Peripherie

Forststeig - Wir kommen!

Jihovýchodní_úbočí_Děčínského_Sněžníku
Bildquelle: https://bit.ly/31Ey4H1

In wenigen Tagen ist es endlich so weit, was schon länger eine Idee war, hat vor wenigen Monaten konkrete Formen angenommen. Wir werden den Forststeig entern. Der Forststeig ist ein Weitwanderweg von ca. 100 km der im April 2018 geöffnet wurde. Wir werden versuchen den Weg in 6 Etappen zu laufen und werden in sehr einfachen Hütten oder im Zelt nächtigen. Ich freu mich wie Bolle, dass ich mich eine Woche lang von dehydriertem Essen ernähren darf, dass wir auf dem kleinen Kocher erstmal wieder mit Wasser versetzen und essbar machen werden.

Wer mich kennt, der weiß: Eine meiner größten Ängste ist, dass ich verhungere. Also ist auch meine größte Sorge für die bevorstehende Wanderung, dass ich zu wenig essen mit habe. Und in der Tat ist es gar nicht so einfach drei Mahlzeiten zusammenzustellen die 2800 bis 3000 Kalorien abdecken. Und so trickst man mit Olivenöl, dass man ans Essen dazu gibt noch ein paar Kalorien oben drauf und packt Schokolade ein. Natürlich nur wegen der Kalorien!!!

Wenn man Sein Hab und Gut 6 Tage lang durch die Wildnis tragen muss, sollte man sich schon sehr gut überlegen, was man wirklich braucht und was Luxusartikel sind auf die man verzichten kann. Und so habe ich mich noch nicht abschließend mit mir selbst geeinigt ob ich den ebook-Reader mitnehmen möchte oder nicht. Sind es mir die 300g wert? Ich hab ja noch kurz Zeit darüber nachzudenken. Definitiver Luxusgegenstand wird aber das Handy, eine kleine Powerbank und meine Miniobjektive sein. Denn Fotos würd ich schon gerne machen. Also freut euch! Bis jetzt sieht die Gewichtsbilanz aber ganz gut aus. Der Rucksack kommt als Gewicht noch oben drauf, ebenso wie ein Zelt, das wir abwechselnd tragen werden.

Ich freu mich wie Bolle, vor allem weil in den letzten Wochen sehr stark die Belastungen der vergangenen Jahre mit der Doppelbelastung Studium + Arbeit zu spüren bekomme. Und vor allem auch alles was im letzten Jahr in meinem Leben passiert ist. Es gab so vieles was in Bewegung war und sich verändert hat. Und ich hatte kaum Zeit das nachzuspüren. Ich bin also unglaublich froh über die Möglichkeit Abstand zu kriegen. Und zwar fast völligen. Die Powerbank ist wirklich klein was bedeutet, dass mein Handy nur zum Fotografieren und für Notfälle dient. Alle andere Kommunikation muss eine Woche warten. Digital Diet nennt man das heutzutage wohl. Ganz besonders interessant wird wohl die Erfahrung wie es ist eine Woche ohne Musik auszukommen. Vor allem für jemanden wie mich, die sich am Tag sicherlich 5h mit Musik beschallt. Aufregend!


Bildschirmfoto 2019-06-18 um 19.23.01

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Gewalt in der Psychiatrie und Pflegenotstand

Vor ein paar Wochen ist ein Mann in der Psychiatrie verstorben. Der Fall ging ein paar Tage lang durch die Medien und jetzt scheint wieder Ruhe eingekehrt zu sein. Ich muss sagen, dass ich von der Berichterstattung doch sehr irritiert war und mich das in der Folge an der sonstigen Berichterstattung zweifeln lässt. Denn im Bereich der psychiatrischen Interventionen traue ich mir dann doch eine gewisse Expertise zu und da ich in besagtem Krankenhaus arbeite, kenne ich auch die Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsdienst, der für sein Vorgehen an den Pranger gestellt worden ist.

Vorweg: Ich war bei dem Vorfall nicht dabei und kann mir daher kaum ein umfassendes Urteil darüber bilden, was in der Situation genau vorgefallen ist und ich weiss auch nicht wer da wie gehandelt hat. Aber ich kenne das Vorgehen im Falle von akuter Eigen- und/oder Fremdgefährdung wenn der Patient nicht mehr compliant (also Behandlungsuneinsichtig) und zugänglich ist.

Der erste große Fehler den mir in der Berichterstattung aufgefallen ist war die Suggerierung, dass der Patient freiwillig in Behandlung gewesen sei und die Zwangsmaßnahmen somit nicht hätten statt finden dürfen. Ein Patient der unter Zwang behandelt werden muss, kann per definitionem schon nicht mehr freiwillig in Behandlung sein. Das schließt sich aus. Es kommt jedoch häufiger vor, dass sich Patienten zunächst freiwillig in Behandlung begeben, sich deren Zustand aber dann verschlechtert. Eventuell werden sie zunehmend psychotisch und wahnhaft, sie entwickelt Suizidideen oder aber bedrohen andere Personen. Dann kann es passieren dass akuter Handlungsbedarf besteht. Der behandelnde Arzt schätzte Lage (im besten Falle in Rücksprache mit dem Pflegepersonal) ein und trifft eine Entscheidung über das weitere Vorgehen. Er kann z.B. eine Unterbringung veranlassen wenn der Patient selbst nicht behandlungseinsichtig ist, diese aber dringend notwendig hat. Diese muss von einem Richter innerhalb von 24 Stunden überprüft werden. Ist der Patient untergebracht wird er im Grunde schon unter Zwang behandelt. Denn würde er sich freiwillig behandeln lassen wollen, dann wäre diese Maßnahme nicht notwendig. Es gibt hier aber noch ein paar Graustufen, auf die ich erstmal nicht weiter eingehen will.

Ist ein Mensch also untergebracht, soll er vor sich selbst oder andere vor ihm geschützt werden. Meist geschieht die Behandlung auf entsprechend geschützten Station ("der geschlossenen Psychiatrie"). Doch wie kommt der Patient dort hin, wenn er da noch nicht ist? In der Regel wird er durch entsprechend ausgebildetes Personal dorthin begleitet. Situationsabhängig erfolgt dies zumeist durch das Pflegepersonal, den Sicherheitsdienst oder die Polizei.

Andere Zwangsmaßnahmen die in psychiatrischen Abteilungen durchgeführt werden, sind die Zwangsmedikation oder auch die Immobiliserung durch Fixierung. Auch hier stellt sich für jeden Einzelfall die Frage welche Unterstützung man zur Durchführung benötigt. Die Polizei wird bei Fixierungen erst dann dazu geholt, wenn die personellen Kräfte des Hauses nicht mehr ausreichen.

Das der behandelnde Arzt mit der Unterstützung des Sicherheitsdienstes auf einen Patienten zu geht um ihn auf eine Station zu begleiten ist dementsprechend ein normales Vorgehen. Wie gesagt: Was dort im Detail passiert ist weiss ich nicht. Was ich aber weiss ist, dass die Anwendung solcher Maßnahmen brutal aussehen. Weil sie genau das mitunter sind. Ein Mensch wird gegen seinen Willen und unter Anwendung von Gewalt überwältigt. Nicht um zu schaden, sondern um zu schützen.

Gewalt gehört in der Akutpsychiatrie zum täglichen Geschäft. Das Gewaltpotential seitens der Patienten ist mitunter ganz immens. Beschimpfungen, verbale und körperliche Bedrohungen sind an der Tagesordnung und viel zu häufig kommt es zu Übergriffen auf Pflegekräfte. Der Sicherheitsdienst hat somit durchaus seine Berechtigung. Denn mit den vorhandenen personellen Ressourcen ist die Arbeit - aus meiner Sicht - nicht mehr zu bewältigen. Das Ergebnis einer zu dünnen Personaldecke sind zunehmend gescheiterte Deeskalationsversuche die in Gewalt der anderen Seite enden. Gewalt in Form von Fixierung oder "Begleitung" in die Zimmerisolierung. Als Pflegekraft ist mir also durchaus bewusst was ich da tue. Und ich würde mir wünschen, dass die Möglichkeiten zur Deeskalation größer wären. Aber mit der Personaldecke ist das nicht möglich.

Der Fall und die zugehörige Berichterstattung hat nicht dazu geführt, das eine ernsthafte Diskussion über Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie und das Ausmaß der Gewalt (dem vor allem die Pflegekräfte ausgesetzt sind) geführt wurde, obwohl diese Diskussion dringend notwendig gewesen wäre. Statt einer Diskussion darüber, warum es überhaupt notwendig ist Sicherheitskräfte bei der Durchsetzung von Zwangsmaßnahmen hinzuzuziehen (weil nämlich zu wenig Pflegekräfte da sind um qualitativ bessere Deeskalation und Behandlung anzubieten) werden Rassismusvorwürfe laut und die Ausbildung der Sicherheitskräfte angeprangert.

Irgendwas ist da in der Berichterstattung schief gelaufen. Ein Mann ist gestorben. Und das ist traurig. Ob die Anwendung der Zwangsmaßnahmen und die Intervention der Sicherheitsbeamte, das wird eine Untersuchung klären. Der Vorfall hätte zu einer wertvollen Diskussion über die Behandlung in der Psychiatrie führen können. Aber vielleicht möchte man sich als Aussenstehender auch weiterhin nicht damit beschäftigen was hinter den Mauern passiert, weil es tendenziell ein bisschen Angst macht. Nicht zuletzt sicherlich auch, weil es es in der Geschichte der Psychiatrie ganz furchtbare Behandlungsansätze gab.

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Zeitkriterium: Beziehungserfahren

Kürzlich unterhielt ich mich mit jemandem über das Thema Beziehungserfahrungen. Beziehungsweise was wir eigentlich darunter verstehen, wenn wir andere Personen als 'beziehungserfahren' einschätzen.

Wir sind ja alle irgendwie beziehungserfahren. Wir haben alle Erfahrungen mit verschiedenen Arten von Beziehungen gemacht. Je älter wir werden, desto höher auch die Wahrscheinlichkeit, dass wir bereits Erfahrungen mit der ein oder anderen Liebesbeziehung gemacht haben. Und um eben jene und die Interpretation vergangener Beziehungserfahrungen soll es im Folgenden gehen.

In meiner Beobachtung scheint es so, dass je jünger wir sind, desto eher lassen wir uns zu vereinfachenden Denkmodellen hinreißen. Da ist man schnell dabei über das potentielle Gegenüber das Urteil zu fällen er oder sie sei über den vorigen Partner noch nicht hinweg, weil diese Person noch einen gewissen Stellenwert im Leben einnimmt. Einige Jahre später wollen wir unseren potentiellen Beziehungspartner dahingehend abchecken, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass die Beziehung einen gewissen Zeitraum überdauert und was tun wir dafür? Genau: Wir ziehen die Informationen ran die wir haben. Hatte die Person zuvor eine langjährige Beziehung, dass glauben wir gern, dass die Beziehung mit uns womöglich ebenfalls eine gewisse Zeit überdauert.

Soweit so gut. An beiden Denkmodellen wird was Wahres dran sein. Und wie das im Leben so ist: Eine einfache Antwort gibt es auf die Frage nicht und die Sicherheit, dass man mit dem potentiellen Beziehungspartner einen Partner gefunden hat, mit dem es 'auf ewig' läuft, die gibt es sowieso nicht. Worum es mir aber geht ist, dass beide Ansätze uns in die irre führen. Der eine Weg bremst uns aus und hindert uns womöglich daran einen tollen Menschen kennen zu lernen und auf dem anderen Weg wiegen wir uns in einer trügerischen Sicherheit, die es so gar nicht gibt.

Aber was können uns die vergangenen Beziehungserfahrungen denn nun eigentlich verraten, oder wäre es nicht sogar viel sinnvoller, diese gar nicht zu beachten? Ich glaube, man kann schon wertvolle Informationen daraus ziehen. So können wir tatsächlich versuchen abzuschätzen, ob unser Gegenüber eventuell noch sehr an der verflossenen Liebe hängt und ihr hinterhertrauert und eigentlich gar nicht in der Lage ist etwas neues einzugehen. Oder aber ob die Erinnerungen zwar noch da und zum Teil auch schmerzhaft sind, aber schon wieder eine Bereitschaft da ist, sich für etwas Neues zu öffnen.

Ähnliches gilt für den Aspekt mit dem wir Beziehungserfahrenheit bescheinigen. Nur weil unsere auserwählte Person schon eine oder mehrere mehrjährige Beziehungen hinter sich hat, heißt das weder, dass dies Beziehungsformen waren die man selbst leben möchte, dass es gesunde Beziehungen waren oder aber dass der oder die Auserwählte im Moment gerade an etwas langfristigem interessiert ist. Wir wissen in aller Regel schlichtweg viel zu wenig um uns über die Beziehungen zwischen anderen Menschen ein angemessenes Urteil bilden zu können und ziehen zumeist nur ein Zeitkriterium heran. Was eine mehrjährige Beziehung jedoch durchaus aussagen kann ist, dass dieser Mensch zumindest in der Vergangenheit Willens und in der Lage war sich auf jemand anderen einzustellen und eine gewisse Bereitschaft mitgebracht hat eine andere Person in seinem Leben zu akzeptieren und ihr einen Platz einzuräumen. Nicht mehr und nicht weniger. Es heißt nicht, dass das in Zukunft zwischen dir und ihr oder ihm ebenfalls so sein wird. Denn du bist nicht die Expartnerin. Sind die bisher geführten Beziehungen eher von kurzer Dauer gewesen und haben selten wesentlich länger als ein Jahr angedauert, so kann man daraus auch versuchen etwas abzuleiten. Ich persönlich wäre bei solchen Konstellationen eher vorsichtig. Denn wenn jemand die Verbindung zu einer anderen Person jeweils nur ein paar Monate halten kann, dann hat dieser Mensch eher wenig Erfahrungen in Beziehungen gesammelt die über die Phase der Verliebtheit hinausgingen. Die Beziehungen haben kaum Alltag erlebt, bzw. sobald der Alltag kam konnte die Verbindung nicht gehalten werden.

Das hier stellt weder ein Beziehungstipp dar, noch ist es der Weisheit letzter Schluss. Es sind lediglich meine Gedanken zum Thema "Zeitkriterium: Beziehungserfahren". Auf der Partnersuche ist man immer bemüht den Gegenüber irgendwie einzuschätzen. Abzuschätzen ob das Lebenskonzept und Beziehungskonzept miteinander in Einklang zu bringen ist. Abzuschätzen ob und wie viel Energie man investieren will und ob der andere bereit ist das gleiche Maß an Energie in die angestrebte Verbindung einzubringen. Also ziehen wir die vergangenen Beziehungen unser Dates heran und versuchen das irgendwie zu interpretieren. Und auch wenn es dazu keine einfache Deduktion, keine einfache Wahrheit gibt, so kann uns allein das Zeitkriterium einen kleinen Hinweis auf die Fähigkeit zu romantischen Beziehungen geben. Aber diese kleinen Hinweise sind mit Vorsicht zu genießen. Denn nur, weil die vergangene Beziehung noch nicht lange beendet ist oder der Expartner noch Thema ist, heißt das nicht, dass eben jenem noch 'hinterhergetrauert' wird. Im Gegenzug bedeutet eine mehrjährige Beziehungserfahrung auch nicht, dass die Person auch in Zukunft (mit dir) eine langfristige Bindung eingehen wird.

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Free Solo.

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Bildquelle: Capelight.

Am 21.03. (also gestern) kam ein wirklich wahnsinnig sehenswerter Dokumentationsfilm über Alex Honnold und seine Vorbereitungen um den El Capitan - eine legendäre Felsformation im Yellowstone - ohne technische Hilfsmittel zu erklettern. Es sei mal kurz nebenbei bemerkt (falls es auf dem Foto nicht zu erkennen ist): Dieser Felsen ist mit über 900m wirklich sehr sehr hoch und sehr sicher schon mit Seil und Sicherung eine immense Herausforderungen. Je länger man den Film sieht, desto mehr beginnt man sich zu fragen: Wo zur Hölle findet dieser Mann eigentlich Halt?!

Der Film zeigt einen sehr krassen und eindrucksvollen Typen, der eine - wie ich finde - sehr spezielle Herangehensweise an die Dinge hat. Das Klettern verfolgt er mit einer beeindruckenden Zielstrebigkeit und auf den ersten Blick wirkt er wie ein recht charmanter und durchaus intelligenter junger Mann. Schaue ich mir den Film als Psychologin an, entdecke ich da aber auch durchaus Wesenszüge, die ihm diese herausragende Leistung überhaupt erst ermöglichen. So scheint er sich eher weniger an materielle Dinge und auch emotionale Beziehungen zu binden, als es die meisten von uns tun. Dabei ist es nicht so, dass er die Dinge völlig emotionslos angeht. Aber irgendwie scheint er keine Angst zu haben. Irgendetwas scheint es ihm möglich zu machen, dass er in einer solch (durchaus) lebensbedrohlichen Situation einen kühlen Kopf bewahrt und er unbeirrt seinen Weg weiter verfolgen kann. Im Film wird auch ein junger Mann gezeigt, der sehr viel Freude in und an seinem Leben zu haben scheint. Ein Mann, der gerne lebt. Nur eben auf seine besondere Art und Weise.

Man möchte während des Films immer wieder mal die Augen schließen, weil man denkt: Verdammt ist das hoch! Mach das doch nicht Junge! Das ist doch der blanke Wahnsinn! Aber er verfolgt einfach weiter seinen Weg, seinen großen Traum. Er erklettert in unter 4 Stunden diesen Felsen, steht oben drauf, schwitzt kaum und sagt sowas wie: "Joa, fühl mich gut.".

Wer sich für Sport und einzigartige Persönlichkeiten interessiert: Der Film ist absolut sehenswert. Die Psychologen unter uns werden einige interessante Aspekte erkennen und vielleicht werdet ihr wie ich am Ende des Films einfach sprachlos auf den Abspann starren und denken: Was für ein krasser Typ. Und vielleicht werdet ihr dann auf dem Heimweg auch ein wenig traurig denken: Das wird nicht der letzte lebensgefährliche Aufstieg von ihm gewesen sein. Und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass ihn das gleiche Schicksal ereilen wird, wie viele der Extremkletter. Aber bis dahin: Verdammt krasser Typ. Verdammt sehenswerter Film. Geht ins Kino!


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It's okay not to be okay.

"I don't like mondays" singen die Boomtown Rats. Und schaut man sich die Social Media Kanäle zum Wochenbeginn an, scheint das für eine Menge Menschen zuzutreffen. Besonders alamierend sind Zahlen der Deutschen Bahn (2004) denen zufolge sich Suizide gerade zu Beginn der Woche und in den Monaten April bis September häufen. Und weil heute Montag ist, gibt es heute diesen kurzen Artikel.

Es ist völlig okay, wenn es dir gerade nicht gut geht. Solche Phasen kennen wir alle. Und du musst da wirklich nicht allein durch.

Die, die mich kennen es sowieso schon: Ich habe immer ein offenes Ohr und helfe auf Nachfrage wo ich kann. Und selbst die, die mich nicht kennen, können es beim Besuch meiner Homepage erahnen. Ich teile hier Inhalte, ohne etwas dafür zurück zu erwarten. Ich bekomme immer wieder Emails mit Fragen rund um das Studium und alle die mir schonmal eine Email geschrieben haben, wissen das sie eine Antwort bekommen (sollte ich mal eine Antwort vergessen haben, tut mir das natürlich leid).

Aber auch für alle die mich nicht so gut kennen oder für jene die mich kennen, aber es vielleicht vergessen haben: Meine Tür steht dir immer offen. Es ist mir egal, ob du was wichtiges besprechen willst, Kummer hast oder einfach ein bisschen gemeinsam auf Bäume starren willst. Vielleicht suchst du auch ein Ventil für deine Wut. Ich bin da und höre zu. Ich werde nicht über dich urteilen, mich über dich lustig machen oder deine Sorgen und Nöte weiter erzählen. Ich werde dich einfach da sein lassen.

Wenn du in Not bist, kannst du dich melden. Es ist nicht wichtig wie gut oder wenig gut wir uns kennen, ob wir gerade Streit haben oder uns lange nicht mehr gesehen haben. Wenn du jemanden zum reden, anlehnen oder einfach eine Tasse Tee brauchst: Meine Telefonnummer hat sich seit 15 Jahren nicht geändert.

Geteiltes Leid ist halbes Leid. Und vielleicht sieht das alles schon gar nicht mehr so düster aus, wenn du deinen Ärger oder Kummer nicht mehr nur mit dir allein herumschleppen musst. Vielleicht tut es dann immer noch weh. Aber du weißt dann vielleicht, dass du nicht mehr allein bist.


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Wir sind Teil des Problems oder: Kommunikation ist echt kompliziert.

Wir alle kennen solche Situationen: Wir sind sauer auf die Welt. Wir fühlen uns irgendwie verstoßen, unverstanden und ungerecht behandelt. Wir verstehen eigentlich auch gar nicht so genau, was da eigentlich gerade vor sich geht oder was da passiert ist. Wir wissen nur, dass alles gerade schief zu laufen scheint und sich die Menschen uns gegenüber seltsam verhalten und das macht uns wütend, denn irgendwie scheinen wir gar keinen Einfluss darauf zu haben.

Doch ist das wirklich so? Haben wir wirklich keinen Einfluss auf die Situation? Sind wir wirklich nur passive Wesen, die den Geschehnissen ausgeliefert sind? Oder haben wir vielleicht doch auch selbst einen Anteil an der Krise in der wir gerade stecken? Sicherlich wird es auch immer wieder Menschen geben, die sich einfach seltsam verhalten und wo wir selbst wirklich nicht viel dazu beigetragen haben, dass komische Situationen entstehen. In aller Regel sind wir letzten Endes aber als Menschen immer auch soziale Wesen und somit zumeist Teil des Geschehens.

Wir sind also Teil der Geschehnisse und somit auch mit-verantwortlich für unseren eigenen Ärger. In anderen Worten: Meist sind wird selbst Teil unseres Problems. Das ist erstmal gar nicht schlimm, sondern nur eine Feststellung. Ausgehend von dieser Feststellung ist es oft ein guter Anfang sich zunächst einmal auf sich selbst zurück zu ziehen. Nicht um der Mittelpunkt zu werden um den die Welt kreist und weiter in seinem Leid zu versinken und sich unverstanden zu fühlen. Sondern um ein Gefühl für sich selbst wiederzufinden oder zu entwickeln. Sich selbst kennenzulernen

Der Rückzug auf sich selbst dient auch dazu aufzuhören, um die anderen zu kreisen. Zu überlegen warum sich die anderen Personen so verhalten haben, warum die vielleicht so gemein zu einem waren und was die zugrunde liegenden Motive gewesen sein mögen. Denn das alles bringt uns nicht weiter. Das hält uns nur von uns selbst fern. Und die anderen können wir sowieso nicht ändern. Aber an uns selbst können wir arbeiten, wenn wir wollen.

Wir können also an unserem Rückzugsort überlegen, welchen Anteil man selbst zu den Geschehnissen beigetragen hat. Wir machen beim nachdenken vielleicht die Beobachtung, dass wir immer wieder in solche Konflikte kommen, in denen wir uns unverstanden fühlen. In denen wir das Gefühl haben, dass alles schief läuft und alles was wir anpacken im Chaos endet. Gerade das spricht dafür, dass es da Anteile in uns drin gibt, die uns immer wieder in solche Situationen manövrieren. Was genau das ist, kann total unterschiedlich sein. (An dieser Stelle möchte ich die Podcast-Folgen von Curse mit dem Titel "Selbstsabotage erkennen und umwandeln" (LINK) empfehlen. Da geht nicht direkt um Konflikte und den eigenen Anteil daran, sondern viel eher um die Arbeit mit sich selbst und wie man sich selbst von Zeit zu Zeit daran hindert glücklich und zufrieden zu werden, weil wir uns von inneren Glaubenssätzen irgendwie abhalten lassen. Aber das Thema ist glaube ich auch gar nicht so weit von diesem Thema hier entfernt).

Wenn du ein paar Aspekte herausgefunden hast, wie du dazu beigetragen haben könntest, dass die Situation sich genau dahin entwickelt hat wo du mit deinem Konflikt oder deiner Krise nun stehst, dann hast du einen wichtigen Punkt erreicht: Du hast verstanden, dass du nicht nur das passive Opfer in diesem Konflikt (oder auch anderen Konflikten) bist. Sondern, dass auch du in gewisserweise als Täter aufgetreten bist. Und auch das ist gar nicht schlimm. Das macht dich zu einem Menschen. Wir sind alle fühlende Wesen. Das bedeutet aber auch, dass wir nicht immer alles total super machen. Sondern, dass wir alle auch Fehler machen und anderen Menschen weh tun. Auch wenn das überhaupt nicht in unserer Absicht lag. Aber menschliche Kommunikation hat dann doch ziemlich viele Irrwege, auf denen man falsch abbiegen kann.

Wenn wir also sauer mit der Welt sind, ist es zunächst einmal absolut okay wütend zu sein. Man ist ja in einer Situation, wo man so nicht hinwollte und alles ist doof. Aber es ist auch sinnvoll sich bewusst zu machen, dass Menschen weder nur Opfer, noch nur Täter sind. Dass menschliche Kommunikation unglaublich viele Irrwege hat und es sinnvoll sein kann - trotz all des eigenen Ärgers - einen Schritt zurück zu machen und zu versuchen sich die Situation von ein paar anderen Seiten anzusehen. Wenn es dir gelingt, die generelle Problematik mit der Kommunikation im Hinterkopf zu behalten, dann wird es dir auch ziemlich sicher möglich sein, mehr Verständnis für die anderen Beteiligten deiner Konfliktsituation aufzubringen. Das soll nicht heißen, dass man alles okay finden und entschuldigen muss was passiert ist. Es soll viel mehr heißen im Hinterkopf zu behalten, dass alle Beteiligten sowohl Täter als auch Opfer sind. Alle sind quasi Teil des Problems.


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Bildquelle: https://www.schulz-von-thun.de/die-modelle/das-kommunikationsquadrat

Abstand und das Hinterfragen des eigenen Anteils löst dabei aber nicht unbedingt einen bestehenden Konflikt. Ich habe das auch erst kürzlich erst versucht. Habe mich bemüht meinen Anteil am Problem zu hinterfragen und zu reflektieren. Habe so einiges gefunden und es aufgeschrieben. Aber nur weil man selbst meint, etwas sortiert aufgeschrieben zu haben, sagt das ja (wie ich erfahren habe) wenig darüber aus, ob andere das so verstehen, wie man es sich selbst gedacht hat. Und da wären wir wieder bei Schulz von Thun und dem 4-Ohren-Modell. Der Sender codiert das eine und der Empfänger encodiert was anderes. Die größten Missverständnisse entstehen dabei, wenn Sender und Empfänger sich auf unterschiedlichen Inhaltsebenen befinden und vor allem auch dann, wenn der Empfänger sich zum Beispiel gefühlsmäßig in einer ganz anderen Situation befindet. Vielleicht findet sich sogar der Empfänger in einer Situation wieder, in der er sich unverstanden fühlt und das Gefühl wird dann noch verstärkt, obwohl es dem Sender eigentlich um was ganz anderes ging. Kommunikation kann manchmal echt kompliziert sein. Aber das sagte ich schon.

Aber auch wenn Abstand und Hinterfragen keinen Konflikt lösen können. So holt uns das Erkennen des eigenen Anteils doch aus unserer passiv erduldenden Opferrolle heraus. Wir sind dann in der Lage zu erkennen, dass wir sowohl Opfer als auch Täter und vielleicht auch irgendwas dazwischen zugleich gewesen sein können. Wir sind in der Lage zu erkennen, dass uns nicht nur Dinge widerfahren, sondern dass wir die Geschehnisse durch unseren Anteil auch mitgestaltet haben. Und das gibt uns ein ganzes Stück weit Selbstwirksamkeit - also den Glauben die Welt aktiv mitgehalten zu können - zurück. Wir werden wieder Handlungsfähig.

Und wir wissen am Ende etwas mehr über uns und können es besser machen. In der Zukunft.

Link zum erwähnten Podcast: Selbstsabotage erkennen und umwandeln.

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Social Reboot.

Manchmal frage ich mich ob es möglich ist soziale Beziehungen neu zu starten. Und unter welchen Bedingungen das möglich ist.

