2019

Forststeig - Wir kommen!

Jihovýchodní_úbočí_Děčínského_Sněžníku
Bildquelle: https://bit.ly/31Ey4H1

In wenigen Tagen ist es endlich so weit, was schon länger eine Idee war, hat vor wenigen Monaten konkrete Formen angenommen. Wir werden den Forststeig entern. Der Forststeig ist ein Weitwanderweg von ca. 100 km der im April 2018 geöffnet wurde. Wir werden versuchen den Weg in 6 Etappen zu laufen und werden in sehr einfachen Hütten oder im Zelt nächtigen. Ich freu mich wie Bolle, dass ich mich eine Woche lang von dehydriertem Essen ernähren darf, dass wir auf dem kleinen Kocher erstmal wieder mit Wasser versetzen und essbar machen werden.

Wer mich kennt, der weiß: Eine meiner größten Ängste ist, dass ich verhungere. Also ist auch meine größte Sorge für die bevorstehende Wanderung, dass ich zu wenig essen mit habe. Und in der Tat ist es gar nicht so einfach drei Mahlzeiten zusammenzustellen die 2800 bis 3000 Kalorien abdecken. Und so trickst man mit Olivenöl, dass man ans Essen dazu gibt noch ein paar Kalorien oben drauf und packt Schokolade ein. Natürlich nur wegen der Kalorien!!!

Wenn man Sein Hab und Gut 6 Tage lang durch die Wildnis tragen muss, sollte man sich schon sehr gut überlegen, was man wirklich braucht und was Luxusartikel sind auf die man verzichten kann. Und so habe ich mich noch nicht abschließend mit mir selbst geeinigt ob ich den ebook-Reader mitnehmen möchte oder nicht. Sind es mir die 300g wert? Ich hab ja noch kurz Zeit darüber nachzudenken. Definitiver Luxusgegenstand wird aber das Handy, eine kleine Powerbank und meine Miniobjektive sein. Denn Fotos würd ich schon gerne machen. Also freut euch! Bis jetzt sieht die Gewichtsbilanz aber ganz gut aus. Der Rucksack kommt als Gewicht noch oben drauf, ebenso wie ein Zelt, das wir abwechselnd tragen werden.

Ich freu mich wie Bolle, vor allem weil in den letzten Wochen sehr stark die Belastungen der vergangenen Jahre mit der Doppelbelastung Studium + Arbeit zu spüren bekomme. Und vor allem auch alles was im letzten Jahr in meinem Leben passiert ist. Es gab so vieles was in Bewegung war und sich verändert hat. Und ich hatte kaum Zeit das nachzuspüren. Ich bin also unglaublich froh über die Möglichkeit Abstand zu kriegen. Und zwar fast völligen. Die Powerbank ist wirklich klein was bedeutet, dass mein Handy nur zum Fotografieren und für Notfälle dient. Alle andere Kommunikation muss eine Woche warten. Digital Diet nennt man das heutzutage wohl. Ganz besonders interessant wird wohl die Erfahrung wie es ist eine Woche ohne Musik auszukommen. Vor allem für jemanden wie mich, die sich am Tag sicherlich 5h mit Musik beschallt. Aufregend!


Bildschirmfoto 2019-06-18 um 19.23.01

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Weil wir nur diese eine Erde haben.

wastereduction

Es ist ja nun nicht so, als wäre ichabsolut vorbildlich was mein ressourcenschonendes Verhalten angeht und als hätte ich einen wirklich geringen biologischen Fußabdruck. Sicherlich nicht. Aber es ist auch ganz sicher nicht so, dass mir das Thema Klima, Nachhaltigkeit und Vermüllung der Welt und Weltmeere egal wäre. AIch bin sehr froh, dass das Thema zunehmend an medialer Präsenz gewinnt und so im Bewusstsein der Gesellschaft ankommt.

Dabei ist ein achtsamer und nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen und der Natur doch eigentlich gar nicht so schwer. Wenn man in die Natur raus geht, nimmt man seinen Müll halt einfach wieder mit. Beim einkaufen kann man sich gut überlegen, ob man sein Obst und Gemüse nun wirklich in eine Plastiktüte packen muss oder ob man die drei Äpfel einfach auch so aufs Band legen und nach Hause transportieren kann und will. Auch bei der Wahl des Stromanbieters kann man ganz leicht und völlig schmerzlos einen Anbieter wählen, der Energie aus regenerativen Quellen anbietet. In der Regel sind die gar nicht so viel teurer. Und verdammt! Wir haben halt nur diese eine Welt!

Was ich mir jetzt neu angewöhnt habe (was absurd ist, weil es so verdammt easy und unumständlich ist): Wenn ich zur Arbeit gehe, packe ich immer einen Jute-Beutel ein, falls ich auf dem Heimweg noch eine Kleinigkeit besorgen will. Und nachdem ich ein paar Monate meine Augen danach offen gehalten habe, habe ich nun auch endlich wieder einen der Rebcup-Becher gefunden. Für einen Euro Pfand kann man sich in vielen Bäckereien in Hamburg einen Mehrwegbecher geben lassen, den man in jedem teilnehmenden Shop zurückgeben oder eintauschen kann. Es ist kein schwerer Thermobecher, sondern ein einfacher Becher aus irgendeiner Sorte Hartplastik der nicht viel wiegt.

Und sonst so? Ich versuche insgesamt etwas Müll zu vermeiden, aber das gestaltet sich ziemlich schwierig finde ich. Unverpackt-Läden empfinde ich als sehr teuer und auch umständlich, weil ich dann weniger spontan beim einkaufen sein könnte bzw. müsste. Aber wenn sich im Supermarkt oder Discounter ums Eck die Möglichkeit ergibt ein Produkt mit weniger Verpackung zu kaufen und sich das im gleichen Preissegment befindet, dann fällt mir die Wahl schon sehr leicht. Und so schaffe ich es nun auf nicht ganz 30 Liter Hausmüll (Plastik, Bio usw.) in der Woche. Aber da ginge sicherlich noch weniger.

Es gibt sicherlich noch sehr viel mehr Ideen, wie ich mit einfachen und kleinen Veränderungen nachhaltiger und ressourcenschonender Leben kann. Ich bin offen für alle Ideen und Vorschläge. Ich würde gerne von euch wissen, was eure kleinen Steps zum Wohle der Erde sind. Erzählt doch mal!

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Gewalt in der Psychiatrie und Pflegenotstand

Vor ein paar Wochen ist ein Mann in der Psychiatrie verstorben. Der Fall ging ein paar Tage lang durch die Medien und jetzt scheint wieder Ruhe eingekehrt zu sein. Ich muss sagen, dass ich von der Berichterstattung doch sehr irritiert war und mich das in der Folge an der sonstigen Berichterstattung zweifeln lässt. Denn im Bereich der psychiatrischen Interventionen traue ich mir dann doch eine gewisse Expertise zu und da ich in besagtem Krankenhaus arbeite, kenne ich auch die Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsdienst, der für sein Vorgehen an den Pranger gestellt worden ist.

Vorweg: Ich war bei dem Vorfall nicht dabei und kann mir daher kaum ein umfassendes Urteil darüber bilden, was in der Situation genau vorgefallen ist und ich weiss auch nicht wer da wie gehandelt hat. Aber ich kenne das Vorgehen im Falle von akuter Eigen- und/oder Fremdgefährdung wenn der Patient nicht mehr compliant (also Behandlungsuneinsichtig) und zugänglich ist.

