2017

Summerschool für die Klinische Psychologie

Mit der Umstellung von den Diplomstudiengängen auf das Bachelor-Master-System werden wir nicht nur unzählige Absolventen haben die nach dem Bachelor auf den Arbeitsmarkt schwemmen und nur ein Bruchteil wird den Weg über den Master gehen. Ausserdem wird das alles vergleichbarer und man hat mit dem Bachelor viel mehr Wahlmöglichkeiten bezüglich der möglichen Masterabschlüsse. Und weil das alles so supergeil ist musste ich an der Medical School für den Master ECTS in klinischer Psychologie nachholen, die ich an der FernUni im Bachelor nicht erreichen konnte, da sie nicht Teil des Curriculums waren.

Zu meinem Glück musste ich nicht alle 15 Punkte nachholen, sondern nur 10. Weil mir 5 Creditpoints von Kursen angerechnet wurden die ich an der vhb abgeschlossen habe. Welche Kurse mir da im einzelnen angerechnet wurden, das hat sich mir nie erschlossen. Fakt ist aber: der geringe Aufwand hat sich gelohnt.

An der MSH hatte ich nun zwei Möglichkeiten: 1) Die fehlenden Punkte während des Semesters zusätzlich zu den Mastermodulen erwerben. Durch Besuch der Vorlesung und Seminare und abschließender Prüfung. Oder aber Option 2) 4 Vollzeittage pro 5 ECTS in den Semesterferien mit abschliessender mündlicher Prüfung an Tag 5 die unbenotet bleibt und nur bestanden werden muss.

Anfang des Semester überschlug ich also den Zeitaufwand und nach einer Bedenkzeit von unter 5 Sekunden hab ich mich für die Summerschool entschieden. Damit würden zwar zehn Tage meiner wohlverdienten Semesterferien dahin schwinden, aber ich erhoffte mir insgesamt weniger Zeit an der Uni zu verbringen und zum zweiten viel viel viiiiiil weniger Zeit mit der Lernerei für eine benotete Klausur zu Hause verbringen, weil ja in der Summerschool gar keine Zeit zum zu Hause lernen mehr übrig sein würde.

Jetzt ist die Summerschool rum und ich hätte keine bessere Entscheidung treffen können. Jedes Modul wurde von einem Dozenten (maximal 2) gehalten. Die Gruppengröße war mit 8-13 Personen doch sehr klein und übersichtlich. Fast schon familiär. Es gab viele gute Diskussionen, viel Input und Denkanstöße. Es war glücklicherweise nicht ausschließlich das Nachholen von Themen die wir nach dem ersten Mastersemester schon alle kannten. Natürlich war es das zum Teil auch, aber es gab auch neuen Input und praxisnahe Fallarbeit.

Was ich eigentlich sagen will: Wer immer die Qual der Wahl hat, dem kann ich nur zur Summerschool raten und die verlorenen Tage der Semesterferien eben die verlorenen Tage sein lassen. Danach kommen noch 1,5 Monate freie Zeit…

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MSH KPP SS17.

Ich dachte man könnte mal ein bisschen Buchstabensalat in den Titel eines Eintrages einstreuen. Was das nun heißen soll? Medical School Hamburg. Masterstudiengang Klinische Psychologie und Psychotherapie. Gestartet im Sommersemester 2017. Also gewissermaßen meine Laufbahn.

Ich hab während des Semesters schon ein bisschen was zu meinen Eindrücken des Studiengangs und der Uni geschrieben. Im großen und Ganzen ist alles ziemlich super. Und dabei will ich es heute auch belassen.

Und weil das meine Art zu lernen ist habe ich natürlich wieder meine Zusammenfassungen geschrieben. Und weil die ja sonst eh nur auf meinem Rechner verschimmeln, weil ich die nach den Klausuren nur noch äußerst selten brauche, lad ich sie wieder hier hoch. So können sich jeder Neugierige ein Bild von den Inhalten des Studiums machen. Also erstmal natürlich nur vom ersten Semester.

Ahoi!

>>Hier gehts lang.<<

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Berlin Streetart.

Berlin ist dreckig und wenig charmant. Aber für die Streetart, die an jeder Ecke zu finden ist definitiv eine Reise wert.

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High Definition Ludwigshafen

Bei wechselhaftem aber stets klebrigem Wetter heute mit der Kamera in Ludwigshafen um ein wenig mit HDR zu spielen.

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Fahrradtour als Klausurvorbereitung

Gestern war der letzte Vorlesungstag des ersten Semesters an der MSH. Soweit ist alles super und ich bin hellauf begeistert von den Inhalten und der Strukturierung. Das Geld ist gut investiert würd ich meinen. Aber irgendwas ist ja immer… Und in diesem Fall sind es die beiden Klausuren nächste Woche. Geprägt von der FernUni (und weil ich Druck vor den Klausuren nicht abkann und dann schlichtweg nichts mehr mache) hab ich wie immer während des Semesters gelernt. Sicherlich ist es der Stoff nicht gerade wenig Umfangreich, aber von der Fernuni kenn ich da noch ganz andere Hausnummern. Andererseits waren die Studienbriefe dort wirklich sehr gut strukturiert und es war ziemlich klar was auswendig zu lernen ist und was nicht. Jetzt ist das etwas freier und das macht es auch schwieriger. Weil - zumindest was das Modul psychische Erkrankungen angeht - nicht ganz klar ist, was sie am Ende von einem Wissen wollen. Nach kommendem Montag wissen wir es. Dann wissen wir ob wir das richtige gelernt haben oder nicht.

Während nun also alle einen Endspurt einlegen zum lernen, hab ich erstmal ne Fahrradtour gemacht. Im Süden Hamburgs. Von Tiefstack bis Bergedorf über den Marschdamm und jede Menge Deich. Nach 60km sind meine Beine nun reichlich Matsch, dafür ist mein Kopf aber wieder etwas freier. Und natürlich mache ich auch meinen Lernendspurt. Aber wenn mein Körper mich um 5:45 aus dem Bett wirft, dann hab ich bis 9:00 halt auch schon drei Stunden gelernt und finde das für einen Tag schon gar nicht so übel.

Aber weil Fahrradfahren viel schöner ist als lernen und das Wetter dafür heute perfekt war: Nicht zu warm und nicht zu kalt und für Hamburger Verhältnisse windstill, musste das natürlich genutzt werden. Und immer nur drinnen und sitzen macht einen ja auch blöd im Kopf.

Herrlich prokrastiniert mit Fahrrad fahren und unter einem Vorwand einen Blogartikel zu schreiben ;)



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Türöffner.

Früher hatte ich einige Schwierigkeiten damit allein irgendwohin zu gehen. Also jetzt nicht alleine zum Supermarkt, oder alleine in die Stadt fahren um Dinge zu besorgen. Sondern alleine weiter weg zu gehen. In eine andere Stadt zu gehen.

Ich hätte damals nach dem freiwilligen sozialen Jahr nach Wien gehen können. Hätte dort Psychologie studieren können und wäre mittlerweile schon Diplompsychologin und würde als Psychologin irgendwo arbeiten. Ich hatte einen Studienplatz dort. Ich hätte mir einige Schwierigkeiten des Bachelor-Master-Desasters durchaus ersparen können. Aber ich habe es nicht gemacht. Zu groß war die Angst vor dem Ungewissen. Die Sorge wie man in einer weit entfernten Stadt eine Wohnung finden könnte und wie man es schaffen sollte neben dem Studium das nötige Kleingeld zu verdienen schien mir unbewältigbar. Ich hatte auch nicht die geringste Idee wie andere Studierende das eigentlich schafften.

Und nun 11 Jahre später sitze ich hier in Hamburg. Nebenher nach Heidelberg zu pendeln um dort weiterhin ein paar Stunden im Monat zu arbeiten erscheint mir gar nicht so schlimm, auch wenn andere immer wieder darüber erstaunt sind, dass ich diese Strecke auf mich nehme. Dabei sind das 10 Zeitstunden in denen ich für Hin- und Rückweg im Zug sitze und nichts besseres zu tun habe als was für die Uni zu arbeiten. Und ich mach das ja auch nicht jedes Wochenende. Wenn ich einen Job in Hamburg hätte fänd ich es auch suboptimal, dass mir das freie Wochenende nicht zur Freizeitplanung zur Verfügung steht. Insofern ist das alles relativ.