Wir alle haben sicherlich schon das ein oder andere Mal die Erfahrung gemacht, dass es zu einem Bruch mit jemandem kam, den man eigentlich sehr zu schätzen gewusst hatte und sehr mochte. Aber dann ist an irgendeinem Punkt irgendwas ganz schrecklich schief gelaufen. Und manchmal weiß man hinterher gar nicht so genau was genau da eigentlich passiert ist. Nur, dass es einen Streit gab und dann ist plötzlich alles kaputt.

Streit gehört zum eben dazu und wir müssen alle unseren Umgang damit finden, dass nicht jeder unserer Meinung ist und auch nicht jeder immer alles gut finden kann was wir so tun. Aber es ist auch vollkommen klar und logisch, dass man nicht alles gut heißen kann was der andere so tut. Das heißt aber nur, dass man für sich selbst einen Umgang mit den Aspekten finden muss die man am anderen nicht ganz so gut findet. Akzeptanz ist hier eines der großen magischen Worte. Die Akzeptanz für das Anderssein meines Gegenübers. Und das ist mitunter schon schwer genug. Aber ohne Akzeptanz kann keine tragfähige Freundschaft oder Beziehung entstehen.

Akzeptanz bedeutet dabei - wie gesagt nicht - alles toll zu finden was der andere Mensch macht. Man kann (und sollte) schon spiegeln was man am Verhalten des anderen vielleicht nicht so gut oder eher schwierig finden. Aber wir müssen für uns selbst entscheiden, ob dieser Mensch trotzdem unser Freund sein soll. Und wenn ja: Akzeptiert die Eigenarten. Ihr könnte nur euch selbst ändern, die Mühe und Energie jemand anderen ändern zu Wollen, die könnt ihr sinnvoller bei euch selbst einsetzen.

Aber bei aller Akzeptanz und Wohlwollen und Zuneigung kommt es eben manchmal eben zu einem Knick. Irgendwas ist passiert. Irgendwas was dir oder deinem Gegenüber sehr weh getan hat. Oder beiden. Und vielleicht weißt du gar nicht so genau was du gesagt oder getan hast, dass der andere Mensch (den du eigentlich sehr gerne magst) nun so anders zu dir ist. Oder andersherum: Dir wurde sehr weh getan und du fühlst dich sehr verletzt. Und nun bist du diejenige die sich komisch verhält. Zumindest in den Augen deines Konfliktpartners, denn für dich mag deine Reaktion durchaus absolut nachvollziehbar und total logisch sein. Dein Gegenüber weiß aber vielleicht gar nicht womit er dir so weh getan hat. Du willst einfach nur, dass es nicht mehr weh tut. Du willst nicht wieder verletzt werden und willst dich davor schützen. Das ist absolut verständlich!

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass ihr beide nicht so genau wisst, warum die Situation nun so verkorkst ist. Dass ihr beide gerne eine Zeitmaschine hättet um Dinge anders zu lösen. Um die gesprochenen Worte, die sich wie vergiftete Nadeln unter die Haut gebohrt haben, niemals zu auszusprechen. Um einen Zustand herzustellen in dem zwischen euch alles wieder gut ist.

Die Wahrscheinlichkeit ist aber auch hoch, dass du Angst hast, dass der Bruch für immer ist. Das es nie wieder gut werden kann zwischen euch. Vielleicht weil du glaubst, dass du etwas getan oder gesagt hast, was nie wieder gut zu machen ist. Oder aber weil du das Gefühl hast, dass das was dir angetan wurde nie wieder gut zu machen ist. Oder dass du Angst hast, dass genau das Gleiche wieder passiert. Und weißt du was: Das ist verständlich! Diese Angst hat jeder. Auch der Mensch von dem du vielleicht glaubst, dass er dich nun hasst.

Doch kann es gelingen soziale Beziehungen neu zu starten? Den alten Beef hinzunehmen und zu akzeptieren als etwas das passiert ist. Als unabänderliche Vergangenheit zu akzeptieren und dem was zwischen euch, zwischen uns, so super gut war eine neue Chance zu geben? Gibt es die Chance die alten Verletzungen ruhen zu lassen und sich nochmal neu kennenzulernen?

Wie kann so ein Neustart gelingen? Was habt ihr für Ideen? Ist es euch schonmal gelungen und wenn ja wie?

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Der Vorsatz.

Es war mal wieder Jahreswechsel. Und wie das zum Jahreswechsel so ist, beschleicht uns alle immer wieder das Gefühl, dass wir irgendetwas altes abschließen und ein neues Kapitel beginnen können. Das neue Kapitel wird dabei natürlich unglaublich super und groß. Und vor allem viel besser als das davor. Und damit das auch so wird, starten viele von uns mit guten Vorsätzen ins neue Jahr. Mehr Sport und mehr Gemüse essen. Weniger süß und weniger Alkohol. Und natürlich will man sich auch nicht mehr mit 'den falschen' Leuten einlassen und endlich zu sich selbst stehen. Oder zumindest so irgendwas in der Art.

Das Problem an der Sache: Was ich das ganze Jahr nicht mache, das werde ich auch im neuen Jahr nicht machen, nur weil halt grad mal Jahreswechsel war. Und so landen die Turnschuhe ganz schnell wieder im Schrank, die Schokolade kehrt wieder zurück in den Schrank und gegen den Chef der uns zu Überstunden treibt können wir uns auch nicht plötzlich besser wehren. Mist.

Doch woran liegt das? Am Vorsatz. Denn ein Vorsatz ist - wie das Wort schon sagt - der Satz der vor dem Eigentlichen kommt. Häufig sind sie in der Formulierung mit einem wollen verknüpft: "Ich will mehr Sport machen.", "Ich will abnehmen.", "Ich will mich gesünder ernähren.". Ja, schön und gut. Ich will auch 3000 Euro netto mit einer 20-Stunden-Woche verdienen. Wird aber aller Voraussicht nach in nächster Zukunft nicht passieren. Was ich damit sagen will: Wollen kann ich vieles. Ein Wollen ist auch gut und wichtig im Leben.

Zu wissen was man will, ist übrigens oft gar nicht so einfach und zumeist schon das erste große Problem. Und wer dann endlich so weit ist zu wissen was er will, hat noch lange nicht herausgefunden wie er oder sie das erreichen kann und möchte. Der Schritt vom Wollen zum Machen ist noch nicht gegangen. Um etwas zu Wollen, muss man auch erstmal wissen wohin man will. Welches Ziel man erreichen will. Und hier beginnt häufig das Problem mit den Vorsätzen: Man formuliert zwar ein Wollen, aber macht sich selbst nicht klar wo man hin will. Kein Ziel vor Augen zu haben an dem man den eigenen Fortschritt überprüfen kann, schränkt das Durchhaltevermögen ganz immens ein. Wenn ich nicht weiß wohin mich mein Weg führen soll, wie soll ich mich dann dazu motivieren ihn auch zu gehen?

Die bessere Alternative zu den guten Vorsätzen: Macht euch eine Vorstellung von eurem Ziel. Was wollt ihr dieses Jahr erreichen? Wie könnt ihr das erreichen? Was habt ihr dafür schon getan und wo müsst ihr euch noch entwickeln? Und dann einen Plan erstellen, wie es gelingen kann. Und woran könnt ihr erkennen, dass es gelingt?

Ich habe selbst keine Vorsätze für kommendes Jahr. Das letzte halbe Jahr 2018 war für mich streckenweise unglaublich anstrengend. Ich bin für jeden dankbar, der in dieser Zeit an meiner Seite für mich da war. Ich bin dankbar für die Möglichkeiten an denen ich erkennen konnte wer meine Freunde sind und wer nicht. Ich hatte Spaß dabei an meiner Masterarbeit zu schreiben und bin ein bisschen traurig darüber, dass ich aufgrund der Umstände nicht mein volles Potential dafür ausschöpfen konnte. Was ich für 2019 geplant habe beschränkt sich somit zunächst mal auf die elementaren und naheliegenden Dinge: Ich werde meine Masterarbeit im kommenden Monat fertig stellen und mich nebenbei um einen Job bewerben. Ich werde an ein paar persönlichen Baustellen arbeiten um unabhängiger zu werden und ich werde mich vom Fitnessstudio mehr aufs Bouldern verlagern. Und wenn ich das alles hinkriege, dann hab ich schon eine ganze Menge geschafft.

Ich wünsche euch ein erfolgreiches und erfüllendes 2019!



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Bildquelle: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-01/neujahr-silvester-feuerwerk-feier-fs

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Strandurlaub.

Am Strand.
Dahin zurück.
Dahin zurück, wo das Leben noch in Ordnung war.
Dahin zurück, wo das Leben immer wieder in Ordnung kommt.

Zurück zu den Wellen.
Wellen, die stetig kommen und gehen.
Mal aufbrausend und kräftig und mal sanft und leise.
Wellen, die all das Alte hinfort spülen und Neues herantragen.

Zurück in den warmen Sand.
Sand, der sich schmeichelnd um deine Füße legt.
Geduldig nimmt er immer wieder andere Formen an und bleibt nie gleich.
Sand, der widerspenstig in jeder Falte haften bleibt.

Strand

Ein Bild zu einem Gefühl. Ich hatte es schon im Juli angefangen. Aber seitdem ist so vieles passiert, was sich gar nicht wirklich in Worte fassen lässt und doch wandert alles unablässig durch meinen Kopf. Ein Bild, dass ursprünglich mal ein Geschenk für eine Strandliebende sein sollte. Und nun weiß es nicht wo es hin soll. Ein Bild, dass auf dem Abstellgleis neben den Farbtuben geparkt wird. Bis es weiß wohin es will.

Und es glitzert übrigens auch ein bisschen. Aber leider sieht man das auf dem Foto nur schlecht und kann es allenfalls erahnen.
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Konflikte und Streit lösen.

"Empathisch zu sein, bedeutet, die Welt durch die Augen der anderen zu sehen und nicht unsere Welt ihr ihren Augen."
- Carl Rogers


Manchmal haben wir Menschen Streit mit anderen Menschen. Das ist ganz normal und gehört dazu. Und manchmal muss man auch erst lernen, das Streit gar nichts schlimmes ist, sondern auch dazu führen kann, dass zwei oder mehrere Parteien einen Kompromiss finden, mit dem dann alle ganz gut leben können.

Menschen streiten sich oft wenn sie nicht einer Meinung sind. Gehts in der Angelegenheit nicht um persönliche Dinge denen man emotional irgendwie stark verbunden ist, dann streiten sich die Leute oft einfach nur, sind vielleicht eine Weile sauer aufeinander und dann ist (meistens) alles wieder gut. Sobald eine der streitenden Parteien jedoch aus dem Thema raus auf eine persönliche Ebene abdriftet, kann die Sache mit der Versöhnung schon schwieriger werden.

Richtig kompliziert und verfahren kann die Situation aber werden, wenn beide Parteien emotional in das Thema verstrickt sind. Dann bleibt es oft kaum aus, dass der Streit (neben dem dass er sehr emotional geführt wird) auch auf einer persönlichen und damit potentiell verletzenden Ebene stattfindet. Am Ende gibt es in der Regel Verletzte auf beiden (bzw. allen Seiten, wenn mehrere beteiligt sind). Das liegt zum einen an der Natur eines Streits: Man streitet sich - wie bereits gesagt - weil man nicht einer Meinung ist. Aber man könnte dann ja auch - losgelöst von allen Emotionen - sagen, dass man da halt nicht einer Meinung ist, es dabei belassen und auseinander gehen. Nun scheint es aber in der Natur des Menschen zu liegen, dass er glaubt, sein Standpunkt wäre der richtigere und den Konfliktpartner davon überzeugen will. Und dann kommt noch dazu, dass man sich in seinem Standpunkt und seiner Sichtweise der Dinge nicht verstanden fühlt. Und genau da liegt vielleicht die eigentliche Kränkung, der Punkt der uns verletzt: Wir fühlen uns unverstanden.

Nun haben wir gestritten. Sind emotional aufgewühlt, weil uns der andere nicht versteht. Sind verletzt, weil vielleicht Dinge passiert sind, die uns verletzt haben. Und sind in einem gewissen Ausmaß störrisch, weil der andere sich ja so unglaublich blöd und daneben benommen hat. Das so ein Konflikt und dessen Auswüchse nicht nur das Produkt eines Einzelnen, sondern beider Parteien ist, das vergessen wir ganz gerne mal. Erst wenn wir ein bisschen Abstand zum Geschehen bekommen haben, emotional wieder etwas runter gekocht sind und vielleicht auch mit anderen über das ganze Drama geredet haben, kommen wir vielleicht ganz langsam auf die Idee: "Hm, vielleicht war nicht nur der/die andere blöd zu mir, sondern ich auch zu ihm/ihr?"

Jetzt kommt es natürlich drauf an, ob es vor dem Streit schon eine Geschichte gab und der Bogen mit diesem Mal schlichtweg überspannt wurde. Es kommt auch darauf an wie stark die Bindung zu diesem Menschen war bzw. ist. Will man diese Person auch in Zukunft weiter in seinem Leben haben und an seinem Leben teilhaben lassen? Aber wie biegt man das dann wieder hin?

Meiner Meinung nach müssen verschiedene Dinge dafür passieren:

1. Der eigenen Verletzung Raum geben.
Ein Bewusstsein dafür bekommen, dass man verletzt ist von was auch immer der andere Mensch getan hat. Und im nächsten Schritt ein Bewusstsein dafür kriegen, was einen eigentlich so sehr verletzt hat. Warum das wichtig ist? Weil ihr dann von der Ebene der andere ist so doof und benimmt sich nur daneben weg kommt. Weil ihr dann erstmal ganz bei euch seid und euch selbst den Trost dafür geben könnt, dass euch das, was passiert ist, weh getan hat. Es geht hierbei nicht darum in Selbstmitleid zu versinken und sich selbst zu betrauern, dass alle so gemein zu dir sind. Es geht darum herauszufinden, das dir etwas weh getan hat und was genau das war. Und diesem Gefühl auch entsprechenden Raum einzuräumen, dass es gerade da sein darf.

2. Die andere Konfliktpartei ist auch verletzt.
Nachdem du nun weißt, dass dir das was dein Konfliktpartner getan hat, oder wie er/sie mit dir umgegangen ist weh getan hat, versuche dir nun bewusst zu machen, dass es deinem Gegenüber ziemlich sicher genau so geht. Das er/sie ebenfalls verletzt ist von dem was du vielleicht getan hast. Denn wäre es nicht so, dann wäre der Streit nicht so emotional geworden und eskaliert. Überlege dir mit was du deinen Gegenüber verletzt haben könntest. Rufe dir vielleicht in Erinnerung wie der Streit abgelaufen ist, bzw. wie es dazu kam. Und auch was im Vorfeld vielleicht schon passiert ist, was eine gewisse Grundanspannung, sowohl in dir, als auch in deinem Gegenüber, verursacht haben könnte. Wenn du noch keine Idee davon hast, was von deiner Seite aus verletzend gewesen sein könnte, dann kannst du auch wilde Hypothese dazu aufstellen. Oft hilft es auch mit Freunden/Familie über den Streit zu reden und explizit danach zu fragen, was den anderen verletzt haben könnte. Aussenstehende können einem oft eine andere Perspektive vermitteln, wenn man selbst das Gefühl hat, dass einem das im Moment gerade schwer fällt. Mache dir bewusst, dass die Verletzung deines Konfliktpartners ebenso eine Daseins-Berechtigung hat wie deine eigene.

3. Perspektivwechsel
Sobald du deinen eigenen Gefühlen zum Streit Raum gegeben hast und du versucht hast rauszufinden was genau dir so weh getan hat, bist du über das schlichte Ich bin jetzt sauer Gefühl hinaus gegangen. Du hast eine Perspektive für dich selbst einnehmen und Verständnis für dich selbst aufbringen können. Das ist gut. Löst aber euren Konflikt nicht. Denn bleibst du in dieser Position und beharrst darauf, dass der andere dich verletzt hat, kreist du egozentrisch weiter um dich selbst. Und eins kann ich schonmal verraten: Das wird auf der Gegenseite für weiteren Frust sorgen. Deshalb ist der zweite Schritt so wichtig. Hier machst du dir erstmal bewusst, dass es dem/der anderen sehr sicher ganz ähnlich geht wie dir. Du bemühst dich um einen Perspektivwechsel. Und daher auch das obige Zitat. Du kannst die Perspektive - und damit Verletzung und/oder Kränkung - des anderen nur sehen, wenn du versuchst die Welt und den Streit aus dessen Augen zu sehen.

4. Perspektivwechsel = Stimmungswechsel
Hier gibt es gerade aktiv gar nichts zu tun. Du wirst wahrnehmen, dass Teile deines Ärgers bereits verraucht sind, weil du neben deiner eigenen Wahrnehmung durch den Perspektivwechsel auch Einblicke in die Sicht des anderen erhalten hast. Du kannst nun - zumindest in Teilen - nachvollziehen, was beim anderen Verletzungen ausgelöst hat. Du hast Empathie gezeigt und kannst nun neben Mitgefühl für dich selbst auch Mitgefühl für den anderen Menschen aufbringen.

5. Wir sind alle eine Beta-Version.
Möglicherweise bist du trotz Wertschätzung deiner eigenen Gefühle und Verständnis für deinen Gegenüber jetzt aber immer noch sauer, weil dich etwas was in diesem Streit passiert ist sehr gekränkt hat. Sicher hätte man auf beiden Seiten im Nachhinein besser agieren können und sich anders verhalten können. Hätte, hätte… ihr kennt das. Wenn das so ist: Mach dir klar, dass jeder einzelne von und in jeder einzelnen Situation immer nur die Beta-Version seiner selbst ist. Hinterher wissen wir natürlich alles immer besser, hinterher sind wir nämlich immer etwas schlauer bzw. zumindest um eine Erfahrung reicher. In der spezifischen Situation handelt jeder Mensch genau so wie es ihm zum gegebenen Zeitpunkt gerade möglich ist. Jeder versucht die beste Balance zwischen Selbstschutz und Mitgefühl für den Gegenüber aufzubringen. (Also zumindest dann, wenn man es nicht bewusst darauf auslegt die andere Seite absichtlich zu verletzen). Wir alle geben unser Bestes. Und manchmal greifen wir in der Auswahl unserer Strategien ganz schön daneben und es kommt ein Ergebnis dabei raus, das eigentlich keiner so haben wollte.

6. Sei offen.
Offenheit ist ein wichtiges Gut in jeder intakten Beziehung. Und damit meine ich nicht nur die Offenheit im Sinne von: Seid bitte ehrlich zu den Menschen die euch wichtig sind bzw. seid bitte in allererster Linie ehrlich zu euch selbst, weil ihr nur dann auch ehrlich zu anderen sein könnt. Nein, ich meine damit auch: Seid offen für den anderen. Seid offen für dessen Perspektive, seid offen für dessen Wahrnehmung der Welt. Und wenn ihr dieses große Kunststück hinkriegt - und das ist echt nicht einfach, wenn man selbst gerade noch im Ärger drin steckt und im Modus "soll doch der andere auf mich zukommen, der hat sich ja schließlich blöd benommen" ist - dann seid ihr der Konfliktlösung ein großes Stück näher.

Ich würde ja jetzt noch sagen: Macht Kompromisse! Aber ganz ehrlich: Wenn ihr soweit seid, dass ihr euren Gefühlen eine Daseins-Berechtigung eingeräumt habt, ohne dabei ins Selbstmitleid abzudriften, wenn ihr es geschafft habt Verständnis für die Verletzungen des anderen aufzubringen, wenn ihr euch bewusst macht, dass jeder das Beste gibt, aber manchmal eben daneben tritt, dann kommt der Kompromiss vermutlich ganz von alleine. Und manchmal geht es auch gar nicht um eine Kompromissfindung. Oft genug habe ich es erlebt, dass es schlichtweg darum geht, die Sichtweise des anderen nachzuempfinden, glaubhaft zu versichern, dass dessen Gefühle eine Berechtigung haben, einzuräumen, dass man sich selbst vielleicht auch hier und da nicht ganz so glücklich verhalten hat.

Manchmal ist es sehr schwierig aus seinem Ärger rauszukommen. Man beharrt weiterhin auf der Position "ich hab alles richtig gemacht" oder "der andere ist mit dem was er gemacht hat im Unrecht". Das ist nicht weiter schlimm. Es ist furchtbar schwierig von seinem eigenen Ärger Abstand zu nehmen. Insbesondere dann, wenn er sehr intensiv ist. Es braucht Übung. Aber in aller Regel gibt es nicht den einen Bösewicht. Für jeden Konflikt braucht es mehr als eine Person (ausser für den Konflikt mit sich selbst, aber das ist ein ganz anderes riesengroßes Thema). Soll heißen: Auch wenn der andere sich noch so blöd benommen hat. Dein Verhalten war vielleicht auch nicht das Allerbeste. Aber das ist nicht schlimm. Wir sind alle immer nur eine Betaversion. Und wir werden alle Erwachsen damit wir nicht nur zu unseren Stärken stehen, sondern uns (und anderen) auch unsere Schwächen und damit Fehler eingestehen können. Es ist menschlich Fehler zu machen.

Wie löst ihr Konflikte bzw. wie geht ihr damit um wenns mal richtig gekracht hat?

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Freundschaft oder schon Familie?

Im Zuge meines letzten Beitrags über Bindung bin ich gedanklich weiter gewandert zum Thema Freundschaft. Und eventuell wird das wieder einer dieser persönlichen Beiträge.

Im Laufe meines bisherigen Lebens habe ich viele verschiedene Kontakte geknüpft und hatte viele verschiedene Freundschaften. Die nächsten Interaktionspartner sucht man sich in der Regel ja nicht gezielt aus, sondern es wird einem gewissermaßen ein Pool von Menschen zur Verfügung gestellt, aus dem man dann schöpfen kann. Das fängt mit der Kindergartengruppe an, zieht sich über mehrere Jahre mit der Klassenzusammensetzung zusammen und endet auch nicht, wenn man zum studieren an die Uni geht oder ins Berufsleben einsteigt. Jedesmal sitzt man wieder in so einem Menschenpool, beschnuppert sich gegenseitig und versucht abzuwägen, wen man eher meiden möchte und zu wem man eine Verbindung aufbauen möchte.

An manchen Tagen hilft der Zufall ein wenig dabei, weil man sich zum Beispiel immer wieder am selben Ort trifft (weil man immer zur gleichen Zeit auf die Toilette muss, oder immer zur gleichen Zeit am Kaffeeautomaten steht oder vielleicht immer gemeinsam eine Bahn zu spät kommt). An anderen hat man verstärktes Interesse, obwohl von der anderen Seite gar nicht so viele Resonanz kommt und umgekehrt wird man manchmal wiederholt von Leuten kontaktiert mit denen man selbst aber gar nicht so richtig warm wird. Wenn es gut läuft findet man in der jeweiligen Umgebung (sei es nun Schule, Studium oder Beruf) Anschluss und fühlt sich demzufolge in dieser Umgebung vielleicht wohler als ohne diese Menschen.

Freunde 'von früher' sind bei mir nur wenige übrige geblieben. Oft haben sich die Lebenskonzepte in unterschiedliche Richtungen entwickelt, manchmal hab ich das erst gar nicht so richtig bemerkt oder wahrhaben wollen und noch mehr oder weniger lang an diesen Verbindungen festgehalten. Zu anderen habe ich die Verbindung zwischenzeitlich verloren und sie kam erst nach ein paar Jahren wieder zu Stande, dann aber intensiver als zuvor. Ich finde das ganz erstaunlich. Jetzt habe ich Freunde aus ganz verschiedenen Phasen meines Lebens und keinen von denen möchte ich vermissen. Und keinen würde ich leichtfertig aufgeben. Manche sagen mir sogar nach, dass ich manchmal zu lange festhalte.

Und dann gibt es da das Erlebnis, dass der Freundeskreis den man gerade hat wie eine Familie ist. Man glaubt nichts könnte so schwerwiegend sein, dass diese Bande zerbrechen. Man hat das Gefühl, auch wenn man sich mal verkracht, dann rauft man sich halt doch 'wie eine Familie' wieder zusammen. In der Vergangenheit hatte ich schon einmal so ein Familiengefühl im Freundeskreis, leider konnte diese Familie dann doch nicht überdauern und zerbrach an mehreren Ecken gleichzeitig. Auch weil sich die jeweiligen Lebenskonzepte in verschiedene Richtungen entwickelten, aber auch weil es in einem kurzen Zeitraum an mehreren Ecken zu brennen schien.

Was ich sagen will: Wenn sich der Freundeskreis mal wie eine Familie anfühlt, bzw. angefühlt hat, dann ist das was ganz besonderes. Denn das spricht eigentlich für ziemlich enge Bindungen unter den Beteiligten. Und sowas mag ich auch nicht einfach so kampflos hergeben. *Herzchen*

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Bindung

Bindung ist ne komische Sache. Was bestimmt an wen wir uns binden und warum können wir unsere Bindungsobjekte nicht einfach selbst bestimmen?

Uns allen dürfte bekannt sein, das die Bindung zu unseren primären Bezugspersonen (sprich: derjenigen die uns aufgezogen haben) eine der längsten, überdauerndsten und stärksten ist. Und diese Bindung kann durch kaum etwas erschüttert werden. Da können die Umstände und Entwicklungsbedingungen noch so fatal verlaufen. Selbst bei Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung bleibt die Bindung noch lange bestehen. Bei den meisten ein Leben lang. Was bleibt uns auch anderes übrig, solange wir von eben jenen Bindungspartnern abhängig sind? So lange wir darauf angewiesen sind, dass sie uns ernähren und versorgen, uns ein Dach über dem Kopf und damit einen gewissen Schutz bieten. Die Bindung an diese Bezugspersonen ist also in den ersten Lebensjahren für uns überlebensnotwendig.

Viele hinterfragen die Beziehung und Bindung zu primären Bezugspersonen (also den Eltern), erst nachdem sie ausgezogen sind und begonnen haben auf eigenen Beinen zu stehen. Das kann früher oder später geschehen. Ich wage aber mal zu behaupten, dass dieser Prozess mit zur Entwicklung gehört und daher von jedem irgendwann durchlaufen wird (Wer sich an dieser Stelle mehr für Entwicklungsaufgaben interessiert, kann z.B. mal bei Havighurst anfangen). Mit der Bindung und Beziehung zu brechen, das gelingt kaum. Unsere Eltern haben uns derartig geprägt, dass wir das zeitlebens mit uns herumtragen. Es ist also besser mit den Aspekten Frieden zu schließen, mit denen man selbst nicht so sehr einverstanden war und sich an dem zu erfreuen was gut war oder ist.

Aber wie kommt es dazu, dass wir uns stets neue Beziehungspartner aussuchen zu denen wir eine mehr oder minder starke Bindung aufbauen (können)? Und warum wird die Bindung zu einzelnen sehr stark sein, sodass sie selbst viele Jahre später nachdem vielleicht schon kein Kontakt mehr besteht immer noch bestehen bleibt und warum ist die Bindung zu anderen so schwach, dass es gar nicht so schwer ist, diese Menschen gehen zu lassen?

Was ist Bindung überhaupt? In bindungstheoretischen Theorien wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch das Bedürfnis dazu hat enge Beziehungen zu anderen Menschen einzugehen die mit intensiven Gefühlen verbunden sind. Eine Idee zum Sinn dieses Strebens hält die evolutionstheoretische Perspektive bereit: Die Bindung an andere Personen bedeutet die Verfügbarkeit von Hilfe und Schutz, falls man mal von einem Raubtier (oder vom Chef…) angegriffen werden sollte. Also Hilfe in Zeiten, in denen man sich selbst aus welchem Grund auch immer bedroht fühlt. Vielleicht ist es also so, dass je vertrauter man miteinander war und je eher man davon überzeugt war, dass der Bindungspartner uns Sicherheit und Schutz bei bedrohlichen Ereignissen erhalten können, desto enger ist die Bindung zu eben dieser Person. Das würde zumindest auch erklären, dass es schwieriger ist einen Beziehungspartner gehen zu lassen, bzw. die Bindung zu lockern, als einen Freund gehen zu lassen, den man zwar auch sehr mochte, aber zu dem die Bindung eben nicht so intensiv gewesen ist.

