Psychiatrie

Guten Tag, ich bin eine Manikerin.

Nachdem ich vor ein paar Wochen schon das Vergnügen hatte eine narzisstisch gestörte Person zu spielen und meiner Gegenübersitzerin - die mich in einer Übung zu Anamnesegesprächen explorieren sollte - für 20 Minuten das Leben schwer zu machen, durfte ich heute mal wieder eine Patientin spielen. Bei der Auswahl zwischen Depression, Anpassungsstörung und Manie fiel mir die Wahl dann doch sehr leicht. Ich mag Herausforderungen, somit wollte ich gerne eine Manikerin sein.

Ich legte also los. In bester Laune präsentierte ich Ideen, ließ die Diagnostikern nicht ausreden und ignorierte ihr Distanzbedürfnis indem ich an ihren Haaren und ihrem Schal herumfummelte. Freute mich darüber, was man als Maniker alles mögliche "darf", was man ansonsten niemals machen würde. Ich hatte den Kopf voll mit anderen Ideen. Nach 10 oder 15 Minuten kreativen Einfälleproduzierens und ständigem Gerede, war ich ziemlich erschöpft. Den Fragen die mir gestellt wurden konnte ich ohnehin kaum folgen, was mir gesagt wurde, kam nur schwer bei mir an. Aber dann konnte ich ihnen wirklich nicht mehr folgen. Mein Gehirn hatte sich in irgendeinen Sicherheitsmodus gerettet und lieber die herumgehenden Blätter durch das Fenster beobachtet. Sich auf die Fragen zu konzentrieren war dann wirklich kaum mehr möglich. Es war nicht nur für die arme Diagnostikern anstrengend, die versuchte ihren Fragebogen durchzubekommen, sondern auch für mich. Nach insgesamt 20 Minuten brauchte ich dringend ein Pause. Zum Glück waren wir dann auch fertig mit der Übung. In mir zurück bleibt aber ein Gefühl dafür, wie heftig es im Hirn eines Manikers abgehen muss, da in dessen Hirn non-stop mehrere Tage oder Wochen am Stück die Neuronen abfeuern was geht.

Die eigentliche Aufgabenstellung war im Übrigen die Ausführung des strukturierten klinischen Interviews nach DSM (kurz: SKID). Man darf sich das als Interviewfragebogen vorstellen, in dem nur diese Fragen an den Klient gestellt werden sollen. Keine Fragen darüber hinaus. Das macht die Sache einerseits recht starr, andererseits aber in gewisser Hinsicht Narrensicher.

Was ich dabei heute gelernt haben ist ein gewisse Ahnung von dem Gefühl einer Manie und dass ein strukturierter Fragebogen bei einem Menschen in einer akuten manischen Phase nicht unbedingt das richtige diagnostische Instrument ist.

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Überflüssige Aufnahmeroutine in der Psychiatrie?

Es gibt da ja Ansätze die auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen. Ein Beispiel:

Neue Patienten auf einer psychiatrischen Station herumzuführen und alles zu zeigen dasitzt zeitaufwändig. Richtig. Im Hinblick auf das Zeigen der Räumlichkeiten ist das sicherlich nicht meine Lieblingstätigkeit. Weil es immer das gleiche ist und man sich den Mund fusselig redet. Abgesehen davon erzählen unterschiedliche Pflegekräfte unterschiedliche Dinge. Die Idee das per neuer Technologien im virtuellen Raum zu standardisieren klingt also plausibel und sinnvoll.

Bis man anfängt sein Hirn zu benutzen: Es geht ja nicht nur darum dass der Patient weiß wo die Waschmaschine steht und wo es was zu essen gibt. Es geht für mich als Pflegekraft ja auch in ganz beträchtlichem Ausmaß darum, den völlig unbekannten Mensch kennen zu lernen und ein wenig einschätzen zu können. Oft ist also diese unliebsame Tätigkeit so aufschlussreich wie das ärztliche Aufnahmegespräch.


Hier eine Studie zum Thema:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=A+virtual+psychiatric+ward+for+orientating+patients+admitted+for+the+first+time.

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Klinische Psychopharmakologie

psychopharma

Hab da noch eine Zusammenfassung gefunden für Klinische Psychopharmakologie. Hatte ich jetzt im Wintersemester noch an der virtuellen Hochschule Bayern belegt gehabt. Quasi als Vorbereitung für die Masterbewerbung. Ob und wie einem das von den jeweiligen Unis angerechnet wird ist zum Einen höchst unterschiedlich und zum Anderen höchst fraglich. Wenn man die vorweisen kann ist es aber sicherlich nicht von Nachteil.

Zeitgleich zu diesem Kurs hatte ich auch 'Vom klinischen Syndrom zur adäquaten Therapie' belegt. Dazu gibts aber keine Zusammenfassung mehr. Man könnte sagen: Die Luft war raus.

Kurz zum Aufbau der beiden Kurse: Sie sind als e-learning Kurs angelegt, es gibt mehrere Einheiten, welche man in eigens gewählter Reihenfolge durcharbeiten kann. Innerhalb jeder Einheit muss man Multiple Choice Fragen beantworten. Hat man mindestens 50% korrekt beantwortet, hat man die Einheit bestanden. Andernfalls muss man sie wiederholen. Wer nett bei der Uni nachfragt, bekommt nach Abschluss der Kurse und Übersendung der Zertifikate auch die ECTS ausgewiesen.

Für die anderen beiden Kurse die ich an der vhb (Allgemeine Psychopathologie & Psychiatrie und Psychotherapie) gilt: Seit ich die beiden Kurse belegt habe, wurde da was umgestellt. Ob das die Inhalte betrifft weiß ich nicht. Jedoch werden keine Online-Prüfungen mehr angeboten. Ob man jedoch ohne Klausurteilnahme auch die ECTS bescheinigt bekommt weiß ich nicht. Das müsst ihr bei der Uni selbst erfragen.

Viel Spaß!.

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Ein Leben zu haben, für das es sich zu leben lohnt.