Man muss aber auch sagen, dass mir der Umzug nach Hamburg viel weniger leicht gefallen wäre, wenn ich letztes Jahr nicht meinen Single-Trip gemacht hätte. Der hat mir gezeigt, dass man mit Leuten schnell in Kontakt kommen kann wenn man möchte und dass man zumindest für Stunden oder Tage Gefährten finden kann mit denen man was unternehmen kann. Aber auch wenn nicht, gibt es viel zu entdecken.

Und Hamburg macht es einem hier vielleicht aber auch besonders einfach: Hier gibt es wahnsinnig viel zu entdecken! Es muss einem gar nicht langweilig werden. Und wenn doch gibts ja immer noch Netflix und Bücher.

Was will ich eigentlich sagen? Für mich war dieser Umzug eine Chance aus dem bisherigen Leben auszubrechen. Ich brauchte mal dringend einen Tapetenwechsel und ich musste was anderes sehen. Es ist nicht so, dass ich es in Heidelberg nicht mehr ausgehalten hätte. Ganz im Gegenteil. Ich mag die Stadt total gern. Aber wenn man sehr lange an einem Ort ist, dann hat man so seine Routinen. Man rostet gewissermaßen ein. Man traut sich vielleicht wenig Neues. Man kommt nicht raus aus der Komfortzone. Wie soll man sich denn weiterentwickeln, wenn man seine Komfortzone nicht verlässt? Richtig: So gut wie gar nicht. Der Umzug in eine neue Stadt am anderen Ende von Deutschland in der ich niemanden kenne ist nun wirklich weit ausserhalb meiner Komfortzone gewesen. Und dieser Ausbruch stellt Herausforderungen an mich. Und es macht so unendlich viel Spaß neue Leute kennen zu lernen, neue Sachen auszuprobieren und sich auf ganz andere Charaktere einzustellen. Auf der anderen Seite ist man zunächst aber auch viel allein. Mit sich selbst allein. Muss sich überlegen was man nun den ganzen Tag mit sich anfängt. Denn wenn man niemanden kennt, muss man erstmal neue Kontakte knüpfen und an Freundschaften arbeiten. Das kann mitunter anstrengend werden. Aber ich finde man lernt sich dadurch auch neu kennen. Zumindest wenn man sich darauf einlässt. Fakt ist: Ich habe seit ich im April hier her gezogen bin allerhand zu tun und komme gar nicht groß dazu fotografieren zu gehen oder Bilder zu malen. Lesen ist während der Vorlesungszeit eh schon immer schwierig. Aber das kenne ich ja aus den letzten Jahren auch nicht anders.

Der Punkt ist: Wer woanders hingeht, macht nicht unbedingt eine Tür hinter sich zu, aber vor sich sicherlich einige neue Türen auf. Und das kann sehr schön sein wenn man ein bisschen mutig ist und sich darauf einlässt. Abgesehen davon ist Hamburg einfach schön. Und die Uni ist toll. Und alles ist grad ziemlich toll. Naja gut. Das Meiste ;)

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Welcome to hell. G20 in Hamburg.

Das Gute an diesem G20-Gipfel in Hamburg? Ich sitze zu Hause und lerne für die anstehenden Klausuren. Und dann hören die positiven Aspekte auch schon wieder auf.

Ich hatte überlegt zu einer der Demos hinzugehen. Die Nachttanzdemo am Mittwochabend hatte ich nicht auf dem Schirm, sonst wäre das sicherlich eine Option gewesen. Letzten Endes habe ich mich dann gegen eine Teilnahme entschieden. Denn die Eskalation war so vorhersehbar wie das Amen in der Kirche. Alle Seiten rechneten mit einer Eskalation und sie kam. In der Psychologie nennen wir sowas dann auch self-fullfilling prophecies. Selbsterfüllende Prophezeiungen.

welcome-to-hell-demo-in-hamburg-eskaliert_201707062115_full(Foto: dpa)

Meines Erachtens hätte der Standort Hamburg für ein Gipfeltreffen der Großen und Mächtigen dieser Welt (oder jenen die sich dafür halten) nicht schlechter gewählt werden können. Und das gilt im Grunde für jede Metropole die man hätte auswählen können. So haben die Gipfel in der Vergangenheit oft auf irgendwelchen Bergen oder Inseln stattgefunden. An nicht ganz so leicht erreichbaren oder attraktiven Orten. Das nun also die Chance eine Protestes an einem gut erreichbaren Standort genutzt wird, hätte wohl offenkundiger nicht sein können. Das beinhaltet auch jene Krawallos des schwarzen Blockes. Auch bei denen hat sich Wut aufgestaut, die sich nun massiv entlädt. Das Motto des Demonstrationszuges wurde dementsprechend passend gewählt: "welcome to hell".

Die Polizei hat damit gerechnet. Angesichts der Wahl des eben genannten Mottos und der Ankündigung, dass es den größten Black Block der Geschichte geben würde. Sie haben angekündigt bei den kleinsten Schwierigkeiten dazwischen zu gehen. Und es kam genau so am Donnerstagabend. Nach wenigen Meter wird die Demo gestoppt. Die Polizei in Erwartungshaltung, dass der Schwarze Block randalieren würde und die Demonstranten in der Erwartung, dass die Polizei überreagieren würde. Ob nun Henne oder Ei zuerst da war, wer zuerst randaliert oder überreagiert hat ist für den Aussenstehenden kaum nachvollziehbar und vielleicht eher eine Entscheidung der Gesinnung denn der Tatsachen. Nachvollziehbar ist für mich in jedem Falle, warum die Polizei verhindern wollte, dass der Zug in die bewohnten Viertel vordringt. Und das dürfte spätestens Freitagmorgen auch jedem anderen klar geworden sein.

Sinnlose Zerstörung von Fremdeigentum. Da werden Autos von Privatpersonen angezündet, die mit all dem nichts zu tun haben. Dieser Schwarze Block ist für mich keine Protestbewegung, sondern angereist um mal richtig die Sau rauszulassen.

Man möchte den Reichen und Mächtigen gratulieren zu dieser Wahnsinnsentscheidung eine ganze Stadt lahm zu legen, die Kapazitäten von Feuerwehr, Polizei und Rettungskräften überzustrapazieren und soviel Geld für nur ein Abendessen von einem von euch auszugeben, von dem eine Kleinfamilie eine Woche lang gut essen könnte. Von den Kosten für die Sicherung eures Happenings und den verursachten Kosten für all das Personal und entstandenen Sachschäden und Personenschäden will ich gar nicht anfangen. Die Summe ist für mich ohnehin so groß, dass ich sie mir beim besten Willen nicht vorstellen kann. Das man da sauer wird sollte kein Wunder sein.

Klopft euch auf die Schulter liebe verantwortliche Politiker, ausbaden tut es das normale Volk und vor allem diejenigen die gerade an der Front kämpfen müssen und den ganzen Dreck und Chaos dieser Krawallos beseitigen müssen. Herzlichen Dank auch an den Black Block, das der ganze friedliche Protest an sich nicht ernstzunehmen ist - schon allein weil er untergeht. In diesem Sinne: Danke für nichts.

Ich hoffe ihr lernt wenigstens daraus nie wieder ein Gipfeltreffen in einer Großstadt abzuhalten. Ausser ihr wolltet das genau so. Dann gratuliere ich zur Wahl von Hamburg als Standort. Besser hättet ihr es nicht treffen können.

fucku(Foto: Rasande Tyskar)

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Huch! Status: Normalmensch

Und dann ist da vergangene Woche etwas passiert, mit dem ich ja so bald nicht mehr gerechnet habe. Da stellte ein Mann eine Frage an eine Frau und am Ende der Woche war da Gleichstellung. Wie konnte das denn passieren?

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Damals als ich ernsthaft darüber nachdachte meine damalige Freundin zu heiraten, war zugleich auch ganz klar für mich, dass ich mich zwar binden wollte, aber nicht zu dem Preis einer minderwertigeren Lösung in Form einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Gut. Am Ende kam es dann für mich auch ganz anders, aber das ist eine andere Geschichte.

