Borderliner können richtig gut...

attention_manipulation



via: http://suboptimales.wordpress.com/licht-an/

...manipulieren. Und das meine ich irgendwie im positiven Sinne.
In der freien Welt dort draussen, wird immer wieder auf den verschiedensten Menschen herum gehackt. Oft genug habe ich auch mitbekommen, dass gerade auch Borderliner ihr Fett wegkriegen, als asozial, nicht umgänglich, und therapieunfähig. Stempel: Unheilbar krank und gestört.

Was davon wahr ist? Sie sind schwierige Patienten, aber das sind alle auf ihre Art. Das sie Therapieresistent und überhaupt nicht therapierbar sind stimmt nicht. Das wissen mittlerweile sogar einige. Sie sind keine hoffnungslosen Fälle. Die Arbeit mit ihnen ist sicherlich anstrengend, teilweise kompliziert und bisweilen auch sehr Nervenaufreibend. Das will ich gar nicht abstreiten. 


Jede Erkrankung hat ihre problematischen Seiten. Mit problematisch meine ich Wahrnehmungs- und Verhaltensweisen die dem Betroffenen selbst ein 'normales' alltägliches Leben beinahe unmöglich machen. Wie jeder Mensch gibt es Dinge die sie besser können, ebenso wie Dinge die sie weniger gut können.


Und was Patienten mit einer Borderline Persönlichkeitsstörung so richtig gut können - quasi in Perfektion - ist die Manipulation. Den Gegenüber dazu bringen, Dinge zu tun, die im Sinne des Manipulierenden sind, aber häufig nicht im Sinne des Manipulierten.


Das fiel mir selbst erst kürzlich bei der Arbeit mit einem solchen auf. Ich unterhielt mich über eine Kleinigkeit, von der ich gerne gehabt hätte das "der Borderliner" sie erledigt. Ich fing an zu diskutieren. Ich fing an meine Meinung zu ändern. Ich merkte: "Ey, ich wollte gerade noch was ganz anderes, jetzt werde ich dazu gebracht, genau das Gegenteil zu wollen" Ich beendete die Diskussion.


Das ist okay, wenn man solche Situationen im Privatleben hat. Dann kann man einfach gehen und aufhören sich damit auseinanderzusetzen. Aufhören sich mit "dem Borderliner" auseinanderzusetzen. 

Schwieriger wird es, wenn man sich dem nicht entziehen kann, weil man tagtäglich damit umgehen muss auf der Arbeit. Noch schwieriger wird es, wenn "der Borderliner" das beschriebene mit mehreren Personen macht und die gegeneinander ausspielt. Dann nennt man das in der psychiatrischen Pflege "spalten". 

Ich will nicht unterstellen, dass er/sie/es das absichtlich tut, mit dem Ziel ein Pflegeteam zu spalten. Eher aus dem Grund, das er/sie/es einfach etwas bestimmtes erreichen will. Ähnlich dem Kind, dass immer zu Mama geht, wenn es Schoki will, aber wegen den 10Euro lieber den Papa fragt. 


Dieses manipulative und spaltende Verhalten wird ab dem Punkt dann auch richtig interessant für den Patienten. Was der Patient braucht, sind klare Strukturen und ein Team das einheitlich auftritt. Er möchte wissen woran er ist. Du diese manipulativen Aktionen erreicht er kurzfristig ein begehrtes Ziel, sichert sich damit aber auch das durchbrechen von Strukturen die er eigentlich braucht.


Interessante Dynamik.


Ein Beitrag aus der Reihe: Dinge die ich in den letzten Tagen nicht nur über mich selbst lernte.


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