Via Facebook über diese kurze Reportage (25 Minuten) gestolpert. Im Grunde ist es Werbung für die Dialektisch behaviorale Therapie. Mehrere Personen mit Borderline-Störung erzählen von ihrem erleben und warum sie bestimmte Symptome der Störung entwickelt haben, die für aussenstehende oft nur schwer nachvollziehbar sind. Durch ihre Beschreibungen wird es für eben jene Aussenstehende vielleicht etwas nachvollziehbarer.

'Having a Life Worth Living' (englisch)



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Objektpermanenz.

Input aus der Fortbildung vergangene Woche.

Im Zuge der frühkindlichen Entwicklung lernen wir alle, dass der Ball nicht einfach weg ist und Papa zaubern kann. Irgendwann kommt der Punkt, an dem leuchtet uns ein, dass Papa den Ball immer noch in der Hand hält, der Ball aber durch ein anderes Objekt verdeckt wird. Wir wissen, dass der Ball noch da ist. Das nennt man Objektpermanenz.

Wir sollten das alle als Kleinkinder gelernt haben. Haben wir aber nicht alle. Es gibt erwachsene Menschen für die ist ein Objekt, oder hier relevanter: ein Mensch, schlichtweg nicht mehr da, wenn er nicht mehr da ist. Sie können nicht spüren, dass dieser Mensch wieder kommt, aber jetzt gerade nun mal zur Arbeit muss. Diese Menschen haben oft eine Beziehungs- und/ oder Bindungsstörung vom Borderline-Typ. Für den Gegenüber ist das mitunter nicht nachvollziehbar, warum das für den Betreffenden ein mittleres bis größeres Drama ist. Sie müssen als Erwachsene mühsam lernen, was der Großteil spielend als kleines Kind lernt. Und für die Erwachsenen ist es vermutlich doppelt so schwer das zu erlernen, weil die anderen oft wenig Verständnis dafür aufbringen können, weil das Verhalten mitunter doch recht bizarr wirkt.

Warum haben einige Menschen Objektpermanenz nicht erlernen können? Für eine gesunde Entwicklung braucht es eine beständige Umgebung mit einigermaßen erkennbaren Regelmäßigkeiten und Vertrauen. Vertrauen darauf, dass die Bindungspersonen verfügbar sind. Fehlt dieses Vertrauen, bleiben keine Ressourcen um andere wichtige Entwicklungsschritte zu durchlaufen. Die Kinder sind stets damit beschäftigt, sich zu vergewissern, dass sie nicht alleine bleiben, dass sich jemand um sie kümmert. Die Kinder sind gestresst.

Was kann es diesen Leuten einfacher machen? Das Erleben von Regelmäßigkeit, Beständigkeit und Vertrauen. So können sie lernen, einer wichtigen Bezugspersonen zu vertrauen, dass sie wieder kommt, auch wenn sie jetzt gerade erstmal gehen muss. Im Rahmen der Fortbildung wurde uns auch der Begriff der Übergangsobjekte näher gebracht. Das sind kleine Gegenstände, welche man den Betroffenen aushändigen kann, damit sie etwas vom Anderen bei sich tragen können. Und diesen Brauch kennen wir doch im Grunde alle: Diese kleinen Geschenke und Aufmerksamkeiten, die man aus dem Umfeld bekommt. Oder die man selbst an jemanden verschenkt. Freunden schenkt man Fotos aus dem gemeinsamen Urlaub. Verliebte schenken sich immer wieder Kleinigkeiten die sie dann mit sich herum tragen können. Ich finde so schwer nachvollziehbar ist der Wunsch gar nicht, dass manche Menschen eine gewisse Rückversicherung brauchen um zu wissen, dass der andere Mensch einen mag und an einen denkt, auch wenn sich die beiden ein paar Tage nicht sehen, oder sprechen.

Objektpermanenz. Ich finde es nur auf den ersten Blick bizarr, dass jemand nicht darauf vertraut, dass jemand nicht verschwunden ist, nur weil er gerade nicht da ist. Es gibt genügend eifersüchtige Menschen da draussen, die ihrem Partner nicht vertrauen, wenn er gerade allein unterwegs ist.

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Ich wollte dass es ein Training bleibt.

Jedes Jahr muss ich da durch. Reanimationstraining. Einigen meiner Kollegen gelingt es von Zeit zu Zeit sich da durchzumogeln. Ich selbst sehe mich stöhnend mit den Augen rollen, warum es denn jedes Jahr wieder nötig ist. Aber ich geh dann ja auch hin. Höre mir an, dass man den nicht ansprechbaren Patienten laut anspricht, ein bisschen rüttelt. Bestenfalls schon Kollegen gerufen hat und einen Notruf absetzt. Dann kommt die Sache mit dem Drücken und dem Beatmen. Und nachdem jeder mal gedrückt hat und sich mit dem Ambu-Beutel und der Maske eins abgemurkst hat, gehen alle Beteiligten nach einer halben Stunde wieder zurück auf ihre Stationen. Jedesmal denke ich mir: Warum muss das eigentlich jedes Jahr sein? So unnötig. Das bisschen Drücken und Beatmen kriegt man ja wohl hin. Aber im Endeffekt tut es auch nicht so weh. Ist ja schließlich auch Arbeitszeit.

Ich war auch immer ganz zufrieden damit, dass nur an der Puppe zu üben. Und eigentlich war ich eh der Meinung, dass ich das für den Rest meines Leben nur an der ramponierten Plastikpuppe mache, die bei uns den ausgefallenen Namen "Fr. Müller" trägt.

Bis heute. Heute war es dann real. Wobei das mit der Realisierung erstaunlich lange gedauert hatte. Da ich eine völlig andere Situation erwartet hatte. Ich hatte erwartet bei einer Fixierung helfen zu müssen. Nicht bei einem vitalen Notfall. Also brauchte ich eine ganze Weile um die Situation mit wenig Personal und einem bewegungslosen Patienten erstmal zu erfassen und richtig einzuordnen.

Was ich jetzt wieder weiß: Wenn dein Körper Stresshormone in beträchtlichem Ausmaß ausschüttet, dann weiß du nicht mehr soviel. Dann ist bis 30 zählen auch schon gar nicht so einfach. Und das jährliche Reanimationstraining hat schon durchaus seine Berechtigung.

