitaufwand ist minimal und da die Wahllokale bis um 18:00 offen haben, sollte es auch mit dem schlimmsten Kater möglich sein sich dorthin zu schleppen. Oder man beantragt eben Briefwahl.

sonntagsfrage
Quelle: http://www.infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundeslaender/baden-wuerttemberg/sonntagsfrage/

Und gerade in politischen Zeiten wie der aktuellen ist es umso wichtiger seine Wahl zu treffen. Wir sollten uns mit allen Kräften gegen Rechtspopulismus, Verfassungsmissachtung und Missachtung der Menschenrecht stellen. Die alfa, NPD, und REP werden vermutlich nur vom ganz ganz rechten Rand gewählt. Die AfD hat sich geschickt getarnt und ist durch Nischen und Angstschüren bei den Bürgern angekommen die mit der Politik, den Lebensbedingungen und vor allem sich selbst nicht zufrieden sind. Sie ist für Leute wählbar, die sich selbst nicht rechtspolitisch einordnen würden. Es mag auch so sein, dass einige der Wähler die AfD schlichtweg wegen ihrer Finanz- oder Asylpolitik wählen. Das Problem dabei ist: Man wählt nicht nur einen Aspekt des Parteiprogramms, sondern das Gesamtpaket.

Und für alle Menschen mit dem Argument: "Das wird in den Medien völlig falsch dargestellt!": Hier:
https://www.alternativefuer.de/wp-content/uploads/sites/7/2016/02/Landtagswahlprogramm_AfD-BW_2016.pdf gäbe es dann mal das Wahlprogramm zum nachlesen für alle. Kurz gesagt:

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Kriminalität & Sicherheit


"Datenschutz darf kein Täterschutz sein."

Hört sich ja nett an, aber wie um alles in der Welt, wollt ihr dass denn machen, dass eine Lockerung des Datenschutzes nicht zum Missbrauch der Daten und zu erhöhter Gefährdung potentieller Opfer führt? Was ich in dem Abschnitt rauslese ist vielmehr: Überwachung für alle - bist du lieb und nett, hast du ja eh nichts zu befürchten. Nein. Lieber nicht die Türen öffnen für ein lockeren Datenschutz a la Facebook. Im weiteren steht dort:

"Wirkungsvolle Integration setzt dort an, wo sie am dringendsten benötigt wird, nämlich bei straffällig gewordenen Menschen mit Migrationshintergrund."

Ahja. Ihr wisst aber schon, wer da alles zu den Menschen mit Migrationshintergrund zählt, oder? Alle nach 1949 zugezogene, und Kinder jener Leute. Auch wenn nur ein Elternteil aus dem Ausland zugezogen ist. Oder Spätaussiedler (Zuwanderer mit deutschen Wurzeln aus einem (ehemaligen) Ostblockstaat… allen voran die DDR… oder denken wir mal an all die Deutschen die aus Ungarn zurückkamen). Was ihr mit eurem Wunsch nach einer detailliert aufgeschlüsselten Polizeistatistik aber meint, ist meiner Vermutung nach was anderes…

"Wir regen an, einen 'Tag des Heimschutzes' einzuführen…"

Ich weiß ja nicht ob ich lachen oder weinen soll. Ich hätte dann auch gern den Veggie-Day der Grünen und mehr Schweinefleisch in den Kantinen um mit der CDU zu gehen. Jeder Partei seinen eigenen Schwachsinnstag. Der 'Tag des Bieres' den DIE PARTEI proklamiert halte ich dabei für den erstrebenswertesten.

"Wer als Ausländer in Deutschland schwere Straftaten begeht oder wiederholt straffällig wird…." Blabla.

Was ich in dem Abschnitt vor allem lese: Ausländer. Wie wäre es mal damit etwas neutraler von Wiederholungstätern an sich zu sprechen, anstatt implizit auszudrücken, dass nur Ausländer (oder Menschen mit Migrationshintergrund (jetzt hätte ich doch fast Migrationshitlergrund geschrieben) wiederholt straffällig werden. Mir ist es grundsätzlich egal von welcher Nationalität ich ausgeraubt werde. Hauptsache der Täter oder die Täterin wird geschnappt und kriegt eine angemessene Strafe. Aber eigentlich möchte ich lieber gar nicht ausgeraubt werden.


Asylrecht:

"…Wird dieser Zustrom nicht gestoppt, so ist das Ende der deutschen und europäischen Kultur besiegelt. Die Zukunft unseres Landes und unserer Keiner darf nicht derart verantwortungslosen politischen Hasardeuren überlassen werden."

Es wäre schön, wenn ihr da von euch selbst reden würdet, aber vermutlich tut ihr das nicht. Aber ich finde ja auch, dass durch die Öffnung der Grenze der DDR damals ein Haufen unkultivierter, krimineller und verrohter Menschenschlag die Westdeutsche Kultur zerstört hat.

"Nach australischem Beispiel sind auf dem Mittelmeer aufgebrachte Flüchtlingsboote in ihre Heimathäfen zurückzuschleppen. […] Dies alles ist nicht etwa inhuman – auf diese Weise musste Australien seit über einem Jahr keinen einzigen toten Flüchtling mehr beklagen."

Eh ja. Sie sterben dann eben nicht mehr auf australischem Boden. Traue keiner Statistik die du nicht selbst zurecht gebogen hast.

"Deutschland muss das Recht haben, Menschen, die unsere Kultur, unsere rechtliche Verfasstheit und unsere Werte grundsätzlich ablehnen, oder die ihre archaischen Gesellschaftsstrukturen und Gesetze hierzulande gar einführen wollen, den Aufenthalt zu verweigern."

Andere Kulturen zu achten und respektieren gehört also eher nicht so zu unseren Werten. Liebe AfD: Was genau sind denn diese deutschen Werte eigentlich von denen ihr immer schreibt? Ich weiß es wirklich nicht.

"Dazu gehört das Tragen des islamischen Kopftuchs. Bei ihm handelt es sich um ein religiös-politisches Symbol repressiver Strömungen im Islam und es steht für die Ungleichbehandlung der Frau."


Gut dass ihr umfassend darüber informiert seid, wofür das Kopftuch steht. Eine geringere Aussagekraft haben nur die Vorhersagen bezüglich meiner Partnerschaftsqualität anhand meiner Schlafposition. Ähnlich schlau wäre auch folgende Aussage: "Menschen mit Torte im Gesicht sind dumm."


