Bericht zum Forststeig

Es folgt ein kurzer Reisebericht oder vielmehr Wanderbericht zu unserer Tour auf dem Forststeig in der sächsischen Schweiz. Es sollten 100 km bei 2800 Höhenmetern werden, die wir in 6 Tagen bewältigen wollten. Andere schafften die Tour sogar in 4 Tagen, aber so ambitioniert waren wir dann bei weitem nicht.



Etappe 1: Schöna bis Grenzbaude

Endlich liegen. Die Zehen tun weh, irgendeine Vorstufe von 'Blasen gelaufen' wird's wohl sein. Wir haben 15 km in 7 Stunden geschafft. Aber fangen wir von vorne an. Wir starten am Morgenrot Frühstück auf der Hand in Dresden und lassen uns mit der S-Bahn zuerst bis Bad Schandau bringen wo wir die Übernachtungstickets für den Forststeig kaufen und fahren dann weiter bis nach Schöna. Dort beginnt der Trail eigentlich direkt am Bahnhof. Direkt zu Beginn machten wir Bekanntschaft mit Leni (8) und ihrem Vater. Immer wieder treffen wir die beiden und schlussendlich laufen wir ein ganzes Stück gemeinsam bis zum Zschirnstein-Biwak. Auf dem Gipfel des Tages - dem großen Zschirnstein - werden wir für unserer Ausdauer reichlich belohnt. Der Ausblick ist der Hammer und schlichtweg atemberaubend. Ann Zschirnsteinbiwak war Leni fertig für den Tag und freute sich aufs Ausruhen. Ich ehrlich gesagt auch, aber wir hatten dann noch 5 km unserer Tagesetappe vor uns. Aber irgendwann hatten auch wir es bis zur Grenzbaude geschafft - der nächste Biwakplatz wäre nochmal eine halbe Stunde weiter gewesen. Für mich an diesem Tag keine Option mehr. Morgen 13km und wieder einige Höhenmeter. Die anderen drei sind tatsächlich nochmal eine Runde spazieren.


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Etappe 2 bis Ostrov

Aua. Aufwachen mit der Frage: Wo habe ich eigentlich keine Schmerzen? Ah! Im Ellenbogen vielleicht. Und so läuft man los. Mit Schmerzen an den Zehen vom Prästadium der Blasenbildung und Druckstellen an Schulter und Schlüsselbein vom Rucksack. Nicht zu vergessen die Druckschmerzen in der Hüfte vom Hüftgurt. Aber das alles ist schnell vergessen bei den atemberaubenden An- und Ausblicken die sich uns heute geboten haben. Josi und Simon haben uns heute kurz hinter dem Taubenteich-Biwak verlassen und so sind wir kurz nach dem Start zu zweit unterwegs. Das Mittagessen auf dem Schneeberg entschädigt mit einem Wahnsinns Ausblick, ansonsten war es eher so semi. Mehr als einen Kaffee würden wir dort oben nicht empfehlen. Abends auf dem Zeltplatz sie Erfüllung des Tages: eine Dusche! Wahnsinn. Der Knüller: morgen gibt's nochmal ne Dusche. Wir werden nämlich nur mit leichten Gepäck eine 20 km Runde machen und nochmals hier Zelten.


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Etappe 3: Über die Kamphütte nach Ostrov.

Meine. Füße. Sterben. Vielleicht waren 22km doch keine so gute Idee?! Kurz hinter Ostrov stiefelten wir über einen wunderschönen Pfad auf ein Plateau hinauf und folgten dann einem eher semi-spannenden weg bis zur Kamphütte. Dort sollte laut Plan Ende der dritten Etappe sein. Das wäre (aus meiner Sicht) unbefriedigend gewesen. Zwar sind wir durch wunderschöne Blaubeerfelder gelaufen, aber ein Großteil der Etappe verlief über breite Kieswege oder durch die Spurrillen diverse Landschaftsfahrzeuge. Nicht so schön. Nach der Kamphütte wurde es dagegen richtig malerisch und es wäre schade gewesen das zu verpassen. Aber jetzt muss ich los zum Essen. Und Bier. Uh yeah!


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Etappe 4: Ostrov bis Spitzsteinbiwak

Mit vielen, vielen Pausen warren dann auch noch heute noch mal 18 Kilometer Strecke die wir zurück gelegt haben. Hätte wir nicht die Markierung verpasst und uns kurz mal verlaufen, wären es vielleicht nur 16 oder 17 km gewesen ;). Die Temperaturen waren schon merklich gestiegen, aber dafür hatten wir nicht all zu schlimme Steigungen drin. Die Strecke war auch heute wieder überwiegend traumhaft schön mit tollen Ausblicken. Insbesondere der Katzstein war ein schönes Highlight heute. Weniger ein Highlight war die latente und immer konkreter werdende Sorge, dass der Wasservorrat zur Neige ging und wir keine Quelle finden konnten. Unterhalb des Spitzsteinbiwak findet sich glücklicherweise jedoch der Neuteich mit einem klaren Zulauf und dem man sich zum einen hervorragend waschen kann und zum andern auch die Wasservorräte auffüllen kann. Also alles wieder tutti! Ganz im Gegensatz zu den vorherigen Tagen, an denen wir eher spärlich mit anderen Menschen in Kontakt kamen, schien heute High Life auf dem Trail zu sein. Zwei junge Herren trafen wir immer mal wieder und mit einem legten wir gegen Abend auch noch ein paar Meter gemeinsam zurück. Und weil es auch abends noch superwarm war, entschieden wir im Camp ohne Zelt zu schlafen.

