2018

Strandurlaub.

Am Strand.
Dahin zurück.
Dahin zurück, wo das Leben noch in Ordnung war.
Dahin zurück, wo das Leben immer wieder in Ordnung kommt.

Zurück zu den Wellen.
Wellen, die stetig kommen und gehen.
Mal aufbrausend und kräftig und mal sanft und leise.
Wellen, die all das Alte hinfort spülen und Neues herantragen.

Zurück in den warmen Sand.
Sand, der sich schmeichelnd um deine Füße legt.
Geduldig nimmt er immer wieder andere Formen an und bleibt nie gleich.
Sand, der widerspenstig in jeder Falte haften bleibt.

Strand

Ein Bild zu einem Gefühl. Ich hatte es schon im Juli angefangen. Aber seitdem ist so vieles passiert, was sich gar nicht wirklich in Worte fassen lässt und doch wandert alles unablässig durch meinen Kopf. Ein Bild, dass ursprünglich mal ein Geschenk für eine Strandliebende sein sollte. Und nun weiß es nicht wo es hin soll. Ein Bild, dass auf dem Abstellgleis neben den Farbtuben geparkt wird. Bis es weiß wohin es will.

Und es glitzert übrigens auch ein bisschen. Aber leider sieht man das auf dem Foto nur schlecht und kann es allenfalls erahnen.
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Vom Jein zum Ja (Buchtipp).

"Ich halt dich nicht fest und lass dich nicht los" - (Pocahontas, AnnenMayKantereit)

Und weil ich gerade 'nur' an meiner Masterarbeit schreibe, habe ich endlich wieder Zeit und Lust zu lesen. Deswegen folgt hier der nächste Buchtipp. Und Lesetipp, wem ich das Buch nahelegen und empfehlen würde nehm ich diesmal gleich vorweg: DIR. Genau. Dir und schlichtweg jedem einzelnen Menschen der die Absicht hat eine zufriedenstellende Beziehung zu einem anderen Menschen zu führen.

Zugegeben: Das Buch hat keinen besonders ansprechenden Titel, aber das haben meiner Meinung nach die wenigsten Ratgeber-Bücher. Und wenn du das nun liest, wirst du vielleicht sagen: Ich habe keine Bindungsangst oder Probleme mit Bindungen, schließlich habe ich ja schon langfristige Beziehungen geführt. Und ganz eventuell mag das für dich sogar stimmen. Eventuell gehörst du zu den Menschen mit einem sicheren Bindungsstil und hast einen Partner gefunden, der ebenfalls sicher gebunden ist. Das freut mich dann natürlich sehr für dich. Meine - völlig subjektive - Erfahrung aus meinem Umfeld zeigt mir aber, dass die allermeisten in Beziehungen das ein oder andere Problem haben. Manche davon scheinen immer wieder in Beziehungen zu landen in denen sich ein ähnliches Muster abspielt und andere fragen sich warum sie nach einer gewissen Zeit eigentlich immer wieder das Interesse an ihrem Partner verlieren. Vielleicht hast du aber auch das Gefühl, dass deine Beziehungen sonst immer ganz 'gut' und im Kräfteverhältnis ausgeglichen waren, aber von der letzten kommst du irgendwie nicht richtig los. Dann kann dir dieses Buch helfen.

Ähnlich wie schon in Das Kind in dir muss Heimat finden basieren die Annahmen von Stefanie Stahl auf den Prägungen aus unserer Kindheit. Es gibt das innere Kind, dass diverse Glaubenssätze verinnerlicht hat. Die Glaubenssätze führen zu einem bestimmten Verhalten. Zu Schutzstrategien um den angeknacksten Selbstwert zu schützen. Denn der Kern einer Beziehungsproblematik läge im (zu geringen) Selbstwert in mindestens einem der Beziehungspartner.

Im Buch erklärt sie den Unterschied zwischen aktiv und passiv Bindungsängstlichen. Also jenen, die entweder die Verbindlichkeit einer Beziehung nicht ertragen können, weil sie Angst haben sich selbst dann aufgeben und verlieren zu müssen, oder aber Angst vor Verlust haben und lieber selbst davon rennen, bevor es der andere bzw. die andere tut. Und auf der anderen Seite die passiv Bindungsängstlichen, die dem aktiven Part hinterherlaufen aus Verlustangst oder aber weil sie glauben alleine nicht überleben und für sich sorgen zu können, oder sie keine Verantwortung übernehmen wollen und damit in gewisser weise abhängig sind.

Schuld daran seien die Glaubenssätze des inneren Kindes. Im Buch finden sich im Kurzen Übungen wieder, die in Das Kind in mir muss Heimat finden eine ausgiebige Betrachtung finden. Stahl nimmt ihre Leser bei der Hand und erarbeitet mit ihnen zusammen die individuellen Glaubenssätze, Werte, Stärken und Schwächen. Wer intensiv mit dem Buch arbeitet kann sehr viel über sich selbst und seine eigene Beziehungsgestaltung erfahren und zukünftige Beziehungen sicherlich wesentlich bewusster mitgestalten, anstatt - wie bisher vielleicht - sich auf sich selbst zurück zu ziehen und sich dem anderen zu entziehen.

Eine maßgebliche Quintessenz des Buches ist sicherlich: "Erst durch Reden wird ein Weg zum Miteinander gebahnt". Sie hält ihre Leser - die an sich arbeiten wollen immer wieder dazu an mit ihren Partnern über ihre Problematik zu reden. Und wer keinen Partner hat dem rät sie: "Wenn du keinen Partner hast, dann sprich mit Freunden über dein Problem. Und wenn du keine Freunde hast, dann such dir welche. Die Welt ist voll von netten Menschen". Soll heißen: Wer an sich arbeiten will, der ist gut beraten mit einer nahestehenden Person darüber zu reden.

Das Buch, bzw. das lesen des Buches wird dein Problem nicht lösen. Das musst du sicherlich schon selbst tun. Aber es gibt dir gutes Handwerkszeug an die Hand um deine (zukünftige) Beziehungsqualität zu verbessern und dich damit langfristig ein Stück glücklicher zu machen. Denn egal ob du zu denen gehörst, die immer wieder aus Beziehungen flüchten (weil sie zu eng werden, oder die Verlustangst zu groß), oder aber zu jenen die an Beziehungen haften bleiben und sich kaum lösen können, glücklich und zufrieden macht das nicht. Denn am Ende ist dem Menschen ein grundlegendes Bindungsbedürfnis ja mit in die Wiege gelegt.

Link zu Amazon: Vom Jein zum Ja.

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Das Kind in mir muss Heimat finden (Buchtipp).

Das Kind in mir muss Heimat finden ist ein Sach- bzw. Selbsthilfebuch der Autorin Stefanie Stahl. Stefanie Stahl ist selbst psychologische Psychotherapeutin mit eigener Praxis und beschäftigte sich in der Vergangenheit viel mit Bindung bzw. Bindungsängsten und dem Selbstwert.

In diesem Buch geht es um die Entwicklung von Urvertrauen, dass in manchen Kindheitsentwicklungen auf der Strecke geblieben ist. Nicht unbedingt, weil die Eltern das Kind in irgendeiner Form misshandelt oder grundlegend etwas falsch gemacht hätten. Aber sie macht deutlich, dass wir alle durch unsere Erziehung und Bindungen gewisse Kerben eingeschliffen bekommen. Und manche dieser Kerben können uns später als Erwachsene in Beziehungen Schwierigkeiten machen.

Zum Beispiel dann, wenn wir feststellen, dass uns bestimmte Dinge unseres Gegenübers immer und immer wieder auf die Palme bringen. Wenn es immer wieder Konflikte wegen Kleinigkeiten gibt, oder wenn man nicht versteht, warum der andere nun gerade so reagiert und sich verhält wie er es gerade tut.

In Konflikten in denen wir unangemessen heftig reagieren (und wir alle kennen mit Sicherheit solche Situationen), hat dies meist wenig mit der anderen Person oder dem Konfliktgegenstand zu tun. Laut Stahl wütet in diesen Momenten das Schattenkind in uns. Das Schattenkind in uns ist der Anteil, der sich z.B. übersehen, nicht wertgeschätzt, unwichtig, ungeliebt oder hilflos fühlt. Und dies hat nichts mit der aktuellen Situation zu tun, sondern mit den Kerben aus der Kindheit, gewissermaßen mit einer Angst, dass es so sein könnte wie früher. Wenn wir uns die Situation aus der Erwachsenenperspektive anschauen, können wir (zumindest hinterher) feststellen, dass in einer solchen Situation das Schattenkind regiert und gewütet hat.

Dem Schattenkind gegenüber stellt Stahl das Sonnenkind. Das ist der Anteil in uns der uns ein gutes Gefühl gibt, der Teil der weiß war wir gern haben und gut können. Dieser Anteil soll gestärkt werden, während das Schattenkind keineswegs weggedrängt werden soll. Das Schattenkind soll angenommen und ernstgenommen werden und auch Trost finden können.

Weiter stellt Schutzstrategien des Schattenkindes vor. Als Strategien die das Kind vor Verletzungen aller Art schützen sollen. Und genau diese Schutzstrategien - sei es durch Perfektion oder Harmoniebestreben, ein Helfersyndrom oder Machtstreben - sind es, die uns als Erwachsene das Leben schwierig machen können. Auf der anderen Seite, der Seite des Sonnenkindes, werden aber auch sogenannte Schatzstrategien vorgestellt. Das sind Übungen oder Strategien die dem Leser helfen sollen das Schattenkind zu trösten und anzunehmen, aber auch das Sonnenkind zu stärken und den Leser zu einem glückerlicheren Menschen machen sollen, der fortan glücklichere Beziehungen führen.

Das Buch ist gut aufgebaut und führt über einen kurzen Abriss über Persönlichkeitsmodelle über die Idee der Schatten- und Sonnenkinder hin zu den psychischen Grundbedürfnissen und wie alles im Zusammenspiel zu den Kerben in unserer Persönlichkeit und damit zu unserem jetzigen Verhalten führt. Nach der Theorie gibt es immer wieder Übungen und man erarbeitet sich mit Hilfe des Buches sein ganz persönliches Schatten- und in der zweiten Buchhälfte das Sonnenkind. Am Ende des Buches hat man eine ganz gute Idee davon wie die eigentliche Persönlichkeit aufgebaut ist und wo die roten Knöpfe liegen. Die eigentliche Arbeit mit diesen Anteilen beginnt aber hinterher. Wenn man an sich jedoch etwas ändern will, dann hat man mit seinen Kinderschablonen sicherlich eine gute Grundlage dafür.

Sie gibt auch noch weitere Übungen wie den Realitätscheck an die Hand mit Hilfe derer man eine Situation danach überprüfen kann, ob die eigenen Gefühle die gerade aufkommen angemessen sind, oder ob die durch das Schattenkind eingefärbt sind.

Das Buch kann ich jedem empfehlen, der gerne selbst an sich arbeiten möchte. Jedem der bemerkt hat, dass er immer wieder in Konflikte kommt die immer wieder ähnlich ablaufen und denen er nicht Herr zu werden scheint. Besonders profitieren sicherlich Menschen davon, die auf einen Therapieplatz warten oder mit dem Buch begleitend zu einer Psychotherapie arbeiten wollen.

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Burnout im Psychologiestudium

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Moin und Hallo!

Wie ihr wisst, schreibe ich aktuell fleißig an meiner Masterarbeit und habe vor kurzem endlich meinen Fragebogen gedropped. Nun brauche ich ganz viele Studierende im Studiengang Psychologie die sich knapp 15 Minuten Zeit nehmen um die Fragen zu beantworten.

Ziel meiner Erhebung soll sein Risiko- und Schutzfaktoren bei der Entwicklung eines Burnout im Psychologiestudium aufzudecken.

Neben massenweisen Studierenden der Medical School Hamburg und der FernUni Hagen, brauch ich vor allem auch Psychologiestudierende von staatlichen Präsenzuniversitäten. Also wenn du jemanden kennst der ins Profil passt, dann bitte ihn oder sie doch ob er/sie sich kurz für die Beantwortung Zeit nimmt. Es gibt nichts zu gewinnen, außer meine Dankbarkeit und das Wissen, dass ihr mir unglaublich bei meiner Masterarbeit geholfen habt.

Vielen lieben Dank im voraus!

Hier gehts zur Umfrage:
https://ww2.unipark.de/uc/km-18101501/8b22/

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Konflikte und Streit lösen.

"Empathisch zu sein, bedeutet, die Welt durch die Augen der anderen zu sehen und nicht unsere Welt ihr ihren Augen."
- Carl Rogers


Manchmal haben wir Menschen Streit mit anderen Menschen. Das ist ganz normal und gehört dazu. Und manchmal muss man auch erst lernen, das Streit gar nichts schlimmes ist, sondern auch dazu führen kann, dass zwei oder mehrere Parteien einen Kompromiss finden, mit dem dann alle ganz gut leben können.

Menschen streiten sich oft wenn sie nicht einer Meinung sind. Gehts in der Angelegenheit nicht um persönliche Dinge denen man emotional irgendwie stark verbunden ist, dann streiten sich die Leute oft einfach nur, sind vielleicht eine Weile sauer aufeinander und dann ist (meistens) alles wieder gut. Sobald eine der streitenden Parteien jedoch aus dem Thema raus auf eine persönliche Ebene abdriftet, kann die Sache mit der Versöhnung schon schwieriger werden.

Richtig kompliziert und verfahren kann die Situation aber werden, wenn beide Parteien emotional in das Thema verstrickt sind. Dann bleibt es oft kaum aus, dass der Streit (neben dem dass er sehr emotional geführt wird) auch auf einer persönlichen und damit potentiell verletzenden Ebene stattfindet. Am Ende gibt es in der Regel Verletzte auf beiden (bzw. allen Seiten, wenn mehrere beteiligt sind). Das liegt zum einen an der Natur eines Streits: Man streitet sich - wie bereits gesagt - weil man nicht einer Meinung ist. Aber man könnte dann ja auch - losgelöst von allen Emotionen - sagen, dass man da halt nicht einer Meinung ist, es dabei belassen und auseinander gehen. Nun scheint es aber in der Natur des Menschen zu liegen, dass er glaubt, sein Standpunkt wäre der richtigere und den Konfliktpartner davon überzeugen will. Und dann kommt noch dazu, dass man sich in seinem Standpunkt und seiner Sichtweise der Dinge nicht verstanden fühlt. Und genau da liegt vielleicht die eigentliche Kränkung, der Punkt der uns verletzt: Wir fühlen uns unverstanden.

