2018

Tavemünde

Kurze Auszeit an der Ostsee bei schönstem Frühlingswetter,

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Selbsterfahrung

Nach einem anstrengenden zweiten Semester erhofften wir uns alle nach der letzten Prüfung ein wenig Zeit zum durch atmen. Viel Zeit war ohnehin nicht vorgesehen, denn nur neun Tage nach eben jener letzten Prüfungsleistung sollte das dritte Semester beginnen. Umso weniger erfreut waren wir alle, als uns das Wochenende vor dem Vorlesungsbeginn durch ein ganztägiges Wochenendseminar genommen wurde. Was genau dieses Seminar thematisch nun beinhaltete wusste keiner so genau. Es nennt sich irgendwas mit Praxisfeldern, im Modulhandbuch steht was von Hospitationen die man machen solle, von anderen Studierenden hörte man jedoch, dass es in diesem Modul um Selbsterfahrung ging.

Und weil die Wahrscheinlichkeit hoch war, dass es sich um Selbsterfahrung handelt, wollte ich gerne an diesem Seminar in meiner Kohorte teilnehmen und nicht in irgendeine andere Kohorte gesteckt werden, wo ich die Leute so gar nicht kenne. Also verschoben wir unseren Urlaub gegen einen Aufpreis um einen Tag. Noch dazu sollte es ein schönes warmes und sonniges Frühlingswochenende in Hamburg werden. Entsprechend angesäuert bin ich am ersten Tag dorthin gefahren. Spätestens am zweiten Tag war ich versöhnt mit dem geraubten Wochenende. Wir haben die Gruppenaufgaben häufig draußen in der Sonne gemacht und uns mehr oder weniger schlimme Sonnenbrände eingehandelt.

Thematisch ging es diese ersten drei Tage um Wut, Angst, Selbstwert und das eigene zentrale Beziehungsthema. Zu Wut und Angst haben wir in kleinen Gruppen anhand eines eigenen Beispiel ein ABC-Schema erstellt und ich habe im Grunde das erste Mal so richtig verstanden wie man damit arbeitet und wozu das ganze gut sein kann. Auch dass es Unterschiede bei der Erstellung der Schemata gibt, je nach dem um welche Emotion es geht. Will ich Wut explorieren, dann geht es viel um Normen und Werte die mir selbst wichtig sind und verletzt werden, bei Angst dagegen geht es vielmehr um Hypothesen die ich über die Welt und die Annahmen anderer in Bezug auf meine Person oder andere Personen aufstelle die dann im weiteren Verlauf zu Angst führen. Das Wut-Thema war für mich emotional schwieriger als das Angstthema, da man bei der Frage wann man zum ersten Mal Wut empfunden hat (bzw. sich daran erinnern kann) dann doch eher mit schmerzlichen Erinnerungen besetzt ist. Beim Thema Angst dagegen hatte ich zunächst Schwierigkeiten überhaupt ein passendes Beispiel zu finden, weil ich gar nicht so richtig wußte wovor ich eigentlich Angst habe die über ein Unwohlsein hinausgeht. Aber am Ende war dieses Gefühl des Unwohlseins auch ausreichend für die Aufgabe.

Auch interessant war dann noch die Frage nach dem Selbstwert und wer eigentlich Einfluss auf meinen Selbstwert haben kann. Die Antwort auf die Frage ist recht trivial: Nur ich selbst und sonst niemand. Ich selbst bin es, die den Selbstwert an Dinge wie Leistung, Partnerschaft, Status, soziale Anerkennung oder andere Dinge koppelt. Und jeder einzelne von uns koppelt seinen Selbstwert an andere Dinge. Es heißt nun, dass unser Selbstwert nun stabiler würde, dadurch dass wir uns bewusst gemacht hätten, woran wir unseren Selbstwert gekoppelt haben. Wir werden sehen was passiert.

