Enlager: Alter.

Ich bin gerade soeben, im Altersheim eingesetzt. Politisch korrekt: Pflege- und Altenheim. Naja.
Die Wahl der Schule traf auf das St. Hedwig in Handschuhsheim.
Die Leute dort sind echt sehr sehr nett. Also die Kollegen auf Zeit die ich dort kennenlerne. Die kümmern sich auch ehrlich liebevoll. Mir scheint ich bin in einem der besseren Heime Heidelbergs gelandet.
Die Arbeit mit den Senioren dort... Nun ja. Es ist viel Pflege: von den 30 Bewohnern sind 3 oder 4 noch klar im Kopf, und brauchen einfach ein wenig Hilfe im Alltag. Sonst sitzen viele von ihnen den Tag über im Speisesaal, singen vor sich hin, oder rufen irgendetwas. Es ist anstrengend. Nicht nur körperlich.

Es ähnelt vom Aufbau her irgendwie einer Jugendherberge. Viele haben ihr eigenes Zimmer, aber es gibt auch einige Doppelzimmer. Die meisten müssen morgends gewaschen und vielen muss das Essen angereicht werden.

Dank des Pflegenotstandes, der dort richtig krass zum Vorschein trifft - gerade deshalb, weil die Bewohner nicht soviel Besuch bekommen, wie beispielsweise die Kinder in der Klinik - wirkt das Heim auf mich einfach nur wie ein Endlager.

Die Arbeit dort macht mich traurig. Es ist im Prinzip einfach nur Endlager in dem die Bewohner auf ihren Tod warten. Ich möchte nie in ein solches Altenheim. Ich will auch nicht dass meine Eltern in sowas ihre letzten Tage oder Jahre fristen müssen. Da hol ich doch lieber ne polnische Schwarzarbeiterin nach Hause, die dort wohnen darf und etwas Geld bekommt, dafür dass sie sich um jemanden kümmert. Alles, wirklich alles ist besser als zum Ende des Lebens in einer Wartehalle zu landen, die sich mit der Aufschrift "Heim" tarnt.
Es ist alles mögliche diese Einrichtung, aber eines ganz bestimmt nicht: Irgendwas was die Alten und Pflegebedürftigen dort ihr Heim nennen könnten.
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