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Ein Wunsch.

Einen Wunsch. Wenn ich einen Wunsch frei hätte... Ich würde mir wünschen, dass sie niemand mehr umbringt.

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Suizidalität ist nicht wirklich ein Thema, über das häufig und viel und ausreichend gesprochen werden würde. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Zum einen äußern die Betroffenen ihre Suizidgedanken häufig nicht, teils aus Scham weil man so etwas ja nicht tut, teils weil sie sich diese Option einfach offen halten möchten und befürchten an der Durchführung gehindert zu werden. Zum anderen weiß die Umwelt auch nicht wie man mit Suizidgedanken oder der Suizidalität einer nahestehenden Person umgehen soll. Es macht Angst. Da steht auf der einen die Sorge, dass es jemandem so schlecht geht, dass er daran denkt sich das Leben zu nehmen, und auf der anderen Seite ein Stück weit Hilflosigkeit, weil man gar nicht weiß wie man damit eigentlich umgehen soll. Aus Hilflosigkeit entsteht Angst. Angst dass sich dieser nahestehende Mensch wirklich etwas antut und man nicht helfen konnte.

In meiner Arbeit in der Psychiatrie werde ich jeden Tag mit Suizidgedanken und Suizidalität, mitunter auch mit suizidalem Verhalten konfrontiert. Ich habe dabei noch keinen einzigen Patienten erlebt der tatsächlich tot sein wollte. Jeder einzelne will dass sich die derzeitige Situation ändert. Sei das nun die tatsächlich aktuelle Lebenssituation, oder seien es die quälenden Erinnerungen an eine belastende Vergangenheit. Die Betroffenen haben bis zum Punkt an dem sie an Suizid denken, alles in ihrer Macht stehende getan um ihre Situation zu verändern. Sich ein lebenswertes Leben aufzubauen. Sie sind dabei aber aus den verschiedensten Gründen gescheitert. Was dann noch übrig bleibt scheint eine logische Schlussfolgerung: "Mir kann keiner helfen, das wird sich nie ändern und ich will das keine Sekunde länger ertragen." Wie dann mit den Suizidgedanken umgegangen wird ist unterschiedlich. Viele haben zunächst einmal Angst vor ihren eigenen Gedanken, andere gewöhnen sich irgendwie daran und lernen damit umzugehen und wieder andere empfinden ihre Suizidgedanken als trostspendend, da sie wissen dass ihnen diese Option immer offen steht. Viele quälen sich lange Zeit allein damit rum, bevor sie jemandem davon erzählen. Eben weil sie sich schämen dafür, dass sie ihrem Leben ein Ende setzen wollen, weil sie sich schämen dafür nicht anders mit ihren Problemen umgehen zu können. Keinen anderen Ausweg zu wissen. Und häufig auch weil sie andere nicht belasten wollen. Weil wir in unserer Gesellschaft scheinbar auch lernen, dass wir unsere Probleme möglichst allein lösen sollen und niemandem zur Last fallen sollen.

Dann gibt es da noch den Unterschied zwischen Suizidgedanken und tatsächlich suizidalen Handlungen. In der täglichen Arbeit sind wir bemüht mit den Patienten möglichst offen über Suizidgedanken zu sprechen und Absprachen zu treffen mit denen beide Parteien umgehen können. In der Regel ist der Patient durch seine Suizidgedanken stark belastet und will diese loswerden. Und wir wollen mit dem Patienten einen anderen Weg zur Bewältigung der problematischen Situation finden. Ein suizidales Verhalten beschreibt das Ausführen von Handlungen die mit suizidaler Absicht ausgeführt werden. An dieser Stelle gilt es für uns, den Patienten zunächst daran zu hindern sich zu suizidieren und dann im weiteren Schritten auch wieder an anderen Strategien zur Bewältigung der problematischen Situation zu arbeiten.

Ich bin im Übrigen der festen Überzeugung, dass jeder einzelne sich über das Thema Suizid schonmal Gedanken gemacht hat. Auf die eine oder andere Art und Weise. Ich bin auch der Meinung dass man darüber tatsächlich offen reden sollte. Denn ich absolut davon überzeugt, dass kein einzelner sterben will, sondern seine Situation einfach nicht mehr länger erträgt. Und daran sollte man arbeiten. Die Situation zunächst erträglicher gestalten um darauf folgend ein lebenswertes Leben, ein erfülltes Leben zu gestalten. Ich wünsche mir also, dass sich keiner mehr suizidiert, sondern dass jeder die Hilfe erhält die benötigt wird um aus einer ausweglos scheinenden Situation ein neues angenehmes Leben aufzubauen. Weil ich weiß dass das geht.

Ein Suizid hinterlässt immer ratlose Gesichter. Weil keiner so genau weiß wie er damit umgehen soll. In meinem Umfeld gab es bisher 3 Suizide. Nur einer davon eine Patientin von mir. Ich konnte mit keinem so wirklich gut umgehen. Weil man sich immer überlegt, ob man nicht hätte etwas anders machen können. Auch wenn man rein rational genau weiß, dass es die Entscheidung einer Einzelperson war, an der man einfach nichts ausrichten konnte. Aber man weiß eben auch, dass diese Leute Hilfe hätten haben können. Das die Situation durchaus hätte geändert werden können.

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Personaltoilette.

klo

Mir ist nicht so wirklich klar, was die Kollegen einem da mit der Zahnbürste mitteilen wollen. Mehr lesen...
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PIA - Psychologen in Ausbeutung

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Therapeuten haben einen langen Weg hinter sich. Zunächst ein Diplom oder Masterstudiengang, welches in Regelstudienzeit 6 Jahre dauert, anschließend noch 3 Jahre Psychotherapeutenausbildung welche mit dem PIA-Jahr abschließt.

PIA - Psychologen in Ausbeutung. Sie arbeiten nicht selten Vollzeit in der Klinik, und bekommen als monatlichen Verdienst häufig nichts. Mit etwas Glück erhalten sie eine Fahrkostenpauschale von 75€. (es gibt natürlich auch welche die angemessen bezahlt werden. Aber leider sehr selten).

