Inhalte vs. Beziehungsebene

In der zwischenmenschlichen Beziehung gibt es Inhalte und es gibt eine Beziehungsebene. Die Beziehungsebene kann eine Freundschaft, Feindschaft, kollegiale Beziehung, partnerschaftliche Beziehung, oder auch ein gelegenheitsbekanntschaft bzw. zweckbekanntschaft in Form der Aldi-Kassiererin sein. Es ist egal wie es definiert wird. Menschen stehen untereinander in Beziehung. Sie haben alle untereinander eine irgendwie geartete Bindung. Das kann definiert sein, oder es kann einfach sein. Aber definitiv ist: Es ist.

Wenn wir uns also miteinander unterhalten, miteinander in Kontakt treten, haben wir eine Beziehung. In irgendeiner Form. Wir tauschen uns verbal und nonverbal aus. Vermitteln uns gegenseitig verbal diverse Inhalte. Wir unterhalten uns, verständigen uns, haben Missverständnisse. Das ist alles gut und schön. Wir unterhalten uns ja schließlich alle gern. Also ich zumindest. Gespräche und diese Inhalte wirken zurück auf die Beziehungsebene. Aber dennoch. All diese Inhalte die da ausgetauscht werden, all dass was gesagt wird ist höchst sekundär.

Inhalte sind austauschbar.

Wirklich interessant ist dagegen was auf der Beziehungsebene passiert. Was man an Informationen aufnimmt, wenn man sich anschaut welches Verhalten der Gegenüber zeigt und welche Reaktion das in mir auslöst. Wenn man es schafft sich von dem zu lösen, dass man immer versucht alles auf kognitiver Ebene zu lösen. Wenn wir das schaffen, können wir viel über den anderen und auch über uns selbst erfahren. Dann erfahren wir wo wir mit dem anderen in der zwischenmenschlichen Beziehung stehen, ohne dass wir großartig nachfragen müssten. Wir müssten dem gegenüber streng genommen nicht mal zuhören. Weil die Inhalte die da rüber kommen. Sind nebensächlich.

Wer sich also auf das verlässt was ein anderer sagt ist im Leben vermutlich schlecht bedient und sollte anfangen mehr auf den Bauch zu hören. Denn der vermittelt uns den Eindruck davon was auf der Beziehungsebene passiert.

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