Interessant ist in diesem Zusammenhang vielleicht auch, das wir schon im frühesten Kindesalter sogenannte inner working models in uns ausbilden. Diese sind Repräsentationen von Bindungserfahrungen, die wir mit unseren primären Bezugspersonen gemacht haben. Also wie ein Bild oder eine Blaupause davon, wie wir nun glauben, dass Beziehungen ablaufen. Im weiteren Verlauf unseres Lebens werden wir viele neue Beziehungen eingehen. Immer dabei ist dann unser inner working model. Unbewusst und automatisch vergleichen wir die Beziehungserfahrungen mit unserer Blaupause aus Kindertagen und versuchen dann vorherzusagen wie sich unser Beziehungspartner verhalten wird. Das kann manchmal ganz schön nach hinten losgehen. Denn unsere Vorlage ist eben nur eine Vorlage. Die Vorlage der Beziehung zu unseren Eltern. Sie passt nicht immer zu den Bindungserfahrungen und dem Verhalten unseres Gegenübers. Manchmal finden wir uns so immer und immer wieder in ähnlichen Konflikten von denen wir nicht verstehen wie sie eigentlich entstehen konnten. Da genau hinzusehen erfordert zum einen viel Mut und zum andern auch viel Arbeit. Denn man muss sich seinen eigenen Bindungserfahrungen stellen, Erfahrungen die vielleicht nicht immer so schön waren und man muss daran arbeiten diese zu korrigieren, falls einem bestimmte Bindungserfahrungen immer und immer wieder Probleme bereiten. Aber zu der Erkenntnis muss man ja auch erstmal kommen und das ist ein völlig anderes Thema.

Bindung also. Ein faszinierender Aspekt der menschlichen Psyche wie ich meine. Wikipedia hält hierzu wieder einiges mehr an Informationen bereit: https://de.wikipedia.org/wiki/Bindungstheorie

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Hallo, mein Name ist Hashimoto.

Heute will ich einen Text teilen, den ich nicht selbst geschrieben habe, aber ich bin gerade drüber gestolpert und bin der Meinung, dass man die Hashimoto Thyreoditis - eine autoimmune Schilddrüsenerkrankung - nicht besser beschrieben werden kann. Er macht deutlich, dass man mit dieser Erkrankungen selbst bei Ärzten eigentlich nicht richtig ernst genommen und nur allzu oft als Sensibelchen abgetan wird, dass sich mal nicht so anstellen soll. Dabei will man als Erkrankte/r eigentlich nur eins: Ein ganz normales Leben ohne Einschränkungen.

"Ich bin eine unsichtbare Autoimmunerkrankung, die Deine Schilddrüse angreift und eine Unterfunktion hervorruft.

Ich bin nun Teil Deines Lebens. Wenn Du eine Unterfunktion hast, bin ich vielleicht die Ursache. Ich bin auf Platz 1 der Gründe dafür !

Ich bin so heimtückisch – ich zeige mich nicht immer in Deinen Blutwerten. Die Menschen um Dich herum können mich nicht sehen oder hören, aber DEIN Körper kann mich fühlen. Ich kann DICH überall angreifen und zwar so wie es mir gerade gefällt. Ich kann Schmerzen hervorrufen und wenn ich gerade gut gelaunt bin – sorge ich dafür, dass Dir alles weh tut.

Erinnerst Du Dich noch daran als Du voller Energie durch’s Leben gegangen bist und Spaß hattest???
Tja, diese Energie habe ich Dir genommen und Dir dafür Erschöpfung gegeben. So, jetzt versuch mal Spaß zu haben!!!

Ich raube Dir den Schlaf und gebe Dir dafür ein vernebeltes Gehirn und Konzentrationsmangel.
Ich kann dafür sorgen, dass Du 7 Tage die Woche 24 Stunden lang schlafen möchtest, oder ich verursache Schlaflosigkeit.

Ich lass Dich innerlich zittern, sorge dafür dass es Dir zu kalt oder zu heiß ist, wenn alle anderen das nicht fühlen. Ich lasse Deine Hände und Füße anschwellen, Dein Gesicht, Deine Augenlieder, einfach alles. Ich löse Angstzustände und Depressionen aus oder andere mentale Probleme. Ich lasse Dein Haar ausfallen, lasse es trocken und brüchig werden, verursache Akne, trockene Haut…für mich gibt es gibt kein Limit.

Wegen mir nimmst Du zu, egal was Du isst oder wie oft Du trainierst. Dank mir wird das Gewicht bleiben. Aber ich kann auch dafür sorgen, dass Du zuviel Gewicht verlierst. Da bin ich nicht wählerisch.
Manchmal begleiten mich meine Freunde, die anderen Autoimmunerkrankungen, zu Dir, so dass Du Dich noch mehr plagen musst.

Wenn Du etwas geplant hast oder Dich auf einen tollen Tag freust, kann ich Dir einen Strich durch die Rechnung machen. Du hast mich nicht darum gebeten zu dir zu kommen. Ich habe Dich aus verschiedenen Gründen ausgewählt: Den Virus oder die Viruserkrankungen, die Du hattest und von denen Du Dich nie richtig erholt hast, oder Schicksaslschläge (Stress mag ich besonders gern). Vielleicht bin ich schon länger in Deiner Familie zu finden. Was auch immer der Grund ist, ICH bin hier und ICH werde bleiben.

Du gehst zum Arzt, um mich los zu werden??????? Dass ich nicht lache. Versuch es. Du wirst zu vielen vielen Ärzten gehen müssen, bis Du überhaupt einen findest, der MICH findet ........und der sich mit MIR auskennt.
Man wird Dir die falschen Medikamente verschreiben, Schmerzmittel, Schlafmittel, Aufputschmittel. Wenn Du ihnen sagst, dass Du Ängste und Depressionen hast, bekommst Du Antidepressiva.

Es gibt so viele Wege für mich, damit Du Dich krank und elend fühlst. Die Liste der Symptome ist unendlich – dieser hohe Cholesterinspiegel, das Gallenblasenproblem, der Bluthochdruck,die Muskel und Gelenkschmerzen, die Augenprobleme, der Blutzuckerspiegel,Herzprobleme, Herzstolpern. Das bin wahrscheinlich ich. Du kannst nicht schwanger werden oder hattest eine Fehlgeburt? Das war ich wahrscheinlich auch! Atemnot oder Atemhunger? Ja, wahrscheinlich auch ich. Leberenzyme zu hoch? Ja, wahrscheinlich auch ich. Zahn- und Zahnfleischprobleme? Ich sagte Dir, die Liste ist endlos. Du bekommst Massagen und man sagt Dir, wenn Du nur ausreichend schläfst und Sport machst, wird es schon weggehen.

Man wird Dir sagen, Du sollst positiv denken, Du wirst beim Blutabnehmen gepiekst und gestochen aber VOR ALLEM, wirst Du NICHT ernst genommen, wenn Du versuchst einer Unzahl von Ärzten zu erzählen, wie schwächend ICH bin und wie ausgebrannt Du Dich fühlst. Wahrscheinlich wirst Du von diesen (ahnungslosen) Ärzten wieder und wieder hören, Du solltest eine Psychiater konsultieren.

Deine Familie, Freunde und Arbeitskollegen werden Dir zuhören, bis sie nicht mehr hören können, was ich bei Dir anrichte und wie sehr ich Dich schwäche. Einige werden sagen „Ach, Du hast nur einen schlechten Tag” Sie sagen Dinge wie, “wenn Du nur aufstehst, Dich bewegst, raus gehst und etwas unternimmst, wird es Dir besser gehen”. Sie werden nicht verstehen, dass ICH Dir den Motor nehme, der Deinen Körper antreibt und dafür sorge, dass Du genau das NICHT kannst.

Manche werden anfangen hinter Deinem Rücken zu reden, sie nennen Dich Hypochonder, während Du langsam Deine Würde verlierst :-( und versuchst es ihnen begreiflich zu machen. Vor allem wenn Du mitten in einem Gespräch mit einem “normalen” Menschen bist und auf einmal nicht mehr weißt, was Du sagen wolltest.
Dann wirst Du Dinge hören wie „Oh, meine Großmutter hatte das auch und ihr geht es gut mit ihren Medikamenten” und Du versuchst verzweifelt zu erklären, dass ich mich bei jeder betroffenen Person anders zeige. Und nur weil das Medikament bei dieser Großmutter hilft, heißt es noch lange nicht, dass es Dir auch helfen wird. Sie werden nicht verstehen, dass diese Krankheit Deinen Körper vom Scheitel bis zur Sohle beeinträchtigt und dass jede Deiner Zellen und Dein Körper und jedes Deiner Organe die richtige Dosis,viel ZEIT und das richtige Medikament brauchen.

Aber auch dann werde ich bleiben!!!

Nur andere Menschen, die mich in sich tragen, werden mit dir mitfühlen und dich unterstützen. Sie sind die einzigen, die Dich wirklich verstehen können.

Mein Name ist Hashimoto Thyreoidits."


(Verfasser unbekannt, der Text wurde wohl aus dem englischen übersetzt. Ich habe ihn von hier: https://www.hashimoto-info.de/interessantes/mein-name-ist-hashimoto.html)
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Wichtig sein.

Um mal eine wilde Hypothese in den Raum zu werfen: Jeder Mensch will wichtig sein. Beziehungsweise: Jeder Mensch will von mindestens einem anderen Menschen das Gefühl bekommen wichtig zu sein. Eventuell sogar die Wichtigste Person in dessen Leben. Nicht umsonst läuft die Mehrzahl der Menschen der seriellen Monogamie hinterher. Immer in der Hoffnung der nächste Partner oder die nächste Partnerin gibt einem das was einem zuletzt gefehlt hat. Neben diversen anderen Attributen ist es am Ende doch meist das Bestreben nach diesem Gefühl, der Faktor der uns in unseren Beziehungen leitet. Von dem auch abhängig ist ob uns in der Beziehung was fehlt, oder ob wir eigentlich ganz zufrieden sind so wie es gerade ist.

Dabei ist es ja keineswegs so einfach, dass jeder Mensch das gleiche braucht um sich wichtig und geliebt zu fühlen. Wenn es so wäre, wäre es sicherlich wesentlich einfacher. Aber nein. Wir haben alle unsere ganz eigenen Wünsche und Vorstellungen. Und nur weil man selbst viel daraus schöpfen kann, wenn einem vielleicht alle paar Tage mal der Kopf gekrault wird, heißt das ja noch lange nicht, das das bei meinem Gegenüber, mit dem ich versuche eine zufriedenstellende und kraftschöpfende Beziehung zu führen, genau so ist. Denn der oder die braucht vielleicht etwas ganz anderes um sich gesehen zu fühlen. Unserem Gegenüber ist es vielleicht wichtig jeden Abend eine liebevolle Gute-Nacht-SMS zu bekommen. Oder unerwartet auch mal ein Blümchen oder wasauchimmer. Dinge, die uns selbst vielleicht gar nicht so wichtig sind. Dinge auf die wir genau deshalb gar nicht so schnell kommen.

So verschieden wir in unseren Bedürfnissen aber auch sind, so wollen wir alle unser kleines süßes Größenselbst gefüttert sehen. Wir alle freuen uns ein Loch in den Bauch wenn wir von irgendwem für etwas gelobt werden. Und je wichtiger uns der Erfolg war, desto schöner und wirksamer das Lob und die Anerkennung. Aber eigentlich ist das allerbeste immer noch einfach für das geliebt zu werden was man ist. Ohne dass man dafür erst was leisten müsse. Aber die Art uns Weise auf die Liebe gezeigt wird, wie jemand einer anderen Person zeigt, dass ihm oder ihr diese wichtig ist, das unterscheidet sich. Genau wie die Bedürfnisse. Und manchmal sprechen die Leute unterschiedliche Sprachen. Günstig wärs hier also wohl, wenn man sich hier zusammensetzen und darüber reden würde. Beschreiben würde, was man sich selbst wünscht und erläutern würde wie man selbst Liebe zeigt. Und im Besten Fall kommt man dann zusammen.

Manch einer bekommt im Verlauf seiner Beziehung aber auch das Gefühl, dass er/sie immer wieder sagt und äußert was ihm/ihr wichtig ist und das dann aber trotzdem nichts passiert. Das führt auf die Dauer fast zwangsläufig zu Unzufriedenheit. Wie man damit nun umgeht? Gute Frage. Auch hier hat jeder wieder seine eigene Taktik. Manch einer wartet ab. Das kann gut sein wenn es nur so eine Phase ist, die wieder vorübergeht. Vielleicht hat man selbst gerade Stress und kann gar nicht sehen was die Partnerin gerade für einen selbst alles macht. Vielleicht hat der Partner aber auch gerade Stress. Vielleicht bemüht sich der Partner aber auch tatsächlich nicht (warum auch immer). Hier macht es wahrscheinlich wenig Sinn abzuwarten. Man kann natürlich versuchen nochmals das Gespräch zu suchen, aber irgendwann ist diese Möglichkeit ja auch erschöpft. Also sollte man sich fragen ob man dort bleiben will. Oder man überlegt sich, ob einem diese Gesten wirklich so wichtig sind. Versucht die Perspektive oder den Ausgangspunkt zu wechseln. Eventuell findet man eine Ebene bei der man für sich selbst entscheiden kann: So ist es eigentlich gut. Und meine Partnerin kann halt nicht anders und ich mag sie ja trotzdem ganz gern.

Niemand kann einem sagen wie man sich entscheiden soll. Wie man mit nicht erfüllten Bedürfnissen in der Partnerschaft umgehen soll. Was man aber tun kann ist sich möglichst viele Modelle und Ideen zu einem Problem anzuhören. Denn vielleicht ist irgendwann etwas dabei, womit man was anfangen kann. Und je mehr Modelle man hat, desto mehr kann man ausprobieren. Und dann sieht man plötzlich doch, dass die Partnerin einem eigentlich sehr viel Liebe schenkt und man ihr wichtig ist, aber eben auf ihre eigene Art und Weise.

Und wenn das alles nicht klappt können wir uns immer noch einen Hund kaufen um ihn zu hegen, zu pflegen und mit ihm zu spielen. Dem wir regelmäßig Fressen geben und der uns dann für immer anhimmeln wird. Und genau das wollen wir doch, oder?

Wer sich übrigens fragt, ob und wie er/sie seine Beziehung retten kann oder wer vielleicht eine Idee davon kriegen möchte, warum es letzten Ende doch nicht geklappt hat, der kann gerne diesem Link hier folgen: http://www.liebeskummer.org/liebeskummer-phasen/beziehung_retten/

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Es gibt kein MUSS im Leben.

Es gibt kein MUSS im Leben, das einzige was man MUSS ist sterben. So etwas oder so etwas ähnliches haben wir doch alle schonmal von irgendwem gehört, als wir sagten "Ich muss noch dies und jenes erledigen". Wie man darauf reagiert ist wohl unterschiedlich. Ich hab entweder etwas erwidert wie "jaja, aber ich will ja" oder ich war irgendwie eher etwas genervt über diesen wenig hilfreichen und stützenden Kommentar.

Aber stimmt das denn, das es kein Muss im Leben gibt. Das man die freie Wahl hat in dem was man tut und was man lässt? Oberflächlich betrachtet mag das stimmen. Oberflächlich betrachtet gibt es zwei Dinge auf der Welt die auf jedes atmende Tier auf dieser Welt zu trifft. Es wurde irgendwann geboren und es wird irgendwann sterben. Und nur der Mensch glaubt, dass die Zeit dazwischen von ihm selbst nach eigenen Wünschen und Vorstellungen gestaltet werden kann.

Denn sofern man in dieser Welt nicht sterben will muss man schon einige Dinge tun, abgesehen vom atmen, welches eine Entscheidung vom autonomen Nervensystem ist, aber wenn wir nicht gerade absichtlich die Luft anhalten keine autonome Entscheidung von uns selbst ist. Man muss essen und trinken und man muss sich regelmäßig mal bewegen wenn man sich keine Druckstellen liegen will.

Und was erfordert essen und trinken im Normalfall (also wenn ich nicht gerade höchst pflegebedürftig auf andere Menschen angewiesen bin)? Richtig. Irgendeine Form von Aktivität. Entweder muss ich mein Essen selbst jagen und sammeln und eine Wasserquelle mit Trinkwasser finden, oder ich geh in den Supermarkt meines Vertrauens und kauf es dort. Mit Geld. Und auch für das Geld muss ich wieder irgendwas tun. Das Essen muss meist noch irgendwie verarbeitet werden, z.T. gekocht. Dafür benötigt es eine Kochstelle. Und nachts brauche ich noch einen sicheren Schlafplatz. Sicherlich gibt es einige die versuchen von der Gesellschaft relativ autonom zu leben, aber die meisten Menschen aus meiner Umgebung bevorzugen dann doch Wohnung oder Häuser. Und auch die müssen bezahlt werden.

Irgendwo muss das Geld also herkommen. Den wenigsten unter uns wird so viel Erbschaft zugefallen sein oder haben einen Werbejingle geschrieben sodass sie das Problem gelöst haben. Also muss man arbeiten gehen wenn man Geld haben will. Natürlich kann man das auch lassen, aber das Geld das man vom Arbeitsamt bekommt ist jetzt auch nicht so reichlich und auch die wolle das man Bewerbungen schreibt und Kurse besucht, die sie einem anbieten.

Wenn ich mein Leben im Rahmen meiner Möglichkeiten nach meinen Wünschen und Vorstellungen gestalten will, dann gibt es da schon einiges an Muss. Ich muss regelmäßig einkaufen, meine Rechnungen bezahlen, arbeiten gehen und mein Studium zu Ende bringen.

Deswegen muss ich jetzt auch wirklich los und mir statistische Auswertungen angucken. Sonst wird's schwierig mit den Leistungen in der Uni die ich für die Beendigung des Studiums erbringen muss.

Vielleicht ist es also weniger eine Frage von dem was ich initial muss, sondern vielmehr von dem was ich in meinem Leben will (und was ich dafür dann tun muss).

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Warum lieben wir eigentlich?

Bevor ich mich auf meine mündliche Prüfung in Tiefenpsychologische Intervention (also den krassen Shit mit Sigmund Freud, Melanie Klein, den Übergangsobjekten und ähnlichem) vorbereitet habe, war ich der Tiefenpsychologie und der Psychoanalyse gegenüber immer eher skeptisch eingestellt. Das hat sich jetzt ein bisschen geändert und ich denke, dass einige Konzepte gar nicht so verkehrt sind, wenn man sie erstmal in normale Sprache übersetzt hat (was die eigentlich Kunst an dem Ganzen ist).

Thematisch ging es in der Lernphase viel um das Unbewusste, die Entwicklungsphasen der Psyche und wie sich eigentlich die Theory of Mind entwickelt (also wie ich lerne die Perspektive anderer Menschen zu übernehmen und überhaupt zu erkennen, dass andere Menschen eventuell andere Gefühle haben). Was passiert wenn dem Säugling und Kleinkind die empfundenen Affekte nicht adäquat gespiegelt werden und es gar nicht lernt seine eigenen Affekte zu benennen. Und warum wir alle eigentlich Übergangsobjekte - also unsern Lieblingsteddy - in der Kindheit so dringend brauchten und warum es ein Drama war, wenn der Teddy nicht auffindbar war, oder irgendwo verloren gegangen ist.

Am Rande dieser prüfungsrelevanten Themen habe ich viele andere interessante Dinge gestreift die ich leider nicht vertiefen konnte, aber im Hinterkopf behalten wollte. Wie zum Beispiel die Frage warum wir jemanden lieben. Oder ob wir unseren gewählten Partner überhaupt lieben. Eine mögliche Idee kann doch auch sein, dass Tina ihren Heiko nur glaubt zu lieben, da dieser ihr durch seine Zuwendung und Bestätigung die Möglichkeit gibt sich selbst zu lieben. Demzufolge wäre Liebe etwas sehr egoistisches und man könnte nur schwerlich den romantischen Anteil daran finden, dass man jemand anderem seine Liebe schenken möchte. Zu behaupten, dass man also seinen Partner nicht wirklich liebt, sondern sich selbst durch den Partner schlichtweg nur mehr liebt halte ich für ein wenig gewagt und zu kurz gedacht.

Wovon ich jedoch überzeugt bin: Wer sich selbst nicht liebt, der ist nicht bereit jemand anderem wirklich Liebe zu geben. Denn er benötigt selbst viel zu viel. Wer nicht hat, der kann nicht geben. Insofern ist also schon was dran, dass Mathias seinen Andreas gewissermaßen braucht, da Andreas ihm Bewunderung, Zuwendung und Liebe für ihn als Person gibt. Mathias' Selbst wird durch Andreas bestätigt. Damit wird Mathias' Selbst stabiler und stärker. Und am Ende des Tages suchen wir alle unbewusst nach Bestätigung für unser Selbst und Dingen die unseren Selbstwert erhöhen. Durch die Liebe unseres Partners oder der Partnerin ist es uns also möglich uns selbst mehr zu lieben, uns mehr so zu akzeptieren wie wir sind.

Auf der anderen Seite gehe ich davon aus, dass wir uns unsere Partner nach gewissen Kriterien aussuchen. Dabei meine ich nicht unbedingt das Schema bezüglich irgendwelcher äußerlichen Merkmale. Sondern vielmehr ein Schema bezüglich unserer eigenen inneren Bedürfnisse. Wenn wir glauben einen Gegenüber gefunden zu haben, der irgendwelche Bedürfnisse in uns erfüllen kann, dann wollen wir diesen Menschen an unserer Seite. Und wenn wir dann noch das Gefühl haben, dass wir bewundert werden, das wir gemocht werden als die Person die wir sind, dann ist das der Nährboden für Liebe. Liebe die wir empfangen können und Liebe die wir geben können. Wenn wir bereit dafür sind…. also wenn wir selbst mit uns und der Person die wir sind klar kommen.

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Türöffner.

Früher hatte ich einige Schwierigkeiten damit allein irgendwohin zu gehen. Also jetzt nicht alleine zum Supermarkt, oder alleine in die Stadt fahren um Dinge zu besorgen. Sondern alleine weiter weg zu gehen. In eine andere Stadt zu gehen.

Ich hätte damals nach dem freiwilligen sozialen Jahr nach Wien gehen können. Hätte dort Psychologie studieren können und wäre mittlerweile schon Diplompsychologin und würde als Psychologin irgendwo arbeiten. Ich hatte einen Studienplatz dort. Ich hätte mir einige Schwierigkeiten des Bachelor-Master-Desasters durchaus ersparen können. Aber ich habe es nicht gemacht. Zu groß war die Angst vor dem Ungewissen. Die Sorge wie man in einer weit entfernten Stadt eine Wohnung finden könnte und wie man es schaffen sollte neben dem Studium das nötige Kleingeld zu verdienen schien mir unbewältigbar. Ich hatte auch nicht die geringste Idee wie andere Studierende das eigentlich schafften.

Und nun 11 Jahre später sitze ich hier in Hamburg. Nebenher nach Heidelberg zu pendeln um dort weiterhin ein paar Stunden im Monat zu arbeiten erscheint mir gar nicht so schlimm, auch wenn andere immer wieder darüber erstaunt sind, dass ich diese Strecke auf mich nehme. Dabei sind das 10 Zeitstunden in denen ich für Hin- und Rückweg im Zug sitze und nichts besseres zu tun habe als was für die Uni zu arbeiten. Und ich mach das ja auch nicht jedes Wochenende. Wenn ich einen Job in Hamburg hätte fänd ich es auch suboptimal, dass mir das freie Wochenende nicht zur Freizeitplanung zur Verfügung steht. Insofern ist das alles relativ.

Man muss aber auch sagen, dass mir der Umzug nach Hamburg viel weniger leicht gefallen wäre, wenn ich letztes Jahr nicht meinen Single-Trip gemacht hätte. Der hat mir gezeigt, dass man mit Leuten schnell in Kontakt kommen kann wenn man möchte und dass man zumindest für Stunden oder Tage Gefährten finden kann mit denen man was unternehmen kann. Aber auch wenn nicht, gibt es viel zu entdecken.

Und Hamburg macht es einem hier vielleicht aber auch besonders einfach: Hier gibt es wahnsinnig viel zu entdecken! Es muss einem gar nicht langweilig werden. Und wenn doch gibts ja immer noch Netflix und Bücher.

Was will ich eigentlich sagen? Für mich war dieser Umzug eine Chance aus dem bisherigen Leben auszubrechen. Ich brauchte mal dringend einen Tapetenwechsel und ich musste was anderes sehen. Es ist nicht so, dass ich es in Heidelberg nicht mehr ausgehalten hätte. Ganz im Gegenteil. Ich mag die Stadt total gern. Aber wenn man sehr lange an einem Ort ist, dann hat man so seine Routinen. Man rostet gewissermaßen ein. Man traut sich vielleicht wenig Neues. Man kommt nicht raus aus der Komfortzone. Wie soll man sich denn weiterentwickeln, wenn man seine Komfortzone nicht verlässt? Richtig: So gut wie gar nicht. Der Umzug in eine neue Stadt am anderen Ende von Deutschland in der ich niemanden kenne ist nun wirklich weit ausserhalb meiner Komfortzone gewesen. Und dieser Ausbruch stellt Herausforderungen an mich. Und es macht so unendlich viel Spaß neue Leute kennen zu lernen, neue Sachen auszuprobieren und sich auf ganz andere Charaktere einzustellen. Auf der anderen Seite ist man zunächst aber auch viel allein. Mit sich selbst allein. Muss sich überlegen was man nun den ganzen Tag mit sich anfängt. Denn wenn man niemanden kennt, muss man erstmal neue Kontakte knüpfen und an Freundschaften arbeiten. Das kann mitunter anstrengend werden. Aber ich finde man lernt sich dadurch auch neu kennen. Zumindest wenn man sich darauf einlässt. Fakt ist: Ich habe seit ich im April hier her gezogen bin allerhand zu tun und komme gar nicht groß dazu fotografieren zu gehen oder Bilder zu malen. Lesen ist während der Vorlesungszeit eh schon immer schwierig. Aber das kenne ich ja aus den letzten Jahren auch nicht anders.

Der Punkt ist: Wer woanders hingeht, macht nicht unbedingt eine Tür hinter sich zu, aber vor sich sicherlich einige neue Türen auf. Und das kann sehr schön sein wenn man ein bisschen mutig ist und sich darauf einlässt. Abgesehen davon ist Hamburg einfach schön. Und die Uni ist toll. Und alles ist grad ziemlich toll. Naja gut. Das Meiste ;)

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Huch! Status: Normalmensch

Und dann ist da vergangene Woche etwas passiert, mit dem ich ja so bald nicht mehr gerechnet habe. Da stellte ein Mann eine Frage an eine Frau und am Ende der Woche war da Gleichstellung. Wie konnte das denn passieren?

Rainbow_flag_and_blue_skies

Damals als ich ernsthaft darüber nachdachte meine damalige Freundin zu heiraten, war zugleich auch ganz klar für mich, dass ich mich zwar binden wollte, aber nicht zu dem Preis einer minderwertigeren Lösung in Form einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Gut. Am Ende kam es dann für mich auch ganz anders, aber das ist eine andere Geschichte.

Was diese irre Idee einer eingetragenen Lebenspartnerschaft eigentlich sollte, dass war mir nie so ganz klar. Es gibt wenige Begrifflichkeiten die weniger unsexy, unromantischer und bürokratischer geklungen hätten als die eingetragene Lebenspartnerschaft. Aber man entschied sich dafür. Und eigentlich war das ja auch recht passend. Man wollte nicht dass Frau und Frau (respektive Mann und Mann) der Bindung zwischen Frau und Mann gleichgestellt ist. Man wollte eine Unterscheidung haben. Man wollte sich abheben können von "andersartigen Lebensformen". Sich besser stellen und der Ehe und damit auch den damit verbundenen Menschen mehr wert zusprechen. Die eingetragene Lebenspartnerschaft im alltäglichen Sprachgebrauch dann durch Homo-Ehe zu ersetzen, empfinde ich persönlich als noch viel ekliger. Homo-Ehe bringt es allen einfach nochmal mit aller Härte vor Augen: Homos sind nicht gleich Heteros. Ja gut. Sind sie auch nicht. Immerhin lieben sie das gleiche Geschlecht und man sollte berechtigterweise als Frau (Mann) immer Angst haben, dass die Lesbe (der Schwule) im Raum einen unwiderstehlich findet und sich aus dem Hinterhalt auf einen stürzt. Das sind ernsthaft Bedenken mit denen man konfrontiert wird! Und es bei weitem nicht so, dass die gleichen Personen Angst davor hätten von einem gegengeschlechtlichen Menschen auf die gleiche Weise bedrängt zu werden. Es ist absurd! Und ich komme vom Thema ab.