Am dritten und letzten Tag des ersten Wochenendes blieb es weiterhin spannend. Man gab uns eine einfache Technik an die Hand wie man innerhalb von 50 Minuten die Knackpunkte der Biografie herausarbeiten kann. In neuen Kleingruppen mit Kommilitonen die wir noch nicht so gut kannten wurden wir von eben diesen zu unserer Biografie befragt. Welche wichtigen Personen gab es, als ich 10 war und wieso fehlten da welche, die man sonst erwartet hätte? Was hat sich zum heutigen Zeitpunkt geändert und warum? Haben die Großeltern vielleicht schon was Einschneidendes erlebt und zu wem in der Familie hatte man eine sichere oder unsichere Bindung. Welche unausgesprochenen „Familienregeln“ gab es und welches zentrale Beziehungsthema hat sich daraus bei mir entwickelt? Es war zunächst etwas befremdliche seine Geschichte mit mehr oder weniger fremden Leuten zu teilen. Andererseits teilten auch die Dinge mit mir, die in der normalen Kommunikation niemals zur Sprache kommen würden. Wir wissen nun Dinge übereinander, die andere vielleicht nicht wissen und irgendwie hat sich so zum Teil eine neue Ebene oder Sichtweise auf diese Personen eingestellt. Und ich bin wieder neugierig was Menschen antreibt, welche Geschichte sie mit sich rumtragen und wie sie zu dem geworden sind, was sie heute sind. Diese praxisnahe Erfahrung tat nach einem theorieüberladenen Semester einfach nur gut. Es wurde wieder ein bisschen klarer warum ich mir das eigentlich antue.


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Dissoziation, Konversion, Somatisierung.

Dieser Blog soll wieder mehr Inhalte, spezifischer mehr psychologische Inhalte bekommen, darum wird es nun in unregelmäßigen Abständen Beiträge zu ausgewählten Themen der Psychologie geben. Mal mehr und mal weniger komplex. Mal mit mehr und mal mit weniger Gesellschaftsbezug.

Heute beginne ich mit einem etwas komplexeren Thema, werde aber versuchen, das möglichst nachvollziehbar darzustellen. Und zwar mit der tiefenpsychologischen Sicht auf Dissoziation, Konversion und Somatoforme Störungen.

Dissoziation ist ein Phänomen, dass wir durchaus alle aus dem Alltag kennen, wenn wir in Tagträumen versinken und wir das Gefühl für die Zeit und unsere Umgebung verlieren. Oder wenn wir uns vor der geöffneten Kühlschranktür wieder finden und weder wissen wie wir dort hin gekommen sind, noch was wir da eigentlich wollten, denn Hunger haben wir gar nicht.

Unter pathologischer Dissoziation werden unterschiedliche Phänomene zusammengefasst die eine Person in irgendeiner Form den Bezug zu sich oder der Umwelt verlieren lässt. Und reicht von Amnesiezuständen, über veränderte Körperwahrnehmungen bis hin zur dissoziativen Identitätsstörung, bei der unterschiedliche Persönlichkeiten in einer Person ausgebildet werden.

Aus historischer Perspektive entspringt die Dissoziation - ebenso wie die Konversion - dem Hysteriebegriff. Beziehungsweise wurde die Hysterie im Wechsel als Dissoziation oder Konversion beschrieben. Heute sind die drei Phänomene jeweils unterschiedliche Richtungen gegangen, haben aber weiterhin Überschneidungspunkte.

Im Wortsinn bedeutet Dissoziation Trennung, Ablösung oder Zerfall und meint somit das Gegenteil von Assoziation und beschreibt einen Prozess der Desintegration und Defragmentierung des Bewusstseins, des Gedächtnisses, der Identität und der Wahrnehmung. Soll heißen: Bestimmte Anteile meiner Selbst werden abgespalten und nicht ins Selbstkonzept (also wie ich mich selbst wahrnehme und definiere) integriert. Dieser Logik folgend kann Dissoziation als Mechanismus zum Schutz vor unerträglichen Realitäten definiert werden, welche die individuelle kognitive und emotionale Reizverarbeitungskapazität überschreiten.

Zur Veranschaulichung: Wenn ich mich im Kriegsgebiet befinde und miterleben muss wie eine Bombe menschliche Körper zerfetzt, stellt die Dissoziation mein eigenes Überleben sicher, indem diese Erlebnisse abgespalten und nicht integriert werden. Meine basalen Überlebensinstinkte bleiben jedoch intakt. Zurück zu Hause schützt mich die Dissoziation weiterhin. Und zwar vor den überwältigenden Gefühlen die mit dem erlebten Trauma in Zusammenhang stehen. Jedoch schränkt mich die dissoziative Symptomatik unter Umständen recht deutlich in der Lebensqualität und Lebensbewältigung ein.