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Etappe 5: Wir saften bis nach Nikolsdorf

Um vier weckt mich Katja. Wir gehen den kurzen Weg zum Spitzstein hoch und sehen uns den Sonnenaufgang an. Auch einfach wieder traumhaft schön. Frühstücken tun wir unten am Neuteich, füllen die Wasservorräte auf und starten frühzeitig. Es soll sehr sehr warm werden heute. Und so war es dann auch. Wir quälen uns bei 34 Grad durch den Wald. Können die Schönheit von Labyrinth und den Nikolsdorfer Wänden überhaupt nicht genießen. Wir wollen einfach nur noch irgendwo ankommen, wo es eine Dusche und was kühles zu trinken gibt. Erschöpft landen wir um eins auf dem Campingplatz und liegen erst Mal drei Stunden regungslos auf  der Wiese bis wir einchecken können. Auf Grund der Vorzüge von Dusche und Kaltgetränken hatten wir uns nämlich gegen das Biwak direkt oberhalb des kommerziellen Campingplatzes entschieden. Wegen der Gastfreundschaft der Campingwarte jedenfalls ganz sicher nicht. (Ein WLAN Passwort gab es für uns nicht, er habe schon zu viele raus gegeben...) . Aber die Dusche, Bier und das Eis waren es dennoch wert. Und so schlafe ich heute auch wieder ausserhalb des Zeltes, Katja bevorzugt zunächst die mückenärmere Umgebung des Innenzeltes, entscheidet sich später aber doch um

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Etappe 6: Bushopping und Kindheitstraum.

Ursprünglich sah unser Plan vor die letzten beiden Etappen an einem Tag zu machen und dann mit dem Zug nach Dresden zurück zu fahren. Wir wollten also - abhängig von dem was wir am Vortag schaffen - bis zu 21km am letzten Tag laufen. Wäre der Vortag nicht so kriminell warm gewesen (34 Grad im Schatten sind halt echt keine Temperaturen für Anstrengungen dieser Art) hätten wir das wohl auch gemacht. In Anbetracht der Wetterereignisse lagen wir auf dem Campingplatz in Nikolsdorf auf der Wiese, vegetierten vor uns hin und planten den nächsten Tag. Das Ergebnis: wir nehmen den Bus bis zum  Gohrischstein und skippen damit die eigentliche Etappe 6 von Nikolsdorf bis Gohrisch. Wir lassen den Quirl aus und damit bleiben uns 9 km der siebten und damit letzten Etappe. Der Bus kippte uns direkt am Traileinstieg aus, es war 8:00 morgens und es hatte Gott sei Dank über Nacht etwas abgekühlt. Der Aufstieg zum Gohrischstein begann. Oben angekommen war ich völlig selig und ganz zufrieden mit mir und dem Moment, weil sich mit dieser Etappe ein Kindheitstraum von mir erfüllt hatte. Wenn wir früher mit der Familie im Wanderurlaub waren wollte ich schon immer gern die Routen gehen in denen stiegen und Leitern verzeichnet waren. Und der "schwere Aufstieg' durch die Falkenschlucht war genau das. Ein Aufstieg mit Stiegen, Leitern, Felsspalten und Krabbeleinheiten. Mit dem großen Rucksack war das stellenweise gar nicht so einfach. Der Aufstieg war sicherlich anstrengend. Aber wir hatten so unglaublich viel Spaß dabei, dass uns das gar nicht auffiel. Und die Aussicht dort oben war schlichtweg atemberaubend und der Hammer! (Schon wieder!) Kaum vom Gohrischstein runter ging es über zahlreiche Stufen auf den Papststein hoch. Es war immer noch früh und wir hatten reichlich Zeit und gerne warteten wir eine dreiviertel Stunde bis der Berggasthof uns um elf Uhr Kaffee und (leckeren!) Kuchen servierte. Zu guter letzt bestiegen wir noch den Kleinhennersdorfer Stein. "Wildromantik pur" sagte Katja zur Strecke. Ein wirklich atemberaubend schöner Abschluss.