Nun haben wir gestritten. Sind emotional aufgewühlt, weil uns der andere nicht versteht. Sind verletzt, weil vielleicht Dinge passiert sind, die uns verletzt haben. Und sind in einem gewissen Ausmaß störrisch, weil der andere sich ja so unglaublich blöd und daneben benommen hat. Das so ein Konflikt und dessen Auswüchse nicht nur das Produkt eines Einzelnen, sondern beider Parteien ist, das vergessen wir ganz gerne mal. Erst wenn wir ein bisschen Abstand zum Geschehen bekommen haben, emotional wieder etwas runter gekocht sind und vielleicht auch mit anderen über das ganze Drama geredet haben, kommen wir vielleicht ganz langsam auf die Idee: "Hm, vielleicht war nicht nur der/die andere blöd zu mir, sondern ich auch zu ihm/ihr?"

Jetzt kommt es natürlich drauf an, ob es vor dem Streit schon eine Geschichte gab und der Bogen mit diesem Mal schlichtweg überspannt wurde. Es kommt auch darauf an wie stark die Bindung zu diesem Menschen war bzw. ist. Will man diese Person auch in Zukunft weiter in seinem Leben haben und an seinem Leben teilhaben lassen? Aber wie biegt man das dann wieder hin?

Meiner Meinung nach müssen verschiedene Dinge dafür passieren:

1. Der eigenen Verletzung Raum geben.
Ein Bewusstsein dafür bekommen, dass man verletzt ist von was auch immer der andere Mensch getan hat. Und im nächsten Schritt ein Bewusstsein dafür kriegen, was einen eigentlich so sehr verletzt hat. Warum das wichtig ist? Weil ihr dann von der Ebene der andere ist so doof und benimmt sich nur daneben weg kommt. Weil ihr dann erstmal ganz bei euch seid und euch selbst den Trost dafür geben könnt, dass euch das, was passiert ist, weh getan hat. Es geht hierbei nicht darum in Selbstmitleid zu versinken und sich selbst zu betrauern, dass alle so gemein zu dir sind. Es geht darum herauszufinden, das dir etwas weh getan hat und was genau das war. Und diesem Gefühl auch entsprechenden Raum einzuräumen, dass es gerade da sein darf.

2. Die andere Konfliktpartei ist auch verletzt.
Nachdem du nun weißt, dass dir das was dein Konfliktpartner getan hat, oder wie er/sie mit dir umgegangen ist weh getan hat, versuche dir nun bewusst zu machen, dass es deinem Gegenüber ziemlich sicher genau so geht. Das er/sie ebenfalls verletzt ist von dem was du vielleicht getan hast. Denn wäre es nicht so, dann wäre der Streit nicht so emotional geworden und eskaliert. Überlege dir mit was du deinen Gegenüber verletzt haben könntest. Rufe dir vielleicht in Erinnerung wie der Streit abgelaufen ist, bzw. wie es dazu kam. Und auch was im Vorfeld vielleicht schon passiert ist, was eine gewisse Grundanspannung, sowohl in dir, als auch in deinem Gegenüber, verursacht haben könnte. Wenn du noch keine Idee davon hast, was von deiner Seite aus verletzend gewesen sein könnte, dann kannst du auch wilde Hypothese dazu aufstellen. Oft hilft es auch mit Freunden/Familie über den Streit zu reden und explizit danach zu fragen, was den anderen verletzt haben könnte. Aussenstehende können einem oft eine andere Perspektive vermitteln, wenn man selbst das Gefühl hat, dass einem das im Moment gerade schwer fällt. Mache dir bewusst, dass die Verletzung deines Konfliktpartners ebenso eine Daseins-Berechtigung hat wie deine eigene.

3. Perspektivwechsel
Sobald du deinen eigenen Gefühlen zum Streit Raum gegeben hast und du versucht hast rauszufinden was genau dir so weh getan hat, bist du über das schlichte Ich bin jetzt sauer Gefühl hinaus gegangen. Du hast eine Perspektive für dich selbst einnehmen und Verständnis für dich selbst aufbringen können. Das ist gut. Löst aber euren Konflikt nicht. Denn bleibst du in dieser Position und beharrst darauf, dass der andere dich verletzt hat, kreist du egozentrisch weiter um dich selbst. Und eins kann ich schonmal verraten: Das wird auf der Gegenseite für weiteren Frust sorgen. Deshalb ist der zweite Schritt so wichtig. Hier machst du dir erstmal bewusst, dass es dem/der anderen sehr sicher ganz ähnlich geht wie dir. Du bemühst dich um einen Perspektivwechsel. Und daher auch das obige Zitat. Du kannst die Perspektive - und damit Verletzung und/oder Kränkung - des anderen nur sehen, wenn du versuchst die Welt und den Streit aus dessen Augen zu sehen.

4. Perspektivwechsel = Stimmungswechsel
Hier gibt es gerade aktiv gar nichts zu tun. Du wirst wahrnehmen, dass Teile deines Ärgers bereits verraucht sind, weil du neben deiner eigenen Wahrnehmung durch den Perspektivwechsel auch Einblicke in die Sicht des anderen erhalten hast. Du kannst nun - zumindest in Teilen - nachvollziehen, was beim anderen Verletzungen ausgelöst hat. Du hast Empathie gezeigt und kannst nun neben Mitgefühl für dich selbst auch Mitgefühl für den anderen Menschen aufbringen.

5. Wir sind alle eine Beta-Version.
Möglicherweise bist du trotz Wertschätzung deiner eigenen Gefühle und Verständnis für deinen Gegenüber jetzt aber immer noch sauer, weil dich etwas was in diesem Streit passiert ist sehr gekränkt hat. Sicher hätte man auf beiden Seiten im Nachhinein besser agieren können und sich anders verhalten können. Hätte, hätte… ihr kennt das. Wenn das so ist: Mach dir klar, dass jeder einzelne von und in jeder einzelnen Situation immer nur die Beta-Version seiner selbst ist. Hinterher wissen wir natürlich alles immer besser, hinterher sind wir nämlich immer etwas schlauer bzw. zumindest um eine Erfahrung reicher. In der spezifischen Situation handelt jeder Mensch genau so wie es ihm zum gegebenen Zeitpunkt gerade möglich ist. Jeder versucht die beste Balance zwischen Selbstschutz und Mitgefühl für den Gegenüber aufzubringen. (Also zumindest dann, wenn man es nicht bewusst darauf auslegt die andere Seite absichtlich zu verletzen). Wir alle geben unser Bestes. Und manchmal greifen wir in der Auswahl unserer Strategien ganz schön daneben und es kommt ein Ergebnis dabei raus, das eigentlich keiner so haben wollte.

6. Sei offen.
Offenheit ist ein wichtiges Gut in jeder intakten Beziehung. Und damit meine ich nicht nur die Offenheit im Sinne von: Seid bitte ehrlich zu den Menschen die euch wichtig sind bzw. seid bitte in allererster Linie ehrlich zu euch selbst, weil ihr nur dann auch ehrlich zu anderen sein könnt. Nein, ich meine damit auch: Seid offen für den anderen. Seid offen für dessen Perspektive, seid offen für dessen Wahrnehmung der Welt. Und wenn ihr dieses große Kunststück hinkriegt - und das ist echt nicht einfach, wenn man selbst gerade noch im Ärger drin steckt und im Modus "soll doch der andere auf mich zukommen, der hat sich ja schließlich blöd benommen" ist - dann seid ihr der Konfliktlösung ein großes Stück näher.

Ich würde ja jetzt noch sagen: Macht Kompromisse! Aber ganz ehrlich: Wenn ihr soweit seid, dass ihr euren Gefühlen eine Daseins-Berechtigung eingeräumt habt, ohne dabei ins Selbstmitleid abzudriften, wenn ihr es geschafft habt Verständnis für die Verletzungen des anderen aufzubringen, wenn ihr euch bewusst macht, dass jeder das Beste gibt, aber manchmal eben daneben tritt, dann kommt der Kompromiss vermutlich ganz von alleine. Und manchmal geht es auch gar nicht um eine Kompromissfindung. Oft genug habe ich es erlebt, dass es schlichtweg darum geht, die Sichtweise des anderen nachzuempfinden, glaubhaft zu versichern, dass dessen Gefühle eine Berechtigung haben, einzuräumen, dass man sich selbst vielleicht auch hier und da nicht ganz so glücklich verhalten hat.

Manchmal ist es sehr schwierig aus seinem Ärger rauszukommen. Man beharrt weiterhin auf der Position "ich hab alles richtig gemacht" oder "der andere ist mit dem was er gemacht hat im Unrecht". Das ist nicht weiter schlimm. Es ist furchtbar schwierig von seinem eigenen Ärger Abstand zu nehmen. Insbesondere dann, wenn er sehr intensiv ist. Es braucht Übung. Aber in aller Regel gibt es nicht den einen Bösewicht. Für jeden Konflikt braucht es mehr als eine Person (ausser für den Konflikt mit sich selbst, aber das ist ein ganz anderes riesengroßes Thema). Soll heißen: Auch wenn der andere sich noch so blöd benommen hat. Dein Verhalten war vielleicht auch nicht das Allerbeste. Aber das ist nicht schlimm. Wir sind alle immer nur eine Betaversion. Und wir werden alle Erwachsen damit wir nicht nur zu unseren Stärken stehen, sondern uns (und anderen) auch unsere Schwächen und damit Fehler eingestehen können. Es ist menschlich Fehler zu machen.

Wie löst ihr Konflikte bzw. wie geht ihr damit um wenns mal richtig gekracht hat?

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Freundschaft oder schon Familie?

Im Zuge meines letzten Beitrags über Bindung bin ich gedanklich weiter gewandert zum Thema Freundschaft. Und eventuell wird das wieder einer dieser persönlichen Beiträge.

Im Laufe meines bisherigen Lebens habe ich viele verschiedene Kontakte geknüpft und hatte viele verschiedene Freundschaften. Die nächsten Interaktionspartner sucht man sich in der Regel ja nicht gezielt aus, sondern es wird einem gewissermaßen ein Pool von Menschen zur Verfügung gestellt, aus dem man dann schöpfen kann. Das fängt mit der Kindergartengruppe an, zieht sich über mehrere Jahre mit der Klassenzusammensetzung zusammen und endet auch nicht, wenn man zum studieren an die Uni geht oder ins Berufsleben einsteigt. Jedesmal sitzt man wieder in so einem Menschenpool, beschnuppert sich gegenseitig und versucht abzuwägen, wen man eher meiden möchte und zu wem man eine Verbindung aufbauen möchte.

An manchen Tagen hilft der Zufall ein wenig dabei, weil man sich zum Beispiel immer wieder am selben Ort trifft (weil man immer zur gleichen Zeit auf die Toilette muss, oder immer zur gleichen Zeit am Kaffeeautomaten steht oder vielleicht immer gemeinsam eine Bahn zu spät kommt). An anderen hat man verstärktes Interesse, obwohl von der anderen Seite gar nicht so viele Resonanz kommt und umgekehrt wird man manchmal wiederholt von Leuten kontaktiert mit denen man selbst aber gar nicht so richtig warm wird. Wenn es gut läuft findet man in der jeweiligen Umgebung (sei es nun Schule, Studium oder Beruf) Anschluss und fühlt sich demzufolge in dieser Umgebung vielleicht wohler als ohne diese Menschen.

Freunde 'von früher' sind bei mir nur wenige übrige geblieben. Oft haben sich die Lebenskonzepte in unterschiedliche Richtungen entwickelt, manchmal hab ich das erst gar nicht so richtig bemerkt oder wahrhaben wollen und noch mehr oder weniger lang an diesen Verbindungen festgehalten. Zu anderen habe ich die Verbindung zwischenzeitlich verloren und sie kam erst nach ein paar Jahren wieder zu Stande, dann aber intensiver als zuvor. Ich finde das ganz erstaunlich. Jetzt habe ich Freunde aus ganz verschiedenen Phasen meines Lebens und keinen von denen möchte ich vermissen. Und keinen würde ich leichtfertig aufgeben. Manche sagen mir sogar nach, dass ich manchmal zu lange festhalte.

Und dann gibt es da das Erlebnis, dass der Freundeskreis den man gerade hat wie eine Familie ist. Man glaubt nichts könnte so schwerwiegend sein, dass diese Bande zerbrechen. Man hat das Gefühl, auch wenn man sich mal verkracht, dann rauft man sich halt doch 'wie eine Familie' wieder zusammen. In der Vergangenheit hatte ich schon einmal so ein Familiengefühl im Freundeskreis, leider konnte diese Familie dann doch nicht überdauern und zerbrach an mehreren Ecken gleichzeitig. Auch weil sich die jeweiligen Lebenskonzepte in verschiedene Richtungen entwickelten, aber auch weil es in einem kurzen Zeitraum an mehreren Ecken zu brennen schien.

Was ich sagen will: Wenn sich der Freundeskreis mal wie eine Familie anfühlt, bzw. angefühlt hat, dann ist das was ganz besonderes. Denn das spricht eigentlich für ziemlich enge Bindungen unter den Beteiligten. Und sowas mag ich auch nicht einfach so kampflos hergeben. *Herzchen*

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Bindung

Bindung ist ne komische Sache. Was bestimmt an wen wir uns binden und warum können wir unsere Bindungsobjekte nicht einfach selbst bestimmen?

Uns allen dürfte bekannt sein, das die Bindung zu unseren primären Bezugspersonen (sprich: derjenigen die uns aufgezogen haben) eine der längsten, überdauerndsten und stärksten ist. Und diese Bindung kann durch kaum etwas erschüttert werden. Da können die Umstände und Entwicklungsbedingungen noch so fatal verlaufen. Selbst bei Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung bleibt die Bindung noch lange bestehen. Bei den meisten ein Leben lang. Was bleibt uns auch anderes übrig, solange wir von eben jenen Bindungspartnern abhängig sind? So lange wir darauf angewiesen sind, dass sie uns ernähren und versorgen, uns ein Dach über dem Kopf und damit einen gewissen Schutz bieten. Die Bindung an diese Bezugspersonen ist also in den ersten Lebensjahren für uns überlebensnotwendig.

Viele hinterfragen die Beziehung und Bindung zu primären Bezugspersonen (also den Eltern), erst nachdem sie ausgezogen sind und begonnen haben auf eigenen Beinen zu stehen. Das kann früher oder später geschehen. Ich wage aber mal zu behaupten, dass dieser Prozess mit zur Entwicklung gehört und daher von jedem irgendwann durchlaufen wird (Wer sich an dieser Stelle mehr für Entwicklungsaufgaben interessiert, kann z.B. mal bei Havighurst anfangen). Mit der Bindung und Beziehung zu brechen, das gelingt kaum. Unsere Eltern haben uns derartig geprägt, dass wir das zeitlebens mit uns herumtragen. Es ist also besser mit den Aspekten Frieden zu schließen, mit denen man selbst nicht so sehr einverstanden war und sich an dem zu erfreuen was gut war oder ist.

