Der Vorsatz.

Es war mal wieder Jahreswechsel. Und wie das zum Jahreswechsel so ist, beschleicht uns alle immer wieder das Gefühl, dass wir irgendetwas altes abschließen und ein neues Kapitel beginnen können. Das neue Kapitel wird dabei natürlich unglaublich super und groß. Und vor allem viel besser als das davor. Und damit das auch so wird, starten viele von uns mit guten Vorsätzen ins neue Jahr. Mehr Sport und mehr Gemüse essen. Weniger süß und weniger Alkohol. Und natürlich will man sich auch nicht mehr mit 'den falschen' Leuten einlassen und endlich zu sich selbst stehen. Oder zumindest so irgendwas in der Art.

Das Problem an der Sache: Was ich das ganze Jahr nicht mache, das werde ich auch im neuen Jahr nicht machen, nur weil halt grad mal Jahreswechsel war. Und so landen die Turnschuhe ganz schnell wieder im Schrank, die Schokolade kehrt wieder zurück in den Schrank und gegen den Chef der uns zu Überstunden treibt können wir uns auch nicht plötzlich besser wehren. Mist.

Doch woran liegt das? Am Vorsatz. Denn ein Vorsatz ist - wie das Wort schon sagt - der Satz der vor dem Eigentlichen kommt. Häufig sind sie in der Formulierung mit einem wollen verknüpft: "Ich will mehr Sport machen.", "Ich will abnehmen.", "Ich will mich gesünder ernähren.". Ja, schön und gut. Ich will auch 3000 Euro netto mit einer 20-Stunden-Woche verdienen. Wird aber aller Voraussicht nach in nächster Zukunft nicht passieren. Was ich damit sagen will: Wollen kann ich vieles. Ein Wollen ist auch gut und wichtig im Leben.

Zu wissen was man will, ist übrigens oft gar nicht so einfach und zumeist schon das erste große Problem. Und wer dann endlich so weit ist zu wissen was er will, hat noch lange nicht herausgefunden wie er oder sie das erreichen kann und möchte. Der Schritt vom Wollen zum Machen ist noch nicht gegangen. Um etwas zu Wollen, muss man auch erstmal wissen wohin man will. Welches Ziel man erreichen will. Und hier beginnt häufig das Problem mit den Vorsätzen: Man formuliert zwar ein Wollen, aber macht sich selbst nicht klar wo man hin will. Kein Ziel vor Augen zu haben an dem man den eigenen Fortschritt überprüfen kann, schränkt das Durchhaltevermögen ganz immens ein. Wenn ich nicht weiß wohin mich mein Weg führen soll, wie soll ich mich dann dazu motivieren ihn auch zu gehen?

Die bessere Alternative zu den guten Vorsätzen: Macht euch eine Vorstellung von eurem Ziel. Was wollt ihr dieses Jahr erreichen? Wie könnt ihr das erreichen? Was habt ihr dafür schon getan und wo müsst ihr euch noch entwickeln? Und dann einen Plan erstellen, wie es gelingen kann. Und woran könnt ihr erkennen, dass es gelingt?

Ich habe selbst keine Vorsätze für kommendes Jahr. Das letzte halbe Jahr 2018 war für mich streckenweise unglaublich anstrengend. Ich bin für jeden dankbar, der in dieser Zeit an meiner Seite für mich da war. Ich bin dankbar für die Möglichkeiten an denen ich erkennen konnte wer meine Freunde sind und wer nicht. Ich hatte Spaß dabei an meiner Masterarbeit zu schreiben und bin ein bisschen traurig darüber, dass ich aufgrund der Umstände nicht mein volles Potential dafür ausschöpfen konnte. Was ich für 2019 geplant habe beschränkt sich somit zunächst mal auf die elementaren und naheliegenden Dinge: Ich werde meine Masterarbeit im kommenden Monat fertig stellen und mich nebenbei um einen Job bewerben. Ich werde an ein paar persönlichen Baustellen arbeiten um unabhängiger zu werden und ich werde mich vom Fitnessstudio mehr aufs Bouldern verlagern. Und wenn ich das alles hinkriege, dann hab ich schon eine ganze Menge geschafft.

Ich wünsche euch ein erfolgreiches und erfüllendes 2019!



url
Bildquelle: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-01/neujahr-silvester-feuerwerk-feier-fs

blog comments powered by Disqus