Der erste große Fehler den mir in der Berichterstattung aufgefallen ist war die Suggerierung, dass der Patient freiwillig in Behandlung gewesen sei und die Zwangsmaßnahmen somit nicht hätten statt finden dürfen. Ein Patient der unter Zwang behandelt werden muss, kann per definitionem schon nicht mehr freiwillig in Behandlung sein. Das schließt sich aus. Es kommt jedoch häufiger vor, dass sich Patienten zunächst freiwillig in Behandlung begeben, sich deren Zustand aber dann verschlechtert. Eventuell werden sie zunehmend psychotisch und wahnhaft, sie entwickelt Suizidideen oder aber bedrohen andere Personen. Dann kann es passieren dass akuter Handlungsbedarf besteht. Der behandelnde Arzt schätzte Lage (im besten Falle in Rücksprache mit dem Pflegepersonal) ein und trifft eine Entscheidung über das weitere Vorgehen. Er kann z.B. eine Unterbringung veranlassen wenn der Patient selbst nicht behandlungseinsichtig ist, diese aber dringend notwendig hat. Diese muss von einem Richter innerhalb von 24 Stunden überprüft werden. Ist der Patient untergebracht wird er im Grunde schon unter Zwang behandelt. Denn würde er sich freiwillig behandeln lassen wollen, dann wäre diese Maßnahme nicht notwendig. Es gibt hier aber noch ein paar Graustufen, auf die ich erstmal nicht weiter eingehen will.

Ist ein Mensch also untergebracht, soll er vor sich selbst oder andere vor ihm geschützt werden. Meist geschieht die Behandlung auf entsprechend geschützten Station ("der geschlossenen Psychiatrie"). Doch wie kommt der Patient dort hin, wenn er da noch nicht ist? In der Regel wird er durch entsprechend ausgebildetes Personal dorthin begleitet. Situationsabhängig erfolgt dies zumeist durch das Pflegepersonal, den Sicherheitsdienst oder die Polizei.

Andere Zwangsmaßnahmen die in psychiatrischen Abteilungen durchgeführt werden, sind die Zwangsmedikation oder auch die Immobiliserung durch Fixierung. Auch hier stellt sich für jeden Einzelfall die Frage welche Unterstützung man zur Durchführung benötigt. Die Polizei wird bei Fixierungen erst dann dazu geholt, wenn die personellen Kräfte des Hauses nicht mehr ausreichen.

Das der behandelnde Arzt mit der Unterstützung des Sicherheitsdienstes auf einen Patienten zu geht um ihn auf eine Station zu begleiten ist dementsprechend ein normales Vorgehen. Wie gesagt: Was dort im Detail passiert ist weiss ich nicht. Was ich aber weiss ist, dass die Anwendung solcher Maßnahmen brutal aussehen. Weil sie genau das mitunter sind. Ein Mensch wird gegen seinen Willen und unter Anwendung von Gewalt überwältigt. Nicht um zu schaden, sondern um zu schützen.

Gewalt gehört in der Akutpsychiatrie zum täglichen Geschäft. Das Gewaltpotential seitens der Patienten ist mitunter ganz immens. Beschimpfungen, verbale und körperliche Bedrohungen sind an der Tagesordnung und viel zu häufig kommt es zu Übergriffen auf Pflegekräfte. Der Sicherheitsdienst hat somit durchaus seine Berechtigung. Denn mit den vorhandenen personellen Ressourcen ist die Arbeit - aus meiner Sicht - nicht mehr zu bewältigen. Das Ergebnis einer zu dünnen Personaldecke sind zunehmend gescheiterte Deeskalationsversuche die in Gewalt der anderen Seite enden. Gewalt in Form von Fixierung oder "Begleitung" in die Zimmerisolierung. Als Pflegekraft ist mir also durchaus bewusst was ich da tue. Und ich würde mir wünschen, dass die Möglichkeiten zur Deeskalation größer wären. Aber mit der Personaldecke ist das nicht möglich.

Der Fall und die zugehörige Berichterstattung hat nicht dazu geführt, das eine ernsthafte Diskussion über Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie und das Ausmaß der Gewalt (dem vor allem die Pflegekräfte ausgesetzt sind) geführt wurde, obwohl diese Diskussion dringend notwendig gewesen wäre. Statt einer Diskussion darüber, warum es überhaupt notwendig ist Sicherheitskräfte bei der Durchsetzung von Zwangsmaßnahmen hinzuzuziehen (weil nämlich zu wenig Pflegekräfte da sind um qualitativ bessere Deeskalation und Behandlung anzubieten) werden Rassismusvorwürfe laut und die Ausbildung der Sicherheitskräfte angeprangert.

Irgendwas ist da in der Berichterstattung schief gelaufen. Ein Mann ist gestorben. Und das ist traurig. Ob die Anwendung der Zwangsmaßnahmen und die Intervention der Sicherheitsbeamte, das wird eine Untersuchung klären. Der Vorfall hätte zu einer wertvollen Diskussion über die Behandlung in der Psychiatrie führen können. Aber vielleicht möchte man sich als Aussenstehender auch weiterhin nicht damit beschäftigen was hinter den Mauern passiert, weil es tendenziell ein bisschen Angst macht. Nicht zuletzt sicherlich auch, weil es es in der Geschichte der Psychiatrie ganz furchtbare Behandlungsansätze gab.

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4 Wochen Psychologin - 4 Wochen Eingliederungshilfe

Vor ziemlich genau vier Wochen stand ich im Kolloqium - der mündlichen Verteidigung meiner Masterarbeit - vor meinen Prüferinnen. Ich redete mir den Mund 13 Minuten fusselig und trocken, beantwortete die Fragen und wurde danach beglückwünscht zu meiner bestandenen Masterarbeit. Und damit auch freudig aufgenommen in den Kreis der Psychologinnen. Ich hab das Happening gebührend mit Käsekuchen gefeiert und direkt am nächsten Tag meine erste Stelle als Psychologin angetreten.

„Der Arbeitnehmer wird als Psychologin eingestellt.“ Das mit dem Gendern muss man dort wohl erst noch lernen und irgendwie ist es mir dann doch ein bisschen egal und erheitert mich viel mehr, als das es mich ärgert.

Aber Katha, erzähl doch mal! Wie ist es denn bei deiner neuen Arbeitsstelle und was machst du da überhaupt? Das will ich euch verraten:

Ich betreue psychisch kranke Erwachsene im Rahmen der Eingliederungshilfe. Der Fokus liegt erfreulicherweise viel weniger darauf die Klienten auf den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln, sondern vielmehr darin den Klienten eine Teilhabe am Leben zu ermöglichen. Und sei das nun durch Unterstützung bei der Haushaltsführung oder dem Einkauf, oder aber auch bei Behördengängen und Arztbesuchen, so darf es bei manchen auch einfach mal eine Runde um den Block mit einem Kaffee sein. Ich arbeite dort in einem kleinen Team, jedoch mache ich die Termine mit meinen Klienten selbst aus, was mir eine gewisse Planungsfreiheit und Flexibilität gibt. Oft bringen die Klienten selbst schon Ideen mit, was sie in ihrer Betreuungszeit erledigen möchten (oder müssen), in manchen Fällen muss ich aber mit den Klienten zusammen erstmal überlegen was ansteht, oder zu was man sich motivieren könnte. Neben den Einzelterminen gibt es diverse Gruppenangebote. Ich habe das Glück bei einer Mittagstisch-Gruppe direkt als Vertretung einspringen zu können und kann so das Angenehme (Essen und Unterhaltung) mit dem Nützlichen (Eingliederung) verbinden zu können.