Finanzpolitik:


"Nicht nur Steuerhinterzieher, sondern auch Steuerverschwender schaden unserem Gemeinwesen. Die Verschwendung von Steuergeldern ist genauso hart zu bestrafen wie die Steuerhinterziehung."

Gut. Dann fangt doch bitte bei euch selbst an. Um die Parteifinanzierung zu erhalten, habt ihr (ebenso wie DIE PARTEI) eine Lücke im System ausgenutzt und Gold verkauft um den Zielumsatz zu erreichen, den man benötigt um die Parteifinanzierung abzugreifen. Ich empfinde meine steuerliche Beteiligung an eurer Parteifinanzierung als Verschwendung.


"Bürgerarbeit statt Hartz IV […] Bürgerarbeit soll ca. 30 Wochenstunden umfassen und mit ca. 1.000 EUR monatlich sozialversicherungspflichtig entlohnt werden."

Yay! Zurück zur Zwangsarbeit. Reduktion von nicht-geringfügig entlohnten Arbeitsplätzen. Degradierung des Wertes von Arbeit.


Familie:

"Wir respektieren die eingetragene Lebenspartnerschaft. Deren Gleichstellung mit der Ehe lehnen wir aber ab. Das Recht auf Adoption muss Ehepaaren vorbehalten bleiben. Wir sind fest davon überzeugt, dass es für das Wohl von Kindern und Jugendlichen am besten ist, wenn sie von Vater und Mutter umsorgt aufwachsen."

"Dass derzeit mehr als jede dritte Ehe in Deutschland geschieden wird, ist nicht akzeptabel."

"da nur die Ehe zwischen Mann und Frau eine Familie begründen kann."


Kurz gefasst: Ehe zwischen Mann und Frau. Kinder nur für diese Konstellation. Eingetragene Lebenspartnerschaften werden eher Zähneknirschen toleriert. Scheiden lassen solltet ihr euch bite auch nicht. Alleinerziehende gelten dann fortan auch nicht mehr als Familie.

"Kindergarten und Schule sind auf Mädchen zugeschnitten, Jungen erfahren eine strukturelle Benachteiligung."

Aahhhja. #hyposparty ?!

"Die Alternative für Deutschland setzt sich für eine Willkommenskultur für Un- und Neugeborene ein und wendet sich gegen alle Versuche, Abtreibungen zu bagatellisieren, sie staatlicherseits zu fördern oder sie gar zu einem „Menschenrecht“ zu erklären. Schwangeren in Not müssen konkrete Hilfen angeboten werden, damit sie sich für ihr Kind entscheiden können."

Keine Abtreibungen mehr. Ungewollte Schwangerschaften? Hätteste mal besser aufgepasst.

"Die Bindungsforschung hat eindeutig gezeigt, dass es für die seelische und soziale Entwicklung und die spätere Bildung von Kindern und Jugendlichen am besten ist, wenn sie von Vater und Mutter umsorgt aufwachsen können."

Nein hat sie nicht. Das ist schlichtweg falsch. Die Bindungsforschung hat gezeigt, dass Kinder dann am besten aufwachsen, wenn sie einen sicheren Bindungsstil zu wenigstens einer Person aufbauen können. Ob diese weiblich oder männlich ist, ist egal. Es muss auch nicht ein biologisches Elternteil sein, sondern kann auch der Nachbar oder die Kindergärtnerin sein. Und ob die Bindungsmuster mit den Erziehungsberechtigten immer so den sicheren Bindungsstil aufweisen, halte ich für sehr zweifelhaft.


Bildung:

Kurz gefasst: Elitenförderung. Kriteriumsorientierung. Noten - Noten - Noten. Individualität & Neigungsbezogene Unterrichtsangebote: Fehlanzeige. Zucht und Ordnung!

———————————

Entschuldigung. Nach dem Bildungsabschnitt wollte ich dann auch nicht mehr weiterlesen. Aber das könnt ihr dann ja auch selbst machen.

Hab ich schonmal erwähnt, dass mich das Logo der Partei immer an Werbung für potenzsteigerende Arzneimittel erinnert? Dieses Viagrau-Blau mit dem aufwärtsgerichteten Pfeil. Irgendwie verstörend.


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Wir haben das Streiten verlernt. Dank an die sozialen Apps.

Es ist der Wahnsinn. Wir leben in einer Welt mit wahnsinnig tollen Möglichkeiten, die verfügbaren Technologien sind der Hammer. Auf meinen Laptop, das Internet und vor allem das Smartphone will ich auf keinen Fall verzichten müssen. Aber gerade das Smartphone hat so seine Tücken. Wer ein Smartphone hat, gilt als immer online und immer verfügbar. Einige meiner Freunde und Bekannten haben das Anzeigen des Onlinestatus und die Lesebestätigung in den Kurzmitteilung-Apps bewusst abgeschaltet, da sie sich nicht dem Stress aussetzen wollen direkt antworten zu müssen, sobald sie eine Nachricht gelesen haben.

Das Smartphone kann uns viel Arbeit abnehmen, in Zeiten ohne Arbeit dient es der Beschäftigung und eigentlich immer wenn Zeit ist dient es dem sozialen Austausch über diverse Apps. Aber gerade dieser soziale Austausch kann zum Stress werden. Der Sender am anderen Gerät erwartet eine rasche Rückmeldung sobald die Nachricht als gelesen markiert ist. Es besteht wenig Verständnis dafür, dass man möglicherweise keine Zeit oder im Moment keine Lust hat zu antworten. In der Konsequenz schalten einige eben diese Lesebestätigung aus.

Wirklich bedenklich finde ich aber diese absolute Abart schwierige Themen oder gar Streitgespräche über Kurzmitteilungen zu führen. Das Phänomen beobachte ich in meinem Freundeskreis leider erschreckend häufig und auch ich selbst hatte da auch so meine Erlebnisse in den vergangenen Jahren. In jüngster Vergangenheit hab ich mich gerade zu dem Thema mit ein paar Leuten unterhalten. Und ich versteh es nicht. Das heißt, nein. Eigentlich verstehe ich es doch.