Irre - wir behandeln nicht die falschen, sondern wir behandeln für gratis. Und dabei ist die Ausbildung nicht billig. Rechnen kann man mit 20.000 Euro. Zuzüglich Miete, Essen und restliches Leben.

Nicht zuletzt ist das einer der Gründe, warum ich keine Psychotherapeutinnen Laufbahn einschlagen möchte. Ich stehe jetzt schon im Berufsleben und studiere nebenher. Es sind sicherlich keine Unsummen an Geld die ich im Pflegeberuf verdiene, aber es reicht um sich ein nettes Leben aufbauen zu können, und wenn man einigermaßen gut kalkuliert, kann man auch jedes Jahr in den Urlaub fahren. (bei gleichzeitigem Verzicht auf motorisiert-fahrbaren Untersatz). Mein derzeitiges Studium wird noch knapp 6 Jahre dauern, da ich es ja neben dem Beruf mache. Und die Vorstellung danach nochmal 4 Jahre dran zu hängen, den bis dahin etablierten Status aufzugeben, Schulden zu machen und nichts zu verdienen, die ist einfach grauslich. Das möchte ich definitiv nicht. No way. Die Psychologie bietet soviel Möglichkeit und soviel Wege sich beruflich zu entfalten. Da muss es nicht der therapeutische Weg sein.

Mit nachstehendem Link kommt man zu einer Aufzeichnung einer interessanten Diskussionsrunde zu eben diesem Thema.
http://wissen.dradio.de/therapie-psychologen-in-ausbeutung.92.de.html?dram%3Aarticle_id=246414

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Persönlichkeitsstörung

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Von Berufswegen habe ich mit allen möglichen psychiatrischen Krankheitsbildern zu tun. Unter anderem auch mit allen Facetten von sogenannten "Persönlichkeitsstörungen". Ich will mich gar nicht weiter über das Facettenreichtum und symptomatischen Möglichkeiten dieser Erkrankungen auslassen. Viel mehr will ich versuchen zu erklären was mich an diesem Begriff so sehr stört. Persönlichkeitsstörungen ist ein zusammengesetztes Wort. Unschwer zu erkennen, ist es aus den Wörtern "Persönlichkeit" und "Störung" zusammengesetzt. Eine Störung, oder auch Dysfunktion bekommt man beim Arzt schnell mal attestiert. Eine Störung ist nämlich im Prinzip auch jeder einfachste Schnupfen und zwar schon allein deshalb, weil er stört. Viel mehr bezieht sich die Bezeigung aber wohl auf einen gestörten Ablauf. Nun, woran macht man denn fest, dass es sich um einen "gestörten Funktionsablauf" handelt? Dafür braucht man wieder irgendwelche Normen auf die man sich beziehen kann. Einen Durchschnitt, der an irgendeiner (im besten Falle repräsentativen) breiten Masse erhoben worden ist. Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit fällt nun jedes Individuum in den Bereich "normal" oder in eine abweichende Kategorie. Hier also: "Funktionsstörung". Die ganze Angelegenheit ist immer ziemlich komplex und vermutlich auch noch nicht zur vollsten Zufriedenheit gelöst, weshalb man sich wohl auf einen gemeinsamen Nenner einigen kann: Wenn jemand unter seiner Funktionsstörung leidet, dann ist es auch eine. Die Funktionsstörung definiert sich also zu einem gewissen Teil durch sich selbst. Ich finde, schon allein etwas als Störung zu bezeichnen ist nicht so ganz einfach, da der Begriff sich meiner Meinung nach nicht wirklich gut und schon gar nicht allgemeingültig eingrenzen lässt. Persönlichkeit lässt sich da - glaube ich - etwas einfacher eingrenzen. Oder eigentlich auch nicht. Grob gesagt, sehe ich Persönlichkeit einfach als all das was einen Menschen ausmacht, wie er sich verhält, was seine Sichtweisen sind und wie er sich selbst definiert. Die Frage die sich mir jetzt stellt: Wie soll das zusammen passen? Eine gestörte Persönlichkeit? Ich meine, da sind jetzt all diese Sichtweisen, die Selbstdefinition und die Verhaltensweisen eines Menschen. Und bei dem einen ist das noch in der Norm und bei einem anderen ist das nicht mehr in der Norm. Und deshalb liegt eine Störung vor. Meiner Auffassung nach kann eine Persönlichkeit nur sein und zwar solange wie der Mensch lebt. Sie kann ich verändern, oder so bleiben. Die Persönlichkeit kann für andere Menschen angenehm und umgänglich sein, oder eher von schwieriger Natur. Sichtweisen können verbohrt sein. Und die Selbstdefinition kann nicht mit der Realität übereinstimmen. Verhaltensweisen sind im Endeffekt auch einfach nur da und sind der Situation entweder angemessen oder eben nicht. Aber wirklich gestört sind die Verhaltensweisen an sich dann auch nicht. Wohl aber lässt sich sagen dass die Interaktion mit der Umwelt (im Vergleich zur Norm) gestört ist. Worauf ich hinaus will: Eine Persönlichkeit ist da. Sie IST einfach. Meines Erachtens steht es niemandem zu, von einer (Funktions-) Störung der Persönlichkeit zu reden. Und ich finde im täglichen Umgang mit "Gestörten" sollte man ein Bewusstsein dafür haben, dass man dem Gegenüber mit der Diagnosenstellung (gerade in der Psychiatrie) immer auch einen Stempel aufdrückt. Und bei dem Wort Persönlichkeitsstörung zucken immer wieder einige Leute vor Ehrfurcht zusammen.

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Ist die Pharmakotherapie wirklich der goldene Weg?

Zu diesem Thema führt mich eine gestrige Diskussion mit einer Kollegin. Wie wir im Endeffekt dahin kamen, weiß ich heute schon nicht mehr, aber das ist ja auch weniger relevant.

pillen

Ihr Standpunkt war zusammengefasst: Wenn in klinischen Studien "erwiesen" wurde, dass ein Medikament oder eine Methode gegen Placebos getestet wurde und keine von den Placebos abweichende Wirkung eintrat, dann ist die Methode beziehungsweise das Medikament unwirksam.