Die Dissoziation lässt sich als am ehesten beschreiben als Rückzug vom Bewusstsein, wobei einströmende Reize und der Effekt überwältigender Emotionen reduziert werden. Das kann man sich in etwa als Narkose des Bewusstseins oder von Körperregionen vorstellen.

Demgegenüber stehen bei der Konversion Triebimpulse im Vordergrund, die vom Über-Ich abgewehrt und ins Unbewusste verdrängt werden. So entsteht eine unbewusste Phantasie und eben jene Phantasie kann dann als Körpersymptom dargestellt werden. Konversionssymtpome sind als weniger durch äußere Anlässe wie Traumata verursacht, sondern viel mehr durch sogenannte innere Konflikte.

Die Konversion stellt aus tiefenpsychologischer Sicht die Abwehr des inneren Konflikte in Form der Übersetzung eines psychischen Inhaltes in physisches Symptom das. Das Symptom stellt dabei einen Kompromiss zwischen Triebwunsch und seiner Abwehr dar. Die Wahl eines körperlichen Symptoms (statt eines psychischen Symptoms) eröffnet also die Möglichkeit einen psychischen Konflikt auf die physische Ebene zu verschieben. Bedeutet somit also eine Über-Ich-Entlastung. Abgesehen davon ergeben sich durch das Körpersymptom auch neue Beziehungsmöglichkeiten im Sinne eines sekundären Krankheitsgewinns, bei dem der Betroffene verstärkte Aufmerksamkeit und Zuwendung erhält und zum Beispiel Versorgungswünsche erfüllt werden.

Zur Veranschaulichung: Es gibt psychogene Krampfanfälle, welche echten Krampfanfällen zum Teil täuschend ähnlich sehen, jedoch fehlen doch einige Aspekte von Krampfanfällen (z.B. gibt es nicht die charakteristischen neurologischen Veränderungen). Triebwunsch kann hier zum Beispiel ein Versorgungswunsch sein, indem symbolisiert dargestellt wird, dass man hilflos ist und auf den anderen angewiesen ist. Der Wunsch versorgt zu werden wird sich selbst aber nicht zugestanden und kann nicht formuliert und emotional kommuniziert werden, sondern wird abgewehrt und auf körperlicher Ebene mit Hilfe des Krampfanfalls darstellt.

Konversion stellt also eine Erzählung mit körperlichen Mitteln dar. Daher erfüllt das körperliche Symptom auch eine Symbolfunktion. Das bedeutet, dass sich das Symptom wie ein Traumelement deuten lässt. Die Dissoziation stellt demgegenüber eine Überstimulierung und Narkose dar. Das Symptom der Dissoziation symbolisiert nicht, sondern ist Folge einer Intrusion. Es ist also keine Deutung (wie bei der Konversion) möglich.

Von der Konversion und der Dissoziation abzugrenzen sind dann noch somatoforme Krankheitsbilder. Hier können drei grundlegende Typen unterschieden werden:
- Erschöpfungs- und Müdigkeitszustände
- Funktionsstörungen
- und Schmerzen an unterschiedlichen Lokalisationen.

Im Unterschied zu den traumatischen Erlebnissen und inneren Konflikten die bei dissoziativen und Konversionsstörungen zugrunde liegen, stehen bei somatoformen Störungsbildern eher ängstlich getönte Überzeugungen im Forderung die den Betroffenen dann zu bestimmen Verhaltensweisen drängen. Zum Beispiel einem intensiven Inanspruchnahme-Verhaltens der Gesundheitsversorgung.

Man könnte an dieser Stelle nun noch auf die Achse der psychosomatischen Totalität eingehen…. Aber da wird's dann wirklich ein bisschen…. abgefahren.

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Verhaltenstherapeutische Interventionen. Oder: Wie behandle ich dann eigentlich mein studentisches Burnout?