Wir sind mittlerweile fast alle irgendwie vernetzt… Facebook, WhatsApp, iMessage….. Wir pflegen unsere Sozialen Kontakte über diese Netzwerke. Sehen uns vielleicht seltener, bzw. häufiger durch den Bildschirm der in unseren Händen liegt. Wenn ich nun auf jemanden sauer bin, muss ich nicht warten bis ich diese Person wieder sehe. Ich muss noch nicht mal aktiv werden, mich aus dem Haus bewegen oder auch nur irgendwo anrufen. Nein. Ich kann eine für mich recht gefahrlose Option wählen, die sofort verfügbar ist. Es ist ein bisschen wie als würde man seinen Frust ins Tagebuch schreiben. Nur viel besser. Statt ins Tagebuch schreiben wir einfach eine Kurzmitteilung. Und der Frust wird recht ungefiltert bei der Person abgeliefert die wir für unseren Frust verantwortlich machen. Das bei einer Textnachricht sehr wichtige nonverbale Informationen verloren gehen - da gar nicht vorhanden - kommt uns gar nicht in den Sinn. Wir vernachlässigen voll und ganz den Fakt, dass mein Gegenüber möglicherweise völlig unvorbereitet von dem Frust überrascht wird, wir wissen nicht in welcher Situation er diese Nachricht erhält und wir wissen auch nicht wie er diese Nachricht auffasst. Von Problemen mit der Autokorrektur wollen wir mal gar nicht anfangen. Man lädt also seinen Frust mehr oder minder ungefiltert irgendwo ab. Um dann nicht mehr verfügbar zu sein. Man benutzt eine Einbahnstraße. Und eigentlich ist das ziemlich unfair. Das ist ein bisschen so als ob man jemandem aus dem Schlaf heraus ein rohes blutiges Schnitzel ins Gesicht klatscht und dann schon wieder zum Fenster raus ist, bevor der andere überhaupt nur die Chance hat zu Fluchen.

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Bildquelle: https://flic.kr/p/C2zce8

Ein Streitgespräch über WhatsApp zu führen ist der Missbrauch eines sozialen Netzwerkes als asoziales Netzwerk. Und obendrein ziemlich feige. Zumindest wenn man gar nicht dazu bereit ist das betreffende Thema dann auch im direkten Kontakt zu besprechen. Weil dann müsste man sich ja dem möglichen Gegenwind des Anderen aussetzen. Und das wollen wir ja lieber mal vermeiden. Weil wir dann angreifbar sind, uns unsere Verletzlichkeit dann bewusst wird. Und dann kommt mir der erschreckende Gedanke, dass wir gar nicht mehr richtig streiten können. Dass wir vielleicht gar nicht mehr in der Lage sind einer Gegenpartei zuzuhören, Kritik anzuhören, reflektieren und anzunehmen. Vielleicht werden wir im Zuge der Weiterentwicklung virtueller sozialer Netzwerke immer egoistischer und selbstbezogener.

Vielleicht sollten wir auch einfach mal alle aufhören Diskussionen über eine winzige Tastatur in ein elektronisches Gerät einzuhacken und uns mit den Tücken der Autokorrektur rumschlagen. Viellicht sollten wir mehr miteinander reden und weniger schreiben. Ich für meinen Teil hab mir überlegt, dass ich vielleicht in Zukunft gar nicht mehr auf emotionales Geblaffe in Kurzmitteilungen eingehen möchte. Schon allein weil es mir viel zu anstrengend ist die richtigen Worte für die schriftliche Form zu finden. Es ist nämlich so, das es auf der schriftlichen Ebene sehr viel schwieriger ist einen Text so zu verfassen, dass beim Empfänger genau die Information ankommt, die ich als Sender beabsichtigt hatte. Im realen Kontakt können hier nonverbale Signale eingesetzt und gedeutet werden. Oder man fragt einfach schnell nach. Konflikte klären sich
face-to-face einfach wesentlich effizienter und zielorientierter.



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Bachelorette of Science.

10 Wochen und 2 Tage. So lange dauerte es vom Eingang der Bachelorarbeit in der Uni bis zu dem Zeitpunkt zu dem ich meine Note endlich erfuhr. Zwischenzeitlich war ich felsenfest davon überzeugt das Thema verfehlt zu haben und somit durchgefallen zu sein. Nach knapp 8 erkundigte ich mich per Mail nach dem Bearbeitungsstand. Eine Woche später erfuhr, dass die Begutachtung weitestgehend fertig gestellt sei. Ich wartete also nochmals ab. 2 Wochen später meldete ich mich wieder per Mail und bekam die Info, dass meine Begutachtung schon seit über einer Woche dem Prüfungsamt vorläge. Ich solle mich an die dortigen Personen wenden. Tat ich. Denen lag keine Note vor. Also doch wieder im Lehrgebiet bei der Assistentin angerufen. Und wie durch ein Wunder: Just an dem Morgen sei das Gutachten des Zweitkorrektor reingekommen…. Wie dem auch sei: Nachmittags stand meine Note im online-Prüfungsportal - und ich war mehr als happy. Und bin es immer noch.

Wer auf das Foto klickt folgt einem Link. Dort könnt ihr meine Bachelorarbeit runterladen, wenn ihr möchtet. Die Eckpunkte der Begutachtung werden dort auch zu finden sein.

Ich hätte da im Übrigen auch noch 3 Fehldrucke im Angebot, bei denen die Tabelle etwas verrutscht war. Falls jemand Interesse an einer (signierten) Printversion dieser überragenden Arbeit hat…. ;)

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Good Bye.

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Wenn Panta nicht die geilsten Hundeohren der Welt hatte, dann weiß ich auch nicht. Es ist schon lange her, dass ich den letzten Spaziergang mit ihr machte, aber in gewisser Hinsicht war sie einfach mein Kind. Von heute auf morgen musste sie gehen. Eine Vorwarnung gab es nicht. Mach es gut Panti!

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Terror - Ferdinand von Schirach.

Ferdinand von Schirach ist in der Welt des Rechts und der Literatur ein bekannter Mensch. Das ZDF verfilmte letztes Jahr die Schuldserie mit Moritz Bleibtreu und das war schon ziemlich gut anzusehen. Neben Essays und Romanen schrieb er mittlerweile auch ein Theaterstück, in dessen Genuss ich vergangene Woche kam.