Diese Form ambulanter Versorgung ist für mich nun etwas ganz neues, bringe ich doch jahrelange Erfahrung aus dem stationären Setting mit. Aber es ist genau das was ich wollte. Raus aus dem teilweise sehr vorstrukturierten (aber streckenweise auch erschreckend unstrukturiertem) Stationsalltag, rein in das freiere ambulante Setting.

Und was soll ich sagen: Ich hab Spaß bei meiner Arbeit. Zumindest solange wir nicht über die Vergütung sprechen.

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Zeitkriterium: Beziehungserfahren

Kürzlich unterhielt ich mich mit jemandem über das Thema Beziehungserfahrungen. Beziehungsweise was wir eigentlich darunter verstehen, wenn wir andere Personen als 'beziehungserfahren' einschätzen.

Wir sind ja alle irgendwie beziehungserfahren. Wir haben alle Erfahrungen mit verschiedenen Arten von Beziehungen gemacht. Je älter wir werden, desto höher auch die Wahrscheinlichkeit, dass wir bereits Erfahrungen mit der ein oder anderen Liebesbeziehung gemacht haben. Und um eben jene und die Interpretation vergangener Beziehungserfahrungen soll es im Folgenden gehen.

In meiner Beobachtung scheint es so, dass je jünger wir sind, desto eher lassen wir uns zu vereinfachenden Denkmodellen hinreißen. Da ist man schnell dabei über das potentielle Gegenüber das Urteil zu fällen er oder sie sei über den vorigen Partner noch nicht hinweg, weil diese Person noch einen gewissen Stellenwert im Leben einnimmt. Einige Jahre später wollen wir unseren potentiellen Beziehungspartner dahingehend abchecken, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass die Beziehung einen gewissen Zeitraum überdauert und was tun wir dafür? Genau: Wir ziehen die Informationen ran die wir haben. Hatte die Person zuvor eine langjährige Beziehung, dass glauben wir gern, dass die Beziehung mit uns womöglich ebenfalls eine gewisse Zeit überdauert.

Soweit so gut. An beiden Denkmodellen wird was Wahres dran sein. Und wie das im Leben so ist: Eine einfache Antwort gibt es auf die Frage nicht und die Sicherheit, dass man mit dem potentiellen Beziehungspartner einen Partner gefunden hat, mit dem es 'auf ewig' läuft, die gibt es sowieso nicht. Worum es mir aber geht ist, dass beide Ansätze uns in die irre führen. Der eine Weg bremst uns aus und hindert uns womöglich daran einen tollen Menschen kennen zu lernen und auf dem anderen Weg wiegen wir uns in einer trügerischen Sicherheit, die es so gar nicht gibt.

Aber was können uns die vergangenen Beziehungserfahrungen denn nun eigentlich verraten, oder wäre es nicht sogar viel sinnvoller, diese gar nicht zu beachten? Ich glaube, man kann schon wertvolle Informationen daraus ziehen. So können wir tatsächlich versuchen abzuschätzen, ob unser Gegenüber eventuell noch sehr an der verflossenen Liebe hängt und ihr hinterhertrauert und eigentlich gar nicht in der Lage ist etwas neues einzugehen. Oder aber ob die Erinnerungen zwar noch da und zum Teil auch schmerzhaft sind, aber schon wieder eine Bereitschaft da ist, sich für etwas Neues zu öffnen.

Ähnliches gilt für den Aspekt mit dem wir Beziehungserfahrenheit bescheinigen. Nur weil unsere auserwählte Person schon eine oder mehrere mehrjährige Beziehungen hinter sich hat, heißt das weder, dass dies Beziehungsformen waren die man selbst leben möchte, dass es gesunde Beziehungen waren oder aber dass der oder die Auserwählte im Moment gerade an etwas langfristigem interessiert ist. Wir wissen in aller Regel schlichtweg viel zu wenig um uns über die Beziehungen zwischen anderen Menschen ein angemessenes Urteil bilden zu können und ziehen zumeist nur ein Zeitkriterium heran. Was eine mehrjährige Beziehung jedoch durchaus aussagen kann ist, dass dieser Mensch zumindest in der Vergangenheit Willens und in der Lage war sich auf jemand anderen einzustellen und eine gewisse Bereitschaft mitgebracht hat eine andere Person in seinem Leben zu akzeptieren und ihr einen Platz einzuräumen. Nicht mehr und nicht weniger. Es heißt nicht, dass das in Zukunft zwischen dir und ihr oder ihm ebenfalls so sein wird. Denn du bist nicht die Expartnerin. Sind die bisher geführten Beziehungen eher von kurzer Dauer gewesen und haben selten wesentlich länger als ein Jahr angedauert, so kann man daraus auch versuchen etwas abzuleiten. Ich persönlich wäre bei solchen Konstellationen eher vorsichtig. Denn wenn jemand die Verbindung zu einer anderen Person jeweils nur ein paar Monate halten kann, dann hat dieser Mensch eher wenig Erfahrungen in Beziehungen gesammelt die über die Phase der Verliebtheit hinausgingen. Die Beziehungen haben kaum Alltag erlebt, bzw. sobald der Alltag kam konnte die Verbindung nicht gehalten werden.

Das hier stellt weder ein Beziehungstipp dar, noch ist es der Weisheit letzter Schluss. Es sind lediglich meine Gedanken zum Thema "Zeitkriterium: Beziehungserfahren". Auf der Partnersuche ist man immer bemüht den Gegenüber irgendwie einzuschätzen. Abzuschätzen ob das Lebenskonzept und Beziehungskonzept miteinander in Einklang zu bringen ist. Abzuschätzen ob und wie viel Energie man investieren will und ob der andere bereit ist das gleiche Maß an Energie in die angestrebte Verbindung einzubringen. Also ziehen wir die vergangenen Beziehungen unser Dates heran und versuchen das irgendwie zu interpretieren. Und auch wenn es dazu keine einfache Deduktion, keine einfache Wahrheit gibt, so kann uns allein das Zeitkriterium einen kleinen Hinweis auf die Fähigkeit zu romantischen Beziehungen geben. Aber diese kleinen Hinweise sind mit Vorsicht zu genießen. Denn nur, weil die vergangene Beziehung noch nicht lange beendet ist oder der Expartner noch Thema ist, heißt das nicht, dass eben jenem noch 'hinterhergetrauert' wird. Im Gegenzug bedeutet eine mehrjährige Beziehungserfahrung auch nicht, dass die Person auch in Zukunft (mit dir) eine langfristige Bindung eingehen wird.

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Free Solo.

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Bildquelle: Capelight.

