Nur weil er schwarz ist.

Neulich diskutiert: Filme in denen "Schwarze" eine Hand abgehackt bekommen sind politisch-moralisch bedenklich, sofern ein ebensolche mit der gleichen Hautfarbe anwesend sind.

14_g.zebra


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Nun kann man natürlich auch diskutieren was der politisch korrekte Begriff wäre. Ich bin da ja immernoch für die Einteilung in stark, mittel, wenig und kaum pigmentiert, dass hört sich für alle gleich bescheuert an. Aber darum soll es gar nicht gehen.

Grundsätzlich halte ich es für richtig und wichtig Rassismus im Auge zu behalten. Aber wenn es dann darum geht, ob man gewisse Filme ansehen darf, obwohl da einem Schwarzen die Hand abgehackt wird, dann muss ich auch zur Diskussion stellen, ob man Filme zeigen darf, in denen einem Weißen ebensolches geschieht.

Anders sieht es natürlich aus, wenn es darum geht, dass die Hintergründe der Story eventuell einzelne Personen belasten können, da hier eine ähnliche Geschichte in der Vergangenheit passiert ist. Aber das ist ein ganz anderes Thema, und wirklich gänzlich unabhängig von der Hautfarbe.

Wenn mit der Hautfarbe argumentiert wird, sehe ich hier das potentielle Problem, dass hier eine völlig inadäquate Unterscheidung getroffen wird. Auf Grund von Ängsten, dass man selbst als Rassist bezeichnet werden könnte, weil man eventuell einen Sachverhalt falsch interpretiert und einschätzt, passiert dann sowas. Man denkt zuviel darüber nach was eventuell passieren könnte, wenn man da jetzt nicht einschreitet.

Letzen Endes ist es doch so: Die Menschen auf dem Erdball gleichen sich in vielerlei Hinsicht, jedoch offensichtlich nicht in der Hautfarbe. Das ist ein Fakt. Fakt ist auch, dass schon häufig Menschen mit nicht-weißer Hautfarbe diskriminiert und schlecht behandelt wurden (und das ist wirklich sehr nett ausgedruckt). Und - wie schon gesagt - wichtig und erstrebenswert ist auch, dass sowas nicht wieder passiert. Ich glaube jedoch, dass durch solche Kleinigkeiten völlig falsche Maßstäbe angesetzt werden und Unterschiede hervorgehoben werden, die völlig irrelevant sind.

Im eingangs genannten Beispiel ging es um den Film "Blood Diamond". Dort ist einem Afrikaner die Hand abgehackt worden, nachdem er einen Diamanten klauen wollte. Liegt in der Natur der Sache, dass in Afrika auch Afrikaner auf den Feldern arbeiten und eben auch einem Afrikaner die Hand abgehackt wird. (und diese Landsleute sind nun eher selten weiß). Ein Argument gegen diesen Film war, dass ein "Deutscher mit dunkler Hautfarbe" der Gruppe sich durch das Ansehen des Films eventuell verletzt fühlen könnte, da ja einem Schwarzen die Hand abgehackt werden würde. Es wäre ja auch möglich, dass der Junge Flüchtlingsefahrung gemacht habe. Gut. Zu letzterem Argument sage ich ja gar nichts, da müssen wir hier in der Psychiatrie tatsächlich drauf achten, ob ein Film von der Story her geeignet ist. Mit der Hautfarbe hat das jedoch rein überhaupt gar nichts zu tun.

Zufammenfassend: Richtig ist, dass man auf die Inhalte achten sollte, aber man sollte dann auch darauf achten, welche Kriterien und Merkmale man zur Beurteilung dann benutzt. Ansonsten läuft man Gefahr Merkmalsunterschiede zu "akzentuieren" die für die Sache irrelevant sind.

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