Das Stück stellt mit einem einfachen Bühnenbild den Gerichtssaal dar. Das Publikum hat die Aufgabe als Schöffengericht den Angeklagten zu verurteilen oder frei zu sprechen. Anderthalb Stunden ist insgesamt nur wenig Bewegung auf der Bühne und dennoch ist man von der Geschichte gefesselt und verliert zu keinem Zeitpunkt die Aufmerksamkeit.
Worum gehts in derer Verhandlung?

Ein Flugzeug auf dem Flug von Berlin nach München wird entführt. Der Terrorist lässt Kurs nehmen auf die voll besetzte Allianzarena in München. Knapp 50 Minuten nachdem der Flugzeugentführer sein Vorhaben kund tat schießt ein Kampfjetpilot die Passagiermaschine ab. 167 Menschen sterben. Dafür überleg 70.000 im Fussballstadion. Mittels Staatsanwalt, Verteidiger und Nebenklägerin (und natürlich auch dem Täter) werden verschieden Ansichten von Gerechtigkeit, Moral und Prinzipien präsentiert. Die Frage die sich jeder Einzelne Zuschauer vor de Urteilsverkündung dann stellen soll ist ob der Täter verurteilt wird, weil er 167 Menschen ermordet hat, oder ob er freigesprochen wird, da er 70.000 andere gerettet hat.

Es stellt sich die Frage ob es gerechtfertigt ist ein Menschenleben gegen ein anderes aufzuwiegen. Ob man einige wenige Menschen (die offenkundig ohnehin dem Tod geweiht sind) opfern darf um eine Mehrzahl zu retten.

Die Auseinandersetzung mit moralischen Dilemmata im Rahmen von Gedankenexperimenten ist nun nicht neu. In den 1950ern wurde der Weichenstellerfall entwickelt: Man stelle sich vor, dass ein Zug ausser Kontrolle geraten ist und nun droht er fünf Menschen zu überrollen. Durch umstellen einer Weiche könnte der Zug umgeleitet werden. Die fünf Menschen überleben. Unglücklicherweise steht aber dort ein einzelner Mensch. Darf nun der Tod eines einzelnen Menschen in Kauf genommen werden um das eben anderer zu retten?

Es ist eine spannende Frage. Hier http://terror.kiepenheuer-medien.de lassen sich die Abstimmungsergebnisse aus den verschiedenen Aufführungen einsehen. In unserem Fall wurde der Angeklagte mit einer 2/3 Mehrheit freigesprochen.

Wer Gelegenheit hat sich das Stück anzusehen: Auf jeden Fall hingehen! Man wird es kaum bereuen.

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Zollverein Essen.

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Linien. Mehr oder weniger klar.Mehr lesen...
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Emotionales Outsourcing.

Ein Freund von mir sucht (mehr oder minder aktiv) eine Partnerin. Das sorgt in unseren Unterhaltungen immer wieder für interessante und spannende Stories, schon allein, weil es unfassbar spannend ist andere Menschen und deren Lebensweise kennen zu lernen. Zumindest im Ansatz. Und es sorgt für überaus erstaunliche Einblicke in die scheinbar völlig verquere Gefühlswelt unserer Generation. (Wobei ich mich eigentlich nicht auf die eine Generation beschränken will, weil ich in der Tat gar nicht weiß, ob das ein aktuelles gesellschaftliches Drama ist, oder ob es schon zuvor alles so irrwitzig war).

Also was erzählte er mir?

Es beginnt ganz klassisch: Die Verkäuferin seiner Lebensmittel fand er ganz attraktiv und freundlich und je öfter er dort einkaufen ging, desto netter fand er sie. Irgendwann gingen sie aus, aßen leckere Sachen und unternahmen unterhaltsame Dinge. Bevor sich die freundschaftliche Beziehung intensivieren konnte wurde es - für mich - interessant. Die Dame erzählte ihm von irgendeinem Typ mit dem sie zeitgleich zu den Treffen mit ihm eine intimere Beziehung gepflegt habe, aber emotional sei das für sie nicht so interessant. Gegenüber meinem Freund sei es aber eher irgendwie anders rum. Und bevor sie sich da weiter emotional engagiere und die Beziehung intensiver und intimer würde, wolle sie gerne wissen wie es nun bei ihm aussähe. Genau. Es klingt irgendwie verdreht und kompliziert. Mein Freund sah mich recht entgeistert an und fragte mich, was das denn für ein Konzept sei. Was das solle. Ob das vielleicht emotionales Outsourcing sei. Hier vögeln und dort fühlen?! Ich musste lachen. Nicht zuletzt weil er eine ganz spezielle Art hat solcherlei Dinge zu erzählen.

Emotionales Outsourcing. Der Begriff blieb mir im Kopf. In den Tagen danach begegnete mir dieses 'Konzept' auch in ganz anderen Kontexten. Und zwar gar nicht mal so selten. Da werden Gefühle und Emotionen in Situation und an Personen abgeladen die damit überhaupt gar nichts zu tun haben. Um mal ein wenig abstraktes Beispiel zu wählen:

"Emotionales Outsourcing - Schwedenversion" Wir kaufen eine größere Menge Möbel zum Eigenaufbau zu Hause in einem großen Möbelhaus. Beim Aufbau zu Hause fehlt in einem Paket eine Schraube und in irgendeinem Holzstück ist ein Kratzer. Ausserdem lag der Hund in der Abwesenheit auf dem Sofa und hat dort seine Haare vom Typ Superhaftung eingearbeitet und der Chef hat uns am Tag zuvor mit irgendwas auf die Palme gebracht. Statt sich die fehlende Schraube im nächstgelegenen Baumarkt zu besorgen und sich zu sagen, dass sich der Kratzer an der Seitenwand des Schrankes befindet, welche niemand jemals sehen wird tut man folgendes: Wir packen frustriert und entnervt die Sachen wieder in den Karton, suchen noch eine halbe Stunde den Kassenbon um zu merken, dass er sich noch im Geldbeutel befindet und fahren 35 km zum Möbelhaus zurück. Die Fahrt über versuchen wir eine gewisse Aggressivität aufrechtzuerhalten und legen uns die Worte zurecht die wir dem Mitarbeiter an der Service-Theke an den Kopf knallen können. (Die Option in einem adäquaten Umgangston einen Umtausch des Artikels zu erbitten ist nicht verfügbar, da wir uns ja noch über die Hundehaare und den Chef aufregen. Dinge die wir glauben nicht ändern zu können). Das tun wir dann auch. Der Service-MA kann zwar nicht für unsere Lage und eigentlich wissen wir das auch, aber nach geglücktem Umtausch (okay…. wir finden es natürlich auch noch völlig überflüssig und unangebracht und nicht im geringsten Kundenorientiert, dass man den Umtauschartikel an der Warenausgabe abholen muss und er einem nicht direkt an der Service-Theke ausgehändigt werden kann), laufen wir selbstzufrieden durch den Laden, klopfen uns im Geiste auf die Schulter, dass wir es diesem furchtbar inkompetenten Konzern mal so richtig gezeigt haben, verlaufen uns fast im Labyrinth und kaufen uns danach einen Hot Dog. Weil mal ganz ehrlich: Selbst wenn alle völlig inkompetent sind in allen Bereichen…. des geht nichts über die Hot Dogs.

