Allein sein.

Neulich fragte man mich ob ich Schwierigkeiten hätte allein zu sein. Ich konnte darauf zunächst einmal keine adäquate Antwort geben. Für mich ist diese Frage nicht mit einer einfachen Ja-/Nein-Antwort umfassend beantwortet. Ich dachte also eine Weile darüber nach was ich darauf antworten will. Die Antwort ist: Ja und Nein.

Ich glaube grundsätzlich strebt jeder Mensch nach Sozialer Eingebundenheit, wünscht sich ein intaktes soziales Netz, wünscht sich wenigstens einen Menschen zu dem er ein besonderes Verhältnis hat. Der Wunsch nach Nähe und Verbundenheit ist - behaupte ich - jedem Menschen angeboren. Sicherlich gibt es da wieder Einzelfälle die aufgrund von Umständen hier anders empfinden, aber die Regel ist das wohl eher nicht. Der Mensch als solches wünscht sich also diverse Freunde bei denen er sich kompromisslos akzeptiert und wohl fühlt ohne das er größere Mengen Energie aufwenden muss um diese sozialen Verbindungen aufrecht zu erhalten und zu pflegen. Und der Großteil wünscht sich einen Partner bei dem er sich eben so wohl fühlt, bei dem er nichts verbergen muss, wünscht sich jemand auf den er sich beständig verlassen kann.

Und ich bin da keine Ausnahme. Also ja: Wenn es darum geht soziale nicht eingebunden zu sein, dann habe ich Schwierigkeit und Angst davor allein zu sein. Ich mag nur ungern auf das Gefühl verzichten, wenn man weiß dass man da eine recht intensive Bindung zu einem andern Menschen hat.

Auf der anderen Seite mag ich auch meinen Freiraum. Bin auch gern mal allein. Hör die Musik die ich mag, so laut wie ich will. Lauf gern allein durchs Feld. Und hab manchmal einfach gern meine Ruhe.

Es ist wohl wie so oft im Leben: eine ausgewogene Mischung ist schon ganz gut. Zeit allein ist wichtig, aber Zeit mit anderen ist ebenso wichtig. Und ein Mensch dem man auch noch den unspannendsten Kram erzählen kann: unbezahlbar.

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