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Zusammenfassung

Ich würde diese sechs sehr intensiven Tage ja gerne irgendwie kurz zusammenfassen. Aber irgendwie ist mir das gar nicht richtig möglich. Für mich war es die erste mehrtägige Trekkingtour, ich hatte aber schon diverse Wandererfahrungen vor allem aus Kindheit und Jugend. Ich konnte so in etwa einschätzen, was es heisst 8-10 Stunden in den Bergen unterwegs zu sein. Ich wusste, dass weniger Gewicht mehr ist. Mir war jedoch nicht bewusst wie viel so ein einzelnes Kilo mehr oder weniger ausmachen würde. Alles in allem hatte ich zu Beginn ca. 15 kg auf dem Rücken. Das ist - vor allem bergauf - schon ein wenig schwer. Am zweiten Tag hab ich als erste Tageshandlung erstmal meinen Rucksack neu gepackt. Denn die Schultern und Schlüsselbeine waren vom Vortag blau und aufgeschürft. Hätte ich lieber schon am Vortag auf dem Trail mal neu gepackt.... So ging es nämlich plötzlich viel viel besser! Die Hütten und Biwak-plätze waren allesamt sehr schön. Sollte der Forststeig sich aber wachsender Beliebtheit erfreuen (er ist ja noch Recht neu), könnten die Schlafplätze rasch an ihre Grenzen stoßen. Der Campingplatz in Ostrov nimmt die Forststeig Tickets an, die Leute dort sind super nett und unkompliziert und das angeschlossene Restaurant (Pod Cisarem) hat eine täglich wechselnde Karte mit wenigen Gerichten, die aber ziemlich lecker und günstig sind. Vor- und Hauptspeise inklusive zwei Getränke für nicht Mal 11 €.

Der Campingplatz am Nikolsdorfer Berg dagegen lohnte sich für uns nur, weil es an besagtem Tag ultra heiß war und wir eine Dusche haben wollten. Allen anderen würde ich empfehlen den Biwakplatz direkt am Trail und oberhalb dem Campingplatzes zu nutzen und sich im kleinen Shop vom Campingplatz mit kühlen Getränken und vielleicht einem Eis zu versorgen. Die mangelnde Gastfreundschaft des Campingwartes war dann doch eher erschreckend. Seine Frau dagegen war eigentlich Recht freundlich. Schade eigentlich. Einkehrmöglichkeiten gibt es insgesamt wenige am Trail. Ein Kaffee oder Apfelschorle auf dem hohen Schneeberg kann man sich bei der Aussicht gut antun, vom Essen dort kann man getrost absehen. So gut war's dann nicht und man kann in Euro bezahlen, aber man zahlt dann drauf. Weiter Richtung Ostrov am Fuß des Schneeberges gibt es noch ein Restaurant direkt an der Straße, das haben wir dann aber links liegen lassen. In Ostrov gibt es das Restaurant am Campingplatz und ein 4-Sterne Hotel im Ort. Hinter der Kamphütte in etwa auf der Höhe der Johanniswacht gibt es einen Parkplatz wo es wohl eine Einkehrmöglichkeit geben soll, da führt der Weg aber nicht direkt dran vorbei, wir können dazu also nichts sagen. Ein schöner Stop war auch die Einkehr auf dem Papststein. Der Weg führt quasi durch den Gasthof. Wasser: Eigentlich hatten wir nur auf einer Etappe Sorge ums Wasser. Die Etappe von Ostrov bis zum Spitzsteinbiwak. Dort bedienten wir uns am Abend dann aber glücklicherweise aus dem Zulauf des Neuteichs. Allerdings ist die Qualität dort evtl. fraglich. Einem anderen Wanderer ging es am Folgetag nicht so gut, was aber auch an der Hitze gelegen haben kann. Katja meinte das Wasser schmecke komisch und hatte nicht sehr viel davon getrunken. Ich hatte sicher drei Liter davon getrunken und mir ging es eigentlich ganz gut. Vielleicht empfiehlt es sich das Wasser dieser Stelle abzukochen und nicht nur zu filtern. Vielleicht lagen die Probleme aber auch an der Hitze. Andere Wanderer hatten sich in der Nähe der Rotsteinhütte an einer Quelle bedient. Die hatten wir aber nicht gefunden. Die Trail-Markierungen waren insbesondere am letzten Tag bisweilen spärlich und wir sind diverse extra Meter gelaufen. Eine digitales Endgerät mit GPS-karte ist auf der gesamten Tour äußerst hilfreich und empfehlenswert.

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Forststeig - Wir kommen!

Jihovýchodní_úbočí_Děčínského_Sněžníku
Bildquelle: https://bit.ly/31Ey4H1

In wenigen Tagen ist es endlich so weit, was schon länger eine Idee war, hat vor wenigen Monaten konkrete Formen angenommen. Wir werden den Forststeig entern. Der Forststeig ist ein Weitwanderweg von ca. 100 km der im April 2018 geöffnet wurde. Wir werden versuchen den Weg in 6 Etappen zu laufen und werden in sehr einfachen Hütten oder im Zelt nächtigen. Ich freu mich wie Bolle, dass ich mich eine Woche lang von dehydriertem Essen ernähren darf, dass wir auf dem kleinen Kocher erstmal wieder mit Wasser versetzen und essbar machen werden.

Wer mich kennt, der weiß: Eine meiner größten Ängste ist, dass ich verhungere. Also ist auch meine größte Sorge für die bevorstehende Wanderung, dass ich zu wenig essen mit habe. Und in der Tat ist es gar nicht so einfach drei Mahlzeiten zusammenzustellen die 2800 bis 3000 Kalorien abdecken. Und so trickst man mit Olivenöl, dass man ans Essen dazu gibt noch ein paar Kalorien oben drauf und packt Schokolade ein. Natürlich nur wegen der Kalorien!!!