Aber wie kommt es dazu, dass wir uns stets neue Beziehungspartner aussuchen zu denen wir eine mehr oder minder starke Bindung aufbauen (können)? Und warum wird die Bindung zu einzelnen sehr stark sein, sodass sie selbst viele Jahre später nachdem vielleicht schon kein Kontakt mehr besteht immer noch bestehen bleibt und warum ist die Bindung zu anderen so schwach, dass es gar nicht so schwer ist, diese Menschen gehen zu lassen?

Was ist Bindung überhaupt? In bindungstheoretischen Theorien wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch das Bedürfnis dazu hat enge Beziehungen zu anderen Menschen einzugehen die mit intensiven Gefühlen verbunden sind. Eine Idee zum Sinn dieses Strebens hält die evolutionstheoretische Perspektive bereit: Die Bindung an andere Personen bedeutet die Verfügbarkeit von Hilfe und Schutz, falls man mal von einem Raubtier (oder vom Chef…) angegriffen werden sollte. Also Hilfe in Zeiten, in denen man sich selbst aus welchem Grund auch immer bedroht fühlt. Vielleicht ist es also so, dass je vertrauter man miteinander war und je eher man davon überzeugt war, dass der Bindungspartner uns Sicherheit und Schutz bei bedrohlichen Ereignissen erhalten können, desto enger ist die Bindung zu eben dieser Person. Das würde zumindest auch erklären, dass es schwieriger ist einen Beziehungspartner gehen zu lassen, bzw. die Bindung zu lockern, als einen Freund gehen zu lassen, den man zwar auch sehr mochte, aber zu dem die Bindung eben nicht so intensiv gewesen ist.

Interessant ist in diesem Zusammenhang vielleicht auch, das wir schon im frühesten Kindesalter sogenannte inner working models in uns ausbilden. Diese sind Repräsentationen von Bindungserfahrungen, die wir mit unseren primären Bezugspersonen gemacht haben. Also wie ein Bild oder eine Blaupause davon, wie wir nun glauben, dass Beziehungen ablaufen. Im weiteren Verlauf unseres Lebens werden wir viele neue Beziehungen eingehen. Immer dabei ist dann unser inner working model. Unbewusst und automatisch vergleichen wir die Beziehungserfahrungen mit unserer Blaupause aus Kindertagen und versuchen dann vorherzusagen wie sich unser Beziehungspartner verhalten wird. Das kann manchmal ganz schön nach hinten losgehen. Denn unsere Vorlage ist eben nur eine Vorlage. Die Vorlage der Beziehung zu unseren Eltern. Sie passt nicht immer zu den Bindungserfahrungen und dem Verhalten unseres Gegenübers. Manchmal finden wir uns so immer und immer wieder in ähnlichen Konflikten von denen wir nicht verstehen wie sie eigentlich entstehen konnten. Da genau hinzusehen erfordert zum einen viel Mut und zum andern auch viel Arbeit. Denn man muss sich seinen eigenen Bindungserfahrungen stellen, Erfahrungen die vielleicht nicht immer so schön waren und man muss daran arbeiten diese zu korrigieren, falls einem bestimmte Bindungserfahrungen immer und immer wieder Probleme bereiten. Aber zu der Erkenntnis muss man ja auch erstmal kommen und das ist ein völlig anderes Thema.

Bindung also. Ein faszinierender Aspekt der menschlichen Psyche wie ich meine. Wikipedia hält hierzu wieder einiges mehr an Informationen bereit: https://de.wikipedia.org/wiki/Bindungstheorie

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Planten un Blomen

Ein kurzer herbstlicher Fotoausflug in Planten und Blomen. Und ein paar Sonnenstrahlen haben wir auch einfangen können. :)

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Burnout im Psychologiestudium

Für mich beginnt nun also das letzte Semester des Studiums. Beziehungsweise: Es hat schon begonnen. Und eigentlich hat es letztes Semester schon begonnen, als ich angefangen habe ein Thema für meine Abschlussarbeit zu suchen und dann einen Erstgutachter zu suchen und zu finden um auch anständig betreut zu werden. Die Hypothesen und Fragestellungen mit ihm zusammen auszuknobeln und das Thema schonmal gut abzustecken, damit ich zum Wintersemester gut vorbereitet mit dem Exposé starten konnte.

Und da steck ich nun mitten drin. Eigentlich ist das Exposé nun schon seit letzter Woche fertig, ich warte nur noch auf ein finales GO! um eben jenes dann mit einem Haufen Unterlagen, Zettel und Verträgen beim Prüfungsamt einzureichen.

Und ich muss schon sagen: Ich hab mir da schon ein Megacooles Thema zusammen geklöppelt. Nachdem ich nämlich nach dem zweiten Semester selbst (wie die überwiegende Mehrheit des Studiengangs) völlig ausgebrannt und am Ende war kam mir die Idee durch einen Online-Artikel der mir Ende Februar in WhatsApp zugeschickt wurde. Anfang des Jahres wurde nämlich der Barmer Ärztereport veröffentlicht in dem alarmierende Zahlen zum Vorschein kamen: So nahmen die Anzahl der diagnostizierten depressiven Erkrankungen bei Studierenden mit steigendem Alter zu, während sie bei den Nichtstudierenden im Alter abnehmen. Irgendwas scheint da im Rahmen des Studiums ungünstig zu verlaufen. Und nach dem was ich erlebt hatte, kamen mir da schon so einige Ideen was da problematisch sein könnte. Für mich was das Schlimmste die Überfrachtung mit Inhalten, hohen Anforderungen und vor allem die vielen Prüfungsleistungen in einem sehr kurzen Zeitraum. Und hätte ich nicht an der MSH studiert, dann hätte ich fröhlich mal mindestens zwei Module aufgeschoben und einfach ein halbes Jahr länger studiert. But money matters.

Wenn also beklagt wird, dass das Studium mit der Bologna-Reform stark verschult wurde, dann steht die Medical School ganz sicher mit an der Spitze eben jener Verschulung. Für manche mag diese starke Vorstrukturierung von Vorteil sein, für viele führt der geringe Handlungs- und Gestaltungsspielraum jedoch ganz sicher zu Überforderung. Zumindest hab ich das so bei mir und auch in meinem Umfeld so erlebt.

Das ganze gilt es jetzt in wissenschaftliche Hypothesen umzuwandeln und auch wissenschaftlich zu untermauern. Ich will herausfinden was Risiko- und was Schutzfaktoren hinsichtlich einer Burnout-Entwicklung sein können und daraus auch ableiten wie der Hochschulbetrieb optimiert werden kann, sodass beide Seiten den größten Nutzen daraus ziehen können. Denn schließlich profitieren Hochschulen ebenso wie die Studierenden davon, wenn letztere das Studium in kürzestmöglicher Zeit aber bei maximaler Gesundheit abschließen können.

Mein Exposé ist also schon in der Pipeline und mittlerweile bin ich schon dabei meine Fragebögen in den Computer zu hacken. Ich freu mich!

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Hallo, mein Name ist Hashimoto.

Heute will ich einen Text teilen, den ich nicht selbst geschrieben habe, aber ich bin gerade drüber gestolpert und bin der Meinung, dass man die Hashimoto Thyreoditis - eine autoimmune Schilddrüsenerkrankung - nicht besser beschrieben werden kann. Er macht deutlich, dass man mit dieser Erkrankungen selbst bei Ärzten eigentlich nicht richtig ernst genommen und nur allzu oft als Sensibelchen abgetan wird, dass sich mal nicht so anstellen soll. Dabei will man als Erkrankte/r eigentlich nur eins: Ein ganz normales Leben ohne Einschränkungen.

"Ich bin eine unsichtbare Autoimmunerkrankung, die Deine Schilddrüse angreift und eine Unterfunktion hervorruft.

Ich bin nun Teil Deines Lebens. Wenn Du eine Unterfunktion hast, bin ich vielleicht die Ursache. Ich bin auf Platz 1 der Gründe dafür !

Ich bin so heimtückisch – ich zeige mich nicht immer in Deinen Blutwerten. Die Menschen um Dich herum können mich nicht sehen oder hören, aber DEIN Körper kann mich fühlen. Ich kann DICH überall angreifen und zwar so wie es mir gerade gefällt. Ich kann Schmerzen hervorrufen und wenn ich gerade gut gelaunt bin – sorge ich dafür, dass Dir alles weh tut.

Erinnerst Du Dich noch daran als Du voller Energie durch’s Leben gegangen bist und Spaß hattest???
Tja, diese Energie habe ich Dir genommen und Dir dafür Erschöpfung gegeben. So, jetzt versuch mal Spaß zu haben!!!

Ich raube Dir den Schlaf und gebe Dir dafür ein vernebeltes Gehirn und Konzentrationsmangel.
Ich kann dafür sorgen, dass Du 7 Tage die Woche 24 Stunden lang schlafen möchtest, oder ich verursache Schlaflosigkeit.

Ich lass Dich innerlich zittern, sorge dafür dass es Dir zu kalt oder zu heiß ist, wenn alle anderen das nicht fühlen. Ich lasse Deine Hände und Füße anschwellen, Dein Gesicht, Deine Augenlieder, einfach alles. Ich löse Angstzustände und Depressionen aus oder andere mentale Probleme. Ich lasse Dein Haar ausfallen, lasse es trocken und brüchig werden, verursache Akne, trockene Haut…für mich gibt es gibt kein Limit.

Wegen mir nimmst Du zu, egal was Du isst oder wie oft Du trainierst. Dank mir wird das Gewicht bleiben. Aber ich kann auch dafür sorgen, dass Du zuviel Gewicht verlierst. Da bin ich nicht wählerisch.
Manchmal begleiten mich meine Freunde, die anderen Autoimmunerkrankungen, zu Dir, so dass Du Dich noch mehr plagen musst.

Wenn Du etwas geplant hast oder Dich auf einen tollen Tag freust, kann ich Dir einen Strich durch die Rechnung machen. Du hast mich nicht darum gebeten zu dir zu kommen. Ich habe Dich aus verschiedenen Gründen ausgewählt: Den Virus oder die Viruserkrankungen, die Du hattest und von denen Du Dich nie richtig erholt hast, oder Schicksaslschläge (Stress mag ich besonders gern). Vielleicht bin ich schon länger in Deiner Familie zu finden. Was auch immer der Grund ist, ICH bin hier und ICH werde bleiben.

Du gehst zum Arzt, um mich los zu werden??????? Dass ich nicht lache. Versuch es. Du wirst zu vielen vielen Ärzten gehen müssen, bis Du überhaupt einen findest, der MICH findet ........und der sich mit MIR auskennt.
Man wird Dir die falschen Medikamente verschreiben, Schmerzmittel, Schlafmittel, Aufputschmittel. Wenn Du ihnen sagst, dass Du Ängste und Depressionen hast, bekommst Du Antidepressiva.

Es gibt so viele Wege für mich, damit Du Dich krank und elend fühlst. Die Liste der Symptome ist unendlich – dieser hohe Cholesterinspiegel, das Gallenblasenproblem, der Bluthochdruck,die Muskel und Gelenkschmerzen, die Augenprobleme, der Blutzuckerspiegel,Herzprobleme, Herzstolpern. Das bin wahrscheinlich ich. Du kannst nicht schwanger werden oder hattest eine Fehlgeburt? Das war ich wahrscheinlich auch! Atemnot oder Atemhunger? Ja, wahrscheinlich auch ich. Leberenzyme zu hoch? Ja, wahrscheinlich auch ich. Zahn- und Zahnfleischprobleme? Ich sagte Dir, die Liste ist endlos. Du bekommst Massagen und man sagt Dir, wenn Du nur ausreichend schläfst und Sport machst, wird es schon weggehen.

Man wird Dir sagen, Du sollst positiv denken, Du wirst beim Blutabnehmen gepiekst und gestochen aber VOR ALLEM, wirst Du NICHT ernst genommen, wenn Du versuchst einer Unzahl von Ärzten zu erzählen, wie schwächend ICH bin und wie ausgebrannt Du Dich fühlst. Wahrscheinlich wirst Du von diesen (ahnungslosen) Ärzten wieder und wieder hören, Du solltest eine Psychiater konsultieren.

Deine Familie, Freunde und Arbeitskollegen werden Dir zuhören, bis sie nicht mehr hören können, was ich bei Dir anrichte und wie sehr ich Dich schwäche. Einige werden sagen „Ach, Du hast nur einen schlechten Tag” Sie sagen Dinge wie, “wenn Du nur aufstehst, Dich bewegst, raus gehst und etwas unternimmst, wird es Dir besser gehen”. Sie werden nicht verstehen, dass ICH Dir den Motor nehme, der Deinen Körper antreibt und dafür sorge, dass Du genau das NICHT kannst.

Manche werden anfangen hinter Deinem Rücken zu reden, sie nennen Dich Hypochonder, während Du langsam Deine Würde verlierst :-( und versuchst es ihnen begreiflich zu machen. Vor allem wenn Du mitten in einem Gespräch mit einem “normalen” Menschen bist und auf einmal nicht mehr weißt, was Du sagen wolltest.
Dann wirst Du Dinge hören wie „Oh, meine Großmutter hatte das auch und ihr geht es gut mit ihren Medikamenten” und Du versuchst verzweifelt zu erklären, dass ich mich bei jeder betroffenen Person anders zeige. Und nur weil das Medikament bei dieser Großmutter hilft, heißt es noch lange nicht, dass es Dir auch helfen wird. Sie werden nicht verstehen, dass diese Krankheit Deinen Körper vom Scheitel bis zur Sohle beeinträchtigt und dass jede Deiner Zellen und Dein Körper und jedes Deiner Organe die richtige Dosis,viel ZEIT und das richtige Medikament brauchen.

Aber auch dann werde ich bleiben!!!

Nur andere Menschen, die mich in sich tragen, werden mit dir mitfühlen und dich unterstützen. Sie sind die einzigen, die Dich wirklich verstehen können.

Mein Name ist Hashimoto Thyreoidits."


(Verfasser unbekannt, der Text wurde wohl aus dem englischen übersetzt. Ich habe ihn von hier: https://www.hashimoto-info.de/interessantes/mein-name-ist-hashimoto.html)
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Zum letzten Mal.

Ich hab es bei all dem anderen Trubel in meinem Leben noch gar nicht so realisiert, aber am Dienstag schrieb ich die vorerst letzte Klausur in meiner akademischen Laufbahn. Man kann jetzt nicht gerade behaupten das sie thematisch ein Feuerwerk für die Psychologenseele gewesen wäre. Vielmehr war es das staubtrockene für alle, die sich irgendwann vielleicht mal selbstständig machen wollen. Der Kurs nannte sich erwartungsvoll "Management für Psychologen", war im Kern ein Abriss der Betriebswirtschaftslehre.

Und da ich schon die Vorzüge eines Angestellten-Verhältnis kennengelernt habe und auch vorerst in diesem Bereich bleiben möchte, waren die Bestandteile eines Managementplans oder wann man wie und unter welchen Voraussetzungen welche Unternehmensform gründen kann, doch eher von nachrangigem Interesse. Aber manchmal muss man sich eben auch durch Veranstaltungen durchbeißen, die das eigenen Interesse dann doch eher nur seicht tangieren.