Was diese irre Idee einer eingetragenen Lebenspartnerschaft eigentlich sollte, dass war mir nie so ganz klar. Es gibt wenige Begrifflichkeiten die weniger unsexy, unromantischer und bürokratischer geklungen hätten als die eingetragene Lebenspartnerschaft. Aber man entschied sich dafür. Und eigentlich war das ja auch recht passend. Man wollte nicht dass Frau und Frau (respektive Mann und Mann) der Bindung zwischen Frau und Mann gleichgestellt ist. Man wollte eine Unterscheidung haben. Man wollte sich abheben können von "andersartigen Lebensformen". Sich besser stellen und der Ehe und damit auch den damit verbundenen Menschen mehr wert zusprechen. Die eingetragene Lebenspartnerschaft im alltäglichen Sprachgebrauch dann durch Homo-Ehe zu ersetzen, empfinde ich persönlich als noch viel ekliger. Homo-Ehe bringt es allen einfach nochmal mit aller Härte vor Augen: Homos sind nicht gleich Heteros. Ja gut. Sind sie auch nicht. Immerhin lieben sie das gleiche Geschlecht und man sollte berechtigterweise als Frau (Mann) immer Angst haben, dass die Lesbe (der Schwule) im Raum einen unwiderstehlich findet und sich aus dem Hinterhalt auf einen stürzt. Das sind ernsthaft Bedenken mit denen man konfrontiert wird! Und es bei weitem nicht so, dass die gleichen Personen Angst davor hätten von einem gegengeschlechtlichen Menschen auf die gleiche Weise bedrängt zu werden. Es ist absurd! Und ich komme vom Thema ab.

Die eingetragene Lebenspartnerschaft oder auch Homo-Ehe ist für mich ein Affront gewesen. Ähnlich einer Situation an der ein umfangreiches Festessen stattfindet, und das Personal darf die Reste essen. Natürlich freut sich auch das Personal, dass es heute leckere und aussergewöhnliche Häppchen verputzen darf. Natürlich ist auch der Akt der Verpartnerung ein schönes Ereignis, das besonders gewürdigt und gefeiert wird. Es setzt ein Zeichen, dass zwei Menschen sich aufeinander festlegen, füreinander da sein und sorgen wollen. Aber sie sind in ihrer Partnerschaft nicht gleichgestellt. Und das gibt mir persönlich den widerwärtigen Beigeschmack von Menschen zweiter Klasse. Das hält Grenzen und Ängste im Kopf aufrecht, die dort nicht sein müssten.

Und nun bin ich erstaunt… oder irritiert… dass ein Mann mit einer einzelnen Frage (und einer Antwort, deren Sinn und Inhalt ich auch nach mehrmaligem lesen nicht erschließen konnte) zu einer raschen Diskussion und noch rascheren Abstimmung geführt hat. Der Mann selbst sei übrigens tatsächlich enttäuscht, dass die konservative Kanzlerin gegen den Einbezug homosexueller Paare in die Ehe gestimmt hat. Kopfschütteln meinerseits und die Frage: Was genau erwartet man von einer konservativen CDU Politikerin? Naja. Nicht mein Problem. Ich freue mich. Alle Verpartnerten, in einer Homo-Ehe befindlichen Paare können in ein paar Monaten aufs nächstgelegene Amt gehen und sich in eine Ehe umtragen lassen. Niemand kann sich dann mehr neu verpartnern lassen. Alle dürfen heiraten. Ein bisschen spät, aber es ist ja auch bisschen müßig sich jetzt darüber aufzuregen. Und dann verschwinden hoffentlich bald die unsäglichen Begriffe Homo-Ehe und eingetragene Lebenspartnerschaft.

Und wir sind alle ganz normale Menschen.

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Letztens beim Fernsehen

nashorn

Nachdem ich mich knapp ein Jahr für Tickets beworben hatte, hat es dann unerwartet geklappt. Ich durfte zwei Tickets fürs Neo Magazin Royale erwerben.

Und so fuhr ich Anfang Juni mit einer Freundin nach Köln und hatte interessante Einblicke wie so eine Fernsehshow abläuft. Und wir hatten Glück an diesem Drehtag. Die Zeit des Einlasses kam und verging und wir standen immer noch draussen im Regen. Es täte ihnen sehr leid, aber heute würden die Proben etwas länger dauern. Und dann durfte sich jeder aus dem Einkaufswagen mit dem sie die wartende Reihe abliefen ein Bier (oder auch was alkoholfreies) nehmen. Und dann das übliche: Taschencheck, Kartencheck, Armbändchen drum. Ab zur Fotobox… dumme Gesichter machen. Warten bis zum Einlass. Und dann ab auf den zugewiesenen Sitzplatz.

boehmi

Zweiter Glücksfall an diesem Tag: Mit uns wurden zwei Aufzeichnungen gedreht. Zuerst die Aufzeichnung für die folgende Woche und im Anschluss die Folge für den folgenden Tag. Aus einem völligen logischen Grund. Die zweite Aufzeichnung die dann die erste werden sollte, war eine komplette Folge meines Lieblingsteils "Prise is a dancer" wobei das Publikum im Internet gestalkt wird und den Zuschauern dann irgendwelche mehr oder minder peinlichen Dinge präsentiert werden. Beim Einspieler verschwanden so einige vor Scham und Angst beinahe unter ihrem Sitz. Mir blieb die TV-Präsenz erspart. Und überhaupt konnte ich mich neben dem Mischpult ganz gut verstecken. Selbst als der Kerl direkt vor mir im Scheinwerferlicht war.

Und hätten wir mehr Zeit und weniger Arbeit am nächsten Tag gehabt, wären wir noch in den Genuss eines spontanen Gratiskonzerts von Kraftklub gekommen. War aber leider nicht. Aber geil wars trotzdem und hingehen würd ich auch nochmal. Auch wenn ich ich kein Freibier bekommen würde.

Wer nun das Spiel: Wo ist kampfkeks? spielen möchte, dem seien diese beiden Folgen des Neo Magazin Royale verwiesen:
1)
NEO MAGAZIN ROYALE mit Jan Böhmermann vom 8. Juni 2017
2)
NEO MAGAZIN ROYALE mit Jan Böhmermann vom 15. Juni 2017


neoplakat
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Boulderglück.

bouldern

Wer mich kennt, oder seit geraumer Zeit fleißig hier im Blog liest, der hat auch mitbekommen, dass ich vor 2 Jahren beim Bouldern in der Halle von der Wand gefallen bin. Nachdem ich allen erzählt habe wie sicher und ungefährlich Bouldern sei, weil ja unten überall Weichbodenmatten lägen. Ja nun. Da lag ich dann. Auf dieser Matte. Auf der ich beim aufkommen umgeknickt bin. Es war ziemlich was kaputt und ich habe erst nach 6 Monaten wieder langsam mit dem Laufsport angefangen. Richtig gut ging es dem Fuß aber immer noch nicht. Dieses Jahr im Februar gab es daher noch einen arthoroskopischen Eingriff um einen damals entstandenen Knorpelschaden zu beheben. Ich durfte also wieder ein paar Monate keinen Sport machen. Sobald ich die Krücken los war und beim spazieren sicher war, ging es erstmal wieder ab aufs Rad. Das hat gut geklappt. Als nächsten Schritt meldete ich mich im Fitnessstudio an. Das klappt auch ganz gut. Bevor ich aber mit dem Lauftraining anfange muss der Fuß noch stabiler werden.

Und so wagte ich mich diese Woche seit langer Zeit wieder an die Wand. Ich war ziemlich ängstlich. Meine Boulderpartnerin stellte auch fest, dass ich viel mehr mit den Armen klettere. Ich traue mich nicht richtig auf meine Füße zu stellen. Ich könnte ja wieder abrutschen. Und so hab ich einige Routen nicht hinbekommen, weil mein Kopf nicht mitgemacht hat. Geschafft hätte ich die sicherlich. Aber wenn der Kopf nicht will, wird es echt schwierig. Das Motto für diesen ersten Testlauf war aber auch, ein positives Erlebnis zu schaffen. Also setzte ich mich nicht unter Druck. Was ich schaffte, sollte ich schaffen. Und der Rest soll halt jetzt noch nicht sein.

Ich hatte jede Menge Spaß an diesem Mittag und bin mit einem sehr guten Gefühl dort weg gefahren. Einem Gefühl, dass ich wieder einen Schritt zur vollständigen Genesung voran gekommen bin. Einem Gefühl, dass ich immer noch bouldern kann und immer noch etwas schaffe. Ich bin schlichtweg sehr glücklich, dass ich wieder klettern kann. Denn zwischenzeitlich hatte ich auch große Angst, dass ich das an den Nagel hängen muss. Ebenso wie ich immer noch Angst habe, dass ich den Laufsport vielleicht an den Nagel hängen muss und auch mit Parkour nicht mehr anfangen kann. Aber selbst wenn das so sein sollte: Es bliebe mir dann immerhin das Bouldern. Und das ist doch schwer erleichternd. Da ist es auch nur ein sehr kleiner Wermutstropfen, dass ich 2015 so gut im Training war, dass ich sogar mal eine blaue Route geschafft habe und die grünen eigentlich meist machbar waren und jetzt hab ich wieder mit den grünen zu kämpfen. (Für Unwissende: gelb und weiß sind leichte Routen, grün dann schon anspruchsvoller, blau schwerer und dahinter kommt noch rot und schwarz und vielleicht auch andere Farben, die ich vergessen habe).