Was haben wir getan? Wir haben unseren Frust - der im Ausgangspunkt äußerst wenig mit dem mangelhaft verpackten Artikel zu tun hatte - an einer Stelle abgeladen wo er überhaupt gar nichts zu suchen hatte. Haben unsere Emotionen outgesourced. Und wir sind täglich von solchen Menschen umgeben. Jeden Tag sind wir mit Menschen konfrontiert, die ihren emotionalen Müll bei uns abladen und wir stehen in der Regel ziemlich irritiert da und fragen uns, was wir nun eigentlich gemacht haben. An manchen Tagen nehmen wir uns sowas sehr zu Herzen und an anderen Tagen merken wir ganz klar, dass wir damit überhaupt nichts zu tun haben und man gerade nur als Mülleimer missbraucht wird.

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Master Desaster (2)

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Während ich immer ungeduldiger auf die Note meiner Bachelorarbeit warte, bereite ich schonmal meine Bewerbung für einen Musterstudiengang vor. Ich bin da natürlich nun etwas wählerisch und möchte ganz unbedingt einen Master mit Schwerpunkt in klinischer Psychologie. Meine Durchschnittsnote ist objektiv gesehen eigentlich ziemlich gut, aus Sicht des NC…. Naja. Geht so. Ausreichend für die offiziellen NC. Ich befürchte aber, dass es bezüglich des 'realen' NC kritisch wird.


Jedenfalls. Ich beschäftige mich also mit den Voraussetzungen. Zunächst mit einer einfachen Frage: Welche Unis kommen auf Grund der Schwerpunkte in Frage? Man vertieft sich hinsichtlich Bewerbungsfristen, NC und ECTS Voraussetzungen. Und dann wühlt man sich durch gefühlt unzählige Prüfungsordnungen.

Und dann kommt man recht zügig an folgenden Punkt:

Liebe Unis, habt ihr eigentlich alle den Knall noch nicht gehört? Ich hoffe ihr fühlt euch alle ganz super dabei, Voraussetzungen zu schaffen, die ausschließlich von den eigenen Bachelorabsolventen zu erreichen sind, Verfahren zu entwickeln die sich bei der üppigen Anzahl an Universitäten scheinbar vollständig voneinander unterscheiden. Das fängt ja schon bei Formelkriterien an: Die einen wollen alles amtlich beglaubigt, die nächsten bitte nur eingescannte Online Formale und die dritten nehmen einfache Kopien. Weiter gehts mir Auswahltests, die mal verpflichtend und mal freiwillig sind. Hochkomplizierte Punktesysteme wo man in ziemlich undurchschaubarer Weise auf Grund seiner Bewerbungsunterlagen (wenn man es dann schafft die richtige Anzahl an Unterlagen an die richtige Uni zu schicken) irgendwie bewertet und eingestuft wird. Aber richtig abgefahren wird es - wie ich finde - bei den ECTS die zum Teil vorausgesetzt werden. Okay. Das man für einen Schwerpunkt in klinischer Psychologie Creditpoints in klinischer Psychologie nachweisen muss, kann ich jetzt unfair finden, aber es ist auch irgendwie noch nachvollziehbar. (Oder auch nicht, wenn man das aus der Perspektive einer Person betrachtet die seit 6 Jahren in der Psychiatrie arbeitet und damit sicherlich mehr Ahnung von klinischer Psychologie hat, als jeder Bachelorabsolvent… Aber gut.) Wirklich witzig wird es aber bei Statistik & Methodenlehre. Angefangen von 8 Punkten die man vorweisen können soll, lässt sich das beliebig steigern über 12, 15, 24 bis hin zu 40 Leistungspunkten. 40?! WTF?! Was macht ihr Freiburger mit euren armen Bachelorstudenten? Lernen die auch was anderes ausser Varianzanalysen & Testkonstruktion?

Ich seh mich in gar nicht allzuferner Zukunft eigentlich schon an einer dieser elitären Unis, die mir knapp 700€ im Monat abknöpfen. Meine Fresse.

Bildungssystem Deutschland: Fail.

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Zeig mir wie du deine Schokolade isst, und ich sage dir was für ein Mensch du bist.

Walter Mischel führte (neben einigen anderen Forschern) ganz wahnsinnig spannende Experimente durch. Er setzte Kinder vor Süßigkeiten und sagte ihnen, dass sie diese eine Süßigkeit jetzt gleich essen könnten, oder aber warten könnten bis man wieder zurück in den Raum käme. Wenn sie die vor ihnen liegende Süßigkeit in dem Zeitraum nicht essen würden, bekämen sie zwei Süßigkeiten.





Neben durchaus niedlich zu betrachtenden Kindern erbrachten verschiedene Längschnittstudien auch diverse Ergebnisse. So stellt man fest, dass 25-30jährige die im Vorschulalter länger auf die Süßigkeiten hatten verzichten können, sich nun leichter taten langfristige Ziele zu verfolgen, gefährliche Drogen zu meiden und ein höheres Bildungsniveau erreichten. Insgesamt waren sie belastbarer und anpassungsfähiger und hatten einen geringeren BMI. Was davon nun auf die damalige Fähigkeit des Belohnungsaufschubes zurückzuführen ist, lässt sich aber so einfach gar nicht beantworten.