Wenn man Sein Hab und Gut 6 Tage lang durch die Wildnis tragen muss, sollte man sich schon sehr gut überlegen, was man wirklich braucht und was Luxusartikel sind auf die man verzichten kann. Und so habe ich mich noch nicht abschließend mit mir selbst geeinigt ob ich den ebook-Reader mitnehmen möchte oder nicht. Sind es mir die 300g wert? Ich hab ja noch kurz Zeit darüber nachzudenken. Definitiver Luxusgegenstand wird aber das Handy, eine kleine Powerbank und meine Miniobjektive sein. Denn Fotos würd ich schon gerne machen. Also freut euch! Bis jetzt sieht die Gewichtsbilanz aber ganz gut aus. Der Rucksack kommt als Gewicht noch oben drauf, ebenso wie ein Zelt, das wir abwechselnd tragen werden.

Ich freu mich wie Bolle, vor allem weil in den letzten Wochen sehr stark die Belastungen der vergangenen Jahre mit der Doppelbelastung Studium + Arbeit zu spüren bekomme. Und vor allem auch alles was im letzten Jahr in meinem Leben passiert ist. Es gab so vieles was in Bewegung war und sich verändert hat. Und ich hatte kaum Zeit das nachzuspüren. Ich bin also unglaublich froh über die Möglichkeit Abstand zu kriegen. Und zwar fast völligen. Die Powerbank ist wirklich klein was bedeutet, dass mein Handy nur zum Fotografieren und für Notfälle dient. Alle andere Kommunikation muss eine Woche warten. Digital Diet nennt man das heutzutage wohl. Ganz besonders interessant wird wohl die Erfahrung wie es ist eine Woche ohne Musik auszukommen. Vor allem für jemanden wie mich, die sich am Tag sicherlich 5h mit Musik beschallt. Aufregend!


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Weil wir nur diese eine Erde haben.

wastereduction

Es ist ja nun nicht so, als wäre ichabsolut vorbildlich was mein ressourcenschonendes Verhalten angeht und als hätte ich einen wirklich geringen biologischen Fußabdruck. Sicherlich nicht. Aber es ist auch ganz sicher nicht so, dass mir das Thema Klima, Nachhaltigkeit und Vermüllung der Welt und Weltmeere egal wäre. AIch bin sehr froh, dass das Thema zunehmend an medialer Präsenz gewinnt und so im Bewusstsein der Gesellschaft ankommt.

Dabei ist ein achtsamer und nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen und der Natur doch eigentlich gar nicht so schwer. Wenn man in die Natur raus geht, nimmt man seinen Müll halt einfach wieder mit. Beim einkaufen kann man sich gut überlegen, ob man sein Obst und Gemüse nun wirklich in eine Plastiktüte packen muss oder ob man die drei Äpfel einfach auch so aufs Band legen und nach Hause transportieren kann und will. Auch bei der Wahl des Stromanbieters kann man ganz leicht und völlig schmerzlos einen Anbieter wählen, der Energie aus regenerativen Quellen anbietet. In der Regel sind die gar nicht so viel teurer. Und verdammt! Wir haben halt nur diese eine Welt!

Was ich mir jetzt neu angewöhnt habe (was absurd ist, weil es so verdammt easy und unumständlich ist): Wenn ich zur Arbeit gehe, packe ich immer einen Jute-Beutel ein, falls ich auf dem Heimweg noch eine Kleinigkeit besorgen will. Und nachdem ich ein paar Monate meine Augen danach offen gehalten habe, habe ich nun auch endlich wieder einen der Rebcup-Becher gefunden. Für einen Euro Pfand kann man sich in vielen Bäckereien in Hamburg einen Mehrwegbecher geben lassen, den man in jedem teilnehmenden Shop zurückgeben oder eintauschen kann. Es ist kein schwerer Thermobecher, sondern ein einfacher Becher aus irgendeiner Sorte Hartplastik der nicht viel wiegt.

Und sonst so? Ich versuche insgesamt etwas Müll zu vermeiden, aber das gestaltet sich ziemlich schwierig finde ich. Unverpackt-Läden empfinde ich als sehr teuer und auch umständlich, weil ich dann weniger spontan beim einkaufen sein könnte bzw. müsste. Aber wenn sich im Supermarkt oder Discounter ums Eck die Möglichkeit ergibt ein Produkt mit weniger Verpackung zu kaufen und sich das im gleichen Preissegment befindet, dann fällt mir die Wahl schon sehr leicht. Und so schaffe ich es nun auf nicht ganz 30 Liter Hausmüll (Plastik, Bio usw.) in der Woche. Aber da ginge sicherlich noch weniger.

Es gibt sicherlich noch sehr viel mehr Ideen, wie ich mit einfachen und kleinen Veränderungen nachhaltiger und ressourcenschonender Leben kann. Ich bin offen für alle Ideen und Vorschläge. Ich würde gerne von euch wissen, was eure kleinen Steps zum Wohle der Erde sind. Erzählt doch mal!

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Gewalt in der Psychiatrie und Pflegenotstand

Vor ein paar Wochen ist ein Mann in der Psychiatrie verstorben. Der Fall ging ein paar Tage lang durch die Medien und jetzt scheint wieder Ruhe eingekehrt zu sein. Ich muss sagen, dass ich von der Berichterstattung doch sehr irritiert war und mich das in der Folge an der sonstigen Berichterstattung zweifeln lässt. Denn im Bereich der psychiatrischen Interventionen traue ich mir dann doch eine gewisse Expertise zu und da ich in besagtem Krankenhaus arbeite, kenne ich auch die Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsdienst, der für sein Vorgehen an den Pranger gestellt worden ist.

