SRH

Zusammenfassung zur Rechtspsychologie

Am Freitag steht noch eine Klausur an, von 4 Fallarbeiten muss ich noch 1,5 schreiben, wobei wir eine noch nicht mal erhalten haben, was zum Abschluss meiner SRH-Zeit einfach nur ein Sinnbild für die Organisation ist. Mein Wunschdenken war, am Freitag mit der Klausur auf die Fallarbeiten abzugeben und mich dann den Umzugsvorbereitungen und meinen Freunden zu widmen. Mal sehen, ob das noch klappt. Das Themenspektrum für die Klausur wirkt auf den ersten Blick divers und breit gefächert, auf den zweiten Blick haben sie die Inhalte der Vorlesungen stark überschnitten, sodass der inhaltliche Umfang den es zu lernen gibt, erstaunlich gering ist. Zumal man das relevante ja ungefähr 509-mal gehört hat und es vermutlich nie wieder vergisst. Da kann man auch schonmal die §§ 20, 21 StGB grüssen.

Wenn ihr auf den Link klickt kommt ihr in den Bereich für Rechtspsychologie und findet dort kleine Zusammenfassungen zu den Themen Aussagepsychologie, Viktimologie, Forensische Sozialarbeit, die Erstellung von Schuldfähigkeits- und Prognosengutachten und zur Beurteilung psychopathologischer Symptome nach dem AMDP-System mit Bewertungsbogen.
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Wer noch freie Kapazitäten hat, möge sich bitte im Sekretariat melden.

Vergangene Woche wurden wir zu unserer Zufriedenheit mit dem Studium gefragt, bzw. ob es irgendwelche Kritikpunkte gab. Einige - auch ich - nutzten die Gelegenheit um zu sagen, was sie an Planung, Vorlesungen und Inhalten des bisherigen Studium nicht so gut fanden.

Ich gab (neben anderen Dingen) zu bedenken, dass die Zeit die wir in der Hochschule in Vorleserung oder Seminaren verbringen wesentlich besser genutzt werden und mit mehr Inhalten angereichert werden könne. Auch wenn die Hochschule den starken Anwendungsbezug immer wieder hervorhebt, sei es doch im Rahmen eines Master of Science Studiengangs schon wünschenswert auch eine gute theoretische Basis vermittelt zu bekommen. Ich sagte auch, dass ich Willens bin für meinen Studium Zeit und Muße zu investieren, ich aber derzeit unzufrieden sei, da die Inhalte die wir vermittelt bekommen überwiegend derart oberflächlich sind, dass eine Nachbearbeitung zu Hause kaum möglich ist, da man gar nicht so genau weiß wo man ansetzen soll.

Die logische Antwort seitens der Hochschule darauf war: Wenn ich noch freie Kapazitäten hätte, sei ihr gern im Büro gesehen. Es gäbe noch einige Forschungsarbeiten zu denen Paper geschrieben werden müssten.

Öhm Tja. Was soll man dazu noch sagen? Am Besten vermutlich gar nichts. Ein dummer Gesichtsausdruck tut es manchmal ja auch.

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10 Wochen Präsenz.

Ich habe versprochen nach zehn Wochen Präsenzstudium ein Resümee zu ziehen. Zu evaluieren gewissermaßen. Soviel vorweg: Es wird nun sicherlich kein Propaganda-alles-ist-super-Bericht folgen.

Vor zehn Wochen bin ich motiviert und euphorisch in den Master Rechtspsychologie gestartet. Ich wart voller Tatendrang und gespannt darauf wie es ist in Vorlesungen zu sitzen und seinen Dozenten sehen zu können und in den Vorlesungen Rückfragen stellen zu können. Ich war voll großer Erwartungen. Erwartungen dass mein Hirn angefüttert wird mit Informationen, Daten, Theorien und Inhalten. Freute mich darauf in die Grundlagen der Rechtspsychologischen Diagnostik, Psychopathologie einzusteigen und erste rudimentäre Kenntnisse zur Befund- und Gutachtenerstellung zu erhalten. Und ein ganz klein wenig freute ich mich sogar auf den Statistik-Kurs.