Am 21.03. (also gestern) kam ein wirklich wahnsinnig sehenswerter Dokumentationsfilm über Alex Honnold und seine Vorbereitungen um den El Capitan - eine legendäre Felsformation im Yellowstone - ohne technische Hilfsmittel zu erklettern. Es sei mal kurz nebenbei bemerkt (falls es auf dem Foto nicht zu erkennen ist): Dieser Felsen ist mit über 900m wirklich sehr sehr hoch und sehr sicher schon mit Seil und Sicherung eine immense Herausforderungen. Je länger man den Film sieht, desto mehr beginnt man sich zu fragen: Wo zur Hölle findet dieser Mann eigentlich Halt?!

Der Film zeigt einen sehr krassen und eindrucksvollen Typen, der eine - wie ich finde - sehr spezielle Herangehensweise an die Dinge hat. Das Klettern verfolgt er mit einer beeindruckenden Zielstrebigkeit und auf den ersten Blick wirkt er wie ein recht charmanter und durchaus intelligenter junger Mann. Schaue ich mir den Film als Psychologin an, entdecke ich da aber auch durchaus Wesenszüge, die ihm diese herausragende Leistung überhaupt erst ermöglichen. So scheint er sich eher weniger an materielle Dinge und auch emotionale Beziehungen zu binden, als es die meisten von uns tun. Dabei ist es nicht so, dass er die Dinge völlig emotionslos angeht. Aber irgendwie scheint er keine Angst zu haben. Irgendetwas scheint es ihm möglich zu machen, dass er in einer solch (durchaus) lebensbedrohlichen Situation einen kühlen Kopf bewahrt und er unbeirrt seinen Weg weiter verfolgen kann. Im Film wird auch ein junger Mann gezeigt, der sehr viel Freude in und an seinem Leben zu haben scheint. Ein Mann, der gerne lebt. Nur eben auf seine besondere Art und Weise.

Man möchte während des Films immer wieder mal die Augen schließen, weil man denkt: Verdammt ist das hoch! Mach das doch nicht Junge! Das ist doch der blanke Wahnsinn! Aber er verfolgt einfach weiter seinen Weg, seinen großen Traum. Er erklettert in unter 4 Stunden diesen Felsen, steht oben drauf, schwitzt kaum und sagt sowas wie: "Joa, fühl mich gut.".

Wer sich für Sport und einzigartige Persönlichkeiten interessiert: Der Film ist absolut sehenswert. Die Psychologen unter uns werden einige interessante Aspekte erkennen und vielleicht werdet ihr wie ich am Ende des Films einfach sprachlos auf den Abspann starren und denken: Was für ein krasser Typ. Und vielleicht werdet ihr dann auf dem Heimweg auch ein wenig traurig denken: Das wird nicht der letzte lebensgefährliche Aufstieg von ihm gewesen sein. Und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass ihn das gleiche Schicksal ereilen wird, wie viele der Extremkletter. Aber bis dahin: Verdammt krasser Typ. Verdammt sehenswerter Film. Geht ins Kino!


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Master of Burnout im Psychologiestudium.

Unknown

Um es kurz zu machen: Ich hab ihn in der Tasche. Den Master of Science. Ich darf mich nun so gut wie Psychologin nennen. Vermutlich erst nach der Zeugnisübergabe. Aber wer weiß das schon so genau. Nach 8,5 Jahren Studium hab ich es nun geschafft und freu mir ein Loch in den Bauch. Weg mit den fiesen Sätzen meiner damaligen Klassenlehrerin der letzten beiden Schuljahre, die meinte, ich sei falsch auf dem Gymnasium und des Abiturs nicht würdig.

Und weil ich mich so freue, gibt es nun einfach die Zusammenfassung bzw. das Abstract meiner Masterarbeit für euch alle. Ich selber mochte mein Thema super gerne und fand es wahnsinnig spannend umso schöner, wenn man seine Note mit einem Lob versehen kredenzt bekommt von jemandem der wirklich eher zurückhaltend mit solchen Dingen ist.


"Das Burnout-Syndrom mit Symptomen der emotionalen Erschöpfung, Zynismus und Ineffizienzerleben (Maslach, Jackson & Leiter, 1997) gilt als Risikofaktor für die Entwicklung somatischer und psychischer Erkrankungen (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde, 2012). Psychologiestudierende standen bislang selten im Forschungsmittelpunkt, obwohl Psychologen zu einer Berufsgruppe zählen in der das Burnout-Syndrom gehäuft auftritt (Schmidbauer, 1977). Zielsetzung dieser Masterarbeit ist es Risiko- und Schutzfaktoren bei der Entwicklung eines Burnout unter Psychologiestudierenden zu untersuchen. Die quantitativen Daten aus Online-Fragebögen von n = 110 Studierenden der Medical School Hamburg (MSH) und n = 65 Studierenden der FernUniversität in Hagen (FUH) wurden inferenzstatistisch ausgewertet. Im Vergleich zur FUH erlebten sich Studierende der MSH belasteter. Studienbezogene Anforderungen erwiesen sich für beide Gruppe als signifikante Risikofaktoren bei der Entwicklung eines Burnout. Soziale Unterstützung durch Lehrende zeigte sich für MSH-Studierende und die Selbstwirksamkeitserwartung für beide Gruppen als protektiver Faktor. Die Anforderung an die Psychologiestudierenden der Stichprobe sind hoch und könnten seitens der Hochschulen durch Eröffnung von Handlungsspielräumen, Bereitstellung sozialer Unterstützung durch Lehrende und Angeboten zur Stressbewältigung adressiert werden. Die Regressionsanalyse stößt bei dieser Fragestellung an ihre Grenzen, die Verwendung von Pfadanalysen wird empfohlen."


Und wer auch immer meine Masterarbeit "Risiko- und Schutzfraktoren bei der Entwicklung eines Burnout-Syndrom im Psychologiestudium" lesen möchte, der darf sie sich gerne hier herunterladen.

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It's okay not to be okay.

"I don't like mondays" singen die Boomtown Rats. Und schaut man sich die Social Media Kanäle zum Wochenbeginn an, scheint das für eine Menge Menschen zuzutreffen. Besonders alamierend sind Zahlen der Deutschen Bahn (2004) denen zufolge sich Suizide gerade zu Beginn der Woche und in den Monaten April bis September häufen. Und weil heute Montag ist, gibt es heute diesen kurzen Artikel.

Es ist völlig okay, wenn es dir gerade nicht gut geht. Solche Phasen kennen wir alle. Und du musst da wirklich nicht allein durch.

Die, die mich kennen es sowieso schon: Ich habe immer ein offenes Ohr und helfe auf Nachfrage wo ich kann. Und selbst die, die mich nicht kennen, können es beim Besuch meiner Homepage erahnen. Ich teile hier Inhalte, ohne etwas dafür zurück zu erwarten. Ich bekomme immer wieder Emails mit Fragen rund um das Studium und alle die mir schonmal eine Email geschrieben haben, wissen das sie eine Antwort bekommen (sollte ich mal eine Antwort vergessen haben, tut mir das natürlich leid).

Aber auch für alle die mich nicht so gut kennen oder für jene die mich kennen, aber es vielleicht vergessen haben: Meine Tür steht dir immer offen. Es ist mir egal, ob du was wichtiges besprechen willst, Kummer hast oder einfach ein bisschen gemeinsam auf Bäume starren willst. Vielleicht suchst du auch ein Ventil für deine Wut. Ich bin da und höre zu. Ich werde nicht über dich urteilen, mich über dich lustig machen oder deine Sorgen und Nöte weiter erzählen. Ich werde dich einfach da sein lassen.