Die eingetragene Lebenspartnerschaft oder auch Homo-Ehe ist für mich ein Affront gewesen. Ähnlich einer Situation an der ein umfangreiches Festessen stattfindet, und das Personal darf die Reste essen. Natürlich freut sich auch das Personal, dass es heute leckere und aussergewöhnliche Häppchen verputzen darf. Natürlich ist auch der Akt der Verpartnerung ein schönes Ereignis, das besonders gewürdigt und gefeiert wird. Es setzt ein Zeichen, dass zwei Menschen sich aufeinander festlegen, füreinander da sein und sorgen wollen. Aber sie sind in ihrer Partnerschaft nicht gleichgestellt. Und das gibt mir persönlich den widerwärtigen Beigeschmack von Menschen zweiter Klasse. Das hält Grenzen und Ängste im Kopf aufrecht, die dort nicht sein müssten.

Und nun bin ich erstaunt… oder irritiert… dass ein Mann mit einer einzelnen Frage (und einer Antwort, deren Sinn und Inhalt ich auch nach mehrmaligem lesen nicht erschließen konnte) zu einer raschen Diskussion und noch rascheren Abstimmung geführt hat. Der Mann selbst sei übrigens tatsächlich enttäuscht, dass die konservative Kanzlerin gegen den Einbezug homosexueller Paare in die Ehe gestimmt hat. Kopfschütteln meinerseits und die Frage: Was genau erwartet man von einer konservativen CDU Politikerin? Naja. Nicht mein Problem. Ich freue mich. Alle Verpartnerten, in einer Homo-Ehe befindlichen Paare können in ein paar Monaten aufs nächstgelegene Amt gehen und sich in eine Ehe umtragen lassen. Niemand kann sich dann mehr neu verpartnern lassen. Alle dürfen heiraten. Ein bisschen spät, aber es ist ja auch bisschen müßig sich jetzt darüber aufzuregen. Und dann verschwinden hoffentlich bald die unsäglichen Begriffe Homo-Ehe und eingetragene Lebenspartnerschaft.

Und wir sind alle ganz normale Menschen.

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Letztens beim Fernsehen

nashorn

Nachdem ich mich knapp ein Jahr für Tickets beworben hatte, hat es dann unerwartet geklappt. Ich durfte zwei Tickets fürs Neo Magazin Royale erwerben.

Und so fuhr ich Anfang Juni mit einer Freundin nach Köln und hatte interessante Einblicke wie so eine Fernsehshow abläuft. Und wir hatten Glück an diesem Drehtag. Die Zeit des Einlasses kam und verging und wir standen immer noch draussen im Regen. Es täte ihnen sehr leid, aber heute würden die Proben etwas länger dauern. Und dann durfte sich jeder aus dem Einkaufswagen mit dem sie die wartende Reihe abliefen ein Bier (oder auch was alkoholfreies) nehmen. Und dann das übliche: Taschencheck, Kartencheck, Armbändchen drum. Ab zur Fotobox… dumme Gesichter machen. Warten bis zum Einlass. Und dann ab auf den zugewiesenen Sitzplatz.

boehmi

Zweiter Glücksfall an diesem Tag: Mit uns wurden zwei Aufzeichnungen gedreht. Zuerst die Aufzeichnung für die folgende Woche und im Anschluss die Folge für den folgenden Tag. Aus einem völligen logischen Grund. Die zweite Aufzeichnung die dann die erste werden sollte, war eine komplette Folge meines Lieblingsteils "Prise is a dancer" wobei das Publikum im Internet gestalkt wird und den Zuschauern dann irgendwelche mehr oder minder peinlichen Dinge präsentiert werden. Beim Einspieler verschwanden so einige vor Scham und Angst beinahe unter ihrem Sitz. Mir blieb die TV-Präsenz erspart. Und überhaupt konnte ich mich neben dem Mischpult ganz gut verstecken. Selbst als der Kerl direkt vor mir im Scheinwerferlicht war.

Und hätten wir mehr Zeit und weniger Arbeit am nächsten Tag gehabt, wären wir noch in den Genuss eines spontanen Gratiskonzerts von Kraftklub gekommen. War aber leider nicht. Aber geil wars trotzdem und hingehen würd ich auch nochmal. Auch wenn ich ich kein Freibier bekommen würde.

Wer nun das Spiel: Wo ist kampfkeks? spielen möchte, dem seien diese beiden Folgen des Neo Magazin Royale verwiesen:
1)
NEO MAGAZIN ROYALE mit Jan Böhmermann vom 8. Juni 2017
2)
NEO MAGAZIN ROYALE mit Jan Böhmermann vom 15. Juni 2017


neoplakat
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Boulderglück.

bouldern

Wer mich kennt, oder seit geraumer Zeit fleißig hier im Blog liest, der hat auch mitbekommen, dass ich vor 2 Jahren beim Bouldern in der Halle von der Wand gefallen bin. Nachdem ich allen erzählt habe wie sicher und ungefährlich Bouldern sei, weil ja unten überall Weichbodenmatten lägen. Ja nun. Da lag ich dann. Auf dieser Matte. Auf der ich beim aufkommen umgeknickt bin. Es war ziemlich was kaputt und ich habe erst nach 6 Monaten wieder langsam mit dem Laufsport angefangen. Richtig gut ging es dem Fuß aber immer noch nicht. Dieses Jahr im Februar gab es daher noch einen arthoroskopischen Eingriff um einen damals entstandenen Knorpelschaden zu beheben. Ich durfte also wieder ein paar Monate keinen Sport machen. Sobald ich die Krücken los war und beim spazieren sicher war, ging es erstmal wieder ab aufs Rad. Das hat gut geklappt. Als nächsten Schritt meldete ich mich im Fitnessstudio an. Das klappt auch ganz gut. Bevor ich aber mit dem Lauftraining anfange muss der Fuß noch stabiler werden.

Und so wagte ich mich diese Woche seit langer Zeit wieder an die Wand. Ich war ziemlich ängstlich. Meine Boulderpartnerin stellte auch fest, dass ich viel mehr mit den Armen klettere. Ich traue mich nicht richtig auf meine Füße zu stellen. Ich könnte ja wieder abrutschen. Und so hab ich einige Routen nicht hinbekommen, weil mein Kopf nicht mitgemacht hat. Geschafft hätte ich die sicherlich. Aber wenn der Kopf nicht will, wird es echt schwierig. Das Motto für diesen ersten Testlauf war aber auch, ein positives Erlebnis zu schaffen. Also setzte ich mich nicht unter Druck. Was ich schaffte, sollte ich schaffen. Und der Rest soll halt jetzt noch nicht sein.

Ich hatte jede Menge Spaß an diesem Mittag und bin mit einem sehr guten Gefühl dort weg gefahren. Einem Gefühl, dass ich wieder einen Schritt zur vollständigen Genesung voran gekommen bin. Einem Gefühl, dass ich immer noch bouldern kann und immer noch etwas schaffe. Ich bin schlichtweg sehr glücklich, dass ich wieder klettern kann. Denn zwischenzeitlich hatte ich auch große Angst, dass ich das an den Nagel hängen muss. Ebenso wie ich immer noch Angst habe, dass ich den Laufsport vielleicht an den Nagel hängen muss und auch mit Parkour nicht mehr anfangen kann. Aber selbst wenn das so sein sollte: Es bliebe mir dann immerhin das Bouldern. Und das ist doch schwer erleichternd. Da ist es auch nur ein sehr kleiner Wermutstropfen, dass ich 2015 so gut im Training war, dass ich sogar mal eine blaue Route geschafft habe und die grünen eigentlich meist machbar waren und jetzt hab ich wieder mit den grünen zu kämpfen. (Für Unwissende: gelb und weiß sind leichte Routen, grün dann schon anspruchsvoller, blau schwerer und dahinter kommt noch rot und schwarz und vielleicht auch andere Farben, die ich vergessen habe).

Bouldern macht nicht nur mich glücklich, sonder wirkt auch antidepressiv. Das haben Forscher in Erlangen untersucht und festgestellt. Die wichtigsten Eckpunkte und Ergebnisse der Untersuchung sind hier schön zusammengefasst: http://ze.tt/wie-bouldern-gegen-depressionen-helfen-kann/. Quintessenz der Untersuchung ist, dass Bouldern soziale Interaktion stärkt, dass sich auf das Problem fokussiert wird und damit der eigene Grübelkreislauf unterbrochen ist und dass man schnell Erfolge erzielen kann und eine positive Rückmeldung für die Selbstwirksamkeit erhält. All dies sind Aspekte die man quasi sofort selbst erleben kann, wenn man sich einem Boulder stellt.

Lange Rede kurzer Sinn: Ich bin verdammt glücklich, dass ich wieder bouldern kann! Und ich kann jedem nur empfehlen, das mal auszuprobieren.

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Ihre Einschätzung bitte.

Ein Freund hat mich vor ein paar Tagen auf einen Eintrag von vor mehreren Monaten angesprochen. Wiedergefunden habe ich ihn jetzt nicht. Aber er machte mich darauf aufmerksam, dass der eigentliche Inhalt offenbar nicht so gut rüberkam.

Ich schrieb darüber, dass wir Menschen auf Grund von Äußerlichkeiten in Schubladen stecken und bewerten. Trauen unserem verwahrlosten Gegenüber nicht zu, dass er sich mit Philosophen auskennt. Trauen dem gut geschminkten Model nicht zu, dass es am liebsten Chips mampft, während sie mathematische Gleichungen löst. Ganz allgemein werden Frauen als weniger durchsetzungsfähig und Männer als unbeherrschter eingeschätzt. Noch bevor man sich überhaupt das Äußere angesehen hat. Dann schauen wir uns das Äußere an und machen die nächsten Schubladen auf und zu. Und viel zu oft ohne dass dies gerechtfertigt wäre.

Schubladen sind praktisch und auch nützlich. Sie erleichtern dem Hirn die Arbeit durch Entlastung. Schnelle Eingruppierung in gefährlich oder ungefährlich. In Schubladen denken ist also menschlich und auch wichtig. Nicht minder wichtig ist aber, sich das bewusst zu machen. Denn nur wenn ich mich darum bemühe die Leute aus Schubladen wieder heraus zunehmen und aus einem anderen Winkel betrachte ist es mir möglich das volle Potential auszuschöpfen. Und wer weiß? Vielleicht verbirgt sich hinter dem pickligen PC-Nerd auch ein Kunstinteressierter junger Mann, der gerne mit dir in eine Ausstellung möchte und sich darüber austauschen will?

Was ich sagen will: Wir alle denken in Schubladen. Wir alle bewerten. Ständig und immer. Und wir brauchen diese Bewertungen auch. Denn Bewertungen sind immer auch Einschätzungen. Und ich möchte meinen Gegenüber gern einschätzen können. Möchte abschätzen können wie er in einer Situation reagiert. Durch Einschätzungen lernen wir andere Menschen auch besser kennen. Und es ist auch verdammt schwierig anderen Leuten wertungsfrei gegenüber zu treten. Bei Leuten die ich schon länger kenne finde ich das sogar fast unmöglich. Ich kann versuchen Menschen wertungsfrei gegenüber zu treten, die ich noch nicht (oder erst sehr kurz) kenne. Und das ist immer noch schwierig genug. Aber nichtsdestotrotz sollte man sich darum bemühen. Vielleicht macht hat so ganz neue unerwartete Begegnungen und kann voneinander lernen?

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#Neustart

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Ich sitze in meiner Küche. Der verbliebene noch möblierte Raum in der Wohnung (abgesehen vom Raum meines Mitbewohners natürlich). Aber auch die Küche ist bis auf wenige kleine Reste ausgeräumt. Es steht quasi nur noch das Skelett und wartet auf die Nachmieter der Wohnung. Es ist schon seltsam. Da verpackt man sein Leben in viele kleine Boxen und Kisten. Versucht es halbwegs sortiert unterzubringen. Schmeisst so vieles weg, das nur darauf gewartet hat, endlich weg geworfen zu werden, aber man hatte es bisher aus den Augen verloren. Oder war zu faul. Oder konnte sich nicht trennen, weil 'man hat ja den Platz'.

Gut die Hälfte meiner Sachen habe ich eingelagert. Die werde ich die nächsten beiden Jahre nicht sehen und auch kaum brauchen. Dinge die ich nicht zwingend brauche. Naja gut. Das Geschirr steht da auch… Aber ich ziehe ja auch in ein Haus mit fertig bestückter Küche ein. Die andere Hälfte die ich mit an den neuen Ort nehme, die brauche ich schon dringender. Allen voran natürlich meine 8 paar Schuhe. Aber auch diese Sachen wurden gerade von zwei eifrigen Herren im Sprint aus der Wohnung in den Umzugswagen getragen.

Und nun sitze ich hier. Schaue in die leeren Zimmer und auf die leeren Wände, welche die letzten Jahre eine Geschichte erzählt haben. Es hat ein Rückbau stattgefunden. Die Erinnerungen an mich wurden nach und nach von den Wänden gekratzt und ausradiert. Wenn wir am Osterwochenende die Wände gestrichen haben, dann ist diese Wohnung wieder ein unbeschriebenes Buch. Bereit eine neue Geschichte zu schreiben.

Es mag ein wenig pathetisch klingen, aber gewissermaßen habe ich mein Leben an diesem Ort ausgelöscht um an einem neuen Ort zu beginnen. Und dieser Umzug ist irgendwie so ganz anders, als die Wohnungswechsel zuvor. Und vermutlich liegt das an der viel weiteren Entfernung die dann zwischen dem Alten und dem Neuen liegt.

Heute mittag setze ich mich ins Auto und fahre nach Hamburg. Dort werde ich morgen ein leeres Zimmer mit meinen Erinnerungen füllen. Es wird spannend.

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"Da kann ich dir nur viel Glück wünschen."

Ich werde die Hochschule wechseln. Die Gründe dafür findet man hier, dort, da und vor allem auch hier drüben in eskalierender Reihenfolge. Es war an der Zeit zu akzeptieren, dass die Wahl des Schwerpunktes an diesem Standort die falsche für mich war. Ich habe entschieden, das erste Semester zu beenden, denn die Leistungen hab ich dann, und möglicherweise können sie mir irgendwann später mal etwas nützen. Ich besinne mich also zurück auf meine eigentlich erste Wahl im Bewerbungdschungel von 2016: die Klinische Psychologie. Und da ich diesen nervenaufreibenden Bewerbungstanz für die begrenzten Plätze an staatliche Universitäten kein zweites Mal mitmachen und vor allem aushalten möchte, hab ich mich über die Medical School in Hamburg informiert, verschiedene Studierende von dort angeschrieben und mich schlussendlich dort beworben für den M. Sc. in Klinischer Psychologie und Psychotherapie. Die MSH ist auch wieder eine private Hochschule, hat aber einen guten Ruf und mir wurden einige Empfehlungen ausgesprochen. Und wenn es nicht so super wird, wie man mir verspricht, so bin ich immer noch in Hamburg. Und das kann ja auch schonmal was.

Den Studienplatz hatte ich dann also. Fehlte nur noch ein Zimmer in einer netten, sauberen und hübschen WG. Also bin ich Freitags in den Norden gedüst um mir Samstag die Zeit mit insgesamt sechs Besichtigungen zu vertreiben. Und habe WGs besichtigt deren Bewohner und Ausstattung nicht unterschiedlicher hätten sein können. Da wäre auch so ein "Highlight" für ne gute Story dabei… .

Das wahre Highlight rief mich am Abend an, als wir vor den letzten beiden Besichtigung eine kleine Pause hatten. Sie habe eine große Wohnung in der Hafencity und würde ein kleineres Zimmer vermieten für 500€. Sie hat noch ein wenig erzählt, bis ich sie unterbrochen habe um die Eckdaten nochmals zusammenzufassen: Das Zimmer habe ca soundsoviele Quadratmeter, es gäbe bei der Größe sicherlich ein Wohnzimmer, ob das zur gemeinsamen Nutzung sei, fragte ich. Das wehrte sie sofort vehement ab. Nein, nein, also vielleicht wenn sie nicht da wäre, da müsse man dann halt mal schauen wie man miteinander zurecht käme. Ahja… gut. Weiter im Text. Die Miete betrage 500€? Ja, nein, so ungefähr glaubt sie. Sie hätte das noch nicht so genau durchgerechnet. Und genau das war der Moment. Der Moment nach einem harten Tag, indem ich erschöpft vor einem alkoholfreien Cocktail saß und nichts sehnlichster wollte als Abendessen und ab ins Bett. Der Moment in dem ich ihr mitteilte, dass das für mich dann keinen Sinn ergebe und ich mir das Zimmer nicht ansehen konnte. Sie war offenkundig einen kurzen Moment verdutzt, bevor sie erwiderte:


"Ja, also wenn du da im voraus schon so viel Sicherheit brauchst,
dann kann ich dir nur viel Glück wünschen.
Denn das wirst du brauchen bei der Wohnungssuche hier in Hamburg."

Äh ja. Danke. Dir auch. Der Standort Hafencity reisst halt auch nicht alles raus. Ich hab übrigens ein nettes kleines Zimmer in wirklich netter und umkompliziert wirkender Gesellschaft gefunden. Und da wusste ich sogar im voraus, wie groß das Zimmer ist, welche Räume ich mitbenutzen darf (nämlich alle Gemeinschaftsräume) und vor allem: Wie hoch die Miete ist.

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Hegelclub.

Vor etwas über einem Jahr war ich bei milden Temperaturen abends mit zwei guten Freunden unterwegs. Einer kam gerade aus dem Urlaub und hatte verschiedene österreichische Biersorten im Gepäck, die wir testen wollten. Nach einem guten Abendessen streunten wir durch die Weststadt und ließen uns schließlich am Rande eine Basketballfeldes nieder. Schräg gegenüber saßen drei offenkundig recht alkoholisierte Herrschaften mit eher unklaren Wohnsitzverhältnissen.

Einer der drei schien in unsere Präsenz mehr hinein zu interpretieren als da war und so kam ein Anderer herüber, sprach uns nett an und erklärte uns dass sein Kumpel irgendwie nervös sei und wenn wir im versichern könnten dass wir nicht wegen ihm dort seien und nur unser Bier trinken wollten, dann könne er das seinem Kumpel sagen und alles wäre in Butter. So wackelte er also wieder zurück und die Situation schien zunächst geklärt. Später kamen sie dann irgendwann alle drei rüber und wir unterhielten uns. Es war bisweilen recht unterhaltsam und witzig. Am Ende blieb der Vermittler vom Anfang noch bei uns und die anderen zogen sich zurück.

Berufsbedingt sind für mich Menschen die eine etwas andere Realitätsauffassung haben als der Rest der sie umgibt nichts neues. Ich höre mir viel an und bleibe lange sitzen bevor ich für mich entscheide, dass eine Situation brenzlig wird und es nun doch besser wäre aufzustehen, weil es sich dann schlichtweg besser ausweichen lässt. Meine zwei Kumpels kommen aus einer gänzlich anderen Ecke. Einer studierter Informatiker der andere studierter Cross-Media-Designer. Kurz: Irgendwas mit Medien. Beide anständig gekleidet mit Mantel und Hut. Dem Erscheinungsbild unseres Gegenübers gewissermaßen diametral entgegen gesetzt.

Warum genau sich die Stimmung verändert hatte weiß ich nicht mehr so genau. Er war irgendwie recht angetan von mir und rückte mir immer wieder auf die Pelle, ließ sich aber immer gut eingrenzen. Solche Situationen sind mir nicht unbekannt und war für mich in dem Fall weniger bedrohlich als viel mehr nervig. Meine zwei Jungs wurden aber immer nervöser und wussten scheinbar nicht so gut mit der Situation umzugehen. Ich hoffte nur sie würden nicht aufstehen und sich vor dem Herrn aufbauen. Ich hatte wenig Lust, dass der Abend in Handgreiflichkeiten endete. Dazu kam es auch Gott sei Dank nicht. Der Herr schimpfte nur etwas herum. Er fühlte sich von den Jungs angegriffen und sagte diverse unverständliche Sachen, die für uns zum Großteil wenig Sinn ergaben. Besonders im Gedächtnis ist mir aber geblieben, dass er ihnen sagte, sie sollen doch zu ihrem Hegelclub gehen, wenn sie sich so überlegen fühlen würden. Im Gedächtnis ist mir das geblieben weil wir, nachdem der Herr und wir jeweils unserer Wege gingen, eine kurze Diskussion darüber hatten.

Die beiden hatten nämlich Häkelclub verstanden. Ich sah für diese Bezeichnung überhaupt keinen Zusammenhang und konnte mir auch nicht erklären was er damit gemeint haben solle. Sie wiesen meinen Einwand, dass er vermutlich Hegelclub meinte (da Hegel ein Philosoph sei und man die Beschäftigung mit Philosophen nun eher Akademikern zuschreibt, die sich nicht so sehr für die unteren Gesellschaftsschichten interessieren und Akademiker nun zum Großteil eher mit Verachtung auf Menschen wie ihn herab schauen) zurück mit der Begründung, dass ich ja wohl nicht im Ernst glauben würde, dass der Mann wisse wer Hegel sei. Ich ließ es erstmal dabei bewenden. Aber die Wahrheit ist, dass mich das bis heute beschäftigt. Und ich frage mich wirklich, was wir uns da eigentlich manchmal für Urteile über andere Menschen anmaßen, die wir überhaupt gar nicht kennen? Vielleicht hat der Mann eine gute Schulbildung gehabt und sogar irgendwann mal ein Studium angefangen? Warum er nun in diesem Zustand vor uns stand, und wie es dazu kam, das können wir ja überhaupt gar nicht beurteilen.

Natürlich brauchen wir unser Schubladendenken, weil es uns das Leben einfacher macht. Aber ich finde wir sollten mit diesen Schubladen umsichtig umgehen. Bevor ich jemanden in eine Schublade stecke, kann ich mir auch wirklich mal die Mühe machen und überlegen, ob ihm diese Schublade auch wirklich gerecht wird, oder ob hinter einer ungepflegten alkoholisierten Fassade mehr steckt, als das was man auf den ersten Blick sieht. Nur weil ich nicht auf den ersten Blick sehe, dass ein Mensch eine gute Ausbildung, herbe Verluste, eine liebende Familie oder sonst irgendwelche beliebigen Erfahrungen im Leben gemacht hat, heißt es nicht, dass es nicht doch so war.

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Geduldig.

Menschen die mich kennen wissen, dass ich ein recht unruhiger Zeitgenosse sein kann, der seine Probleme mit dem still sitzen hat. Das trieb bisweilen auch mal meine Lehrerin in der Schule in den Wahnsinn, die mit den sich ständig in Bewegung befindlichen Füßen nicht umgehen konnte. Manchmal treibe ich mit meinem ewigen rumgenestel an irgendwas die umsitzenden Leute am Esstisch in den Wahnsinn, weil ich so gut wie immer irgendwas in den Fingern haben muss. Diejenigen die mich kennen wissen auch, dass Geduld nicht gerade meine Vorzeigetugend ist. Ich selbst hätte mich vor ein paar Jahren auch keinesfalls als diszipliniert beschrieben, aber mittlerweile muss ich doch zugeben, dass es zutrifft.

Ich habe auch heute eine Probleme mit dem Still sitzen. Aber immerhin hat mir das älter werden auch ein paar Erkenntnisse gebracht. Nämlich, dass besonders dann der Fall ist, wenn mich etwas langweilt. Ich habe fest gestellt dass ich durchaus eine ganze Weile konzentriert arbeiten kann, wenn ich das was ich tue machen will, und vor allem wenn es mich interessiert. Und natürlich wenn ich die Möglichkeit habe zwischendurch aufzustehen.

loewe

Still sitzen erfordert Geduld. Geduld während man auf etwas hinarbeitet, damit am Ende ein fertiges Produkt entsteht. Geduld wird einfacher wenn man weiß wofür man geduldig sein soll. In der Schule war mir nie so richtig klar, für was ich mich gedulden sollte. Klar. Ich wollte irgendwie einen Schulabschluss machen, aber es hat mir niemand die Notwendigkeit von Mathe, Deutsch, Englisch und den restlichen Schulfächern für mein Leben und meine Zukunft so vermitteln können, dass ich einen Sinn für Geduld, Disziplin und Fleiß darin gesehen hätte.

Heute sitze ich sehr gerne still und arbeite konzentriert an etwas. Weil ich weiß wofür. Weil ich es mir selbst ausgesucht habe. Und dabei staune ich immer wieder über mich selbst. Obige Schablone ist so ein Staunprojekt. Ich habe hier eine große Leinwand liegen auf die der Löwe aufgetupft werden soll. Dafür brauche ich aber erstmal eine Schablone für einen Löwen. Also malte ich die Vorlage auf ein großes Blatt Papier und übertrug diese dann wiederum auf die Folie. Das war schon ziemlich kleinfieselig. Aber dann folgten fünf Zeitstunden in denen ich all diese kleinen Löwenkopfbestandteile präzise ausschneiden musste. Das bedeutete still sitzen und immer wieder kleine ruhige und kontrollierte Bewegungen ausführen. Wer das schonmal gemacht hat, weiß um diese ganz eigene Unruhe die sich in den Händen entwickelt, wenn man gezwungen ist immer nur kleine kontrollierte Bewegungen zu machen. Was ich damit sagen will: Ich bin stolz drauf, dass ich Geduld aufbringen kann und ich denke wir sollten uns alle immer wieder mit kleinen Aufgaben selbst herausfordern. Vor allem auf den Gebieten in denen wir so unsere Schwierigkeiten haben. Denn nur so können wir wachsen.

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JetLag

Verstörendes Szenario: Man sitzt entspannt in seinem Sessel und guckt aus dem Fenster. Draussen ist die wunderschöne weite Landschaft des Yukon zu sehen. Es ist Abend und wegen der Mitternachtssonne schließen wir nach dem Abendessen die Rollos. Ich schlafe unruhig und entscheide mich irgendwann dann doch für einen Film. Vor dem Frühstück machen wir die Rollos wieder hoch. Das schönste Sonnenlicht blendet uns. Zu sehen sind aber trotzdem nur Wolken. Wenig später tauchen wir in die Wolken ein und plötzlich ist da gar nicht mehr das weitere dicht bewaldete Land Kanadas. Ich sehe Felder, Häuser, Schwimmbäder. Hochhäuser. Frankfurt. Parken ganz hinten am anderen Ende. Die Fahrt mit dem Bus über das Rollfeld dauert fast länger als das durchqueren von Whitehorse gedauert hätte. Whitehorse. Hauptstadt des Yukon.

Ich habe wenig geschlafen auf dem Rückflug. All die Menschen, die wahnsinnig vielen Blechkarossen auf der Autobahn, das Stop-and-Go durch Heidelbergs Stadtverkehr. Die hässlichen Reihenhäuser in Eppelheim. Die Rückkehr in meine Wohnung. Große Häuser und Wohnungen und doch so wenig Platz. Das wir hier nicht ersticken grenzt schon an ein Wunder. Mein dringend nötiger Nachtschlaf wurde unterbrochen von einem Hubschrauber, diversen Feuerwehrautos und schlussendlich von krakeelenden Vögeln die mir alle ganz aufgeregt mitteilen, dass die Sonne aufgeht. Alles noch ganz unwirklich.

Kanada. An dieses Land hab ich mein Herz verloren.

Ich geh mich mal sortieren und in den kommenden Wochen werden Fotosund Berichte folgen.


Condor

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Der Tod exisitiert nicht.

Der geilste Tag ist ein wirklich sehenswerter Film mit dem netten Herrn Schweighöfer. Aber darum soll es hier nicht gehen. Von den Dialogen blieb mir vor allem einer im Gedächtnis. Als die beiden Jungs auf dem Kran sind und Benno sagt dass man sich vorstellen solle, dass es den Tod gar nicht gäbe. Sondern nur die Zeit davor. Und das würde zählen.

Wer alles Angst vorm Tod hat, möge sich jetzt bitte am linken Ohr kratzen. Jeder hat sich sicherlich schon mal Gedanken darüber gemacht was nach dem eigenen Ableben geschieht. Wer wird wie trauern, was passiert mit den Dingen die ich zuvor besaß, wie geht das Leben der Hinterbliebenen weiter? Wir haben Angst. Aber warum? Uns allen ist klar, dass der Tod zum Leben dazu gehört und wir wissen alle wie schmerzlich es ist jemanden zu verlieren. Aber ich glaube kaum, dass einer von uns Angst vor dem Tod hat, weil er Sorge hat was mit den Hinterbliebenen geschieht und wie es denen ergeht.