Um es mit John Watson zu sagen: "Eine Prädispostion, bedeutet noch lange keine Prädetermination". Sprich: Nur weil man eine Veranlagung zu einem bestimmten Verhalten hat, heißt es noch lange nicht, dass man diese auch immer in jeder Situation zeigt. Wer nur schwer auf Schokolade/ Chips/ Zigarette verzichten kann, hat in erster Linie die positiven Eigenschaften vor Augen. Kann förmlich fühlen wie die Schokolade auf dem Mund zergeht, wie sich das Paprikaaroma der Chips ausbreitet und wie die Entspannung nach dem ersten Zug an der Zigarette eintritt. Man will dieses positive Gefühl sofort. Um Walter Mischel zu zitieren: "So hat ein verlockender, appetitiver Reiz eine erregende, motivierende Qualität […] die Wirkung, die ein Reiz auf uns hat, hängt also davon ab, wie wir ihn mental repräsentieren." Das heißt eben nichts anderes als zuvor gesagtes: Wir stellen uns vor wie es ist wenn wir uns jetzt gleich belohnen. Wir fühlen all diese positiven Dinge die dann eintreten werden. Und weil wir als Menschen stets davon getrieben sind unser Wohlbefinden hochzutreiben, wollen wir das gute Gefühl am liebsten sofort. Aufschieben ist schwierig.

Ich selbst halte mich wahrlich nicht für einen Experten in Sachen Selbstdisziplin. Immer wieder esse ich viel zu viele Süßigkeiten, stelle am nächsten Morgen fest, dass das letzte Bier schlecht war und mit dem Rauchen hab ich einige Male versucht aufzuhören. Gescheitert bin ich stets an meiner Disziplin. Aussenstehende sehen das jedoch zum Teil ganz anders. Sie betrachten andere Teile meines Lebens und melden mir eine hohe Selbstdisziplin zurück. Dass ich mich doch immer wieder zum Sport aufraffen würde, das Studium neben dem Beruf durchgezogen hätte und mich im Zuge dessen immer wieder selbst strukturiert hätte, dass ich mich auch wirklich zum lernen hinsetze. Es verhält sich also vielmehr so, dass man wohl beides sein kann: Selbstdiszipliniert und so gar nicht selbstdiszipliniert. Es kommt auf den Bereich an den man betrachtet.

Viele, viele, viele Leute berichten, dass sie haufenweise Süßigkeiten gegessen hätten, als sie mit dem Rauchen aufgehört hätten. Das lässt sich ganz einfach erklären: Selbstkontrolle zum Zeitpunkt 1 (Nein, ich rauche jetzt nicht) vermindert die Selbstkontrolle zu Zeitpunkt 2 (Nein, die Gummibären…. ach Scheiß drauf! Hab heute genug gelitten beim Nichtrauchen. Her mit den Gummibären! Und den anderen Krempel auch noch!).

Walter Mischel macht in seinem 350 Seiten starken Buch durch - gut verständliche populärwissenschaftliche Ausdrucksweise - deutlich was für erfolgreiche Selbstkontrolle nötig ist. Er hebt die wesentliche Rolle Exekutiver Funktionen hervor, ohne die wir keine Chance hätten unsere Ziele zu wählen und zu verfolgen. Die Exekutiven Funktionen zeichnen sich dabei durch 3 Merkmale aus:
1. sie erinnern uns an unser gewähltes Ziel
2. sie lenken unseren Blick auf den Weg den wir schon erreicht haben und zeigen uns auf, an welcher Stelle wir Korrekturen vornehmen müssen
3. sie hemmen impulsive Reaktionen

Es ist elementar, dass wir uns ein individuelles Ziel setzen, dass wir erreichen möchten. Ohne Zielsetzung kein Ansporn. Ohne Ansporn keine Anstrengung. Ohne Anstrengung keine Weiterentwicklung. Ob und in welchem Ausmaß uns Anstrengungen jedoch anspornen oder aber ermüden hängt von motivatonaler Bedeutung, Einstellungen, Standards und nuntja… eben Zielen ab. Auf unserem Weg zur Zielerreichung werden wir immer wieder aufschießende heiße Impulse abfangen müssen, sie durch unsere Kognition abkühlen müssen. Uns selbst vom Sinn und der Notwendigkeit des Wartens überzeugen müssen. Wie man seine heißen Impulse, sein Verlangen nach der Schokolade/ der Zigarette/ wasauchimmer abkühlt…. das ist so individuell wie alles am Menschen. Fakt ist: Es hilft sich in greifbarer Nähe eine Ersatzbelohnung bereit zu halten. Statt der Zigarette eben Gummibären. Statt der Gummibären nackte Frauen. Oder was anderes. Der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

Schlussbemerkung: Als ich das Buch mit auf die Arbeit brachte schaute mich eine Kollegin schwer erstaunt an und sagte: "Und du liest ernsthaft 350 Seiten nur über Marshmallow-Projekte?!" - Ja und Nein. Aufhänger sind verschiedene Konzeptionen des Marhmallow-Tests. Mischel kommt auch immer wieder dorthin zurück. Aber eigentlich geht es vielmehr um Belohnungsaufschub, Willensstärke und Selbstkontrolle. Eingebettet in wissenschaftliche Forschungsarbeiten, eigene Beobachtungen und kurzen Erzählungen einzelner Probanden. Der Schreibstil ist für den Laien sehr gut nachvollziehbar, aber es scheint auch hinsichtlich wissenschaftlicher Gesichtspunkte gut fundiert und für den psychologisch vorgebildeten keineswegs langweilig, sondern recht unterhaltsam und kurzweilig.

Von was ich hier eigentlich die ganze Zeit rede: "
Der Marshmallow-Test: Willensstärke, Belohnungsaufschub und die Entwicklung der Persönlichkeit." Geschrieben von einem wichtigen Mann der Psychologie: Walter Mischel. Veröffentlicht 2015.