Bouldern macht nicht nur mich glücklich, sonder wirkt auch antidepressiv. Das haben Forscher in Erlangen untersucht und festgestellt. Die wichtigsten Eckpunkte und Ergebnisse der Untersuchung sind hier schön zusammengefasst: http://ze.tt/wie-bouldern-gegen-depressionen-helfen-kann/. Quintessenz der Untersuchung ist, dass Bouldern soziale Interaktion stärkt, dass sich auf das Problem fokussiert wird und damit der eigene Grübelkreislauf unterbrochen ist und dass man schnell Erfolge erzielen kann und eine positive Rückmeldung für die Selbstwirksamkeit erhält. All dies sind Aspekte die man quasi sofort selbst erleben kann, wenn man sich einem Boulder stellt.

Lange Rede kurzer Sinn: Ich bin verdammt glücklich, dass ich wieder bouldern kann! Und ich kann jedem nur empfehlen, das mal auszuprobieren.

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Eine Schifffahrt die ist lustig.

Zuerst ein Foto von oben.

Panorama

Dann ein paar Fotos von unten.

Elphi

Dock10

CapeMaria

Cosco
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Motivation, Volition was weiß ich schon?

Motivation, Volition, Intention, Appetenz und Bedürfnisse sind psychologische Konstrukte die - je nach dem wie schlau man im Gespräch wirken will - auch in der allgemeinen Bevölkerung gegenwärtig sind. In Selbstoptimierungsblogs, Lebensratgebern, Fitnessblogs und sonst welchen Beiträgen die sich mit Zielerreichung beschäftigen finden sich diese Konstrukte. Das psychologische Konstrukt ist jeweils das, was der Begriff versucht auszudrücken.

Manche Leute sind erstaunt wie ich meinen Job, das Studium, den Sport und mein Privatleben unter einen Hut bringe und dabei noch Zeit habe mich zu langweilen. So richtig genau kann ich das aus dem Stegreif selten beantworten. Ich mache das jetzt schon seit einigen Jahren und es funktioniert. In der Schulzeit war das allerdings nicht absehbar. Da war ich eher so ein Underachiever. Aus Desinteresse und Langeweile. Weil ich nicht wusste was ich mit Kurvendiskussion anfangen sollte. Weil ich andere (private) Dinge wichtiger fand. Weil mir niemand den Sinn und Zweck erklären konnte. Ich wusste nur, dass es sinnvoll ist sein Abitur zu machen, weil einem dann viele Möglichkeiten offen stehen. Auch in der Ausbildung habe ich noch bei weitem nicht das Engagement gezeigt, dass ich angefangen hatte an den Tag zu legen, sobald ich mit dem Fernstudium angefangen hatte. Und zu dem Zeitpunkt habe ich eben schon in meinem Ausbildungsberuf gearbeitet. Es hat sich so ergeben neben dem Job zu studieren. Es war bequem für mich. Ich war finanziell unabhängig und das Studium und das lernen war wie eine Art Hobby.

Grund dafür sind diverse Bedürfnisse (wie Selbstverwirklichung oder Wissbegierde) aus denen sich eine Motivation entwickelt. Die Motivation wirkt aktivierend im Hinblick auf eine Zielerreichung (Psychologin sein). Durch Intentionen richte ich mein Handeln auf dieses Ziel aus und die Polition unterstützt als Prozess der Willensbildung eben diese Zielerreichung. Zu wissen welches Ziel man erreichen will.

Also im Grunde ist es ganz einfach wie ich das mache: Ich habe verschiedene Ziele die mir nicht aufoktroyiert wurden, sondern die ich selbst - intrinsisch - aufgestellt habe. Die Motivation kommt von mir selbst und ich weiß wofür ich es tue. Es war meine Entscheidung. Es ist meine Entscheidung, dass ich bestimmte sportliche Ziele erreichen will. Also nehme ich mir die Zeit für den Sport. Es ist meine Entscheidung, dass ich Psychologin werden möchte. Also lerne ich. Es ist nicht ganz meine Entscheidung, dass ich für ein finanzielles Einkommen arbeiten muss, aber ich tue es, weil ich soweit wie möglich unabhängig sein möchte. Also arbeite ich gerade so viel wie ich mit den anderen Lebensbereichen vereinbaren kann.

Man sagt auch, dass dort wo ein Wille, auch ein Weg sei. Und dabei geht es nicht darum mit dem Kopf durch die Wand zu wollen und seinen Willen wie ein kleines trotziges Kind durchzusetzen. Dabei geht es darum, dass man sich im Leben Ziele setzt und diese auch erreichen kann wenn man den entsprechenden Einsatz dafür zeigt und bereit ist zu arbeiten. Natürlich funktioniert das nur bei realistischen und erreichbaren Zielen. Aber man darf sich schon auch selbst ein wenig fordern. Und dann sind wir am Ende doch wieder bei der Selbstoptimierung, bei der Idee eine bessere Version von sich selbst zu werden. Sich zu fragen: Was kann ich gut, was will ich besser können und wie kann ich das erreichen. Und warum überhaupt? Wenn dir für das warum keine gute Antwort einfällt, dann ist es vielleicht nicht das richtige Ziel.

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Holzhafen.

Eigentlich war ich auf der Suche nach einem vor sich hin modernden Hafen. Aber entweder hab ich an der falschen Stelle gesucht, oder die Überreste haben final das zeitliche gesegnet. Die Ecke an der ich war, war nur so pseudo-Lost. Da waren vereinzelt Menschen unterwegs die sich mit den Booten beschäftigt haben und die Werften sahen auch noch aus, als würden sie benutzt werden. Die Boote am Anleger waren zwar nicht mehr super in Schuss, aber eben auch nicht im Sinne eines Lost Place. Es sollte der erste Testlauf in HDR-Aufnahmen werden… also mit Stativ und Belichtungsreihen. Viel gefunden habe ich wie gesagt nicht, aber ein paar Testfotos habe ich mit nach Hause gebracht. Nach rumprobieren mit verschiedenen HDR-Bearbeitungsprogrammen fiel die Wahl recht schnell auf Aurora HDR 2017. Die Bedienung ist recht schnell nachvollziehbar und wer die Einstellungen nicht selbst vornehmen will hat gute Voreinstellungen zur Auswahl. Das Ergebnis der Bildbearbeitung hat mich überzeugt. Und für meinen ersten Testlauf bin ich durchaus zufrieden mit dem Ergebnis. Taking my photoskills to the next level… oder so.


Holzhafen_Anleger

Holzhafen_Boot_edit

Holzhafen_Schwimminsel
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Bad News für Karteikarten Liebhaber der FernUni

Wer an der FernUni studiert hat oder diese immer noch tut um meinen Blog hier schon eine Weile mitverfolgt hat, der weiß, dass ich immer einen Großteil meiner Lernunterlagen hier hochgeladen habe. Ich habe die Unterlagen für mich erstellt und es macht mir nichts aus sie zu teilen. Im Gegenteil: Ich finde die Vorstellung, dass andere mit meinem Kram auch ganz gut lernen können und wollen ja schon auch irgendwie ganz cool.

Nun gibt es aber ein paar kleine Bad News. Aber die guten vorweg: Alle Zusammenfassungen die ich erstellt habe, die bleiben hier erhalten. Das Schlechte: Viele der Karteikarten habe ich gelöscht. Beziehungsweise löschen müssen. Nun habe ich kürzlich von Card2Brain zwar ein Premium-Paket für 6 Monate geschenkt bekommen (weil ich so viele Karteien erstellt habe), leider jedoch haben sie im gleichen Atemzug die Möglichkeiten schmerzlich eingeschränkt. Mir sind nur noch 10 öffentliche Karteien erlaubt. Und so kann ich für den Master keine neuen Karteien erstellen. Wenn ich mehr wollte, dann müsste ich dafür Geld bezahlen. Da ich mit meiner Arbeit an den Karten allerdings rein gar nichts verdiene, ausser ab und an mal ein liebes Danke ist mir jegliche Investition zu teuer. Ich kann den Schritt auch nicht so wirklich nachvollziehen, denn warum sollte ich Geld bezahlen, damit andere mehr von mir lernen können? Andersherum ergäbe es aus meiner Sicht mehr Sinn. Dabei hatte Card2Brain so schön unkompliziert gestartet. Ohne Werbung und mit unbegrenzten Karteien im kostenlosen Account. Eine Art wahrgewordene Utopie. Ich befürchtete schon, dass es nicht lange so bleiben würde. Aber dass man selbst mit einem Premium-Account so beschnitten wird, das entzieht sich meinem Verständnis.