Alles in allem lässt es sich auf Folgendes (ganz phantastisches) reduzieren: Kein Bulimielernen mehr!! Im kommenden Semester stehen für mich, neben dem eigentlichen Herzstück - der Masterarbeit -, noch eine Hausarbeit und ein kurzer Bericht an. Solch schriftliche Arbeiten mag ich ganz gern und die Schreiberei ist für mich ein Schöpferischer Akt, den ich irgendwie mit Entspannung verknüpfe (ausser ich verzweifle grad wieder an irgendwelchen Formatierungskonflikten zwischen mir und dem Textverarbeitungsprogramm). Und dann bin ich auch schon wieder fertig. Nach achteinhalb Jahren akademischer Safari. Nicht alles war schön, aber das Meiste eigentlich schon.

Das letzte Semester das jetzt beginnt, bedeutet aber vor allem auch eines: Ich muss mir jetzt ja wirklich mal überlegen in welcher beruflichen Ecke ich eigentlich ankern möchte. Das wird aufregend und ich freu mich schon drauf!

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Kos. Wenns dunkel wird.

Und dann wird es unvermittelt Nacht und die Dunkelheit bricht über dich hinein. Aber nachdem ein wenig Zeit vergangen ist, kannst du erste Umrisse und Lichter erkennen. Lichter die dir Hoffnung geben. Das gibt dir die Gewissheit, dass die Nacht bald vorüber und der Tag bald anbrechen wird. Und dann wirst du bereit sein die Welt zu erkunden. Und du wirst weniger Angst vor der Nacht haben.



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Kos. Haus und Hafen.

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Kos. Beach Please.

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Leistungsvergleich

"Ich muss die Leistung ja auch immer mit der Leistung der anderen vergleichen."

Mir ist absolut klar, dass Leistungsbewertung immer immer immer eine subjektive Note hat. Ausser man macht harte Multiple Choice Fragen bei denen nur die richtige Antwort zählt. Aber selbst da liegt es manchmal im Auge des Betrachters ob eine der Antworten als korrekt gewertet werden sollte, weil man die Antwortmöglichkeit anders auffasst, als vom Verfasser intendiert. Es gilt sicherlich auch: Je freier die Prüfungsmethode, desto subjektiver. Der absolute Höhepunkt subjektiver Bewertung sind mündliche Prüfungen.

Damit die Bewertung einer Prüfung möglichst objektiv von Statten geht, gibt es Lösungsschemata oder Bewertungsbögen oder ähnliches. Also auch für mündliche Prüfungen gibt es Schemata nach denen eingeteilt werden kann, ob der Prüfling den Stoff nicht gewusst, in erwartbarer Weise gewusst oder gar die Erwartungen übertroffen hat, weil er Dinge über der Lehrinhalte hinaus auch gewusst hat. Es gibt also durchaus die Möglichkeit eine einzelne Person einigermaßen unabhängig von anderen Personen zu bewerten. Das die Leistung des Vorgängers einen Einfluss auf die Bewertung des Nachfolgenden hat, lässt sich sicherlich weder leugnen, noch ganz abstellen. Aber man kann sich ja wenigstens bemühen.

Meiner Auffassung von Leistungsbewertung nach geht es jedoch darum ob ein Prüfling bestimmte Kriterien erreicht, welche die Vergabe einer vorgegebenen Punktzahl bestimmen. Nicht jedoch der Vergleich mit anderen Prüflingen. Denn das wäre ein Wettkampf mit dem Ziel: Möge der oder die Bessere gewinnen.

Und diese ständige (ungefragte) Konkurrenz mit anderen Menschen macht mich wütend. Wütend, weil sie ungerecht gegenüber allen ist. Ich will - wenn überhaupt - nur mit mir selbst in Konkurrenz stehen. Denn schließlich ist das schon anstrengend genug. Aber solange ich mich nicht freiwillig für einen Wettkampf anmelde, möchte ich auch an keinem teilnehmen. In der Universität werde ich aber in den Wettkampf gezwungen, wenn ich nicht gerade eine klassischen schriftliche Prüfung schreibe. Es ist brutal gemein wenn die Ersten einer Vortragsreihe entweder einen Vorteil haben, weil sie ja die Ersten sind, oder aber einen Nachteil haben, weil die Nachfolgenden um Welten bessere Vorträge abliefern, obwohl der erste Vortrag auch gut war.

Also nein: Es ist nicht okay die Leistung einer mündlichen Prüfung mit der Leistung von anderen zu vergleichen. Die Leistung soll daran gemessen werden was der Prüfer unterrichtet hat und was der Prüfling wissen sollte. Nicht daran was die anderen gewusst haben.

Sollte ich jemals in die Position der Prüferin kommen, hoffe ich inständig das ich es besser mache.

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Wichtig sein.

Um mal eine wilde Hypothese in den Raum zu werfen: Jeder Mensch will wichtig sein. Beziehungsweise: Jeder Mensch will von mindestens einem anderen Menschen das Gefühl bekommen wichtig zu sein. Eventuell sogar die Wichtigste Person in dessen Leben. Nicht umsonst läuft die Mehrzahl der Menschen der seriellen Monogamie hinterher. Immer in der Hoffnung der nächste Partner oder die nächste Partnerin gibt einem das was einem zuletzt gefehlt hat. Neben diversen anderen Attributen ist es am Ende doch meist das Bestreben nach diesem Gefühl, der Faktor der uns in unseren Beziehungen leitet. Von dem auch abhängig ist ob uns in der Beziehung was fehlt, oder ob wir eigentlich ganz zufrieden sind so wie es gerade ist.

Dabei ist es ja keineswegs so einfach, dass jeder Mensch das gleiche braucht um sich wichtig und geliebt zu fühlen. Wenn es so wäre, wäre es sicherlich wesentlich einfacher. Aber nein. Wir haben alle unsere ganz eigenen Wünsche und Vorstellungen. Und nur weil man selbst viel daraus schöpfen kann, wenn einem vielleicht alle paar Tage mal der Kopf gekrault wird, heißt das ja noch lange nicht, das das bei meinem Gegenüber, mit dem ich versuche eine zufriedenstellende und kraftschöpfende Beziehung zu führen, genau so ist. Denn der oder die braucht vielleicht etwas ganz anderes um sich gesehen zu fühlen. Unserem Gegenüber ist es vielleicht wichtig jeden Abend eine liebevolle Gute-Nacht-SMS zu bekommen. Oder unerwartet auch mal ein Blümchen oder wasauchimmer. Dinge, die uns selbst vielleicht gar nicht so wichtig sind. Dinge auf die wir genau deshalb gar nicht so schnell kommen.

So verschieden wir in unseren Bedürfnissen aber auch sind, so wollen wir alle unser kleines süßes Größenselbst gefüttert sehen. Wir alle freuen uns ein Loch in den Bauch wenn wir von irgendwem für etwas gelobt werden. Und je wichtiger uns der Erfolg war, desto schöner und wirksamer das Lob und die Anerkennung. Aber eigentlich ist das allerbeste immer noch einfach für das geliebt zu werden was man ist. Ohne dass man dafür erst was leisten müsse. Aber die Art uns Weise auf die Liebe gezeigt wird, wie jemand einer anderen Person zeigt, dass ihm oder ihr diese wichtig ist, das unterscheidet sich. Genau wie die Bedürfnisse. Und manchmal sprechen die Leute unterschiedliche Sprachen. Günstig wärs hier also wohl, wenn man sich hier zusammensetzen und darüber reden würde. Beschreiben würde, was man sich selbst wünscht und erläutern würde wie man selbst Liebe zeigt. Und im Besten Fall kommt man dann zusammen.

Manch einer bekommt im Verlauf seiner Beziehung aber auch das Gefühl, dass er/sie immer wieder sagt und äußert was ihm/ihr wichtig ist und das dann aber trotzdem nichts passiert. Das führt auf die Dauer fast zwangsläufig zu Unzufriedenheit. Wie man damit nun umgeht? Gute Frage. Auch hier hat jeder wieder seine eigene Taktik. Manch einer wartet ab. Das kann gut sein wenn es nur so eine Phase ist, die wieder vorübergeht. Vielleicht hat man selbst gerade Stress und kann gar nicht sehen was die Partnerin gerade für einen selbst alles macht. Vielleicht hat der Partner aber auch gerade Stress. Vielleicht bemüht sich der Partner aber auch tatsächlich nicht (warum auch immer). Hier macht es wahrscheinlich wenig Sinn abzuwarten. Man kann natürlich versuchen nochmals das Gespräch zu suchen, aber irgendwann ist diese Möglichkeit ja auch erschöpft. Also sollte man sich fragen ob man dort bleiben will. Oder man überlegt sich, ob einem diese Gesten wirklich so wichtig sind. Versucht die Perspektive oder den Ausgangspunkt zu wechseln. Eventuell findet man eine Ebene bei der man für sich selbst entscheiden kann: So ist es eigentlich gut. Und meine Partnerin kann halt nicht anders und ich mag sie ja trotzdem ganz gern.

Niemand kann einem sagen wie man sich entscheiden soll. Wie man mit nicht erfüllten Bedürfnissen in der Partnerschaft umgehen soll. Was man aber tun kann ist sich möglichst viele Modelle und Ideen zu einem Problem anzuhören. Denn vielleicht ist irgendwann etwas dabei, womit man was anfangen kann. Und je mehr Modelle man hat, desto mehr kann man ausprobieren. Und dann sieht man plötzlich doch, dass die Partnerin einem eigentlich sehr viel Liebe schenkt und man ihr wichtig ist, aber eben auf ihre eigene Art und Weise.

Und wenn das alles nicht klappt können wir uns immer noch einen Hund kaufen um ihn zu hegen, zu pflegen und mit ihm zu spielen. Dem wir regelmäßig Fressen geben und der uns dann für immer anhimmeln wird. Und genau das wollen wir doch, oder?

Wer sich übrigens fragt, ob und wie er/sie seine Beziehung retten kann oder wer vielleicht eine Idee davon kriegen möchte, warum es letzten Ende doch nicht geklappt hat, der kann gerne diesem Link hier folgen: http://www.liebeskummer.org/liebeskummer-phasen/beziehung_retten/

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#notjustsad Kids Edition

Auch Kinder können Depressionen haben!

Nachdem lange Zeit die Auffassung herrschte, dass Kinder keine Depressionen entwickeln könnten und die Abgrenzung zu einer Angstsymptomatik überdies nur schwer gelingt, weiß man heute, dass ein Großteil der depressiven Erkrankungen im Erwachsenenalter ihren Ursprung im Kindes- und Jugendalter haben.

Während Depressionen früher nach dem sogenannten Kielholzschema in psychogene, endogene und somatogene Ursachen unterschieden wurden, findet die Ätiologie im ICD heute eigentlich keine Berücksichtigung mehr. Im ICD wird ganz grundsätzlich unterschieden zwischen chronischen Depressionen und (rezidivierend auftretenden) depressiven Episoden. Nach den ICD-Kritieren leiden depressive Personen zumeist unter gedrückter Stimmung, Interessenverlust, Freudlosigkeit und Antriebsminderung. Bei Kindern liegt jedoch statt eines depressiven Affektes oft auch eine reizbare Stimmung mit aggressiven Durchbrüchen vor. Und die bei Erwachsenen auftretende Gewichtsabnahme, kann bei Kindern durch ein Ausbleiben der erwarteten Gewichtszunahme gekennzeichnet sein. Eine Klassifikation depressiver Störungen im Kindes- und Jugendalter existiert jedoch weder im ICD noch im DSM. Neben den klassisch depressiven Diagnosen finden im Kindes- und Jugendalter auch die kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen oder depressive Symptome im Kontext traumatischer Erfahrungen Anwendung.

Eine Depression zeigt sich bei Kleinkindern durch häufiges Weinen, Ess- und Schlafstörungen, sowie Ausdrucksarmut und Spielunlust. Bei Vorschulkindern herrscht oft Traurigkeit und Ängstlichkeit, aber auch Aggressionen vor. Auch Appetitlosigkeit und Schlafstörungen kommen vor. Im Schulalter kommen zur Traurigkeit Schlafstörungen und Appetitlosigkeit, Zukunftsängste und Suizidideen hinzu. Jugendliche leiden unter Selbstzweifeln, Konzentrationsstörungen, labiler Stimmung und Suizidalität. Häufig wirken sie auch apathisch.

Eine Depression ist mehr als nur Traurigkeit und lässt sich von Trauer anhand des auslösenden Verlusterlebnisses abgrenzen. Im Zweifelsfall kann man Zeitkriterien hinzuziehen. Eine Trauerreaktion ist in der Regel nach 4-6 Monaten abgeklungen. Trauerende Kinder und Jugendliche trauern um das was sie verloren haben, depressive Patienten hingegen hängen dem nach was sie nicht bekommen haben.

Ausgangspunkt für die Entwicklung depressiver Störungen sind dabei auf der einen Seite eine genetisch determinierte Vulnerabilität (sprich: eine Empfänglichkeit für depressive Erkrankungen) und auf der anderen Seite defizitäre Erlebnisse und psychosoziale Umstände die sich gegenseitig beeinflussen. Mit der spezifischen Vulnerabilität wird in psychodynamischen Ansätzen eine Art Urverstimmung durch Enttäuschung an frühen Objekten verstanden, aus denen heraus eine orale Fixierung und ein abgewehrter depressive Konflikt entstehen kann. Dabei führen phantasierte (aber auch reale) familiäre Konstellationen mit emotionaler Unterversorgung zum Erleben von Unversorgtheit und autoaggressiver Wendung gegen das Selbst. Es lassen sich zwei depressive Grundkonflikte unterscheiden:

- medialer depressiver Grundkonflikt: Das zu früh verlassene oder wenig geförderte Selbst fühlt sich schutzlos, verletzlich, ausgeliefert und bedroht. Das frühe gute Objekt wird in seiner medialen Gestalt herbeigesehnt, weil dies Ruhe und Entlastung verspricht.
- objektaler depressiver Grundkonflikt: Führt zu einem Selbsterleben in dem alles leer, unlebendig und unwertig wahrgenommen wird.

Der depressive Grundkonflikt kann dabei auf unterschiedliche Art und Weise verarbeitet werden: Altruistisch, narzisstisch, schizoid oder oral-regressiv. Der operationalisierten psychodynamischen Diagnostik folgend bestehen bei depressiven Störungen Probleme auf der Beziehungsachse mit Konflikten zwischen Abhängigkeit vs. Autonomie und Versorgung vs. Autarkie aber auch Selbstwertkonflikte.