Im genaueren ging es dabei hauptsächlich um Psychopharmaka wie Antidepressiva und alternative Heilmethoden wie Akupunktur.

Meinen Standpunkt werde ich jetzt im folgenden versuchen zu erläutern:

Wer sich auf Studien beruft ohne diese selbst gelesen zu haben, hat keine Ahnung. Das schließt mich im Übrigen mit ein. Zum einen können Studien an sich viel erzählen. In der Psychologie ist es sogar so, dass die allermeisten Hypothesen die aufgestellt und getestet werden sich in den Ergebnissen bestätigen. Damit will ich nicht sagen, dass die Testmethoden falsch sind, sondern dass Studien häufig Gefahr laufen in einer konfirmatorischen Informationssuche zu ersticken. Also das nur zur Hypothese passende Informationen gesucht werden. (an dieser Stelle wollte ich eigentlich ein passendes Diagramm einfügen, was ich vor ein paar Wochen fand, aber heute finde ich es nicht mehr, ich werde es nachreichen, sodenn ich es finde)

Das Problem ist, dass sich viele Leute auf Studien berufen. Aber die allermeisten haben nicht die Studie selbst gelesen, sondern eine Zusammenfassung. Schon wer die Studie liest, steht stets vor dem Frage: Wieviel Wahrheit und Nutzen steckt in der Information?
Es gehen ein paar Wissenschaftler her, stellen eine Hypothese auf und wollen diese testen. Soweit, so gut. Am Anfang einer solchen Studie wird auch beschrieben, warum sie auf diese Fragestellung kamen und was der bisherige Forschungsstand dazu sagte. Im weiteren Verlauf wird beschrieben welche Personen an der Studie teillgenommen haben, wie diese ausgewählt wurden, wie und was getestet wird, die Hypothesen werden ausformuliert und lauter solche Dinge. Hier lassen sich schon eventuelle Beschränkungen erahnen. Die Stichprobe der Teilnehmer ist eventuell begrenzt, weil es nur Männer waren oder hauptsächlich Personen über 60 Jahren, oder nur welche im Rollstuhl. Irgendwie sowas. Diese potentiellen Einschränkungen gilt es zu erkennen und ganz am Ende des Studienartikels nochmal aufzuführen. Weitere Probleme kann es auch bei der Dauer der Studie geben, oder bei der Auswahl der Befragungsinstrumente. Man kann einiges richtig machen bei Untersuchungen, aber viel mehr falsch.
Nach diesem Methodenteil, kommt die Auswertung und Interpretation. So. Und hier liegt der Hund (zumindest der größte Teil des Hundes) begraben. Es wird in keiner Studie jedes einzelne Ergebnis komplett durchdiskutiert. Es wird - basierend auf den Hypothesen die man testen will - eine Auswahl getroffen und diese wird dann interpretiert. Der ausgefuxte und wache Leser merkt jetzt schon: Aha, dann werden ja auch einige Dinge gar nicht besprochen in dem Text und mir fehlt eventuell Information..... JACKPOT!!!! Deswegen sagt man auch so im alltagschargon: "Traue keiner Studie die du nicht selbst gefälscht hast" Nun. Wirklich fälschen muss man die meisten Studien gar nicht, aber es kommt im Großen und Ganzen darauf an, wie ich die Ergebnisse präsentiere. (Die Politik macht das seit Jahren sehr erfolgreich so.....)

Das Problem der Studien kurz zusammengefasst: Der geneigte informierte Mensch liest (wenns gut läuft) also die Interpretation einer Studie, die von den Wissenschaftlern aber bereits auch schon interpretiert wurde. (Wenns schlecht läuft ist es die Interpretation der Interpretation, der Interpretation dessen was die Bildzeitung über eine andere Interpretation geschrieben hat, und dann glauben die Menschen, dass Milch die Ausgeburt der Hölle ist. Oder so ähnlich.)

Und um jetzt den Weg zurück zum Antidepressiva/ Akupunktur-Thema zu kommen: Viele, viele, viele und noch mehr Studien werden finanziert von unseren führenden Pharmakonzernen von nebenan. Der Verdacht liegt nahe, dass diese bestimmte Ergebnisse sehen wollen. Sie wollen also das Ergebnis sehen: "Antideperessiva XY hat im Vergleich zu Placebo eine Wirkung." Gleichzeitig wollen ist es ihnen aber auch sehr genehm wenn eine andere Studie herausfindet: "wenn ich Menschen Theaternadeln, statt echter Akupunkturnadeln auf die Haut piekse, hat das den gleichen Effekt"
Ich möchte hier nicht bestreiten, dass ein paar gute Gespräche hilfreicher sind, als andere Methoden, aber ein wenig mehr Skepsis gegenüber Studien die man nicht einmal selbst gelesen hat ist dann schon angebracht.

Ich kenne keine solche Studie, aber ich weiß dass Akupunktur nicht von heute auf morgen wirkt. Ich weiß, dass der Grundgedanke/ die Philosophie dahinter ist gestörte Energieflüsse im Körper wieder zu korrigieren. Und das kann seine Zeit dauern. Das dauert auch mal ein halbes bis ganzes Jahr. Ich kann mir gut vorstellen, dass es schon an diesem Punkt methodische Einschränkungen gab. Immerhin weiß ich, was ich in den nächsten Tagen tun werde. (Studien zum Thema raussuchen und lesen).

Zum Thema Antidepressiva: Ich glaube, dass die allermeisten Konsumenten solcher Mittel einen genauso großen Nutzen davon hätten, wenn sie ein Placebo und eine wirklich gute Therapie erhalten würden. Andererseits glaube ich auch (besser: ich bin voll davon überzeugt), dass kein einziger Patient von der alleinigen Gabe eines Psychopharmakas profitieren würde. Es braucht zur Genesung auch die passenden Umstände/ Umweltbedingungen und vor allem die richtige Therapie. (abgesehen von der medikamentösen, gibt es ja noch einiges andere an Therapiemöglichkeiten).