Also was ist die logische Konsequenz? Ich habe die allermeisten Karteien gelöscht. Ein paar gut genutzte habe ich jedoch stehen lassen (Biologische Psychologie, MC-Fragen M5, MC-Fragen M3, Grundlagen der Testkonstruktion M6, und eine Einführung in M7).

Ich finde es ziemlich schade, dass ich mein 'Angebot' nun so kürzen musste wünsche euch aber noch viel Spaß n´mit den verbliebenen Karteien. Wenn Card2Brain das Limit aber nicht wieder hochsetzt wird es leider gut möglich sein, dass noch mehr gekürzt wird. Je nachdem was im Master passiert.

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Hafengeburtstag

Ich war die Tage unterwegs um jemandem zu suchen, der mein Objektiv wieder in Schuss bringt. Das Ergebnis der Suche war, dass ich günstiger weg komme wenn ich ein neues kaufe anstelle einer Reparatur des alten. In den offline Märkten ließ sich jedoch nicht das finden was ich suchte. Telezoom mit Makro scheint nicht in Mode zu sein. Zugegebenermaßen würd ich mir auch lieber zwei geile Objektive kaufen, also ein Teleobjektiv und eines für Makroaufnahmen, aber das ist auch ganz schön teuer. Und für meine Fotoskills reicht ein gutes Kombiobjektiv erstmal noch aus. Also hab ich nun ein neues Spielzeug aus dem Hause Tamron. Das musste gestern getestet werden und wurde mit einem Besuch am Hafengeburtstag verbunden.

Ich würde sagen: Für die 94€ kann ich durchaus zufrieden sein. Zumindest mit den Aufnahmen im Zoom-Bereich. Makroaufnahmen hab ich gestern nicht wirklich machen können. Hat sich nicht so ergeben.

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Tote Mädchen lügen nicht.



Tote Mädchen lügen nicht ist eine Serie die es seit Ende März bei Netflix (auch in deutscher Sprache…) gibt. Im Original ist die Serie betitelt mit 13 Reasons why und das halte ich definitiv für den besseren Titel. Denn der deutsche Titel löst in mir eher das Gefühl aus, dass es dort um kleine Teenie-Dramen geht, die nicht ganz ernstzunehmen sind. In der Tat geht es aber um viele kleine und auch große Dinge die einem Mädchen während ihrer Highschoolzeit passiert sind und am Ende zu ihrer Entscheidung zum Suizid enden.

Die Serie ist in 13 Folgen von 50-60 Minuten aufgeteilt. In der ersten Folge lernt man Clay kennen, der zu Hause ein Päckchen mit 7 Kassetten vorfindet. Besprochen wurden sie von Hannah vor ihrem Tod. Pro Folge wird jeweils eine Kassettenseite erzählt. Pro Kassettenseite berichtet Hannah von jeweils einem Grund der zu ihrer finalen Entscheidung geführt hat. Es geht dabei um Themen wie Mobbing, Stalking und Vergewaltigung. Es geht darum, dass sich die Jugendliche am Ende sehr einsam, hilflos und wertlos fühlt. Sie kommt zum Schluss, dass sie ihre Situation nicht mehr aushalten kann und es für alle einfacher oder besser wäre, wenn sie nicht mehr da wäre.

Die Tage habe ich zwei Artikel im Internet gelesen in denen vor dieser Serie gewarnt wurde. Sie sei verharmlosend, stelle Suizid als mögliche Lösung dar oder würde durch den bekannten Werther-Effekt erst zum Suizid anregen.

Zu Punkt 1: Meinem Empfinden nach ist genau das Gegenteil der Fall. Der Suizid wird nicht romantisiert dargestellt. Er tut mit jeder Folge weh. Es tut weh sich anzuhören was Hannah als Gründe berichtet, es tut weh die Hinterbliebenen zu sehen wie sie um ihr eigenes Leben kämpfen und um das verlorene Leben trauern. Die Serie zeigt sehr gut, dass mit einem Suizid einzig und allein das Leben der betreffenden Person endet, die anderen Leben jedoch gehen weiter und keines davon wird leichter.

Zu Punkt 2: Ich finde keineswegs, dass in der Serie Suizid als mögliche Lösung angeboten wird, sondern im Gegenteil. Die Serie schreit in meinen Augen förmlich danach sich Hilfsangeboten zuzuwenden. Hilfe von anderen anzunehmen. Anderen Hilfe anzubieten. Und mal von sich selbst zurückzutreten und sich für einen kurzen Moment zu überlegen, was die eigenen Handlungen bei jemand anderem auslösen können. Das man nie wissen kann, was beim Gegenüber eigentlich gerade los ist und man sich einander also stets respektvoll begegnen sollte.

Zu Punkt 3: Ja, es gibt Berichte über Suizide die nach einem Vorbild-Suizid. Es gibt Annahmen über Zusammenhänge zwischen medial aufbereiteten Berichten über Selbstmord und einer darauffolgend ansteigender Suizidrate. Die Berichterstattung über Suizide von Prominenten ist nicht umsonst meist eher zurückhaltend. Was ich aus mehreren Gründen begrüssenswert finde, da das Andenken des Toten und seiner Hinterbliebenen geschützt werden sollte. Jedoch bin ich auch der Meinung, dass Suizid (und psychische Erkrankungen allgemein) immer noch zu häufig tabuisiert werden. Ja, Suizid macht Angst. Keiner von uns will eine nahestehende Person, Arbeitskollegen oder anders bekannte Person durch einen Selbstmord verlieren. Nahezu jeder fragt sich hinterher, ob man nicht irgendwas übersehen hat oder hätte tun können. Man hat Angst, da könnte Schuld bei einem selbst liegen. Die Entscheidung hat jedoch eine einzelne Person ganz für sich allein getroffen. Dadurch, dass hier die Hinterbliebenen mit ihrem Schmerz und ihrer Verzweiflung immer wieder im Vordergrund sind, liegt für mich der Fokus ganz klar auf dem Schmerz den ein Suizid verursacht und keineswegs darauf Suizid als Option anzubieten.

Ich fand die Serie gut und lohnenswert. Man konnte die Verzweiflung und Ohnmacht der Beteiligten sehr gut nachspüren. Es gibt wohl keine FSK-Einstufung, jedoch find ich einige Szenen schon recht heftig und würde die unter 16 Jahren eher weniger empfehlen.


Wer hier gelandet ist und Hilfe braucht, oder einfach mal mit jemandem reden möchte, oder jemanden kennt der Hilfe braucht, dem sei Frnd ans Herz zu legen. Dort finden sich Kontaktadressen und Hilfsmöglichkeiten.

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Master Reloaded

Die eifrige Leserin hat meinen ersten Masterversuch im Gebiet der Rechtspsychologie an der SRH verfolgt. Und auch dessen Scheitern. Für einen Neustart bin ich vor drei Wochen nach Hamburg gezogen. Hier gibt es an der Medical School ein - mit der SRH vergleichbar teures - Angebot des Masters in klinischer Psychologie und Psychotherapie. Meiner mehr oder weniger geheimen Leidenschaft. Ich hatte schon vergangenes Wintersemester mit einer Bewerbung gehadert und hab es dann aus Gründen nicht getan. Nun bin ich um ein paar Euro ärmer aber auch um ein paar wichtige Erfahrungen reicher.

Aber genug davon. Jetzt kommt der Teil auf den ihr wartet. Die Beantwortung der Frage wie es so ist:

Hamburg ist mega und immer einen Besuch wert. Einige verwirrte Seelen fragen mich bereits nach drei Wochen ob ich schon alles gesehen hätte während ich mich frage ob man jemals alles gesehen haben kann. Die Fakultät Humanwissenschaften zu der auch besagter Studiengang gehört ist im Hochschulstatus einer Universität gleichgestellt. Es besteht also Promotionsmöglichkeit und für diejenigen mit einem Bachelor von einer Universität auch die Möglichkeit eine Therapeutenausbildung anzuschließen. Zumindest mal in Hamburg (ob das in anderen Bundesländern möglich ist sollte jeder selbst überprüfen).

