Big Five for Life.

Das Leben ist zu kurz um es mit Smalltalk zu verbringen. Warum also sprechen wir so oft über belanglose Dinge wenn wir einander treffen? Warum nutzen wir nicht die Zeit die wir haben für Gespräche über wirklich interessante Sachverhalte? Über uns als Person, wie wir leben, warum wir so leben, was unsere individuelle Persönlichkeit jeweils ausmacht? Manchmal habe ich die Befürchtung, dass viele Menschen gar nicht so recht wissen was sie ausmacht.

John Strelecky wirft in seinem Buch "The Big Five for Life - Was wirklich zählt im Leben" die Frage nach dem Zweck der Existenz auf. Er scheint sich im Buch vordergründig an Führungskräfte zu richten. Postuliert, dass der Zweck der Existenz des Individuums zum Zweck der Existenz des Unternehmens passen müsse, da man ansonsten Mitarbeiter bezahlen würde, die unproduktiv seien, da sie ausschließlich zum Lebensunterhalt arbeiten gehen würden und ansonsten in einem nicht allzu geringen Ausmaß mit dem Job ziemlich unzufrieden seien. Laut Strelecky werden Mitarbeiter ein Burnout erreichen, wenn sie Überstunden machen um etwas zu erreichen, was ihnen nicht wichtig ist. Überstunden die nur dem Zweck dienen, Geld aufs Konto zu bringen um am Ende damit aufhören zu können. In der Tat ist die Frage nach dem Zweck der Existenz nicht nur für Unternehmen wichtig, sondern für jeden einzelnen. Wie kann man ein glückliches und erfülltes Leben führen, wenn man gar nicht weiß wo seine eigenen Prioritäten liegen?

Wie definieren wir Erfolg, wenn wir nicht wissen was wir erreichen wollen? Wir können selbst definieren was als Erfolg gelten soll, wenn wir unsere eigenen Big Five kennen. Also ein Bewusstsein für die fünf Dinge haben, die wir tun/ sehen/ erleben möchten bevor wir sterben.

Im Buch wird eine einfache Formel präsentiert: K + A < O. Kosten und Aufwand sollen geringer sein als das Output. Was zunächst logisch klingt birgt eine Gefahr: Bei Berechnung der Kosten und des Aufwands schreckt man häufig zurück und führt eine Maßnahme nicht durch. Anstatt sich das Output anzusehen und zu überlegen ob sich Kosten und Aufwand lohnen. Das klingt trivial - weil es das ist. Solange das Outcome größer ist als Kosten und Aufwand zusammengenommen, lohnt sich die Unternehmung.

Am Ende ist das Buch doch wieder nur für Führungskräfte geschrieben: "In jedem Moment unserer Existenz sind wir dazu aufgerufen zu führen, selbst wenn es lediglich dem Zweck dient, uns selbst zu führen."

Fazit: An dieser Stelle überlege ich, wem man dieses Buch empfehlen könnte…. Vermutlich jedem, der irgendwie mehr vom Leben erwartet und erhofft, aber nicht weiß wo er anfangen soll. Im Endeffekt wird im Rahmen einer netten kleinen Geschichte die Message verpackt, dass jeder seines Glückes Schmied ist, dass man sich selbst führen muss und dass man erstmal für sich selbst rausfinden muss, was einem wichtig ist im Leben, und was man erlebt und erreicht haben möchte bevor man stirbt. Im besten Falle hat man nach der Lektüre eine leichte Idee von seinen eigenen Big Five. Viel wahrscheinlicher ist jedoch, das man danach noch mehr Fragen hat. Denn was einem das Buch nicht gibt sind eben jene individuellen Big Five. Die muss man schon noch selbst rausfinden.

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