Bis an die Grenzen gehen

Es gibt Leute, die sagen, dass dieses "Grenzen austesten" mit der Pubertät abgeschlossen sein sollte.
Es gibt Leute, die sagen, es sei ungesund bis an seine Grenzen zu gehen.

Ich sehe das nicht so. Ich sehe Grenzen als etwas immens wichtiges an. Grenzen müssen erkannt werden. Grenzen müssen ausgelotet, müssen ausgetestet werden. Nur so sind wir in der Lage unseren eigentlichen Handlungsspielraum zu erkennen.

Und ja, zu diesem "Grenzen ausloten" gehört auch dazu, dass man die Grenzen ab und an überschreitet.

Ich rede nicht davon, dass man ständig Grenzüberschreitungen begehen sollte. Das man sich ständig bis aufs äußerste belasten soll. Aber zwischendurch sollte man sich schon mal die eigenen Möglichkeiten bewusst werden.

Und hier kann Parkour helfen. Oder auch jeder andere Sport. Aber Le Parkour in ganz besonderem Maße. Professionelle Traceure/ Parkourläufer, die seit vielen Jahren trainieren zeigen uns was der menschliche Körper zu leisten im Stande wäre. Sicherlich ist das nicht 1:1 auf jeden übertragbar. Auch nicht auf mich. Jeder hat seine eigenen Grenzen.

Ich habe es gerade in der vergangenen Woche erlebt. Wir alle kennen diese Fahrradständer. Stangen in einem Meter Höhe und mit knapp einem Meter Abstand. Die Distanz von einer Stange zu nächsten zu springen dürfte für kaum jemanden ein Problem darstellen. Die Distanz von Stange zu Stange zu springen, schaffen dagegen eher wenige. Und noch weniger wenn der Abstand der Stangen sich erhöht.
Nun denn. Jedenfalls trainiere ich seit einem halben Jahr. Anfangs balancierte ich nur auf diesen Stangen, lief von einer zur nächsten Stange. Beidbeinig von einer zur anderen zu springen traute ich mich nicht. Das war eine Grenze für mich. Bis letzte Woche.

Ich habe meinen Aktionsradius & Handlungsspielraum im wahrsten Sinne des Wortes erweitert. Ich weiß aber auch wo meine Grenzen sind. Ich würde sicherlich nicht auf die Idee kommen und nun eine Distanz von 2 Metern von einer Stange zur nächsten Springen. Auf dem Boden schaffe ich das möglicherweise. Aber sicherlich nicht in einem Meter Höhe. Oder gar 50cm.

Darum geht es. Bis an die Grenzen gehen. Erfahren wo die eigenen Grenzen liegen. Das man dabei ab und an die Grenzen überschreitet ist eher ungünstig, kann aber vorkommen. Je nachdem welche Grenze man austesten will, sollte man sich Hilfe dazu holen.

Das lässt sich nun natürlich auch auf den nicht-sportlichen Alltag übertragen, aber da sei nun die Kreativität von jedem Einzelnen gefragt.

Es gibt allerdings auch Leute, die bewegen sich ständig an der Grenze. Das intim Übrigen weniger gesund. Ein Körper kann unter ständiger Maximalbelastung eine zeitlang arbeiten, aber er wird unter der Last und Anspannung zusammenbrechen.

Lieber bei moderater Anstrengung bleiben und ab und zu unter Höchstspannung an die Grenzen gehen.

Und irgendwie fühlt sich das gerade an, wie eine Predigt zum Thema "starker Geist, starker Körper".... Das war so nicht beabsichtigt.

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