Da ich von der FernUni Hagen komme muss ich Creditpoints in klinischer Psychologie nachholen. An der Zahl wären es 15 ECTS. Hier wurden mir aber netterweise Kurse von der virtuellen Hochschule Bayern anerkannt (falls sich nochmal jemand fragt ob die zu irgendwas gut sind: ja!). Jetzt muss ich nur noch 10 Punkte nachholen. Durch mittelfristige Verwirrungszustände seitens der Uni sollte ich zunächst noch 5 Punkte in Arbeits- und Organisationspsychologie nachholen, aber das hat sich heute geklärt und NEIN! Gottseidank nicht. In Hagen hab ich auch gefühlt 30 ECTS erworben. Es gibt (neu seit diesem Semester) zwei Möglichkeiten diese Punkte nachzuholen:

1. Man besucht die entsprechenden Veranstaltungen während des Semesters und legt mit den anderen Bachelorstudenten gemeinsam die Prüfung ab
2. Man geht zur Summerschool ausserhalb der Prüfungszeit in der Vorlesungsfreien Zeit. Für 5 ECTS jeweils eine Woche mit direkt anschließender Prüfung.

Wie man das nun handhabt… Die Geschmäcker sind da sicherlich verschieden. Ich nehme die Summerschools, weil mir das unter dem Semester zu viel Stress ist.

Wenn ich ganz viel Glück habe wird mir das Semester in Rechtspsychologie noch anerkannt, sodass ich nicht zur Forensikvorlesung muss, was mir eine Prüfung erspart und etwas Lebenszeit in der ich andere Dinge machen kann, als Inhalte zu wiederholen die ich schon kenne. Für diese ganzen Anrechnungssachen gibt es eine furchtbar nette und hilfsbereite Ansprechpartnerin, die sich um alles kümmert.

Zu den Inhalten…. Ich weiß jetzt endlich was der Unterschied zwischen Vorlesung und Seminar ist. Das ist mir im vorigen Mastersemester nicht klar geworden (und an der FernUni gibts diese Unterscheidung aus Gründen gar nicht…). Die Vorlesungen sind durchweg gut. Die Dozenten sind vorbereitet und es wird viel Wissen vermittelt. Bisher wird der Spagat zwischen wissenschaftlichen Grundlagen und Anwendungsbezug wirklich hervorragend gemeistert. Im Modul Forschungsmethoden hab ich wahnsinnig viel Glück gehabt und hier eine Dozentin erwischt, die für ihr Fach und die Lehre zu brennen scheint. Ich habe das starke Gefühl, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben nicht nur irgendwas stupide auswendig lerne in Statistik, sondern auch was verstehe. Neben den Vorlesungen die vom Dozenten gestaltet werden müssen - wie man uns eingangs deutlich gemacht hat - wird in den Seminaren ganz klar unsere Mitarbeit erwartet. Überwiegend in Form von Referaten… Ausnahme wiedermal die Forschungsmethoden. Hier stellt die Prüfleistung ein Science Slam dar. Richtig. Wir freuen uns auch schon alle…. naja gut… vielleicht wenn es soweit ist.

Nach dem Reinfall im Wintersemester waren meine Erwartungen an eine weitere private Hochschule etwas gedämpft und zurückhaltend. Aber ich bin nun wirklich positiv überrascht und ziemlich begeistert. Und erwarte jede Woche den Einbruch. Dass es dann doch nicht mehr gut ist. Abschließend beurteilen lässt sich das Semester ohnehin erst nach den Klausuren, wenn man weiß ob die Klausuren was mit den Inhalten der Vorlesung zu tun haben oder eher weniger… Aber ich möchte mal zuversichtlich bleiben.

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Alsterlauf.

Es regnet hier in Hamburg übrigens häufig. Und das Aprilwetter macht die Kleiderwahl zu einem mittel-großen Abenteuer. Am Besten man zieht sich an, solang es regnet, dann ist man bereit für einen Spaziergang, wenn nach dem Regen die Sonne herauskommt. Und genauso hab ich es am gestrigen Sonntag gehandhabt und hatte zwischen den Regenschauern einen recht schönen Spaziergang.

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Hamburg. Die Sonne scheint auch hier manchmal!

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Ihre Einschätzung bitte.

Ein Freund hat mich vor ein paar Tagen auf einen Eintrag von vor mehreren Monaten angesprochen. Wiedergefunden habe ich ihn jetzt nicht. Aber er machte mich darauf aufmerksam, dass der eigentliche Inhalt offenbar nicht so gut rüberkam.

Ich schrieb darüber, dass wir Menschen auf Grund von Äußerlichkeiten in Schubladen stecken und bewerten. Trauen unserem verwahrlosten Gegenüber nicht zu, dass er sich mit Philosophen auskennt. Trauen dem gut geschminkten Model nicht zu, dass es am liebsten Chips mampft, während sie mathematische Gleichungen löst. Ganz allgemein werden Frauen als weniger durchsetzungsfähig und Männer als unbeherrschter eingeschätzt. Noch bevor man sich überhaupt das Äußere angesehen hat. Dann schauen wir uns das Äußere an und machen die nächsten Schubladen auf und zu. Und viel zu oft ohne dass dies gerechtfertigt wäre.

Schubladen sind praktisch und auch nützlich. Sie erleichtern dem Hirn die Arbeit durch Entlastung. Schnelle Eingruppierung in gefährlich oder ungefährlich. In Schubladen denken ist also menschlich und auch wichtig. Nicht minder wichtig ist aber, sich das bewusst zu machen. Denn nur wenn ich mich darum bemühe die Leute aus Schubladen wieder heraus zunehmen und aus einem anderen Winkel betrachte ist es mir möglich das volle Potential auszuschöpfen. Und wer weiß? Vielleicht verbirgt sich hinter dem pickligen PC-Nerd auch ein Kunstinteressierter junger Mann, der gerne mit dir in eine Ausstellung möchte und sich darüber austauschen will?

Was ich sagen will: Wir alle denken in Schubladen. Wir alle bewerten. Ständig und immer. Und wir brauchen diese Bewertungen auch. Denn Bewertungen sind immer auch Einschätzungen. Und ich möchte meinen Gegenüber gern einschätzen können. Möchte abschätzen können wie er in einer Situation reagiert. Durch Einschätzungen lernen wir andere Menschen auch besser kennen. Und es ist auch verdammt schwierig anderen Leuten wertungsfrei gegenüber zu treten. Bei Leuten die ich schon länger kenne finde ich das sogar fast unmöglich. Ich kann versuchen Menschen wertungsfrei gegenüber zu treten, die ich noch nicht (oder erst sehr kurz) kenne. Und das ist immer noch schwierig genug. Aber nichtsdestotrotz sollte man sich darum bemühen. Vielleicht macht hat so ganz neue unerwartete Begegnungen und kann voneinander lernen?

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#Neustart

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Ich sitze in meiner Küche. Der verbliebene noch möblierte Raum in der Wohnung (abgesehen vom Raum meines Mitbewohners natürlich). Aber auch die Küche ist bis auf wenige kleine Reste ausgeräumt. Es steht quasi nur noch das Skelett und wartet auf die Nachmieter der Wohnung. Es ist schon seltsam. Da verpackt man sein Leben in viele kleine Boxen und Kisten. Versucht es halbwegs sortiert unterzubringen. Schmeisst so vieles weg, das nur darauf gewartet hat, endlich weg geworfen zu werden, aber man hatte es bisher aus den Augen verloren. Oder war zu faul. Oder konnte sich nicht trennen, weil 'man hat ja den Platz'.

Gut die Hälfte meiner Sachen habe ich eingelagert. Die werde ich die nächsten beiden Jahre nicht sehen und auch kaum brauchen. Dinge die ich nicht zwingend brauche. Naja gut. Das Geschirr steht da auch… Aber ich ziehe ja auch in ein Haus mit fertig bestückter Küche ein. Die andere Hälfte die ich mit an den neuen Ort nehme, die brauche ich schon dringender. Allen voran natürlich meine 8 paar Schuhe. Aber auch diese Sachen wurden gerade von zwei eifrigen Herren im Sprint aus der Wohnung in den Umzugswagen getragen.