Ich glaube vielmehr wir haben Angst vor dem Tod, weil wir Angst haben zuvor nicht das Leben gelebt zu haben was wir uns gewünscht haben. Dafür müssten wir aber erstmal rausfinden was wir eigentlich wollen. Und je mehr wir danach suchen was wir wollen, desto mehr Zeit und Leben fliegt an uns vorbei ohne das wir es überhaupt bemerken. Es fällt uns schwer den Moment als solchen wahrzunehmen und zu akzeptieren, dass genau dieser Moment das Leben ist. Wir wollen immer mehr. Wollen ganz viele tolle Sachen erlebt und gesehen haben, sodass es uns schwer fällt in dem Moment zur Ruhe zu kommen in dem wir uns gerade befinden.

Und ich heb als erste meine Hand wenn es darum geht zu vereisen, zu lernen oder mich zu bewegen. Anstatt im Moment zu leben. Aber ich hab auch Angst vorm Tod. Dabei zählt eigentlich die Zeit davor. Und nicht der Tod. Ich werd mir ein Memo dafür schreiben.

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#twitter

Die Älteren erinnern sich: Ich hatte schonmal einen Twitteraccount.

Jetzt habe ich wieder einen. Er wird gespickt werden mit allerhand Non-Sense, Stuss aus dem Alltag und Links die ich für lesenswert halte. Wer das wirklich will kann mir hier folgen.

Wer noch mehr *Inhalte* von mir lieber vermeiden möchte…. Eh… was machst du dann hier?!

twitter
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Unverbindliche Empfehlung

Sportcut-Empfehlung für die Generation pseudo-Beziehungsunfähig:

Vielleicht solltet ihr euch vor Augen halten dass unsere Generation mittels der online Portale Unverbindlichkeit geradezu zelebriert und perfektioniert. Wenn eine/r heute sagt "ich hab Bock auf dich" heißt das noch lange nicht dass er/ sie morgen auch Bock auf dich hat.

Wir haben die Freiheit der Wahl. Und genau diese wird uns umgekehrt auch zum Verhängnis. Ist saudumm. Ist aber so. Aber wir machen ja auch alle fleißig mit am System über das wir uns immer nur dann beschweren wenn es für uns nicht so läuft wie wir das gerne hätten.

Und jetzt geh was Arbeiten oder putz deine Bude. Das ist wesentlich sinnvoller als sich in der Schmach zu suhlen, dass die/ der Andere einen nicht so unwiderstehlich findet wie es wünschenswert wäre.

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Blog-Neuerung.

Nur kurz zur Info: Das Plugin mit dem ich bisher meine Beiträge verfasst und veröffentlich habe, war ein tolles Tool, hatte aber seit einiger Zeit ein paar Kinderkrankheiten. Und nun hat der Entwickler des Plugins gänzlich das Handtuch geworfen. Ein anderer hat das Projekt nun zwar übernommen, aber ich war in letzter Zeit unzufrieden damit.

Ich bin also zurück zum 'Standard'-Tool von Rapid-Weaver. Das hieß aber auch, die alten Beiträge händisch per Copy & Paste zu übertragen, da es den Entwicklern von RapidWeaver lediglich möglich war eine Export-Funktion zu konzipieren, nicht jedoch eine Import-Funktion.

Bei der Gelegenheit gingen einige Blog-Beiträge in den Ruhestand. Ich hoffe schwer es funktioniert alles so wie es soll. Die alten Kommentare sind auch alle weg und werden auch nicht übertragen werden, aber ich hab sie alle gelesen.
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Good Bye.

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Wenn Panta nicht die geilsten Hundeohren der Welt hatte, dann weiß ich auch nicht. Es ist schon lange her, dass ich den letzten Spaziergang mit ihr machte, aber in gewisser Hinsicht war sie einfach mein Kind. Von heute auf morgen musste sie gehen. Eine Vorwarnung gab es nicht. Mach es gut Panti!

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Emotionales Outsourcing.

Ein Freund von mir sucht (mehr oder minder aktiv) eine Partnerin. Das sorgt in unseren Unterhaltungen immer wieder für interessante und spannende Stories, schon allein, weil es unfassbar spannend ist andere Menschen und deren Lebensweise kennen zu lernen. Zumindest im Ansatz. Und es sorgt für überaus erstaunliche Einblicke in die scheinbar völlig verquere Gefühlswelt unserer Generation. (Wobei ich mich eigentlich nicht auf die eine Generation beschränken will, weil ich in der Tat gar nicht weiß, ob das ein aktuelles gesellschaftliches Drama ist, oder ob es schon zuvor alles so irrwitzig war).

Also was erzählte er mir?

Es beginnt ganz klassisch: Die Verkäuferin seiner Lebensmittel fand er ganz attraktiv und freundlich und je öfter er dort einkaufen ging, desto netter fand er sie. Irgendwann gingen sie aus, aßen leckere Sachen und unternahmen unterhaltsame Dinge. Bevor sich die freundschaftliche Beziehung intensivieren konnte wurde es - für mich - interessant. Die Dame erzählte ihm von irgendeinem Typ mit dem sie zeitgleich zu den Treffen mit ihm eine intimere Beziehung gepflegt habe, aber emotional sei das für sie nicht so interessant. Gegenüber meinem Freund sei es aber eher irgendwie anders rum. Und bevor sie sich da weiter emotional engagiere und die Beziehung intensiver und intimer würde, wolle sie gerne wissen wie es nun bei ihm aussähe. Genau. Es klingt irgendwie verdreht und kompliziert. Mein Freund sah mich recht entgeistert an und fragte mich, was das denn für ein Konzept sei. Was das solle. Ob das vielleicht emotionales Outsourcing sei. Hier vögeln und dort fühlen?! Ich musste lachen. Nicht zuletzt weil er eine ganz spezielle Art hat solcherlei Dinge zu erzählen.

Emotionales Outsourcing. Der Begriff blieb mir im Kopf. In den Tagen danach begegnete mir dieses 'Konzept' auch in ganz anderen Kontexten. Und zwar gar nicht mal so selten. Da werden Gefühle und Emotionen in Situation und an Personen abgeladen die damit überhaupt gar nichts zu tun haben. Um mal ein wenig abstraktes Beispiel zu wählen:

"Emotionales Outsourcing - Schwedenversion" Wir kaufen eine größere Menge Möbel zum Eigenaufbau zu Hause in einem großen Möbelhaus. Beim Aufbau zu Hause fehlt in einem Paket eine Schraube und in irgendeinem Holzstück ist ein Kratzer. Ausserdem lag der Hund in der Abwesenheit auf dem Sofa und hat dort seine Haare vom Typ Superhaftung eingearbeitet und der Chef hat uns am Tag zuvor mit irgendwas auf die Palme gebracht. Statt sich die fehlende Schraube im nächstgelegenen Baumarkt zu besorgen und sich zu sagen, dass sich der Kratzer an der Seitenwand des Schrankes befindet, welche niemand jemals sehen wird tut man folgendes: Wir packen frustriert und entnervt die Sachen wieder in den Karton, suchen noch eine halbe Stunde den Kassenbon um zu merken, dass er sich noch im Geldbeutel befindet und fahren 35 km zum Möbelhaus zurück. Die Fahrt über versuchen wir eine gewisse Aggressivität aufrechtzuerhalten und legen uns die Worte zurecht die wir dem Mitarbeiter an der Service-Theke an den Kopf knallen können. (Die Option in einem adäquaten Umgangston einen Umtausch des Artikels zu erbitten ist nicht verfügbar, da wir uns ja noch über die Hundehaare und den Chef aufregen. Dinge die wir glauben nicht ändern zu können). Das tun wir dann auch. Der Service-MA kann zwar nicht für unsere Lage und eigentlich wissen wir das auch, aber nach geglücktem Umtausch (okay…. wir finden es natürlich auch noch völlig überflüssig und unangebracht und nicht im geringsten Kundenorientiert, dass man den Umtauschartikel an der Warenausgabe abholen muss und er einem nicht direkt an der Service-Theke ausgehändigt werden kann), laufen wir selbstzufrieden durch den Laden, klopfen uns im Geiste auf die Schulter, dass wir es diesem furchtbar inkompetenten Konzern mal so richtig gezeigt haben, verlaufen uns fast im Labyrinth und kaufen uns danach einen Hot Dog. Weil mal ganz ehrlich: Selbst wenn alle völlig inkompetent sind in allen Bereichen…. des geht nichts über die Hot Dogs.

Was haben wir getan? Wir haben unseren Frust - der im Ausgangspunkt äußerst wenig mit dem mangelhaft verpackten Artikel zu tun hatte - an einer Stelle abgeladen wo er überhaupt gar nichts zu suchen hatte. Haben unsere Emotionen outgesourced. Und wir sind täglich von solchen Menschen umgeben. Jeden Tag sind wir mit Menschen konfrontiert, die ihren emotionalen Müll bei uns abladen und wir stehen in der Regel ziemlich irritiert da und fragen uns, was wir nun eigentlich gemacht haben. An manchen Tagen nehmen wir uns sowas sehr zu Herzen und an anderen Tagen merken wir ganz klar, dass wir damit überhaupt nichts zu tun haben und man gerade nur als Mülleimer missbraucht wird.

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Von A nach B.

Oder auch: What the Fuck?!

Alphabet

A will B. Der Weg dorthin scheint eigentlich recht kurz und einfach zu sein. Die meisten von uns gehen den direkten Weg aber selten. Man verirrt und verwirrt sich mit zahlreichen anderen Optionen, bis man unter Umständen gar nicht mehr so recht weiß was man eigentlich will.

Der Weg von A nach B erfolgt nur allzu oft über Umwege. Da wird durch das ganze Alphabet gekreiselt, hier und da was ausprobiert, wieder verworfen - weil nicht für gut befunden. Eventuelle nochmal an einen früheren Ort zurück gekehrt. Nach ein paar weiteren Extrarunden - nach denen alle Umstehenden Betrachter restlos und zur Gänze verwirrt sind - landet man doch wieder bei Lösung B. Und überlegt sich, ob man nicht doch lieber C nehmen sollte.

Seien wir mal ehrlich: Wir kennen das doch alle.

Aber warum machen wir es uns manchmal so verdammt schwer?

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Zwei Fragen stellen sich mir.

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Nein. Eigentlich stellen sich mir täglich via 4223 Fragen. Manche davon simpel zu beantworten, andere völlig irrelevant und manche sind kniffliger aber es lässt sich eine Lösung finden. Und dann gibt es da diese Sorte von Fragen, die einem immer wieder im Kopf rum gehen. Die Sorte, die einen ins Grübeln bringt, mitunter auch an einem nagen und vielleicht sogar zermürbend sind. Fragen auf die man keine Antwort findet. Vielleicht weil es keine gibt.

Zwei solcher Fragen die mich immer wieder beschäftigen, auf dich aber weder eine Antwort kriege, noch eine befriedigende erwarten kann, sind diese hier:

1) Wie geht man damit um, wenn für einen selbst alles gesagt ist, die andere Partei aber noch Fragen hat?

2) Wie damit umgehen, wenn man selbst zwar keine Fragen hat, aber eigentlich noch was zu sagen hätte, die andere Partei aber nicht zuhören möchte?

Es gibt verschiedene vorstellbare Handlungsoptionen. Kontaktabbruch vs. Bereitschaft sich mit dem andern auseinanderzusetzen sind vermutlich nur zwei von vielen. Am Ende haben wir aber in jedem Fall eine Situation in der die Wünsche beider Parteien diametral entgegen gesetzt zu sein scheinen. 

Ein bisschen hoffe ich auf Input von anderen Seiten. Ich komm mit meiner Grübelei über diese Fragen nicht weiter. Weiß nicht was der beste Weg ist. Fürchte, dass es gar nicht "den besten Weg" gibt. Das die indi-, Inter- und intraindividuellen Situationen so multivariat und multifaktoriell sind, dass es gar unmöglich ist eine halbwegs einfache und für mich zufriedenstellende Antwort darauf zu geben.


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Hochmut kommt stehts vor der Distorsion.

Wie füllt man seine Zeit, wenn man nur eingeschränkt mobil ist? Wie baut man seinen emotionalen Stress ab, wenn man kaum Sport machen kann. Vor allem nicht den Sport, bei dem man sonst immer den Kopf frei bekommt. In meinem Falle also laufen oder Fahrrad fahren?

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Jeder Mensch hat Stress und jeder Mensch braucht Wege um damit umzugehen. Bei mir war wieder viel los die letzten 2 Monate. Nachdem ich die erste Hälfte des Jahres dachte, dass es eigentlich gut läuft und äußerst zuversichtlich war, dass es eine Weile so stabil super bleiben würde, habe ich erfahren, dass man sich nur auf wenige Dinge verlassen kann. Vor allem kann man sich auf eines verlassen: Es kommt anders als du denkst. Wie dem auch sei. Während die eine Seite (oh! das war ja ich….) dachte, das alles ganz gut ist und keine größeren Probleme kommen sah, war es für die andere Seite gar nicht mal so unproblematisch. Jetzt gehen wir offenkundig getrennte Wege. Das Stresslevel erhöht sich also. Was also tun?

Um in seiner gegebenen Umgebung handlungsfähig zu sein, verfügt jeder Mensch über verschiedene Adaptions- und Copingstrategien. Jeder hat da seine ganz eigenen und in der Regel mehrere davon. Nicht immer sind die besten Strategien in der gegebenen Umwelt anwendbar und man muss die Strategien anpassen. Ganz grob lassen sich die Strategien in problemorientiert und emotionsorientiert oder aber konstruktiv und destruktiv einordnen. Zu den emotionalen (oder destruktiven) Copingstrategien würde zum Beispiel übermäßige Alkoholkonsum zählen. Eine Strategie die vermutlich wenig bis gar nichts an der Situation ändern würde, ausser sie ziemlich sicher in die Länge ziehen und verschlimmern. Anzustreben wären also problemorientierte und konstruktive Bewältigungsstrategien. Beschäftigung ist das Zauberwort. In die anstehenden Arbeiten vertiefen, das soziale Netz nutzen und Sport. Vor allem Sport. Dumm nur wenn man sich beim Sport verletzt und dann weder laufen, noch Rad fahren kann.

Ich muss mich also umorientieren. Sport in der Form die mir vorschwebt ist nicht möglich. Ich sehe mich also mit der Herausforderung konfrontiert einen anderen Ausgleich zu finden. In den letzten Wochen habe ich also sehr viel gelernt und saß sehr häufig vor dem Fernseher um mir diverse Serien anzusehen. Und die beste Strategie von allen: Urlaub.

Das Geheimrezept um mit Stress umzugehen: Dinge tun, die Spaß machen!
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Die Sache mit den Gefühlen.

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Der Mensch wird angetrieben durch seine Gefühle. Und dieser Gefühlsantrieb ist immens, steckt voller Energie und Schaffenskraft. Gäbe es diese Sache mit den Gefühlen nicht…. Es gäbe womöglich die Spezies Mensch, aber nicht das was den Menschen ausmacht. Ich wage zu behaupten, dass es keine Kultur gäbe. Kultur steht in enger Verbindung mit Kunst. In einem sehr weiten Verständnis lässt sich sicherlich auch behaupten, dass Kultur eine gewisse Form von Kunst ist.

Kunst entsteht durch Gefühle. Ausschließlich. Jemand der keine Gefühlsregung hat, wird sich sicherlich nicht hinsetzen und Texte schreiben, Lieder komponieren oder Bilder malen. Kunstwerke erzählen uns meist von den inneren Nöten und Konflikten des Urhebers, die er nicht nur mit sich selbst, sondern vor allem auch mit seiner Umwelt und Mitmenschen hat. Neben Gesellschaftskritik und 'Wut auf irgendwas' und 'Ach Gott wie ist mein Leben gerade geil' - Themen, scheint vor allem ein Gefühl den Kunstsektor zu beherrschen: Liebe und Liebeskummer. Neue Liebe, vergangene Liebe, Elternliebe, Sehnsucht nach Liebe. Gleiches Thema, gleicher Inhalt, mannigfaltige Ausdrucksformen. Ich bin fasziniert davon.

Und irgendwann haben wir wieder alle genug vom Liebeskummer-Sektor und wenden uns wieder dem realen Leben zu, anstatt Dingen hinterherzutrauern die weit weg und verloren sind. Irgendwann. Manchmal früher und manchmal später. Menschen sind da offenbar höchstunterschiedlich, was die Dauer angeht.

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Lautlos

Manche Dinge passieren sehr laut. Mit großem Knall. Dann sind sie plötzlich da. Oder weg. Für jeden ist ersichtlich was passiert ist. Die Wahrscheinlichkeit das Fragen offen bleiben ist recht gering.

Andere Dinge gehen leise und schleichend von Statten. Man nimmt die Veränderung kaum wahr und dann ist sie irgendwann einfach da. Rückblickend lässt sich aber Rekonstruieren was passiert ist.

Und wieder andere Dinge geschehen lautlos. Man schaut sich um und auf einmal hat es sich verändert. Man fragt sich was passiert ist und findet keine Antwort darauf. Weil es lautlos geschah. Weil es keine Spuren hinterlassen hat und der Werdegang somit nicht nachvollziehbar sind.

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Prokrastiwas?!

Als ich so meine abonnierten RSS-Feeds durchsehe zwängt sich mir ein Gedanke auf: Meine Fresse schreiben die Leute viel zum Thema Prokrastination!

Ich kannte den Begriff vor Beginn meines Studiums nicht und im Grunde habe ich dann auch zunächst erstmal nur eine Vokabel gelernt gehabt, deren Sinn sich mir nicht so wirklich erschlossen hatte. Ich kenne das Problem der Aufschieberitis nicht wirklich. Damals in der Schule hatte ich schlichtweg keine Lust und habe Dinge schlichtweg nicht gemacht. Das hatte aber eher wenig damit zu tun, dass ich der Überzeugung war, dass ich die Aufgaben auch zu einem späteren Zeitpunkt erledigen könnte und das ich mit weniger Zeit auskommen könnte, oder sonstige Erklärungsansätze zu trafen die im Rahmen von Prokrastination hätten aufgehen können. Nein. Ich habe Hausaufgaben nicht aufgeschoben. Ich habe sie schlichtweg nicht gemacht.

Und auch in der Ausbildung: Entweder habe ich Aufgaben gleich erledigt, oder ich hab mich dazu entschlossen das sie unnötig sind.

Dann kam das Studium in dem ich die Vokabel der Prokrastination lernte. Mittlerweile weiß ich was damit gemeint ist. Sicherlich schiebe ich auch mal Dinge auf, aber ob man dann immer direkt von Prokrastination sprechen muss.... Ich glaube nicht. Im Grunde bin ich ziemlich strukturiert was die Integration meiner verschiedenen Lebensbereiche angeht. So strukturiert, dass ich mich manchmal selbst über mich wundere. Um beim lernen zu bleiben: Ich fange zu Beginn des Semesters an den Stoff durchzuarbeiten, koordiniere wie ich auf eine bestimmte Anzahl Lernstunden pro Woche komme und ziehe das bis zum Ende des Semesters durch. Manchmal arbeite ich vor, sodass ich mir eine Auszeit nehmen kann. Und manchmal nicht. Hinten dran bin ich eher selten mal.

Ich lese all diese Artikel zum Thema Aufschieberitis recht gerne. In aller Regel sind sie recht unterhaltsam geschrieben und nebenbei gibt es da mitunter recht gute Ansätze zu effizienteren Nutzung von Lernzeit. Sodass man schneller fertig ist. Aber im Grunde ist der Schlüssel zum Erfolg recht einfach: Ziel setzen. Hinsetzen. Arbeiten. Ziel erreichen.

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Allein sein.

Neulich fragte man mich ob ich Schwierigkeiten hätte allein zu sein. Ich konnte darauf zunächst einmal keine adäquate Antwort geben. Für mich ist diese Frage nicht mit einer einfachen Ja-/Nein-Antwort umfassend beantwortet. Ich dachte also eine Weile darüber nach was ich darauf antworten will. Die Antwort ist: Ja und Nein.

Ich glaube grundsätzlich strebt jeder Mensch nach Sozialer Eingebundenheit, wünscht sich ein intaktes soziales Netz, wünscht sich wenigstens einen Menschen zu dem er ein besonderes Verhältnis hat. Der Wunsch nach Nähe und Verbundenheit ist - behaupte ich - jedem Menschen angeboren. Sicherlich gibt es da wieder Einzelfälle die aufgrund von Umständen hier anders empfinden, aber die Regel ist das wohl eher nicht. Der Mensch als solches wünscht sich also diverse Freunde bei denen er sich kompromisslos akzeptiert und wohl fühlt ohne das er größere Mengen Energie aufwenden muss um diese sozialen Verbindungen aufrecht zu erhalten und zu pflegen. Und der Großteil wünscht sich einen Partner bei dem er sich eben so wohl fühlt, bei dem er nichts verbergen muss, wünscht sich jemand auf den er sich beständig verlassen kann.

Und ich bin da keine Ausnahme. Also ja: Wenn es darum geht soziale nicht eingebunden zu sein, dann habe ich Schwierigkeit und Angst davor allein zu sein. Ich mag nur ungern auf das Gefühl verzichten, wenn man weiß dass man da eine recht intensive Bindung zu einem andern Menschen hat.

Auf der anderen Seite mag ich auch meinen Freiraum. Bin auch gern mal allein. Hör die Musik die ich mag, so laut wie ich will. Lauf gern allein durchs Feld. Und hab manchmal einfach gern meine Ruhe.

Es ist wohl wie so oft im Leben: eine ausgewogene Mischung ist schon ganz gut. Zeit allein ist wichtig, aber Zeit mit anderen ist ebenso wichtig. Und ein Mensch dem man auch noch den unspannendsten Kram erzählen kann: unbezahlbar.

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Wut im Bauch.

Wut. Wer kennt das nicht? Wer es nicht kennt, der lügt, oder hat ein ernstzunehmendes Problem. Wut gehört laut Paul Ekman zu den Basisemotionen, die in allen Kulturkreisen zu beobachten und darüber hinaus erblich bedingt sein. (Er hat auch das sogenannte FACS entworfen... Ein System um Gesichtausdrücke zu erkennen. Manch einer kennt die Anwendung der Technik aus der TV-Serie "Lie to me"). Jedenfalls gehört Wut zu den Basisemotionen. Die anderen Basisemotionen sind Furcht, Verachtung, Traurigkeit, Überraschung und Ekel.

Physiognomy

Zur Entstehung von Wut gibt es schon diverse Theorien. Laut Freud ist jedem Mensch ein Aggressionstrieb angeboren. Werden die Aggressionen unterdrückt, kommt es zu Störungen. Ein Theoretischer Klassiker. Taugt mir persönlich aber eher wenig zur Erklärung wo Wut herkommt. Laut Bandura werden Aggressionen erlernt durch Beobachtung von Vorbildern. Auch das taugt mir persönlich wenig. Beide Theorien erklären eher wo Aggressionen herkommen. Aggressionen sind aber eher mal eine Begleiterscheinung von Wut. In aggressivem Handeln wird Wut sichtbar. Wesentlich pragmatischer und eingängiger finde ich persönlich die Frustrations-Aggression-Theorie. Laut dieser führen Frustrationen eben zu Aggressionen. Das entbehrt einer gewissen Logik. Und erklärt in meinen Augen auch die Entstehung von Wut. Irgendwas funktioniert nicht wie es soll, oder Irgendwer löst durch sein Verhalten Frustration in mir aus. Es entsteht Ärger, vielleicht auch Zorn und wenn es ganz schlimm ist auch Wut.

Wut an sich ist eine heftige Emotion. Manche beschreiben es als brennen von innen, andere zerreißt es. Wut führt nicht selten zu impulsiven Reaktionen. Aber nicht unbedingt. In jedem Fall ist Wut schwer zu beherrschen und schwer auszuhalten. Wut ist eine Emotion die raus will.

Wut will irgendwo hin. Wut will nicht im Körper bleiben. Keiner will das die Wut im Körper bleibt, eben weil sie schwer beherrschbar ist und weil sie schwer auszuhalten ist. Wut ist im Bauch. Und sie will da weg. Oft fängt der Körper an zu zittern, Fäuste werden geballt, Beine werden unruhig, der Magen krampft sich zusammen. Die Stresshormone sorgen für vermehrte Durchblutung, die Herzfrequenz und die Atemfrequenz steigt, Pupillen werden weit und die Muskeln angespannt. Der Körper ist in einem fight-or-flight-Zustand. Entweder flieht man, zieht sich zurück aus der Situation, entfernt sich soweit wie möglich vom Wutauslöser, oder man kämpft. Die Wut kehrt sich nach aussen. Man wird laut, schimpft, manche werden handgreiflich oder lassen ihre Wut an Gegenständen raus. Es ergeben sich gewissermaßen 2 Möglichkeiten: Entweder die Wut und Erregung schiesst in die Beine (Stichwort: Restless-Legs) und der Körper will eigentlich einfach nur noch weg, oder die Wut bahnt sich ihren Weg in die Arme... bereit zum Kampf gewissermaßen.

Und dann gibt es noch eine dritte Möglichkeit: Wir schlucken unsere Wut runter. Weil es gerade nicht in die Situation passt. Weil Wut sozial kein angemessenes Verhalten ist, weil man selbst Ärger vermeiden will, weil man vielleicht Angst hat. Man schluckt den Ärger runter. Die Wut bleibt im Bauch. Der Magen krampft und irgendwann findet man alles so zum kotzen, dass man eben kotzt. Wut findet ihren Weg raus.

Ich sage nicht das einer der drei Wege irgendwie besser wäre. Es gibt Zeiten, da ist es das richtige zu gehen. Es gibt Zeiten da ist es das richtige laut zu werden, sich selbst zu vertreten und seinen Willen durchzusetzen. Und es gibt Momente da ist es besser den Ärger zunächst zurückhalten. Aber man sollte ihn dann später wieder hochholen und sich anschauen was da los war. Nur nicht runterschlucken und es dabei belassen.

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Kann das dann weg?

2014

Die vergangenen Jahre plätscherten so dahin, zum Teil kaum bemerkt von mir, kaum beachtet von mir. So wenig beachtet, dass ich mich die letzten Tage immer wieder frage: Was hab ich die letzten 10 Jahre eigentlich gemacht? Wenn man sich es so anschaut wohl ne ganze Menge. Schulabschluss - FSJ - Ausbildung - Arbeitsplatz gefunden - Studium begonnen - Mich an Beziehungen versucht - In Beziehungen gescheitert - Freunde gefunden - viele Freundschaften hinter mir gelassen - mit dem Rauchen aufgehört - wieder angefangen - aufgehört - repeat - und wieder aufgehört letzten Endes - Sport entdeckt. Mich gefunden und wieder verloren. Das Übliche halt. Was man halt so durchmachen muss zwischen 20 und 30.

2014.... Oder auch: Die End-Zwanziger-Krise. Diese Wo-komm-ich-her-wo-will-ich-hin und ist-das-überhaupt-das-richtige. Wenn ich mich umschaue: Normalität. Anfang-Mitte 20 fangen sie alle an sich zu überlegen wo es hin soll, welche Ziele man im Leben hat, mit welchem Lebenskonzept man glücklich werden kann. Alle sind ordentlich am schaffen und basteln. Manche verzweifeln ein bisschen. Aber sie sind alle voller Tatendrang. Dann kommen die Jahre die so dahinplätschern. In denen man den Weg abläuft den man sich zurecht gelegt hat. Bis man sich ein paar Jahre weiter wieder überlegt, ob das der "richtige" Weg war. Sich fragt ob es denn überhaupt den richtigen Weg gibt. Sich fragt, ob man auf dem Weg weitermachen will, oder das Gleis wechselt. Sich fragt, wie oft man sich das in der Zukunft eigentlich noch fragt.

