Huch! Status: Normalmensch

Und dann ist da vergangene Woche etwas passiert, mit dem ich ja so bald nicht mehr gerechnet habe. Da stellte ein Mann eine Frage an eine Frau und am Ende der Woche war da Gleichstellung. Wie konnte das denn passieren?

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Damals als ich ernsthaft darüber nachdachte meine damalige Freundin zu heiraten, war zugleich auch ganz klar für mich, dass ich mich zwar binden wollte, aber nicht zu dem Preis einer minderwertigeren Lösung in Form einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Gut. Am Ende kam es dann für mich auch ganz anders, aber das ist eine andere Geschichte.

Was diese irre Idee einer eingetragenen Lebenspartnerschaft eigentlich sollte, dass war mir nie so ganz klar. Es gibt wenige Begrifflichkeiten die weniger unsexy, unromantischer und bürokratischer geklungen hätten als die eingetragene Lebenspartnerschaft. Aber man entschied sich dafür. Und eigentlich war das ja auch recht passend. Man wollte nicht dass Frau und Frau (respektive Mann und Mann) der Bindung zwischen Frau und Mann gleichgestellt ist. Man wollte eine Unterscheidung haben. Man wollte sich abheben können von "andersartigen Lebensformen". Sich besser stellen und der Ehe und damit auch den damit verbundenen Menschen mehr wert zusprechen. Die eingetragene Lebenspartnerschaft im alltäglichen Sprachgebrauch dann durch Homo-Ehe zu ersetzen, empfinde ich persönlich als noch viel ekliger. Homo-Ehe bringt es allen einfach nochmal mit aller Härte vor Augen: Homos sind nicht gleich Heteros. Ja gut. Sind sie auch nicht. Immerhin lieben sie das gleiche Geschlecht und man sollte berechtigterweise als Frau (Mann) immer Angst haben, dass die Lesbe (der Schwule) im Raum einen unwiderstehlich findet und sich aus dem Hinterhalt auf einen stürzt. Das sind ernsthaft Bedenken mit denen man konfrontiert wird! Und es bei weitem nicht so, dass die gleichen Personen Angst davor hätten von einem gegengeschlechtlichen Menschen auf die gleiche Weise bedrängt zu werden. Es ist absurd! Und ich komme vom Thema ab.

Die eingetragene Lebenspartnerschaft oder auch Homo-Ehe ist für mich ein Affront gewesen. Ähnlich einer Situation an der ein umfangreiches Festessen stattfindet, und das Personal darf die Reste essen. Natürlich freut sich auch das Personal, dass es heute leckere und aussergewöhnliche Häppchen verputzen darf. Natürlich ist auch der Akt der Verpartnerung ein schönes Ereignis, das besonders gewürdigt und gefeiert wird. Es setzt ein Zeichen, dass zwei Menschen sich aufeinander festlegen, füreinander da sein und sorgen wollen. Aber sie sind in ihrer Partnerschaft nicht gleichgestellt. Und das gibt mir persönlich den widerwärtigen Beigeschmack von Menschen zweiter Klasse. Das hält Grenzen und Ängste im Kopf aufrecht, die dort nicht sein müssten.

Und nun bin ich erstaunt… oder irritiert… dass ein Mann mit einer einzelnen Frage (und einer Antwort, deren Sinn und Inhalt ich auch nach mehrmaligem lesen nicht erschließen konnte) zu einer raschen Diskussion und noch rascheren Abstimmung geführt hat. Der Mann selbst sei übrigens tatsächlich enttäuscht, dass die konservative Kanzlerin gegen den Einbezug homosexueller Paare in die Ehe gestimmt hat. Kopfschütteln meinerseits und die Frage: Was genau erwartet man von einer konservativen CDU Politikerin? Naja. Nicht mein Problem. Ich freue mich. Alle Verpartnerten, in einer Homo-Ehe befindlichen Paare können in ein paar Monaten aufs nächstgelegene Amt gehen und sich in eine Ehe umtragen lassen. Niemand kann sich dann mehr neu verpartnern lassen. Alle dürfen heiraten. Ein bisschen spät, aber es ist ja auch bisschen müßig sich jetzt darüber aufzuregen. Und dann verschwinden hoffentlich bald die unsäglichen Begriffe Homo-Ehe und eingetragene Lebenspartnerschaft.

Und wir sind alle ganz normale Menschen.

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