Und nun sitze ich hier. Schaue in die leeren Zimmer und auf die leeren Wände, welche die letzten Jahre eine Geschichte erzählt haben. Es hat ein Rückbau stattgefunden. Die Erinnerungen an mich wurden nach und nach von den Wänden gekratzt und ausradiert. Wenn wir am Osterwochenende die Wände gestrichen haben, dann ist diese Wohnung wieder ein unbeschriebenes Buch. Bereit eine neue Geschichte zu schreiben.

Es mag ein wenig pathetisch klingen, aber gewissermaßen habe ich mein Leben an diesem Ort ausgelöscht um an einem neuen Ort zu beginnen. Und dieser Umzug ist irgendwie so ganz anders, als die Wohnungswechsel zuvor. Und vermutlich liegt das an der viel weiteren Entfernung die dann zwischen dem Alten und dem Neuen liegt.

Heute mittag setze ich mich ins Auto und fahre nach Hamburg. Dort werde ich morgen ein leeres Zimmer mit meinen Erinnerungen füllen. Es wird spannend.

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Zusammenfassung zur Rechtspsychologie

Am Freitag steht noch eine Klausur an, von 4 Fallarbeiten muss ich noch 1,5 schreiben, wobei wir eine noch nicht mal erhalten haben, was zum Abschluss meiner SRH-Zeit einfach nur ein Sinnbild für die Organisation ist. Mein Wunschdenken war, am Freitag mit der Klausur auf die Fallarbeiten abzugeben und mich dann den Umzugsvorbereitungen und meinen Freunden zu widmen. Mal sehen, ob das noch klappt. Das Themenspektrum für die Klausur wirkt auf den ersten Blick divers und breit gefächert, auf den zweiten Blick haben sie die Inhalte der Vorlesungen stark überschnitten, sodass der inhaltliche Umfang den es zu lernen gibt, erstaunlich gering ist. Zumal man das relevante ja ungefähr 509-mal gehört hat und es vermutlich nie wieder vergisst. Da kann man auch schonmal die §§ 20, 21 StGB grüssen.

Wenn ihr auf den Link klickt kommt ihr in den Bereich für Rechtspsychologie und findet dort kleine Zusammenfassungen zu den Themen Aussagepsychologie, Viktimologie, Forensische Sozialarbeit, die Erstellung von Schuldfähigkeits- und Prognosengutachten und zur Beurteilung psychopathologischer Symptome nach dem AMDP-System mit Bewertungsbogen.
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Was Psychotherapeuten nicht können.

"Laufen, Sport und Tageslicht machen ganz viel mit deinem Körper. Kein Psychologe kann das."
sagt @realhollowloop drüben bei Twitter

Und damit gebe ich ihr im Ansatz völlig recht. Kein Psychologe kann dir geben was die Sonne mit dir macht. Kein Psychologe kann die Hormone in deinem Körper so ankurbeln wie Bewegung es macht. Und wenn sie Psychologe sagt, meint sie Therapeuten und nicht all die anderen Psychologen die was ganz anderes machen. Aber das nur nebenbei.

Spaziergänge senken den Blutdruck und Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol werden abgebaut. Hormone die zwar sicherlich ihre Berechtigung und spezifische Funktion im Körper haben, wenn wir uns aber ärgern und danach auf dem Sofa sitzen bleiben, dann können die Hormone ihre Flucht- oder Angriffsfunktion nicht erfüllen und richten Schaden im Körper an.

Die Sonne auf der Haut wärmt uns, ich kenne kaum jemanden dem es nicht ein Lächeln ins Gesicht treibt, wenn er oder sie aus der Tür tritt und die warmen Sonnenstrahlen im Gesicht spürt. Ohne Sonnenlicht können benötigte Vitamine wie Vitamin D gar nicht gebildet werden. Das indirekte Sonnenlicht, das durch das Fenster in die Wohnung, oder das Büro hineinscheint reicht dafür nicht aus. Ein bewölkter Himmel dagegen schon. Aber man muss schon vor die Tür gehen.

Da ich selten völlig einer Meinung mit jemandem bin…: Was in weiteren Kommentare durchscheint, ist eine gewisse Abneigung gegen Psychologen (sic!) und Ärzte. Das ist zunächst nicht weiter verwerflich und je nach Erfahrungen durchaus gerechtfertigt. Jedoch ist eine generelle Abneigung gegen professionelle Hilfskräfte die bei psychischen Problemen kontaktiert werden können. Manche meinen man würde da eh nur zugelabert, andere fragen sich was einem das ganze Gelaber über die Kindheit und die Mutter eigentlich bringen soll und wieder andere wissen nicht warum man sich hier eigentlich zum Horst machen soll, während man die Mitglieder einer Gruppentherapie irgendwo im Raum platziert um dann Rückschlüsse auf die eigene Familie zu ziehen. Das kann man ruhig in Frage stellen und sicherlich gibt es so einige Psychotherapeuten die mehr Gulasch reden, als das sie wirklich zielführende Intervention anbieten. Aber schwarze Schafe gibt es überall. Und Fakt ist: Für Psychoanalyse, Tiefenpsychologie und kognitive Verhaltenstherapie gibt es viele Wirksamkeitsnachweise und die systemische Therapie wird (so vermute ich) in den nächsten Jahren folgen und dann auch von den Krankenkassen übernommen werden.

Für den therapeutisch nicht vorgebildeten Normalpatienten ist das Angebot aber nicht überschaubar. In der Regel ist der Unterschied zwischen den Therapieschulen nicht bekannt und man geht zu irgendeinem der die Berufsbezeichnung des Psychotherapeuten auf seinem Schild stehen hat. Und dann ist es vermutlich gar nicht mal so selten, dass man in der falschen Therapie sitzt. In einer tiefenpsychologischen Sitzung, obwohl eine verhaltenstherapeutische Ausrichtung zielführender wäre und umgekehrt. Nachdem man also nun mehrere Wochen oder Monate auf seine Therapie gewartet hat, sitzt man da vor einer Person mit der man nicht zurecht kommen, entweder weil sie zu wenig (wie die Analytikerin) oder zu viel (die Verhaltenstherapeutin) redet, oder weil man sie einfach nicht sympathisch findet. Das frustriert verständlicherweise. Und das macht es auch nachvollziehbar wenn jemand vor einem sitzt und sagt: Ich habe es probiert, aber ich kam damit nicht zurecht. Es hat mir nichts gebracht. Jedoch ist es sehr schade, wenn diese Erfahrung auf alle Psychologen (und damit Fachrichtungen) generalisiert wird mit Aussagen, dass die einen ja eh alle nur vollsülzen würden, und das die einem eh nur sagen worauf man auch selbst kommen kann.

Das Arbeitswerkzeug einer Psychotherapeutin ist vorrangig die Sprache. Es ist der Versuch durch Worte zu helfen. Und ganz häufig ist das so, dass der Therapeut einem nichts sagt, worauf man nicht selbst käme, manchmal weiß man es im Grunde auch schon selbst. Aber das ist eben der Unterschied: Man kommt oft nicht selbst drauf, oder will das was man schon weiß nicht zulassen. Man braucht die Hilfe einer aussenstehenden Person um eine andere Perspektive einzunehmen. Und um diese Perspektive einnehmen zu können lernt jeder Therapeut in seiner Ausbildung verschiedene Techniken.

Um wieder zum Ausgangspunkt zu kommen: Ich halte Bewegung an der frischen Luft und eine halbwegs gesunde und regelmäßige Ernährung für unabdingbar für die psychische Gesundheit. Kein Therapeut kann seinem Klienten das geben was ein gesunder Lebenswandel ihm geben kann. Aber dennoch hat Therapie ihre Berechtigung. Denn es gibt ausreichend Fälle in denen spazieren und Sonne nicht mehr ausreicht. Fälle in denen der Therapeut eine Stütze sein kann und darf um sein Leben wieder auf die Kette zu bekommen. Um wieder genug Kraft zu haben, dass man es vor die Tür schafft.

Es ist okay zu sagen, dass einem eine Therapie nichts geschafft hat. Ich finde es bewundernswert wenn sich jemand selbst aus dem Sumpf ziehen konnte. Aber ich habe auch Verständnis und Empathie für all die jenigen, die es nicht alleine schaffen. Und genau für diese Menschen halte ich es für wichtig, zu vermitteln, dass es okay ist zur Therapie zu gehen. Das Therapien nicht nur schwachsinniges Gelaber sind. Das Therapie helfen kann. Aber Spazieren, Sport und Tageslicht ist eine Grundlage für die psychische Gesundheit. Manche müssen das aber erst lernen. Und das ist okay. Dafür sind wir da.