Im Hinblick auf die Behandlung ist eine Schweregradeinteilung von Bedeutung. Bei schweren Depressionen ist auch bei Kindern ab 12 oder 14 Jahren eine medikamentöse Behandlung sinnvoll. Ein Behandlungsziel besteht darin, aus der Depression Trauer werden zu lassen. Die Idee dabei ist, dass durch Trauer eine Vernarbung und letzen Endes eine Heilung möglich ist. Der Patient soll erfahren, dass es Möglichkeiten gibt, das Erlebte bzw. den Verlust hinter sich zu lassen. In der Therapie gilt es somit ein gutes Maß an Konfrontation und Unterstützung zu finden.

Im Verlauf der Depression kann sich eine Krise im Sinne akuter Suizidalität entwickeln. Im ambulanten Setting muss festgestellt werden ob eine akute Lebensbedrohung vorliegt und ob der Patient weiterhin ambulant betreut werden kann, oder ob ein geschütztes stationäres Setting notwendig ist. Suizid ist eine ernstzunehmende Bedrohung im Jugendalter, so stellt Suizid nach Verkehrsunfällen die zweithäufigste Todesursache in dieser Altersgruppe dar. Aus psychodynamischer Sicht stellt der Suizid die letzte Konsequenz einer depressiven Reaktion dar. Letzten Endes geht es dabei um die Zerstörung des verloren geglaubten (geliebten) Objektes, aber auch um die Rettung einer Objektbeziehung.

Bei der Behandlung und Einschätzung von Suizidalität sollte man sich tunlichst davor hüten zwischen demonstrativen und echten Suizidimpulsen zu unterscheiden. Jede Suizidankündigung, jeder Gedanke und jeder Impuls in diese Richtung muss ernst genommen werden. Wichtig bei der Einschätzung der akuten Lebensbedrohung ist die Einschätzung der Absprache- und Vertragsfähigkeit der Patienten. Die Abschätzung welche Ressourcen ihm zur Verfügung stehen und wie konkret die Pläne des Patienten sind. Aber auch die Einschätzung wie sehr man auf das Wort des Kindes oder Jugendlichen vertrauen kann, dass er sich in einem definierten Zeitraum nichts antut. Besonders beim Thema Suizidalität ist eine differenzierte und möglichst umfassende Dokumentation wichtig.

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Akutpsychiatrie.

Hinweis vorab: Eine niederschwellige und gut erreichbare psychiatrische Versorgung halte ich für absolut wichtig und brandaktuell. Ich habe auch immer gern mit psychisch kranken Menschen gearbeitet und tue das immer noch gern.

Ich arbeite nun schon einige Jahre in der Psychiatrie. Lange habe ich (bis auf wenige Aushilfstage) auf einer Station für Jugendliche und junge Erwachsene gearbeitet. Die Station verfolgte eine Art integratives Konzept bei dem akutpsychiatrische mit nicht-akutpsychiatrischen Patienten gemeinsam zusammen behandelt werden sollten. Mit ein paar Monaten Abstand zu diesem Konzept, sehe ich diesen Versuch kritisch. Wir haben dort versucht betreuungsintensive Jugendliche, die nicht selten eine engmaschige Betreuung (Kontakt alle 15 Minuten) oder sogar eine 1:1 (dauerhafte Betreuung durch examiniertes Personal) benötigten, mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu behandeln die ebenfalls einen gewissen Betreuungbedarf hatten. Dabei denke ich, dass diese Idee im Grunde funktionieren kann. Sofern ausreichend Personal vor Ort ist, dass entsprechend gut ausgebildet ist. Leider konnte ich über die Jahre zusehen, wie das Personal immer weniger wurde und die Patienten (subjektiv) immer kränker. Die Phasen in denen man mit einer Gruppe Patienten mal Aktivitäten wie Tischkicker oder Basketball durchführen konnte, wurden immer seltener. Denn wie soll gute Pflege funktionieren wenn da zwar drei Pflegekräfte im Dienst sind. Eine davon aber in einer 1:1 Betreuung sitzt, oder eben alle 15 Minuten nach einem Patienten sehen muss, der zweite ein intensives Pflegegespräch mit einem Patienten führt und der Dritte dann für die 16 anderen Patienten zuständig ist, aber eigentlich zur Visite mit muss. Was passiert dann mit den Bedürfnissen dieser 16 Patienten? klar, dass intensive Gespräch von Nummer 2 ist auch irgendwann vorbei. Aber dann steht schon der nächste Patient bereit.

Das größte Problem dabei: Oft war man gar nicht zu dritt, sondern nur zu zweit, weil der Krankenstand mit der zunehmenden Belastung anstieg. Dann gab es glücklicherweise oft noch Pflegeschüler, FSJ, die Teamassistentin oder auch mal Aushilfen von anderen Stationen. Ohne all diese Helfer wäre das System der psychiatrischen Pflege oft genug zusammengebrochen.

Die Überforderung und Unzufriedenheit lag oft genug spürbar in der Luft. Und wir alle waren uns bewusst, dass wir dem eigentlichen Klientel - unseren Patienten - mit so einer Pflege nicht gerecht werden können. Denn es bleibt gar nicht genug Zeit für alle. Von 7,7h Arbeitszeit geht sicherlich eine Stunde für die Pflegerische Übergabe drauf. Weitere 20-30 Minuten für die Übergabe an die Ärzte. Falls Visite ist: Je 1h für 2 Mitarbeiter. Für eine Aufnahme: Minimum 1h. Dokumentation: sicherlich 45 Minuten. Medikamente richten, kontrollieren, verabreichen: 45-60 Minuten. Weitere kleine Tätigkeiten (Essen austeilen, Betten machen, Botengänge), die nichts mit Patientenkontakt zu tun haben: 60 Minuten. Auf dem Papier bleiben also ca. 3h für reine Patientenkontakte. Drei Stunden für 8-10 Patienten und die Anleitung von Schülern, die ja noch irgendwie nebenbei laufen soll. Aus einer psychotherapeutisch ausgerichteten Station mag es möglich sein mit dieser Zeit zurecht zu kommen. Auf einer akut-psychiatrischen Station reicht das oft genug nicht aus. Denn eine Krisenintervention oder Deeskalation interessiert sich nicht dafür, dass du eigentlich nur 15-20 Minuten pro Patient Zeit hast. Auch nicht berücksichtigt sind hier Kontakte mit Eltern die man in dieser Altersgruppe notwendigerweise hat. Oft genug muss man auch hier Informationen geben und auch Beistand leisten.

Man konnte gar nicht allen Patienten gerecht werden.Häufig musste man abwägend welches Problem nun gerade dringlicher war und da gingen vor allem die stilleren schnell unter. Und das war frustrierend.

Jetzt arbeite ich in einer anderen Klinik. Mache dort nur Nachtdienst und helfe dort aus wo ich gebraucht werde. Hin und wieder auch auf einer geschützten Station für Erwachsene. Und dort lässt sich ein ähnliches erahnen. In manchen Nächten ist dort nur eine festangestellte examinierte Kraft und 2 Aushilfskräfte. Mit etwas Glück haben die auch Examen und mit etwas mehr Glück Erfahrung in der Psychiatrie. Fakt ist aber: Die Verantwortung für 30 kranke Menschen bleibt an einer Person hängen. So kann Akut-Psychiatrie in meinen Augen nicht funktionieren.

Aber eigentlich fängt es schon in der Ausbildung an. Dort versucht man den Pflegeschülern ein möglichst umfassendes Bild der Pflegetätigkeit zu geben. Psychiatrische Pflege kommt dabei meist zu kurz. Und so wird man beim Berufsstart ins kalte Wasser gekippt. Soll auf einmal wissen wie man mit eigen- oder fremdaggressiven Menschen umgehen soll. Soll wissen wie man mit seiner eigenen Angst in dieser Situation umgehen soll. Was hier helfen kann ist eine fundierte Ausbildung bevor man in der Akutpsychiatrie durchstartet. Gut wäre Deeskalationstraining schon im Rahmen der Ausbildung. Schon allein weil gefährliche Situation die kurz davor stehen zu eskalieren nicht nur in der Psychiatrie vorkommen, sondern eigentlich in allen Pflegebereichen möglich sind. Und es braucht definitiv einen besseren Personalschlüssel. Dann macht die Arbeit auch wieder Spaß. Dann hat man wieder Zeit für die Patienten und muss weniger Angst haben, denn es sind ja noch genug erfahrene und geschulte Kollegen da.

Und all das ist sehr schade: Denn wir brauchen gute Psychiatrien. Wir brauchen Orte die von Menschen in Krisen angelaufen werden können, in denen diese Leute Halt finden können. Mein Beitrag soll niemanden abschrecken sich in einer Krise an die nächstgelegene psychiatrische Ambulanz oder Notaufnahme zu wenden. Denn die Aktupsychiatrie ist auch immer eine Chance schnell Hilfe zu bekommen und zügig einen stationären Therapieplatz zu bekommen.

Wer Hilfe sucht sollte sie bekommen. Und wer nicht weiß wo, kann hier anfangen: http://www.telefonseelsorge.de


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Elbstrand

Besser Elbsstrand, als gar kein Strand. Und ganz eigentlich mag ich die Hafenkulisse ja auch ganz gern.

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Interkulturelle Psychotherapie

Hinter mir liegt ein Wahlmodul, dass ich mir auf vielen Dimensionen ganz ganz anders vorgestellt habe. Als ich mich für das Modul Interkulturelle Psychotherapie eingeschrieben habe, habe ich erwartet etwas über verschiedene Kulturen zu lernen. Über den Umgang mit psychischen Erkrankungen in anderen Kulturen. Welche Unterschiede liegen zwischen individualistischen und kollektivistischen Kulturen. Treten bestimmte psychische Erkrankungen in anderen Kulturen häufiger auf und wenn ja: warum? Und warum gibt es in verschiedenen Kulturen Erkrankungen die in dieser Form eigentlich nur dort auftreten?

Was ich bekomme habe waren nette Kennenlernen- und Einstiegsspielchen mit einem inhaltlichen Niveau dass die Projektwoche zu Jugendkulturen in der neunten Klasse eigentlich kaum überstiegen hat. Man brachte uns recht zügig nahe, dass es keinen Sinn mache Unterschiede in Kulturen aufzuzeigen, sondern das man herausarbeiten wolle mit welcher therapeutischen Haltung man Patienten mit (vor allem) Migrationshintergrund begegnen würde. In welchem Punkt das nun über die allgemeine emphatische, wertschätzende und authentische Haltung hinausgeht, hab ich jetzt aber immer noch nicht verstanden. Ausser vielleicht das man noch in einem viel größeren Ausmaß seine eigene Unsicherheit und Unwissenheit aushalten müsse, da man ja unmöglich über alle Kulturen Bescheid wissen kann. Mit einem geringen inhaltlichen Niveau hätte ich ja aber eigentlich auch gut leben können. Gerade nach dem letzten Semester kommt mir so ein bisschen Urlaub fürs Hirn gerade recht.

Viel erschrockener war ich ja über den Umgang der Dozenten mit uns. Wir hatten teilweise angeregte und interessante Diskussionen in der Gruppe. Diskussionen nach denen dann und wann einzelne Studierende rausgepickt wurden um sie für ihr (aus Sicht der Dozenten unangebrachtes) Verhalten zu tadeln. Seitens der anderen Teilnehmer traf diese Intervention eher auf Unverständnis.

Ganz besonders gefreut haben wir uns dann aber, als uns eröffnet wurde, dass wir binnen eines Wochenendes und einer Woche (Zeitraum 2 Wochen) eine kleine Studie durchführen sollten. Und jeder der bei Frau Prof. Dr. Sehrambitioniert das Seminar Forschungsmethodik hatte, kriegt bei solchen Worten Herz-Rhythmus-Störungen. Darüber sollten wir in Kleingruppen am Ende eine Präsentation halten.

Was dabei heraus kommt, wenn man solch ein Studienvorhaben in so kurzer Zeit neben dem restlichen Alltagsbetrieb nebenher macht kann man sich vermutlich denken. Gute Forschung sieht vermutlich anders aus.

Aber um mal was gutes zu sagen: Immerhin hab ich ein weiteres Modul und eine weitere Prüfung hinter mich gebracht und das Semester wird zunehmend entspannter.

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Essstörungen.

Ich hab ja letztens irgendwann behauptet, ich würde in unregelmäßigen Abständen Artikel zu ausgewählten psychischen Erkrankungen hier einstellen. Heute ist es mal wieder soweit.

Thematisch möchte ich heute einen kurzen Überblick über die heterogene Welt der Essstörungen geben. Aus einem einfachen (und persönlichen) Grund: Am Donnerstag schreibe ich eine Klausur, die unter anderem dieses Themengebiet abdeckt und was soll ich sagen…. Ich esse zwar gern, aber Essstörungen sind wirklich nicht mein Lieblingsthema. Folglich kann ich mir alles was dazu gehört nur schlecht merken. Irgendwie finde ich nur schwer einen Bezug dazu, obwohl die möglichen Ursachen - sodann man sie aus einem psychodynamischen Blickwinkel betrachtet - durchaus logisch und nachvollziehbar sind.

Zunächst die Frage: Welche Arten von Essstörungen kann man unterscheiden (bzw. welche werden hier im Folgenden unterschieden? Im großen und ganzen sind die relevanten, respektive häufigen, Störungen die Anorexie, die Bulimie und die Binge-Eating-Störung.

Die Anorexie. Genauer gesagt: Anorexia nervosa. Die Betroffenen haben mit einem BMI unter 17,5 ein deutliches Untergewicht, welches sie auf verschiedenen Wegen (Vermeidung hochkalorischer Speisen, selbst herbeigeführtes Erbrechen und/oder Abführen oder auch übermäßige körperliche Aktivität) selbst herbei geführt haben. Im Zentrum steht bei dieser Erkrankung eine sogenannte Körperschemastörung mit der Angst zu dick zu sein, obwohl ein deutliches Untergewicht besteht. Als Folge des restriktiven Essverhaltens und damit einer Mangelernährung mit wichtigen Nährstoffen können pubertäre Entwicklungsschritte verzögert werden, aber auch das Hirn- und Muskelvolumen nimmt ab. Die Patienten selbst klagen häufig über Reizbarkeit, Unruhe und Konzentrationsstörungen, aber auch über Obstipation mit Völlegefühl.

Die Bulimia nervosa (kurz: Bulimie) kann eine mögliche Entwicklung aus der Anorexie heraus sein, aber auch für sich allein auftreten. Im Vordergrund stehen Ängste vor Gewichtszunahme (häufig bei Normalgewicht), welche die Patienten versuchen mit restriktivem Essverhalten in den Griff zu bekommen. Jedoch wird das restriktive Essverhalten durchbrochen von Heißhungerattacken. Diese wiederum führen zu den eben beschriebenen Ängsten vor Gewichtszunahme und Schuldgefühlen, deren Spannung mit selbst herbei geführtem Erbrechen gelöst wird. Der Tagesablauf der Betroffenen ist dabei geprägt von Gedanken an Essen und Essanfälle werden erst dann unterbrochen wenn Bauchschmerzen, Erschöpfung oder andere äußere Umstände eintreten.