Wenn du in Not bist, kannst du dich melden. Es ist nicht wichtig wie gut oder wenig gut wir uns kennen, ob wir gerade Streit haben oder uns lange nicht mehr gesehen haben. Wenn du jemanden zum reden, anlehnen oder einfach eine Tasse Tee brauchst: Meine Telefonnummer hat sich seit 15 Jahren nicht geändert.

Geteiltes Leid ist halbes Leid. Und vielleicht sieht das alles schon gar nicht mehr so düster aus, wenn du deinen Ärger oder Kummer nicht mehr nur mit dir allein herumschleppen musst. Vielleicht tut es dann immer noch weh. Aber du weißt dann vielleicht, dass du nicht mehr allein bist.


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Wir sind Teil des Problems oder: Kommunikation ist echt kompliziert.

Wir alle kennen solche Situationen: Wir sind sauer auf die Welt. Wir fühlen uns irgendwie verstoßen, unverstanden und ungerecht behandelt. Wir verstehen eigentlich auch gar nicht so genau, was da eigentlich gerade vor sich geht oder was da passiert ist. Wir wissen nur, dass alles gerade schief zu laufen scheint und sich die Menschen uns gegenüber seltsam verhalten und das macht uns wütend, denn irgendwie scheinen wir gar keinen Einfluss darauf zu haben.

Doch ist das wirklich so? Haben wir wirklich keinen Einfluss auf die Situation? Sind wir wirklich nur passive Wesen, die den Geschehnissen ausgeliefert sind? Oder haben wir vielleicht doch auch selbst einen Anteil an der Krise in der wir gerade stecken? Sicherlich wird es auch immer wieder Menschen geben, die sich einfach seltsam verhalten und wo wir selbst wirklich nicht viel dazu beigetragen haben, dass komische Situationen entstehen. In aller Regel sind wir letzten Endes aber als Menschen immer auch soziale Wesen und somit zumeist Teil des Geschehens.

Wir sind also Teil der Geschehnisse und somit auch mit-verantwortlich für unseren eigenen Ärger. In anderen Worten: Meist sind wird selbst Teil unseres Problems. Das ist erstmal gar nicht schlimm, sondern nur eine Feststellung. Ausgehend von dieser Feststellung ist es oft ein guter Anfang sich zunächst einmal auf sich selbst zurück zu ziehen. Nicht um der Mittelpunkt zu werden um den die Welt kreist und weiter in seinem Leid zu versinken und sich unverstanden zu fühlen. Sondern um ein Gefühl für sich selbst wiederzufinden oder zu entwickeln. Sich selbst kennenzulernen

Der Rückzug auf sich selbst dient auch dazu aufzuhören, um die anderen zu kreisen. Zu überlegen warum sich die anderen Personen so verhalten haben, warum die vielleicht so gemein zu einem waren und was die zugrunde liegenden Motive gewesen sein mögen. Denn das alles bringt uns nicht weiter. Das hält uns nur von uns selbst fern. Und die anderen können wir sowieso nicht ändern. Aber an uns selbst können wir arbeiten, wenn wir wollen.

Wir können also an unserem Rückzugsort überlegen, welchen Anteil man selbst zu den Geschehnissen beigetragen hat. Wir machen beim nachdenken vielleicht die Beobachtung, dass wir immer wieder in solche Konflikte kommen, in denen wir uns unverstanden fühlen. In denen wir das Gefühl haben, dass alles schief läuft und alles was wir anpacken im Chaos endet. Gerade das spricht dafür, dass es da Anteile in uns drin gibt, die uns immer wieder in solche Situationen manövrieren. Was genau das ist, kann total unterschiedlich sein. (An dieser Stelle möchte ich die Podcast-Folgen von Curse mit dem Titel "Selbstsabotage erkennen und umwandeln" (LINK) empfehlen. Da geht nicht direkt um Konflikte und den eigenen Anteil daran, sondern viel eher um die Arbeit mit sich selbst und wie man sich selbst von Zeit zu Zeit daran hindert glücklich und zufrieden zu werden, weil wir uns von inneren Glaubenssätzen irgendwie abhalten lassen. Aber das Thema ist glaube ich auch gar nicht so weit von diesem Thema hier entfernt).

Wenn du ein paar Aspekte herausgefunden hast, wie du dazu beigetragen haben könntest, dass die Situation sich genau dahin entwickelt hat wo du mit deinem Konflikt oder deiner Krise nun stehst, dann hast du einen wichtigen Punkt erreicht: Du hast verstanden, dass du nicht nur das passive Opfer in diesem Konflikt (oder auch anderen Konflikten) bist. Sondern, dass auch du in gewisserweise als Täter aufgetreten bist. Und auch das ist gar nicht schlimm. Das macht dich zu einem Menschen. Wir sind alle fühlende Wesen. Das bedeutet aber auch, dass wir nicht immer alles total super machen. Sondern, dass wir alle auch Fehler machen und anderen Menschen weh tun. Auch wenn das überhaupt nicht in unserer Absicht lag. Aber menschliche Kommunikation hat dann doch ziemlich viele Irrwege, auf denen man falsch abbiegen kann.

Wenn wir also sauer mit der Welt sind, ist es zunächst einmal absolut okay wütend zu sein. Man ist ja in einer Situation, wo man so nicht hinwollte und alles ist doof. Aber es ist auch sinnvoll sich bewusst zu machen, dass Menschen weder nur Opfer, noch nur Täter sind. Dass menschliche Kommunikation unglaublich viele Irrwege hat und es sinnvoll sein kann - trotz all des eigenen Ärgers - einen Schritt zurück zu machen und zu versuchen sich die Situation von ein paar anderen Seiten anzusehen. Wenn es dir gelingt, die generelle Problematik mit der Kommunikation im Hinterkopf zu behalten, dann wird es dir auch ziemlich sicher möglich sein, mehr Verständnis für die anderen Beteiligten deiner Konfliktsituation aufzubringen. Das soll nicht heißen, dass man alles okay finden und entschuldigen muss was passiert ist. Es soll viel mehr heißen im Hinterkopf zu behalten, dass alle Beteiligten sowohl Täter als auch Opfer sind. Alle sind quasi Teil des Problems.


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Bildquelle: https://www.schulz-von-thun.de/die-modelle/das-kommunikationsquadrat

Abstand und das Hinterfragen des eigenen Anteils löst dabei aber nicht unbedingt einen bestehenden Konflikt. Ich habe das auch erst kürzlich erst versucht. Habe mich bemüht meinen Anteil am Problem zu hinterfragen und zu reflektieren. Habe so einiges gefunden und es aufgeschrieben. Aber nur weil man selbst meint, etwas sortiert aufgeschrieben zu haben, sagt das ja (wie ich erfahren habe) wenig darüber aus, ob andere das so verstehen, wie man es sich selbst gedacht hat. Und da wären wir wieder bei Schulz von Thun und dem 4-Ohren-Modell. Der Sender codiert das eine und der Empfänger encodiert was anderes. Die größten Missverständnisse entstehen dabei, wenn Sender und Empfänger sich auf unterschiedlichen Inhaltsebenen befinden und vor allem auch dann, wenn der Empfänger sich zum Beispiel gefühlsmäßig in einer ganz anderen Situation befindet. Vielleicht findet sich sogar der Empfänger in einer Situation wieder, in der er sich unverstanden fühlt und das Gefühl wird dann noch verstärkt, obwohl es dem Sender eigentlich um was ganz anderes ging. Kommunikation kann manchmal echt kompliziert sein. Aber das sagte ich schon.