Ich hab mich vieles gefragt im vergangenen Jahr. Hab vieles hinterfragt.... alles hinterfragt. Vieles beim Alten belassen. Einiges verändert. Umgekrempelt. Dinge die manche Menschen so zu tun scheinen Ende 20. Laut Hören-Sagen. Es ist ja nicht so, dass alles schlecht gewesen wäre. Aber immer diese kleine Stimme im Kopf: Es könnte auch wesentlich besser sein. Also hab ich umstrukturiert. Nicht immer ohne Verwunderung durch Aussenstehende. Aber dennoch nicht aufgehört einfach zu machen. Und jetzt geht das Jahr dem Ende zu. Anstrengend war es. Und vorbei darf es jetzt bitte sein. Ein neues Jahr darf jetzt bitte gerne anfangen. In der irren Hoffnung, dass dann alles ganz viel besser wird. Weil man nicht umsonst soviel Energie aufgewandt haben will.

Nächstes Jahr wird ein Topp-Jahr. Nicht zuletzt weil ich mein Studium mit dem Bachelor abschließen werde und danach wieder ein neuer Lebensabschnitt ansteht. Wieder Veränderungen. Ich kann offenbar gar nicht genug davon kriegen!

Aber mit diesem Jahr bin ich durch. Restlos. Kann das dann weg, jetzt?

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Beziehungsfundament.

Manchmal schlafe ich schlecht. Dann lieg ich nachts wach und denke nach über verschiedenste Dinge. Heute nacht dachte ich nach über Beziehungen. Was braucht eine - ich rede im folgenden ausschließlich von partnerschaftlichen Liebesbeziehungen, ausser ich sage was anderes - Beziehung um langfristig überdauernd, stabil und erfüllend zu sein? In meinen Gedankengängen kam ich zu 5 "Grundpfeilern".... oder Aspekten.... Merkmalen die vorhanden sein müssen, nach meiner Meinung.

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Vertrauen. Damit ist zum einen gemeint das Vertrauen in den Partner, dass er einen nicht ohne weiteres verlässt, nicht ohne weiteres einfach eben mal fremd geht, nur weil er/ sie sich nett mit einer anderen Person verlässt. Es bezieht sich also zum Teil auf Eifersucht. Die ja in geringem Ausmaß noch irgendwie 'belebend' sein mag (nach Aussage diverser Menschen, die recht Eifersüchtig sind).... überschreitet Eifersucht ein gewisses Maß, dann ist es schädlich und anstrengend für die Beziehung. Andererseits ist mit Vertrauen gemeint, dass man seinem Partner gewisse Dinge anvertraut die man sonst keinem erzählen würde. Das gegenseitige Vertrauen sich gegenseitig Geheimnisse anzuvertrauen.

Ehrlichkeit. Für mich persönlich ist Ehrlichkeit mit das wichtigste. Jeder der mich kennt, weiß dass ich im Grunde nicht lügen kann. Manchmal mach man sich lustig darüber wenn ich es versuche und Anfang rumzustammeln. Und selbst wenn es geklappt haben sollte, fühle ich mich hinterher so elend, dass ich dann doch die Wahrheit sagen muss. Insofern sage ich es meist von vornherein. Und handel mir damit gar nicht mal so selten Ärger ein, den ich mit einer Lüge niemals gehabt hätte. In einer Partnerschaft ist Ehrlichkeit ohnehin wichtig. Hängt eng zusammen mit dem Vertrauen. Wie soll ich jemand vertrauen, der nicht ehrlich zu mir ist? Allen voran muss jeder bei sich selbst anfangen ehrlich zu sich zu sein. Was will man und wo will man hin? Wer sich solche Fragen nicht selbst ehrlich beantworten kann, kann auch kaum ehrlich zu anderen sein. Wie sollte das auch funktionieren? Ehrlichkeit fängt also bei jedem selbst an und sollte mit dem Partner geteilt werden, wenn es was langfristiges und erfülltes geben soll. Lügen lasten schwer.

Unterstützung. Partner sollten sich gegenseitig unterstützen. Füreinander da sein, sich unliebsame Aufgaben teilen. Die moderne Welt sieht ja in aller Regel so aus, dass beide arbeiten gehen. Alltägliche Aufgaben wie Haushalt können gemeinsam erledigt werden. Je nachdem wie das Arbeits- und Beziehungskonzept nun aussieht, gibt es da diverse Möglichkeiten des Aufteilens und gegenseitigen Unterstützens. Was in meinen Augen zu Unzufriedenheit auf mindestens einer Seite führt, ist wenn ein Beziehungspartner den kompletten Haushalt schmeißt und der andere sich ins gemachte Nest setzt. Das könnte man auch unter einseitiger Unterstützung verbuchen und führt dazu dass der andere irgendwann ausgelaugt ist, wenn es keinen entsprechenden Ausgleich gibt.

Leidenschaft. Es mag asexuelle und platonische Beziehungen geben. Meine Welt ist das nicht und ich kann mit dem Konzept tatsächlich nicht viel anfangen. Fehlt dieser Aspekt, dann ergibt sich in meiner Welt eine freundschaftliche Beziehung. Möglicherweise eine intensive und tiefgebende freundschaftliche Beziehung. Aber eben eine Freundschaft. Keine Partnerschaft. Wer seinen Partner also nicht (mehr) attraktiv und anziehend findet, wem die Leidenschaft und Erotik in der Beziehung fehlt, der sollte womöglich doch mal grundlegend über seine Beziehung nachdenken. Ob sich die einstmalige Liebesbeziehung, nicht etwa doch in einer Freundschaft verwandelt hat. Kommt vor.

Freiraum. Gemeinsame Interessen sind hervorragend. Gemeinsam Zeit verbringen ist hervorragend. Ist wichtig für jede Beziehung. Wenn jeder nur sein Ding macht, sind wir ja schon wieder eher bei einer Freundschaft. Auf der anderen Seite braucht jeder so seinen eigenen Bereich. Auch wenn der nur klein ist. Aber es braucht einen Bereich, der sich nicht mit dem Beziehungspartner überschneidet. Egal ob das nun getrennte Arbeitsplätze sind, unterschiedliche sportliche Aktivitäten oder ein Freundeskreis der sich nur zum Teil überschneidet. Neben der Nähe und Zeit die man mit dem Partner teilt und verbringt, neben dem gemeinsamen Raum, braucht jeder auch ein bisschen Freiraum für sich. Sonst besteht Gefahr, dass man sich gegenseitig abhängig voneinander macht. Und dann ist es eben keine Partnerschaft, sondern eine Abhängigkeit. Das ist ein gewaltiger Unterschied.

Das sind nun 5 Aspekte die meiner Meinung nach wichtig sind um eine überdauernde Beziehung zu führen, mit der man glücklich werden kann. Mag sein, dass das nur Dinge sind, die mir wichtig wären, aber ehrlich gesagt nehme ich mir jetzt mal die Überheblichkeit raus da ein wenig auf die überwiegende Mehrheit der westlichen Welt zu generalisieren. So siehts nämlich aus. Weil ich es kann.

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Im Liegen.

Die Tage als ich ungefähr kurz vor dem Tod ein bisschen krank war, schaut ich mir abends im öffentlich rechtlichen eine Art Reportage über das Rückenleiden der deutschen Bevölkerung an. Es war eher so mäßig interessant, aber ich war schlichtweg zu unmotiviert mich weiter mit dem TV-Programm auseinander zu setzen und dachte so bei mir: Naja. Öffentlich-Rechtlich. Vielleicht ist es ja interessant.

Immerhin beschäftigte mich das Thema dann jetzt doch ein bisschen. So falsch war die Programmwahl dann vielleicht doch nicht. Im Endeffekt ging es darum dass erschreckend viele Leute Rückenprobleme haben, mit der Tendenz zu jüngerem Einstieg in die Problematik. Iman betrachtete Schulmedizinische Ansätze und Ansätze der Traditionellen chinesischen Medizin. Beide Ansätze wurden derart oberflächlich behandelt, dass man sich vielleicht auch darauf hätte beschränken können, mitzuteilen, dass es da verschiedene Behandlungsmöglichkeiten gibt.

Prophylaxe von Rückenschmerzen nahm den Hauptteil der Sendung ein. Was ich ja tendenziell begrüßenswert finde. Man berief sich auf drei Grundpfeiler:
1. Richtig Sitzen
2. Richtig Liegen
3. Richtig Bewegen

Klingt zunächst einmal nicht falsch. Wenn ich nicht weiter nachdenke. Nun gut. Es gibt unzählige Jobs in denen wird mehr gesessen als alles andere. Das ist ungünstig für den Rücken. Der Mensch ist ein Tier der Bewegung. Bewegung ist natürlich. Im Sitzen ist insgesamt wenig Bewegung enthalten. Noch dazu hängt man in aller Regel eher wie ein Fragezeichen in seinem Bürostuhl. Scheißegal wie sehr anatomisch korrekt der Stuhl ist. Die Bequemlichkeit findet ihren Weg. Wie also das Problem lösen? Aufstehen und Bewegen wenn es geht, würde ich sagen. Ist das einzige was hilft. Alles andere sind nur Scheinhilfen.

Richtig Liegen. Hm. Da gab es eine TÜV-geprüfte Liegeberaterin (oder so ähnlich). TÜV-geprüft hört sich nun nach Mega viel intelligentem Wissen an. Grundsätzlich ist gegen einen hochwertigen Lattenrost und eine hochwertige Matratze die dem eigenen Körpergewicht angepasst ist, nichts einzuwenden. Dachte ich so. Klingt ja logisch was die Frau sagt: Wir können dem Körper im Schlaf viel gutes tun. Wäre die Matratze zu hart gäbe es vermehrt Druck auf diverse Körperstellen, was eine Meldung ans Hirn gibt, man solle sich wenden, was wiederum zu einem weniger tiefen Schlaf führen würde. Wenn die Wirbelsäule gerade auf der Matratze liegt und so. Man solle lieber kleinere Kissen nehmen, sodass die Schulter in der Seitenlage frei liegen kann. In Rückenlage darf das Kissen nicht zu hoch und nicht zu niedrig sein, weil der Kopf sonst knickt und so. Und Bauchlage?! Nein, das geht ja gar nicht, weil wo soll er denn hin der Kopf. Bis zu diesem Punkt war ich skeptisch. Nach der "Verteufelung" der Bauchlage war ich raus.

Seit ich mich erinnern kann schlafe ich am liebsten auf dem Bauch. Als Kind schon. Und ich schlief auch immer schon sehr unruhig und bewegte mich viel. Und ich schlief in aller Regel sehr gut und sehr tief. So tief, das mein Vater sich bisweilen sorgte ob ich denn noch leben würde. Rückenschmerzen kannte ich erst später. Als die Schultage länger wurden und mein Bewegungspensum niedriger. Also zumindest das mit der Bauchlage konnte schonmal nicht hinkommen.

Weitere - für mich - logische Schlussfolgerungen ergaben sich: Kinder haben in aller Regel keinen teuren Lattenrost und keine teure gewichtsspezifisch abgestimmte Matratze. Und Kinder haben - in aller Regel - keine Rückenprobleme. Und wer sich schlafende Kinde mal so ansieht.... Die haben allzuoft alles mögliche im Bett, aber keine gerade Wirbelsäule. Ich dachte weiter an mir bekannte Katzen und Hunde. Die schlafen auch nicht in einer Wirbelsäulen-Null-Position. Sondern am liebsten eingerollt. Meist auf eher hartem Untergrund. Boden, Fensterbrett, Teppich. Da ist nichts gewichtsspezifisch abgestimmt und auch nichts darauf ausgerichtet ob das Tier eine Seiten-, Rücken-, oder Bauchlage bevorzugt.

Also was unterscheidet Menschen mit Rückenschmerzen von solchen ohne? Ist es wirklich die teure ergonomisch-abgestimmte Matratze oder der 7-Zonen-Lattenrost der individuell einstellbar ist? Ich bin mir da nicht so sicher. Ich glaube der Schlüssel liegt in der Bewegung. Abwechslungsreicher Bewegung. Wer sich bewegt fördert die Beweglichkeit des gesamten Skeletts. Stärkt die Muskeln. Starke Muskeln können vieles ausgleichen. Ob die individuell zugeschnittene (und kostspielige) Schlaflösung dann noch nötig ist?

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Eine Pizza mit Schrauben, bitte.

Aus der Reihe: Zusammenhangloses Zeug.

panta

Wenn mich Leute fragen, warum ich dies oder jenes tue.... Einfach mal antworten mit: Weil ich es so will.

Wohin der Weg führt? Immer vorwärts. Niemals zurück.

Und neben Panta (das Hundetier mit Mais auf obigem Bild) noch eine Pizza mit Schrauben bitte.



WEIL ICH ES SO WILL, VERDAMMT! Weil ich Bock drauf hab.Mehr lesen...
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Inhalte vs. Beziehungsebene

In der zwischenmenschlichen Beziehung gibt es Inhalte und es gibt eine Beziehungsebene. Die Beziehungsebene kann eine Freundschaft, Feindschaft, kollegiale Beziehung, partnerschaftliche Beziehung, oder auch ein gelegenheitsbekanntschaft bzw. zweckbekanntschaft in Form der Aldi-Kassiererin sein. Es ist egal wie es definiert wird. Menschen stehen untereinander in Beziehung. Sie haben alle untereinander eine irgendwie geartete Bindung. Das kann definiert sein, oder es kann einfach sein. Aber definitiv ist: Es ist.

Wenn wir uns also miteinander unterhalten, miteinander in Kontakt treten, haben wir eine Beziehung. In irgendeiner Form. Wir tauschen uns verbal und nonverbal aus. Vermitteln uns gegenseitig verbal diverse Inhalte. Wir unterhalten uns, verständigen uns, haben Missverständnisse. Das ist alles gut und schön. Wir unterhalten uns ja schließlich alle gern. Also ich zumindest. Gespräche und diese Inhalte wirken zurück auf die Beziehungsebene. Aber dennoch. All diese Inhalte die da ausgetauscht werden, all dass was gesagt wird ist höchst sekundär.

Inhalte sind austauschbar.

Wirklich interessant ist dagegen was auf der Beziehungsebene passiert. Was man an Informationen aufnimmt, wenn man sich anschaut welches Verhalten der Gegenüber zeigt und welche Reaktion das in mir auslöst. Wenn man es schafft sich von dem zu lösen, dass man immer versucht alles auf kognitiver Ebene zu lösen. Wenn wir das schaffen, können wir viel über den anderen und auch über uns selbst erfahren. Dann erfahren wir wo wir mit dem anderen in der zwischenmenschlichen Beziehung stehen, ohne dass wir großartig nachfragen müssten. Wir müssten dem gegenüber streng genommen nicht mal zuhören. Weil die Inhalte die da rüber kommen. Sind nebensächlich.

Wer sich also auf das verlässt was ein anderer sagt ist im Leben vermutlich schlecht bedient und sollte anfangen mehr auf den Bauch zu hören. Denn der vermittelt uns den Eindruck davon was auf der Beziehungsebene passiert.

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Verstecken.

"Versteck mich wo du mich nicht findest. Hab mich seit Wochen nicht gemeldet und frag mich ständig wo du bist. Ich will nur dass du weißt, ich hab dich immer noch lieb. (...) Ich zeig dir dass ich dich nicht brauche, und dass ich gehen kann wann ich will" (Philipp Poisel, Ich will nur)

vermissen
(Bildquelle: https://www.flickr.com/photos/giuseppemilo/)

Was genau haben wir denn nun davon wenn wir uns verstecken, vor jemandem? Wenn wir uns von jemandem zurückhalten und distanzieren, dessen Nähe wir doch eigentlich wollen? Das ergibt ja irgendwie wenig Sinn. Ich stelle mal wieder Behauptungen auf: Jeder kennt diesen Gedanken.... Sich zurückziehen und sich nicht mehr melden, in der Hoffnung, dass der Wunsch im anderen aufkeimt. Man will vermisst werden. Denn wenn man vermisst wird, dann gibt es jemand der einen bei sich haben will. Und das ist dann ja doch eher ein gutes Gefühl.

Aber wie soll der andere denn wissen, dass man ihn vermisst, wenn man es ihm nicht sagt? Wenn man sich stattdessen selbst nicht meldet. Der Mensch an sich will gebraucht werden. Wenn man dem Anderen also nicht zeigt, dass man ihn braucht.. was wäre dann die logischere Konsequenz daraus? Das sich der Gegenüber einem zuwendet, weil er diese Distanz dann selbst nicht aushält (was ja der Wunsch hinter dem eigenen Verhalten zu sein scheint), oder aber dass der Gegenüber sich auch distanziert, weil er das Gefühl haben will gebraucht zu werden, und ihm das aber nicht vermittelt wird?

Paradoxe Denkweisen sind interessant. Und ich glaube in den wenigsten Fällen funktioniert das Prinzip: Ich melde mich nicht, sodass du mich vermisst. Die Leute können keine Gedanken lesen. Wer Kontakt will, soll sich doch bitte einfach zu Wort melden. Der Andere wird schon Gründe haben sich nicht zu melden. Und der einzige der dann vermisst, ist derjenige der sich nicht meldet. Schuss ins Puddingknie.

"Es ist nicht das wonach es aussieht. Schon aus Prinzip." (Kraftklub, Kein Liebeslied)

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Über Nähe und Distanz.

Wenn ich mir meinen Freundeskreis so ansehe und mir die Geschichten so anhöre, die jeder einzelne (und sicherlich auch ich und du auf der anderen Seite des Bildschirms) zu berichten weißt, dann sehe ich da immer wieder erstaunliche Dinge. Gerade wenn es um das zulassen von Nähe und was Wahren von Distanz geht.

Nähe und Distanz ist ein allgegenwärtiges Thema. Jeder einzelne von uns entscheidet in einem eher unbewussten und abstrakten Prozess wen er wie nah an sich ran lassen möchte. Manchmal können wir willentlich darauf Einfluss nehmen, häufig scheint es aber doch eher so zu sein, dass wir die Intensität mit der wir die Nähe eines anderen zulassen gar nicht mal so bewusst steuern können. Mancher fühlt sich seinem Bedürfnis nach Nähe ausgeilefert und/ oder weiß nicht wie er Distanz herstellen soll.

Einige scheinen damit gar keine Probleme zu haben. Vertrauen den Leuten scheinbar leicht, scheinen von aussen betrachtet ein ausgewogeneres & gesundes Gespür dafür zu haben wen sie nah an sich ran lassen möchten und wen sie sich lieber ein wenig auf Distanz halten.

Andere glauben, dass sie gar nicht ohne weiteres fähig sind Nähe zuzulassen und dass sie dafür sehr viel Vertrauen beim Gegenüber brauchen. Genau diese Spezies ist dann zumeist völlig irritiert wenn sie jemandem begegnen dem sie innerhalb kürzester Zeit sehr nah kommen, oder vielmehr den Anderen sehr nah an sich ranlassen. Wenn ich mir dann das Verhalten dieser Personen so ansehe, dann entdecke ich häufig ein wiederkehrendes und ähnliches Muster. Es wird Nähe und Vertrautheit zugelassen, und dann scheint eine Art Angst zu entstehen. Angst vor wasauchimmer. Vielleicht einfach weil sie es von sich selbst nicht gewohnt sind, dass jemand so nah an sie rankommt. Die Reaktion darauf ist dann nicht selten: Abstand suchen. Erstmal wieder sortieren und schauen was passiert ist. Ob es Schäden am Haus gibt. Erst wenn man das Haus auf Schadenfreiheit überprüft hat kann es in die nächste Runde gehen. Das kann eine ganze Weile so gehen. Und entweder pendelt sich das dann ein und es wird ein normales Maß gefunden, oder es geht noch eine Weile so weiter, bis einer von beiden nicht mehr kann. Entweder die Person, die die ungewohnte Nähe nicht aushält, oder die andere Person, welche diese Nähe-Distanz-Wechsel nicht mehr aushalten kann. Oder aber die beiden finden tatsächlich ein Arrangement damit umzugehen.

Und dann gibt es noch ein anderes interessantes Phänomen: Nähe zulassen ist für die einen einfacher für die anderen schwieriger. Soweit so gut. Für die meisten dürfte es im Endeffekt eher ein angenehmer Zustand sein. Zumindest behaupte ich das mal. Weil ich glaube dass Nähe ein überindividuelles menschliches Bedürfnis ist, das nach Befriedigung strebt. Folglich wird das Bedürfnis nach Nähe befriedigt, wenn man einem anderen Menschen nah ist. Oder sich nah fühlt und das bestenfalls auch noch auf Gegenseitigkeit beruht. Die Folge sollten angenehme Gefühle sein.
Schmerzhaft wird es dann wenn dann eine Distanz hergestellt werden soll zu einem Menschen dem man zuvor nah war. Das kann bisweilen einen langwierigen Prozess mit vielen Tränen und viel innerem Leid und Schmerzen bedeuten. Es ähnelt dann einer Art Craving-Verhalten, wobei in wiederkehrenden Episoden ein großes Verlangen nach der Nähe des Anderen besteht und man alle möglichen Dinge tun will (anrufen, email schreiben, vorbeigehen...). Und diese Phase kann tatsächlich erstaunlich lange andauern. Und unabhängig davon ob man ein Mensch ist der einfach Nähe zulassen kann oder sich dabei eher schwer tut: Beim schaffen von Distanz werden die Karten dann wieder neu gemischt. Nur weil sich einer schwer tut jemand an sich ran zu lassen, heißt dass nicht dass er den anderen deswegen leichter oder genauso schwer wieder gehen lassen kann.

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Freunde vs. Trennung

Wenn sich ein Paar trennt, passieren spannende Dinge. Die fallen nicht direkt auf, sondern erst ein paar Wochen später, wenn sich die Wogen soweit erstmal geglättet haben man sich irgendwie an die neue Situation gewöhnt hat. Irgendwann fällt auf, dass sich der Freundeskreis verändert. Zusätzlich zur eigentlichen Trennung scheinen weitere Trennungsprozesse in Gang zu kommen. Wenn man nicht gerade selbst davon betroffen ist, kann das recht spannend sein. Die Freunde scheinen der Meinung zu sein sich für eine Partie entscheiden zu müssen. Tun sich das bewusst, oder sind das unbewusste Prozesse? Vermutlich eher unbewusst, da das eigentlich immer zu beobachten ist, wenn man hinschaut. Der Freundeskreis scheint sich dazu genötigt zu sehen immer nur einen von beiden Expartnern einzuladen. Da trennen sich also zwei Menschen und als ob das noch nicht genug Veränderung wäre, kommen noch weitere hinzu. Und am Ende ist alles neu. Vielleicht.


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Posttraumatischer Stress


Es ist im Endeffekt (glücklicherweise) wirklich nicht viel passiert. Niemand hat größeren Schaden davon getragen, alle nur ein paar Schrammen und vor allem Schrecken. Und trotzdem hänge ich immer wieder dran und denke drüber nach. Ich weiß, dass ich es jetzt nicht mehr ändern kann. Aber bis zu einem gewissen Grad ist man dem Kopf ziemlich ausgeliefert. Und dann frage ich mich: Wie übel verhält sich so ein Kopf denn erst wenn wirklich was schlimmeres passiert wäre?

Was eigentlich passiert ist: Als ich abbiegen wollte, kam von irgendwoher (wir wissen alle drei nicht woher) ein junges Pärchen auf einem Roller, die ich dann über die Motorhaube segeln sah. Ohne Helm natürlich. Noch nichtmal 18 Jahre alt. Ein paar Tage später haben wir sie am Strand spazieren gehen gesehen. Es ist nichts passiert. Glücklicherweise.

Und jetzt denke ich auch: Das war kein schlechtes Karma. Da hat einer gut aufgepasst, dass niemandem von uns etwas schlimmes passiert. Danke dafür. Und danke für alle die mir an dem Abend geholfen haben.

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2 Finger.



Kurz vor meinem ersten neunundzwanzigsten Geburtstag passt das eigentlich ganz gut. Nur gehöre ich zu denen mit Job. Gehöre zur joggenden Meute die versucht weniger ungesund zu essen (um mal doppelte Verneinungen zu benutzen, weil ich es einfach super finde).

Aber so siehts aus. Früher hing man so rum. War bei jenem Kumpel und dann auch bei dem anderen. War überall, aber besser mal nicht zu hause. Im Prinzip ließ sich jeden Abend irgendwas finden, was man hätte machen können. Und das obwohl zum Teil 20-30km zwischen uns lagen. Aber dann ist man halt mal in den öffentlichen Personennahverkehr gestiegen und 45minuten durch die Landschaft geeiert. Heute haben wir Autos. Alles was länger als eine halbe Stunde dauert um dort anzukommen bedeutet Aufwand. Aber dafür müsste erstmal jemand spontan Zeit haben. Alle haben einen Job. Ich auch. Schichtdienst. Herzlichen Glückwunsch. Wir arbeiten alle. Entweder klappen die Verabredungen ganz spontan innerhalb weniger Stunden, oder aber wir brauchen mindestens 2 Wochen Vorlauf um sagen zu können: Eh ja da hätte ich Zeit, zwischen meinem Job, dem Studium und meinem Sportprogramm. Aber dafür haben wir heute einen Job, bauen uns eine Zukunft auf die wir uns früher nicht erträumt haben, weil wir zwar über Pläne gesprochen haben, aber eigentlich nur von einem Moment zum nächsten gelebt haben.

Es ist also gar nicht so schlimm, dass keiner mehr Zeit hat. Das heißt, dass jeder irgendwie beschäftigt ist. Beschäftigt damit sein Leben zu verwirklichen. Und wenn man dann mal einen "Termin" gefunden hat, dann wird diese Zeit wirklich intensiv genutzt. Ich finds gut so. Aber bisschen weniger Arbeit würde auch tun. Echt jetzt.

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Die ehemalige Hausverwaltung....

....ist ein lustiger Verein. Nicht.


recht

Wir sind im März umgezogen. Zuvor war etwas kaputt gegangen und wir waren schlau genug uns von der Hausverwaltung über den Tisch ziehen zu lassen. Wir versuchten es zu diesem Zeitpunkt mit einem freundlichen Emailverkehr.
Irgendwann bequemte sich die ehemalige Hausverwaltung dazu eine Kautionsabrechnung zu schicken. Wir waren erstaunt. Die von der Hausverwaltung engagierten Handwerker benötigten zu zweit 2,5h um einen Spiegel an der Wand zu befestigen. Der übrigens auch bei unserem Einzug dort nicht befestigt war, was - zu unserem Glück - schriftlich festgehalten wurde. In diesem Punkt müssten sie die Kosten also selbst tragen. Und vielleicht mal mit den Handwerkern reden die scheinbar in punkto Spiegelmontage ziemlich kompetent zu sein scheinen. Benötigt wurden dafür im übrigen vier Spielgehalterungen, sowie vier Dübel und vier Schrauben. Darüber hinaus auch noch 200g Pattex. Ich kann das schon verstehen mit dem Stark-Kleber. Man will ja schließlich nicht, dass der Spiegel eines Tages runterfällt.

Weiter ging es dann über den Mieterverein und letzten Endes läuft es ganz offiziell per Mahnbescheid über den Anwalt, da sich die ehemalige Hausverwaltung ja nicht im Stande sah mit uns zu korrespondieren. Und siehe da: Auf den Mahnbescheid hin folgt die prompte Reaktion: Die Nebenkostenabrechnung trudelt ein. Und der Anwalt der Hausverwaltung teilt mit, dass man die Kaution bereits im August überwiesen habe, aber leider sei es "unbemerkt" geblieben, dass die Summe noch am selben Tag wieder rückgebucht wurde, da das Konto nicht mehr existent sei. Der Hausverwaltung ist wohl unbemerkt geblieben, dass wir sie per Email, Telefon und Snail-Mail (Briefpost) auf eine neue Kontonummer aufmerksam gemacht haben. Achja. Wie denn auch. Der vorangegangene Schriftverkehr läge der ehemaligen Hausverwaltung ja nicht vor. Verdammt. Wir sollen doch nun bitte so freundlich sein, und die Kosten für unseren Anwalt selbst tragen und die reduzierte Kaution annehmen.

Ach herrje.... Was machen wir da nur? Sie haben unseren Schriftverkehr ja nicht vorliegen... Blöd......

Oh. Warte. Das ist ja gar nicht unser Problem. Irgendwo werden sie den vorangegangenen Schriftverkehr sicherlich noch auftreiben, wenn wir ihnen die Kopie ihrer Eingangsbestätigung auf unsere Post schicken. (Die übrigens auf April datiert ist...)

Ihr hört mich sicherlich laut lachen jetzt. Ich freu mich auf diesen Rechtsstreit. Wirklich!