Der Statistik-Kurs "Testen und Entscheiden" entpuppte sich im Großen und Ganzen als Wiederholung der Inhalte aus dem Bachelor. Wer an der FernUni studiert hat wird hier inhaltlich kaum etwas neues erfahren, bekommt aber die Möglichkeit die Dinge zu wiederholen. Schön war die Möglichkeit den Umgang mit SPSS an den Hochschul-Laptops einzuüben. Aber ganz ehrlich: Weniger SPSS-Syntax-Eingabe und mehr Übungen zu den eigentlichen Inhalten. Mehr Übungen wie man SPSS-Ausgaben interpretiert, als die Übungen wie man einen Code von der Tafel in sein eigenes Gerät abhackt. Die Prüfung hatte dann erstaunlich wenig mit den Inhalten zu tun, weshalb ich mir gar nicht erst die Mühe gemacht habe, diese zu Wiederholen. Aber der Praxisbezug in der Prüfung hat mir gefallen. Es ging um ein methodenkritisches Fachgespräch über eine Studie die man sich selbst aussuchen durfte. Bei den nachfolgenden Fragen bezüglich der Vorlesungsinhalte war dann halt Improvisation gefragt und ein Vertrauen auf das was beim Zuhören so hängen geblieben ist.

Kommen wir zum zweiten Teil. Der rechtspsychologischen Diagnostik. Dem Herzstück auf das die spätere Arbeit aufbaut. Naja aufbauen sollte. Denn wenn ich darauf später aufbauen will, dann bricht der vertrocknete Sandkuchen leider sofort zusammen, sobald ein zweijähriger dagegen pustet. Wirklich was gelernt habe ich in Psychopathologie und könnte jetzt ein strukturiertes klinisches Interview mit einem Patienten oder Probanden durchführen. Zumindest solang er etwas geduldig mit mir ist. Ich weiß über Depressionen, Schizophrenien, Substanzgebrauchsstörungen und Persönlichkeitsstörungen nun mehr als vorher und somit ist das Ziel erreicht. Dieses Seminar ist nun wirklich hervorzuheben!

Und dann mache ich doch einfach mal in absteigender Reihenfolge weiter. Es gab noch zwei Tagesseminare. Das eine sollte eigentlich ein 2-Tages-Seminar werden, aber leider gab es seitens der Stundenplanung organisatorische Defizite. Also gab es hier nur einen Tag und am Ende des Tages sollten wir einen Test schreiben, für den eigentlich die Inhalte von beiden Tagen vorausgesetzt waren. Sagen wir einfach: Das Problem wurde zu allseitigen Zufriedenheit gelöst. Der Dozent des anderen Seminars war eine echte Erscheinung. Inhaltlich kam hier auch ordentlich was rüber, sodass ich nachmittags um 17 Uhr wirklich erschöpft das Gebäude verlassen habe. Auch hier wurde die Notengebung kreativ gelöst, da der Dozent leider zu kurzfristig erfahren hatte, dass er uns abprüfen sollte.

Interessant und durchaus unterhaltsam waren die Seminare die sich auf die Praxis der Gutachtentätigkeit bezogen und hier Grundlagen im Umgang mit Probanden und Zielsetzungen von Gutachten vermitteln sollte. Sagen wir mal so: Inhaltlich hätte man hier sehr viel mehr herausholen können. Auf der gleichen Stufe rangiert ein englischsprachiges Seminar in dem wir eigentlich die Anwendung zweier psychologischer Tests einüben sollten (zumindest ist davon auszugehen, wenn einem diesbezüglich Unterlagen im Vorfeld zuzuschicken sind). Es ging um Sexualstraftäter und Serienkiller aller Art. Einteilung der Pädophilien, was sind Paraphilien und welche Unterschiede in der Persönlichkeit gibt es zwischen den Gruppen von Sexualstraftätern. Auch hier gilt: Es war unterhaltsam und interessant, kognitiv aber eher wenig fordernd. Die Motivation seitens des Dozenten eine Prüfleistung abzunehmen hielt sich eher in Grenzen.