Meine Kollegin fragte mich dann schlussendlich, ob ich mir zutrauen würde Psychotiker zu therapieren ganz ohne Medikamente. Zunächst bejahte ich das. Heute habe ich ein wenig darüber nachgedacht und bejahe das eingeschränkt.

Wenn ich ausreichend Mittel dazu hätte würde ich einen Versuch starten, mit so wenigen medikamentösen Mitteln wie möglich auszukommen. Wer hochakut verängstigt ist, oder gar aggressiv, der würde dann auch medikamentöse Unterstützung erhalten. Aber hauptsächlich würde ich (in meiner kleinen Utopie) gerne versuchen diese Leute ganzheitlich zu behandeln. Also ausreichend Bewegung, Optimierung der Ernährung, raus aus der Reizüberflutung. Das sind jetzt drei Dinge die mir spontan einfallen. Und es gibt sicherlich noch mehr was man tun kann. Aber das ist eben nur meine kleine Utopie. Ich weiß auch nicht inwieweit das funktionieren würde, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die Selbstheilungskräfte des Körpers so einiges schaffen können, wenn sie ein wenig Unterstützung kriegen.

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Borderliner können richtig gut...

attention_manipulation



via: http://suboptimales.wordpress.com/licht-an/

...manipulieren. Und das meine ich irgendwie im positiven Sinne.
In der freien Welt dort draussen, wird immer wieder auf den verschiedensten Menschen herum gehackt. Oft genug habe ich auch mitbekommen, dass gerade auch Borderliner ihr Fett wegkriegen, als asozial, nicht umgänglich, und therapieunfähig. Stempel: Unheilbar krank und gestört.

Was davon wahr ist? Sie sind schwierige Patienten, aber das sind alle auf ihre Art. Das sie Therapieresistent und überhaupt nicht therapierbar sind stimmt nicht. Das wissen mittlerweile sogar einige. Sie sind keine hoffnungslosen Fälle. Die Arbeit mit ihnen ist sicherlich anstrengend, teilweise kompliziert und bisweilen auch sehr Nervenaufreibend. Das will ich gar nicht abstreiten. 


Jede Erkrankung hat ihre problematischen Seiten. Mit problematisch meine ich Wahrnehmungs- und Verhaltensweisen die dem Betroffenen selbst ein 'normales' alltägliches Leben beinahe unmöglich machen. Wie jeder Mensch gibt es Dinge die sie besser können, ebenso wie Dinge die sie weniger gut können.


Und was Patienten mit einer Borderline Persönlichkeitsstörung so richtig gut können - quasi in Perfektion - ist die Manipulation. Den Gegenüber dazu bringen, Dinge zu tun, die im Sinne des Manipulierenden sind, aber häufig nicht im Sinne des Manipulierten.


Das fiel mir selbst erst kürzlich bei der Arbeit mit einem solchen auf. Ich unterhielt mich über eine Kleinigkeit, von der ich gerne gehabt hätte das "der Borderliner" sie erledigt. Ich fing an zu diskutieren. Ich fing an meine Meinung zu ändern. Ich merkte: "Ey, ich wollte gerade noch was ganz anderes, jetzt werde ich dazu gebracht, genau das Gegenteil zu wollen" Ich beendete die Diskussion.


Das ist okay, wenn man solche Situationen im Privatleben hat. Dann kann man einfach gehen und aufhören sich damit auseinanderzusetzen. Aufhören sich mit "dem Borderliner" auseinanderzusetzen. 

Schwieriger wird es, wenn man sich dem nicht entziehen kann, weil man tagtäglich damit umgehen muss auf der Arbeit. Noch schwieriger wird es, wenn "der Borderliner" das beschriebene mit mehreren Personen macht und die gegeneinander ausspielt. Dann nennt man das in der psychiatrischen Pflege "spalten". 

Ich will nicht unterstellen, dass er/sie/es das absichtlich tut, mit dem Ziel ein Pflegeteam zu spalten. Eher aus dem Grund, das er/sie/es einfach etwas bestimmtes erreichen will. Ähnlich dem Kind, dass immer zu Mama geht, wenn es Schoki will, aber wegen den 10Euro lieber den Papa fragt. 


Dieses manipulative und spaltende Verhalten wird ab dem Punkt dann auch richtig interessant für den Patienten. Was der Patient braucht, sind klare Strukturen und ein Team das einheitlich auftritt. Er möchte wissen woran er ist. Du diese manipulativen Aktionen erreicht er kurzfristig ein begehrtes Ziel, sichert sich damit aber auch das durchbrechen von Strukturen die er eigentlich braucht.


Interessante Dynamik.


Ein Beitrag aus der Reihe: Dinge die ich in den letzten Tagen nicht nur über mich selbst lernte.


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Borderline - was darfs denn sein?

Im Alltag legt man so seine Schwerpunkte. Man beobachtet die Leute aus einem bestimmten Blickwinkel, von einem bestimmten - theoretischen - Punkt aus. Jeder kennt das: Frisch gebackene Schwangere sehen überall ganz viele andere Schwanger. Leute in der Trennung serhen vielleicht überall nur noch Pärchen. Du hast ein paar neue oberstylische Schuhe gekauft? Vielleicht siehst du auf einmal viele mit den gleichen Schuhen.

Von mir und meinem Bekanntenkreis kenne ich auf den Pflegeblickwinkel. Wir gehen durch die Hauptstraße und sehen Krankheiten. Die eine erkennt Leberkrankheiten, weil sie auf einer chirurgischen Station arbeitet und damit oft zu tun hat. Die andere sieht überall Kinder mit fehlenden Körperteilen, weil sie in der Orthopädie arbeitet. Ich sehe Leute die Probleme haben. Vielen kann man ansehen das sie bestimmte Psychopharmaka nehmen. Andere würden das nicht erkennen. Bei mir mag das wohl daran liegen, dass ich in der Psychiatrie arbeite.


