Beziehungsratgeber

beziehungsproblem
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Die meisten meiner Freunde wenden sich nicht an mich, wenn sie Fragen bezüglich ihres Beziehungsstatus zu einer weiteren oder mehreren weiteren Personen haben. Das mag seine Gründe haben, die dem Einzelnen möglicherweise gar nicht mal so bewusst sind. Mein ganz persönliches Erklärungsmodell: Es hat einen guten Grund, dass man mich nicht fragt.

In solchen Dingen geht es häufig darum, dass der Gegenüber seelisch-moralischen Beistand sucht und eher weniger auf der Suche nach gewinnbringenden Ratschlägen ist. Die Betütelungsvariante ist eher weniger mein Verhaltensmodell. Ich kann mich daneben setzen und mir das ganze anhören. Ja, im zuhören bin ich ganz gut. Wenn es dann aber um diese liebevoll-aufmunternden Gespräche geht, dann bin ich darin nicht so gut. Deshalb kommen nicht so viele Leute mit ihrem Liebeskummer zu mir. Und das ist auch gut so. Denn sonst käme ich ja immer wieder in die Verlegenheit zu bemerken, das ich da ein Defizit habe. Und wer merkt sowas schon gerne?

Was ich im Gegenzug - glaube ich - ganz gut kann ist: Ehrlichkeit. Wenn es wirklich gewünscht ist (was meiner Erfahrung nach eher selten der Fall ist, in der sozialen zwischenmenschlichen Kommunikation), dann gebe ich gerne meine ehrliche und ganz persönliche Einschätzung zum Thema. Oft ist das dann so, dass solche "Ratschläge" nicht wirklich erwünscht sind, da sie zumeist den Gegenüber dazu auffordern, exakt das Gegenteil von dem zu tun was sie bisher getan haben, bzw. was der derzeitige Handlungsimpuls will.

Und weil das anstrengend ist, fragt man mich selten in solchen Dingen. Möglicherweise wirke ich auch einfach nicht sonderlich kompetent auf dem Feld der Beziehungsratgeber. Mein Erklärungsmodell gefällt mir hier allerdings deutlich besser.

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