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Campbell Barracks

Heute war Bürgertag. Es gab ein 'Stadtfest' innerhalb der Campbell Barracks, die leer stehen und vor sich hingammeln, seitdem die Amerikaner aus Heidelberg abgezogen sind. Diverse wichtige Menschen mit gewichtigen Geldbeuteln streiten sich nun seit geraumer Zeit über die Verwendungsmöglichkeiten. Mit der heutigen Veranstaltung hatte ich die Hoffnung verbunden mir das Gelände mal ansehen zu können, ohne Angst haben zu müssen sich vor einem entsicherten Maschinengewehr wiederzufinden. Darüber hinaus hoffte ich über Informationen was in den Gebäuden drin gewesen ist (eine einfache kleine Infotafel mit Name und Funktion des Gebäudes wäre durchaus ausreichend gewesen) und vor allem: was sind die weiteren Pläne mit den Gebäuden? Randläufig wären Fressbuden auch nett gewesen. Es schimpfte sich ja Bürgertag und Stadtfest. Es gab einen kleinen Platz mit drei Buden und einem Getränkestand. Vielleicht waren es auch zwei Getränkestände. Es gab auch ein großes Zelt aus dem man wegen akuter Reizüberflutung besser wieder gleich geflüchtet ist. Dort haben sich vor allem kleinere Heidelberger Wirtschaftsunternehmen profilieren wollen und kleine fancy Schlüsselanhänger für Geld an den Mann und die Frau bringen wollen. Man hätte sich wohl Vorträge dort anhören können. Aber erwähnte ich schon: REIZ-ÜBER-FLUTUNG. Viel zu viel irrelevanter Scheiß auf einem Fleck.

Wie dem auch sei. Der Tag war dennoch lohnenswert. Wir nutzten die Gelegenheit offener Türen und bahnten uns nichtsahnend unseren Weg durch ein Gebäude. Nutzten weitere sperrangelweit offen stehende Türen. Nachdem wir nach über einer Stunde wieder aus einem Gebäude rausgestolpert waren, wurden wir vom Sicherheitsdienst dann sogleich wieder zum Besucherstrom zurückgeführt. Diese Gebäude seien nicht zur Besichtigung vorgesehen gewesen, erklärte man uns leicht angesäuert. Aha. Dann hätte ich an eurer Stelle mal die Türen abgeschlossen. Oder eine Banderole davor gehängt. Wir hatten somit aber immerhin Gelegenheit ein paar Fotos zu machen. Ich meinerseits heute nur mit dem iPhone.


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Generation Y - Wieso, Weshalb, Warum. Und wofür eigentlich?

Was die Generation Y ausmacht wird in diesem Wikipedia-Artikel eigentlich gut erläutert. Aber um es noch mal kurz zusammenzufassen: Wer zwischen 1977 bis 1998 geboren wurde, zählt zu dieser Generation. Während die Elterngeneration mal irgendwann eine Ausbildung absolviert hat und in diesem Job häufig bis zum Rentenalter arbeitet (oder gearbeitet hat) und die Elterngeneration auch für viele Sachen gekämpft hat, scheint das Verhalten in meiner Generation eher geprägt von Ziellosigkeit, Treibenlassen, Nicht-festlegen-wollen und dem Streben nach dem Besseren.

Genauer betrachtet ist das Verhalten gar nicht so ziellos wie es nach aussen hin wirkt. Wir sind aufgewachsen in einer Welt in der sich - nicht zuletzt durch massive technologische Errungenschaften - unzählige Möglichkeiten ergeben. Eine Entscheidung zu treffen wohin man im Leben will, welche Ziele man erreichen will, ist nicht wirklich einfach. Und es wird umso schwieriger wenn man so viele Möglichkeiten präsentiert bekommt. Wenn man erzogen wurde mit dem gut gemeinten Wissen: "Du kannst alles werden was du willst". Aber was will ich eigentlich? Wer bin ich überhaupt? Und wer sind all diese anderen Menschen? Sind es Konkurrenten, oder sind es Freunde die mir auf meinem Weg Unterstützung bieten können? Generation Y ist als Bezeichnung nicht ganz unberechtigt. Ich weiß nicht wie es in den Generationen vor mir oder nach mir war. Ich weiß nur, dass sich in meinem Bekanntenkreis (der sich oh Wunder! auf das Altersspektrum von 23 - 36 bezieht) viel hinterfragt wird. Jeder ist irgendwie auf der Sinnsuche und fragt sich was seine großen Ziele im Leben sind. Meine Eltern hatten in dem Alter schon zwei Hosenscheisser zu Hause und ganz andere Probleme (vermute ich).

Ich (und eben auch alle meine Bekannten) stehen aber vor einem Bällchenbad voller Möglichkeiten und Optionen. Ich für meinen Teil hab eine Ausbildung angefangen, in dem Wissen, dass der Job mich nicht bis zum Eintritt des Rentenalters erfüllen wird. Aber: Ich kann ja alles werden was ich will. Glücklicherweise hab ich mich irgendwie zum Abitur durchgeschleppt und mir standen damit in der Tat mannigfaltige Möglichkeiten zur Verfügung. Nach der schulischen Ausbildung springen wir alle voll motiviert in eben jenes Bällchenbad. Und je tiefer wir graben, desto gewisser wird eines: Eine Qualifikation allein wird nicht ausreichen. Die Zukunft ist ungewiss. Zusätzlich zu Plan A, brauchen wir Plan B. Und Plan C. Und wenn das nicht funktioniert müssen wir uns ganz flexibel wie ein Aal durch das Bällchenbad schlängeln und uns einen anderen Platz suchen.

Wir haben Angst uns festzulegen. Wir haben Angst, dass der Job den wir machen uns nicht erfüllt. Verdammt! Wir suchen allen Ernstes nach dem Sinn und der Erfüllung. Wollen ein besseres Leben als alle anderen. Wir wollen auf diese abgefahren bunte Wiese und als glückliche Einhörner Regenbögen pupsen. Wir tun uns schwer uns mit dem Mittelmaß zufrieden zu geben. Wir wollen es besser machen als die anderen. Streben nach Zieloptimierung. Manche verlieren das Leben darüber hinaus aus den Augen. Sie haben soviel Angst davor, die falsche Entscheidung zu treffen, dass sie sich gar nicht mehr festlegen wollen. Serielle Monogamie war gestern. Heute finden sich in meinem Umfeld hier und da polyamouröse Beziehungen und Bestrebungen. Polyamorie ist nicht zu verwechseln mit offenen Beziehungen. Es geht nicht um das Sammeln von One Night Stands sondern um das Aufbauen von langfristigen (Liebes-)Beziehungen mit mehreren Menschen. Das Konzept ist für mich gewissermaßen ein Sinnbild für diese Generation. Man legt sich nicht fest. Aber irgendwie auch doch. Man baut sich eine Beziehung zu Partner A und Partner B auf. Vielleicht auch noch Partner C. Oder doch was ganz was anderes. Man hat Angst was zu verpassen. Angst sich besseren Möglichkeiten zu verschließen, sofern man sich selbst vom Markt nimmt, weil man sich auf einen Partner festgelegt hat. Wer sich mehrere Partner sucht, hat evolutionäre Vorteile. Da kann der Vater für die Kinder dabei sein, der Partner mit dem man ins Ballett geht und die Partnerin mit der man Berge besteigt. Wir können alles werden was wir wollen! Wir müssen uns nicht mal auf ein Geschlecht festlegen. Werde bei der Partnerwahl, noch bei uns selbst. Facebook bietet 60 Möglichkeiten sich selbst irgendwo auf der Gender-Skala einzusortieren. What the Fuck!? 54 der Begrifflichkeiten kenne ich nicht mal.