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Beziehungsratgeber

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Fotoquelle: http://www.flickr.com/photos/polarity/

Die meisten meiner Freunde wenden sich nicht an mich, wenn sie Fragen bezüglich ihres Beziehungsstatus zu einer weiteren oder mehreren weiteren Personen haben. Das mag seine Gründe haben, die dem Einzelnen möglicherweise gar nicht mal so bewusst sind. Mein ganz persönliches Erklärungsmodell: Es hat einen guten Grund, dass man mich nicht fragt.

In solchen Dingen geht es häufig darum, dass der Gegenüber seelisch-moralischen Beistand sucht und eher weniger auf der Suche nach gewinnbringenden Ratschlägen ist. Die Betütelungsvariante ist eher weniger mein Verhaltensmodell. Ich kann mich daneben setzen und mir das ganze anhören. Ja, im zuhören bin ich ganz gut. Wenn es dann aber um diese liebevoll-aufmunternden Gespräche geht, dann bin ich darin nicht so gut. Deshalb kommen nicht so viele Leute mit ihrem Liebeskummer zu mir. Und das ist auch gut so. Denn sonst käme ich ja immer wieder in die Verlegenheit zu bemerken, das ich da ein Defizit habe. Und wer merkt sowas schon gerne?

Was ich im Gegenzug - glaube ich - ganz gut kann ist: Ehrlichkeit. Wenn es wirklich gewünscht ist (was meiner Erfahrung nach eher selten der Fall ist, in der sozialen zwischenmenschlichen Kommunikation), dann gebe ich gerne meine ehrliche und ganz persönliche Einschätzung zum Thema. Oft ist das dann so, dass solche "Ratschläge" nicht wirklich erwünscht sind, da sie zumeist den Gegenüber dazu auffordern, exakt das Gegenteil von dem zu tun was sie bisher getan haben, bzw. was der derzeitige Handlungsimpuls will.

Und weil das anstrengend ist, fragt man mich selten in solchen Dingen. Möglicherweise wirke ich auch einfach nicht sonderlich kompetent auf dem Feld der Beziehungsratgeber. Mein Erklärungsmodell gefällt mir hier allerdings deutlich besser.

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Petit DaVe - Dinner in the Dark

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Es kann ziemlich spannend sein, ein sehr gutes 5-Gänge-Menü zu genießen, ohne das man auch nur den leisesten Hauch davon hat, wie es denn wohl aussehen mag. Wir durften das am Mittwoch erleben. Zusammen mit 14 anderen Gästen. Zuvor konnte man auswählen, ob man denn das Fisch, Fleisch oder vegetarische Menü haben möchte, oder sich ganz und gar überraschen lassen will. Ich bin eher weniger für Überraschung (und noch viel weniger für Fisch oder vegetarisches Essen...) und wählte Fleisch. Ohne zu wissen, wie genau das Menü denn aussehen würde.

Zu Beginn der Veranstaltung waren alle recht ruhig und unterhielten sich sehr leise. Die Anderen Leute beim Gespräch zu belauschen war also kaum möglich. Irgendwie war es am Anfang auch ein wenig gruselig, aber nach dem "Gruß aus der Küche" legte sich das recht schnell. Der "Gruß" war zum Einsteig ziemlich simpel mit den Fingern zu essen. Sehr spannend wenn man gar nicht so genau zuordnen kann, was man eigentlich isst, weil man es eher selten isst. Wir hatten da getrocknete Datteln. Bis dahin ging ich davon aus, dass ich das nicht mag. Aber eigentlich sind die ganz lecker, wenn man sie nicht sieht.

Die Suppe war dann schon ein wenig komplexer. Aber es sieht ja im dunkeln glücklicherweise auch niemand, wenn ich den Mund zum Löffel führe und nicht umgekehrt.

Eine Herausforderung stellte dagegen dann der Zwischengang und die Hauptspeise dar. Ich meine: Wie bitte schneidet man sein Essen klein und piekst es auf die Gabel wenn man nicht sieht wo man hinpieksen muss? Ich wählte die Variante: Fleisch am Stil an der Gabel und biss einfach dran ab.

Zwischendurch wurden wir mit einem kleinen Holzlege-Spiel für Kleinkinder beschäftigt

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Ich habe einen Kuli gewonnen.

Nochmal zurück zum Sinneserlebnis: Man sieht nichts. Absolut nichts. Die Augen suchen immer und überall. Aber sie finden nichts. Dafür durfte ich bemerken, dass ich eigentlich doch recht gut höre. Wenn ich will. Die Allermeisten Bestandteile des Essens haben wir erkannt und lecker war es auch noch. Auf jeden Fall ein schönes Geschenk für andere, oder auch für sich selbst.

Ich würde da auch wieder hingehen.

http://www.petit-dave.de

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Panta-Baby.

Panta verbringt ihr erstes Wochenende bei uns, damit sie sich schonmal an uns gewöhnen kann - und wir uns an sie. Und an den Gestank des Futters. Zukünftig wird das Essen an der frischen Luft angerichtet und verfüttert. Dauert ohnehin nur ca 30Sekunden bis sie den kompletten Napf leer gefuttert hat. Oder aufgesaugt.

Wir sind glücklich, Panta sieht sehr zufrieden aus und hat offenbar Höhenangst. Oder Angst vor vibrierenden Brücken. Wir sind uns da noch nicht so ganz einig.

Nach der Überquerung der Brücke war sie dann auch echt fertig. Wir brauchten ja auch nur 20 Minuten dafür… .



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Wir bekommen ein Baby!

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http://openclipart.org/detail/14502/dog-head-by-nicubunu

Wir bekommen ein Baby! Also eigentlich nicht. Genau genommen handelt es sich um einen Hund. Also Hündin. Soviel Zeit muss sein. Die Hundedame ist auch gar kein Baby mehr, sondern kann auf ein paar Jahre Lebenserfahrung zurückgreifen. Da sie jetzt genug Zeit an einem Ort verbracht hat und in ihrem Leben noch was neues erleben will wird sie ab August bei uns wohnen. Nächstes Wochenende kommt sie erstmals zu Besuch um ihr neues Heim zu beschnuppern und sich zu überlegen, wie sie sich hier einrichten möchte.

Wir freuen uns wie Bolle!

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Letzter Gruß.

Manche Dinge versteht man nicht. Andere Dinge kann man gar nicht richtig wahr haben, sie wirken zu irreal um wahr zu sein. Manch einer wird sogar behaupten, dass nur das real ist was man sehen und anfassen kann. Das macht es schwierig Dinge zu glauben und als Realität anzunehmen, die man nicht wahrhaftig spüren kann.

So ist es mit dem Tod. Meist kündigt er sich an, durch Alter oder Krankheit, oder beides. Das Universum gibt einem Zeit sich irgendwie darauf vorzubereiten. Aber selbst wenn das Ende dann kommt, bleibt es immer noch ein Stück weit unbegreiflich, dass der Mensch den man kannte nie wieder zurückkommt. Ganz und gar unbegreiflich ist es, wenn da ein Mensch ganz unvorhergesehen aus dem Leben gerissen wird. Wie ein Schlag ins Gesicht.

Es braucht Zeit bis man das endgültig verstanden hat, bis man das was passiert ist wirklich als Realität anerkennt.

Ich hoffe es geht dir gut, wo auch immer du jetzt bist. Ein letzter Gruß an dich.



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Zukunft für Generation Praktikum.

Generation_Praktikum

"Früher war alles besser."

Nein war es nicht. Früher gab es Krieg, Finanzkrise, Tschernobyl und Heino.
Früher war es anders. Es gab Dinge die waren besser und es gab Dinge die waren schlechter.

Das alltägliche Leben an sich lässt sich heute sicherlich einfacher bestreiten, man kann täglich aus einer Vielfalt an Lebensmitteln wählen die ganzwoanders auf dem Planeten wachsen. Es steht uns frei dorthin zu reisen, wo wir gerne hinmöchten. Zum Großteil zumindest.

Für den Moment sieht alles ganz rosig aus. Worüber ich lieber nicht so gern Nachdenken möchte ist die Zukunft. Da klopfen Ängste an die Tür:
* Werde ich auch weiterhin ausreichend verdienen, dass ich mir meinen kleinen aber feinen Lebensstandard leisten kann? Ich arbeite an einer zweiten Ausbildung um dieses Ziel zu erreichen. Generation Praktikum lässt grüßen.
* Werde ich jemals genug verdienen, dass ich mit (spätestens!) 67 in Rente gehen kann und auch dann meinen gewohntes Leben führen kann? Daran zweifle ich stark.
* Werden wir weiterhin die erkämpften Freiheiten haben? Bezogen auf das Internet sicherlich nicht.

Und da ich nicht so gerne an all diese Dinge denke, versuche ich es mit dem Lebensmotto: Wird schon werden. Was bleibt mir denn auch anderes übrig?

kattascha schrieb zu diesem Thema einen Beitrag der den Nagel auf den Kopf trifft:

"Nur wussten wir vom ersten Semester an eines ganz genau: Es sind nicht genug Masterplätze für alle da. Und meine Freunde auf der Realschule bekamen gesagt: Bei der Sparkasse stellen sie nur noch mit Abitur ein. Und bei der Hauptschule hieß es: Beim Handwerk erwarten sie eigentlich Realschulabschluss. Daher: Bloß ohne Verzögerung den Abschluss machen und herausragende Noten haben. Ergebnis: Die Wartezeiten bei psychologischen Notdiensten von Uni und Schulen schossen in die Höhe. Die Generation Bachelor-Master und Turbo-Abi ist eine getriebene Generation. Höher, schneller und weiter!"



--> http://kattascha.de/?p=1116


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Entwicklung

pfeil
Foto von Stoha

Im Zuge der Auseinandersetzung mit dem Studienbrief, stellt sich also auch mir die Frage: Was ist eigentlich Entwicklung?
Zugegebenermaßen ist es auch nicht das erstmal, dass ich mir die Frage stelle, aber ich glaube ich habe mich damit noch nie schriftlich auseinander gesetzt.

Im ersten Moment denke ich bei Entwicklung an einen vorwärtsgerichteten Prozess. Ein Prozess der auch irgendein Ziel hin ausgerichtet ist. Ich möchte eine Prüfung schaffen? Folglich muss ich also meine Fähigkeiten in diesem Bereich weiter ausbauen, weiter entwickeln. Die Definition von Entwicklung im positiven Sinne klingt einleuchtend. Sie ist auch im Alltag verankert. Kinder entwickeln sich, erreichen irgendwelche tollen Meilensteine, der Körper entwickelt sich wird vom kindlichen zum jugendlichen zum erwachsenen Körper, Städte entwickeln sich und werden größer. Neue technische Geräte werden entwickelt. Auf den ersten Blick scheint Entwicklung also immer irgendwas mit Fortschritt zu tun zu haben.

Im Englischen und auch im lateinischen ist die *positive* Vorwärtsrichtung auch schon im Wort mit verankert. Progression. Irgendwas geht vorwärts. Im Gegensatz dazu steht die Regression. Rückschritte. Irgendwas geht die rückwärtige Richtung. Etwas entwickelt sich zurück.

So gesehen könnte man jetzt also sagen, dass es eine vorwärtsgerichtete und eine rückwärtsgerichtete Entwicklung gibt. Jemand macht Fortschritte, kann 100meter in 10sekunden laufen. Und er kann Rückschritte machen, wenn er für die 100meter auf einmal schon 15sekunden braucht.

Klingt alles logisch. Aber ist diese Sichtweise richtig? Ich bin mir da unsicher. Darf man eine Entwicklung positiv oder negativ bewerten? In allererster Linie wäre es wohl an der Tagesordnung eine Veränderung überhaupt festzustellen. Ich glaube sogar, dass man sagen könnte, dass jede Veränderung in irgendeiner Form eine Entwicklung gibt. Möglicherweise gibt es gar kein Vorwärts und/ oder Rückwärts, sondern nur einen IST-Zustand. Oder eine Bewegung an sich. Möglicherweise steht uns eine Bewertung in positiv und negativ, oder auch Progression und Regression gar nicht zu?

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Küche zu verschenken.

Ich habe jetzt auch Fotos von der Küche. Der Makler hat sie uns freundlicherweise zugeschickt. Warum er Fotos gemacht hatte von der Küche weiß er eigentlich selbst nicht so genau. Aber schön für uns.

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* Schubladenunterschrank links hat 50cm Breite
* Spülenunterschrank müsste auch 50cm Breite haben
* Vitrinenschrank rechts dürfe 60cm Breite haben, ebenso wie der Schrank unten drunter

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* Der Oberschrank links dürfte auch 50cm haben
* die vier Oberschränke in der Mitte jeweils mit 70cm
* der Schrank links neben dem Herd ist sehr schmal… 30cm
* der Schrank recht neben dem Herd ist eigentlich ein Regal. Ihm fehlt die Tür und eine Seitenwand. Die Vormiterin befestigte die Bretter ganz galant am Schrank nebendran.


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* Und die Spüle.
* Die Regalbretter oben haben wir exzta zuschneiden lassen damals…. 63 cm (?!)Mehr lesen...
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Lästern - oder ich verstehe nicht immer was eigentlich gerade vor sich geht

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Foto von fireleaf

Heute ist die große Preisfrage: Wann spricht man eigentlich von Lästern?

Einige behaupten ja, dass sie nicht lästern würden, sondern nur Fakten feststellen würden. Andere sagen, dass es immer lästern ist, wenn man über jemand anderen in dessen Abwesenheit spricht. Meiner Meinung nach sind beide Aussagen völliger Blödsinn. Wenn sie nur Umstände feststellen würden, dann würden sie das nicht so betonen. Und in den allerwenigsten Übergaben in der Klinik wird über die Patienten (die natürlich nicht Anwesend sind) gelästert.

Ein Wörterbuch sagt zu dem Thema: Lästern ist es, wenn jemand durch verächtliches Gerede beleidigt wird. Oder jemand hinter seinem Rücken schlecht geredet wird.

Einig ist man sich wohl über die Tatsache: Wenn über jemanden gelästert wird, ist er nicht da. Aber nicht immer wenn über jemand nicht Anwesenden geredet wird, wird auch abfällig und gehässig über ihn geredet.

Im Freundeskreis gibt es derzeit so einige Konflikte. Sie begründen allesamt auf irgendwelchen Missverständnissen und das gewisse Leute nicht miteinander reden. Menschliche Kommunikation nunmal. Einige Freunde treffen sich also mal, andere sind nicht dabei. Mal wird über andere geredet, mal wird gelästert.

Was genau da gerade vor sich geht ist mir noch nicht so ganz klar. Aber ich bin mir sicher dass an einigen Tagen abfällig über mich geredet wird. Ich tue das auch manchmal. In aller Regel vermeide ich sowas aber. Aber von Zeit zu Zeit gibt es da diese "Impulsdurchbrüche" in denen ich einfach sauer bin und dann eher weniger nette Sachen loswerde. Aber wenn mich jemand nach meiner Einschätzung über jemand anderen fragt, dann bekommt er die. Und zwar so wertfrei wie das im Freundeskreis möglich ist.

Die Lage ist interessant. Und es bleibt spannend wie sie sich weiterentwickelt.

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Der Unsichtbare Fahrradhelm

Einer meiner Kollegen sagt immer: "Fahradhelme sind schwul". Ich entgegne dann: "Aber Schädelhirntrauma ist voll männlich"

Er nimmt das wissentlich in Kauf, dass er irgendwann möglicherweise einen Fahrradunfall haben wird, der ihn um die Möglichkeit bringt, seinen Alltag selbstständig zu meistern. Ich selbst trage erst seit knapp einem Jahr einen Fahrradhelm. Nachdem ich mehrere Fast-Unfälle hatte, da es hier in der Stadt einen erbitterten Kampf zwischen Radfahrern und Autofahrern, sowie Radfahrern und Fußgängern gibt. Und weil ich persönlich Autos gerne vor die Nase fahre, nur um die Fahrer zu erschrecken, wenn sie mir die Vorfahrt genommen haben.

Das ist blöd. Wahrscheinlich mindestens genauso blöd wie die Aussage meines Kollegen. Aber jeder muss ja selbst wissen was er tut. Ich entschied mich für die Kopfbedeckung.

In Schweden entwickelten 2 Design-Studentinnen den sogenannten "unsichtbaren Fahrradhelm". Eine wirklich Option ist der allerdings auch nur im Herbst und Winter. Im Sommer wäre mir das dann doch definitiv zu warm. Und unsichtbar ist er dann auch nicht mehr.



The Invisible Bicycle Helmet | Fredrik Gertten from Focus Forward Films on Vimeo.

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Zu meiner Freude gibt es den Google-Übersetzer

Ich bestellte etwas und möchte es nun zurückschicken. Was ich nun zunächst bekam war eine Rückfrage warum ich den Artikel denn nun zurückschicken wolle. Zu meiner Freude ist der Händler des deutschen nicht mächtig. Aber immerhin ist Coco sehr freundlich und das ist ja auch ein wichtiger Aspekt. Ich hoffe Coco versteht meine Antwort.

rücksendung

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Der heutige Beitrag wird gesponsert von: "Spaß mit Kundenrezensionen auf Amazon" bei der Bewertung eines überdimensionierten Taschenmessers

Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Hört man immer wieder. Und auch hier gilt es. Denn heute kommt der Humor nicht leichtfüßig via Youtube-Video oder Mp3-Mitschnitt aus dem Radio, oder ähnlich niveaulosen Dingen. Nein heute muss man sich selbst ein wenig anstrengen und diverse Buchstabenkombination zu Wörtern und diese schließlich zu Sätzen verbinden. Wem das nicht möglich ist, dem kann ich leider auch nicht helfen. Und dieser jemand wird weder meinen Beitrag verstanden haben, noch wird er entziffern können, was auf den folgenden verlinkten Seiten eigentlich so lustig ist.

Also folgt dem link und werdet glücklich. Kurz zur Vorbereitung:
Oben auf der folgenden Seite wird belangloser Kram zu finden sein, wie Produktdetails und was man auch sonst noch kaufen könnten und weiteres Blabla. Weiter unten bei den Kundenrezensionen wird es aber erst gigantisch!

*Trommelwirbel*
http://www.amazon.de/Wenger-Schweizer-Offiziersmesser-Messer-Schatulle/dp/B000R0JDSI/ref=cm_cr_pr_product_top
TADAAA!!!!


(Kurze Titel werden völlig überbewertet.)

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Nur weil er schwarz ist.

Neulich diskutiert: Filme in denen "Schwarze" eine Hand abgehackt bekommen sind politisch-moralisch bedenklich, sofern ein ebensolche mit der gleichen Hautfarbe anwesend sind.

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http://www.ecke11.de/Galerie_3/14_g.zebra.jpg


Nun kann man natürlich auch diskutieren was der politisch korrekte Begriff wäre. Ich bin da ja immernoch für die Einteilung in stark, mittel, wenig und kaum pigmentiert, dass hört sich für alle gleich bescheuert an. Aber darum soll es gar nicht gehen.

Grundsätzlich halte ich es für richtig und wichtig Rassismus im Auge zu behalten. Aber wenn es dann darum geht, ob man gewisse Filme ansehen darf, obwohl da einem Schwarzen die Hand abgehackt wird, dann muss ich auch zur Diskussion stellen, ob man Filme zeigen darf, in denen einem Weißen ebensolches geschieht.

Anders sieht es natürlich aus, wenn es darum geht, dass die Hintergründe der Story eventuell einzelne Personen belasten können, da hier eine ähnliche Geschichte in der Vergangenheit passiert ist. Aber das ist ein ganz anderes Thema, und wirklich gänzlich unabhängig von der Hautfarbe.

Wenn mit der Hautfarbe argumentiert wird, sehe ich hier das potentielle Problem, dass hier eine völlig inadäquate Unterscheidung getroffen wird. Auf Grund von Ängsten, dass man selbst als Rassist bezeichnet werden könnte, weil man eventuell einen Sachverhalt falsch interpretiert und einschätzt, passiert dann sowas. Man denkt zuviel darüber nach was eventuell passieren könnte, wenn man da jetzt nicht einschreitet.

Letzen Endes ist es doch so: Die Menschen auf dem Erdball gleichen sich in vielerlei Hinsicht, jedoch offensichtlich nicht in der Hautfarbe. Das ist ein Fakt. Fakt ist auch, dass schon häufig Menschen mit nicht-weißer Hautfarbe diskriminiert und schlecht behandelt wurden (und das ist wirklich sehr nett ausgedruckt). Und - wie schon gesagt - wichtig und erstrebenswert ist auch, dass sowas nicht wieder passiert. Ich glaube jedoch, dass durch solche Kleinigkeiten völlig falsche Maßstäbe angesetzt werden und Unterschiede hervorgehoben werden, die völlig irrelevant sind.

Im eingangs genannten Beispiel ging es um den Film "Blood Diamond". Dort ist einem Afrikaner die Hand abgehackt worden, nachdem er einen Diamanten klauen wollte. Liegt in der Natur der Sache, dass in Afrika auch Afrikaner auf den Feldern arbeiten und eben auch einem Afrikaner die Hand abgehackt wird. (und diese Landsleute sind nun eher selten weiß). Ein Argument gegen diesen Film war, dass ein "Deutscher mit dunkler Hautfarbe" der Gruppe sich durch das Ansehen des Films eventuell verletzt fühlen könnte, da ja einem Schwarzen die Hand abgehackt werden würde. Es wäre ja auch möglich, dass der Junge Flüchtlingsefahrung gemacht habe. Gut. Zu letzterem Argument sage ich ja gar nichts, da müssen wir hier in der Psychiatrie tatsächlich drauf achten, ob ein Film von der Story her geeignet ist. Mit der Hautfarbe hat das jedoch rein überhaupt gar nichts zu tun.

Zufammenfassend: Richtig ist, dass man auf die Inhalte achten sollte, aber man sollte dann auch darauf achten, welche Kriterien und Merkmale man zur Beurteilung dann benutzt. Ansonsten läuft man Gefahr Merkmalsunterschiede zu "akzentuieren" die für die Sache irrelevant sind.

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Sehr geehrte Telefongesellschaftsmitarbeiter/innen,

Ich habe schon seit vielen Jahren ein Vertragsverhältnis mit ihrer Telefongesellschaft. Und war bisher immer zufrieden. Ich erfreute mich am netten Kundenservice vor Ort und am unkomplizierten Kundenservice via Internet und Telefon.

Dieses Jahr ist es leider anders. Im Januar verlängerte ich meinen bestehenden Vertrag (der damals noch auf meine Mutter lief, den ich aber auf mich habe umschreiben lassen), und erhielt ein neues Handy. Mein ersehntes iphone 4.

Ich lernte das Telefon nun eine Zeitlang ausgiebig kennen und musste mich wundern: Die Internetverbindung lies sich in 90% der Fälle nur über Wlan herstellen, nicht aber unterwegs über 3g bzw das Handynetz. Nicht nur das. Auch Telefonate wurden zu ca. 80% nicht durchgestellt. (Egal ob ein oder ausgehende Anrufe). Das alles funktionierte erst nach einem Neustart des Iphones.

Durch den Vergleich mit iphone-Besitzern, die vertraglich anderweitig untergebracht sind, erfuhr ich, dass so was nicht normal ist.

Also suchte ich im Mai einen o2-Shop auf. Die (wirklich sehr nette und engagierte) Mitarbeiterin versuchte das Problem zu lösen und wollte das iphone einschicken. Ihr wurde von telefonischen Kundendienst erläutert, dass erst die SIM-Karte gewechselt werden müsse, da die häufig der Quell des Problem sei. Also bekam ich eine neue Micro-SIM, stellte zu Hause am Computer mein iphone wieder her und freute mich auf den anstehenden Urlaub.

In einem ausgiebigen Testzeitraum von ca. 4,5 Monaten kam ich dann zum Schluss: Der Austausch der Micro-SIM hat das Problem nicht gelöst. Weiterhin wurde mir Empfang angezeigt, eine 3g Verbindung bekam ich jedoch nicht. Telefonate wurden weiterhin eher nach dem Zufallsprinzip durchgestellt. Also suchte ich im Oktober erneut einen örtlichen o2-shop auf. Das Telefon wurde eingeschickt und kam so fehlerfrei zurück wie es eingeschickt wurde. Am Handy liegt es also nicht.

Mir wurde erklärt, dass es im Raum Heidelberg Schwierigkeiten beim 3g Empfang gäbe und das Netz irgendwie umgestellt werden würde.

Da ich aber in Deutschland unterwegs war hatte ich die Möglichkeit festzustellen, dass ich die gleichen Probleme in Karlsruhe, Frankfurt und Hamburg habe.

Kurz zusammengefasst: Ich bezahle seit Anfang des Jahres für eine Leistung die ich nur selten auch nutzen kann. Das ist nicht nur schade, sondern auch äußerst ärgerlich. Vor allem brachte mich die Netzverfügbarkeitsproblematik immer wieder in Probleme. Sie können sich vorstellen, dass eine solche Erklärung wie „…hatte keinen Empfang…“ eher wie eine Ausrede, denn eine Erklärung klingt, wenn das Problem über Monate hinweg besteht

Über das Internet fand ich auch eine Seite, auf der Erfahrungsberichte zu finden sind, die meinem Erleben doch recht ähnliche scheinen. (siehe:
http://wir-sind-einzelfall.de/)

Ehrlich gesagt fühle ich mich ein wenig an der Nase herumgeführt und das oben beschriebene Vorgehen wirkt auf mich – rückblickend - eher wie eine Hinhaltetaktik um das Netzproblem zu lösen

Ich erhoffe und erwarte nun irgendeine Form der Entschuldigung. Wünschenswert wäre eine Reduktion der Grundgebühr oder eine Gutschrift.

Mit freundlichen Grüßen
Ein
Einzelfall.

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Ich mag Apple. Eigentlich

Das erste Mal kam ich mit 11 Jahren in den Kontakt mit einem Apple. Es handelte sich um einen Ur-ur-uralt Macintiosh, den wir als Fünftklässerler verstaubt im Schrank gefunden haben.



Ein paar Jahre später (vielleicht mit 15...) ging es in der Familie darum, ob ein Computer angeschafft werden würde. Mein Vater sah bis dahin die Zukunft noch in Schreibmaschinen mit 4-Zeilen-Display (und kein Mensch weiß bis heute warum...). Wir hatten übrigens einen Computer für eine Vierköpfige Familie, mir scheint, das sei heute undenkbar, wo doch schon 8-jährige ihren eigenen Laptop im Zimmer liegen haben... Mein Herr Papa wägte also die Vor - und Nachteile von Mehrzeiligen Schreibmaschinen gegenüber Computern ab. Wäge ab ob es ein Apple oder ein Windows werden sollte. Er entschied sich für Apple, weil er meinte er habe keine Lust sich mit dem Ding "Computer" auseinanderzusetzen. Ausserdem sah er einfach 1000mal besser aus (und macht auch heute noch eine gute Figur).
Also besaß die Familie von nun an einen iMac G3 DV



via:http://apple-history.com/?page=gallery&model=imacdv

Jedenfalls hatte ich die Ehre und "erbte" ihn als ein Neus Modell in der Familie angeschafft wurde. Einige Jahre später "vererbte" ich ihn weiter an eine Freundin, bei der er (glaube ich) heute noch in einer Ecke steht und verstaubt... Ich denke sie sollte das Teil mal als Sammlerstück verkaufen... Ausser sie will es selbst behalten, natürlich. Zwischenzeitlich wurde ich mit einem ipod beschenkt. Der leider viel zu bald mit einem Festplattenschaden dahinschied (und nein, bestimmt nicht, weil er mir dann zum Einmilliardste Mal runtergefallen ist....)



Dann kam der erste eigene den ich mir zulegte. Einen MacMini (2te Generation denke ich)



via: http://apple-history.com/?page=gallery&model=imacdv

Der kleine unterstützt mich heute noch tatkräftig, auch wenn er in den letzten Tagen etwas zickig war, aber jetzt scheint es ihm besser zu gehen, nachdem er mal ein wenig ausgemüllt und sortiert wurde. Nur die fiesen HD-Videos machen ihm echt zu schaffen. Da sagt er immer "Bin zu alt für den Scheiß, da komm ich nicht mehr mit.)



via: http://www.letsgodigital.org/de/26383/apple-iphone-4/

Zwischenzeitlich hatte ich dann noch einen ipod-Touch. (Was ich allerdings hatte, nachdem der erste ipod hinüber war ist mir derzeitig echt schleierhaft. Ich weiß es nicht. Und jetzt brauche ich keine ipods mehr, denn nun habe ich ein iphone. Eigentlich schon seit bald einem Jahr, aber das nur so nebenbei.
Vor einem halben Jahr ist dann noch ein ibook G4 in meinen Haushalt dazu gestoßen, nachdem es gute Dienste beim Herrn Papa und bei meiner Schwester vollbrachte. Bei mir tat es das auch bis vor zwei Wochen. Da verabschiedete er sich auf Nimmer-Wiedersehen während ich einen Fragebogen für die Uni ausfüllt. Ob das ein Zeichen war? Ich glaube eher nicht.