Die Anorexie und die Bulimie unterscheiden sich nun vor allem darin, dass bei der Anorexie der Wunsch im Vordergrund steht abzunehmen und dies versucht wird mit einem stark kontrollierten (zwanghaft anmutenden) Essverhalten zu erreichen. Bei der Bulimie steht hingegen der Wunsch im Vordergrund nicht zunehmen zu wollen, nachdem durch Heißhungerattacken die Kontrolle verloren wird. Während Patienten mit Bulimie häufig einen großen Leidensdruck angeben, berichten anorektische Patienten eher seltener von einem persönlichen Leidensdruck

Im Rahmen der Binge-Eating Störung kommt es ebenfalls wiederholt zu Heißhungerattacken, wie bei der Bulimia nervosa beschrieben, jedoch werden keine gegenregulierenden Maßnahmen eingeleitet. In der Folge kommt es meist zu (starkem) Übergewicht, bzw. Adipositas. Adipositas meint die übermäßige Vermehrung von Körperfett und lässt sich ab einem BMI von über 30 in verschiedene Schweregrade einteilen. Jedoch zählt die Adipositas nicht zu den psychischen Störungen. Die Binge-Eating Störung jedoch schon.

Ein generelles diagnostisches Problem ist, dass die Häufigkeit bei Männern (auf Grund der Diagnosekriterien die sich vor allem an Frauen ausrichten) unterschätzt wird. Männer zeigen häufig ein anderes Gewichtsideal und zeigen beispielsweise ein pathologisches Verhalten hinsichtlich ihres Muskelaufbaus.

Zu Beginn habe ich den psychodynamischen Blickwinkel angesprochen auf den ich jetzt noch kurz eingehen möchte. Während das restriktive Essverhalten der Anorexie zum einen als Hilferuf nach Liebe, Geborgenheit (kümmer dich um mich! Fütter mich!) und Anerkennung (schau wie diszipliniert ich bin!) kann das restriktive und kontrollierte Essverhalten als Beweis für Kontrolle über den Körper und letzten Endes als Sieg über sich selbst und Sieg über das Mittelmaß interpretiert werden. Letzt genanntes entbehrt nicht einer gewissen narzisstischen Komponente. Beginnt die Essstörung vor Einsetzen oder zu Beginn der Pubertät bleibt die Entwicklung der körperlichen Reife unter Umständen aus bzw. verzögert sich. Dies ist Grund zur Annahme, dass die Betroffenen sich durch die Symptomatik vor den Anforderungen des Erwachsenenlebens, aber auch des Sexuallebens und anderen Leistungsanforderungen, schützen wollen (platt gesagt: Wenn ich nicht zur Frau werde, muss ich keinen Sex haben.). Im Bereich der Adipositas bzw. der Binge-Eating Disorder wird davon ausgegangen, dass bei den Patienten ein depressiver Grundkonflikt (ein Begriff den ich jetzt erstmal nicht weiter erkläre) besteht, der dann oral verarbeitet wird. Das Selbst (bzw. die Person) bekommt vom Objekt (einer andere Person) emotional nicht das was sie braucht. Gewisse emotionale Bedürfnisse werden also nicht befriedigt. Das führt zu einer unsicheren Bindung des Selbst an das Objekt. In der Folge wird - um die innere Stimmungslage zu regulieren und emotionale Bedürfnisse zu befriedigen - alles einverleibt was da ist (Es egal was es ist, Hauptsache es macht satt!).

Das mag sich nun auf den ersten Blick vielleicht etwas konstruiert anhören. Wenn man aber häufiger mit dieser Patientengruppe zu tun hat, kommt man (meiner Meinung nach) nicht umhin anzuerkennen, dass diese psychodynamisch-tiefenpsychologischen Aspekte durchaus ihre Berechtigung haben.

Essstörungen sind ein ernstzunehmendes Problem. Bis zu 20% der Anorexien verlaufen tödlich und nur knapp die Hälfte der Patienten wird wieder gesund. Vor allem die körperlichen Folgeschäden werden dabei zum Problem. Neben Verletzungen im Mund-, Rachen- und Speiseröhrenbereich durch wiederholtes Erbrechen sind vor allem Herz- und Nierenschäden durch Mineral- und Nährstoffmangel hochgefährlich. Nicht zuletzt nimmt durch den Eiweißmangel auch noch die Muskel- und Hirnmasse ab, dies ist jedoch bei Wiederaufnahme eines normalen Essverhaltens reversibel.

Neben diesen Dreien gibt es noch weitere Essstörungen. Vor allem unter dem Etikett "Atypische Essstörungen" wird ein Großteil der Diagnosen vergeben. Das Problem hierbei: Die Diagnose der atypischen Essstörungen fällt unter eine sogenannte Restekategorie. Und für Restekategorien gibt es keine spezifischen Behandlungspläne.

Und nachdem ich das nun alles runtergeschrieben habe, habe ich immerhin festgestellt, dass ich doch gar nicht so wenig über Essstörungen weiß und das für die Klausur eventuell auch ausreichen könnte.

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FAQ FernUni Edition

Weil ich gerade vor Beginn des Wintersemester immer wieder Mails bekomme mit Fragen rund um das Bachelorstudium an der FernUni Hagen, hab ich dafür jetzt mal ein FAQ erstellt, damit ich nicht immer wieder die gleichen Fragen beantworten muss.

Hier gehts lang: http://kampfkeks.net/psychologiestudium/faq/faq.html

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Scham, Schuld und Existentielle Ängste

Es war wieder Selbsterfahrungswochenende. Diesmal mit den Themenschwerpunkten Scham, Schuld und existentiellen Ängsten.

Wir alle schämen uns für irgendwas. Einige schämen sich, wenn sie Klopapier einkaufen, andere haben Schwierigkeiten damit vor einer Gruppe zu sprechen und wieder andere erröten wenn sie voll auf Helene Fischer abfahren und dann nach ihrem Musikgeschmack gefragt werden. Dabei ist Scham - wie wir gleich zu Beginn gelernt haben - eine gänzlich nutzlose Gefühlsregung. Sie entwickelt sich durch Erziehung und Sozialisationserfahrung, durch Lernen am Modell und Beobachtung von Rollenvorbildern. Sicherlich ist es sinnvoll die Regeln der Gesellschaft zu lernen und sich nicht völlig schambefreit in der U-Bahn zu entblößen und sich dort umzukleiden. Oder auch zu lernen, dass es nicht angebracht ist, in einem Meeting ein Gespräch über Geschlechtskrankheiten zu beginnen. Jedoch geht es hierbei um die Fähigkeit sich an gesellschaftlich geltende Normen anzupassen. Also um ein Verständnis von dem was in der jeweiligen Situation angebracht ist und was nicht. Schamempfinden ist jedoch überflüssig.

Die Dinge für die wir uns schämen, sind Dinge die allen Menschen passieren können. Wir schämen uns, wenn wir stürzen, wenn wir zum Bus rennen. Wir schämen uns ganz erheblich wenn es um unsere Sexualität geht. Dabei ist es sicherlich sinnvoll und wünschenswert, wenn man nicht offenherzig mit jeder Person detailliert über sein Sexualleben spricht, jedoch gibt es keinen Grund zur Scham für das Ausleben seiner Sexualität.

Zum Thema Scham haben wir an diesem Wochenende verschiedene Übungen gemacht. Die schönste davon war, dass jeder von uns sich in die Mitte eines Stuhlkreise setzen sollte (und allein das ist häufig schon schambesetzt und unangenehm, weil man plötzlich im Mittelpunkt des Interesses steht) und reihum sollte jeder eine Sache nennen, die er am Mittelpunkts-Menschen mag. Und obwohl man wusste, dass man nur positives zu hören bekommen würde, war die Situation mit Anspannung verbunden und ein Stück weit unangenehm. Auf der anderen Seite wirkte die Übung aber wie eine positive Emotionsdusche an einem Tag, an dem ich das wirklich gut gebrauchen konnte.

Scham kann auf Schuld folgen. Schuld ist dabei durchaus sinnvoll, ist sie doch wichtiger Bestandteil unseres Rechtsverständnisses. Zwar geht es in der Straftäterbehandlung heute nicht mehr wie im Mittelalter darum gleiches mit gleichem zu vergelten, damit eine Schuld beglichen wird, sondern auch sehr um Resozialisierung der Täter, jedoch ist ein maßgeblicher Bestandteil der Resozialisierung auch immer die Übernahme von Schuld. In der psychotherapeutischen Praxis ist es häufig eher umgekehrt. So geht es dort oft darum die erlebte Schuldlast der Patienten zu reduzieren.

Nach Scham und Schuld haben wir uns den existentiellen Ängsten gewidmet. Also mit Ängsten vor Dingen die gewissermaßen unabänderlich sind, wie zum Beispiel dem Tod oder Isolation oder unabänderlichem Leid. Oder aber auch davor den Sinn des Lebens nicht zu finden. Besonders spannend war für mich hier die Arbeit in Kleingruppen zu den Fragen 1) Gibt es einen Gott/ Göttin und was macht er/sie? 2) Was passiert nach dem Tod? 3) Welchen Auftrag hast du im Leben? Wir hatten in unserer Gruppe eine angeregte Diskussion darüber, da jeder die Fragen unterschiedlich beantwortete. Auch wer nicht an Gott glaubte, glaubte häufig an irgendeine Art höhere Instanz. Für mich persönlich sind die Antworten auf die drei Fragen miteinander verwoben. So hat die Idee einer höheren Instanz Einfluss auf meinen Glauben daran, was nach dem Tod passiert und schlussendlich darauf welchen Auftrag ich im Leben habe. Und obwohl ich mir auf einer rationalen Ebene recht sicher bin, dass nach meinem Tod ziemlich sicher nichts ist, und dass es keine höhere Instanz gibt, die irgendwas auch nur annähernd lenkt, so halte ich mich dennoch auf einer spirituellen Ebene daran fest. Das mag ein narzisstischer anmutender Wunsch sein, dass mein Leben auf diesem Planeten nicht völlig nutzlos und beliebig ist, oder vielleicht auch nur die Unfähigkeit mit das Nichts vorzustellen.

Ich freu mich schon auf die nächsten beiden Seminar-Wochenende, die leider erst im Wintersemester sein werden, dafür aber zum Ausgleich mit einem tiefenpsychologischem Schwerpunkt.

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The Circle

Kürzlich las ich das Buch "The Circle" von Dave Eggers. Letztes Jahr war der Film auch in den Kinos und ich freue mich schon auf die Gelegenheit eben jenen zu sehen.

Um grob die Story zu umreißen: Mae fängt ein bei einem großen Unternehmen, dem Circle, zu arbeiten. Dieses Unternehmen ähnelt in vielerlei Hinsicht Facebook und ist im Kern ein soziales Netzwerk mit Klarnamenpflicht und hat auch schon eine Bezahlmethode implementiert die einem das Leben vereinfachen soll, weil man ja nur noch den einen Account braucht um diverse wichtige und nützliche Apps zu verwenden und auch um den eigenen Geldverkehr zu regeln. Datenschützerherzen hüpfen schon jetzt im Dreieck.

Jedenfalls beginnt Mae dort in der Customer Experience zu arbeiten und das ist sowas wie der Kundendienst für die diversen Apps die das Unternehmen entwickelt hat. Der ganze Firmencampus ist zum einen recht groß und zum anderen hoch modern, hip und supercool. Jeder will dort arbeiten. Ständig finden irgendwelche wahnsinnig coolen Veranstaltungen statt und Gesundheit wird groß geschrieben. So bekommt Mae ganz am Anfang ein Armband welches diverse Parameter wie Schritte, Herzfrequenz, Temperatur und noch so einiges anderes misst. Und natürlich bekommt sie auch ein neues Handy mit dem sie dann am sozialen Netzwerk teilnehmen soll. Immer wenn sie zu irgendwelchen Veranstaltungen (am Besten auf dem Campus) geht, soll man darüber berichten. Weil wie sollen die anderen sonst erfahren was sie cooles verpasst haben? Und natürlich muss man auch jede noch so kleine unbedeutende Anfrage (egal ob privat oder beruflich) beantworten, denn sonst ist am anderen Ende der Leitung ganz schnell jemand beleidigt.

Nun arbeitet sich Mae an ihrem neuen Arbeitsplatz ein und hat erst zwei Bildschirme zum arbeiten und am Ende hab ich leider nicht mehr mitgezählt… 8 oder 9 vielleicht. Einer ist für die eigentliche Arbeit und die restlichen für irgendwelche sozialen Aktivitäten. Und alle müssen am Besten gleichzeitig beachtet werden. Die ganze Story spitzt sich zu als Mae sich dazu entschließt ein transparenter Mensch zu werden und sich tagsüber beinahe lückenlos (bis auf dreiminütige Toilettengänge) zu filmen. Beziehungsweise zu filmen was sie so den ganzen Tag tut. Damit wird sie schnell zu einer sehr einflussreichen Person im Unternehmen und im gesamten Circle und damit auf der Welt.

Was sie leider nicht merkt ist, dass gar nicht alle Menschen auf dem Planeten es so supercool finden, dass sie ständig überwacht werden könnten, dass individuelle Vorlieben auf Schritt und Tritt verfolgt werden und somit die Werbung um mich rum optimiert wird. Dass es keine Rückzugsorte mehr gibt, weil mit dem Zusammenschluss aller Menschen im sozialen Netzwerk und dem Einsatz verschiedener Apps es in Kürze möglich ist jeden Menschen zu lokalisieren. Verkauft wird das den Menschen mit einem radikalen Rückgang an Kriminalität und einer Vereinfachung des Lebens.

Und sie merkt auch nicht, dass sie ihr eigentliches Leben Stück für Stück verliert, weil alles nur noch im virtuellen sozialen Netzwerk stattfindet. Kaum einer hat noch Zeit um wirklich Kajak fahren zu gehen, weil man an irgendwelchen Gruppen darüber partizipieren soll und beschäftigt ist jedem zu erklären warum man woauchimmer nicht hin kann.

Obwohl ich den Roman wirklich sehr gut geschrieben fand, konnte ich ihn nicht am Stück durchlesen. Oft musste ich ihn weg legen, weil ich den Gedanken an eine derartig überwachte Welt nicht ausgehalten habe. Mir nicht vorstellen konnte wie es sein kann, dass man nicht merkt auf welchen Abgrund man da zusteuert. Dabei ist mir ja wohl bewusst, dass ich verschiedene soziale Netzwerke selbst ja auch benutze und so einiges an Informationen über mich ins Netz blase.Aber ich hab auch die Kamera von meinem Laptop angeklebt, weil ich dann doch nicht will, dass mir jemand zuguckt. Und ich kaufe mir auch ganz sicher keine Alexa die 'mithört'. Mir reichte schon das Erlebnis letzten Sommer, als ich mich darüber unterhielt, dass ich einen neuen Rucksack benötigen würde und mir dann 'zufällig' Abends bei Facebook passende Produktplatzierungen geliefert wurden. Ohne dass ich mich online schon nach Rucksäcken umgesehen hätte. Und natürlich habe ich aus Bequemlichkeit auch gern die Option "über Facebook anmelden" benutzt. Weil ich faul bin. Jetzt bin ich mir nicht so sicher, ob das die beste Idee des Tages war.