Vorweg: Ich war bei dem Vorfall nicht dabei und kann mir daher kaum ein umfassendes Urteil darüber bilden, was in der Situation genau vorgefallen ist und ich weiss auch nicht wer da wie gehandelt hat. Aber ich kenne das Vorgehen im Falle von akuter Eigen- und/oder Fremdgefährdung wenn der Patient nicht mehr compliant (also Behandlungsuneinsichtig) und zugänglich ist.

Der erste große Fehler den mir in der Berichterstattung aufgefallen ist war die Suggerierung, dass der Patient freiwillig in Behandlung gewesen sei und die Zwangsmaßnahmen somit nicht hätten statt finden dürfen. Ein Patient der unter Zwang behandelt werden muss, kann per definitionem schon nicht mehr freiwillig in Behandlung sein. Das schließt sich aus. Es kommt jedoch häufiger vor, dass sich Patienten zunächst freiwillig in Behandlung begeben, sich deren Zustand aber dann verschlechtert. Eventuell werden sie zunehmend psychotisch und wahnhaft, sie entwickelt Suizidideen oder aber bedrohen andere Personen. Dann kann es passieren dass akuter Handlungsbedarf besteht. Der behandelnde Arzt schätzte Lage (im besten Falle in Rücksprache mit dem Pflegepersonal) ein und trifft eine Entscheidung über das weitere Vorgehen. Er kann z.B. eine Unterbringung veranlassen wenn der Patient selbst nicht behandlungseinsichtig ist, diese aber dringend notwendig hat. Diese muss von einem Richter innerhalb von 24 Stunden überprüft werden. Ist der Patient untergebracht wird er im Grunde schon unter Zwang behandelt. Denn würde er sich freiwillig behandeln lassen wollen, dann wäre diese Maßnahme nicht notwendig. Es gibt hier aber noch ein paar Graustufen, auf die ich erstmal nicht weiter eingehen will.

Ist ein Mensch also untergebracht, soll er vor sich selbst oder andere vor ihm geschützt werden. Meist geschieht die Behandlung auf entsprechend geschützten Station ("der geschlossenen Psychiatrie"). Doch wie kommt der Patient dort hin, wenn er da noch nicht ist? In der Regel wird er durch entsprechend ausgebildetes Personal dorthin begleitet. Situationsabhängig erfolgt dies zumeist durch das Pflegepersonal, den Sicherheitsdienst oder die Polizei.

Andere Zwangsmaßnahmen die in psychiatrischen Abteilungen durchgeführt werden, sind die Zwangsmedikation oder auch die Immobiliserung durch Fixierung. Auch hier stellt sich für jeden Einzelfall die Frage welche Unterstützung man zur Durchführung benötigt. Die Polizei wird bei Fixierungen erst dann dazu geholt, wenn die personellen Kräfte des Hauses nicht mehr ausreichen.

Das der behandelnde Arzt mit der Unterstützung des Sicherheitsdienstes auf einen Patienten zu geht um ihn auf eine Station zu begleiten ist dementsprechend ein normales Vorgehen. Wie gesagt: Was dort im Detail passiert ist weiss ich nicht. Was ich aber weiss ist, dass die Anwendung solcher Maßnahmen brutal aussehen. Weil sie genau das mitunter sind. Ein Mensch wird gegen seinen Willen und unter Anwendung von Gewalt überwältigt. Nicht um zu schaden, sondern um zu schützen.

Gewalt gehört in der Akutpsychiatrie zum täglichen Geschäft. Das Gewaltpotential seitens der Patienten ist mitunter ganz immens. Beschimpfungen, verbale und körperliche Bedrohungen sind an der Tagesordnung und viel zu häufig kommt es zu Übergriffen auf Pflegekräfte. Der Sicherheitsdienst hat somit durchaus seine Berechtigung. Denn mit den vorhandenen personellen Ressourcen ist die Arbeit - aus meiner Sicht - nicht mehr zu bewältigen. Das Ergebnis einer zu dünnen Personaldecke sind zunehmend gescheiterte Deeskalationsversuche die in Gewalt der anderen Seite enden. Gewalt in Form von Fixierung oder "Begleitung" in die Zimmerisolierung. Als Pflegekraft ist mir also durchaus bewusst was ich da tue. Und ich würde mir wünschen, dass die Möglichkeiten zur Deeskalation größer wären. Aber mit der Personaldecke ist das nicht möglich.

Der Fall und die zugehörige Berichterstattung hat nicht dazu geführt, das eine ernsthafte Diskussion über Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie und das Ausmaß der Gewalt (dem vor allem die Pflegekräfte ausgesetzt sind) geführt wurde, obwohl diese Diskussion dringend notwendig gewesen wäre. Statt einer Diskussion darüber, warum es überhaupt notwendig ist Sicherheitskräfte bei der Durchsetzung von Zwangsmaßnahmen hinzuzuziehen (weil nämlich zu wenig Pflegekräfte da sind um qualitativ bessere Deeskalation und Behandlung anzubieten) werden Rassismusvorwürfe laut und die Ausbildung der Sicherheitskräfte angeprangert.