Aber auch wenn Abstand und Hinterfragen keinen Konflikt lösen können. So holt uns das Erkennen des eigenen Anteils doch aus unserer passiv erduldenden Opferrolle heraus. Wir sind dann in der Lage zu erkennen, dass wir sowohl Opfer als auch Täter und vielleicht auch irgendwas dazwischen zugleich gewesen sein können. Wir sind in der Lage zu erkennen, dass uns nicht nur Dinge widerfahren, sondern dass wir die Geschehnisse durch unseren Anteil auch mitgestaltet haben. Und das gibt uns ein ganzes Stück weit Selbstwirksamkeit - also den Glauben die Welt aktiv mitgehalten zu können - zurück. Wir werden wieder Handlungsfähig.

Und wir wissen am Ende etwas mehr über uns und können es besser machen. In der Zukunft.

Link zum erwähnten Podcast: Selbstsabotage erkennen und umwandeln.

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Selbsterfahrung Part 4: Selbstwert und Abschied.

Selbstwert. Wie viel Wert messe ich mir selbst bei. Wodurch lässt sich mein Selbstwert mindern und was untermauert den Wert. Und: Ist der Selbstwert nicht eigentlich unantastbar und feststehend wie der Wert eines 50 € Scheines, der eben immer 50 € wert ist, egal ob ich auf ihm herumtrample oder im Dreck bade? Warum lassen wir überhaupt zu, dass externe Einflüsse den Wert den wir uns selbst geben mindern?

So viel vorweg: das letzte Selbsterfahrungswochenende war - für mich - deutlich besser und gewinnbringender als das vorige. Das mag zum einen an einer persönlichen Situation gelegen haben, die sich seitdem geändert hat und nun weniger belastend war. Zum anderen aber sicherlich auch, weil es nun um Themen ging, die für mich persönlich gerade sehr aktuell waren. Die Arbeit mit dem Selbstwert in die ich die vorigen Monate schon einige Zeit investiert hatte und die Arbeit mit dem Thema (Tod) Trauer und Abschied.

Während es am ersten Tag eher um positive Aspekte des Selbstwertes ging, in etwa mit welchen Säulen das eigene Selbstwertgefühl untermauert wird. In der angewandten Theorie wird das Selbstwertgefühl von acht Säulen getragen
1. Selbstvertrauen mit dem Vertrauen in eigene Fähigkeiten
2. Selbstakzeptanz mit den zentralen Themen sich selbst mit allen Stärken und Schwächen annehmen zu können und einer positiven Einstellung zu sich selbst (auch zum eigenen Körper)
3. Selbstbehauptung als Fähigkeit eigene Wünsche und Bedürfnisse aber auch Werte äußern und zielgerichtet verfolgen zu können
4. persönliche Integrität als Übereinstimmung von Verhalten und eigenen Wertvorstellungen
5. emotionale Kompetenz mit der Fähigkeit zur konstruktiven Emotionsregulation
6. soziale Kompetenz wird verkörpert durch das Erleben von Kontaktfähigkeit
7. soziale Zugehörigkeit zeichnet sich aus durch die Einbindung in positive soziale Beziehungen
8. Beziehungsgestaltung schlussendlich als achtsamer und verantwortungsvoller Umgang mit sich selbst und anderen Menschen.

In einer Übung hatten wir die Möglichkeit unsere persönlichen Säulen auszufüllen. Dabei können sich die Säulen durchaus in Dicke und Material unterscheiden. Einige sind poröser und weniger tragfähig, andere dafür aber äußerst stabil und tragen sehr viel zum individuellen Selbstwertgefühl bei. In der Reflektionsrunde war es spannend zu sehen, dass viele in ähnlichen Bereichen eher noch Optimierungsbedarf sahen, dass aber bei den allermeisten doch alle Säulen in unterschiedlicher Ausprägung vorhanden waren. In der Arbeit mit Patienten mag das dann aber wieder ganz anders aussehen.

In einer anderen Übung ging es nochmal fokussierter um die Wahrnehmung eigener Stärken und Schwächen in verschiedenen Bereichen. In der Gegenüberstellung wurde auch hier deutlich, dass sich jeder Mensch aus Stärken und Schwächen zusammensetzt. Es war schön sich die eigenen Stärken und Schwächen nochmals zu vergegenwärtigen.

Am zweiten Tag sind wir weiter in die Selbstwert-Thematik eingestiegen und haben unsere negativen Glaubenssätze herausgearbeitet. In der Kleingruppe war es dabei bisweilen immer wieder sehr erstaunlich durch welche negativen Glaubenssätze die anderen geplagt werden und auch die Reaktion der anderen auf die eigenen Glaubenssätze war oft von Erstaunen begleitet. Scheinbar sind andere Personen immer recht überrascht wenn sie damit konfrontiert werden was im Innern einer anderen Person teilweise so vor sich geht. In verschiedenen Übungen konnten wir Ansätze zum Umgang mit diesen negativen Glaubenssätzen ausprobieren. Mir persönlich hat es dabei besonders gut gefallen die Glaubenssätze durch den Raum hüpfend mit einer Schlagermelodie trällernd heraus zu singen. Die humoristische Defusionstechnik war - trotz des ernsten Themas - von viel Gelächter und guter Laune begleitet. In meinem Gefühl wurden die negativen Glaubenssätze ähnlich einem Irrwicht aus Harry Potter veralbert, sodass sie etwas von ihrem Schrecken und Einfluss verloren haben. Der langfristige Impact der Übung bleibt abzuwarten.

Im zweiten Themenblock ging es dann - passend zum Ende des Studiums - um Tod, Trauer und Abschied. Wie kann man damit umgehen, wenn jemand verstorben ist? Welche Möglichkeiten gibt es, wenn ein Zugehöriger eine schwere Krankheit hat, bei denen der Tod gewiss ist, oder zumindest eine im Raum stehende Wahrscheinlichkeit? Warum ist es überhaupt so wichtig, dass wir Abschied nehmen können und wie quälend kann es eigentlich sein, wenn man wichtige Dinge nie wieder klären und ansprechen kann, weil der Zugehörige einfach nicht mehr da ist?