"Wie läuft's eigentlich mit dem Studium?" - "Joa, muss. Noch ein Jahr."

Ich könnte aber auch sagen, dass das vergangene Semester mir wirklich sehr viel abverlangt hat. Dass mirdas zeitliche Arrangement der Prüfungsleistungen seitens der Hochschule nicht wirklich zusagt und das es einfach scheiße viel Arbeit war und ist. Und das sag ich als jemand, der wirklich zu Beginn des Semesters dabei ist, Zusammenfassungen schreibt und den Stoff aufarbeitet. Ich weiß auch gar nicht wie man das anders schaffen kann.

Wie es also läuft wollt ihr wissen? Ich bin - wie die meisten meiner Kommilitonen - recht erschöpft und schwer ausgelastet. Stellenweise überfordert. Und dann noch leicht entmutigt, weil wir nach der letzten Prüfung nächste Woche gerade mal 5 Werktage Pause haben, ehe jemand an der Hochschule beschlossen hat, dass es eine ziemlich gute Idee wäre noch vor Vorlesungsbeginn am Montag ein jeweils ganztägiges Seminar von Freitag bis Sonntag einzuschieben. Frei nach dem Motto: Nach dem Semester ist bereits das neue Semester.

Der einzige Lichtblick: Das dritte Semester scheint wesentlich entspannter zu werden. Nicht nur, weil wir insgesamt seltener zur Uni müssen, sondern auch weil wir weniger Prüfungen haben und die noch dazu wesentlich angenehmer verteilt sind.

Seit Neurowissenschaften vergangene Woche (yay! lief gut!!) hab ich mich in Verhaltenstherapeutische Interventionen gestürzt. Angefangen bei der ersten Welle mit der grundlegenden Basis klassischer und operanter Konditionierung, über die zweite Welle mit den prominenten Vertretern Aaron Beck und Albert Ellis hin zu den Verfahren der dritten Welle von denen der ein oder andere sicherlich schon was gehört hat. Achtsamkeit, DBT, MKT und weitere illustre Abkürzungen die sich ähnlich anhören und ähnliche Inhalte haben, sodass es schwer ist sie auseinander zu halten.

Und weil mir schnell langweilig wird habe ich neben den Altbekannten Zusammenfassungen die man >>hier<< findet wieder eine Playlist bei YouTube zum Thema erstellt. >>hier entlang bitte<<

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Neurowissenschaften

Ich mache in den vergangenen Tage nichts anderes, ausser die Vorlesungen zu Neurowissenschaften vorwärts und rückwärts durchzukauen. Und weil das ziemlich zermürbend ist, habe ich auf die letzten Meter angefangen für verschiedene Störungsbilder bei YouTube entsprechende Videos zu finden, die den neuranatomischen/ neurowissenschaftlichen Schwerpunkt beleuchten. In der verlinkten Playlist findet ihr einführende und oberflächliche, jedoch grundlegende, Inhalte zum Hirn, den Netzwerken die uns beim Denken, Handeln und Fühlen helfen und wie das alles mit dem Körper und der Psyche zusammenhängt.

Ist auch jeden Fall ein niederschwelliger und bisweilen unterhaltsamer Einstieg in ein doch recht umfangreiches und komplexes Thema.

Und wer sich noch ein bisschen genauer fürs Thema interessiert, der darf sich auch gerne an meinen (bzw. an unseren) Lernkarten dazu bedienen. Die man aber eigentlich auch nur dann versteht, wenn man die entsprechenden Vorlesungen dazu kennt. Zu den Lernkarten hier entlang.


Ab zur Playlist:

https://www.youtube.com/playlist?list=PLfSdWoETXfPz4puzCWOemIV160DoYewJ5


Aber das wichtigste Video ist eigentlich sowieso das hier:





Stammhirn, Stammhirn!
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Winter in Hamburg

Genauer gesagt im Hammer Park. Es war schweinekalt und wunderschön.

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Sex and the City

Wir mussten in diesem Semester ein kleines Forschungsprojekt machen. Das sollte für ein Seminar so nebenher laufen. Eins kann ich vorweg verraten: Es hatte den Umfang einer besseren Bachelorarbeit und vielleicht auch so mancher Masterarbeit. Nur das wir nicht so viel Text schreiben mussten.