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"Da kann ich dir nur viel Glück wünschen."

Ich werde die Hochschule wechseln. Die Gründe dafür findet man hier, dort, da und vor allem auch hier drüben in eskalierender Reihenfolge. Es war an der Zeit zu akzeptieren, dass die Wahl des Schwerpunktes an diesem Standort die falsche für mich war. Ich habe entschieden, das erste Semester zu beenden, denn die Leistungen hab ich dann, und möglicherweise können sie mir irgendwann später mal etwas nützen. Ich besinne mich also zurück auf meine eigentlich erste Wahl im Bewerbungdschungel von 2016: die Klinische Psychologie. Und da ich diesen nervenaufreibenden Bewerbungstanz für die begrenzten Plätze an staatliche Universitäten kein zweites Mal mitmachen und vor allem aushalten möchte, hab ich mich über die Medical School in Hamburg informiert, verschiedene Studierende von dort angeschrieben und mich schlussendlich dort beworben für den M. Sc. in Klinischer Psychologie und Psychotherapie. Die MSH ist auch wieder eine private Hochschule, hat aber einen guten Ruf und mir wurden einige Empfehlungen ausgesprochen. Und wenn es nicht so super wird, wie man mir verspricht, so bin ich immer noch in Hamburg. Und das kann ja auch schonmal was.

Den Studienplatz hatte ich dann also. Fehlte nur noch ein Zimmer in einer netten, sauberen und hübschen WG. Also bin ich Freitags in den Norden gedüst um mir Samstag die Zeit mit insgesamt sechs Besichtigungen zu vertreiben. Und habe WGs besichtigt deren Bewohner und Ausstattung nicht unterschiedlicher hätten sein können. Da wäre auch so ein "Highlight" für ne gute Story dabei… .

Das wahre Highlight rief mich am Abend an, als wir vor den letzten beiden Besichtigung eine kleine Pause hatten. Sie habe eine große Wohnung in der Hafencity und würde ein kleineres Zimmer vermieten für 500€. Sie hat noch ein wenig erzählt, bis ich sie unterbrochen habe um die Eckdaten nochmals zusammenzufassen: Das Zimmer habe ca soundsoviele Quadratmeter, es gäbe bei der Größe sicherlich ein Wohnzimmer, ob das zur gemeinsamen Nutzung sei, fragte ich. Das wehrte sie sofort vehement ab. Nein, nein, also vielleicht wenn sie nicht da wäre, da müsse man dann halt mal schauen wie man miteinander zurecht käme. Ahja… gut. Weiter im Text. Die Miete betrage 500€? Ja, nein, so ungefähr glaubt sie. Sie hätte das noch nicht so genau durchgerechnet. Und genau das war der Moment. Der Moment nach einem harten Tag, indem ich erschöpft vor einem alkoholfreien Cocktail saß und nichts sehnlichster wollte als Abendessen und ab ins Bett. Der Moment in dem ich ihr mitteilte, dass das für mich dann keinen Sinn ergebe und ich mir das Zimmer nicht ansehen konnte. Sie war offenkundig einen kurzen Moment verdutzt, bevor sie erwiderte:


"Ja, also wenn du da im voraus schon so viel Sicherheit brauchst,
dann kann ich dir nur viel Glück wünschen.
Denn das wirst du brauchen bei der Wohnungssuche hier in Hamburg."

Äh ja. Danke. Dir auch. Der Standort Hafencity reisst halt auch nicht alles raus. Ich hab übrigens ein nettes kleines Zimmer in wirklich netter und umkompliziert wirkender Gesellschaft gefunden. Und da wusste ich sogar im voraus, wie groß das Zimmer ist, welche Räume ich mitbenutzen darf (nämlich alle Gemeinschaftsräume) und vor allem: Wie hoch die Miete ist.

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7500 Kilometer weit weg in Schwarz-Weiß.

Der Letzte Rest des Winters scheint mir der perfekte Zeitpunkt den letzten Rest meiner Fotos von letztjähriger Reise zu präsentieren. Die oberen drei zeigen den Pazifik von der Alaska State Ferry aus. Ich bin drei Tage von Bellingham (nähe Seattle) nach Skagway in Alaska gefahren, habe unter dem "Solarium" geschlafen. Ein von einer Seite offenes Aussendeck, überdacht natürlich und mit Heizstrahlern ausgestattet. Andere haben auf dem nicht-überdachten Teil des Decks ihre Zelte aufgestellt und sich eingerichtet. Da es dort viele Alleinreisende und Pärchen gab hat man sich schnell angefreundet und konnte die Schiffsreise gemeinsam geniessen. Wir hatten unendliches Glück mit dem Wetter, es gab nur am ersten Tag eine längere Regenepisode, die restliche Zeit schien die Sonne heiß auf unsere Köpfe. Erst wieder in der Nähe von Skagway gab es das typische verhangene Nieselregenwetter. Die anderen beiden Fotos stammen von dem kleinen feinen Anwesen einer Freundin im Ibex Valley nähe Whitehorse im Yukon. Die kleinen Anwesen dort, haben derartige Ausmaße, dass man gar nicht so genau weiß wo sie eigentlich anfangen oder aufhören. Aber 2 - 3 Fussballfelder könnten es schon sein. Der überwiegende Teil davon ist bewaldet.



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Hamburg

Das Wetter war nicht sehr Fotofreundlich, es war diesig und trübe. Hamburg eben. Aber ein paar Bilder sind doch ganz gut geworden. Ich freu mich schon darauf, das nächste Mal mehr vom Hafen zu erkunden. Meine Zeit dieses Mal war jedoch nur sehr begrenzt.

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Eisfontäne

Ende Januar auf dem Weg zum Arzt entdeckt. Eine Eisfontäne mitten in Heidelberg, im Langgewann. Es hatte schon zu tauen begonnen, ein paar Tage zuvor wird sie also noch beeindruckender gewesen sein.

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Eis im Neckar.

Es kommt nicht allzu häufig vor, dass der Neckar hier in Heidelberg zufriert. Aber wenn er das tut, dann ist es unbeschreiblich schön. Definitiv ein Grund alle Termine über Board zu werfen und sich zum Sonnenaufgang auf den Weg zu machen um den Anblick zu genießen.

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Wer noch freie Kapazitäten hat, möge sich bitte im Sekretariat melden.

Vergangene Woche wurden wir zu unserer Zufriedenheit mit dem Studium gefragt, bzw. ob es irgendwelche Kritikpunkte gab. Einige - auch ich - nutzten die Gelegenheit um zu sagen, was sie an Planung, Vorlesungen und Inhalten des bisherigen Studium nicht so gut fanden.

Ich gab (neben anderen Dingen) zu bedenken, dass die Zeit die wir in der Hochschule in Vorleserung oder Seminaren verbringen wesentlich besser genutzt werden und mit mehr Inhalten angereichert werden könne. Auch wenn die Hochschule den starken Anwendungsbezug immer wieder hervorhebt, sei es doch im Rahmen eines Master of Science Studiengangs schon wünschenswert auch eine gute theoretische Basis vermittelt zu bekommen. Ich sagte auch, dass ich Willens bin für meinen Studium Zeit und Muße zu investieren, ich aber derzeit unzufrieden sei, da die Inhalte die wir vermittelt bekommen überwiegend derart oberflächlich sind, dass eine Nachbearbeitung zu Hause kaum möglich ist, da man gar nicht so genau weiß wo man ansetzen soll.

Die logische Antwort seitens der Hochschule darauf war: Wenn ich noch freie Kapazitäten hätte, sei ihr gern im Büro gesehen. Es gäbe noch einige Forschungsarbeiten zu denen Paper geschrieben werden müssten.

Öhm Tja. Was soll man dazu noch sagen? Am Besten vermutlich gar nichts. Ein dummer Gesichtsausdruck tut es manchmal ja auch.

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Autofriedhof im Ibex Valley.

Wer nicht mindestens ein verrottendes Auto im Garten stehen oder einen beachtlichen Sprung in der Windschutzscheibe hat, der ist kein echter Kanadier. Und schon gar kein echter Yukoner.

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Sommerliche Blümchen, Tierchen und sonstiges in Kanada.

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