Trauer und Abschied sind ja aber nicht nur Themen die den Tod begleiten, oder vom Tod begleitet werden, sondern sind im Grunde Themen des Alltags. Gefühlt ständig trennen sich im Umfeld Paare und plötzlich wird das Thema Trauer und Abschied hoch aktuell, obwohl niemand gestorben ist, selbst wenn ich sich bisweilen durchaus so anfühlen kann. Wie kann man Trauernde beim Abschied nehmen unterstützen? Wir haben zwar verschiedene Möglichkeiten und Ideen herausgearbeitet, aber am Ende des Tages ist das alles höchst individuell. Wichtig ist jedoch den Blick wieder nach vorn gerichtet zu bekommen. Mit dem Vergangenen abschließen zu können um neue Wege gehen zu können. Doch der Weg dahin ist langwierig und es sei wohl durchaus normal, dass dieser Prozess ein bis anderthalb Jahre dauert. Eine schlechte Nachricht für alle, die den Zustand schnell beendet haben wollen, aber eine gute für alle die an sich zweifeln, weil sie den Trauerprozess nach 6 Monaten noch nicht beendet haben. Besonders wichtig scheint - wie oben schon angesprochen - die Möglichkeit zu sein alles klären zu können. Wer sich mit einem Sterbenden gemeinsam auf den Tod hat vorbereiten können, dem wird es hinterher wahrscheinlich leichter fallen wieder neue Wege gehen zu können. Bei einer Trennung gibt es wohl eher selten die Möglichkeit das gemeinsam vorzubereiten. Hier wäre wohl eher der Umgang im Nachgang wichtig. Die Möglichkeit einräumen wichtige Fragen noch zu klären. Aber auch das geht nicht immer. Wo die Vor- und Nachbereitung nicht möglich ist, da hilft am Ende nur noch die radikale Akzeptanz. Aber das ist ja auch leichter gesagt, als getan.

Und weil wir nun am Ende des Studiums waren und Zeit hatten uns auf dieses Ende vorzubereiten haben wir uns zum Abschluss nochmal alle (also zumindest die, die noch anwesend waren) für einen Kaffee zusammengesetzt bevor wir auseinander gegangen sind. Rituale können also auch helfen beim Abschied nehmen.

Gesamtresümee:
Die Möglichkeit schon im Rahmen des Studiums ein Selbsterfahrungs-Seminar belegen zu können war für mich einer der wunderbarsten Aspekte des Studiums. Gerade wer in einem psychologischen Berufsfeld - oder eigentlich überhaupt mit Menschen - arbeiten will, kann von einem solchen Angebot profitieren. Für mich haben sich spannende Möglichkeiten ergeben mich selbst besser kennen zu lernen. Vieles wusste ich zwar schon, wurde mir aber im Rahmen des Seminars nochmals so richtig bewusst. Gerne hätte ich noch mehr solcher Wochenenden gehabt. Denn die Übung an sich selbst ist für mich mit die beste Vorbereitung um später mit Klienten achtsam umzugehen. Vor allem aber ist mir im Rahmen des Seminars sehr bewusst geworden, dass wirklich jeder irgendwelche Themen mit sich herumschleppt, was man von außen gar nicht erkennen kann. Die Selbsterfahrung ist somit auch ein guter Lehrer wenn es darum geht untereinander mehr Rücksicht und Milde walten zu lassen. Sehr schade fand ich, dass ich für den zweiten Teil eine tiefenpsychologisch orientierte Perspektive erwartet hatte, dies aber scheinbar nicht so mit unserer Dozentin kommuniziert wurde. Denn eben jene Perspektive hätte ich auch nochmal sehr spannend gefunden.

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Abendspaziergang durch die ersten Frühlingsgefühle

Gestern hatte ich das große Glück mit einer Kommilitonin - nach einem herausfordernden Tag im Selbsterfahrungsseminar - noch einen Spaziergang durch das abendliche Hamburg machen zu können. Man konnte bei milden Temperaturen schon ein wenig den Frühlings schmecken. Die Bilder geben hoffentlich wenigstens ansatzweise die tolle Stimmung wieder. Viel Spaß!

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Selbsterfahrung Part 3: Familie und Persönlichkeit

Vergangenes Wochenende stand wieder ganz im Zeichen der Selbsterfahrung. Diesmal sollen verschiedene Aspekte aus der tiefenpsychologischen Perspektive beleuchtet werden.

Für mich war das Wochenende vor allem aus privaten Gründen herausfordernd. Thematisch brachte das Wochenende nicht viel Neues und die Inhalte aus dem ersten verhaltenstherapeutisch orientiertem Seminar wiederholten sich zu großen Teilen.

So hatten wir doch auch im ersten Seminar eine Art Familienaufstellung gemacht. Diesmal mit dem Genogramm und der Lebenslinie jedoch zwei neue Möglichkeiten kennengelernt. Während das Genogramm mir persönlich zu oberflächlich und zu sehr an einem Stammbaum orientiert ist, der nicht-blutsverwandte wichtige Bezugspersonen außer Acht lässt fand ich besonders die Lebenslinie eine gute Möglichkeit um relativ zügig ein paar einschneidende negative sowie positive Ereignisse herauszufiltern.

In weiteren Übungen ging es um die eigene Persönlichkeitsentwicklung. Welche genetischen Bedingungen, sozialen und familiäre Umstände haben mich zu dem gemacht wer ich bin? Welche Grundüberzeugungen sind bei mir entstanden und wie würde ein kurzer Steckbrief mich möglichst prägnant beschreiben.

Der dritte Tag stand überwiegend im Zeichen der Emotionsregulation. Welche Emotionen und Gefühle habe ich in letzter Zeit in meinem beruflichen Leben und welche in meinem privaten Leben erfahren. Gab es da Unterschiede und überwogen in einem Bereich eher negative oder positive Gefühle?

Beide Übungen blieben mir persönlich zu sehr an der Oberfläche, was vielleicht auch daran lag, dass ich mich vor allem in den letzten paar Monaten selbst recht intensiv mit dem inneren Kind, Grundannahmen und Grundformen der Angst beschäftigt habe.

Viel Potential hatte eine kurze Einheit zu Umgang mit schwierigen Patienten. Warum lösen manche Patienten Unsicherheit, Hilflosigkeit oder Wut in mir aus und wie kann ich damit umgehen? Leider wurde dieses Thema nur kurz angeschnitten, bevor wir weiter in die Tiefe gehen konnten. Da hatte ich mir mehr erhofft.

Mal sehen was Termin 4 so bringt.

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Social Reboot.

Manchmal frage ich mich ob es möglich ist soziale Beziehungen neu zu starten. Und unter welchen Bedingungen das möglich ist.

Wir alle haben sicherlich schon das ein oder andere Mal die Erfahrung gemacht, dass es zu einem Bruch mit jemandem kam, den man eigentlich sehr zu schätzen gewusst hatte und sehr mochte. Aber dann ist an irgendeinem Punkt irgendwas ganz schrecklich schief gelaufen. Und manchmal weiß man hinterher gar nicht so genau was genau da eigentlich passiert ist. Nur, dass es einen Streit gab und dann ist plötzlich alles kaputt.

Streit gehört zum eben dazu und wir müssen alle unseren Umgang damit finden, dass nicht jeder unserer Meinung ist und auch nicht jeder immer alles gut finden kann was wir so tun. Aber es ist auch vollkommen klar und logisch, dass man nicht alles gut heißen kann was der andere so tut. Das heißt aber nur, dass man für sich selbst einen Umgang mit den Aspekten finden muss die man am anderen nicht ganz so gut findet. Akzeptanz ist hier eines der großen magischen Worte. Die Akzeptanz für das Anderssein meines Gegenübers. Und das ist mitunter schon schwer genug. Aber ohne Akzeptanz kann keine tragfähige Freundschaft oder Beziehung entstehen.