Wir sollten eine Forschungslücke finden (Anm. der frustrierten Studierenden: die in der anderen Kohorte mussten keine finden und konnten einfach *irgendwas* rumforschen), diese mit Literatur begründen und uns eine Fragestellung basteln. Darauf aufbauend eine Stichprobenplanung (also wieviele Probanden müssen meinen Fragebogen ausfüllen, damit ich einen signifikanten Effekt finden kann, sodenn es einen gibt?) und natürlich Zusammenstellung der Fragebögen und Auswertung mit der statistischen Methode unserer Wahl (oder auch Qual. So genau weiß man das jetzt auch nicht mehr).

SiSl

In diesem Prozess sollte die Fragestellung seitens der Dozentin umgeworfen werden, neue Konstrukte gefühlt wahllos dazu gepackt werden (am Ende haben wir zwei Konstrukte mit abgefragt, die sie haben wollte, die inhaltlich überhaupt keinen Sinn ergaben und auch in die Analyse keinen Eingang gefunden haben, weil … eh… sinnlos.) Nachdem wir dann dachten: Okay, jetzt nur noch die statistische Analyse, hatten wir wiedermal nicht mit der Professorin gerechnet die meinte die statistische Methode mehrfach ändern zu müssen, weil sich ja kein Effekt gefunden hat. Ich hab mal gehört, dass wissenschaftliches Vorgehen irgendwie anders ist. Das ging dann soweit, dass ich sie vor weiteren Kontakten gebrieft habe, dass ich eine weitere Umstellung der statistischen Methode psychisch nicht aushalten würde und leider sonst einen Stress bedingten Heulkrampf erleiden müsse.

Naja. Letzten Endes haben wir den Zusammenhang von sexueller Orientierung mit psychologischen Konstrukten wie Sensation Seeking, Sexual Sensation Seeking, Soziosexualität und Mating Strategies untersucht.

Genauer gesagt ob

  1. sich die Mittelwertsausprägungen in eben diesen Konstrukten zwischen den Geschlechtern und den sexuellen Orientierungen unterscheiden.
  2. und welcher der Prädiktoren Sensation Seeking, Sexual Sensation Seeking und Mating Strategies wohl am meisten Vorhersagewert an Soziosexualität hätte und ob sich dies in Abhängigkeit der sexuellen Orientierung wohl unterscheidet.

Zur ersten Frage lässt sich sagen, dass es Geschlechterunterschiede gibt, wobei die Männern in allen Ausprägungen die Nase vorn haben (was jetzt laut Forschungsliteratur auch nicht die Wahnsinnsneuigkeit ist). Jedoch gab es keine Unterschiede der sexuellen Orientierung, die wir vermutet haben. Laut den deskriptiven Ergebnissen waren zwar Unterschiede erkennbar im Konstrukt Soziosexualität (man vögelt gern rum) mit hohen Werten für Bisexuelle Frauen und niedrigen für Bisexuelle Männer, aber dieser Unterschied ist statistisch nicht signifikant geworden.

Zur zweiten Frage: Short Term Mating Orientation (man sucht jemanden für ein kurzzeitig angelegtes Intermezzo) war für alle drei sexuellen Orientierung der stärkste Prädiktor hinsichtlich Soziosexualität. Bei den Bisexuellen aber weitaus der Stärkste, bzw. in dieser Gruppe sogar der einzig Signifikante. Was das jetzt genau heißt, konnten wir aber leider auch nicht beantworten. Wir haben mal gemutmaßt, dass sich Soziosexualität bei Homosexuellen und Heterosexuellen womöglich durch andere Konstrukte als Short Term Mating besser erklären lässt (Leicht erkennbar, dass der Madame du SPSS das natürlich zu dünn war).

Um einen Effekt der sexuellen Orientierung hinsichtlich der Mittelwertsunterschiede (also für Frage 1) zu finden, war unsere Stichprobe deutlich zu klein. Wir hatten knapp 280 Probanden und hätten 850 gebraucht und einen kleinen Effekt wie unseren hier überhaupt zu finden. Vor allem hätten wir mal wesentlich mehr Männer gebraucht. Da gab es nämlich eindeutig zu wenig. Also wenig verwunderlich wenn ein kleiner Effekt dann gar nicht erst signifikant bzw. entdeckt werden kann.