Nun ist aber die Frage: Was mach ich mit meinem Wissen? Mit dem Wissen, das ich ja nicht erst seit gestern habe, dass Facebook und Co. jeden von uns ausspionieren und wir nur ach so bereitwillig alle möglichen Daten zur Verfügung stellen, obwohl wir doch recht gut wissen, dass unsere Daten verkauft werden. Womöglich werd ich das nun immer im Hinterkopf behalten wenn ich im Netz unterwegs bin und mich für irgendwas registrieren muss. Werde mir überlegen ob ich wirklich will, dass ein Konzern wie Facebook oder Google diese Information von mir bekommt.

Denn ich will ganz sicher keine Welt, in der andere Menschen potentiell zu jedem Zeitpunkt wissen könnten wo ich bin und was ich dort tue.

Das Buch ist jedenfalls gut und aufrührend auf eine ganz andere Art.

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Tavemünde

Kurze Auszeit an der Ostsee bei schönstem Frühlingswetter,

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Selbsterfahrung

Nach einem anstrengenden zweiten Semester erhofften wir uns alle nach der letzten Prüfung ein wenig Zeit zum durch atmen. Viel Zeit war ohnehin nicht vorgesehen, denn nur neun Tage nach eben jener letzten Prüfungsleistung sollte das dritte Semester beginnen. Umso weniger erfreut waren wir alle, als uns das Wochenende vor dem Vorlesungsbeginn durch ein ganztägiges Wochenendseminar genommen wurde. Was genau dieses Seminar thematisch nun beinhaltete wusste keiner so genau. Es nennt sich irgendwas mit Praxisfeldern, im Modulhandbuch steht was von Hospitationen die man machen solle, von anderen Studierenden hörte man jedoch, dass es in diesem Modul um Selbsterfahrung ging.

Und weil die Wahrscheinlichkeit hoch war, dass es sich um Selbsterfahrung handelt, wollte ich gerne an diesem Seminar in meiner Kohorte teilnehmen und nicht in irgendeine andere Kohorte gesteckt werden, wo ich die Leute so gar nicht kenne. Also verschoben wir unseren Urlaub gegen einen Aufpreis um einen Tag. Noch dazu sollte es ein schönes warmes und sonniges Frühlingswochenende in Hamburg werden. Entsprechend angesäuert bin ich am ersten Tag dorthin gefahren. Spätestens am zweiten Tag war ich versöhnt mit dem geraubten Wochenende. Wir haben die Gruppenaufgaben häufig draußen in der Sonne gemacht und uns mehr oder weniger schlimme Sonnenbrände eingehandelt.

Thematisch ging es diese ersten drei Tage um Wut, Angst, Selbstwert und das eigene zentrale Beziehungsthema. Zu Wut und Angst haben wir in kleinen Gruppen anhand eines eigenen Beispiel ein ABC-Schema erstellt und ich habe im Grunde das erste Mal so richtig verstanden wie man damit arbeitet und wozu das ganze gut sein kann. Auch dass es Unterschiede bei der Erstellung der Schemata gibt, je nach dem um welche Emotion es geht. Will ich Wut explorieren, dann geht es viel um Normen und Werte die mir selbst wichtig sind und verletzt werden, bei Angst dagegen geht es vielmehr um Hypothesen die ich über die Welt und die Annahmen anderer in Bezug auf meine Person oder andere Personen aufstelle die dann im weiteren Verlauf zu Angst führen. Das Wut-Thema war für mich emotional schwieriger als das Angstthema, da man bei der Frage wann man zum ersten Mal Wut empfunden hat (bzw. sich daran erinnern kann) dann doch eher mit schmerzlichen Erinnerungen besetzt ist. Beim Thema Angst dagegen hatte ich zunächst Schwierigkeiten überhaupt ein passendes Beispiel zu finden, weil ich gar nicht so richtig wußte wovor ich eigentlich Angst habe die über ein Unwohlsein hinausgeht. Aber am Ende war dieses Gefühl des Unwohlseins auch ausreichend für die Aufgabe.

Auch interessant war dann noch die Frage nach dem Selbstwert und wer eigentlich Einfluss auf meinen Selbstwert haben kann. Die Antwort auf die Frage ist recht trivial: Nur ich selbst und sonst niemand. Ich selbst bin es, die den Selbstwert an Dinge wie Leistung, Partnerschaft, Status, soziale Anerkennung oder andere Dinge koppelt. Und jeder einzelne von uns koppelt seinen Selbstwert an andere Dinge. Es heißt nun, dass unser Selbstwert nun stabiler würde, dadurch dass wir uns bewusst gemacht hätten, woran wir unseren Selbstwert gekoppelt haben. Wir werden sehen was passiert.

Am dritten und letzten Tag des ersten Wochenendes blieb es weiterhin spannend. Man gab uns eine einfache Technik an die Hand wie man innerhalb von 50 Minuten die Knackpunkte der Biografie herausarbeiten kann. In neuen Kleingruppen mit Kommilitonen die wir noch nicht so gut kannten wurden wir von eben diesen zu unserer Biografie befragt. Welche wichtigen Personen gab es, als ich 10 war und wieso fehlten da welche, die man sonst erwartet hätte? Was hat sich zum heutigen Zeitpunkt geändert und warum? Haben die Großeltern vielleicht schon was Einschneidendes erlebt und zu wem in der Familie hatte man eine sichere oder unsichere Bindung. Welche unausgesprochenen „Familienregeln“ gab es und welches zentrale Beziehungsthema hat sich daraus bei mir entwickelt? Es war zunächst etwas befremdliche seine Geschichte mit mehr oder weniger fremden Leuten zu teilen. Andererseits teilten auch die Dinge mit mir, die in der normalen Kommunikation niemals zur Sprache kommen würden. Wir wissen nun Dinge übereinander, die andere vielleicht nicht wissen und irgendwie hat sich so zum Teil eine neue Ebene oder Sichtweise auf diese Personen eingestellt. Und ich bin wieder neugierig was Menschen antreibt, welche Geschichte sie mit sich rumtragen und wie sie zu dem geworden sind, was sie heute sind. Diese praxisnahe Erfahrung tat nach einem theorieüberladenen Semester einfach nur gut. Es wurde wieder ein bisschen klarer warum ich mir das eigentlich antue.


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Dissoziation, Konversion, Somatisierung.

Dieser Blog soll wieder mehr Inhalte, spezifischer mehr psychologische Inhalte bekommen, darum wird es nun in unregelmäßigen Abständen Beiträge zu ausgewählten Themen der Psychologie geben. Mal mehr und mal weniger komplex. Mal mit mehr und mal mit weniger Gesellschaftsbezug.

Heute beginne ich mit einem etwas komplexeren Thema, werde aber versuchen, das möglichst nachvollziehbar darzustellen. Und zwar mit der tiefenpsychologischen Sicht auf Dissoziation, Konversion und Somatoforme Störungen.

Dissoziation ist ein Phänomen, dass wir durchaus alle aus dem Alltag kennen, wenn wir in Tagträumen versinken und wir das Gefühl für die Zeit und unsere Umgebung verlieren. Oder wenn wir uns vor der geöffneten Kühlschranktür wieder finden und weder wissen wie wir dort hin gekommen sind, noch was wir da eigentlich wollten, denn Hunger haben wir gar nicht.

Unter pathologischer Dissoziation werden unterschiedliche Phänomene zusammengefasst die eine Person in irgendeiner Form den Bezug zu sich oder der Umwelt verlieren lässt. Und reicht von Amnesiezuständen, über veränderte Körperwahrnehmungen bis hin zur dissoziativen Identitätsstörung, bei der unterschiedliche Persönlichkeiten in einer Person ausgebildet werden.

Aus historischer Perspektive entspringt die Dissoziation - ebenso wie die Konversion - dem Hysteriebegriff. Beziehungsweise wurde die Hysterie im Wechsel als Dissoziation oder Konversion beschrieben. Heute sind die drei Phänomene jeweils unterschiedliche Richtungen gegangen, haben aber weiterhin Überschneidungspunkte.

Im Wortsinn bedeutet Dissoziation Trennung, Ablösung oder Zerfall und meint somit das Gegenteil von Assoziation und beschreibt einen Prozess der Desintegration und Defragmentierung des Bewusstseins, des Gedächtnisses, der Identität und der Wahrnehmung. Soll heißen: Bestimmte Anteile meiner Selbst werden abgespalten und nicht ins Selbstkonzept (also wie ich mich selbst wahrnehme und definiere) integriert. Dieser Logik folgend kann Dissoziation als Mechanismus zum Schutz vor unerträglichen Realitäten definiert werden, welche die individuelle kognitive und emotionale Reizverarbeitungskapazität überschreiten.

Zur Veranschaulichung: Wenn ich mich im Kriegsgebiet befinde und miterleben muss wie eine Bombe menschliche Körper zerfetzt, stellt die Dissoziation mein eigenes Überleben sicher, indem diese Erlebnisse abgespalten und nicht integriert werden. Meine basalen Überlebensinstinkte bleiben jedoch intakt. Zurück zu Hause schützt mich die Dissoziation weiterhin. Und zwar vor den überwältigenden Gefühlen die mit dem erlebten Trauma in Zusammenhang stehen. Jedoch schränkt mich die dissoziative Symptomatik unter Umständen recht deutlich in der Lebensqualität und Lebensbewältigung ein.

Die Dissoziation lässt sich als am ehesten beschreiben als Rückzug vom Bewusstsein, wobei einströmende Reize und der Effekt überwältigender Emotionen reduziert werden. Das kann man sich in etwa als Narkose des Bewusstseins oder von Körperregionen vorstellen.

Demgegenüber stehen bei der Konversion Triebimpulse im Vordergrund, die vom Über-Ich abgewehrt und ins Unbewusste verdrängt werden. So entsteht eine unbewusste Phantasie und eben jene Phantasie kann dann als Körpersymptom dargestellt werden. Konversionssymtpome sind als weniger durch äußere Anlässe wie Traumata verursacht, sondern viel mehr durch sogenannte innere Konflikte.

Die Konversion stellt aus tiefenpsychologischer Sicht die Abwehr des inneren Konflikte in Form der Übersetzung eines psychischen Inhaltes in physisches Symptom das. Das Symptom stellt dabei einen Kompromiss zwischen Triebwunsch und seiner Abwehr dar. Die Wahl eines körperlichen Symptoms (statt eines psychischen Symptoms) eröffnet also die Möglichkeit einen psychischen Konflikt auf die physische Ebene zu verschieben. Bedeutet somit also eine Über-Ich-Entlastung. Abgesehen davon ergeben sich durch das Körpersymptom auch neue Beziehungsmöglichkeiten im Sinne eines sekundären Krankheitsgewinns, bei dem der Betroffene verstärkte Aufmerksamkeit und Zuwendung erhält und zum Beispiel Versorgungswünsche erfüllt werden.

Zur Veranschaulichung: Es gibt psychogene Krampfanfälle, welche echten Krampfanfällen zum Teil täuschend ähnlich sehen, jedoch fehlen doch einige Aspekte von Krampfanfällen (z.B. gibt es nicht die charakteristischen neurologischen Veränderungen). Triebwunsch kann hier zum Beispiel ein Versorgungswunsch sein, indem symbolisiert dargestellt wird, dass man hilflos ist und auf den anderen angewiesen ist. Der Wunsch versorgt zu werden wird sich selbst aber nicht zugestanden und kann nicht formuliert und emotional kommuniziert werden, sondern wird abgewehrt und auf körperlicher Ebene mit Hilfe des Krampfanfalls darstellt.

Konversion stellt also eine Erzählung mit körperlichen Mitteln dar. Daher erfüllt das körperliche Symptom auch eine Symbolfunktion. Das bedeutet, dass sich das Symptom wie ein Traumelement deuten lässt. Die Dissoziation stellt demgegenüber eine Überstimulierung und Narkose dar. Das Symptom der Dissoziation symbolisiert nicht, sondern ist Folge einer Intrusion. Es ist also keine Deutung (wie bei der Konversion) möglich.

Von der Konversion und der Dissoziation abzugrenzen sind dann noch somatoforme Krankheitsbilder. Hier können drei grundlegende Typen unterschieden werden:
- Erschöpfungs- und Müdigkeitszustände
- Funktionsstörungen
- und Schmerzen an unterschiedlichen Lokalisationen.

Im Unterschied zu den traumatischen Erlebnissen und inneren Konflikten die bei dissoziativen und Konversionsstörungen zugrunde liegen, stehen bei somatoformen Störungsbildern eher ängstlich getönte Überzeugungen im Forderung die den Betroffenen dann zu bestimmen Verhaltensweisen drängen. Zum Beispiel einem intensiven Inanspruchnahme-Verhaltens der Gesundheitsversorgung.

Man könnte an dieser Stelle nun noch auf die Achse der psychosomatischen Totalität eingehen…. Aber da wird's dann wirklich ein bisschen…. abgefahren.

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Verhaltenstherapeutische Interventionen. Oder: Wie behandle ich dann eigentlich mein studentisches Burnout?

"Wie läuft's eigentlich mit dem Studium?" - "Joa, muss. Noch ein Jahr."

Ich könnte aber auch sagen, dass das vergangene Semester mir wirklich sehr viel abverlangt hat. Dass mirdas zeitliche Arrangement der Prüfungsleistungen seitens der Hochschule nicht wirklich zusagt und das es einfach scheiße viel Arbeit war und ist. Und das sag ich als jemand, der wirklich zu Beginn des Semesters dabei ist, Zusammenfassungen schreibt und den Stoff aufarbeitet. Ich weiß auch gar nicht wie man das anders schaffen kann.

Wie es also läuft wollt ihr wissen? Ich bin - wie die meisten meiner Kommilitonen - recht erschöpft und schwer ausgelastet. Stellenweise überfordert. Und dann noch leicht entmutigt, weil wir nach der letzten Prüfung nächste Woche gerade mal 5 Werktage Pause haben, ehe jemand an der Hochschule beschlossen hat, dass es eine ziemlich gute Idee wäre noch vor Vorlesungsbeginn am Montag ein jeweils ganztägiges Seminar von Freitag bis Sonntag einzuschieben. Frei nach dem Motto: Nach dem Semester ist bereits das neue Semester.

Der einzige Lichtblick: Das dritte Semester scheint wesentlich entspannter zu werden. Nicht nur, weil wir insgesamt seltener zur Uni müssen, sondern auch weil wir weniger Prüfungen haben und die noch dazu wesentlich angenehmer verteilt sind.