Hier gibt es einige ganz ausserordentliche interessante Störungen, Episoden, Kompetenzen und Ressourcen (oder wie man es auch nennen mag). Immer wieder faszinierend finde ich die Borderline Persönlichkeitsstörung - oder kurz, weil das so trendy ist, die BPS. Die Störung bildet zwar eine eigene Krankheit und füllt unwahrscheinlich viele Bücher. Aber irgendwie ist bei dieser Störung von allem etwas dabei. Ein bisschen Manie und Depression, ein bisschen Depersonalisation (fehlender Bezug zum Körper), ein bisschen Dissoziation (fehlender Bezug zu Raum/Zeit), ein bisschen Essproblematik und ein bisschen Geltungsbedürfnis aus dem narzistischen Bereich und ein bisschen Angststörung, sowie ein bisschen Zwangsstörung. Irgendwie ein bisschen Rundumschlag. Bei dem einen ist jenes mehr ausgeprägt, bei dem anderen etwas anderes. Manche gehen sogar soweit zu behaupten, dass sie alle selbstverletzen würden und Drogen nehmen. Das tun sicherlich einige, aber dass es alle tun ist ja nun völliger Quark.


Was ich damit eigentlich sagen will? Das ich es faszinierend finde wie mannigfaltig und individuell die Ausprägungen der Störungsbilder hier sind. Kommt also alle in die Psychiatrie! Es ist schön hier :)

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DBT nach Linehan.

Wer sich ein wenig für Psychologie+Psychiatrie interessiert wird sie vielleicht kennen. Die Dialektisch-Behaviorale Therapie nach Marsha Linehan. Eine Therapie entwickelt speziell für Menschen mit einer Borderline Persönlichkeitsstörung. Ich selbst bin eh fasziniert von psychischen Krankheiten und die Therapieansätze dazu. Ich habe also im vergangenen Monat (dank mangelnden Internetzugangs + Arbeitslosigkeit) genug Zeit dazu gehabt mir mal ein paar Dinge zu Gemüte zu führen. Unter anderem auch ein Buch zur DBT, welche auf einem sogenannten Fertigkeitstraining beruht. Ich möchte die Notizen die ich mir während des Lesen gemacht habe, niemandem vorenthalten. Also lest selbst: (das Ganze gibts auch nochmal als pdf unter "Misc")

DBT - Dialektisch Behaviorale Therapie
Stichworte

* kognitiv-behaviorale Therapie
* 1. Psychotherapie die Erfolge ausweisen konnte
dialektisch: 1. Wesen der Realitaet
2. Art des Dialoges + Beziehung i. d. Therapie
* Emotionsregulation als zentrales Problem der BPS
-> Folge von emotionaler Vulnerabilitaet + maladaptiver + inadaequater Strategien im Umgang mit Emotionen
* Emotionale Vulnerabilitaet:
1) hohe Empfindsamkeit ggueber emotionalen Stimuli
2) intensive Reaktion
3) langsame Rückkehr zu emotionalem Grundniveau

-> Faehigkeit: Steuerung von Emotionen
1) unangemessene Verhaltensweisen/Reaktionen hemmen
2) Erregung selbst verringern
3) Aufmerksamkeit waehrend intensiver Gefuehle fokussieren koennen
* parasuizidale Handlungen koennen schmerzhafte Gefuehle verringern, indem sie eine intensive Ablenkung von ihnen schafft
*Leere: Gefuehl von Betaeubung, das mit gehemmten Gefuehlen verbunden ist
*erfolgreiche Beziehungen erfordern die Faehigkeit Gefuehle auf angemessene Weise regulieren und emotional belastende Situation ertragen zu koennen

1.) Innere Achtsamkeit
* psychologische Varianten von Mediationsuebungen
* Was - Fertigkeiten:
1) Wahrnehmen: Ereignissen + Emotionen zuwenden, ohne zu versuchen ihnen auszuweichen, wenn sie schmerzhaft sind, oder sie festzuhalten, wenn sie angenehm sind
2) Beschreiben: Wie ist die Situation wirklich; Gedanken + Gefuehle nicht woertlich nehmen. D.h. nicht als Wiederspiegelung von tatsaechlichen Ereignissen zu verstehen
3) Teilnehmen: keine staendige Betrachtung der eigenen Person
-> ganz am Hier + Jetzt der Situation teilnehmen
-> Achtsamkeit ist Teilnehmen mit Aufmerksamkeit
*Wie - Fertigkeiten:
1) eine Situation beobachten; sich ggfalls einbringen; aber nicht bewerten
2) Konzentriert: Aufmerksamkeit + Bewusstheit auf die Aktivitaet des ggwaertigen Moments richten.
-> Aufmerksamkeit nicht zwischen verschiedenen Aktivitaeten aufteilen
3) Wirkungsvolles Handeln: nicht mit dem beschaeftigen was richtig oder falsch ist, sondern mit dem was i.d. Situation erforderlich ist