Die Sache mit der Partnerwahl…. Würde ich jedesmal einen Kurzen trinken, wenn mir einer sagt, dass er sich für beziehungsgestört und bindungsunfähig hält, ich wäre von morgens bis abends voll. Ihr habt alle keine Beziehungsstörung und ihr habt auch alle keine Bindungsstörung (also gut, die Meisten von euch nicht). Ihr seid aber alle Opfer geworden von der Sehnsucht, als pupsendes Einhorn über eine Blumenwiese zu hüpfen. Und ihr seid auch alle Opfer von Partnern geworden, die euch genau aus den Gründen verlassen haben (oder gar nicht erst wollten), weil diese nach der Einhornwiese suchen. Wir sind alle Opfer unserer Angst, dass wir uns mit weniger als der Blumenwiese zufrieden geben. Das wir kein Einhorn sein können. Oder nein. Dass wir ein Einhorn sein könnten, aber die falschen Entscheidungen treffen und uns die Tür zur saftigen Pupswiese verschlossen bleibt.


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Aber liebe Eltern. So schlimm sich das jetzt auch anhört: Es geht uns nicht schlecht. Wir brauchen nur etwas länger als ihr um herauszufinden was wir aus unserem Leben machen wollen. Unsere Ausbildung ist vermutlich erst abgeschlossen wenn wir 35 Jahre als sind. Ob wir dann schon unseren Partner fürs Leben gefunden haben (oder wenigstens für die nächsten drei Jahre…) Sorry. Wir wissen das nicht. Wie sollen wir denn wissen, was sich noch für Möglichkeiten ergeben? Ihr habt uns gesagt: Ihr könnt alles werden was ihr wollt. Und wir versuchen genau das. Wir müssen nur erst rausfinden, was wir werden wollen, wenn wir mal groß sind. Und wir wollen uns immer gern die Option offenhalten zuzuschlagen, sollte sich eine bessere Aussicht bieten.

Keine Sorge: Für jeden von uns kommt irgendwann der Tag, an dem wir merken, dass wir schon längst Einhörner sind. Dass wir schon längst über die Blumenwiese schweben und das wir jede Möglichkeit haben glücklich zu werden. Wir werden vermutlich immer Angst haben etwas zu verpassen. Aber wir sind dann cool damit. Weil wir wissen, dass wir alles werden können was wir wollen. Weil wir oft genug unsere Prioritäten und Fahrtrichtung geändert haben. Weil wir verschiedene Ausbildungen gemacht haben. Weil wir nicht ganz nach unten fallen. Weil wir neben Plan A und B, flexibel sind uns auch was anderes auszudenken.

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Shortcut: Silvester, Flüchtlinge und Übergriffe.

Nur mal so am Rande, weil man in den sozialen und unsozialen Medien ja gerade wieder meint ausrasten zu müssen und voreilige Schlüsse aus Vorkommnissen zieht, deren Randbedingungen uns allen reichlich unbekannt sind:

Wäre ich ein kleinkrimineller Intensivtäter mit dem Tätigkeitsschwerpunkt 'Taschendiebstahl' würd ich mir wohl ein paar meiner Diebeskumpels suchen und mich an einen Ort begeben an dem viele Menschen sind, die im besten Falle schon etwas betrunken sind und an einem wo es laut ist. Möglicherweise in Kleingruppen an Silvester Leute beklauen.

Wäre mal so ein alternatives Erklärungsmodell zu 'Oh Gott, die Flüchtlinge werden uns alle umbringen!'

Und nur zur Klarstellung: Ich bin weder kleinkriminell noch Intensivtäter. Ich geh nicht mal bei rot über die Ampel, was diverse Menschen zu spontanen Heiterkeitsanfällen verleitet.

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Zurück im Training.

Neues Jahr - Neues Glück. Hart war die Wartezeit. Irgendwann hab ich mir selbst als Deadline das neue Jahr gesetzt. Solang wollte ich aushalten und meinem Fuß noch größtmögliche Schonung zukommen lassen. Hin und Wieder bin ich mal mit dem Rad gefahren, oder hab im freien Hallentraining ein wenig auf niedrigem Niveau trainiert. Immer mit Rücksicht auf den Fuß. (Für alle Unwissenden: Im August bin ich beim Bouldern von der Wand gefallen und auf der Matte umgeknickt. Ergebnis war ein Knochenödem, Bänderriss und eine obligatorische Sehnenscheidenentzündung. Und ein immens dicker und schmerzhafter Fuß).
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Am Sonntag das erste richtige Parkour-Training wieder. Und: Es läuft! Die Menschen in meiner Umgebung scheinen meine Euphorie darüber nur begrenzt nachvollziehen können, aber das ist okay so. Ich hab so viele Wochen auf diesen Tag gewartet und hab jetzt höllischen Muskelkater, aber dem Fuß gehts soweit gut. Also werd ich auch wieder mit dem Lauftraining einsteigen und bald auch wieder zum Bouldern gehen. Das wird ein Super-Frühling! (Winter wurde gecancelled.)

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5 Miles Lake.

Was schenkt man denn den Lieben? Nach kurzer Überlegung fiel die Wahl 2015 auf Bilder. Ich durchsuchte also den Flickr-account meines Vaters nach einem Bild aus Kanada. Nach der Geschenküberreichung wusste ich dann auch dass der See sich "Five Miles Lake" nennt. Gegenüberstellung Foto - Bild:

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So war das. Bisschen kitschig ist es dann ja doch.Mehr lesen...
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