Irgendwas ist da in der Berichterstattung schief gelaufen. Ein Mann ist gestorben. Und das ist traurig. Ob die Anwendung der Zwangsmaßnahmen und die Intervention der Sicherheitsbeamte, das wird eine Untersuchung klären. Der Vorfall hätte zu einer wertvollen Diskussion über die Behandlung in der Psychiatrie führen können. Aber vielleicht möchte man sich als Aussenstehender auch weiterhin nicht damit beschäftigen was hinter den Mauern passiert, weil es tendenziell ein bisschen Angst macht. Nicht zuletzt sicherlich auch, weil es es in der Geschichte der Psychiatrie ganz furchtbare Behandlungsansätze gab.

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4 Wochen Psychologin - 4 Wochen Eingliederungshilfe

Vor ziemlich genau vier Wochen stand ich im Kolloqium - der mündlichen Verteidigung meiner Masterarbeit - vor meinen Prüferinnen. Ich redete mir den Mund 13 Minuten fusselig und trocken, beantwortete die Fragen und wurde danach beglückwünscht zu meiner bestandenen Masterarbeit. Und damit auch freudig aufgenommen in den Kreis der Psychologinnen. Ich hab das Happening gebührend mit Käsekuchen gefeiert und direkt am nächsten Tag meine erste Stelle als Psychologin angetreten.

„Der Arbeitnehmer wird als Psychologin eingestellt.“ Das mit dem Gendern muss man dort wohl erst noch lernen und irgendwie ist es mir dann doch ein bisschen egal und erheitert mich viel mehr, als das es mich ärgert.

Aber Katha, erzähl doch mal! Wie ist es denn bei deiner neuen Arbeitsstelle und was machst du da überhaupt? Das will ich euch verraten:

Ich betreue psychisch kranke Erwachsene im Rahmen der Eingliederungshilfe. Der Fokus liegt erfreulicherweise viel weniger darauf die Klienten auf den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln, sondern vielmehr darin den Klienten eine Teilhabe am Leben zu ermöglichen. Und sei das nun durch Unterstützung bei der Haushaltsführung oder dem Einkauf, oder aber auch bei Behördengängen und Arztbesuchen, so darf es bei manchen auch einfach mal eine Runde um den Block mit einem Kaffee sein. Ich arbeite dort in einem kleinen Team, jedoch mache ich die Termine mit meinen Klienten selbst aus, was mir eine gewisse Planungsfreiheit und Flexibilität gibt. Oft bringen die Klienten selbst schon Ideen mit, was sie in ihrer Betreuungszeit erledigen möchten (oder müssen), in manchen Fällen muss ich aber mit den Klienten zusammen erstmal überlegen was ansteht, oder zu was man sich motivieren könnte. Neben den Einzelterminen gibt es diverse Gruppenangebote. Ich habe das Glück bei einer Mittagstisch-Gruppe direkt als Vertretung einspringen zu können und kann so das Angenehme (Essen und Unterhaltung) mit dem Nützlichen (Eingliederung) verbinden zu können.

Diese Form ambulanter Versorgung ist für mich nun etwas ganz neues, bringe ich doch jahrelange Erfahrung aus dem stationären Setting mit. Aber es ist genau das was ich wollte. Raus aus dem teilweise sehr vorstrukturierten (aber streckenweise auch erschreckend unstrukturiertem) Stationsalltag, rein in das freiere ambulante Setting.

Und was soll ich sagen: Ich hab Spaß bei meiner Arbeit. Zumindest solange wir nicht über die Vergütung sprechen.

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Zeitkriterium: Beziehungserfahren

Kürzlich unterhielt ich mich mit jemandem über das Thema Beziehungserfahrungen. Beziehungsweise was wir eigentlich darunter verstehen, wenn wir andere Personen als 'beziehungserfahren' einschätzen.

Wir sind ja alle irgendwie beziehungserfahren. Wir haben alle Erfahrungen mit verschiedenen Arten von Beziehungen gemacht. Je älter wir werden, desto höher auch die Wahrscheinlichkeit, dass wir bereits Erfahrungen mit der ein oder anderen Liebesbeziehung gemacht haben. Und um eben jene und die Interpretation vergangener Beziehungserfahrungen soll es im Folgenden gehen.

In meiner Beobachtung scheint es so, dass je jünger wir sind, desto eher lassen wir uns zu vereinfachenden Denkmodellen hinreißen. Da ist man schnell dabei über das potentielle Gegenüber das Urteil zu fällen er oder sie sei über den vorigen Partner noch nicht hinweg, weil diese Person noch einen gewissen Stellenwert im Leben einnimmt. Einige Jahre später wollen wir unseren potentiellen Beziehungspartner dahingehend abchecken, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass die Beziehung einen gewissen Zeitraum überdauert und was tun wir dafür? Genau: Wir ziehen die Informationen ran die wir haben. Hatte die Person zuvor eine langjährige Beziehung, dass glauben wir gern, dass die Beziehung mit uns womöglich ebenfalls eine gewisse Zeit überdauert.

