Die Sache mit der Flüchtlingspolitik.

Ich bin eine besorgte Bürgerin. Mehr als besorgt, wenn ich aus den diversen Medien erfahre was da für ein Bullshit von sich gegeben wird. Durch die Bank weg, von Kleinbürgern über Bildungsbürger, vom Azubi bis zum Akademiker. Keine Intelligenzgruppe und keine soziale Schicht wird ausgelassen. Und das macht es für mich so bedenklich und bedrohlich. Da gibt es eben nicht nur diese 4 Trierer Teletubbies die intelligenzgemindert in die Kamera repetiv in die Kamera sabbern: "444 - Buntes Trier - Nicht mit mir". Da gibt es eben auch den ein oder anderen Politiker der von Asylmissbrauch spricht und erst nach mehrmaligen Hinweisen ob das denn nicht gefährlich sei immer wieder von Missbrauch zu sprechen, eben dies unterlässt. Ob er kapiert hat wo das Problem liegt? Fraglich.



Da ich mir selten Fernseh- und Radioprogramm antue erfahre ich die meisten Dinge über das Internet. Unfassbar vieles läuft über Facebook. Jeden Tag scrolle ich über die verschiedensten Meldungen von verschiedensten Leuten. Und frage mich bisweilen ernsthaft, ob die Leute wirklich derart kognitiv eingeschränkt sind. Anders kann ich es mir nicht erklären, wenn sich eine junge Dame dazu hinreissen lässt im öffentlichen Facebook-Raum die Erbauung von KZ-Lagern fordert um das Problem zu lösen, um sich dann am nächsten Tag zu wundern, dass es eine Anzeige gegen sie gab. Wegen Volksverhetzung. Zu Recht. Zur Zeit scheint es mehr als wichtig hinzuschauen und sich wirklich kritisch Gedanken zu machen. Alles zu hinterfragen, was einem vorgesetzt wird.

Asylmissbrauch. Das ist sicherlich ein Problem. Und es ist sicherlich auch ein Problem, dass die Gerichte mit den Asylverfahren völligst überlastet sind und sich die Verfahren auf Grund der Überlastung viel zu sehr in die Länge ziehen. Aber das ist nicht das akute Problem der Flüchtlinge. Die alles andere als Heimaturlaub und Asylmissbrauch im Sinn haben. Diese Leute flüchten vor Krieg und Hunger. Vor Gewalt und völliger Perspektivlosigkeit. Flüchten mit der Gewissheit, dass sie auf der Flucht womöglich durch Erschöpfung, Krankheit, Hunger oder Gewalt sterben. Flüchten mit der Gewissheit, dass wenn sie nicht flüchten, ganz sicher sterben werden.

Die Flüchtlinge nehmen uns keine Arbeit weg. Diese Flüchtlinge bekommen nicht mehr Geld als ein Hartz-IV Empfänger. Sie können von uns vor allem eines bekommen: Ein Dach überm Kopf, Essen, ein paar Klamotten und Sicherheit. Wobei letzteres immer fraglicher wird, wenn ich mir anschaue was in Freital oder Heidenau und auch andernorts passiert. Die Flüchtlinge, sind Flüchtlinge, weil sie vor etwas flüchten. Ja, es sind verdammt viele. Ja, es wird schwierig eine sinnvolle mittel- und langfristige Lösung zu finden. Man stampft also kurzfristige Lösungen aus dem Boden. Denn irgendwo müssen sie ja erstmal hin. Die flüchtenden Menschen.

Langfristig ist die Unterbringung in den Turnhallen keine Lösung. Die anderen besorgten Bürger, die (um es mal euphemistisch auszudrücken) die Zunahme der Flüchtlinge vor Ort kritisch beäugen, sind weniger besorgt. Vielmehr haben sie Angst. Angst dass man ihnen was weg nimmt. Geld, Privilegien, Besitz, Freiheiten. Und mit den Turnhallen nimmt man ihnen tatsächlich was weg. Das Privileg in einer überdachten Halle ihrem Hobby nachzugehen. Der Sportunterricht wird ganz offenkundig davon beeinflusst sein, wenn die Sporthalle mit 800 Menschen belegt ist. Aber ganz im Ernst: Könnt ihr vielleicht auf noch höherem Niveau jammern? Es ist notwendig, dass andere Lösungen gefunden werden. Wird brauchen Flüchtlingsheime und wir brauchen auf juristischer Ebene ein beschleunigtes Asylverfahren. Es ist aber auch notwendig, dass wir uns um die Menschen kümmern, die Schutz bei uns suchen. Es ist notwendig, weil wir alle Menschen sind. Es ist notwendig, weil wir hier so privilegiert sind, weil wir helfen können. Weil wir in der glücklichen Lage sind, dass wir nicht vor Gewalt, Repression, Diktatur, Krieg und Hunger flüchten müssen. Wir haben einfach nur Glück, dass es uns gerade gut geht. Aber das kann sich im Grunde jederzeit ändern. Und was machen wir dann, wenn wir flüchten müssen?

Ich bin eine besorgte Bürgerin. Besorgt wegen der braunen Entwicklung die sich gerade wie eine Seuche im Land auszubreiten scheint.

Und am Ende beantwortet uns ein 4-jähriger die Flüchtlings- und Ausländerfrage:
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