Und was sagt uns das jetzt? Alles in allem haben wir jetzt keine signifikanten Einflüsse der sexuellen Orientierung auf die Ausprägung in den Konstrukten Sensation Seeking, Sexual Sensation Seeking, Soziosexualität und Mating Strategies gefunden.

Wer jetzt noch mehr dazu sehen will, dem sei unsere >>einigermaßen schicke PowerPoint<< empfohlen. Bei all dem Frust den wir damit hatten, so sind wir auch doch ein bisschen stolz drauf.


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Anpfiff für die Lernphase.

Das Semester neigt sich dem glorreichen Höhepunkt der mit vier Prüfungen ordentlich gefeiert wird. Letzte Woche fand die letzte regelhafte Veranstaltung in der Uni statt, aber auch die drei Wochen zuvor waren die Meisten nur noch sporadisch anwesend und rechneten akribisch aus wie oft sie noch zu welchem Seminar kommen müssen um die magischen 60% der Anwesenheit zu erreichen.

Normalerweise würde ich mich wohl kaum darüber freuen, dass mir im März nun all diese Prüfungen bevorstehen und ich eigentlich viel zu wenig Zeit habe mich darauf vorzubereiten. Aber dieses Semester war anders. In vielerlei Hinsicht.

Denn selten…. eigentlich noch nie… war ein Semester derart anstrengend für mich. Nicht einmal als ichmeiste 30h/Woche arbeiten zu müssen und zwei Module (sprich Vollzeitpensum) an der FernUni machen zu müssen. Aber das hab ich mir ja auch nur einmal angetan. Und wäre die finanzielle Investition in diese Ausbildung nicht derartig hoch, hätte ich entschieden ein Semester dran zu hängen und zwei Module aufzuschieben. Aber die Sache mit dem Geld tut weh. Und sie setzt einen unter Druck. Und dann leidet neben meinem seelischen Gleichgewicht leider auch die Qualität der Ausbildung.

Klar, sagen immer alle: sie lernen hier ja nicht für die Klausuren, sondern bilden die Basis für ihr späteres Berufsleben. Und ich würde ganz gerne in diesen Tenor einstimmen. Aber die Organisation der Module und Prüfungen macht es - zumindest mir - völlig unmöglich auch nur einen Krümel mehr zu tun als das was klausurrelevant ist. Schade für die eigentlich interessanten Inhalte.

Schon zu Beginn dieses Semesters war uns eigentlich allen klar, dass es ein hartes wird. An der Zahl sieben Prüfungsleistungen sollen erbracht werden. Drei davon habe ich jetzt schon mit mehr oder weniger glorreichen Ergebnissen hinter mir. Und bin jetzt eigentlich so weit, dass ich dringend Urlaub brauche.

Aber jetzt fängt die Lernerei eigentlich erst richtig an. Das ist eigentlich kein Grund zur Freude. Aber ein wenig erleichtert bin ich dann doch schon. Immerhin muss man nicht mehr dreimal die Woche in die Uni fahren und muss mehr oder weniger überflüssige (vom prüfungsrelevanten Standpunkt aus betrachtet) Veranstaltung absitzen um auf seine Anwesenheit zu kommen. Zeit in der man wunderbar die Wohnung putzen, zum Sport gehen oder einkaufen gehen könnte. Oder einfach schlafen.

Das zweite Mastersemester an der MSH hat sehr an mir gezehrt. Und wenn ich mich an der Uni so umgesehen habe, dann auch an so manch anderem. Warum man im ersten Semester nur drei Prüfungen und das zweite dann zum Todessemester mit sieben Prüfungen macht entzieht sich meinem Verständnis. Und auch der Sinn einer Anwesenheitspflicht erschließt sich mir auch immer noch nicht. Denn wenn die Veranstaltung mich scheinbar gut auf eine Prüfung vorbereitet und mir Wissen vermittelt komme ich so und so. Und wenn sie mir keinen Mehrwert zu bringen scheint, schreib ich entweder eine Hausarbeit und der Rest ist mir in so einem Semester herzlich egal, oder die Veranstaltung ist einfach schlecht. Natürliche Selektion im Hochschulbetrieb.