Das defekte ibook wird mich verlassen. Sofern es einer kauft. Du willst es kaufen? Dann hier bitte, folge dem weißen Kanichen... eh link.

Kommendes Jahr wird mich auch der kleine (die Keksdose, wie mein Herr Papa zu sagen pflegt) verlassen. Er wird ersetzt werden. Ich verabschiede mich jetzt schonmal. Und falls jemand Interesse an einem gebrauchten MacMini bekunden möchte: Nur zu.

Zum Thema: Ich mag Apple. Die Produkte funktionieren tadellos über Jahre hinweg. Nur leider in den letzten 3 Wochen kam alles auf einmal. Erst iphone wegen Empfangsproblemen eingeschickt. Dann verabschiedet sich das ibook und nurn war der Kleine etwas hinüber. Aber ab jetzt gehts wieder aufwärts. :)


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Putzige Papiersternchen



Meine Nachtdienstbeschäftigung von letzter Woche.

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Glück gehabt. Irgendwie.

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Letztens fuhr ich von der Arbeit heim mit dem Motorrad. Mehr schlecht als recht, aber immerhin kam ich noch zu Hause an. Der Kupplungszug hing da noch an 3 von 5 Drahtseilchen. Aus Gründen des Zeitmangels und der Amotivation rief ich in der Werkstatt an, weil Inspektion und andere kleine Dinge standen sowieso noch an.
Auf der Fahrt zur Werkstatt - mit immerhin 20km Entfernung - schwitzte ich quasi Blut & Wasser. Aber so ist das nunmal, wenn man zu faul ist seinen Kupplungszug selbst zu wechseln. Immerhin kam ich noch mit 2 von 5 Drähten in der Werkstatt an.

Dort alles wie immer. Gesagt was zu tun ist, Unterschrift gesetzt, ab nach Hause. Mit der Bahn. Eine Woche später der Anruf. Ich freu mich noch, dass ich Suzi wieder abholen kann. Aber statt einer erfreulichen Botschaft bekomme ich zu hören, dass der Antriebsriemen quasi zerfleddert sei und mein Hinterrad gleich mitabgefeilt habe. Sehr schön. Neu kostet das eine 200 Euro und das andere irgendwo um die 100 aufwärts. Na danke. Herzlichsten Glühstrumpf.

Aber bis zum Abend löste sich mein Problem in Wohlgefallen auf und die Laune besserte sich. Wie durch ein Wunder. Oder sowas in der Art.
Ich ergatterte mir in einem Fachspezifischen Subgruppen Forum einen neuen gebrauchten Antriebsriemen inklusive Aufnahme. Für insgesamt unter 100 Euro.

Und mit dem richtigen Fotofilter sieht das dann auch aus wie Kunst.

Den Hinterreifen nehme ich dann aber lieber nicht in gebraucht.

Jetzt muss obiges nur noch den Weg zur Werkstatt finden. Denn da steht Suzi jetzt und möchte lieber nicht mehr bewegt werden. Sie hat gedroht dann zu buckeln und den Fahrer abzuwerfen. Also lieber nicht.

Nach dem Telefonat ging bei mir das Kopfkino an: Was wenn der Riemen während der Fahrt gerissen wäre? Um es mal so akustisch-schriftlich zu visualisieren vermutlich ungefähr das: 
swusch-quietsch-rumpelpumpel-schepper-schrrrmmmm-srrrrrr-dokdokdok-duff. Blut-sprizzel-Kopfab


Apropos Duff. Ich habe ein Duff-Bier im Kühlschrank.

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Ganz-knapp-vor-dem-Super-Gau, oder doch nicht?

Angeregt  durch einen anderen Artikel kam ich ins nachdenken und stellte fest, dass es sich bei mir ähnlich verhält.
Ich gehe davon aus, dass nahezu alle gerade mitfühlen und mitfiebern zu den Vorkommnissen in Japan. Die Erbeben + Tsunami Opfer werden viele sein. Einige werden vermutlich gar nicht  mehr gefunden, weil sie aufs Meer hinausgezogen wurden. Das ist alles ganz schrecklich.
Ich gehe davon aus, das einige der Mitarbeiter des Fukushima-Kraftwerks erkranken werden, an Krebs oder was auch immer diese Strahlung mit dem Körper anstellen mag. Vielleicht gibt es insgesamt die nächsten Jahre eine höhere Krebsrate in Japan. Vielleicht aber auch nicht.

Wie gesagt: Das ist alles ganz furchtbar und schrecklich. Einige können es schon nicht mehr hören und nicht mehrr sehen, sind in gewisser Weise verstört durch die vielen Bilder und Beiträge. Andere behaupten, das radioaktive Problem sei Hausgemacht. "Wer baut denn schon ein AKW in einem Erdbebengebiet?". Ganz Japan ist ein Erdbebengebiet. Wo sollen sie es denn hinstellen? Ich bin mir sicher dass Japan der festen Überzeugung war, dass ihre AKW solch schlimmen Erdbeben standhalten.


Aber jetzt haben wir den Salat. Viel mehr: Japan hat den Salat. Für uns ist der drohende Atom-Gau  gesundheitlich eher wenig bedenklich (auch wenn sich einige Idioten hierzulande mit Geigerzähler und Jodtabletten eindecken).


Sascha Lobo schrieb in seinem Artikel, das eine Stimme in seinem Kopf sich den Atomgau herbeisehnt. Nach dem Motto: "Wann passiert es denn endlich". Auch ich habe mich bei ähnlichen Gedanken ertappt, obwohl ich mir auf jeden Fall den gegenteiligen Fall wünsche. Ich wünsche mir, dass sie diese Reaktoren irgendwie gekühlt werden können, dass nicht noch mehr Umwelt radioaktiv verseucht wird. Es wird jetzt schon genug sein. Genau weiß es keiner. Vielleicht wissen es die Obersten der Regierung wie schlimm es wirklich aussieht. Die Bevölkerung jedenfalls weiß es nicht. Und ich auch nicht. Vielleicht ist dass der Grund warum irgendein Teil in mir auf den GAU wartet. Das wäre die Gewissheit. Keine angsteinflößende Ungewissheit. Bis jetzt ist es eher die Angst vor dem Unbekannten. Eine vage, bitter schmeckende Vermutung. Nach einem GAU wäre die Zeit des Vermutens und Spekulierens vorbei. Dann muss man mit den üblen Tatsachen umgehen und arbeiten. Vielleicht liegt es an mir, dass ich ein Mensch bin, der lieber mit rationalen Tatsachen arbeiten möchte. Um dann sagen zu können: Ich schaffe, das. Es wird auch wieder besser. Vielleicht ist dieses Denken aber auch einfach menschlich. Ich weiß es nicht. Ich kann hier nur für mich sprechen. Und mehr will ich auch gar nicht.

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Wenn das Schicksal ins Jenseits ruft.

Menschen haben eine begrenzte Lebenszeit. Von Natur aus. Manchmal ist die Lebenszeit auf sehr kurze Dauer limitiert. Das kommt vor.... durch Krankheit, einen Unfall, natürlicher Tod am Ende der Lebenszeit.... durch Suizid.

Manchmal kann man sich der Trauer hingeben. Manchmal muss man aber auch selber stark sein, damit andere trauern können. Das ist besonders schwer. Finde ich.

Manche wollen noch nicht gehen, halten verzweifelt am Leben fest, sie verlassen uns aber dennoch.

Andere wollen gehen und das Leben hält an ihnen fest.

Es gibt Momente, da kann man nichts mehr tun. Gerade bei denen die fest entschlossen sind zu gehen.
Denen können wir nicht mehr helfen. Man steht mehr oder minder machtlos daneben.

Die Professionellen machen sich selbst Vorwürfe. Wenn sie nicht doch früher gehandelt hätten, warum hat man den banalen Anruf so weit nach hinten raus gezögert. War das andere wirklich so wichtig?
Aber wennDas Schicksal eingreift, dann hat keiner mehr ne Chance. Dann verketten sich die Umstände zu Gunsten des Sterbenden.

Ich wünsche ihr, dass sie es jetzt besser hat. Ich denke sie hatte so etwas im Sinn. Dass der Schmerz und die Depression aufhört und das jetzt etwas besseres für sie kommt.

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Are you satisfied with an average life?

Da verbringe ich heute einen freien Tag zu Hause.... Online bei der Uni eingeschrieben, die Wohnung geputzt, den Balkon gefegt. Das Bett repariert, die Abstellkammer sortiert, Wirsingeintopf kochen... was man halt so macht. Alltag bewältigen...Alltag vereinfachen. Wie auch immer.

Marina and the Diamonds macht es mir leicht. Und geben mir Denkanstöße.
Bin ich zufrieden mit einem durchschnittlichen Leben? Was ist das durchschnittliche Leben überhaupt? Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich ein relativ durchschnittliches Leben habe. Pflegerinnengehalt, 60qm Wohnfläche, Fahrrad, kein Auto dafür ein Krad (was auch viel toller ist), Computer, Internet.... Was der Durchschnittsmensch so besitzt. Vergleiche ich mich mit den Kollegen auf der Arbeit, hebt mich das betreiben dieses Blog ein wenig ab vom Durchschnitt. Surfe ich aber im Internet rum, dann habe ich manchmal den Eindruck, dass mittlerweile wirklich jeder zweite bloggt. Aber ich glaube in Wahrheit ist das gar nicht so. 

Und dass ich jetzt dann demnächst anfange neben dem Job zu studieren, verändert das Verhältnis zur Durchschnittlichkeit dann bestimmt auch noch mal.

Der Durchschnitt ist die Basis. Ein durchschnittliches Leben ist okay, eines unter dem Durchschnitt vermutlich sehr anstrengend... Ein überdurchschnittliches Leben?! Was ist das? Viel Geld, viel Wohnfläche, viel Besitz? Ich weiß nicht. 

Ich möchte gerne gut und zufrieden leben. Scheiß auf Durchschnitt, is doch auch irgendwie egal. Hauptsache man ist mit dem was man tut und ist zufrieden. 

Ich bin zufrieden. Zur Zeit. Im Durchschnitt....

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Erziehung. Done by professionals, or under the supervision of professionals....

Ich finds ja nur noch geil. Es gibt ja dies Phänomen der Schwangeren. Der Bauch der Frau wird immer dicker, der Bauch des Mannes auch, aber ehe im weiteren Verlauf der Ehe.... Naja. Das Kind kommt auf die Welt und alle sind ganz aufgeregt. Es stellen sich die Altbekannten Fragen: Wie kriege ich mein Kind gesund großgezogen, dass es sich in dieser veränderlichen Welt zurechtfindet und sich behaupten kann. Einen Platz für sich selbst finden kann. Und so weiter und so fort. Die jungen Eltern versuchen ihr bestes. Werden mit Sicherheit auch Fehler machen, aber das liegt in der Natur der Sache.

Im Stationsalltag zeigt sich dann folgendes Bild: Krankes Kind, noch verplantere Eltern, die sich auf die Finger geguckt fühlen, und versuchen sich das nicht anmerken zu lassen. Das man dauernd nach den Ausscheidung und der Einfuhr des Kindes fragt macht es da - glaube ich - nicht wirklich besser.

Hinter den geschlossenen Türen des Stationszimmers hört man dann die perfekten ausgefeilten mehrfach ausgetesten Erziehungsratschläge 25-jähriger Kinderkrankenschwestern die noch nie die Gelegenheit hatten IHRE Erziehung in freier Wildbahn zu testen, weil sie noch nicht ma den richtigen Kerl für die Produktion ihrer kleinen Alter-Egos haben.


Alles ein wenig Schizophren und daneben. Aber so läuft es wohl einfach. Ich geh jetzt lernen, das ist bestimmt produktiver wie die Ausarbeitung des perfekten Erziehungsstils. Den es nicht gibt, wie wir wissen, weil es auch nicht das perfekte Kind gibt. Zum Glück.Mehr lesen...
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Bezahle für deine Sünden.

Der nette Herr AY hat mir wieder ein Highlight aus der Testwelt des Internets geschickt. Die Sündenquittung: http://www.erbert.eu/suende/index.php

Ein kleiner Ausschnitt meiner Sünden mit dem Preis für alle die ich hatte:

Deine Sündenquittung


Ich habe Drogen genommen - 20€

Ich habe einen Unfall verschuldet - 35€

Ich setze Gerüchte in die Welt - 20€

Manchmal lästere ich über das Aussehen von anderen - 15€

Ich versuche, in einem unbeobachteten Moment in fremde Schubladen und Schränke zu gucken - 15€

Ich habe meinen Eltern Geld gestohlen - 300€

Ich fahre machmal schwarz mit Bus oder Bahn - 40€

... und wurde dabei schonmal erwischt - 35€

Ich habe manchmal die Schule geschwänzt - 15€

... und dabei noch den Entschuldigungszettel gefälscht - 50€

Ich habe absichtlich die Hausaufgaben nicht gemacht - 15€

Ich bin sitzen geblieben - 50€

Ich mache einen Pups und schiebe die Schuld für den Mief auf jemand anderen - 4.99€

Ich habe schonmal Früchte geklaut - 0.05€

Ich habe jemanden des gleichen Geschlechts geküsst - 4.99€




965.51 €




und wieviel musst du blechen?!Mehr lesen...
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Neuigkeiten aus dem andern Universum

Soso, seit Montag (eigentlich Sonntag... aber da war nun mal Sonntag) bin ich jetzt offiziell Azubi. Schülerin und Arbeitnehmerin aufeinmal (Wie ich mir unter einer der 1000 Begrüßungen anhören durfte). Ich darf mich jetzt ganz toll offiziell (Das passt never ever ganz auf die Namensschilder) Gesundheits- und Kinderkrankenpflegeschülerin nennen. WOHOOO!!!
Was ich gelernt hab in den letzten drei Tagen: Neuenheimer Feld ist gefährlich aber nicht so gefährlich wie Boxberg oder gar die Altstadt die Platz 1 in Sachen Kriminalität für sich allein beansprucht. Die Neue Rechtschreibung ist scheiße, keiner kennt sich aus, keiner mag sie, aber trotzdem müssen wir uns alle dran halten und eh Wie die Leute um Umkreis von 5 m um uns herum heißen. Aber nächste Woche Mittwoch steht sogar schon eine Stunde Anatomie auf dem Plan, darauf freu ich mich :)

Die Leute sind bis jetzt alle noch ganz nett und recht kuhl. Heute Abend schaun wa ma wer alles kommt zum ersten Treffen in der Mensa :)

Was gibts sonst noch tolles zu berichten? Die Schulzeiten sind goil. Von 8:30 - 15:45 4*90 Minuten. Das geht schon in Ordnung. Jetzt erstma 10 Wochen Schule, dann eine Woche Prakti irgendwo in der Kinderklinik. Aber das geilste is: Ich kann einen Auslandseinsatz machen auf eigene Kosten. (Wink mit dem Wald an Mama: gibst du mir ma die email von Barbara?). Und den Einsatz auffer Sozialstation kann ich auch ersetzen durch irgendnen ambulanten Einsatz. Noch besser! PARTEY!

So ich mach mich dann ma fertig für die abendlichen Vergnügungen :)Mehr lesen...
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Tarzan & Snowboarden.

Und ich bin auch wieder zurück aus dem Urlaub!!!
Tarzan ist Maras Schildkörte und nun das Haustier der Burg, ein Burgtier sozusagen.
Aber wir waren nicht nur auf Tarzanmission unterwegs. Nein.
Ich habe Boarden gelernt, so richtig im Schnee was man ja als Heidelberger nun wahrlich nicht so oft sieht. Was ich mitgebracht habe? Die Erkenntnis dass alles nich so einfach ist wie es ausschaut, neue Körperbeherrschung, mehr Muskelgewebe (definitiv bei dem Muskelkater den ich hatte) und unzählige blaue Flecken. Aber es war klasse. Für den nächsten Urlaub besorg ich mir mein eigenes Board :D
So und jetzt muss ich noch für die Kardiologie Prüfung in ebbes mehr als ner Woche lernen und den Rest von meinen 3 Tagen Urlaub genießen.

Und so sah ein Keks am dritten Tag an einem doch recht steilen Hügel aus. Zu einem späteren Zeitpunkt sah es schon sehr viel besser aus :P
boarden


Und das is Tarzan:
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Krieg ist, wenn die Vorfahrt mit Panzerfäusten geregelt wird

Im Frieden, so hat das Verfassungsgericht geurteilt, müsste man die Maschine „landen“ lassen. Im Krieg könnte die Bundeswehr sie waidgerecht zur Strecke bringen. Mitsamt der Passagiere. Im Krieg darf man eigentlich alles. Aber dann muss man ihn auch gewinnen. Im Krieg dürfte Schäuble sogar das störrische Verfassungsgericht in Eisen legen und ihm die Zehennägel, ach, lassen wir das.
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Im Verfassungsdeutsch heißt Krieg „Verteidigungsfall“ und wird durch den Bundestag attestiert. Dazu müssen die Abgeordneten aus ihren Wahlkreisen nach Berlin eilen. Zweifelsohne werden alle unterwegs in ihren Flugzeugen entführt. Ein formgerechter Verteidigungsfall kommt so nie zustande, es sei denn, die Fraktionen bringen noch von Bord aus eine Telefon-Konferenz zustande und einigen sich ohne Vermittlungsausschuss, wessen Maschine zuerst abzuschießen ist. Das klingt unwahrscheinlich. Für diesen Fall handlungsunfähiger Verfassungsorgane ist geregelt, dass Krieg ist, wenn offensichtlich Krieg ist: wenn morgens zehn Millionen finnischer Soldaten durchs Brandenburger Tor marschieren oder wenn – das will jedenfalls Schäuble – ein Flugzeug gekapert wird.

Menschenrechtler kritisieren das Ansinnen. Dabei ist es ein ermutigender Anfang. Wenn Deutschland öfter im Kriegszustand ist, darf endlich die Bundeswehr auf Brandenburgs Straßen die Vorfahrtsregel durchsetzen, und sei es mit panzerbrechenden Waffen.
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Staub im Arbeitsamt

Nein ich werde dieser Insitution nicht den Gefallen tun und sie Agentur nennen, denn das würde bedeuten sie würden sich mit irgendwas auskennen. Als Amt haben sie wenigstens nicht die Erwartung zu erfüllen überhaupt irgendwas in die Wege zu leiten.

Naja. Ich krieg ja nun ALG 1. Allerdings zu wenig. Also Wohngeld beantragen. Is aber auch nich so einfach. Einfacher wärs gewesen wenn die mir Anfang August im AA (und diese Bezeichnung umschreibt deren Tätigkeit nun wirklich am Besten) gesagt hätten, dass ich - auf Grund des zu niedrigen ALG 1 - doch am besten gleich noch ALG 2 zusätzlich beantragen solle. Ja das geht. Wie mein werter Papi rausfand. Allerdings nicht auf dieser Seite hier: http://www.arbeitsagentur.de.
Wie dem auch sei. Am Mitwoch, also gestern, war ich dort bei der Job-Vermittlung. Die äußerst qualifiziert im Internet Stellenangebot der Internetagentur gesucht hat. Und diesmal meine ich wirklich ernst, dass sie qualifiziert war, eh ist.
Naja danach dann runter zu Rezeption: "Möcht gern einen Antrag auf ALG 2 stellen blabla." Es war 11:59 Uhr.
Die Antowrt kam prompt: "Die Ausgabe ist leider nur bis 12 Uhr" *klack* und der Zeiger sprang auf 12:00 Uhr. Ich solle am nächsten Tag wieder kommen. Gesagt getan.
Sitz da also ne Stunde rum, werd endlich aufgerufen damit mir gesagt werden kann, die Stelle wo ich hin müsse sei leider heute nicht besetzt ich solle morgen noch einmal wieder kommen.

Daheim erstmal die Rezeption angerufen, wann denn diese Station geöffnet hätte. Ich sei falsch und müsste zur ARGE. Was daraus resultierte waren sehr sehr viel Anrufe im Arbeitsamt durch verschiedene Instanzen blablubb. Ich hab mich mal hinter Papi gesetzt, der das mit dem Reden viel besser raus hatte, lies ihn telefonieren und malte selbst mit dem Finger Gesichter in den Staub der Regale. Nach einer Stunde das Ergebnis: Ich muss morgen wiederkommen und das Arbeitsamt ist doch zuständig für den Fall.

Das eigentliche Resulatat: Die Erkenntnis dass da was mächtig schief läuft und nun staubfreie Regale.

Also versuchen wir morgen noch einmal unser Glück... Extra nen Arzttermin abgesagt... *grml*
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Seelentherapie durch Blütenenergie

Rischtisch! Bachblüten. Darum gings bei meinem Seminar gestern. Warum gerade dieses Thema? Die andern waren noch uninteressanter für mich. Also dacht ich mir ich geh doch mal dahin wovon ich absolut nich überzeugt bin. Siehe da schon mit dem Film zur Einleitung begann meine Abneigung dem Thema gegenüber zu wachsen. Besser gesagt mit dem Titel des Films, welcher derselbe is wie der Titel dieses post's.
Naja zumindest hab ich jetzt gelernt dass der gute Mann Edward Bach hieß, in Sachen Intuition, Einfühlungsvermögen und Esoterik ziemlich was auf dem Kasten hatte. Und obendrein anscheinend mächtig einen an der Klatsche. Schnippelt da Blüten ab, die mit ner Wasserschale - Quellwasser wohlgemerkt - aufgefangen werden, damit auch ja keine böse Energie des Menschen übertragen wird...oder so. Dann stellt er die Schale den Tagüber auf die Fensterbank in die Sonne, damit das Krebserrengende UV-Licht darauf einwirken kann.
Aber der Burner (der absolute Abschuss für all die Unwissenden) is ja, dass man diese Blüten nur zu einer ganz arg doll bestimmten Zeit pflücken kann und dann alles auch nur an der einen Stelle im Norden Englands.

Nenene. Ich weiß das die Rescue Remedie Tropfen (so Notfalltropfen aus mehreren Bachblüts), im Falle von Prüfungsstress, Unfall und sonstwas wirklich ein wenig beruhigen, aber vielleicht liegt das auch am Alkohol mit dem die Dinger vermischt wurden.

Ja ne is klar. Weil Kinder das kriegen und es wirkt, kann man ja nich sagen, man müsse dran glauben. Ich möchte jetzt nich sagen, dass es nur wirkt wenn man dran glaubt, dass darf jeder für sich selbst entscheiden. Aber im Bezug auf Kinder bin ich doch eher der Meinung, dass die schon beruhigt sind wenn sie von Mami und Papi irgendwas kriegen. Das wird schon gut so sein und dann is alles nich mehr so schlimm. Mir wird ja schon geholfen., Naja. Blütenenergie halt. Esoterik.... *wegrenn*
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Verbrechern Gewalt antun?

Das Thema für den Aufsatz für die Krankenpflegeschule:
Es sollte dem Staat möglich erlaubt sein, Verdächtigen z.B. möglichen Kinderschändern Gewalt anzutun um wichtige Informationen über den Aufenthaltsort des Kindes zu bekommen.

Von den Menschenrechten ausgehend, sollte keinem Menschen absichtlich Leid zugefügt werden. Wäre es dem deutschen Staat erlaubt, Tatverdächtigen Gewalt anzutun verstöße er nicht nur gegen den fünften Artikel der Menschenrecht: "Verbot der Folter", sondern auch gegen sein eigenen Gesetze. An ein Gesetz müsste sich jeder halten, auch der Staat an sich, da das betroffene Gesetz an Glaubwürdigkeit und Sinn verlieren würde.
Ein weiteres Problem sehe ich im Nachweis, ob der Tatverdächtige die ihm zur Last gelegte Tat auch wirklich begangen hat, oder ob er vielleicht unschuldig ist. Eine ähnliche Problematik ergibt sich bei der Todesstrafe, durch welche schon einige Unschuldige vom Staat hingerichtet worden sind.
Ich für meinen Teil könnte es nicht verantworten einen Menschen zu foltern, der unschuldig sein könnte.
Aber auch wenn dem erwähnten Kinderschänder die Tat nachgewiesen wäre, bin ich absolut dagegen noch einem weiteren Menschen Gewalt anzutun. Quasi gleiches mit gleichem zu vergelten.
Zuletzt sehe ich auch noch ein Problem darin, dass die Gewalt vom Staate aus, aus dem Ruder laufen könne. Es wäre möglich, dass der verantwortliche Foltermeister dem Verdächtigen, der in diesem Falle das Opfer wäre, über das nötige Maß hinaus weiterhin, beispielsweise aus Freude daran, Schmerzen zufügt.
Tatverdächtigen eines Gewaltverbrechens Schmerzen zuzufügen und Gewalt anzutun, halte ich weder für eine adäquate noch für eine akzeptable Vorgehensweise um an Informationen heranzukommen. Auch ein möglicher Kinderschänder bleibt noch ein Mensch dessen Rechte und Würde gewahrt werden muss.
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Menschliche Abgründe

Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder sie kennt, der eine mehr und der andere weniger, aber jeder war schon mal dort, stand oben auf dem Felsen und hat zumindest einen Blick in die Schlucht geworfen. Einige sind runtergefallen, manche konnten sich noch irgendwo festhalten. Für Andere stand im richtigen Moment jemand an der Seite um sie festzuhalten. Und für wieder andere kam alles zu spät und sie stürzten bis ans Ende.

Und einige können sich nicht vorstellen was es heißt in die Schlucht gestolpert zu sein, manche wollen es nicht wissen und leugnen jegliches Wissen dazu. Für all diejenigen und alle die es noch nicht gesehen haben, oder noch einmal sehen wollen, gibt es hier endlich meine Facharbeit aus der Bildenden Kunst vom letzten Jahr über eben ein solches Thema.

Hier der Film, den ich empfehlen würde zuerst anzuschauen:

http://www.kampfkeks.net/bk-gfs.wmv

und hier gibts auch noch die Fotos plus extra Information zum Thema, leider is die Qualität nich der Burner, aber man kann sich anschaun

klick
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Leben und Tod.

Das Leben und Tod dann doch sehr nah beieinander liegen hab ich erst kürzlich wieder mitgekriegt. Da betreue ich grad einen Säugling für eine Mutter und auf der anderen Seite steht dann ein älterer Herr gegenüber der uns etwas fragen möchte, oder eben grad unsere Hilfe braucht. Wir wissen es und er weiß es auch, er wird nicht mehr lange Leben, weil er von Krebs zerfressen ist.
Wir kamen im Laufe des Tages noch zu einer Diskussion über den Umgang mit Menschen die nur noch sehr kurze Zeit zu leben haben. Wie sagt man es ihnen und was sagt man, was behält man für sich?!
Hätte meine Oma damals noch länger gelebt hätte man ihr nicht in aller Härte offengelegt wie es um sie steht? Inwieweit hat die Psyche da was zu sagen? Wenn man sich selbst aufgegeben hat, hat man dann überhaupt noch die Chance zu (über-)leben?

Die einen sind zu jung zum sterben, die andern 'alt genug', aber irgendwie bekommen die meisten dann doch mit steigendem Alter immer mehr Angst vor dem Sterben. Die einen wollen am liebsten tot sein, werden aber oft mit aller Macht zurückgehalten und wieder andere wollen gar nicht, haben aber keine andere Wahl. Wie der ältere Herr der noch ein paar schöne Jahre mit seiner Frau verbringen wollte, aber nur noch wenige Wochen zu leben hat.
Fragen über Fragen. Während die Seele aus dem Körper des Sterbenden entweicht, fängt direkt daneben ein neues Leben an sich brüllend in die Welt zu schreien.

Irgendwie schon gestört. Wie als ob wir Teil einer überdimensionialen Maschine wären und die aufgeschmissen wäre ohne die tretende Kraft der Menschen...Mehr lesen...
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