Die Kombination aus Psychologie und Recht fand ich aber ziemlich interessant und so bewarb ich mich - unter vielen anderen Bewerbungen - auch auf den M.Sc. Rechtspsychologie der SRH Heidelberg. Wer das im Blog verfolgt hat, weiß, dass das eher unbefriedigend verlief. Nichts desto trotz gibt es fünf kleine Zusammenfassungen die einen Einblick in das Themengebiet geben.

Grundlagen der Aussagepsychologie und Glaubhaftigkeitsbeurteilung. Nach meinem Gusto wenig handfestes. Man lernt verschiedene Ankerpunkte anhand derer man die Glaubhaftigkeit, den Erlebnisbezug wie man sagt, beurteilt. Also ob die Tat in der Erzählung einer Person tatsächlich so stattgefunden hat. In der Theorie mag das alles noch nachvollziehbar wirken. Aber spätestens wenn man nur eine Aussage vor sich liegen hat (ohne die Person selbst gesprochen zu haben) merkt man wie schwierig das ist und das man am Ende ohne Intuition nicht auszukommen scheint.

Viktimologie. Ehrlich gesagt: Ich war nicht bei den Vorlesungen. Das eine Mal, weil ich irgendeinen wichtigen Termin hatte und das zweite Mal, weil die Kritik meiner Kommilitoninnen vernichtend waren. Aber es gab Folien dazu, die am Ende auf eine Din-A4-Seite gepasst haben. Ich bin mir sicher Viktimologie ist weit mehr als das.

Schuldfähigkeitsbegutachtung & Prognose. Ist der derjenige der die Tat begangen hat voll schuldfähig, oder hat er die Tat zumindest teilweise auf Grund einer psychischen Erkrankungen begangen? War er möglicherweise Schizophren und wollte sein Opfer nur schützen und hat ihm deshalb einen Golfschläger über den Kopf gehauen? Ist der Alkoholkonsum so erheblich, dass der Täter sein Verhalten nicht mehr steuern konnte? Solcherlei Fragen werden in diesem Gebiet geklärt. Leider nicht wirklich mein Interessengebiet, aber scheinbar das Einzige, was der Studiengangsleiter konnte, da dies auf der Inhalt anderer Vorlesungen war, die eigentlich einen anderen Schwerpunkt hätten haben sollen. Dann gibt es hier noch einen kurzen Abschnitt zur Prognosenerstellung, die sich mit der Frage beschäftigt wie wahrscheinlich ein Rückfall der Verurteilten ist und ob das Sicherungsbedürfnis der Gesellschaft weiterhin über dem Freiheitsanspruch der Patienten steht. Sprich: Ist der Verurteilte erfolgreich behandelt und kann wieder entlassen werden?

Forensische Sozialarbeit. Das war ganz interessant zu erfahren einen Einblick darin zu bekommen wie eine forensische Psychiatrie funktioniert, welchen Verlauf Patienten in der Behandlung nehmen und wann sie dort wieder heraus gekommen.

Psychopathologie. Last but not Least. Die Grundlage jeder Beurteilung des psychischen Zustandes meines Klienten. Da das sogenannte AMDP-System hier state of the art ist und wirklich hilfreich, dass man nichts vergisst in der Begutachtung, haben wir das natürlich auch gelernt. Auf der letzten Seite habe ich mir einen eigenen AMDP-Beurteilungs-Bogen gebastelt.