Bleibt zum Schluss noch eine Vorlesungsreihe übrig. Um was sollte es darin inhaltlich eigentlich gehen? So wirklich klar ist mir das immer noch nicht. Ich vermute seine Zielsetzung war es uns erste Schritte des Gutachtenprozesses und der Gutachtenerstellung nahe zu bringen. Leider versagte der Dozent schon bei der Unterscheidung von Gutachten und Befund. Eine Unterscheidung, die man als Gutachter - ziemlich sicher - treffen können sollte und auch in der Lage sein sollte diese dann so zu vermitteln, dass der Gegenüber sie versteht. In diesen Vorlesungen wurde ein großer Anteil meiner Lebenszeit verplempert mit viel zu langen Vorträgen über unerhebliches. Was sehr ärgerlich ist, zumal wir für unsere Zeit dort viel Geld bezahlen. Die Prüfleistung sollte zu Beginn des Semesters die Erstellung eines Befundes sein - so sagte er zumindest. Eine Woche vor der Prüfungswoche - sprich: vergangene Woche - stellte sich dann heraus, dass dem nicht so ist. Wir machten einmal eine Übung dazu. Anstatt uns jedoch den 24-seitigen Befund im Voraus zukommen zu lassen, so dass wir ihn zu Hause durchlesen können, wurde eine halbe Stunde für Erklärungen verplempert, dass wir diesen Text nun lesen sollen und weitere 1,5 zum lesen des Textes. Übrig blieben am Ende 45 Minuten um die Prüfungsfragen stichwortartig durchzusprechen und uns mitzuteilen dass wir als weitere Aufgabe in der eigentlichen Prüfleistung noch vier psychologischen Testungen auszuwerten hätten. Pro Test bedeutet dies 2-3h Zeit zum auswerten. Muss ich noch dazu sagen, dass wir in den vergangenen zehn Wochen nicht einen einzigen Test ausgewertet haben? Aber wir sollen im Rahmen dieser Prüfleistung auch eine Delikthypothese erstellen, deren Zusammensetzung und Bestandteile und Generierung uns weitgehend unbekannt ist. Als Sahnehäubchen für eine 1,x soll zum Schluss die Frage nach indizierten Interventionen stehen. Die könne aber nur wirklich beantwortet werden, wenn man bereits Erfahrungen hätte oder sich eingelesen hätte. Ihr könnt euch denken, dass wir auch hierzu keine Einheiten hatten. Um dieses Seminar kurz zusammenzufassen: What the fuck!?

Das Seminar "Wissenschaftliches Arbeiten" läuft ausser Konkurrenz. Es war ein nettes Angebot, von dem ich nur einige Sachen wahrgenommen habe, unter anderem die Erstellung eines Posters. Das war ganz spaßig.

Es ist schon sehr schade, dass einem viel Geld abverlangt wird, die Qualität der Lehre dann aber nicht über eine Unter-Mittelmaß Universität hinaus kommt. Da kann man noch soviel seinen Praxisbezug hervorheben. Um einen Master of Science zu vertreten, reicht es aber eben nicht aus einfach Statistik I und II im Curriculum aufgenommen zu haben. Da sollte auch in den anderen Seminaren mehr Wissenschaftsorientierung rüber kommen. Da können einem Definitionen und Bestimmungsstücke von wasauchimmer ja schon gern zum Hals raus hängen. Aber die gehören nunmal zu den Grundlagen. Und ich habe in den letzten Wochen keine einzige Definition zu (rechts-)psychologischer Diagnostik, Befund oder Gutachten gehört. Leider.

Wenn ich versuchen soll, dass in Schulnoten auszudrücken…:
- Testen und Entscheiden käme auf eine 2,5
- Psychopathologie: 1,5
- Die Tagesseminare zusammengefasst: 2,0
- Praxis des Gutachters: 3,0
- Sexualstraftäter: 3,0
- Grundzüge der Gutachtenerstellung: 5,0
- Gesamtorganisation: 3,0

Im Gesamten wird so eine 2,86 erreicht. Ich sach mal so: Für den Preis könnte es besser sein.

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Dies ist ein Vollzeitkontaktstudium.

Vollzeitkontaktstudium und CORE-Prinzip sind die Unwörter des Jahres.