Immerhin habe ich diverse Dinge über mich selbst gelernt. Zum Beispiel wo meine Grenze der Belastbarkeit liegt. Oder dass ich viel bessere Leistung bringen kann, wenn ich selbst entscheiden kann, wann ich mich mit welchen Inhalten auf welche Art beschäftige. Und dass ich in Forschungsmethoden zu viel Zeit und Energie reingesteckt habe.

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Es gibt kein MUSS im Leben.

Es gibt kein MUSS im Leben, das einzige was man MUSS ist sterben. So etwas oder so etwas ähnliches haben wir doch alle schonmal von irgendwem gehört, als wir sagten "Ich muss noch dies und jenes erledigen". Wie man darauf reagiert ist wohl unterschiedlich. Ich hab entweder etwas erwidert wie "jaja, aber ich will ja" oder ich war irgendwie eher etwas genervt über diesen wenig hilfreichen und stützenden Kommentar.

Aber stimmt das denn, das es kein Muss im Leben gibt. Das man die freie Wahl hat in dem was man tut und was man lässt? Oberflächlich betrachtet mag das stimmen. Oberflächlich betrachtet gibt es zwei Dinge auf der Welt die auf jedes atmende Tier auf dieser Welt zu trifft. Es wurde irgendwann geboren und es wird irgendwann sterben. Und nur der Mensch glaubt, dass die Zeit dazwischen von ihm selbst nach eigenen Wünschen und Vorstellungen gestaltet werden kann.

Denn sofern man in dieser Welt nicht sterben will muss man schon einige Dinge tun, abgesehen vom atmen, welches eine Entscheidung vom autonomen Nervensystem ist, aber wenn wir nicht gerade absichtlich die Luft anhalten keine autonome Entscheidung von uns selbst ist. Man muss essen und trinken und man muss sich regelmäßig mal bewegen wenn man sich keine Druckstellen liegen will.

Und was erfordert essen und trinken im Normalfall (also wenn ich nicht gerade höchst pflegebedürftig auf andere Menschen angewiesen bin)? Richtig. Irgendeine Form von Aktivität. Entweder muss ich mein Essen selbst jagen und sammeln und eine Wasserquelle mit Trinkwasser finden, oder ich geh in den Supermarkt meines Vertrauens und kauf es dort. Mit Geld. Und auch für das Geld muss ich wieder irgendwas tun. Das Essen muss meist noch irgendwie verarbeitet werden, z.T. gekocht. Dafür benötigt es eine Kochstelle. Und nachts brauche ich noch einen sicheren Schlafplatz. Sicherlich gibt es einige die versuchen von der Gesellschaft relativ autonom zu leben, aber die meisten Menschen aus meiner Umgebung bevorzugen dann doch Wohnung oder Häuser. Und auch die müssen bezahlt werden.

Irgendwo muss das Geld also herkommen. Den wenigsten unter uns wird so viel Erbschaft zugefallen sein oder haben einen Werbejingle geschrieben sodass sie das Problem gelöst haben. Also muss man arbeiten gehen wenn man Geld haben will. Natürlich kann man das auch lassen, aber das Geld das man vom Arbeitsamt bekommt ist jetzt auch nicht so reichlich und auch die wolle das man Bewerbungen schreibt und Kurse besucht, die sie einem anbieten.

Wenn ich mein Leben im Rahmen meiner Möglichkeiten nach meinen Wünschen und Vorstellungen gestalten will, dann gibt es da schon einiges an Muss. Ich muss regelmäßig einkaufen, meine Rechnungen bezahlen, arbeiten gehen und mein Studium zu Ende bringen.

Deswegen muss ich jetzt auch wirklich los und mir statistische Auswertungen angucken. Sonst wird's schwierig mit den Leistungen in der Uni die ich für die Beendigung des Studiums erbringen muss.

Vielleicht ist es also weniger eine Frage von dem was ich initial muss, sondern vielmehr von dem was ich in meinem Leben will (und was ich dafür dann tun muss).

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