Seit Neurowissenschaften vergangene Woche (yay! lief gut!!) hab ich mich in Verhaltenstherapeutische Interventionen gestürzt. Angefangen bei der ersten Welle mit der grundlegenden Basis klassischer und operanter Konditionierung, über die zweite Welle mit den prominenten Vertretern Aaron Beck und Albert Ellis hin zu den Verfahren der dritten Welle von denen der ein oder andere sicherlich schon was gehört hat. Achtsamkeit, DBT, MKT und weitere illustre Abkürzungen die sich ähnlich anhören und ähnliche Inhalte haben, sodass es schwer ist sie auseinander zu halten.

Und weil mir schnell langweilig wird habe ich neben den Altbekannten Zusammenfassungen die man >>hier<< findet wieder eine Playlist bei YouTube zum Thema erstellt. >>hier entlang bitte<<

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Neurowissenschaften

Ich mache in den vergangenen Tage nichts anderes, ausser die Vorlesungen zu Neurowissenschaften vorwärts und rückwärts durchzukauen. Und weil das ziemlich zermürbend ist, habe ich auf die letzten Meter angefangen für verschiedene Störungsbilder bei YouTube entsprechende Videos zu finden, die den neuranatomischen/ neurowissenschaftlichen Schwerpunkt beleuchten. In der verlinkten Playlist findet ihr einführende und oberflächliche, jedoch grundlegende, Inhalte zum Hirn, den Netzwerken die uns beim Denken, Handeln und Fühlen helfen und wie das alles mit dem Körper und der Psyche zusammenhängt.

Ist auch jeden Fall ein niederschwelliger und bisweilen unterhaltsamer Einstieg in ein doch recht umfangreiches und komplexes Thema.

Und wer sich noch ein bisschen genauer fürs Thema interessiert, der darf sich auch gerne an meinen (bzw. an unseren) Lernkarten dazu bedienen. Die man aber eigentlich auch nur dann versteht, wenn man die entsprechenden Vorlesungen dazu kennt. Zu den Lernkarten hier entlang.


Ab zur Playlist:

https://www.youtube.com/playlist?list=PLfSdWoETXfPz4puzCWOemIV160DoYewJ5


Aber das wichtigste Video ist eigentlich sowieso das hier:





Stammhirn, Stammhirn!
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Winter in Hamburg

Genauer gesagt im Hammer Park. Es war schweinekalt und wunderschön.

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Sex and the City

Wir mussten in diesem Semester ein kleines Forschungsprojekt machen. Das sollte für ein Seminar so nebenher laufen. Eins kann ich vorweg verraten: Es hatte den Umfang einer besseren Bachelorarbeit und vielleicht auch so mancher Masterarbeit. Nur das wir nicht so viel Text schreiben mussten.

Wir sollten eine Forschungslücke finden (Anm. der frustrierten Studierenden: die in der anderen Kohorte mussten keine finden und konnten einfach *irgendwas* rumforschen), diese mit Literatur begründen und uns eine Fragestellung basteln. Darauf aufbauend eine Stichprobenplanung (also wieviele Probanden müssen meinen Fragebogen ausfüllen, damit ich einen signifikanten Effekt finden kann, sodenn es einen gibt?) und natürlich Zusammenstellung der Fragebögen und Auswertung mit der statistischen Methode unserer Wahl (oder auch Qual. So genau weiß man das jetzt auch nicht mehr).

SiSl

In diesem Prozess sollte die Fragestellung seitens der Dozentin umgeworfen werden, neue Konstrukte gefühlt wahllos dazu gepackt werden (am Ende haben wir zwei Konstrukte mit abgefragt, die sie haben wollte, die inhaltlich überhaupt keinen Sinn ergaben und auch in die Analyse keinen Eingang gefunden haben, weil … eh… sinnlos.) Nachdem wir dann dachten: Okay, jetzt nur noch die statistische Analyse, hatten wir wiedermal nicht mit der Professorin gerechnet die meinte die statistische Methode mehrfach ändern zu müssen, weil sich ja kein Effekt gefunden hat. Ich hab mal gehört, dass wissenschaftliches Vorgehen irgendwie anders ist. Das ging dann soweit, dass ich sie vor weiteren Kontakten gebrieft habe, dass ich eine weitere Umstellung der statistischen Methode psychisch nicht aushalten würde und leider sonst einen Stress bedingten Heulkrampf erleiden müsse.

Naja. Letzten Endes haben wir den Zusammenhang von sexueller Orientierung mit psychologischen Konstrukten wie Sensation Seeking, Sexual Sensation Seeking, Soziosexualität und Mating Strategies untersucht.

Genauer gesagt ob

  1. sich die Mittelwertsausprägungen in eben diesen Konstrukten zwischen den Geschlechtern und den sexuellen Orientierungen unterscheiden.
  2. und welcher der Prädiktoren Sensation Seeking, Sexual Sensation Seeking und Mating Strategies wohl am meisten Vorhersagewert an Soziosexualität hätte und ob sich dies in Abhängigkeit der sexuellen Orientierung wohl unterscheidet.

Zur ersten Frage lässt sich sagen, dass es Geschlechterunterschiede gibt, wobei die Männern in allen Ausprägungen die Nase vorn haben (was jetzt laut Forschungsliteratur auch nicht die Wahnsinnsneuigkeit ist). Jedoch gab es keine Unterschiede der sexuellen Orientierung, die wir vermutet haben. Laut den deskriptiven Ergebnissen waren zwar Unterschiede erkennbar im Konstrukt Soziosexualität (man vögelt gern rum) mit hohen Werten für Bisexuelle Frauen und niedrigen für Bisexuelle Männer, aber dieser Unterschied ist statistisch nicht signifikant geworden.

Zur zweiten Frage: Short Term Mating Orientation (man sucht jemanden für ein kurzzeitig angelegtes Intermezzo) war für alle drei sexuellen Orientierung der stärkste Prädiktor hinsichtlich Soziosexualität. Bei den Bisexuellen aber weitaus der Stärkste, bzw. in dieser Gruppe sogar der einzig Signifikante. Was das jetzt genau heißt, konnten wir aber leider auch nicht beantworten. Wir haben mal gemutmaßt, dass sich Soziosexualität bei Homosexuellen und Heterosexuellen womöglich durch andere Konstrukte als Short Term Mating besser erklären lässt (Leicht erkennbar, dass der Madame du SPSS das natürlich zu dünn war).

Um einen Effekt der sexuellen Orientierung hinsichtlich der Mittelwertsunterschiede (also für Frage 1) zu finden, war unsere Stichprobe deutlich zu klein. Wir hatten knapp 280 Probanden und hätten 850 gebraucht und einen kleinen Effekt wie unseren hier überhaupt zu finden. Vor allem hätten wir mal wesentlich mehr Männer gebraucht. Da gab es nämlich eindeutig zu wenig. Also wenig verwunderlich wenn ein kleiner Effekt dann gar nicht erst signifikant bzw. entdeckt werden kann.

Und was sagt uns das jetzt? Alles in allem haben wir jetzt keine signifikanten Einflüsse der sexuellen Orientierung auf die Ausprägung in den Konstrukten Sensation Seeking, Sexual Sensation Seeking, Soziosexualität und Mating Strategies gefunden.

Wer jetzt noch mehr dazu sehen will, dem sei unsere >>einigermaßen schicke PowerPoint<< empfohlen. Bei all dem Frust den wir damit hatten, so sind wir auch doch ein bisschen stolz drauf.


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Anpfiff für die Lernphase.

Das Semester neigt sich dem glorreichen Höhepunkt der mit vier Prüfungen ordentlich gefeiert wird. Letzte Woche fand die letzte regelhafte Veranstaltung in der Uni statt, aber auch die drei Wochen zuvor waren die Meisten nur noch sporadisch anwesend und rechneten akribisch aus wie oft sie noch zu welchem Seminar kommen müssen um die magischen 60% der Anwesenheit zu erreichen.

Normalerweise würde ich mich wohl kaum darüber freuen, dass mir im März nun all diese Prüfungen bevorstehen und ich eigentlich viel zu wenig Zeit habe mich darauf vorzubereiten. Aber dieses Semester war anders. In vielerlei Hinsicht.

Denn selten…. eigentlich noch nie… war ein Semester derart anstrengend für mich. Nicht einmal als ichmeiste 30h/Woche arbeiten zu müssen und zwei Module (sprich Vollzeitpensum) an der FernUni machen zu müssen. Aber das hab ich mir ja auch nur einmal angetan. Und wäre die finanzielle Investition in diese Ausbildung nicht derartig hoch, hätte ich entschieden ein Semester dran zu hängen und zwei Module aufzuschieben. Aber die Sache mit dem Geld tut weh. Und sie setzt einen unter Druck. Und dann leidet neben meinem seelischen Gleichgewicht leider auch die Qualität der Ausbildung.

Klar, sagen immer alle: sie lernen hier ja nicht für die Klausuren, sondern bilden die Basis für ihr späteres Berufsleben. Und ich würde ganz gerne in diesen Tenor einstimmen. Aber die Organisation der Module und Prüfungen macht es - zumindest mir - völlig unmöglich auch nur einen Krümel mehr zu tun als das was klausurrelevant ist. Schade für die eigentlich interessanten Inhalte.

Schon zu Beginn dieses Semesters war uns eigentlich allen klar, dass es ein hartes wird. An der Zahl sieben Prüfungsleistungen sollen erbracht werden. Drei davon habe ich jetzt schon mit mehr oder weniger glorreichen Ergebnissen hinter mir. Und bin jetzt eigentlich so weit, dass ich dringend Urlaub brauche.

Aber jetzt fängt die Lernerei eigentlich erst richtig an. Das ist eigentlich kein Grund zur Freude. Aber ein wenig erleichtert bin ich dann doch schon. Immerhin muss man nicht mehr dreimal die Woche in die Uni fahren und muss mehr oder weniger überflüssige (vom prüfungsrelevanten Standpunkt aus betrachtet) Veranstaltung absitzen um auf seine Anwesenheit zu kommen. Zeit in der man wunderbar die Wohnung putzen, zum Sport gehen oder einkaufen gehen könnte. Oder einfach schlafen.

Das zweite Mastersemester an der MSH hat sehr an mir gezehrt. Und wenn ich mich an der Uni so umgesehen habe, dann auch an so manch anderem. Warum man im ersten Semester nur drei Prüfungen und das zweite dann zum Todessemester mit sieben Prüfungen macht entzieht sich meinem Verständnis. Und auch der Sinn einer Anwesenheitspflicht erschließt sich mir auch immer noch nicht. Denn wenn die Veranstaltung mich scheinbar gut auf eine Prüfung vorbereitet und mir Wissen vermittelt komme ich so und so. Und wenn sie mir keinen Mehrwert zu bringen scheint, schreib ich entweder eine Hausarbeit und der Rest ist mir in so einem Semester herzlich egal, oder die Veranstaltung ist einfach schlecht. Natürliche Selektion im Hochschulbetrieb.

Immerhin habe ich diverse Dinge über mich selbst gelernt. Zum Beispiel wo meine Grenze der Belastbarkeit liegt. Oder dass ich viel bessere Leistung bringen kann, wenn ich selbst entscheiden kann, wann ich mich mit welchen Inhalten auf welche Art beschäftige. Und dass ich in Forschungsmethoden zu viel Zeit und Energie reingesteckt habe.

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Es gibt kein MUSS im Leben.

Es gibt kein MUSS im Leben, das einzige was man MUSS ist sterben. So etwas oder so etwas ähnliches haben wir doch alle schonmal von irgendwem gehört, als wir sagten "Ich muss noch dies und jenes erledigen". Wie man darauf reagiert ist wohl unterschiedlich. Ich hab entweder etwas erwidert wie "jaja, aber ich will ja" oder ich war irgendwie eher etwas genervt über diesen wenig hilfreichen und stützenden Kommentar.

Aber stimmt das denn, das es kein Muss im Leben gibt. Das man die freie Wahl hat in dem was man tut und was man lässt? Oberflächlich betrachtet mag das stimmen. Oberflächlich betrachtet gibt es zwei Dinge auf der Welt die auf jedes atmende Tier auf dieser Welt zu trifft. Es wurde irgendwann geboren und es wird irgendwann sterben. Und nur der Mensch glaubt, dass die Zeit dazwischen von ihm selbst nach eigenen Wünschen und Vorstellungen gestaltet werden kann.

Denn sofern man in dieser Welt nicht sterben will muss man schon einige Dinge tun, abgesehen vom atmen, welches eine Entscheidung vom autonomen Nervensystem ist, aber wenn wir nicht gerade absichtlich die Luft anhalten keine autonome Entscheidung von uns selbst ist. Man muss essen und trinken und man muss sich regelmäßig mal bewegen wenn man sich keine Druckstellen liegen will.

Und was erfordert essen und trinken im Normalfall (also wenn ich nicht gerade höchst pflegebedürftig auf andere Menschen angewiesen bin)? Richtig. Irgendeine Form von Aktivität. Entweder muss ich mein Essen selbst jagen und sammeln und eine Wasserquelle mit Trinkwasser finden, oder ich geh in den Supermarkt meines Vertrauens und kauf es dort. Mit Geld. Und auch für das Geld muss ich wieder irgendwas tun. Das Essen muss meist noch irgendwie verarbeitet werden, z.T. gekocht. Dafür benötigt es eine Kochstelle. Und nachts brauche ich noch einen sicheren Schlafplatz. Sicherlich gibt es einige die versuchen von der Gesellschaft relativ autonom zu leben, aber die meisten Menschen aus meiner Umgebung bevorzugen dann doch Wohnung oder Häuser. Und auch die müssen bezahlt werden.

Irgendwo muss das Geld also herkommen. Den wenigsten unter uns wird so viel Erbschaft zugefallen sein oder haben einen Werbejingle geschrieben sodass sie das Problem gelöst haben. Also muss man arbeiten gehen wenn man Geld haben will. Natürlich kann man das auch lassen, aber das Geld das man vom Arbeitsamt bekommt ist jetzt auch nicht so reichlich und auch die wolle das man Bewerbungen schreibt und Kurse besucht, die sie einem anbieten.

Wenn ich mein Leben im Rahmen meiner Möglichkeiten nach meinen Wünschen und Vorstellungen gestalten will, dann gibt es da schon einiges an Muss. Ich muss regelmäßig einkaufen, meine Rechnungen bezahlen, arbeiten gehen und mein Studium zu Ende bringen.

Deswegen muss ich jetzt auch wirklich los und mir statistische Auswertungen angucken. Sonst wird's schwierig mit den Leistungen in der Uni die ich für die Beendigung des Studiums erbringen muss.

Vielleicht ist es also weniger eine Frage von dem was ich initial muss, sondern vielmehr von dem was ich in meinem Leben will (und was ich dafür dann tun muss).

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