Und wenn ich mir dann noch öfter anhören muss, dass es eine Frage meiner Prioritätensetzung sei, und mich dann nun schonmal fragen müsse, ob mir das Studium und die Inhalte und der Kontakt mit irgendwelchen Hochkarätigen Personen wichtiger sei, oder meine Arbeit. Unter völliger Ignoranz der Tatsache, dass dieses Studium einen Arsch voll Kohle kostet jeden Monat. Ist ja schön wenn er die finanzielle Freiheit hat, sich derartige Prioritäten zu setzen. Wenn man die nicht hat, muss man halt schon schauen wo das Geld herkommt. In der Regel von einem Arbeitgeber. In der Regel möchte der Arbeitgeber dann auch, dass ich hin und wieder mal zur Arbeit erscheine, wenn er mich schon bezahlt. Und da mag der Arbeitgeber noch so flexibel sein, aber irgendwann wird auch er dir sagen, dass es ja schön sei, wenn man sich beruflich weiter entwickeln würde, dass man sich dann aber schon überlegen müsse ob man denn nun Geld verdienen wolle oder nicht. Soll heißen: Auch der fragt mich wieder nach meinen Prioritäten.

Und wisst ihr was: Ihr könnt mich alle mal. Meine Prioritäten liegen zu allererst mal darin genügend Geld mit einem Job zu verdienen der mir in ausreichendem Ausmaß Spaß macht. Meine Priorität ist, mit dem verdienten Geld meine Freizeit schön zu gestalten und viel von der Welt zu sehen. Also wäre es schön wenn alle mal wieder von ihrem hohen Ross herunter kämen, ihre eigene Profession weniger wichtig nähmen und sich eingestehen, dass ihre Motive zwar ehrenwert sein mögen, aber dass es eben ihre eigenen Motive sind und nicht notwendigerweise mit denen anderer Leute übereinstimmen. Und sie müssen das auch gar nicht. Was dem einen ein großes Lebensziel und Bedürfnis ist, muss nicht in gleichem Maße auch für mich gelten.

Genug Mimimi und Gemotze.

Die Marketingabteilung hat mich vor kurzem angefragt, ich möge doch auch positive Dinge über das Studium an der SRH schreiben. Well… Das werde ich sicherlich auch tun. Aber motzen ist schlicht und ergreifend etwas, was ich viel besser kann. Und ganz nebenbei halte ich das für den deutlich unterhaltsameren Part. Aber keine Sorge: Bald ist Weihnachten und dann gibts mit Erhalt der ersten Noten den Rückblick auf den ersten Block (nach dem CORE-Prinzip natürlich).

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Rechtspsychologie - was mach ich da eigentlich?

Eiiiiigentlich würde ich wirklich liebend gerne erzählen wie das Masterstudium in Rechtspsychologie so läuft. Aber eigentlich studiere ich gefühlt gerade nur Statistik. Um mich herum schwirren Formeln, die ich im besten Falle nur zur Hälfte verstehe, Regressionsgeraden und Koeffizienten der Veränderungsmessung. Dazwischen noch ein bisschen alpha und beta, aber in jedem Falle ganz viel Effektstärke. Wenn ich schon nicht so viel von der Materie verstehe, so hab ich immerhin mitbekommen um welche Themen es geht. Man soll sich ja über die kleinen Dinge freuen. Ausserdem ist es an Weihnachten auch erstmal wieder vorbei mit der Statistik. Ein Ende ist also absehbar.

Und ansonsten? Gott sei dank werden wir nicht nur mit mathematischen Formeln beworfen, sondern bekommen auch erste Einblicke in die rechtspsychologische Praxis. Welche Aufgaben hat der psychologische Dienst in einer Strafanstalt, worauf muss der Sachverständige beim Erstellen eines Schuldfähigkeitsgutachten besonderes Augenmerk legen. Welche Art von Gutachten soll überhaupt gemacht werden? Schuldfähigkeit, Haftfähigkeit, Aussagefähigkeit oder doch Erziehungsfähigkeit? Und in welcher Reihenfolge geht man bei der Gutachtenerstellung überhaupt vor, was gehört dazu?

Ich bin mir sicher es folgen in den nächsten Wochen noch so einige fachspefizische Messinstrumente, die wir dann alle unterscheiden müssen. Und da kann man schonmal durcheinander kommen wenn man zwischen FPI, PFI oder NEO-FFI unterscheiden soll. Und was war eigentlich noch mal der Unterschied zwischen HCR-20, dem PCL-R und dem IRLV?

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