Akzeptanz bedeutet dabei - wie gesagt nicht - alles toll zu finden was der andere Mensch macht. Man kann (und sollte) schon spiegeln was man am Verhalten des anderen vielleicht nicht so gut oder eher schwierig finden. Aber wir müssen für uns selbst entscheiden, ob dieser Mensch trotzdem unser Freund sein soll. Und wenn ja: Akzeptiert die Eigenarten. Ihr könnte nur euch selbst ändern, die Mühe und Energie jemand anderen ändern zu Wollen, die könnt ihr sinnvoller bei euch selbst einsetzen.

Aber bei aller Akzeptanz und Wohlwollen und Zuneigung kommt es eben manchmal eben zu einem Knick. Irgendwas ist passiert. Irgendwas was dir oder deinem Gegenüber sehr weh getan hat. Oder beiden. Und vielleicht weißt du gar nicht so genau was du gesagt oder getan hast, dass der andere Mensch (den du eigentlich sehr gerne magst) nun so anders zu dir ist. Oder andersherum: Dir wurde sehr weh getan und du fühlst dich sehr verletzt. Und nun bist du diejenige die sich komisch verhält. Zumindest in den Augen deines Konfliktpartners, denn für dich mag deine Reaktion durchaus absolut nachvollziehbar und total logisch sein. Dein Gegenüber weiß aber vielleicht gar nicht womit er dir so weh getan hat. Du willst einfach nur, dass es nicht mehr weh tut. Du willst nicht wieder verletzt werden und willst dich davor schützen. Das ist absolut verständlich!

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass ihr beide nicht so genau wisst, warum die Situation nun so verkorkst ist. Dass ihr beide gerne eine Zeitmaschine hättet um Dinge anders zu lösen. Um die gesprochenen Worte, die sich wie vergiftete Nadeln unter die Haut gebohrt haben, niemals zu auszusprechen. Um einen Zustand herzustellen in dem zwischen euch alles wieder gut ist.

Die Wahrscheinlichkeit ist aber auch hoch, dass du Angst hast, dass der Bruch für immer ist. Das es nie wieder gut werden kann zwischen euch. Vielleicht weil du glaubst, dass du etwas getan oder gesagt hast, was nie wieder gut zu machen ist. Oder aber weil du das Gefühl hast, dass das was dir angetan wurde nie wieder gut zu machen ist. Oder dass du Angst hast, dass genau das Gleiche wieder passiert. Und weißt du was: Das ist verständlich! Diese Angst hat jeder. Auch der Mensch von dem du vielleicht glaubst, dass er dich nun hasst.

Doch kann es gelingen soziale Beziehungen neu zu starten? Den alten Beef hinzunehmen und zu akzeptieren als etwas das passiert ist. Als unabänderliche Vergangenheit zu akzeptieren und dem was zwischen euch, zwischen uns, so super gut war eine neue Chance zu geben? Gibt es die Chance die alten Verletzungen ruhen zu lassen und sich nochmal neu kennenzulernen?

Wie kann so ein Neustart gelingen? Was habt ihr für Ideen? Ist es euch schonmal gelungen und wenn ja wie?

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Der Vorsatz.

Es war mal wieder Jahreswechsel. Und wie das zum Jahreswechsel so ist, beschleicht uns alle immer wieder das Gefühl, dass wir irgendetwas altes abschließen und ein neues Kapitel beginnen können. Das neue Kapitel wird dabei natürlich unglaublich super und groß. Und vor allem viel besser als das davor. Und damit das auch so wird, starten viele von uns mit guten Vorsätzen ins neue Jahr. Mehr Sport und mehr Gemüse essen. Weniger süß und weniger Alkohol. Und natürlich will man sich auch nicht mehr mit 'den falschen' Leuten einlassen und endlich zu sich selbst stehen. Oder zumindest so irgendwas in der Art.

Das Problem an der Sache: Was ich das ganze Jahr nicht mache, das werde ich auch im neuen Jahr nicht machen, nur weil halt grad mal Jahreswechsel war. Und so landen die Turnschuhe ganz schnell wieder im Schrank, die Schokolade kehrt wieder zurück in den Schrank und gegen den Chef der uns zu Überstunden treibt können wir uns auch nicht plötzlich besser wehren. Mist.

Doch woran liegt das? Am Vorsatz. Denn ein Vorsatz ist - wie das Wort schon sagt - der Satz der vor dem Eigentlichen kommt. Häufig sind sie in der Formulierung mit einem wollen verknüpft: "Ich will mehr Sport machen.", "Ich will abnehmen.", "Ich will mich gesünder ernähren.". Ja, schön und gut. Ich will auch 3000 Euro netto mit einer 20-Stunden-Woche verdienen. Wird aber aller Voraussicht nach in nächster Zukunft nicht passieren. Was ich damit sagen will: Wollen kann ich vieles. Ein Wollen ist auch gut und wichtig im Leben.

Zu wissen was man will, ist übrigens oft gar nicht so einfach und zumeist schon das erste große Problem. Und wer dann endlich so weit ist zu wissen was er will, hat noch lange nicht herausgefunden wie er oder sie das erreichen kann und möchte. Der Schritt vom Wollen zum Machen ist noch nicht gegangen. Um etwas zu Wollen, muss man auch erstmal wissen wohin man will. Welches Ziel man erreichen will. Und hier beginnt häufig das Problem mit den Vorsätzen: Man formuliert zwar ein Wollen, aber macht sich selbst nicht klar wo man hin will. Kein Ziel vor Augen zu haben an dem man den eigenen Fortschritt überprüfen kann, schränkt das Durchhaltevermögen ganz immens ein. Wenn ich nicht weiß wohin mich mein Weg führen soll, wie soll ich mich dann dazu motivieren ihn auch zu gehen?

Die bessere Alternative zu den guten Vorsätzen: Macht euch eine Vorstellung von eurem Ziel. Was wollt ihr dieses Jahr erreichen? Wie könnt ihr das erreichen? Was habt ihr dafür schon getan und wo müsst ihr euch noch entwickeln? Und dann einen Plan erstellen, wie es gelingen kann. Und woran könnt ihr erkennen, dass es gelingt?

Ich habe selbst keine Vorsätze für kommendes Jahr. Das letzte halbe Jahr 2018 war für mich streckenweise unglaublich anstrengend. Ich bin für jeden dankbar, der in dieser Zeit an meiner Seite für mich da war. Ich bin dankbar für die Möglichkeiten an denen ich erkennen konnte wer meine Freunde sind und wer nicht. Ich hatte Spaß dabei an meiner Masterarbeit zu schreiben und bin ein bisschen traurig darüber, dass ich aufgrund der Umstände nicht mein volles Potential dafür ausschöpfen konnte. Was ich für 2019 geplant habe beschränkt sich somit zunächst mal auf die elementaren und naheliegenden Dinge: Ich werde meine Masterarbeit im kommenden Monat fertig stellen und mich nebenbei um einen Job bewerben. Ich werde an ein paar persönlichen Baustellen arbeiten um unabhängiger zu werden und ich werde mich vom Fitnessstudio mehr aufs Bouldern verlagern. Und wenn ich das alles hinkriege, dann hab ich schon eine ganze Menge geschafft.

Ich wünsche euch ein erfolgreiches und erfüllendes 2019!



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Bildquelle: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-01/neujahr-silvester-feuerwerk-feier-fs

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