Soweit so gut. An beiden Denkmodellen wird was Wahres dran sein. Und wie das im Leben so ist: Eine einfache Antwort gibt es auf die Frage nicht und die Sicherheit, dass man mit dem potentiellen Beziehungspartner einen Partner gefunden hat, mit dem es 'auf ewig' läuft, die gibt es sowieso nicht. Worum es mir aber geht ist, dass beide Ansätze uns in die irre führen. Der eine Weg bremst uns aus und hindert uns womöglich daran einen tollen Menschen kennen zu lernen und auf dem anderen Weg wiegen wir uns in einer trügerischen Sicherheit, die es so gar nicht gibt.

Aber was können uns die vergangenen Beziehungserfahrungen denn nun eigentlich verraten, oder wäre es nicht sogar viel sinnvoller, diese gar nicht zu beachten? Ich glaube, man kann schon wertvolle Informationen daraus ziehen. So können wir tatsächlich versuchen abzuschätzen, ob unser Gegenüber eventuell noch sehr an der verflossenen Liebe hängt und ihr hinterhertrauert und eigentlich gar nicht in der Lage ist etwas neues einzugehen. Oder aber ob die Erinnerungen zwar noch da und zum Teil auch schmerzhaft sind, aber schon wieder eine Bereitschaft da ist, sich für etwas Neues zu öffnen.

Ähnliches gilt für den Aspekt mit dem wir Beziehungserfahrenheit bescheinigen. Nur weil unsere auserwählte Person schon eine oder mehrere mehrjährige Beziehungen hinter sich hat, heißt das weder, dass dies Beziehungsformen waren die man selbst leben möchte, dass es gesunde Beziehungen waren oder aber dass der oder die Auserwählte im Moment gerade an etwas langfristigem interessiert ist. Wir wissen in aller Regel schlichtweg viel zu wenig um uns über die Beziehungen zwischen anderen Menschen ein angemessenes Urteil bilden zu können und ziehen zumeist nur ein Zeitkriterium heran. Was eine mehrjährige Beziehung jedoch durchaus aussagen kann ist, dass dieser Mensch zumindest in der Vergangenheit Willens und in der Lage war sich auf jemand anderen einzustellen und eine gewisse Bereitschaft mitgebracht hat eine andere Person in seinem Leben zu akzeptieren und ihr einen Platz einzuräumen. Nicht mehr und nicht weniger. Es heißt nicht, dass das in Zukunft zwischen dir und ihr oder ihm ebenfalls so sein wird. Denn du bist nicht die Expartnerin. Sind die bisher geführten Beziehungen eher von kurzer Dauer gewesen und haben selten wesentlich länger als ein Jahr angedauert, so kann man daraus auch versuchen etwas abzuleiten. Ich persönlich wäre bei solchen Konstellationen eher vorsichtig. Denn wenn jemand die Verbindung zu einer anderen Person jeweils nur ein paar Monate halten kann, dann hat dieser Mensch eher wenig Erfahrungen in Beziehungen gesammelt die über die Phase der Verliebtheit hinausgingen. Die Beziehungen haben kaum Alltag erlebt, bzw. sobald der Alltag kam konnte die Verbindung nicht gehalten werden.

Das hier stellt weder ein Beziehungstipp dar, noch ist es der Weisheit letzter Schluss. Es sind lediglich meine Gedanken zum Thema "Zeitkriterium: Beziehungserfahren". Auf der Partnersuche ist man immer bemüht den Gegenüber irgendwie einzuschätzen. Abzuschätzen ob das Lebenskonzept und Beziehungskonzept miteinander in Einklang zu bringen ist. Abzuschätzen ob und wie viel Energie man investieren will und ob der andere bereit ist das gleiche Maß an Energie in die angestrebte Verbindung einzubringen. Also ziehen wir die vergangenen Beziehungen unser Dates heran und versuchen das irgendwie zu interpretieren. Und auch wenn es dazu keine einfache Deduktion, keine einfache Wahrheit gibt, so kann uns allein das Zeitkriterium einen kleinen Hinweis auf die Fähigkeit zu romantischen Beziehungen geben. Aber diese kleinen Hinweise sind mit Vorsicht zu genießen. Denn nur, weil die vergangene Beziehung noch nicht lange beendet ist oder der Expartner noch Thema ist, heißt das nicht, dass eben jenem noch 'hinterhergetrauert' wird. Im Gegenzug bedeutet eine mehrjährige Beziehungserfahrung auch nicht, dass die Person auch in Zukunft (mit dir) eine langfristige Bindung eingehen wird.

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Free Solo.

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Bildquelle: Capelight.

Am 21.03. (also gestern) kam ein wirklich wahnsinnig sehenswerter Dokumentationsfilm über Alex Honnold und seine Vorbereitungen um den El Capitan - eine legendäre Felsformation im Yellowstone - ohne technische Hilfsmittel zu erklettern. Es sei mal kurz nebenbei bemerkt (falls es auf dem Foto nicht zu erkennen ist): Dieser Felsen ist mit über 900m wirklich sehr sehr hoch und sehr sicher schon mit Seil und Sicherung eine immense Herausforderungen. Je länger man den Film sieht, desto mehr beginnt man sich zu fragen: Wo zur Hölle findet dieser Mann eigentlich Halt?!