2.) Training der interpersonellen Wirksamkeit
* Veraenderungen, die man sich wuenscht, auch erreichen
1) Beziehungen pflegen, um sie im Gleichgewicht zu halten
2) Persoenliche Ziele + Anforderungen anderer in Gleichgewicht bringen
-> Prioritaeten setzen + Kompromisse aushandeln
-> STRUKTURIERUNG!!
3) Verhaeltnis von Wollen + Sollen ins Gleichgewicht bringen
* Wollen: Dinge, die ich tun will, weil sie Spass bringen
* Sollen: Dinge, die ich aus irgendwelchen Gruenden tuen muss
4) Selbstachtung + Kompetenz entwickeln + steigern
* Kompetenz: Erwerb durch Handlungen, durch welche ich mich
wirkungsvoll + erfolgreich fuehle
*Selbstachtung: Erwerbe ich, wenn ich fuer mich selbst einstehe, eigene Meinung + Ueberzeugung aeussere. Wenn ich tue was ich fuer richtig und gut halte
2 Arten zwischenmenschlicher Faehigkeiten:
1. Um etwas bitten, Forderungen stellen, Diskussionen anregen
2. Nein sagen, Druck stand halten, an einer Meinung/Ansicht festhalten
* Was habe ich dafuer zu tun?
A.) Orientierung auf das Ziel
* Faehigkeit fuer meine Rechte einzustehen, sodass ich auch
ernstgenommen werde
* F. andere so zu bitten, dass die der Bitte auch [gerne] nachkommen
* F. ungerechtfertigte/unerwuenschte Bitten + Forderungen zu
verweigern und daran festzuhalten
* F. interpersonelle Konflikte zu loesen
* erreichen, dass die eigene Meinung respektiert wird
B.) Orientierung auf die Beziehung
* F. sich so zu verhalten, dass Ggueber mir das geben moechte worum ich bitte, oder dass er Ablehnung positiv aufnimmt
* F. unmittelbare Ziel so zu vereinbaren, dass es fuer die Beziehung langfristig gut ist
C.) Orientierung auf die Selbstachtung
* Verhalten stimmt mit meinem moralischen Empfinden ueberein
* Verhalten gibt mir ein Gefuehl persoenlicher Kompetenz
Richtlinien :
A.) Zielorientierung - wichtige Fertigkeiten:
* beschreiben, ausdruecken, auf Wuenschen beharren, verstaerken, achtsam bleiben, Selbstsicherheit zeigen, verhandeln
B.) Beziehungsorientierung:
* freundlich sein, keine Angriffe * Drohungen, keine Werturteile, Interesse zeigen, anerkennen, Leichtigkeit
C.) Orientierung auf die Selbstachtung
* Fairness, keine Rechtfertigungen, eigene Werte, Aufrichtigkeit
+ Zielorientierung: das was ich moechte und das was andere moechten sollte im Gleichgewicht gehalten werden
+ Beziehungsorientierung: diese Fertigkeit verwenden, wenn sie wirklich notwendig sind; bei Seite legen wenn Haerte + Direktheit notwendig sind

3.) Training der Emotionsregulierung

1) Gefuehle identifizieren und erkennen
-> Beobachtung und Beschreibung:
* der ausloesenden Situation fuer das Gefuehl
* Interpretation der Situation
* phaenomenologisches Erleben + koerperliche Wahrnehmung
* Verhaltensweisen, die Gefuehl ausloesen
* Auswirkung des Gefuehls

2) Hindernisse fuer das Veraendenvon Gefuehlen identifizieren
-> Funktion von Gefuehlen:
* Beeinflussung + Kontrolle anderer
* Bestaetigung der eigenen Wahrnehmung + Interpretation von Ereignissen

3) Verwundbarkeit ggueber schmerzhaften Gefuehlen verringern
* ausgewogene Ernährung
* Schlafhygiene
* Bewegung (Kraft- +Ausdauertraining)
* keine Drogen
->Selbstdisziplin

4) Positive Ereignisse haeufiger werden lassen

5) Achtsamkeit fuer ggwaertige Gefuehle steigern
-> Gefuehle wahrnehmen, keine Beurteilung, keine Unterdrueckung

6) Techniken zur Stresstoleranz anwenden

7) ggwaertigen Gefuehlen entgegen handeln
* Konfrontation, in die Situation hinein gehen
* aktiv werden


4.) Stresstoleranz
A) Faehigkeit, Krisen auszuhalten
B) F., Leben anzunehmen, wie es gerade ist
* emotionales Leid laesst sich nur verringern, indem man es erlebt, ertraegt und annimmt

A)
1) Krisenueberlebensstrategien
a) Ablenkung
* aktiv werden
* andere unterstuetzen
* Situation mit denen anderer vergleichen
* Gefuehle durch weniger negatives ersetzen
* Gedanken an die Situation blockieren
* mit anderen Gedanken ablenken
* intensive Koerperempfindungen (Eis...)
b) sich beruhigen
c) Augenblick veraendern
* Veranderung der Selbsteinschaetzung (Ermutigung)
* Einschaetzung der Situation
* Entspannung, Beten
* Konzentration auf eine Sache
* Phantasie einsetzen
* Sinn + Bedeutung herausfinden
* Urlaub vom Erwachsensein
d) an Pro + Contra denken - Situation abwaegen
2) Atemuebungen
* tiefes Atmen
* Atem mit Fussschritten messen
* Atem zaehlen
* Atem folgen beim Musikhoeren
...
3) Uebungen zum leichten Lacheln
* leichtes Laecheln beim Erwachen am Morgen
* lL in freien Augenblicken
* lL bei Gereiztheit
* lL im Sitzen
* lL bei der Betrachtung des Menschen, den man am meisten hasst oder verachtet
B)
1) Radikales Annehmen
*verwandelt Leiden in Schmerzen
2) Entscheidung fuer einen neuen Weg
3) Innere Bereitschaft statt aeusserem Wollen
* innere Bereitschaft: annehmen, was ist; angemessen reagieren; tuen was moeglich + noetig ist
* aeusseres Wollen: Willen der Realitaet entgegen setzen; alles festhalten wollen, weigern notwendiges zu tun; Gegenteil des Handelns entsprechend dem Moeglichen
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Menschliche Abgründe

Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder sie kennt, der eine mehr und der andere weniger, aber jeder war schon mal dort, stand oben auf dem Felsen und hat zumindest einen Blick in die Schlucht geworfen. Einige sind runtergefallen, manche konnten sich noch irgendwo festhalten. Für Andere stand im richtigen Moment jemand an der Seite um sie festzuhalten. Und für wieder andere kam alles zu spät und sie stürzten bis ans Ende.

Und einige können sich nicht vorstellen was es heißt in die Schlucht gestolpert zu sein, manche wollen es nicht wissen und leugnen jegliches Wissen dazu. Für all diejenigen und alle die es noch nicht gesehen haben, oder noch einmal sehen wollen, gibt es hier endlich meine Facharbeit aus der Bildenden Kunst vom letzten Jahr über eben ein solches Thema.

Hier der Film, den ich empfehlen würde zuerst anzuschauen:

http://www.kampfkeks.net/bk-gfs.wmv

und hier gibts auch noch die Fotos plus extra Information zum Thema, leider is die Qualität nich der Burner, aber man kann sich anschaun

klick
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