Der Film zeigt einen sehr krassen und eindrucksvollen Typen, der eine - wie ich finde - sehr spezielle Herangehensweise an die Dinge hat. Das Klettern verfolgt er mit einer beeindruckenden Zielstrebigkeit und auf den ersten Blick wirkt er wie ein recht charmanter und durchaus intelligenter junger Mann. Schaue ich mir den Film als Psychologin an, entdecke ich da aber auch durchaus Wesenszüge, die ihm diese herausragende Leistung überhaupt erst ermöglichen. So scheint er sich eher weniger an materielle Dinge und auch emotionale Beziehungen zu binden, als es die meisten von uns tun. Dabei ist es nicht so, dass er die Dinge völlig emotionslos angeht. Aber irgendwie scheint er keine Angst zu haben. Irgendetwas scheint es ihm möglich zu machen, dass er in einer solch (durchaus) lebensbedrohlichen Situation einen kühlen Kopf bewahrt und er unbeirrt seinen Weg weiter verfolgen kann. Im Film wird auch ein junger Mann gezeigt, der sehr viel Freude in und an seinem Leben zu haben scheint. Ein Mann, der gerne lebt. Nur eben auf seine besondere Art und Weise.

Man möchte während des Films immer wieder mal die Augen schließen, weil man denkt: Verdammt ist das hoch! Mach das doch nicht Junge! Das ist doch der blanke Wahnsinn! Aber er verfolgt einfach weiter seinen Weg, seinen großen Traum. Er erklettert in unter 4 Stunden diesen Felsen, steht oben drauf, schwitzt kaum und sagt sowas wie: "Joa, fühl mich gut.".

Wer sich für Sport und einzigartige Persönlichkeiten interessiert: Der Film ist absolut sehenswert. Die Psychologen unter uns werden einige interessante Aspekte erkennen und vielleicht werdet ihr wie ich am Ende des Films einfach sprachlos auf den Abspann starren und denken: Was für ein krasser Typ. Und vielleicht werdet ihr dann auf dem Heimweg auch ein wenig traurig denken: Das wird nicht der letzte lebensgefährliche Aufstieg von ihm gewesen sein. Und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass ihn das gleiche Schicksal ereilen wird, wie viele der Extremkletter. Aber bis dahin: Verdammt krasser Typ. Verdammt sehenswerter Film. Geht ins Kino!


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Master of Burnout im Psychologiestudium.

Unknown

Um es kurz zu machen: Ich hab ihn in der Tasche. Den Master of Science. Ich darf mich nun so gut wie Psychologin nennen. Vermutlich erst nach der Zeugnisübergabe. Aber wer weiß das schon so genau. Nach 8,5 Jahren Studium hab ich es nun geschafft und freu mir ein Loch in den Bauch. Weg mit den fiesen Sätzen meiner damaligen Klassenlehrerin der letzten beiden Schuljahre, die meinte, ich sei falsch auf dem Gymnasium und des Abiturs nicht würdig.

Und weil ich mich so freue, gibt es nun einfach die Zusammenfassung bzw. das Abstract meiner Masterarbeit für euch alle. Ich selber mochte mein Thema super gerne und fand es wahnsinnig spannend umso schöner, wenn man seine Note mit einem Lob versehen kredenzt bekommt von jemandem der wirklich eher zurückhaltend mit solchen Dingen ist.


"Das Burnout-Syndrom mit Symptomen der emotionalen Erschöpfung, Zynismus und Ineffizienzerleben (Maslach, Jackson & Leiter, 1997) gilt als Risikofaktor für die Entwicklung somatischer und psychischer Erkrankungen (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde, 2012). Psychologiestudierende standen bislang selten im Forschungsmittelpunkt, obwohl Psychologen zu einer Berufsgruppe zählen in der das Burnout-Syndrom gehäuft auftritt (Schmidbauer, 1977). Zielsetzung dieser Masterarbeit ist es Risiko- und Schutzfaktoren bei der Entwicklung eines Burnout unter Psychologiestudierenden zu untersuchen. Die quantitativen Daten aus Online-Fragebögen von n = 110 Studierenden der Medical School Hamburg (MSH) und n = 65 Studierenden der FernUniversität in Hagen (FUH) wurden inferenzstatistisch ausgewertet. Im Vergleich zur FUH erlebten sich Studierende der MSH belasteter. Studienbezogene Anforderungen erwiesen sich für beide Gruppe als signifikante Risikofaktoren bei der Entwicklung eines Burnout. Soziale Unterstützung durch Lehrende zeigte sich für MSH-Studierende und die Selbstwirksamkeitserwartung für beide Gruppen als protektiver Faktor. Die Anforderung an die Psychologiestudierenden der Stichprobe sind hoch und könnten seitens der Hochschulen durch Eröffnung von Handlungsspielräumen, Bereitstellung sozialer Unterstützung durch Lehrende und Angeboten zur Stressbewältigung adressiert werden. Die Regressionsanalyse stößt bei dieser Fragestellung an ihre Grenzen, die Verwendung von Pfadanalysen wird empfohlen."


Und wer auch immer meine Masterarbeit "Risiko- und Schutzfraktoren bei der Entwicklung eines Burnout-Syndrom im Psychologiestudium" lesen möchte, der darf sie sich gerne hier herunterladen.

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